{"id":4919,"date":"2024-01-05T08:40:25","date_gmt":"2024-01-05T07:40:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=4919"},"modified":"2024-01-05T08:41:55","modified_gmt":"2024-01-05T07:41:55","slug":"predigthilfe-vom-28-januar-2024-johannes-111-13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-28-januar-2024-johannes-111-13\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 28. Januar 2024 &#8211; Johannes 1,11-13"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Jahresthema: Von der Sch\u00f6nheit der Gemeinde \u2013 biblische Bilder der Gemeinde<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Predigtthema:&nbsp; Bilder der Gemeinde: Familie (Joh 1,11-13; Mt 12,46-50; 2Kor 6,18; 1Tim 5,1-2)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><strong><\/strong><strong>Sehen, was dasteht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen, um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\">www.bibleserver.com<\/a> (Luther 1984 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000 \/ Neue Genfer \u00dcbersetzung \/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1.1 <strong>Allgemeine Hinweise zum Jahresthema<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Einleitung zum Jahresthema: Von der Sch\u00f6nheit der Gemeinde \u2013 biblische Bilder der Gemeinde<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist Gottes Herzenswunsch von Adam bis in die Ewigkeit hinein: Bei und unter den Menschen zu wohnen. Ganz nahe! In unserer Zeit wohnt Jesus dort, wo zwei oder drei versammelt sind in seinem Namen \u2013 in der Gemeinde. Dabei spielt es keine Rolle, wie gro\u00df die Gemeinde ist. Aber Gemeinde ist wichtig und sch\u00f6n.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In vielen Bildern beschreibt uns die Bibel das Wesen und die Berufung der Gemeinde. An jedem letzten Sonntag im Monat denken wir \u00fcber diesen Herzenswunsch Gottes nach:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gemeinde als Familie (Januar), Gottes Weinberg (Februar), Leib Christi (M\u00e4rz und Juli), Gottes Bau (April), Gottes Tempel (Mai), Gottes Herde (Juni), Gottes Volk (August), der Pfeiler (September), Brief Christi (Oktober), Braut Christi (November), der Leuchter (Dezember).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jedes Bild legt den Schwerpunkt auf einen bestimmten Aspekt der Gemeinde. Alle Bilder zusammengenommen ergeben ein umfassendes Bild. Allen Bildern gemeinsam ist, dass Jesus Christus der Mittelpunkt des Bildes ist. Die Gemeinde lebt nur durch Christus und in Verbindung mit ihm. Solange die Beziehung zu ihm lebendig bleibt, bleibt Gemeinde lebendig. Jesus erm\u00f6glicht, baut, erh\u00e4lt und bewahrt die Gemeinde. Allen Bildern gemeinsam ist aber auch das gemeinsame Wesen der Gl\u00e4ubigen: Sie sind untereinander Geschwister, sind Reben am Weinstock, lebendige Steine oder Schafe in Gottes Herde. Es wird jeweils deutlich, dass es auf die innere Ausrichtung auf ihren Herrn, Jesus Christus, ankommt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Auslegung der Bilder, die uns Gott schenkt, sollten wir einige Regeln beachten, um Fehlinterpretationen zu vermeiden. Jesus verwendet in seinen Predigten unterschiedliche Arten von Bildern: er gebraucht u. a. Gleichnisse, Metaphern, Allegorien. Wenn wir von einer w\u00f6rtlichen Auslegung der Bibel sprechen, dann legen wir jedes einzelne Wort der Bibel auf die Goldwaage. Jedes Wort ist genauso beabsichtigt, wie es dasteht. Wir beachten aber, dass wir uns darum bem\u00fchen, die Worte so zu verstehen, wie sie der Verfasser verstanden haben wollte bzw. wie sie die ersten H\u00f6rer verstehen konnten:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bilder wollen eine geistliche Wirklichkeit veranschaulichen, die in der Realit\u00e4t nicht sichtbar ist oder nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist. Ein Beispiel f\u00fcr die Veranschaulichung einer geistlichen Realit\u00e4t im Alten Testament, die etwas unsichtbares sichtbar macht, ist die Stiftsh\u00fctte. Mose erhielt die Pl\u00e4ne f\u00fcr die Stiftsh\u00fctte direkt von Gott <em>(2. Mose 25,9): Genau nach dem Plan, den ich dir von der Wohnung und ihrem ganzen Ger\u00e4t zeige, sollt ihr\u2019s machen. <\/em>In der Offenbarung schlie\u00dflich sehen wir, dass die Stiftsh\u00fctte die himmlische Realit\u00e4t veranschaulicht (Offb 15,5): <em>Danach sah ich: Es wurde aufgetan der Tempel, die Stiftsh\u00fctte im Himmel.