{"id":4947,"date":"2024-04-05T09:27:41","date_gmt":"2024-04-05T07:27:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=4947"},"modified":"2024-05-10T10:34:58","modified_gmt":"2024-05-10T08:34:58","slug":"predigthilfe-vom-09-juni-2024-johannes-831-36-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-09-juni-2024-johannes-831-36-2\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 9. Juni 2024 &#8211; Johannes 8,31-36"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Monatsthema: Leben nah bei Jesus (Johannes-Evangelium)<br>Predigtthema: Jesus macht frei<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (<strong>Lk 10,16a<\/strong>)!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1. Sehen, was dasteht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen, um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/\">www.bibleserver.com<\/a> (Luther 2017 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000 \/ Neue Genfer \u00dcbersetzung \/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter Umst\u00e4nden kann sich auch mal der Blick in eine englische \u00dcbersetzung lohnen, weil auch in modernen deutschen \u00dcbersetzungen manchmal &#8222;fromm-deutsche&#8220; Begriffe benutzt werden, die im Englischen viel direkter und &#8222;normaler&#8220; \u00fcbersetzt sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unser Predigtabschnitt f\u00fcgt sich an den Text vom letzten Sonntag an. Jesus befindet sich in Jerusalem. Es ist die Zeit um das Laubh\u00fcttenfest (vgl. <strong>Joh 7<\/strong>). Jesus lehrt im Tempel (<strong>Joh 8,2<\/strong>). Das <strong>Kapitel 8<\/strong> im Johannesevangelium dreht sich um das Thema S\u00fcnde der Menschen und Auftrag des Messias: <strong>Frei zu machen von der S\u00fcnde<\/strong>. Bereits in den <strong>Versen 1-11<\/strong> lesen wir von der Ehebrecherin. Sie steht stellvertretend letztlich f\u00fcr alle Menschen. Alle sind S\u00fcnder vor dem Gesetz und verdienen den Tod (vgl. <strong>R\u00f6m 6,23<\/strong>: <em>\u201eder Lohn der S\u00fcnde ist der Tod\u201c).<\/em> Aber es gibt einen, der frei machen kann von der S\u00fcnde und vom Fluch des Gesetzes <em>&#8211; <\/em><strong>Jesus Christus<\/strong><em>. <\/em>(vgl. hierzu <strong>Gal 3,12:<\/strong> <em>\u201eChristus hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, indem er ein Fluch f\u00fcr uns geworden ist \u2013 denn es steht geschrieben: \u00bbVerflucht ist jeder, der am Holz h\u00e4ngt!\u201c) <\/em>Die Ehebrecherin bleibt am Leben, obwohl sie den Tod verdient hat. Jesus begnadigt sie, denn dazu ist er gekommen (vgl. <strong>Joh 1,16f:<\/strong> <em>\u201eDenn aus seiner F\u00fclle haben wir alle empfangen, und <\/em><em>\u27e8<\/em><em>zwar<\/em><em>\u27e9<\/em><em> Gnade um [9] Gnade. 17 Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden.\u201c). <\/em><strong>Das gro\u00dfe Stichwort ist Freiheit<\/strong>. Jesus ist gekommen, um uns zu begnadigen und freizumachen von der S\u00fcnde und ihrer Konsequenz \u2013 dem Tod, letztlich von der ewigen Trennung von Gott und dem ewigen Gericht in der H\u00f6lle (vgl. <strong>Offb&nbsp;20,10.14f<\/strong>). Freiheit hei\u00dft nach <strong>Joh 8,11ff<\/strong> leben im Licht, in der Gemeinschaft mit Jesus und eben nicht mehr in der Finsternis. Jesus ist das Licht und er f\u00fchrt alle, die an ihn glauben aus der Finsternis. <strong>Hier geht es um einen Herrschaftswechsel.<\/strong> Leben im Licht hei\u00dft: Leben mit Jesus, leben in der Nachfolge. Licht steht f\u00fcr echtes, ewiges Leben. Wer an diesen Jesus glaubt, der wird ein neuer Mensch, der ist eine neue Sch\u00f6pfung (vgl. <strong>2Kor 5,17<\/strong>). Der Abschnitt <strong>Joh 8,21-30 <\/strong>handelt davon, dass ausschlie\u00dflich Jesus die Macht hat von der S\u00fcnde freizumachen, weil er von oben, vom Himmel, kommt und Gott ist. Wichtig ist hier <strong>Joh 8,24<\/strong>: <em>\u201eDaher sagte ich euch, dass ihr in euren S\u00fcnden sterben werdet; denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich <\/em><em>\u27e8<\/em><em>es<\/em><em>\u27e9<\/em><em> bin, so werdet ihr in euren S<\/em><em>\u00fc<\/em><em>nden sterben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Menschen bleiben S\u00fcnder und sterben auch als S\u00fcnder mit all den schlimmen Konsequenzen (Gericht, Verdammnis), es sei denn, sie glauben an Jesus Christus. Was uns in den deutschen \u00dcbersetzungen entgeht ist, dass Jesus hier sagt. <em>\u201eWenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin\u201c<\/em> &#8211; Man k\u00f6nnte ja fragen: <em>Dass du was bist, <\/em>oder wer bist? Im griechischen Urtext steht hier: \u1f10\u03b3\u03ce \u03b5\u1f30\u03bc\u03b9! \u1f10\u03b3\u03ce = Ich, \u03b5\u1f30\u03bc\u03b9 = ich bin. Im griechischen bestimmt das Verb das Subjekt, d.h. wenn Jesus ganz normal sagen wollte \u201eich bin\u201c, dann h\u00e4tte er schlicht \u201e\u03b5\u1f30\u03bc\u03b9\u201c gesagt. Wenn man das Subjekt betonen will, dann sagt man \u1f10\u03b3\u03ce \u03b5\u1f30\u03bc\u03b9 = <strong>Ich, Ich bin!<\/strong> Diese Redewendung finden wir im Johannesevangelium \u00f6fter, gerade bei den <strong>\u201eIch bin Worten!\u201c<\/strong> Interessant ist auch die Antwort, die Jesus auf die Frage der Juden in <strong>Vers 25<\/strong> gibt<strong>:<\/strong> <em>\u201eWer bist du? Durchaus das, was ich auch zu euch rede.\u201c<\/em><em>\u2013&gt; Ja, aber was redet er denn zu ihnen? <\/em>Dass er von oben, nicht von dieser Welt ist (<strong>V23<\/strong>). Gehen wir in <strong>2.Mose 3<\/strong>, wo sich Gott aus dem brennenden Dornbusch Mose vorstellt und ihn beruft. Dort nennt er seinen Namen in <strong>V14 <\/strong>wie folgt (Zitat aus der LXX, Septuaginta, der griechischen \u00dcbersetzung des AT): <strong>\u1f18\u03b3\u03ce \u03b5\u1f30\u03bc\u03b9 \u1f41 \u1f64\u03bd<\/strong><strong> \u2013 Ich bin, der ich bin<\/strong>. Es ist genau die gleiche Formulierung. Jesus sagt in unserem Abschnitt also nichts anderes, als dass er Gott ist \u2013 der Gott, dem Mose damals begegnet war. Den Juden war das v\u00f6llig klar, auf was Jesus mit dieser Formulierung anspielt. Deswegen sagt Jesus zu ihnen \u201e<em>Durchaus das, was ich auch zu euch rede\u201c. <\/em><strong>Jeder Mensch stirbt in seiner S\u00fcnde, es sei denn, dass er glaubt, das Jesus Gott ist, der die S\u00fcnde irgendwie aus der Welt schafft. <\/strong>Und auch das beantwortet Jesus in <strong>V28ff<\/strong>: <em>\u201e<\/em><em>Da sprach Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Sohn des Menschen erh\u00f6ht haben werdet, dann werdet ihr