{"id":5110,"date":"2024-10-30T09:14:47","date_gmt":"2024-10-30T08:14:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=5110"},"modified":"2024-11-12T09:28:29","modified_gmt":"2024-11-12T08:28:29","slug":"predigthilfe-vom-1-dezember-2024-johannes-91-12-13-34-34-41","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-1-dezember-2024-johannes-91-12-13-34-34-41\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 1. Dezember 2024 &#8211; Johannes 9,1-12 (13-34) 34-41"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Predigtthema:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Jesus, das Licht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1. Sehen, was dasteht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen, um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\">www.bibleserver.com<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>1.1 Weitere Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Hilfen zur Auslegung bieten z.B.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Maier, Gerhard. Johannes Evangelium (Edition C Bibelkommentar)<\/li>\n\n\n\n<li>L\u00fcthi, Walter. Johannes \u2013 das vierte Evangelium.<\/li>\n\n\n\n<li>De Boor, Werner. Das Evangelium des Johannes (Wuppertaler Studienbibel)<\/li>\n\n\n\n<li>K\u00f6stenberger, Andreas: John (Baker Exegetical Commentary)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>1.2 Anmerkungen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Geschichte des blinden Mannes zeigt uns, wie er Jesus, dem Licht der Welt (Joh 8,12) begegnet und wie dieser Mann Schritt f\u00fcr Schritt sehend wird. Zun\u00e4chst geschieht die k\u00f6rperliche Heilung und abschlie\u00dfend sehen wir, wie dieser Mann auch geistlich sehend wird und sich vor Jesus niederwirft (V.38)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vers 1<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Heilung des Blinden wird von Johannes zeitlich nicht genau eingeordnet. Es ist aber deutlich, dass sich Jesus noch in Jerusalem befindet (wahrscheinlich dann in der Zeit zwischen dem Laubh\u00fcttenfest und dem Fest der Tempelweihe). Woher die J\u00fcnger wussten, dass dieser Mann von Geburt an blind war, wird nicht gesagt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vers 2-3<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die J\u00fcnger denken hier \u00e4hnlich wie die Pharis\u00e4er (vgl. V.34). Und der Gedanke ist nicht grunds\u00e4tzlich falsch. In 2Mose 20,5 lesen wir, dass Gott die Schuld der V\u00e4ter heimsucht an den Kindern der dritten und vierten Generation. Allerdings lesen im AT auch, dass die S\u00f6hne eben nicht f\u00fcr Schuld der V\u00e4ter get\u00f6tet werden sollen (vgl. 5.Mo 24,16). Auch wenn die Folgen von S\u00fcnde oft \u00fcber Generationen sp\u00fcrbar sind, ist der Einzelne doch nicht an die Schuld der Vorfahren gebunden und ist eingeladen zu Gott umzukehren.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie sich die J\u00fcnger, das S\u00fcndigen des Gel\u00e4hmten genau vorstellten, bleibt unklar. Vielleicht gingen sie wie manche Rabbis von der M\u00f6glichkeit aus, dass er schon im Mutterleib ges\u00fcndigt hatte? Oder sie stellten sich die Blindheit als Strafe f\u00fcr S\u00fcnden vor, die er sp\u00e4ter noch tun w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus gibt seinen J\u00fcngern eine Antwort, mit der sie wahrscheinlich nicht gerechnet haben. Jesus verbindet die Lebenssituation des Blinden mit seinem Auftrag. Der Blinde ist f\u00fcr genau diesen Moment blind, in dem Jesus die Macht Gottes an ihm erweist und damit seine Vollmacht als Messias unter Beweis stellt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vers 4-5<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Jesus blickt auch in dieser Situation voraus auf das Dunkel, das ihn erwartet, wenn er auf seinen Tod zugeht. Solange er mit seinen J\u00fcngern in Israel unterwegs ist, wirkt er als Licht in das Leben der Menschen hinein.