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So d\u00fcrfen wir auch die neutestamentlichen Bilder als geistliche Wirklichkeit verstehen. Sie wollen helfen, geistliche Realit\u00e4ten zu verstehen, die f\u00fcr unsere nat\u00fcrlichen Augen nicht sichtbar sind. Jesus verwendet dazu viele <strong>Metapher<\/strong>: Metaphern sind sprachliche Stilmittel, bei denen Begriffe aus ihrem urspr\u00fcnglichen Bedeutungszusammenhang herausgenommen werden, um eine Wahrheit zu veranschaulichen, die ansonsten umst\u00e4ndlich umschrieben werden m\u00fcsste. Bei einem direkten Vergleich zwischen dem Bild und dem Bezeichneten, k\u00f6nnen allerdings keine Gemeinsamkeiten festgestellt werden. Es ist beispielsweise klar, dass eine Gemeinde \u00e4u\u00dferlich wenig mit einem Leuchter gemein hat. Aber die Gemeinde ist <strong>von ihrem Wesen her<\/strong> ein Leuchter, ein Licht f\u00fcr diese Welt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.2. Hinf\u00fchrung zum Thema: Bilder der Gemeinde &#8211; Familie<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>\u201eUnser Vater im Himmel\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Vater im Himmel verbindet die Familie Gottes untereinander. Die pers\u00f6nliche Vateranrede war f\u00fcr Israel im Alten Bund nicht \u00fcblich, obwohl der Gedanke sicher pr\u00e4sent war. Erst Jesus lehrte diese pers\u00f6nliche Anrede Gottes als Vater, der sich um seine Kinder k\u00fcmmert (Mt 6,32). Paulus verwendet im R\u00f6merbrief sogar den kindlich vertrauensvollen Ausdruck \u201eAbba\u201c (R\u00f6m 8,15).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was wir unter <em>Familie <\/em>verstehen, entspricht im hebr\u00e4ischen und griechischen dem <em>Haus<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weder der hebr\u00e4ische noch der griechische Wortschatz kennt ein Wort f\u00fcr Familie. Was wir, mit Vater, Mutter, Kindern und Gro\u00dfeltern, als Familie bezeichnen, wird sowohl im Alten als auch im Neuen Testament mit \u201e<em>Haus\u201c<\/em> bezeichnet. Allerdings ist das Wort Haus wesentlich breiter gefasst und enth\u00e4lt z. B. auch das Hausgesinde, die weiter entfernte Verwandtschaft oder sogar die Vorfahren bzw. die Abstammungslinie (vgl. Joh 8,39: <em>Sie antworteten und sprachen zu ihm: Abraham ist unser Vater. Spricht Jesus zu ihnen: Wenn ihr Abrahams Kinder w\u00e4rt, so t\u00e4tet ihr Abrahams Werke).<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Gedanke der Familie in den Evangelien<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bevor die Gemeinde entstand, k\u00fcndigte Jesus an, dass die J\u00fcnger untereinander eine neue Familie bilden werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Matth\u00e4us 12, 46&nbsp;<em>Als er aber noch zu den Volksmengen redete, siehe, da standen seine Mutter und seine Br\u00fcder drau\u00dfen und suchten ihn zu sprechen. 47 Und es sprach einer zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Br\u00fcder stehen drau\u00dfen und suchen dich zu sprechen. 48&nbsp;Er aber antwortete und sprach zu dem, der es ihm sagte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Br\u00fcder? 49&nbsp;Und er streckte seine Hand aus \u00fcber seine J\u00fcnger und sprach: Siehe da, meine Mutter und meine Br\u00fcder! 50&nbsp;Denn wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jesus gibt der neuen Familie einen h\u00f6heren Stellenwert als der Herkunftsfamilie. Wer nicht bereit ist, Jesus mehr zu lieben als seine Familie (die Jesus ablehnt), kann nicht sein J\u00fcnger sein. Allerdings darf das nicht falsch verstanden werden, als w\u00e4re die eigene Familie weniger wichtig. In keiner Weise wird durch die Gemeinde der Wert der Familie und die Verantwortung f\u00fcr die eigene Familie geschm\u00e4lert!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lukas 14, 26&nbsp;<em>Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und die Mutter und die Frau und die Kinder und die Br\u00fcder und die Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein J\u00fcnger sein; 27&nbsp;und wer nicht sein Kreuz tr\u00e4gt und mir nachkommt, kann nicht mein J\u00fcnger sein.