erkennen, dass ich <\/em><em>\u27e8<\/em><em>es<\/em><em>\u27e9<\/em><em> bin und dass ich nichts von mir selbst tue, sondern wie der Vater mich gelehrt hat, das rede ich. 29 Und der mich gesandt hat, ist mit mir; er hat mich nicht allein gelassen, weil ich allezeit das ihm Wohlgef\u00e4llige tue\u201c \u2013 <\/em>Jesus redet hier von seiner Kreuzigung. Das alles geht unserem Abschnitt voran. Und dann redet Jesus von Freiheit \u2013 der Glaube und das Bleiben in seinem Wort macht uns zu seinen J\u00fcngern. Und wer ein J\u00fcnger von Jesus ist, der ist auf dem Weg die Wahrheit (Jesus selbst ist die Wahrheit nach <strong>Joh 14,6<\/strong>) zu erkennen und diese Wahrheit wird ihn frei machen! Es geht nicht um Freiheit von den R\u00f6mern, oder von der Arbeit oder sonst was. Es geht um die Freiheit der Herrschaft der S\u00fcnde (vgl. <strong>Joh 8,34<\/strong>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir gehen gleich n\u00e4her auf unseren Abschnitt ein. In dem Abschnitt nach unserem Predigttext (<strong>Joh&nbsp;8,37ff<\/strong>) geht Jesus auf die Frage ein, wer denn wirklich ein Nachkomme Abrahams ist. Es sind alle jene, die den Weg der Freiheit beschritten haben, wie Abraham \u2013 es ist der Weg des Glaubens, nicht der Weg des Gesetzes. Es ist der Glaube an Gott und sein Wort. \u00dcber Abraham hei\u00dft es in <strong>1Mo&nbsp;15,6:<\/strong> <em>\u201eUnd er glaubte dem[4] HERRN; und er rechnete es ihm als Gerechtigkeit an.\u201c <\/em>Da Jesus Gott ist und von ihm kommt, ja das Wort Gottes ist (vgl. <strong>Joh 1<\/strong>), ist klar, dass Kinder Abrahams, die sind, die an Jesus glauben. Dieser Glaube an Jesus und sein Wort macht sie frei, ja macht sie gerecht und gibt ihnen ewiges Leben. <strong>Joh 8,51:<\/strong> <em>\u201eWahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn jemand mein Wort bewahren[11] wird, so wird er den Tod nicht sehen in Ewigkeit\u201c.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Spannend ist immer die Frage: <strong>Wie reagieren andere Menschen auf Jesus?<\/strong> Dieser letzte Abschnitt zeigt, dass diese j\u00fcdische H\u00f6rerschaft Jesus ablehnt, ihn d\u00e4monisiert (<strong>V52<\/strong>), statt ihn zu \u201everg\u00f6ttern\u201c, also wahrhaft als Gott anzubeten, was er ja ist!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In unserem Predigtabschnitt geht es um Freiheit. Es ist aber keine irdische Freiheit, sondern eine geistliche Freiheit. Hier geht Jesus auf eine ganz wesentliche Wahrheit ein, die uns Menschen nicht so richtig gef\u00e4llt: <strong>Jeder Mensch ist ein Sklave \u2013 wir sind nicht frei! <\/strong><em>\u201eAber wir sind freie Menschen und nicht Sklaven\u201c<\/em> kommt prompt die Antwort der Juden. Freiheit aus Gottes Sicht hat nichts mit menschlichen Machtverh\u00e4ltnissen zu tun. Es geht um das Verh\u00e4ltnis zu Gott! Frei sind die, die Gottes Willen tun. Es sind die, die dem ureigenen Auftrag nachkommen, n\u00e4mlich \u00fcber diese Erde zu herrschen \u2013 und damit Gottes Ebenbildlichkeit leben und seine Botschafter sind (vgl. <strong>1Mo 1,26ff<\/strong>). Dieses Problem der Unfreiheit nach dem S\u00fcndenfall sehen wir eindr\u00fccklich im Leben Kains, als sein Opfer von Gott nicht angenommen wird, das Opfer seines Bruders Abel aber schon. Wir lesen in <strong>1Mo 4,6f<\/strong>: <em>\u201eUnd der HERR sprach zu Kain: Warum bist du zornig, und warum hat sich dein Gesicht gesenkt? 7 Ist es nicht <\/em><em>\u27e8<\/em><em>so<\/em><em>\u27e9<\/em><em>, wenn du recht tust, erhebt es sich[4]? Wenn du aber nicht recht tust, lagert die S<\/em><em>\u00fc<\/em><em>nde vor der T<\/em><em>\u00fc<\/em><em>r. Und nach dir wird ihr Verlangen sein, du aber sollst \u00fcber sie herrschen.\u201c <\/em>Freie Menschen herrschen \u00fcber die S\u00fcnde. Sklaven m\u00fcssen ihr gehorchen. Am Beispiel Kains sehen wir das Schicksal aller Menschen. Durch den S\u00fcndenfall sind wir alle zu Sklaven geworden. Wir m\u00fcssen s\u00fcndigen. Das lesen wir \u00fcbrigens auch in <strong>R\u00f6m 6-7<\/strong>. Die beste Nachricht der Welt lesen wir in unserem Abschnitt. Jesus sagt: <strong>Genau deswegen bin ich gekommen. Ich werde euch frei machen! Ich versetze euch wieder in den Stand von Freien (Gal 5,1), in den Stand der Kinder Gottes (Joh 1,12), ja der S\u00f6hne Gottes (Gal 3,26). <\/strong>Durch Jesus k\u00f6nnen wir wieder als Botschafter Gottes in dieser Welt leben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.2 Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bevor ich mit dir etwas in die Details zum Text gehen will, m\u00f6chte ich dich einladen den Text erst einmal in aller Ruhe zu lesen. Am besten, du liest den Text einmal in der Luther-\/Elberfelder\u00fcbersetzung und danach in einer neueren \u00dcbersetzung (Ich empfehle Neue Genfer \u00dcbersetzung (NG\u00dc), oder Neue evangelistische \u00dcbersetzung (Ne\u00dc)). Ich pers\u00f6nlich mache es meistens so, dass ich den Text ausdrucke und beim Lesen schon ein paar Anmerkungen, Unterstreichungen oder Fragezeichen mache. Das hilft mir dann, den Text besser zu verstehen und ich bin fokussierter auf den Gedankengang des Textes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gute Hilfen in der Vorbereitung leisten folgende Dinge:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>MacArthur Studienbibel -&gt; ist sehr zu empfehlen, da sie sehr bibeltreu ist und sogar gratis (<a href=\"http:\/\/www.sermononline.de\">www.sermononline.de<\/a>) als pdf zur Verf\u00fcgung steht.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Ryrie-Studienbibel -&gt; nicht ganz so umfangreiche Textkommentierung wie die von MacArthur, aber kann erg\u00e4nzend mit hinzugezogen werden.<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/dasbibelprojekt.visiomedia.org\/\">https:\/\/dasbibelprojekt.visiomedia.org\/<\/a> hier findest du kurze Videoclips \u00fcber das Matth\u00e4usevangelium. Diese helfen einen Gesamt\u00fcberblick \u00fcber den Brief zu bekommen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.3 Anmerkungen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie m\u00fcssen wir uns die Szene in unserem Abschnitt vorstellen? Jesus war zum Laubh\u00fcttenfest nach Jerusalem gekommen. Das ganze <strong>Kapitel 8<\/strong> scheint sich im Tempel abzuspielen (vgl. <strong>Joh 8,2.59<\/strong>). Interessant ist die Erw\u00e4hnung der Juden, die an Jesus glaubten in <strong>Vers 31<\/strong> und dem, was Jesus zu ihnen sagt: <em>\u201eWenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaft meine J\u00fcnger; 32 und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.