{"id":5183,"date":"2025-02-21T11:18:14","date_gmt":"2025-02-21T10:18:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=5183"},"modified":"2025-02-21T11:19:24","modified_gmt":"2025-02-21T10:19:24","slug":"predigthilfe-vom-23-maerz-2025-johannes-1336-38-johannes-1812-27","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-23-maerz-2025-johannes-1336-38-johannes-1812-27\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 23. M\u00e4rz 2025 &#8211; Johannes 13,36-38 &amp; Johannes 18,12-27"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Predigtthema:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/strong>Der Fels wackelt<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1. Sehen, was dasteht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen, um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/\">www.bibleserver.com<\/a> (Luther 1984 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000 \/ Neue Genfer \u00dcbersetzung \/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unsere beiden Abschnitte sind zeitlich gegen Ende des irdischen Wirkens von Jesus zu verorten, kurz vor seiner Kreuzigung und Auferstehung. Joh 13 bildet den Beginn der Abschiedsreden von Jesus \u2013 seinen letzten Worten an und \u00fcber seine J\u00fcnger. Jesus spricht hier \u00fcber das baldige Ende seines direkten Wirkens auf Erden \u2013 und die Reaktion von Petrus darauf bildet den ersten Textabschnitt unserer Predigttexte (Joh 13,36-38). Die hier prophezeite Verleugnung findet dann in Joh 18,12-27 tats\u00e4chlich statt. Dabei wird der Verleugnung von Petrus das Verh\u00f6r von Jesus entgegengestellt (Joh 18,19-24). Paralleltexte zu unseren Stellen finden sich in Mt 26, Mk 14 und Lk 22.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.2 Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hilfen zur Auslegung bieten z.B.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Maier, Gerhard. <em>Johannes-Evangelium<\/em> in Edition C Bibelkommentar Neues Testament. (Bd. 2, ab S.237)<\/li>\n\n\n\n<li>Henry, Matthew. <em>Matth\u00e4us-Johannes<\/em> in Der neue Matthew Henry Kommentar (ab S.719)<\/li>\n\n\n\n<li>MacDonald, William. <em>Kommentar zum Neuen Testament<\/em> (ab S.456)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bitte studiert auch den hilfreichen Predigttipp von Thomas Richter vom 10.04.2011 zu (Joh 18,12-27) unter <a href=\"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-10-4-2011-johannes-18-12-27\/\">https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-10-4-2011-johannes-18-12-27\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.3 Anmerkungen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Joh 13,36-38<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V. 36:<\/strong> Eigentlich hat Jesus direkt vorher \u00fcber Liebe geredet (V.34), aber dieses Thema ignoriert Petrus, weil ihn etwas anderes viel mehr besch\u00e4ftigt: Wohin wird Jesus gehen? (V.33). In der N\u00e4he seines Meisters zu bleiben ist ihm (und wahrscheinlich auch den anderen J\u00fcngern) im Moment viel wichtiger als Gehorsam gegen\u00fcber seinen Weisungen. Wie genau dieser \u201eWeggang\u201c von Jesus aussehen wird, das wei\u00df Petrus nicht (auch Jesus selbst bleibt hier in seiner Antwort vage), aber zumindest scheint Petrus zu ahnen, dass es hier um den drohenden Tod geht, wie der weitere Verlauf des Gespr\u00e4chs deutlich macht. Jesus antwortet vage, doppeldeutig und auch auf eine Weise, die erst nach den Kreuzesereignissen verst\u00e4ndlich werden wird. Petrus kann Jesus nicht nur nicht folgen, weil seine Zeit zu sterben noch nicht gekommen ist \u2013 und gleichzeitig aber auch, weil er nicht der Sohn Gottes ist. F\u00fcr die S\u00fcnden