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer an Jesus glaubt, wird unter Umst\u00e4nden sogar aus seinem alten Familienverband herausgerissen, weil er sich der neuen Familie Gottes angeschlossen hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Markus 10, 29&nbsp;<em>Jesus sprach: Wahrlich, ich sage euch: Da ist niemand, der Haus oder Br\u00fcder oder Schwestern oder Mutter oder Vater oder Kinder oder \u00c4cker verlassen hat um meinetwillen und um des Evangeliums willen, 30&nbsp;der nicht hundertfach empf\u00e4ngt, jetzt in dieser Zeit H\u00e4user und Br\u00fcder und Schwestern und M\u00fctter und Kinder und \u00c4cker unter Verfolgungen \u2013 und in dem kommenden Zeitalter ewiges Leben.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Hausgemeinden waren entscheidend f\u00fcr die Verbreitung des Evangeliums<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ganz entscheidend f\u00fcr die Entstehung der Gemeinde waren die Hausgemeinden. Die ersten Christen trafen sich in den H\u00e4usern derjenigen, die gl\u00e4ubig geworden waren. &nbsp;Sie dienten als Versammlungsort der neu entstandenen Gemeinden. In ihnen wurde das Evangelium verk\u00fcndet. Oftmals bekehrten sich mit dem Hausvater ganze Hausgemeinschaften (Apg 11,14; 16,15.31.34; 18,18; 1Kor 1,16; Phlm 2; 2Tim 1,16; 4,19).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u201eBr\u00fcder und Schwestern\u201c: Die Anreden in der Apostelgeschichte und den Briefen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend in den Evangelien nur Jesus von Br\u00fcdern und Schwestern redet und seine Nachfolger auch so anspricht, finden wir diese Anrede unter den J\u00fcngern erst in der Apostelgeschichte mit der Entstehung der Gemeinde. So spricht Petrus die versammelten J\u00fcnger an: <em>Ihr Br\u00fcder, es musste die Schrift erf\u00fcllt werden\u2026<\/em> (Apg 1,16).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von da an ist die Bezeichnung Bruder und Schwester (vgl. Jak 2,15) f\u00fcr die Gl\u00e4ubigen untereinander die \u00fcbliche Anrede.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Hausgenossen des Glaubens<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zweimal verwendet Paulus den Begriff <em>Hausgenossen <\/em>f\u00fcr Gemeindemitglieder und greift damit den Begriff Haus f\u00fcr die Gemeinde auf:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gal 6,10 <em>Lasst uns also nun, wie wir Gelegenheit haben, allen gegen\u00fcber das Gute wirken, am meisten aber gegen\u00fcber den Hausgenossen des Glaubens!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eph 2,19 <em>So seid ihr nun nicht mehr G\u00e4ste und Fremdlinge, sondern Mitb\u00fcrger der Heiligen und Gottes Hausgenossen\u2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz der \u00fcblichen Anrede als Bruder oder Schwester gebraucht das Neue Testament das Wort Haus\/ Hausgenossen (als Entsprechung zur Familie) f\u00fcr die Gemeinde also nur sehr selten (vgl. auch Hebr. 10,21; 1Petr 4,17).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.3 Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hilfen zur Auslegung bieten z.B.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Maier Gerhard, Edition C Bibelkommentar, \u201eJohannesevangelium 1. Teil\u201c und \u201eMatth\u00e4us- Evangelium 1. Teil\u201c, H\u00e4nssler Verlag.<br>De Boor Werner, Wuppertaler Studienbibel, \u201eDas Evangelium des Johannes\u201c, R.Brockhaus Verlag Wuppertal.<br>Rienecker Fritz, Wuppertaler Studienbibel, \u201eDas Evangelium des Matth\u00e4us\u201c, R.Brockhaus Verlag Wuppertal.<br>Gr\u00fcnzweig Fritz, Edition C Bibelkommentar, \u201e1. Timotheusbrief\u201c, H\u00e4nssler Verlag.<br>B\u00fcrki Hans, Wuppertaler Studienbibel, \u201eDie Briefe des Paulus an Timotheus, an Titus und an Philemon\u201c, R.Brockhaus Verlag.