\u201c<\/em>! Doch ab <strong>Vers 33-36<\/strong> scheint eine Diskussion zu folgen, die nicht so recht passt. Wie k\u00f6nnen echte Gl\u00e4ubige (<strong>Vers 31<\/strong> betont das) noch Sklaven der S\u00fcnde sein? Gerhard Maier schreibt in seinem Kommentar (Edition C, <em>Johannesevangelium<\/em>, Band 2 S380) den wichtigen Hinweis, dass es sich um zwei verschiedene Gruppen handeln muss. Jesus redet zuerst zu seinen J\u00fcngern, den an ihn gl\u00e4ubig gewordenen Juden, wenn sie sich an sein Wort halten und danach leben, den Weg der Freiheit beschreiten und damit zeigen, dass sie wahrhaft seine J\u00fcnger sind. Es scheint so, als seien bei dem Gespr\u00e4ch im Tempel auch andere Juden dabei gewesen, die das Wort vom Frei werden mith\u00f6rten. Diese nun (also nicht an Jesus glaubende Juden) richten nun ab <strong>V33 <\/strong>das Wort an Jesus. Meiner pers\u00f6nlichen Ansicht nach macht das, was G. Maier schreibt, absolut Sinn. Das restliche Volk der Juden denkt: Wir sind das Volk Gottes. Wir geh\u00f6ren dazu. Wir sind von Gott auserw\u00e4hlt und sind privilegiert. Wir sind Kinder Abrahams und deswegen kann uns nichts und niemand etwas anhaben. Gott findet uns gut. In den Evangelien lesen wir aber von Jesus, der alles tut, damit sein Volk erkennen kann: Wir sind S\u00fcnder und haben vor Gott ein echtes Problem (vgl. <strong>R\u00f6m 3,23<\/strong>). Jesus ist die Antwort f\u00fcr dieses Problem, deswegen bringt Jesus sich und seine Sendung immer wieder in den Vordergrund. <em>\u201eIch bin mehr als Abraham\u201c<\/em> (<strong>Joh&nbsp;8,58<\/strong>). \u201e<em>Ich kann euch helfen frei zu werden von eurer S\u00fcnde<\/em>.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Thema Freiheit<\/strong><br>Jesus macht hier ein riesiges, aber wichtiges Thema auf: <strong>Freiheit<\/strong>. Befragt man den Duden zu diesem Thema bekommt man folgendes: <em>\u201eZustand, in dem jemand von bestimmten pers\u00f6nlichen oder gesellschaftlichen, als Zwang oder Last empfundenen Bindungen oder Verpflichtungen frei ist und sich in seinen Entscheidungen o.&nbsp;\u00c4. nicht [mehr] eingeschr\u00e4nkt f\u00fchlt; Unabh\u00e4ngigkeit, Ungebundenheit\u201c <\/em>(Duden, https:\/\/www.duden.de\/rechtschreibung\/Freiheit)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Freiheit bedeutet also im deutschen Sprachgebrauch, dass jemand v\u00f6llig unabh\u00e4ngig von anderen Entscheidungen treffen kann. Klassisch<strong>: ich kann tun und lassen, was ich will. <\/strong>Hier m\u00fcssen wir von der Bibel ganz klar sagen: So eine Freiheit gibt es nicht! Und das liegt einfach im Menschsein, daran wie Gott uns geschaffen hat. Wir sind Abh\u00e4ngigkeitswesen, Beziehungswesen. In diesem Verst\u00e4ndnis ist letztlich nur Gott frei. Wir sehen das u.a. an Stellen wie <strong>R\u00f6mer 6<\/strong>. In diesem Kapitel wird dieses Thema ausf\u00fchrlich behandelt und in <strong>V16<\/strong> so auf den Punkt gebracht: <em>\u201eWisst ihr nicht, dass, wem ihr euch zur Verf\u00fcgung stellt als Sklaven zum Gehorsam, ihr dessen Sklaven seid, dem ihr gehorcht? Entweder <\/em><em>\u27e8<\/em><em>Sklaven<\/em><em>\u27e9<\/em><em> der S<\/em><em>\u00fc<\/em><em>nde zum Tod oder <\/em><em>\u27e8<\/em><em>Sklaven<\/em><em>\u27e9<\/em><em> des Gehorsams zur Gerechtigkeit?\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt f\u00fcr uns Menschen nur zwei Optionen. Entweder wir sind <strong>Sklaven der S\u00fcnde<\/strong> (das sind wir \u00fcbrigens zun\u00e4chst alle) oder wir werden zu <strong>Sklaven der Gerechtigkeit. <\/strong>An anderer Stelle nennt die Bibel das auch Sklaven Christi. <strong>1Kor 7,22<\/strong>: <em>\u201eDenn der als Sklave (tats\u00e4chlicher Sklave im damaligen r\u00f6mischen Reich) im Herrn Berufene ist ein Freigelassener des Herrn; ebenso ist der als Freier (damals normaler B\u00fcrger) Berufene ein Sklave Christi.\u201c <\/em>Es ist interessant, wer Sklave Christi ist, ist gleichzeitig auch ein freier Mensch. So lesen wir das dann auch in einem Satz in <strong>R\u00f6m 6,17f:<\/strong> <em>\u201eGott aber sei Dank, dass ihr Sklaven der S\u00fcnde wart, aber von Herzen gehorsam geworden seid dem Bild der Lehre, dem ihr \u00fcbergeben worden seid! 18 Frei gemacht aber von der S\u00fcnde, seid ihr Sklaven der Gerechtigkeit geworden\u201c. <\/em>Dieser Vers ist im Prinzip die Zusammenfassung unseres Predigtabschnitts. <strong>Wer an Jesus glaubt und der Lehre gehorcht <\/strong>\u2013 dem Wort Jesu (das ist genau das gleiche),<strong> der wird ein Sklave der Gerechtigkeit und beschreitet der Weg, der Wahrheit, der ihn frei macht.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das biblische Verst\u00e4ndnis von Freiheit hat eine Zielrichtung. Man muss eigentlich fragen: <strong>Freiheit wovon und Freiheit wozu? Ich werde durch Jesus von etwas zu etwas befreit.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Echte Freiheit hat ein Mensch immer dann, wenn er uneingeschr\u00e4nkt seinem Sch\u00f6pfergott dienen und in dessen Willen leben kann. Durch die S\u00fcnde wurde genau diese Freiheit genommen und der Mensch kann Gott nicht mehr dienen, seinen Willen nicht tun und ist deswegen unfrei. Noch mal kurz auf den Punkt gebracht:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Biblische Unfreiheit = Ich kann nicht den Willen Gottes tun (Status: Sklave der S\u00fcnde)<\/strong><br><strong>Biblische Freiheit = Ich kann den Willen Gottes tun (Status: Sklave der Gerechtigkeit\/Christi)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Problem der biblischen Unfreiheit ist, dass \u00fcber ihr Gottes Gericht und sein Zorn stehen (<strong>R\u00f6m&nbsp;1,18<\/strong>). Jeder Mensch wird mit all seinen Taten am Gesetz Gottes, an seinem Ma\u00dfstab, gemessen werden (<strong>Offb&nbsp;20,13<\/strong>). Wer seinen Willen nicht getan hat, sein Gesetz also gebrochen hat, der bekommt die gerechte Strafe daf\u00fcr \u2013 ewiges Gericht!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weil Gott aber wei\u00df, dass wir Menschen aus diesem Dilemma nicht selbst herauskommen, sendet er seinen geliebten Sohn, den einzig wahren freien Menschen (Jesus hat zu 100% den Willen Gottes getan, vgl. <strong>Joh 4,34, Hebr 4,15, 2Kor 5,21<\/strong>), um ihn an ihrer Stelle zum Sklaven der S\u00fcnde zu machen und die Konsequenzen der S\u00fcnde vor Gott tragen zu lassen (Tod, Gottverlassenheit -&gt; vgl. <strong>Mt&nbsp;27,46<\/strong>), damit die Menschen frei werden k\u00f6nnen. Der Bibelvers, der das so zum Ausdruck bringt, ist <strong>2Kor&nbsp;5,21 [NG\u00dc]<\/strong>: <em>\u201eDen, der ohne jede S\u00fcnde war, hat Gott f\u00fcr uns zur S\u00fcnde gemacht, damit wir durch die Verbindung mit ihm die Gerechtigkeit bekommen, mit der wir vor Gott bestehen k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier m\u00fcssen wir wirklich das Bild vom Sklavenmarkt vor Augen haben. Jesus geht \u00fcber diesen Markt und bleibt vor uns Menschen stehen. Dann zeigt er auf uns und sagt: <strong>Ich an ihrer Stelle!