der Welt zu sterben, diesen Weg muss Jesus alleine gehen und niemand kann ihn dabei begleiten. <em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V. 37:<\/strong> Diese Antwort scheint Petrus in seinem Stolz zu verletzen \u2013 er betont, wie bereit er ist sein Leben f\u00fcr Jesus zu geben. Er versteht nicht, wie ironisch sein Ausspruch ist \u2013 Petrus benutzt fast den gleichen Ausdruck wie Jesus in Joh 10,11 als es um den guten Hirten geht, der sein Leben f\u00fcr die Schafe gibt. Diese Art von Opfer kann Petrus nicht bringen. Hier geht es um mehr als um den Tod, es geht um Erl\u00f6sung, die nur Jesus bringen kann. Petrus ist nicht bereit f\u00fcr Jesus zu sterben \u2013 und das sogar auf zwei Arten. Einerseits fehlt ihm einfach der Mut (wie Joh 18 zeigen wird) und andererseits wird in naher Zukunft nicht Petrus sein Leben f\u00fcr Jesus geben, sondern Jesus seins f\u00fcr Petrus (und f\u00fcr all seine anderen J\u00fcnger und dar\u00fcber hinaus).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V. 38: <\/strong>Jesus wei\u00df, dass Petrus nicht bereit ist, dass er stattdessen das tun muss, was Petrus tun will \u2013 sein Leben zu geben f\u00fcr seine Freunde (und J\u00fcnger). Das ist im Moment nicht die Aufgabe von Petrus, sondern von Jesus. Auch Petrus wird irgendwann den Tod f\u00fcr seinen Glauben erleiden \u2013 aber dieser Moment liegt noch in weiter Ferne. Petrus \u00fcbersch\u00e4tzt sich selbst. Einerseits zeigt sein Schwerteinsatz im Garten (Joh 18,10) dass er in gewissen Situationen durchaus Mut zeigen konnte \u2013 aber zur selbstlosen Hingabe in allen Lebenslage war er eben nicht imstande. Und wie falsch er lag, sollte sich schon bald zeigen. Das Hahnenkr\u00e4hen beginnt ca. gegen 3 Uhr nachts, unser Gespr\u00e4ch findet am Abend des Verrats statt \u2013 innerhalb von wenigen Stunden wird Petrus also sehen, wie falsch er lag. Und das nicht nur einmal, also vielleicht versehentlich. Sondern dreimal wiederholt und definitiv nicht mehr aus Versehen. Wie kann man nach solchen harschen Worten (aus der Sicht von Petrus) noch weiterreden? Der scheint \u00fcber diese Worte erst einmal nachdenken zu m\u00fcssen und auf jeden Fall erst einmal zum Schweigen gebracht worden zu sein. Zumindest lesen wir erst wieder in Joh 18,10 von ihm. Petrus will sein Leben hingeben f\u00fcr Jesus, dabei ist das doch dessen vorausgesagte Aufgabe (Jes 53,10; Joh 10,11.17). Gerhardt Maier dr\u00fcckt aus, was das f\u00fcr uns Christen heute bedeutet: \u201eViele glauben, das Wesentliche sei IHR Dienst f\u00fcr den Herrn. Sie haben noch gar nicht begriffen, dass das Wesentliche SEIN Dienst f\u00fcr uns ist!\u201c. Jesus muss sein Leben geben, aber gleichzeitig zeigt uns diese Prophezeiung auch, dass er wei\u00df, was geschehen wird und damit auch gleichzeitig die Kontrolle \u00fcber alles hat, was noch geschehen wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Joh 18,12-27<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V.12:<\/strong> Jesus wird von einer Schar und ihrem Oberst festgenommen. Diese Begriffe deuten darauf hin, dass es sich dabei wahrscheinlich um eine Gruppe r\u00f6mischer Soldaten und ihren Oberst handelt. Im weiteren Verlauf unseres Abschnitts verschwinden die R\u00f6mer (erst einmal) im Hintergrund \u2013 der politische Aufr\u00fchrer (aus ihrer Sicht) ist festgesetzt, damit endet zumindest f\u00fcrs erste ihre Zust\u00e4ndigkeit bis es zu einem Urteil der j\u00fcdischen F\u00fchrung gekommen ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V.13:<\/strong> Jesu Prozess erfolgte in zwei Schritten: Zuerst einem Prozess vor den j\u00fcdischen Obrigkeiten, anschlie\u00dfend einem vor Pilatus, der die r\u00f6mische Gerichtsbarkeit