<br>Schlatter Adolf, Erl\u00e4uterungen zum Neuen Testament, Calwer Verlag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.3.1 Anmerkungen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes: Johannes 1,11-13<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Zusammenhang\/ Kontext:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir befinden uns mit Joh 1,11- 13 im Johannes-Prolog (Joh 1,1- 18). Der Johannes-Prolog ist eine Besonderheit unter den Evangelien. Johannes schrieb als letzter der 4 Evangelisten sein Evangelium und konnte vieles als bekannt voraussetzen. Sein Prolog ist eine knappe Zusammenfassung, ein Extrakt des Evangeliums, das die Kernaussagen des Evangeliums kurz und pr\u00e4gnant auf den Punkt bringt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass Johannes mit den Worten \u201eAm Anfang\u201c beginnt, erinnert erstens an die Sch\u00f6pfungsgeschichte (Gen 1,1) und macht deutlich, dass er beansprucht, ebenfalls Wort Gottes zu schreiben. Und zweitens macht er deutlich, dass mit Jesus nun eine neue Sch\u00f6pfung beginnt. So wie der Logos am Anfang die Sch\u00f6pfung ins Leben sprach, so spricht der Logos die neue Sch\u00f6pfung ins Leben. Drittens wird mit diesen Worten deutlich, dass mit Jesus ein neuer Anfang, eine neue Heilszeit begonnen hat. Dies wird noch anschaulicher in seinen Briefen, in denen Johannes ebenfalls vom Anfang spricht und diesen Anfang mit dem Wirken von Jesus verbindet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das wesenhaft Neue dieses Anfangs ist, dass sich nun die Verhei\u00dfung der Propheten erf\u00fcllt, die ank\u00fcndigten, dass Gott seinen Geist schenken wird: <em>Und ich werde meinen Geist in euer Inneres geben<\/em> (Hes 36,27). Dieser Geist bewirkt die Neusch\u00f6pfung (vgl. 2Kor 4,6), die in Vers 12 mit der Neugeburt verglichen wird. Damit kommt im Neuen Testament nun der Gedanke der Familie in den Blick.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V. 11 &nbsp;<\/strong><br><strong>Sein Eigentum\/ die Seinen<\/strong>: Wer ist sein Eigentum? Wer sind die Seinen? An 2 Auslegungen ist zu denken, die sich nicht gegenseitig ausschlie\u00dfen: Erstens ist sein Eigentum Israel als das auserw\u00e4hlte Bundesvolk: <em>Und ich werde in eurer Mitte leben und werde euer Gott sein, und ihr werdet mein Volk sein <\/em>(3Mo 26,12). Zweitens kann damit auch die Welt und mit ihr alle Menschen gemeint sein, die er ins Dasein gerufen hat (Jes 66,1).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Gleichnis von den b\u00f6sen Weing\u00e4rtnern (Matth\u00e4us 21) wird deutlich, dass der Sohn zum Weinberg seines Vaters kommt. Er ist der Erbe und also Eigent\u00fcmer. Immer wieder machte Jesus deutlich, dass er zum Haus Israel gesandt ist (Mt 15,24). Es ist die Tragik Israels, dass es ihren so lange erwarteten Messias, der in seinen Tempel, seines Vaters Haus (Joh 2,16) kam, nicht erkannten. Schon die Ereignisse um die Ank\u00fcndigung und Geburt von Jesus schildert diese Dramatik sehr deutlich: es waren nur wenige die ihn erwarteten und aufnahmen (Hannah, Simeon). &nbsp;Und auch sp\u00e4ter waren es nur wenige von den Priestern, Schriftgelehrten und Pharis\u00e4ern, die Jesus als Messias anerkannten. In seinem Weheruf in Matth\u00e4us 23,37 beklagt Jesus diese Tatsache: <em>Jerusalem, Jerusalem, die du t\u00f6test die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre K\u00fcken versammelt unter ihre Fl\u00fcgel; und ihr habt nicht gewollt!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die zweite Auslegung erg\u00e4nzt die erste: <em>Sein Eigentum, <\/em>das ist die ganze Welt bzw. alle Menschen. So predigt Paulus in Athen auf dem Areopag (Apg 17,28f): <em>Denn in ihm leben, weben und sind wir; wie auch einige Dichter bei euch gesagt haben: Wir sind seines Geschlechts. Da wir nun g\u00f6ttlichen Geschlechts sind\u2026 <\/em>Nicht nur viele Juden, auch viele Heiden haben Jesus abgelehnt!<strong>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 12<\/strong><br>Das Wort <strong><em>aufnehmen<\/em><\/strong>bedeutet im Neuen Testament nicht einfach aufnehmen, empfangen, sondern <em>zu sich nehmen, mit sich nehmen. <\/em>Es wird z. B. gebraucht, wenn nach damaligem Brauch der Br\u00e4utigam seine ihm versprochene Braut von zuhause abholt und mit sich nimmt oder wenn von der Entr\u00fcckung die Rede ist, bei der Jesus die Gl\u00e4ubigen mit sich in den Himmel nehmen wird (Mt 24,14). Daraus wird ersichtlich, dass aufnehmen bedeutet, Jesus in eine intensive Lebensgemeinschaft aufzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das <strong>Recht<\/strong>, Gottes Kind zu sein ist nicht einfach eine Bezeichnung f\u00fcr einen Status, sondern mehr: es beinhaltet den Gedanken, dass das Kind die Rechte der Kindschaft f\u00fcr sich beanspruchen darf und gleichzeitig die Macht bekommt, zu handeln. Es beinhaltet ebenfalls den Gedanken, dass niemand ihm dieses Recht oder die Macht (als Kind Gottes) zu handeln, streitig machen k\u00f6nnte (vgl. 1Joh 3,1). Der griechische Begriff f\u00fcr Recht, der hier gebraucht wird (Vollmacht), umfasst beides: das Recht zu handeln und die Macht, es auszuf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kinder Gottes zu werden<\/strong>: In der \u00fcbertragenen Bedeutung bezeichnet Kind die geistliche Abstammung und Herkunft: die Glaubenden werden Kinder Gottes genannt (Joh 1,12; 11,52; 1Tim 1,18; Tit 1,4; 1. Joh 3,1.2.10). Das Wort <em>werden<\/em> kommt von formen, geb\u00e4ren. Es bedeutet gemacht oder geschaffen werden, zu etwas werden (Mt, 4,3; Joh 1,12.14; 2,9), entstehen aus dem Nichts (Joh 1,3.10). Schon hier wird deutlich, dass Kind Gottes werden nichts mit dem zu tun hat, was der Mensch schaffen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die an seinen Namen glauben: <\/strong>wenn es hier hei\u00dft, dass jeder der an seinen Namen glaubt, das Recht bekommt, Kind Gottes zu werden, dann veranschaulicht das sehr sch\u00f6n, worum es im Glauben geht: es ist ein <em>sich verlassen auf Jesus. <\/em>Glaube ist kein Akt menschlicher Gedanken und keine religi\u00f6se Leistung, sondern im Gegenteil: es ist ein Loslassen von allem, wovon der Mensch meint, dass Gott es als Leistung anerkennen m\u00fcsste. Der Name Jesus Christus darf selbstverst\u00e4ndlich nicht in einer Art Orakel verstanden werden (Apg 19,13). Der Name steht immer f\u00fcr die ganze Person.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 13<br>Nicht aus Gebl\u00fct:<\/strong> Gebl\u00fct bezeichnet die Abstammung bzw. den Stammbaum im Sinne der Blutlinie, die den Nachkommen gemeinsam ist. Oftmals wird Blut\/Gebl\u00fct mit Fleisch zusammen genannt. Fleisch und Blut bezeichnet den Menschen in seiner nat\u00fcrlichen Existenz. Der Ausdruck Gebl\u00fct bezeichnet somit den nat\u00fcrlichen Ursprung des Menschen (Matth 16,17; 1Kor 15,50; Eph 6,12). Johannes schildert in seinem Evangelium ausf\u00fchrlich die Auseinandersetzung von Jesus mit den Schriftgelehrten, die sich auf ihre nat\u00fcrliche Abstammung von Abraham (Joh 8,39) berufen und deshalb irrt\u00fcmlicherweise glauben, Gott w\u00e4re ihr Vater (Joh 8,41). Diese Argumentation hebt Jesus aus den Angeln, indem er ihnen vorh\u00e4lt, dass Gott nicht ihr Vater sein kann, weil sie ihn ablehnen, der vom Vater zu ihnen kam (Joh 8,42). Damit wird deutlich: Gotteskindschaft wird nicht vererbt (\u201eGott hat keine Enkel\u201c).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Auch nicht aus dem Willen des Fleisches: <\/strong>Das griechische Wort Wille macht deutlich, dass es das Ergebnis des Wollens ist. Oftmals steht der menschliche Wille im Gegensatz zum g\u00f6ttlichen Willen (vgl. Eph 2,3). Das Wort Fleisch kann einfach die leibliche Existenz des Menschen bedeuten. Aber im Zusammenhang von Johannes 1 bezeichnet es die Tatsache, dass der nat\u00fcrliche Mensch kraftlos ist und nichts vollbringen kann, was vor Gott z\u00e4hlt. Ganz im Sinne von R\u00f6mer 7, 18: <em>Denn ich wei\u00df, dass in mir, das hei\u00dft in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt. Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen kann ich nicht.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind: <\/strong>Das griechische Wort <em>geboren <\/em>kann sowohl geboren (wenn von der Frau die Rede ist) als auch gezeugt (wenn vom Mann gesprochen wird) bedeuten. Noch einmal wird deutlich, dass nat\u00fcrliche Zeugung und Geburt keine Abstammung von Gott begr\u00fcnden k\u00f6nnen. Es braucht eine Zeugung bzw. eine Neugeburt aus Gott. Diese Wahrheit erkl\u00e4rt Jesus besonders anschaulich in Johannes 3 im Gespr\u00e4ch mit Nikodemus. Vor allem Johannes gebraucht diesen Ausdruck oft (1Joh 2,29; 3,9; 4,7; 5,1.4.18).