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der beste Tausch, den es auf dieser Welt gibt. Jesus nimmt all meine S\u00fcnde und den Status Unfreier\/Sklave der S\u00fcnde auf sich und gibt mir seine Gerechtigkeit (die vor Gott 100% gilt) und seinen Status als Freier\/Sklave der Gerechtigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich hat diese Freiheit einen Preis. Les dazu mal <strong>Phil 2,5-10<\/strong>. Sie bringt den HERRN Jesus letztlich ans Kreuz. Der HERR aller Menschen wird zum Diener aller Menschen. Wenn wir Menschen diese f\u00fcr uns erworbene Freiheit haben wollen, dann bedeutet das f\u00fcr uns: Wir treten alle Rechte an unser Leben an diesen gro\u00dfen K\u00f6nig Jesus ab (ihm geh\u00f6ren sie ja eh, denn er ist unser Sch\u00f6pfer). Letztlich stellen wir uns zu dieser Wahrheit und leben sie auch \u2013 Jesus ist HERR meines Lebens und damit sind wir Sklaven Christi. Das klingt in unseren Ohren zun\u00e4chst negativ, aber wenn wir sehen, was f\u00fcr ein HERR er ist (<strong>2Kor 5,15; Mt 11,28-30<\/strong>) dann sind wir gerne seine Sklaven, oder?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Martin Luther hat das Thema mal so zusammengefasst. Er hat gesagt, dass der Mensch ein Reittier ist. Entweder beritten vom Teufel\/S\u00fcnde, oder von Gott. Der Mensch ohne Reiter gibt es nicht!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wie wird man frei?<\/strong><br>Die Juden meinten, sie sind frei und auch vor Gott gut unterwegs, denn sie hatten ja die Torah (w\u00f6rtl. Weisung, die <strong>5 B\u00fccher Mose<\/strong>), das Gesetz. Und sie hielten sich ja auch an das Gesetz, also zumindest meinten sie das. Sie meinten, das Gesetz sei der Weg zur Freiheit. Dabei lesen wir in der Bibel, dass das Gesetz gut und heilig ist (<strong>R\u00f6m 7,12<\/strong>), allerdings nicht die Kraft hat uns zu befreien. Das Gesetz kann immer nur unseren aktuellen Status, n\u00e4mlich Sklave der S\u00fcnde, aufzeigen (vgl. <strong>R\u00f6m 3,20<\/strong>). Es kann mich nicht gerecht (= mein Leben entspricht dem Willen Gottes) machen, also in diesem oben erl\u00e4uterten Verst\u00e4ndnis \u201efrei machen\u201c. Jesus zeigt einen anderen Weg auf. Es ist der Weg Abrahams, der Weg des Glaubens. Der Glaube macht frei. Bei Abraham lesen wir in <strong>1Mo 15,6:<\/strong> <em>\u201eUnd er glaubte dem HERRN; und er rechnete es ihm als Gerechtigkeit an\u201c. <\/em>Gerecht, also frei von der S\u00fcnde\/Schuld, wird man ausschlie\u00dflich und sofort durch den Glauben an Jesus. Die Bibel redet in diesem Zusammenhang auch von Rettung! Als der Kerkermeister in Philippi Paulus fragt, wie man gerettet wird (also frei wird von den Konsequenzen seiner Schuld\/S\u00fcnde), da antwortet ihm Paulus in <strong>Apg&nbsp;16,31<\/strong>: <em>\u201eGlaube an Jesus, den Herrn, und du wirst gerettet werden, du und alle, die in deinem Haus leben!\u201c <\/em>In unserem Abschnitt sagt das Jesus den nicht an ihn glaubenden Juden ja so: <em>\u201eWenn nun der Sohn euch frei machen wird, so werdet ihr wirklich frei sein.\u201c <\/em>Nur Jesus kann dieses Wunder der Rettung vollbringen. Wen Jesus frei macht, der wird vom Geist Gottes wiedergeboren zu neuem Leben. Hierzu eignet sich zur Vertiefung <strong>Johannes 3<\/strong>: Jesus und Nikodemus. Diese Kategorie Menschen sind Kinder Gottes (<strong>Joh 1,12<\/strong>) und damit auch Erben des Himmels. Sie haben einen neuen Status vor Gott \u2013 heilig (<strong>Kol 1,22<\/strong>). Damit ihr Leben aber diesem neuen Status entspricht, muss erst etwas geschehen \u2013 sie m\u00fcssen verwandelt (Metamorphose) werden. Nur so kann diese neu gewonnene Freiheit auch in meinem Alltag sichtbar werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wie erlebt man diese Freiheit?<\/strong><br>Der Glaube an Jesus macht frei \u2013 absolut und sofort. Aus Gottes Sicht bin ich geheiligt. Allerdings erlebe ich diese Freiheit im Alltag nicht sofort. Es gibt immer noch S\u00fcnde, die mich packt und scheinbar im Griff hat. Wie kann ich es jetzt also schaffen, dass ich eben nicht mehr Sklave der S\u00fcnde bin, sondern so leben lerne, wie Gott es von mir m\u00f6chte? Hier m\u00fcssen wir festhalten, dass das Leben auf dieser Erde als freier Mensch (oder neuer Mensch\/Kind Gottes\/Christ) ein Kampf ist. Frei gemacht von Jesus ist es mir jetzt m\u00f6glich durch den Geist Gottes so zu leben, wie es Gott entspricht. Wichtig: <strong>Ich kann \u2013 ich mache das nicht automatisch<\/strong>. Es tobt ein geistlicher Kampf in meinem Leben, der uns in <strong>Gal 5,16f<\/strong> so beschrieben wird: <em>\u201eIch sage aber: Wandelt im Geist, und ihr werdet die Begierde des Fleisches nicht erf\u00fcllen. 17 Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist auf, der Geist aber gegen das Fleisch; denn diese sind einander entgegengesetzt, damit ihr nicht das tut, was ihr wollt.\u201c <\/em>Das neue Leben mit Jesus in der Freiheit streitet mit dem alten Leben, das die Bibel \u201eFleisch\u201c nennt. Ich kann nur durch den Geist Gottes das \u201eFleisch\u201c \u00fcberwinden. Aber welchen Weg muss ich gehen, damit der Geist Gottes mein Leben bestimmt? Es gibt ja keinen Schalter auf den ich dr\u00fccken muss nach dem Motto: \u201eLeben jetzt im Geist Gottes\u201c!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier sind die Wort Jesus extrem wichtig, die er seinen gl\u00e4ubigen Zuh\u00f6rern sagt &#8211; <strong>V31f:<\/strong> <em>\u201eWenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaft meine J\u00fcnger; 32 und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wir m\u00fcssen zu J\u00fcngern Jesu werden, nur so werden wir auch im Alltag frei werden. <\/strong>Manche \u201eChristen\u201c bleiben nach der vermeintlichen \u201eUmkehr\u201c zu Jesus stehen und werden keine wirklichen J\u00fcnger. Die Folge ist, dass diese Menschen nicht wirklich den Weg der Freiheit beschritten haben. Echter Glaube m\u00fcndet aber immer in die Nachfolge und ver\u00e4ndert nach und nach unser Leben. Eine Parallele dazu ist <strong>R\u00f6m 12,2<\/strong>: <em>\u201eUnd seid nicht gleichf\u00f6rmig dieser Welt[1], sondern werdet verwandelt[2] durch die Erneuerung des Sinnes[3], dass ihr pr\u00fcft, was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgef\u00e4llige und Vollkommene.