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist nicht klar, ob Vers 4 urspr\u00fcnglich mit \u201eIch muss\u201c oder mit \u201eWir m\u00fcssen\u201c begonnen hat. Wenn Jesus hier in der Pluralform spricht, dann nimmt er seine J\u00fcnger in seinen Auftrag mit hinein und gibt ihnen vielleicht auch schon eine Lektion f\u00fcr ihren sp\u00e4teren Dienst. Auch die J\u00fcnger haben den Auftrag als Zeugen f\u00fcr das Licht der Welt in diese Welt hineinzuwirken, solange Gott ihnen die M\u00f6glichkeit dazu gibt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vers 6-7<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Art, wie Jesus diesen Blinden heilt, ist besonders. Jesus ber\u00fchrt ihn nicht nur, er spricht nicht nur ein Wort, er behandelt ihn mit einem Brei aus Erde und Speichel und schickt ihn los, um sich zu waschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch an zwei anderen Stellen benutzt Jesus seinen Speichel, um zu heilen. Im Mk 7,33 heilt er einen Taubstummen, indem er ihm die Finger in die Ohren steckt und die Zunge des Mannes mit Speichel ber\u00fchrt. In Mk 8,23 spuckt er einem Blinden in die Augen, um ihn zu heilen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass Jesus einen Brei aus Speichel und Erde herstellt, um einen Menschen zu heilen wird nur hier berichtet. Es scheint, dass Jesus hier einen deutlichen Verweis auf 1.Mose 2,7 gibt, wo berichtet wird, wie Gott den Menschen aus Erde geschaffen hat. Jesus unterstreicht also, dass er in der Sch\u00f6pfermacht Gottes handelt und dass er das Leben dieses Mannes, der noch nie sehen konnte, ganz grunds\u00e4tzlich ver\u00e4ndert. Jesus ist der Sohn Gottes, der neues Leben schafft.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem Jesus dem Blinden den Brei auf die Augen geschmiert hat, schickt er ihn los, um sich zu waschen. Als Parallele im Alten Testament f\u00e4llt uns der aram\u00e4ische Feldhauptmann Naaman (2.K\u00f6n 5) ein, der vom Propheten Elisa aufgefordert wird sich im Jordan zu waschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch diese Aufforderung bindet Jesus den Blinden in die Heilung mit ein. Er muss selbst Verantwortung \u00fcbernehmen und diesen Vertrauensschritt gehen. Dass Jesus ihn zum Teich Siloah sendet, weist nochmal darauf hin, dass Jesus selbst derjenige ist, der vom Vater gesandt wurde. Das hat Jesus in Vers 4 erneut betont. Der Mann gehorchte dem Auftrag von Jesus und erlebte seine Heilung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vers 35-37<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend der Auseinandersetzung zwischen dem Blinden und den Pharis\u00e4ern bleibt Jesus im Hintergrund. Wie so oft ging es bei einem Wunder, das am Sabbat geschehen war, um die Frage, ob Jesus denn nicht durch sein Handeln gegen das Gesetz Gottes versto\u00dfen hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Ab Vers 35 sehen wir dann, dass Jesus mit dem ehemaligen Blinden noch nicht fertig war. Der Mann war zwar k\u00f6rperlich sehend geworden, aber geistlich war er noch immer blind, weil er bisher noch nicht erkannt hatte, dass Jesus der Sohn des Menschen, der verhei\u00dfene Messias war.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Blindheit behandelt Jesus nun bei dieser n\u00e4chsten Begegnung. Wir einen gro\u00dfen Kontrast zwischen dem Geheilten und den Pharis\u00e4ern. Der Geheilte kommt mit einem offenen Herz zu Jesus. Er ist wirklich auf der Suche nach dem Messias und ist bereit auf Jesus zu h\u00f6ren. Der Geheilte geht offensichtlich davon aus, dass Jesus ihm die Frage beantworten kann, wer der Messias ist. Und als Jesus ihm klar bezeugt, dass er selbst der Messias ist, nimmt der Geheilte diese Botschaft von Herzen an und wirft sich anbetend vor Jesus nieder.<\/p>\n\n\n\n<p>Was f\u00fcr ein Unterschied zu den Pharis\u00e4ern, die den Mann als S\u00fcnder von sich gesto\u00dfen hatten (vgl.34) und nicht bereit waren zu h\u00f6ren. Jesus nimmt diesen Mann an. Er offenbart sich ihm. Er heilt ihn nicht nur k\u00f6rperlich, er heilt ihn auch geistlich.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vers 38-41<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Jesus nutzt die Umkehr des Geheilten, um noch einmal seinen Auftrag zu unterstreichen.