verk\u00f6rpert. Nur bei Johannes lesen wir, dass Jesus Hannas vorgef\u00fchrt wurde. Eigentlich war aber Kaiphas der damalige Hohepriester, der Schwiegersohn von Hannas (dem Jesus ja auch vorgef\u00fchrt wurde, wie Johannes selbst schreibt, Joh 18,24). Welche Rolle spielt also Hannas? Dieser war Hohepriester gewesen (von 6-15 n.Chr.), bis Valerius Gratus, der Vorg\u00e4nger von Pilatus, ihn abgesetzt hatte. Eigentlich war das Hohepriester-Amt eines auf Lebenszeit, und wahrscheinlich wurde Hannas deswegen von vielen Juden immer noch als \u201eechter\u201c Hohepriester angesehen. Obwohl ihm das offizielle Amt fehlte, \u00fcbte Hannas immer noch einen enormen Einfluss aus, f\u00fcnf seiner S\u00f6hne und sein Schwiegersohn Kaiphas \u00fcbten ebenfalls das Amt des Hohepriesters aus und wurden wahrscheinlich stark von Hannas beeinflusst. Das Johannes hier Hannas als Hohepriester bezeichnete, spielt wahrscheinlich auf dessen wichtige Rolle an. Und deswegen wurde ihm auch Jesus vorgef\u00fchrt \u2013 was Hannas dachte, spielte eine gro\u00dfe Rolle. M\u00f6glicherweise ging es auch darum, zumindest im gewissen Rahmen den Anforderungen an einen j\u00fcdischen Gerichtsprozess gerecht zu werden. Eigentlich konnte ein Gefangener nicht am selben Tag verurteilt werden, wie sein Prozess abgehalten wurde und m\u00f6glicherweise wurde durch die zwei \u201eProzesse\u201c mit Hannas und Kaiphas zumindest grob der Anschein eines ordnungsgem\u00e4\u00dfen j\u00fcdischen Gerichtsprozesses aufrechterhalten. Wo genau das Treffen mit Jesus stattfand wissen wir aber nicht. Eine T\u00fcrh\u00fcterin l\u00e4sst auf ein Privathaus schlie\u00dfen, aber nicht zwangsl\u00e4ufig das von Hannas. Vielleicht befanden sich Hannas und Kaiphas sogar im selben Geb\u00e4ude, so dass der Prozess relativ z\u00fcgig abgewickelt werden konnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V.14:<\/strong> Was Hannas f\u00fcr Johannes kennzeichnet, ist seine unbewusste Prophezeiung \u00fcber Jesus (Joh 11,49-50). Und gleichzeitig wird damit auch klar gemacht, dass ihr kein Unparteiischer ein m\u00f6glichst gerechtes Urteil sprechen wollte, sondern ein abgebr\u00fchter Politiker hier alles tun w\u00fcrde, was in seinen Augen n\u00f6tig war (und der sich bereits f\u00fcr Jesu Tod ausgesprochen hatte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V.15-16: <\/strong>Petrus folgt Jesus nach seiner Verhaftung \u2013 wahrscheinlich um zu sehen, was mit Jesus passiert und gleichzeitig in der N\u00e4he seines Meisters zu bleiben. Ein anderer J\u00fcnger, der bei ihm ist, ist mit dem Hohepriester bekannt, hat also die n\u00f6tigen Verbindungen, um sich und Petrus Zutritt zu dem Anwesen zu verschaffen, in dem Jesus verh\u00f6rt wird. \u00dcber die Identit\u00e4t des J\u00fcngers wird nichts ausgesagt \u2013 es wird nicht klar gesagt, dass er mit dem J\u00fcnger \u201eden Jesus liebte\u201c identisch ist (also Johannes). Teils wurden auch Joseph von Arimath\u00e4a oder Nikodemus hinter diesem J\u00fcnger vermutet, die auf jeden Fall \u00fcber diese enge Verbindung zum Hohepriester verf\u00fcgt h\u00e4tten (und wahrscheinlich auch Petrus kannten). Trotzdem ist die Identifikation mit Johannes nach wie vor am naheliegendsten \u2013 andere J\u00fcnger werden von Johannes normalerweise immer mit Namen benannt, nur bei sich selbst macht er eine Ausnahme. Johannes war Fischer, aber auch das schlie\u00dft eine so enge Bekanntschaft mit dem Hohepriester nicht aus \u2013 immerhin war seine Familie so wohlhabend, dass sie \u00fcber Tagel\u00f6hner verf\u00fcgte (Mk 1,19-20) und eine so strikte Trennung zwischen Arbeiterschicht und Gelehrten, wie wir sie vielleicht annehmen, existierte damals nicht. (So mussten Rabbis in der Regel auch ein Handwerk lernen, wie etwa Paulus als Zeltmacher.