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer Nachfolge, J\u00fcngerschaft, ablehnt, der lehnt in eigentlicher Konsequent den HERRN ab und glaubt nicht. Wenn man nicht in die t\u00e4gliche Schule des Meisters geht, dann wird man ihm auch nicht \u00e4hnlich. Und ja, echte Gl\u00e4ubige sind auf dem Weg mit Jesus und m\u00fcssen auch lernen, in den verschiedensten Bereichen ihres Lebens Jesus zu folgen und umzudenken. Wir Christen machen oft den Fehler, dass die an manchen Punkten stehen bleiben, oder unsere Jesus-Beziehung erkalten lassen. Wir m\u00fcssen das t\u00e4glich praktizieren, was in <strong>2Kor 3,18<\/strong> steht: <em>\u201eWir alle aber schauen mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn an[5] und werden <\/em><em>\u27e8<\/em><em>so<\/em><em>\u27e9<\/em><em> verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, wie <\/em><em>\u27e8<\/em><em>es<\/em><em>\u27e9<\/em><em> vom Herrn, dem Geist<\/em><em>\u27e8<\/em><em>, geschieht<\/em><em>\u27e9\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">J\u00fcnger schauen ihren Meistern an. Wie das geschehen kann, schauen wir uns im n\u00e4chsten Abschnitt an. Es ist wichtig festzuhalten: <strong>J\u00fcnger ver\u00e4ndern sich selbst nicht<\/strong>. Das k\u00f6nnen sie nicht. Gott muss uns ver\u00e4ndern durch seinen Geist. So hei\u00dft es da. Aber es gibt eine Abfolge. Wenn wir Jesus anschauen \u2013 man k\u00f6nnte auch sagen Beziehung mit ihm leben \u2013 dann werden wir ver\u00e4ndert (Es geschieht etwas an uns, wir sind passiv dabei) durch den Geist Gottes \u00e0 Eine Verwandlung. Im griechischen steht hier der Begriff Metamorphose. Wir kennen ihn aus dem Bio-Unterricht, dass aus einer Raupe ein Schmetterling wird. Genauso sollen wir ver\u00e4ndert werden, indem wir mit Jesus im Alltag leben lernen, eben seine J\u00fcnger sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wie lebt man praktisch als J\u00fcnger?<\/strong><br>J\u00fcnger sind Sch\u00fcler, sind Lernende. D.h., sie haben einen Lehrer, mit dem sie Zeit verbringen. Allerdings hat sich der damalige Sch\u00fcler von dem unseren unterschieden. Lernen war haupts\u00e4chlich leben in einer Lebensgemeinschaft mit dem Lehrer. So hatte es ja auch Jesus mit seinen J\u00fcngern gemacht. Sie waren eine gewisse Zeit mit ihm unterwegs und haben daf\u00fcr manches zweitweise aufgegeben (das Fischen) bzw. pausiert (Petrus war verheiratet. Er hat seine Frau immer wieder alleine zur\u00fcckgelassen). \u201ePraktischer J\u00fcnger\u201c wird man nicht, in dem man die Bibel auswendig lernt und dann irgendwann bei Jesus einen Test schreibt und den halt bestehen muss! <strong>Nein, man lebt im Alltag mit dem Meister. <\/strong>Im Prinzip genau wie damals, nur dass wir Jesus nicht leibhaftig unter uns haben, sondern er durch seinen Geist in uns lebt (<strong>Gal 2,20<\/strong>). Das beste Bild ist f\u00fcr mich das Joch, das Jesus in <strong>Mt 11,28-30<\/strong> nennt. Ein J\u00fcnger von Jesus ist mit Jesus unter ein Joch gespannt. Er ist nie alleine, sondern lebt immer in einer Zweierschaft mit seinem HERRN. Jetzt soll er von ihm lernen und seine Last (leichte Last) tragen. Leben wir dieser Wahrheit entsprechend? Fragen wir Jesus, der nach diesem Bild ja \u201eneben uns geht\u201c, wenn wir morgens aufstehen: Was soll ich heute tun? Nehmen wir ihn auf dem Weg zur Arbeit, am Arbeitsplatz mit? <strong>Wir m\u00fcssen von ich zum <em>wir<\/em> mit Ausrichtung <em>du<\/em> kommen<\/strong>. D.h., ich sehe mein Leben als ein Leben in Gemeinschaft mit Jesus an und das 24\/7 \u2013 die ganze Zeit (<strong>1Kor 1,9<\/strong>). Dabei bin ich auf Jesus ausgerichtet \u2013 deswegen Ausrichtung auf DU (Jesus). Ein J\u00fcnger lebt nach dem Motto WWJD \u2013 What would Jesus do! Deswegen redet er mit Jesus (Gebet) und h\u00f6rt auf Jesus (Sein Wort \u2013 die Bibel, Predigt, etc). Dazu muss man sich tats\u00e4chlich \u00fcben und disziplinieren. Man ist eben ein Sch\u00fcler, ein Lernender, und muss deswegen in seine Jesusbeziehung investieren. Das h\u00f6ren wir nicht so gerne. Wir h\u00e4tten gerne ein Lichtschalter-Christentum. Einmal den Knopf dr\u00fccken und dann l\u00e4uft das und zwar steil bergauf! Christsein ist in der Tat ein Traineeprogramm. Hier muss man investieren, wenn man vorankommen will. <strong>1Tim 4,8: <\/strong><em>\u201eSich in k\u00f6rperlichen Entbehrungen zu \u00fcben, bringt nur wenig Nutzen. Aber zu \u00fcben, wie man Gott liebt und ehrt, ist in jeder Hinsicht n\u00fctzlich, weil das ein Versprechen f\u00fcr das jetzige und das zuk\u00fcnftige Leben in sich tr\u00e4gt\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Englischen: <em>\u201eTrain yourself to be godly!\u201c <\/em>Auch in der Nachfolge gilt mitunter der Satz: <strong>Ohne Flei\u00df kein Preis. <\/strong>Damit ist nicht gemeint, dass ich mich ver\u00e4ndern kann, wenn ich mich nur genug anstrenge. Nein, der HERR (und nur er) ver\u00e4ndert mich. Aber wenn ich mit dem HERRN keine Zeit habe, kann er mich nur schwer ver\u00e4ndern, denn er zwingt uns auch nicht. <strong>Aber dieser Weg der Nachfolge, des \u201eJ\u00fcngerseins\u201c, macht uns frei.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.4 Struktur des Abschnittes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir haben es hier mit einem erz\u00e4hlenden Text zu tun. Daher ist es relativ einfach die Struktur zu erkennen. Ich versuche es mal in meinen eigenen Worten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Jesus:<\/strong> Glaube an mich\/mein Wort und die Nachfolge\/J\u00fcnger sein macht euch frei<br><strong>Juden:<\/strong> Irrtum Jesus, wir sind frei<br><strong>Jesus:<\/strong> Irrtum Juden (alle Menschen), ist seid Sklaven! Nur ich kann euch wirklich frei machen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.5 Wichtige Begriffe<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich m\u00f6chte versuchen euch ein paar Begriffe aus dem Text zu erl\u00e4utern, die mir wichtig erscheinen. Es werden bei weitem nicht alle wichtigen sein, aber ein paar \ud83d\ude09. Die Begriffe sind nach der Elberfelder\u00fcbersetzung aufgelistet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wort <\/strong>(<em>gr. logos<\/em>)<br>Wir sollen in <em>\u201eseinem Wort bleiben\u201c.