{"id":5112,"date":"2024-10-30T13:49:53","date_gmt":"2024-10-30T12:49:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=5112"},"modified":"2024-11-18T13:51:04","modified_gmt":"2024-11-18T12:51:04","slug":"predigthilfe-vom-8-dezember-2024-johannes-107-10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-8-dezember-2024-johannes-107-10\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 8. Dezember 2024 &#8211; Johannes 10,7-10"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Predigtthema:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Jesus, die T\u00fcr<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1. Sehen, was dasteht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen, um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/\">www.bibleserver.com<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1.1 Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Hilfen zur Auslegung bieten z.B.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Maier, Gerhard. Johannes Evangelium (Edition C Bibelkommentar)<\/li>\n\n\n\n<li>L\u00fcthi, Walter. Johannes \u2013 das vierte Evangelium.<\/li>\n\n\n\n<li>De Boor, Werner. Das Evangelium des Johannes (Wuppertaler Studienbibel)<\/li>\n\n\n\n<li>K\u00f6stenberger, Andreas: John (Baker Exegetical Commentary)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>1.2 Anmerkungen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In den Versen vor unserem Abschnitt, beschreibt Jesus, wie ein Hirte durch die T\u00fcre zu seinen Schafen hineingeht. Er hat rechtm\u00e4\u00dfigen Zugang und deshalb \u00f6ffnet der T\u00fcrh\u00fcter dem Hirten auch die T\u00fcr. Diebe und R\u00e4uber versuchen am T\u00fcrh\u00fcter vorbei zu den Schafen zu kommen, um diese zu stehlen. Jesus betont dann weiter, dass die Schafe die Stimme des Hirten erkennen und ihm folgen. Dieser Abschnitt endet in Vers 6 mit der Erkl\u00e4rung von Johannes, dass die Zuh\u00f6rer von Jesus nicht verstanden, was er ihnen mit diesem bildhaften Vergleich sagen wollte. Und so sehen wir, dass Jesus in Vers 7 noch einmal konkreter wird, indem er das Bild auf sich anwendet. Er beschreibt sich zun\u00e4chst als die T\u00fcr zu den Schafen und dann ab Vers 11 als der gute Hirte, der sein Leben f\u00fcr die Schafe hingibt. Jesus scheint hier immer noch zu der Gruppe der Pharis\u00e4er zu reden, die in Joh 9,40 erw\u00e4hnt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Immer wieder lesen wir im Johannesevangelium, wie Jesus wichtige Aussagen mit einem doppelten Amen einleitet. Jesus betont, dass er die Wahrheit sagt, auf die sich seine H\u00f6rer verlassen k\u00f6nnen. Jesus bleibt in unserem Abschnitt beim Bild von den Schafen, und nimmt mit der T\u00fcr zum Schafstall einen besonderen Teil dieses Bildes in den Blick. Der Hirte steht nat\u00fcrlich im Hintergrund, aber er wird erst in Vers 11 wieder erw\u00e4hnt. Der T\u00fcrw\u00e4chter, von dem in den ersten Versen die Rede war, taucht hier nicht mehr auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus m\u00f6chte eine wichtige Wahrheit \u00fcber den Zugang zu seinem Reich vermitteln, und auch deutlich machen, wie gut versorgt die Schafe seiner Herde sind. Auf diese Ziele hin passt Jesus nun seinen Vergleich an und spricht von der T\u00fcr und weiterhin von Dieben und R\u00e4ubern.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Frage, die wir uns in Vers 7 stellen m\u00fcssen, ist, ob Jesus hier meint, dass er die T\u00fcr zu den Schafen ist, oder dass er die T\u00fcr f\u00fcr die Schafe ist. Wenn die erste Deutung zutreffen w\u00fcrde, dann w\u00fcrde sich Jesus hier als derjenige beschreiben, der den Hirten den Zugang zu den Schafen gew\u00e4hren w\u00fcrde. Allerdings tauchen im Kontext keine anderen guten Hirten au\u00dfer Jesus, dem einen guten Hirten, auf. Von Vers 9 her erscheint es au\u00dferdem naheliegend, Vers 7 so zu deuten, dass Jesus die T\u00fcr ist, durch die die Schafe gehen m\u00fcssen, um Rettung zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht k\u00f6nnen wir die beiden Blickwinkel auch zusammenbringen, indem wir uns Jesus als einen Hirten vorstellen, der selbst im offenen Eingang zu den Schafen steht oder sitzt und so die Rolle der T\u00fcr \u00fcbernimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Als diese T\u00fcr ist Jesus zugleich Zugang zur Herde, er ist aber auch ihr Besch\u00fctzer und ihr Versorger.<\/p>\n\n\n\n<p>In Vers 9 beschreibt Jesus sich selbst als Zugang zur Rettung. Wer zu Jesus kommt und ihm vertraut, wird Teil seiner Herde. Er geht im Bild gesprochen durch die Hirten-T\u00fcr hindurch und steht von da an unter dem Schutz und der Versorgung des Hirten. Jesus baut hier einen klaren Kontrast zwischen sich und allen anderen Erl\u00f6sungsangeboten oder Erl\u00f6sern auf, die vor ihm gekommen sind. Nur durch ihn gibt es Zugang zur Rettung. Wir sehen hier eine deutliche Parallele zum Ich-bin Wort in Joh 14,6. Aber auch die anderen Ich-bin Worte unterstreichen genauso, wie das Ich-bin Wort von der T\u00fcr, die Einzigartigkeit von Jesus im Blick auf unsere Rettung.