{"id":4635,"date":"2022-11-22T11:13:47","date_gmt":"2022-11-22T10:13:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=4635"},"modified":"2022-11-22T11:14:23","modified_gmt":"2022-11-22T10:14:23","slug":"predigthilfe-vom-25-dezember-2022-johannes-1-14-18","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-25-dezember-2022-johannes-1-14-18\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 25. Dezember 2022 &#8211; Johannes 1, 14-18"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Predigtthema:<\/strong> Jesus &#8211; eine Herrlichkeit, voller Gnade und Wahrheit<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1. Sehen, was dasteht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen, um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/\">www.bibleserver.com<\/a> (Luther 1984 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000 \/ Neue Genfer \u00dcbersetzung \/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Johannesevangelium nimmt unter den vier Evangelien einen besonderen Platz ein. Nicht nur weil es das am sp\u00e4testen verfasste Evangelium ist und von vielen Ereignissen berichtet, die in keinem der anderen Evangelien stehen, sondern weil es uns in besonderer Weise den HERRN Jesus Christus darstellt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das Johannesevangelium zeigt uns die Einzigartigkeit Jesu auf.<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf den ersten Blick scheint das Evangelium sehr schlicht und einfach. Die Ereignisse sind chronologisch beschrieben und Jesus wird mit bildhaften Vergleichen verst\u00e4ndlich dargestellt (T\u00fcr, Weg, Hirte, Weinstock, Licht usw.). Dennoch f\u00e4llt gleich am Anfang auf, dass gerade der Prolog (Vorwort: Joh 1,1-18) sehr komplex und tiefsinnig ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.2 Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hilfen zur Auslegung bieten z.B.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Gerhard Maier. Johannes-Evangelium 1. Teil. Edition C Bibel-Kommentar, Bd. 6. H\u00e4nssler (S. 24-30).&nbsp;&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Werner de Boor. Das Evangelium des Johannes 1. Teil. Wuppertaler Studienbibel. R. Brockhaus (S. 42-50).<\/li>\n\n\n\n<li> William MacDonald. Kommentar zum Neuen Testament. CLV (S. 345-346).<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur Besch\u00e4ftigung mit dem Predigttext hilft das Anh\u00f6ren (im Sinne von Apg 17,11b) der Botschaften von Winrich Scheffbuch vom 07.09.1975 unter dem Thema \u201eDas Einzigartige an Jesus: Alles f\u00fcr uns\u201c zu Joh 1,16 und von Uwe Rechberger vom 25.2018 mit dem Titel: \u201eMach\u2019s wie Gott, werde Mensch\u201c. Diese Predigten findet ihr unter <a href=\"http:\/\/www.sermon-online.de\">www.sermon-online.de<\/a>, wenn ihr unter \u201eerweiterte Suche\u201c die Felder \u201eBibelstelle\u201c [Johannes 1] und \u201eAutor\u201c [Scheffbuch, Winrich\/ Rechenberger, Uwe] ausf\u00fcllt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bitte studiert auch den hilfreichen Predigttipp von Thomas Richter vom 16.12.2012 zu Johannes 1,14-18 unter <a href=\"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-16-dezember-2012-johannes-1-14-18\/\">https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-16-dezember-2012-johannes-1-14-18\/<\/a>. Beachtenswerte Textanmerkungen und Parallelstellen zum Predigttext bietet z.B. die MacArthur Studienbibel (S. 1484ff.).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.3 Anmerkungen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V. 14:<\/strong><br>Das Fleisch gewordene Wort (\u201e\u03bb\u03cc\u03b3\u03bf\u03c2&#8220;, logos) bezieht sich auf V. 1-5. Da werden die wichtigen Eckdaten des \u201elogos\u201c dargestellt: Es ist Gott (V.1), ewig (V.2), Sch\u00f6pfer (V.3), Hoffnungstr\u00e4ger f\u00fcr die Menschheit (V.4) und es besiegte die Dunkelheit (V.5).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses \u201elogos\u201c wurde Fleisch, hat sich erniedrigt und Menschengestalt \u201eangezogen\u201c. Nicht als Kost\u00fcm, sondern wurde in allem uns gleich (vgl. Hebr. 4,15). Ein Wunder, das kein Mensch erkl\u00e4ren kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es wurde Fleisch, um uns zu erl\u00f6sen (Hebr. 2,14ff). Dazu geh\u00f6rte auch die Erfahrung der Versuchung auf allen Gebieten, jedoch ohne zu s\u00fcndigen (Joh 8,46; 2Kor 5,21; 1Petr 2,22; 1Joh 3,5; Hebr 4,15).