<\/em> Nat\u00fcrlich ist sein (Jesu) Wort Gottes Wort \u2013 die Bibel. Wir lesen sehr deutlich in <strong>Hebr 1,2, <\/strong>dass Gott zu uns geredet hat im Sohn. Auch der Johannesprolog (<strong>Joh 1<\/strong>) identifiziert das Wort Gottes mit Jesus. <strong>Joh 1,1-5.14: <\/strong><em>\u201e1 Im Anfang war das Wort[1], und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. 2 Dieses war im Anfang bei Gott. 3 Alles wurde durch dasselbe, und ohne dasselbe wurde auch nicht eines, das geworden ist. 4 In ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. 5 Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst[2].<\/em> <em>14<\/em> <em>Und das Wort wurde Fleisch und wohnte[7] unter uns, und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Einzigen[8] vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jesus ist Gott und er ist das Wort Gottes. Dieses Wort Gottes wurde Mensch. <em>\u201ein seinem Wort bleiben\u201c<\/em> ist austauschbar mit <em>\u201ein Jesus bleiben\u201c,<\/em> was uns das Gleichnis vom Weinstock lehrt (<strong>Joh&nbsp;15<\/strong>). Was ist das Wort Gottes? Es ist die ganze heilige Schrift, die Bibel (vgl. <strong>2Tim 3,16<\/strong>). <strong>Deswegen trennen wir Jesus nicht von der Bibel, sondern wer in Jesus bleibt, der bleibt in seinem Wort, der Bibel<\/strong>. Paulus f\u00fchrt die Wichtigkeit der Lehre immer wieder in seinen Briefen aus (vgl. <strong>R\u00f6m 6,17<\/strong>; <strong>1Tim 4,16<\/strong>; <strong>Tit 2,1+10<\/strong>)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>bleiben <\/strong>(<em>gr. meno<\/em>)<br>Das Wort meint etwas Dauerhaftes, Best\u00e4ndiges. Man kann auch \u201esich aufhalten, wohnen, weilen\u201c \u00fcbersetzen. Wenn Jesus vom \u201eBleiben in seinem Wort\u201c redet, dann meint er tats\u00e4chlich: seid darin verwurzelt, gr\u00fcndet euch darauf, lebt davon\/daraus. Sein Wort soll f\u00fcr uns zur Lebensgrundlage werden. Man k\u00f6nnte auch freier \u00fcbersetzen: <em>\u201eWenn ihr von ihm (Jesu Wort) euer Leben bestimmen lasst.\u201c<\/em> Als Parallelstelle dazu k\u00f6nnte man das Ende der Bergpredigt nehmen aus <strong>Mt 7,24ff. Jesu Worte h\u00f6ren und sie tun \u2013 das ist das Entscheidende.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>J\u00fcnger<\/strong> (<em>gr. mathetes<\/em>)<br>J\u00fcnger oder auch Sch\u00fcler. Wer J\u00fcnger\/Sch\u00fcler ist, der ist eben nicht Lehrer\/Rabbi. Nein, einer ist der Lehrer, der Rabbi, und das ist Jesus (<strong>Mt 23,8ff<\/strong> ist hier interessant). <strong>Mt 23,8:<\/strong> <em>\u201eDenn einer ist euer Lehrer, ihr alle aber seid Br\u00fcder.\u201c <\/em>Wer zum Glauben an Jesus findet, der wird ein Kind Gottes (<strong>Joh&nbsp;1,12<\/strong>) und wird adoptiert in die Familie Gottes. Er hat einen Vater im Himmel und Geschwister, Br\u00fcder und Schwestern im HERRN. Er selbst bleibt dabei immer ein Lernender, ein J\u00fcnger. Von wem lernt er? Von Jesus, seinem HERRN. Hierzu empfiehlt sich <strong>Mt 11,28-30<\/strong>. Christsein hei\u00dft: <strong>Ich lebe mit meinem HERRN und Lehrer Jesus. Ich bin sein Sch\u00fcler, ich folge ihm nach.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wahrheit, wahrhaftig<\/strong> (<em>gr. aletheia, alethos<\/em>)<br>Man kann diesen Begriff auch mit wirklich oder gewiss \u00fcbersetzen. Von der Bedeutung her im Griechischen beschreibt das \u201ea\u201c zu Beginn eines Wortes immer eine Verneinung. Der Stamm \u201elethos\u201c bedeutet verborgen. Wahrheit ist also das \u201eNicht-Verborgene\u201c. Es handelt sich um die Wirklichkeit, die Realit\u00e4t. Jesus zeigt uns die Realit\u00e4t der Dinge und das wird uns frei machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Erkennen<\/strong> (<em>gr. ginosko<\/em>)<br>Kennen, wissen, verstehen, erfahren, wahrnehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Frei<\/strong> (<em>gr. eleuthero<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00f6rtlich \u201ebefreien\u201c. Da ist jemand von etwas oder jemandem gefangen. Doch es passiert etwas und man kommt davon frei. Die Abfolge ist klar. Mit Jesus und seinem Wort leben (im Wort bleiben) macht den Menschen zu seinem J\u00fcnger und hilft ihm die Wirklichkeit der Dinge, die Realit\u00e4t der Welt, zu erkennen und so wird er frei werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Sklave, Sklave<\/strong> <strong>sein<\/strong> (<em>gr. doulos, douleuo<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dahinter steckt das Bild, dass man jemandem geh\u00f6rt und tun muss, was dieser m\u00f6chte. Ein Sklave ist nicht frei zu tun, was er m\u00f6chte. Er muss den Willen seines Herrn tun. Jesus hier und <strong>R\u00f6mer 6<\/strong> machen deutlich: Menschen sind immer erst Sklaven der S\u00fcnde. Sie m\u00fcssen s\u00fcndigen. Auch in diesem Zusammenhang ist der Begriff L\u00f6segeld wichtig. Was muss bezahlt werden, um einen Sklaven frei zu kaufen? Wir finden diesen Begriff im AT und NT (<strong>Ps 49,8; Hi 33,24; Jes 43,3; Mk&nbsp;10,45) <\/strong>Nur Jesus kann das tun!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>S\u00fcnde<\/strong> <em>(gr. harmatia)<\/em><br>W\u00f6rtlich ist das eine \u201eVerfehlung\u201c. Er kommt aus dem Bereich des Kriegs. Er beschreibt den Sch\u00fctzen, der sein Ziel nicht trifft, sondern verfehlt. <em>Haramtia<\/em> beschreibt eine Zielverfehlung. Der Begriff ist mehr als nur der Tatbestand, dass man etwas aus Gottes Sicht \u201eFalsches\u201c getan hat. <em>Harmatia<\/em> beschreibt das Urproblem der falschen Tat und geht tiefer. Der Mensch hat das Ziel Gottes f\u00fcr ihn verfehlt. Er sollte als sein Ebenbild herrschen auf dieser Erde (<strong>1Mo 1,26ff<\/strong>). Die ganze Sch\u00f6pfung sollte im Menschen ein Spiegelbild Gottes sehen und R\u00fcckschl\u00fcsse auf den Sch\u00f6pfer ziehen k\u00f6nnen. Der Mensch als Abh\u00e4ngigkeits- und Anbetungswesen sollte in Beziehung von seinem Sch\u00f6pfer leben. Doch der Mensch wollte ohne Gott leben (<strong>1Mo 3<\/strong>). Er wollte sein eigener Gott sein. Damit hat er sich von Gott getrennt und sein Ziel, seine Bestimmung nicht erf\u00fcllt. Darin liegt die <em>Harmatia<\/em>\/Zielverfehlung. Die Folge ist eine Versklavung unter S\u00fcnde, Tod und Teufel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Amen, Amen <\/strong>(<em>gr. amen<\/em>)<br>Sehr starke Redewendung im griechischen. <em>\u201eDas ist wahrhaftig so\u201c,<\/em> oder heut w\u00fcrde man sagen: <em>\u201eDas ist 100pro so\u201c,<\/em> <em>\u201eDas ist so sicher wie das Amen in der Kirche\u201c<\/em>. Diese Redewendung macht uns klar: aufpassen, jetzt kommt was Wichtiges. Der Begriff selbst kommt aus dem hebr\u00e4ischen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Sohn<\/strong> (<em>gr. huios<\/em>)<br>Das Kind, der Nachkomme des Vaters. Dieser Begriff finden wir auch bei Jesus, der Sohn Gottes genannt wird. Dabei meint das an dieser Stelle nicht, dass Gott eine Frau gehabt hatte und aus dieser Beziehung ein Sohn entstand, n\u00e4mlich Jesus. Solche Geschichten lesen wir in der gr. Mythologie und dabei handelt es sich um Halbg\u00f6tter (z.B. Herkules) Sohn Gottes ist ein Titel und entspricht dem j\u00fcdischen Verst\u00e4ndnis des Sohnes \u2013 <em>der, in dem der Vater lebt, weiterlebt. Derjenige, der dem Vater entspricht, ihm gleich ist.