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.3.2 Anmerkungen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes: Matth\u00e4us 12, 46-50<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 46-47: <\/strong>Nach Matth\u00e4us 13,55 hatte Jesus noch 4 Halbbr\u00fcder: Jakobus, Josef, Simon und Judas. Sie glaubten anfangs nicht an ihn (Joh 7,5). Das f\u00fchrte dazu, dass es zunehmend zur Konfrontation mit Jesus kam. Nach Markus 3,21 wollten die Seinen, also seine Mutter und seine Br\u00fcder ihn <em>ergreifen <\/em>&nbsp;und erkl\u00e4rten ihn f\u00fcr nicht zurechnungsf\u00e4hig. Erst nach seiner Auferstehung kommen seine Br\u00fcder zum Glauben an ihn (vgl. 1. Kor 15,7). Von seinen Schwestern (Matth 13,56 u. Mk 3,32) ist nicht viel bekannt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Licht von Markus 3,32 verstehen wir die Intention der Mutter und der Br\u00fcder von Jesus: Sie standen vor der T\u00fcr und wollten Jesus sprechen, um ihn zu ergreifen, d. h. w\u00f6rtlich festnehmen. Vermutlich f\u00fcrchteten sie das Todesurteil der Pharis\u00e4er, die schon zu dem Urteil \u00fcber ihn gekommen waren, er sei von D\u00e4monen besessen. Ihre Absicht war also aus menschlicher Sicht verst\u00e4ndlich und gut. Aber geistlich waren sie auf der Linie von Matth\u00e4us 16,23: <em>Du bist mir ein \u00c4rgernis; denn du meinst nicht, was g\u00f6ttlich, sondern was menschlich ist<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 48-50: <\/strong>Das Ansinnen seiner Familie nutzt Jesus f\u00fcr eine Frage, um eine geistliche Wahrheit zu veranschaulichen: <em>Wer ist meine Mutter und wer sind meine Br\u00fcder? <\/em>Nicht diejenigen sind Br\u00fcder und Schwestern, die dieselbe Mutter haben! Sondern seine Br\u00fcder und Schwestern sind die, die denselben Vater haben! Der Vater von Jesus war nicht Josef, sondern Gott. So ist jeder, der aus Gott geboren ist, Bruder und Schwester von Jesus! Und geistlich gesehen auch Mutter und Vater. Jesus weist hier auf die geistliche Familie hin, durch die man nicht durch Blutsverwandtschaft oder Abstammungslinie dazugeh\u00f6rt, sondern durch eine Neugeburt aus Gott.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Wer den Willen tut meines Vaters im Himmel<\/em>: In Matth\u00e4us 7, 21 macht Jesus deutlich, dass nicht \u00e4u\u00dferliches Bekenntnis, sondern innere Verbundenheit zum Vater im Himmel z\u00e4hlt. Diese innere Verbundenheit dr\u00fcckt sich \u00e4u\u00dferlich durch das Tun des Willens Gottes aus. Sichtbar an den Fr\u00fcchten, die aus einem Leben in der Nachfolge entstehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In 1Joh 4,7 argumentiert Johannes \u00e4hnlich: <em>Ihr Lieben, lasst uns einander lieb haben; denn die Liebe ist von Gott, und wer liebt, der ist aus Gott geboren und kennt Gott. <\/em>Auch hier wird deutlich, dass nicht \u00e4u\u00dferes Bekenntnis, sondern innere Verbundenheit z\u00e4hlt, die sich sichtbar in Liebe auswirkt, welche eine Frucht des Geistes ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bestimmtheit, mit der Jesus sagt: <em>siehe da, das ist meine Mutter und das sind meine Br\u00fcder<\/em>, erlaubt kein weiteres menschliches urteilen mehr: \u00dcber die Zugeh\u00f6rigkeit zur geistlichen Familie Gottes bestimmen nicht Menschen, sondern allein Gott. Geschwister (und M\u00fctter und V\u00e4ter im Glauben) kann man sich nicht aussuchen. In die geistliche Familie wird man hineingeboren. Und das ist eine gro\u00dfe, unverdiente W\u00fcrde: Jeder, der glaubt, darf dazu geh\u00f6ren. Ganz egal, was vorher war! Es z\u00e4hlt allein die Verbundenheit zum Vater und das Tun seines Willens.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.3.3 Anmerkungen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes: 1. Tim 5, 1- 2<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Paulus gibt Anweisungen f\u00fcr den jungen Mann Timotheus, wie er mit den verschiedenen Personengruppen der Gemeinde umgehen soll. Dabei nimmt er als Vorbild f\u00fcr das Verhalten in der geistlichen Familie die leibliche Familie. Wie hier, gilt auch in der geistlichen Familie, sich an einen respektvollen Umgang untereinander zu halten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die besondere Herausforderung f\u00fcr Timotheus bestand darin, als junger Gemeindeleiter Dinge in einer guten Art und Weise anzusprechen, die angesprochen werden m\u00fcssen. Paulus