&nbsp; Wir sehen, dass das Gericht, das Jesus in diese Welt bringt, sehr unterschiedliche Folgen haben kann. Auf der einen Seite stehen die Blinden, die von Jesus sehend gemacht werden und auf der anderen Seite stehen Menschen, wie die Pharis\u00e4er, die sich selbst f\u00fcr sehend halten. Jesus macht deutlich, dass echte Blindheit darin besteht, seine eigene geistliche Blindheit nicht zu erkennen, und sich selbst f\u00fcr sehend zu halten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Geheilte wusste um seine Blindheit. Er kannte den Messias nicht, und war im wahrsten Sinne daf\u00fcr bereit, sich von Jesus die Augen \u00f6ffnen zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Pharis\u00e4er dagegen waren so stolz auf ihre eigene Fr\u00f6mmigkeit, dass sie nicht erkannten, wie blind sie doch gegen\u00fcber Gottes Wirken waren. Sie erkannten nicht, wie tief sie in ihrer eigenen Schuld verstrickt waren, und wie dringend sie einen Retter brauchten. Sie hielten sich selbst f\u00fcr sehend und lehnten Jesus, das Licht der Welt ab.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2. Verstehen, worum es geht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>2.1 Hinweise f\u00fcr situative \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gerade in der Adventszeit, wenn wir erneut das Kommen Jesu in den Blick nehmen, ist es wichtig, dass wir deutlich machen, wie tief unsere Welt und auch wir selbst in der Finsternis unserer Schuld verstrickt sind. Ohne Jesus, dem Licht der Welt, haben wir keine Hoffnung.<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb wollen wir auch in dieser Adventszeit wieder darauf hinweisen, wie wichtig es f\u00fcr uns pers\u00f6nlich ist, dass Jesus unser Leben erleuchtet. Zun\u00e4chst einmal grunds\u00e4tzlich, dass er uns Glauben an ihn schenkt. Aber wir brauchen diese Erleuchtung auch immer wieder in unserem Alltag, wo so viele Dinge unseren Blick verdunkeln wollen und wir das Licht des Lebens aus dem Blick verlieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch im Blick auf unsere Mitmenschen wollen wir wieder neu verstehen, wie sehr sie Jesus brauchen. Als Gemeinde k\u00f6nnen wir viele verschiedene Angebote machen, aber wenn wir den Menschen nicht das Licht des Lebens bringen, sind diese Angebote keine echte, bleibende Hilfe.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2.2. Hinweise f\u00fcr homiletische \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Unser Abschnitt ist heute zweigeteilt. Die Vers 1-12 und 35-41 sollen im Zentrum der Predigt stehen. Damit die H\u00f6rer, die mit der Geschichte nicht so vertraut sind, dennoch gut folgen k\u00f6nnen, ist es wichtig den Verlauf der Geschichte von Vers 13-34 kurz und klar zusammenzufassen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3. Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>3.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Predigt soll gerade am ersten Advent die Freude dar\u00fcber zum Ausdruck bringen, dass Gott in Jesus sein Licht auf die Welt gesandt hat. Die Predigt soll erinnern, wie dringend wir selbst und unsere Mitmenschen Jesus als ihr ganz pers\u00f6nliches Licht des Lebens brauchen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3.2 Predigtthema \u2013 was sage ich in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Jesus, das Licht<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>\u00a0Predigtentfaltung \u2013 wie sage ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>1. Das Licht Gottes kommt in die menschliche Hoffnungslosigkeit (V.1-5)<br>2. Das Licht Gottes k\u00fcmmert sich um den einzelnen Menschen (V.6ff)<br>3. Wer seine eigene Blindheit erkennt, ist offen f\u00fcr das Licht Gottes (V.35-38)<br>4. Wer seine eigene Blindheit nicht erkennt, ist blind f\u00fcr das Licht Gottes (V.39-41)<\/p>\n\n\n\n<p>(Tobias Schurr)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigtthema:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Jesus, das Licht Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. 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