<\/em> Wir sehen das u.a. an <strong>Joh 5,18: <\/strong><em>\u201eDarum nun suchten die Juden noch mehr, ihn zu t\u00f6ten, weil er nicht allein den Sabbat aufhob[3], sondern auch Gott seinen eigenen Vater nannte und sich \u27e8so\u27e9 selbst Gott gleich machte.\u201c<\/em> An vielen anderen Stellen wird Jesus auch Sohn des Menschen genannt, bzw. nennt sich selbst so. Das ist sicherlich eine Anspielung auf den messianischen Titel nach <strong>Dan 7,13ff<\/strong>. Doch es meint auch, dass Jesus ganz dem Wesen nach \u201eMensch\u201c war. Ganz Mensch und ganz Gott.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Allerdings finden wir auch diesen Begriff nicht nur auf Jesus angewandt, sondern auch auf Christen. (<strong>vgl. 2Kor 6,18; Gal 3,26, Gal 4,6f<\/strong>). Hier m\u00fcssen wir im Text schauen, auf wen was bezogen ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Verstehen, worum es geht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir sollten uns in diesem Textabschnitt in der Predigt nicht irgendwie verzetteln oder hoch theologisch werden. Er bietet eine klasse M\u00f6glichkeit, um das Evangelium zu verk\u00fcnden. Entscheidend ist der Glaube an Jesus und sein Wort. Er macht frei von der S\u00fcnde und gerecht vor Gott und zwar v\u00f6llig unabh\u00e4ngig von uns (<strong>R\u00f6m 3,22<\/strong>). Aber Glauben ist mehr als ein Bekenntnis. Glaube ist ein neues Leben, das man in der Gemeinschaft mit Jesus lebt. Glauben gilt es zu leben. Man muss sich darin \u00fcben, im Wort des HERRN (Bibel) zu bleiben. Dann begibt man sich auf den Weg, den die Bibel mit \u201eHeiligung\u201c beschreibt und man wird frei werden. Wichtig hier ist der Unterschied: Frei von unserem Stand als S\u00fcnder vor Gott werden wir sofort durch den Glauben an Jesus (<strong>2Kor 5,21<\/strong>). Das ist kein Prozess, sondern eine sofort g\u00fcltige Wahrheit. Aber diese neue Freiheit muss man lernen zu leben. Leider sind wir lange genug Sklaven der S\u00fcnde gewesen und man muss erst lernen, wie man als freier Mensch lebt. Man verf\u00e4llt doch immer noch in alte Muster zur\u00fcck und s\u00fcndigt. Hier geht es jetzt um einen Lernprozess, ein Umdenken (<strong>R\u00f6m 12,2<\/strong>), ein Lernen von Jesus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.1 Hinweise f\u00fcr situative \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir sind im Johannesevangelium unterwegs und schauen uns an, was wir durch Jesus alles haben. Trotzdem ist unser Abschnitt in sich eigenst\u00e4ndig und wir k\u00f6nnen sch\u00f6n das Thema Freiheit entfalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.2 Hinweise f\u00fcr hermeneutische \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Freiheit ist ein gro\u00dfes Thema auch in der Bibel. Die Befreiung aus \u00c4gypten, aus der Sklaverei, kann ein super Bild f\u00fcr unser Thema Freiheit durch Jesus sein. Aber wenn wir die Bibel als Ganzes sehen, dann l\u00e4uft jede Botschaft der Freiheit bei Jesus zusammen. Er ist der gro\u00dfe Befreier von S\u00fcnde, Tod und Teufel. Er macht uns frei, um Gott zu dienen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da unser Abschnitt ein Gespr\u00e4ch ist, k\u00f6nnen wir die gesagten Dinge einfach anwenden und m\u00fcssen nicht wie z.B. bei einem Gleichnis erst \u00fcbertragen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.3 Hinweise f\u00fcr homiletische \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Text eignet sich aufgrund seiner kurzen L\u00e4nge komplett gelesen zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3. Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bibel zeigt uns gerade an diesem Text eine wichtige Wahrheit auf. Menschen ohne Jesus sind unfrei \u2013 sie sind Sklaven der S\u00fcnde und stehen vor dem Gericht Gottes. Diese Wahrheit gilt f\u00fcr alle, auch wenn sie sich selbst vielleicht gar nicht als Sklaven empfinden. Aber frei sein aus der Sicht Gottes bedeutet immer: Frei sein, um seiner ureigentlichen Bestimmung, n\u00e4mlich Ebenbild Gottes zu sein, nachzukommen. Aus dieser Sklaverei (\u00fcber der das ewige Gericht Gottes steht) kommt der versklavte Mensch selbst nicht raus. Er ist und bleibt ein S\u00fcnder vor dem die Konsequenz Tod (auch ewiger zweiter Tod, dh. Ewiges Gericht) steht (siehe dazu auch <strong>R\u00f6m 6,23<\/strong>). Die beste Botschaft steht im letzten Vers unseres Abschnitts<em>. \u201eWenn nun der Sohn euch frei machen wird, so werdet ihr wirklich frei sein.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Menschen k\u00f6nnen frei werden \u2013 aber nur durch den einen Sohn, den Sohn Gottes, der auch gleichzeitig der Menschensohn ist. Das ist Evangelium. Denn dieses Angebot frei zu werden macht Gott uns in Jesus einfach so, weil er uns liebt (<strong>Joh 3,16<\/strong>). Der Preis f\u00fcr diese Freiheit hat Jesus am Kreuz bezahlt, indem er die Konsequenzen meiner Schuld\/S\u00fcnde, n\u00e4mlich den Tod, auf sich nahm.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese neu gewonnen Freiheit muss aber gelernt und einge\u00fcbt werden. Das geschieht in der Nachfolge, in der J\u00fcngerschaft. Lernen von Jesus. Beziehung mit ihm leben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.2 Predigtthema \u2013 was sage ich in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Themenvorschl\u00e4ge:<br><strong>\u201eJesus macht frei\u201c <\/strong>(Vorschlag vom Verband)<br><strong>\u201eEchte Freiheit nur durch Jesus\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong><\/strong><strong>Predigtentfaltung \u2013 wie sage ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie so manchmal eignen sich hier 3 Punkte gut!<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><strong><\/strong><strong>Unfrei \u2013 ein Sklave der S\u00fcnde<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong><\/strong><strong>Frei durch den Sohn<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li><strong><\/strong><strong>Gelebte Freiheit will gelernt werden<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu 1.