ermahnt ihn in 1 Tim 4,13, mit dem Ermahnen fortzufahren! Es ist immer bequemer, gar nicht anzusprechen, was falsch l\u00e4uft und sich einzureden, dass man es aus R\u00fccksicht auf den anderen nicht tut. Aber falsch verstandene Liebe hilft dem anderen nicht weiter, sondern \u00fcberl\u00e4sst ihn in seinem Fehlverhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Paulus gibt Timotheus folgende Ratschl\u00e4ge, um Dinge auf gute Art und Weise anzusprechen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Einen \u00e4lteren Mann fahre nicht an<\/em>: es wird Situationen geben, in denen Timotheus M\u00e4nner ermahnen muss, die \u00e4lter sind als er. W\u00f6rtlich hei\u00dft es: <em>draufschlagen, schelten, schroff anfahren.<\/em> Timotheus soll nicht aus einer Haltung von \u00c4rger und Zorn heraus ermahnen, weil Zorn nicht tut, was vor Gott recht ist (Jak 1,20). Mit einer \u00e4rgerlichen Haltung kann man weder Kinder erziehen noch andere auf liebevolle Art in der Gemeinde ermahnen. Im Hinblick auf die \u00c4lteren erinnert Paulus deshalb, die n\u00f6tige Ehrerbietung den \u00c4lteren gegen\u00fcber nicht zu vergessen!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Die j\u00fcngeren M\u00e4nner (ermahne) wie Br\u00fcder:<\/em> Timotheus darf sich, auch wenn er Leiter ist, nicht h\u00f6herstellen, als die anderen. Auch er braucht Ermahnung von seinen Br\u00fcdern. Wenn er sich auf gleiche Ebene wie die anderen stellt, ermahnt er nicht von oben herab mit dem erhobenen Zeigefinger. Das setzt eine Haltung der Demut voraus, die daf\u00fcr sorgt, dass die Ermahnung in Liebe geschieht. Immer mit dem Wissen: <em>Ein Mensch sieht, was vor Augen ist, der HERR aber sieht das Herz an <\/em>(1 Sam 16,7).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Die \u00e4lteren Frauen (ermahne) wie M\u00fctter:<\/em> Auch hier erinnert Paulus Timotheus an seine Jugend: er ist noch nicht so lange im Glauben. Er braucht eine Haltung der Demut, wenn er \u00e4ltere Frauen ermahnen muss. Die Erinnerung an das Verhalten in der Familie, der Mutter gegen\u00fcber, kann ihm helfen, sich in seinen Motiven klar zu werden. Es gilt grunds\u00e4tzlich, Respekt vor dem Alter und der Glaubenserfahrung der \u00e4lteren Geschwister an den Tag zu legen. Evtl. auch, sich \u00fcber den jugendlichen Eifer im Glauben klarzuwerden, der manches \u00fcberbetont und anderes vernachl\u00e4ssigt. Es muss zu einem gesunden Ausgleich kommen, wof\u00fcr andere Geschwister, auch M\u00fctter im Glauben, beitragen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Die j\u00fcngeren Frauen (ermahne) wie Schwestern, mit allem Anstand: <\/em>Ganz n\u00fcchtern und mit gro\u00dfer Klarheit spricht Paulus die Gefahr der sexuellen Versuchung an. Er als junger und wohl unverheirateter Mann muss bei der Ermahnung bzw. Seelsorge an j\u00fcngeren Frauen die n\u00f6tige Zur\u00fcckhaltung\/Keuschheit an den Tag legen. Seelsorge bedingt immer ein gewisses Ma\u00df an Offenheit dem anderen gegen\u00fcber, die aber gleichzeitig zu einer Versuchung f\u00fcr ihn werden kann, wenn er die gebotene Distanz nicht einh\u00e4lt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zusammengefasst: Paulus gibt Timotheus f\u00fcr seinen Dienst an der Gemeinde mit auf den Weg, dass er sich vor Augen h\u00e4lt, wen er vor sich hat. Es wird ihm helfen, sich immer daran zu erinnern, dass die Gemeinde eine geistliche Familie ist, in der es V\u00e4ter und M\u00fctter gibt, die l\u00e4nger im Glauben stehen als er selbst. Und dass es immer geboten ist, eine Haltung der Demut und Korrekturbereitschaft seinen Br\u00fcdern und Schwestern gegen\u00fcber an den Tag zu legen. Ein solcher Umgang mit den Gemeindegliedern gegen\u00fcber wird das Gemeindeklima auf gute Art und Weise pr\u00e4gen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Verstehen, worum es geht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.1 Hinweise f\u00fcr situative \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unser Predigt- Thema \u201eBilder der Gemeinde \u2013 Familie\u201c spricht ein sehr wesentliches Bed\u00fcrfnis aller Menschen an: Jeder m\u00f6chte irgendwo dazugeh\u00f6ren. Es ist die tiefe und unstillbare Sehnsucht, gesehen zu werden und die Angst vor