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V.17:<\/strong> Die erste Person, gegen\u00fcber der sich Petrus der Verleugnung schuldig macht, ist eine der Sklavinnen des Hohepriesters (die T\u00fcrh\u00fcterin), darin sind sich die Evangelien einig. Der m\u00e4chtige Petrus bricht nicht unter dem Druck von erbitterter Anfeindung, sondern die einfache Frage eines Sklavenm\u00e4dchens reicht aus, um ihn zum Br\u00f6ckeln zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V.18:<\/strong> Johannes berichtet als einziger Evangelist von einem Feuer mit Holzkohle \u2013 ein Detail, das auf einen Augenzeugen hinweist. Das ein Feuer n\u00f6tig war, macht klar, dass dieser Prozess in der K\u00e4lte der Nacht stattfand. Gerichtsprozesse die nachts stattfanden waren sehr ungew\u00f6hnlich, wurden wahrscheinlich sogar als illegal angesehen. Was hier passiert ist kein normales Verfahren. Das macht auch der weitere Text deutlich. Petrus stellt sich ebenfalls ans Feuer \u2013 das bietet zwar das Risiko der Entdeckung, aber sich im kleinen Innenhof bewusst vom Feuer fernzuhalten w\u00e4re ebenfalls verd\u00e4chtig gewesen, und so bietet sich ihm immerhin die Chance auf etwas W\u00e4rme.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V.19:<\/strong> Hannas befragt Jesus \u00fcber seine J\u00fcnger \u2013 warum genau wissen wir nicht. Es f\u00e4llt schwer zu glauben, dass ihre Identit\u00e4t ein gro\u00dfes Geheimnis war (auch wenn z.B. Petrus anscheinend nicht sofort erkannt wird), aber vielleicht ging es auch eher darum, welche Dinge Jesus seinen J\u00fcngern weitergab und was er von diesen erwartete. Rechtskonform war dieses Verhalten nicht. In einem ordentlichen j\u00fcdischen Prozess ging es nicht darum, dass der Angeklagte seine Unschuld beweisen musste, sondern die Verteidigung musste anhand von Zeugenaussagen deutlich aufzeigen, dass hier ein Unrecht begangen worden war. Das geschieht hier nicht und erkl\u00e4rt vermutlich auch die folgenden Aussagen von Jesus. M\u00f6glicherweise sah Hannas dieses Verh\u00f6r nicht als Teil des eigentlichen Prozesses, aber in jedem Fall wurde das Rechtssystem hier sehr gebogen bis missachtet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V.20-21: <\/strong>In den \u00fcberlieferten Aussagen verliert Jesus kein Wort \u00fcber seine J\u00fcnger. Er besch\u00fctzt sie so gut er kann. Das erkl\u00e4rt auch, warum er in seiner Antwort dreimal die im Griechischen besonders betonte Form des \u201eIch\u201c benutzt. Er lenkt die Aufmerksamkeit von seinen Nachfolgern hin zu sich. Um ihn soll es gehen, niemand sonst soll mit hineingezogen werden. Auf uns wirkt Jesu Antwort vielleicht abweisend. Aber darum geht es in diesem Fall nicht. Jesus weist einfach darauf hin, was eigentlich die Aufgabe der Anklage w\u00e4re: Ihn nicht auszufragen (\u00fcber seine Lehre) sondern Zeugen zu finden und aussagen zu lassen, die Zeugnis \u00fcber seine Lehre ablegen k\u00f6nnen. Und \u2013 wie Jesus klarmacht \u2013 davon gibt es mehr als genug. Was er gelehrt hat, das war kein Geheimnis. Dabei geht es nicht darum, dass er nicht manchmal Dinge zu seinen J\u00fcngern gesagt hatte, die er nicht mit den gro\u00dfen Menschenmassen geteilt (z.B. die Auslegung bestimmter Gleichnisse). Er macht hier einfach nur deutlich, dass seine Lehre nie ein Geheimnis f\u00fcr wenige Eingeweihte war. Es gab keine spezielle Geheimlehre f\u00fcr einen kleinen J\u00fcngerkreis. Der Kern von Jesu Lehre war f\u00fcr alle zug\u00e4nglich, die zuh\u00f6ren wollten, ob im Tempel, den Synagogen oder sonst wo. Deswegen w\u00fcrde selbst eine Befragung seiner direkten J\u00fcnger nichts Schmutziges oder Geheimes ans Tageslicht bringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V.22:<\/strong> Eine der anwesenden Wachen hatte wenig Gefallen an dieser wenig unterw\u00fcrfigen Antwort und schlug Jesus daraufhin \u2013 eine weitere Missachtung j\u00fcdischen Rechts.