<br>Hier f\u00fchren wir aus, dass jeder Mensch seit dem S\u00fcndenfall ausnahmslos ein Sklave der S\u00fcnde ist. Das Beispiel Kains zeigt es uns. <strong>R\u00f6mer 6 -7<\/strong> sagen es uns. Manche Menschen leiden darunter, manche nicht. Aber Jesus macht es deutlich \u2013 es ist die Realit\u00e4t in der sich jeder Mensch befindet. Wir m\u00fcssen hier auch \u00fcber die Konsequenzen reden, wenn Menschen S\u00fcnder sind und S\u00fcnder bleiben. Gottes Zorn ist \u00fcber ihnen (<strong>R\u00f6m 1,18; 1Thes\u00a01,10<\/strong>) und damit droht ihnen das g\u00f6ttliche Gericht und ewige Strafe in der H\u00f6lle. Ja, das ist ein unangenehmes Thema, aber das gilt auch den religi\u00f6sesten Menschen, wenn sie Jesus nicht kennen. Aber ohne Gericht k\u00f6nnen wir nicht \u00fcber Rettung und Erl\u00f6sung reden. Ohne diese Botschaft wissen die Menschen doch gar nicht, warum sie gerettet werden m\u00fcssen. Wenn es Zeit gibt, kann man in diesem Zug auch \u00fcber den heiligen Gott reden. Wir haben heute total den Blick daf\u00fcr verloren. Die Bibel berichtet uns davon, dass man Gott nicht einfach nahen kann. In <strong>Jes 6<\/strong> erlebt das der Prophet Jesaja. Ohne Gnade, ohne Vergebung muss man vor diesem heiligen Gott vergehen.<br><strong>Wenn Gott nichts tut sind wir in unseren S\u00fcnden versklavt und auf ewig verloren!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu 2.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier muss nun die gute Botschaft so richtig rauskommen. Es gibt Gott sei Dank den Sohn Gottes, Jesus Christus. Er kommt mit nur einer Mission (<strong>Mk 10,45, LK 19,10<\/strong>) \u2013 sein Leben einzusetzen um S\u00fcnder zu retten. Retten bedeutet: Die S\u00fcnde und deren Konsequenzen\/Folgen wegzunehmen. Das geht nur durch Stellvertretung. Jemand muss zum S\u00fcndenbock (vgl <strong>3Mo 16<\/strong>) gemacht werden und genau deswegen kam der Sohn des Menschen. Jesus m\u00f6chte uns frei machen. Er liebt uns und deswegen hat er im Auftrag des Vaters den Himmel verlassen um dieses Geschenk der Gnade anzubieten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie kann man das Geschenk annehmen? Das Stichwort ist glauben! Glauben hei\u00dft vertrauen. Hier k\u00f6nnen wir <strong>R\u00f6m 10,17<\/strong> anschauen. Der Mensch kann immer dann glauben, wenn er Wort Gottes h\u00f6rt, das Evangelium, die gute Nachricht, dass Jesus ihn rettet und sagt: Das m\u00f6chte ich!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jesus redet seine Zuh\u00f6rer, die als gl\u00e4ubig bezeichnet werden, in <strong>V31<\/strong> so an: <em>\u201eWenn ihr in meinem Wort bleibt\u201c! <\/em>Das hei\u00dft aber, sie sind schon in seinem Wort, glauben seinem Wort. <strong>An Jesus glauben hei\u00dft immer seinem Wort, der Bibel glauben.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir m\u00fcssen auch betonen, <em>\u201edass nur der Sohn frei macht\u201c! <\/em>Jesus bezeichnet sich als der einzige Weg zum Vater (<strong>Joh 14,6<\/strong>). Wir m\u00fcssen hier auch zu einer pers\u00f6nlichen Entscheidung aufrufen ganz nach <strong>Joh 1,12<\/strong>. Wer diesen Weg betritt, der ist sofort frei und eine Neugeburt (<strong>2Kor 5,17<\/strong>). Ein Kind Gottes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu 3.<br>Echter Glaube m\u00fcndet immer in die Jesus-Nachfolge. Glauben hei\u00dft: Jesus ist jetzt HERR meines Lebens und ich will lernen das Leben mit seinen Augen zu sehen und nach seinem Willen zu leben. Ich lasse ihn tats\u00e4chlich den Rabbi (Lehrer\/Meister) meines Alltags werden. Und das hei\u00dft immer: Ich richte mein Leben nach dem Wort Gottes aus. So sagt es Jesus es hier: <em>\u201ein seinem Wort bleiben\u201c. <\/em>Wer das macht, in dessen Leben ver\u00e4ndert sich etwas. Der wird die Wahrheit erkennen (letztlich Jesus selbst) und das wird ihn frei machen. D.h. frei werden, als Kind Gottes auch zu leben, ist ein Prozess. Niemand lebt sofort nach dem Willen Gottes. Nein, er muss ver\u00e4ndert werden. Und das ist auch eine Schule, ein Lernprozess, der uns fordert. Zeit f\u00fcrs Gebet, Zeit f\u00fcrs pers. Bibelstudium, Zeit f\u00fcr Gemeinde etc. In diesem Punkt w\u00e4re es tats\u00e4chlich wichtig, dass wir auch ansprechen, dass Nachfolge Arbeit ist und uns fordert, unsere Zeit in Anspruch nimmt, etc. Wir sind eben Sch\u00fcler von Jesus, die auch mal Hausaufgaben machen m\u00fcssen, Praktika etc.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.4 Predigtveranschaulichungen \u2013 wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beispiele oder pers\u00f6nliche Erlebnisse sind in einer Predigt sehr wichtig und beleben sie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Sklaverei in \u00c4gypten<\/strong><br>Man kann die Geschichte im AT sehr gut heranziehen als Vergleich. Volk Israel war Sklave des Pharaos, Sklave \u00c4gyptens. So sind alle Menschen Sklaven der S\u00fcnde, Sklaven des einen b\u00f6sen HERRN, dem Teufel. Ohne Hilfe von au\u00dfen kommen sie da nicht raus. Nur Gott kann befreien und das geschieht durch sein \u00fcbernat\u00fcrliches Eingreifen (10 Plagen etc.). Genauso muss Jesus von au\u00dfen kommen und uns wundersam durch Tod\/Auferstehung retten. Die Rettung war ein Gnadenakt. Gott tat das, weil er sein Volk liebt. <strong>Joh 3,16<\/strong> -&gt; genau das gleiche gilt bei uns. Warum rettet Gott sein Volk? Wenn man <strong>2Mo 3-10<\/strong> liest kommt immer wieder: \u201e<em>Damit es mir dient<\/em>\u201c. Wir sind frei um Gott\/Jesus zu dienen, seine J\u00fcnger und Nachfolger zu werden. Vom Sklaven der S\u00fcnde zum Sklaven Gottes, zum Kind Gottes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Sklave der S\u00fcnde \u2013 Kain:<\/strong><br>Ausgef\u00fchrt oben unter 1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Folgen der S\u00fcnde \u2013 Ehebrecherin Joh 8<\/strong><br>Eigentlich steht sie stellvertretend f\u00fcr uns. Wir alle haben das Gesetz gebrochen und Strafe verdient. Aber Jesus, der Messias, kam nicht um uns zu richten, sondern zu retten. Das haben wir nicht verdient, sondern das ist Gnade. Ganz wie es in <strong>Joh 1,16f.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(Manuel Nowak)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Leben nah bei Jesus (Johannes-Evangelium)Predigtthema: Jesus macht frei Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. 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