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Wort ist Jesus. Das ist das Licht der Welt (vgl. V. 6-13). Er ist der Messias, der Retter. In ihm ist das Recht, durch den Glauben, Kind Gottes genannt zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jesus \u201ewohnte unter uns\u201c. W\u00f6rtlich kann man sagen, dass er zeltete. Es war nicht seine Erststation oder Endstation, auch nicht seine bleibende Wohnung. Es war auch keine kurze Erscheinung. Er lebte hier in unserer Welt 33 Jahre als Mensch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gottes Wohnen unter den Menschen spielte schon im AT eine gro\u00dfe Rolle (vgl. 2Mose 25,8; 4Mose 5,3; 5Mose 12,5; Ps 74,2; Jes 8,18; Joel 4,17). Solches Wohnen Gottes bei den Seinen wird auch f\u00fcr die Endzeit versprochen (Hes 37,26f; Joel 4,17; Sach 2,14; Offb 21,3). In Jesus ist dies Wirklichkeit geworden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Johannes und andere sahen seine Herrlichkeit. Herrlichkeit ist das leuchtende Licht, das Gottes Anwesenheit verk\u00fcndigt, aber auch die Vollkommenheit und Unverg\u00e4nglichkeit Gottes. Sichtbar wurde diese Herrlichkeit zum einen in seinem vollkommenen Charakter und Leben, das ohne Makel war, zum anderen auf dem Berg der Verkl\u00e4rung (Mt 17,1f).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Voller Gnade und Wahrheit \u2013 Jesus ist die personifizierte Gnade Gottes. Sein Opfer ist die Gnadentat. Sein ganzes Wesen ist gnadenvoll. Er sucht nicht sein eigenes Bestes, sondern kam, um Gottes Willen zu erf\u00fcllen und Gottes Liebe den Menschen zu zeigen. Jesus ist die Wahrheit. In ihm ist kein Trug. &#8222;Nicht ein Mensch ist Gott, dass er l\u00fcgt, noch der Sohn eines Menschen, dass er bereut. Sollte er gesprochen haben und es nicht tun und geredet haben und es nicht halten?&#8220; 4Mose 23,19. Auch als Mensch lebte Jesus die Herrlichkeit Gottes. Er war s\u00fcndlos. &#8222;Denn wir haben nicht einen Hohen Priester, der nicht Mitleid haben k\u00f6nnte mit unseren Schwachheiten, sondern der in allem in gleicher Weise \u27e8wie wir\u27e9 versucht worden ist, \u27e8doch\u27e9 ohne S\u00fcnde.&#8220; Hebr. 4,15<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nur Jesus kann so eine Herrlichkeit besitzen. Er ist der Einzige, der vom Vater herabkam. &#8222;er, der Ausstrahlung seiner [Gottes] Herrlichkeit und Abdruck seines Wesens ist&#8220; (Hebr 1,3a). Vgl. Offb. 5 \u2013 Nur einer ist w\u00fcrdig das Buch zu \u00f6ffnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V.15:<\/strong><br>Zwei Zeugen nennt Johannes in den Versen 15 und 16. Johannes und der J\u00fcngerkreis Jesu.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Johannes hat von Jesus, dem rettenden Messias gepredigt, bevor Jesus seinen \u00f6ffentlichen Dienst begonnen hat. Als Jesus dann zu Johannes kam, sagte Johannes seinen J\u00fcngern nur noch: \u201eDieser war es, von dem ich sagte: Der nach mir kommt, ist vor mir geworden, denn er war eher als ich.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aufgrund der Tatsache, dass Jesus von Johannes getauft worden war, k\u00f6nnte man meinen, dass Jesus ein J\u00fcnger von Johannes dem T\u00e4ufer war. Doch mit dieser Aussage weist Johannes jeden Erhabenheitsanspruch \u00fcber Jesus von sich ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jesus ist nach Johannes dem T\u00e4ufer geboren (Lk 1,5ff) und war dennoch schon vor ihm. Hier bezeugt Johannes der T\u00e4ufer die G\u00f6ttlichkeit Jesu als Sohn Gottes. &#8222;Denn in ihm ist alles in den Himmeln und auf der Erde geschaffen worden, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Gewalten oder M\u00e4chte: Alles ist durch ihn und zu ihm hin geschaffen&#8220; Kol 1,16.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V.16:<\/strong><br>&#8222;Wir alle&#8220; \u2013 alle Menschen auf Erden! Nicht nur die Apostel und die an Jesus glauben, wenn auch besonders sie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eF\u00fclle\u201c \u2013 Jesus hat des Vaters Reichtum. Er war von Anfang an. Er hat die Welt erschaffen. Dieser Reichtum besteht in seiner engen Beziehung zum Vater (vgl. Mt 11,27; 28,18; Joh 5, 17ff; 17,1f; Eph 1,23; Kol 2,9).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Wort f\u00fcr \u201egenommen\u201c (LUT2017) ist dasselbe welches wir in V.12 finden, was mit \u201eaufnahmen\u201c \u00fcbersetzt wird. Das \u201enehmen\u201c der Gnade entspricht also dem \u201eAufnehmen\u201c Jesu.