<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus ist der Einzige, der uns wahres Leben mit einer wahren Hoffnung geben kann. Und dieses wahre, erf\u00fcllte Leben kommt am Ende von Vers 9 in den Blick. Wieder wandelt Jesus das Bild etwas ab. Das Ein- und Ausgehen bedeutet nicht, dass die Schafe die rettende Herde st\u00e4ndig verlassen und dann wieder zur\u00fcckkommen. Nein, hier beschreibt Jesus das wunderbar befreite Leben, das wir als Schafe seiner Herde haben d\u00fcrfen. Jesus m\u00f6chte seinen Schafen ein Leben in F\u00fclle geben.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Aussage von Jesus in Vers 10 erinnert stark an Ps 23. Jesus, der Sohn Gottes, ist dieser gute Hirte, den David in Psalm 23 besingt. Er gibt seinen Schafen Ruhe und Geborgenheit, er versorgt sie reichlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Beschreibung des Messias in Micha 5,3 bildet einen alttestamentlichen Hintergrund f\u00fcr unseren Abschnitt. Dort wird vorhergesagt, wie der Messias seine Herde in Kraft weidet und dass seine Schafe sicher wohnen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Leben im \u00dcberfluss hat Jesus also nicht materiellen Reichtum im Blick, sondern ein Leben in der Geborgenheit Gottes, im Frieden mit ihm und in der tiefen Zufriedenheit durch ihn.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Streben Jesu, dass seine Schafe ein Leben im \u00dcberfluss haben, steht im krassen Gegensatz zu dem Dieb, den Jesus in Vers 10 auch noch anspricht. Das Ziel des Diebes ist niemals das Wohl des Schafes. Der Dieb will das Schaf zerst\u00f6ren und zeigt damit, dass sein Verhalten zum Widersacher Gottes passt. Jesus hat den Teufel in Joh 8,44 von Anfang an als Menschenm\u00f6rder und als L\u00fcgner bezeichnet und genau diesen zerst\u00f6rerischen Charakter finden wir auch bei dem Dieb, den Jesus in Vers 10 beschreibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir schlie\u00dflich noch einmal auf den Zusammenhang mit Kapitel 9 schauen und uns bewusst machen, dass Jesus hier mit den Pharis\u00e4ern redet, die dem geheilten Blinden das Leben und den Weg zu Jesus so schwer gemacht haben, dann sehen wir, wie diese Worte von Jesus die Pharis\u00e4er in Frage stellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus macht ihnen deutlich, dass sie sich wie Diebe und R\u00e4uber verhalten, die schlussendlich nicht das Wohl dieses Schafes im Blick haben, sondern es zerst\u00f6ren. Damit wird sichtbar, dass sie eben nicht von Gott geleitet sind, sondern vom Teufel. Gleichzeitig sind diese Verse aber auch eine Einladung an die Pharis\u00e4er, die in ihrer Selbstgerechtigkeit gefangen sind. Jesus l\u00e4dt sie ein, dass sie ihn als ihre T\u00fcr, als ihren guten Hirten erkennen und annehmen und so wahres Leben in ihm finden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2. Verstehen, worum es geht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>2.1 Hinweis f\u00fcr hermeneutische \u00dcberlegung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wie sehen, gerade in Joh 10 sehr deutlich, wie Jesus ein Bild mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Blickwinkeln benutzt. Das sollte f\u00fcr uns immer wieder ein Hinweis sein, Bilder nicht zu \u00fcberinterpretieren. Vielmehr ist es die Herausforderung jeweils den Hauptgedankengang zu erkennen, der mit dem Bild zum Ausdruck gebracht und illustriert werden soll.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2.2 Hinweise f\u00fcr situative \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gerade in der Adventszeit, wenn wir erneut das Kommen Jesu in den Blick nehmen, ist es wichtig, dass wir deutlich machen, wie sehr unsere Welt Jesus braucht. Ohne Gottes Retter sind wir verloren. Alle anderen Rettungsangebote, die unsere Welt zu bieten hat, tragen schlussendlich nicht. Nur in Jesus finden wir wirklich dauerhaft erf\u00fclltes Leben mit einer ewigen Perspektive und der tiefen Geborgenheit in ihm.<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb wollen wir neu dar\u00fcber staunen, dass Jesus f\u00fcr uns die T\u00fcr zur Rettung geworden ist und dabei neu bedenken, was es Jesus gekostet hat, f\u00fcr uns zu dieser T\u00fcr zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3. Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>3.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Siehe 2.2<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3.2 Predigtthema \u2013 was sage ich in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Jesus, die T\u00fcr<\/p>\n\n\n\n<p>3.3<strong>\u00a0Predigtentfaltung \u2013 wie sage ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1. Die T\u00fcr zur Rettung<br>2. Das t\u00f6dliche Ziel der Schafr\u00e4uber<br>3. Die T\u00fcr zum erf\u00fcllten Leben \u2013 oder: Das wunderbare Ziel des guten Hirten<\/p>\n\n\n\n<p>(Tobias Schurr)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigtthema:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Jesus, die T\u00fcr Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. 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