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V.23:<\/strong> In einer \u00e4hnlichen Situation entschuldigt sich Paulus im Nachhinein f\u00fcr sein Verhalten (Apg 23,2-5) \u2013 aber Jesus hat nichts f\u00fcr das er sich entschuldigen muss. Er war nicht ausfallend geworden, sondern hatte einfach auf geltendes Recht hingewiesen und gesagt was wahr war. Ein Fehlverhalten war hier nicht nachweisbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V.24:<\/strong> F\u00fcr Hannas scheint klar zu sein, dass sich hier keine Informationen mehr gewinnen lassen. Also schickt er Jesus weiter zu seinem Schwiegersohn Kaiphas (dem eigentlichen Hohepriester). Es brauchte das Urteil des amtierenden Hohepriesters, um Jesus den r\u00f6mischen Autorit\u00e4ten (Pilatus) vorf\u00fchren zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V.25-27: <\/strong>Der Kontrast k\u00f6nnte gr\u00f6\u00dfer nicht sein (und ist von Johannes wahrscheinlich sehr bewusst so gesetzt): Jesus steht vor seinen Ankl\u00e4gern und leugnet nichts \u2013 und Petrus bricht zusammen und leugnet alles. Am Abschluss der Verleugnungen h\u00e4lt Johannes aber nur das Kr\u00e4hen des Hahnes fest \u2013 wie Petrus darauf reagiert, ist bei ihm im Gegensatz zu anderen Evangelisten nicht festgehalten (Mk 14,72; Lk 22,62-63). Johannes konzentriert sich in den Schilderungen in Kap. 18 und 19 sehr auf die Fakten. Es geht ihm haupts\u00e4chlich darum, festzuhalten, dass sich diese Prophezeiung von Jesus erf\u00fcllt hat. Gleichzeitig ist es auch logisch, dass diese Begebenheit sehr knapp gehalten ist: Johannes\u2018 Lesern war klar, dass dieses Ereignis nicht das finale Kapitel der Geschichte von Petrus ist. In dieser Situation strauchelte er \u2013 nur um danach um so mehr durch Gottes Gnade in Nachfolge und Dienst gebraucht zu werden. Versagen ist nie das Ende auf dem Weg mit Jesus. F\u00fcr Petrus nicht. Und f\u00fcr uns auch nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Verstehen, worum es geht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.1 Hinweise f\u00fcr hermeneutische \u00dcberlegungen (Auslegung)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den irdischen Jesus wie Petrus ihn erlebt hat, k\u00f6nnen wir heute so nicht erleben. Aber Jesus wohnt durch seinen Geist in jedem seiner Nachfolger. Ihn zu verleugnen sieht heute vielleicht anders aus als damals f\u00fcr Petrus (und unsere Beziehung zu Jesus ist eine andere, tiefere und geistgeleitetere als Petrus sie damals hatte) \u2013 aber das wir nicht voll zu Jesus stehen, ist auch f\u00fcr uns heute eine Gefahr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.2 Hinweise f\u00fcr homiletische \u00dcberlegungen (Anwendung)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>(\u00dcberlegungen zur pers\u00f6nlichen Anwendung des Textes \/ evt. Anwendungsfragen)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eigentlich geh\u00f6rt Jesus unser ganzes Leben (wenn wir seine J\u00fcnger sind). Und in der Theorie l\u00e4sst sich das auch leicht feurig bejahen (\u00e4hnlich wie Petrus es tat). Aber in der Praxis gibt es dann eben doch Situationen, in denen man das Bekenntnis zu ihm nicht so leicht \u00fcber die Lippen bringt. Dabei ist es doch gerade Jesus, der den Unterschied ausmacht. Christsein ist mehr als ein netter Zeitvertreib und ohne Jesus kein Weg zu Gott. Aber das sind die eher ungem\u00fctlichen Botschaften, die man vielleicht nicht immer direkt den Arbeitskollegen mitgeben will. Und wie bringen uns gerade die kleinen Dinge besch\u00e4mend schnell zum Br\u00f6ckeln. Im Hauskreis noch ganz selbstbewusst, wie standhaft man in der Christenverfolgung \u00e0 la Nordkorea w\u00e4re und am Gartenzaun mit dem Nachbarn bringt man dann kaum den Namen Jesus \u00fcber die Lippen \u2013 wie wir Handeln wollen und wie wir eigentlich handeln, klaffen eben oft sehr weit auseinander. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3. Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur Predigtvorbereitung hilft das Anh\u00f6ren (im Sinne von Apg 17,11b) der Predigt von Winfried Scheffbuch vom 12.03.1978 mit dem Titel \u201eDie Verleugnung des Petrus\u201c. Diese Botschaften findet ihr unter <a href=\"https:\/\/crossload.org\/inhalte\/zvXeeT8i0G\/die-verleugnung-des-petrus-winrich-scheffbuch\">https:\/\/crossload.org\/inhalte\/zvXeeT8i0G\/die-verleugnung-des-petrus-winrich-scheffbuch<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meine Zuh\u00f6rer sollen sich klar machen, dass in der Theorie immer viel christlicher Bekennermut vorhanden ist \u2013 aber in der Praxis sieht das oft ganz anders aus. Das kann ich nicht durch Wollen und Anstrengen ver\u00e4ndern. Ich brauche die bezeugende und belebende Kraft des Heiligen Geistes in mir.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.2 Predigtentfaltung \u2013 wie sage ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Thomas Richter:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Glaube konkret \u2013 f\u00fcr Petrus?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a) Wo ist Jesus und wo ist Petrus?<br>b) Was sagt Jesus und was sagt Petrus?<br>c) Wie geht\u2019s Jesus und wie geht\u2019s Petrus?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">oder nach Ulrich Parzany<em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a) Die merkw\u00fcrdige Bekanntschaft<br>b) Das unsinnige Abstreiten<br>c) Die Verschiebung des Vertrauens<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.4 Predigtveranschaulichungen \u2013 wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als passendes Lied zur Predigt bietet sich \u201eDreimal\u201c von Albert Frey an, das \u00fcber die Situation und das Gef\u00fchlsleben von Petrus spricht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auszug:<br><em>Dreimal werde ich schwach<\/em><br><em>Dreimal leugne ich dich<\/em><br><em>Dreimal fragst du mich nur \u201cliebst du mich?\u201c<\/em><br><em>Du wei\u00dft alles Herr<\/em><br><em>Du wei\u00dft, dass ich dich liebe<\/em><br><em>Auch wenn alles f\u00e4llt, so wei\u00df ich doch ich bliebe<\/em><br><em>In deiner Liebe<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(Lukas Streeb)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigtthema:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Der Fels wackelt Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":975937,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"class_list":["post-5183","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-johannes"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-06-30 12:48:57","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5183","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/975937"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5183"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5183\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5186,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5183\/revisions\/5186"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5183"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5183"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5183"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}