Einsamkeit, die jeder Menschen kennt. Das spiegelt sich besonders deutlich in einer Umfrage wider: Nur 1% stimmte der Aussage zu, dass man ohne Familie gl\u00fccklicher sei als mit:<br><a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/kurz-knapp\/zahlen-und-fakten\/datenreport-2021\/werte-und-einstellungen\/330281\/einstellungen-zu-familie-und-elternschaft\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.bpb.de\/kurz-knapp\/zahlen-und-fakten\/datenreport-2021\/werte-und-einstellungen\/330281\/einstellungen-zu-familie-und-elternschaft\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist die Sch\u00f6nheit der Gemeinde, dass hier Menschen aus allen Generationen, Gesellschaftsschichten und Nationalit\u00e4ten einen Platz haben und durch Gott zu einer Familie werden. Nicht gemeinsame Interessen, Hobbys, N\u00f6te etc. sind das Verbindende, sondern der gemeinsame Vater im Himmel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.2 Hinweise f\u00fcr homiletische \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Je nach Gemeindesituation finden sich in einer Gemeinde nicht alle Generationen wieder. Viele leiden unter dieser Diskrepanz, dass sich Jung und Alt oft in eigenen Gemeinschaften bzw. Gemeinden treffen. Wir haben in unserem Umfeld oftmals eine \u201eGemeindelandschaft\u201c, in der sich jeder nach einer Art Bedienmentalit\u00e4t Gemeinde nach seinem Geschmack heraussuchen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Predigt kann das sicher angesprochen werden, es sollte aber nicht mit erhobenem Zeigefinger bzw. in einem vereinfachten Schwarz- Wei\u00df- Schema dar\u00fcber gesprochen werden. Es gibt vielf\u00e4ltige Gr\u00fcnde, warum eine Gemeinde \u201e\u00fcberaltert\u201c bzw. warum sich junge Menschen anderen Gemeinden anschlie\u00dfen. Die geistliche Realit\u00e4t bleibt trotz der f\u00fcr viele unbefriedigenden Gemeindesituation davon unber\u00fchrt: Gottes Kinder bilden eine Familie und diese ist nicht identisch mit Gemeindezugeh\u00f6rigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine wichtige Frage, die sich vielen ebenfalls stellt, ist: Wie leben wir eigentlich diese Realit\u00e4t der geistlichen Familie? Wo findet Gemeinschaft statt, in der wir Anteil geben und nehmen? Wie ist das Gemeindeklima bei uns? Ist es von gegenseitigem Respekt und Demut gepr\u00e4gt? Kann man erkennen, dass wir eine geistliche Familie sind? Woran?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3. Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Predigt soll die Sch\u00f6nheit der Gemeinde als Familie aufzeigen, in die Gott uns durch den Glauben an Jesus Christus hineingestellt hat. Durch Gott, den Vater sind alle Kinder Gottes untereinander verbunden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.2 Predigtthema \u2013 was sage ich in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gott schenkt uns in der Gemeinde eine neue Familie!<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Durch den Glauben an Jesus erleben wir die Wiedergeburt und werden Teil der Familie Gottes<\/li>\n\n\n\n<li>Die Familie Gottes besteht aus vielen Geschwistern, die ebenfalls an Jesus glauben, sowie aus geistlichen V\u00e4tern und M\u00fcttern<\/li>\n\n\n\n<li>Unser Verhalten in der Familie soll sich durch Liebe und Respekt den Geschwistern und den geistlichen V\u00e4tern und M\u00fcttern gegen\u00fcber auszeichnen<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.3 Predigtentfaltung \u2013 wie sage ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Predigt kann thematisch entfaltet werden:<br><strong>Die Gemeinde \u2013 Gottes Familie<\/strong><br><strong>a) In eine Familie wird man hineingeboren (Joh 1, 11-13)<br>b) Familienmitglieder sucht man sich nicht aus (Matth 12, 46- 50)<br>c) Liebevoller Umgang sorgt f\u00fcr ein gutes Familienklima (1. Tim 5, 1-2)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(Karlheinz Deininger)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jahresthema: Von der Sch\u00f6nheit der Gemeinde \u2013 biblische Bilder der Gemeinde Predigtthema:&nbsp; Bilder der Gemeinde: Familie (Joh 1,11-13; Mt 12,46-50; 2Kor 6,18; 1Tim 5,1-2) Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. 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