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Johannes betont die Gnade, die diesen Reichtum ganz besonders macht und die niemand sonst anbieten kann. Denn die Gnade Gottes kann niemand erteilen als nur Gott selbst. Mit der Gnade ist die rettende Barmherzigkeit Gottes gemeint.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eGnade um Gnade\u201c \u2013 die immer wieder erneuerte Gnade Gottes. \u201eJa, die Gnadenerweise des HERRN sind nicht zu Ende, ja, sein Erbarmen h\u00f6rt nicht auf, es ist jeden Morgen neu. Gro\u00df ist deine Treue.\u201c Klgl 3,22f.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gnade empfangen \u2013 unser Leben, jeder Atemzug. Alle Gaben die wir genie\u00dfen d\u00fcrfen auf Erden. Vergebung der S\u00fcnden \u2013 Frieden mit Gott. Immer neu, obwohl wir widerspenstig waren, sind und sein werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V.17:<\/strong><br>Die empfangene Gnade im vorherigen Vers wird in Vers 17 erkl\u00e4rt. Mose hatte eine wichtige Mittlerrolle zwischen Gott und dem Volk Israel. Er hat Gottes gute Weisungen (R\u00f6m 7,12) vermittelt und an diese sollten sich die Israeliten halten, um vor Gott gerecht zu leben. Gott offenbarte durch Mose im Gesetz seine Herrlichkeit (die Vollkommenheit und Unverg\u00e4nglichkeit Gottes). Aber in Jesus ist ein gr\u00f6\u00dferer Mittler zu uns Menschen gesandt, weil er die Gnade und Wahrheit Gottes ist. Er schaffte das, was das Gesetz nicht konnte, n\u00e4mlich uns Menschen vor Gott gerecht zu machen (vgl. Hebr 3,1ff die Gegen\u00fcberstellung von Jesus und Mose).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht greift hier Johannes bewusst Mose als Person auf (und nicht nur das Gesetz), um den schriftkundigen Leser an die Verhei\u00dfung zu erinnern, die durch Mose selbst prophezeit ist: \u201eEinen Propheten wie mich wird dir der HERR, dein Gott, aus deiner Mitte, aus deinen Br\u00fcdern, erstehen lassen. Auf ihn sollt ihr h\u00f6ren.\u201c 5Mose 18,15.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erst in diesem Vers nennt Johannes das Wort und das Licht beim Namen: Jesus. Sein Titel: Christus = Messias, der Gesalbte. Damit greift er auf die Gnade und Wahrheit (siehe oben) zur\u00fcck, die er verk\u00f6rpert. Anders als Mose, der als treuer Botschafter etwas von dem Vollen \u00fcberbrachte, ist in der Person Jesus die Gnade und Wahrheit personifiziert. \u201eMose ist nicht selbst der Gesetzgeber gewesen; Christus aber ist die Quelle der Gnade und Wahrheit\u201c Johann Albrecht Bengel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V18:<\/strong><br>Seit dem S\u00fcndenfall hat kein Mensch Gott direkt gesehen. Mose, Jesaja oder Hesekiel haben ihn nur st\u00fcckweise gesehen. Warum ist das so? Weil nur wer \u201ereinen Herzens\u201c ist, \u201eGott schauen\u201c kann (Mt 5,8). Aufgrund der S\u00fcnde k\u00f6nnen wir Menschen Gottes Anblick nicht ertragen bzw. \u00fcberleben (2Mose 19,21; 33,20ff; 5Mose 4,12).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Unsichtbarkeit Gottes liegt eine Anfechtung f\u00fcr uns Menschen. Denn wir schenken dem, was wir sehen k\u00f6nnen mehr Glauben als dem, was wir nicht sehen. Jedoch ist Gott Realit\u00e4t (vgl. Joh 14,18: 1Petr 1,8).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einige Handschriften \u00fcberliefern \u201eder einziggezeugte Gott\u201c. Andere \u201eder einziggezeugte Sohn\u201c. Diese beiden \u00dcberlieferungen schlie\u00dfen sich nicht aus und sind beide richtig. Denn Jesus ist sowohl Gott als auch der Sohn Gottes. Vielleicht ist dies auch ein Versuch von Johannes am Ende des Prologs beides zum Ausdruck zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gegenwartsform (\u201eist\u201c), weil das Johannesevangelium nach der Himmelfahrt Jesu geschrieben worden ist. Mit V. 18 schlie\u00dft Johannes seinen Prolog (Einleitung) und beginnt ab V. 19 mit der Berichterstattung.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sitzt aber Jesus nicht nach seiner Himmelfahrt zur Rechten Gottes (Mk 16,19)? Was ist dann mit &#8222;Vaters Scho\u00df&#8220; gemeint? Der griechische Begriff (\u201e\u03ba\u03cc\u03bb\u03c0\u03bf\u03bd\u201c <em>kolpos<\/em>) kann ebenfalls mit Brust \u00fcbersetzt werden und will eine enge Gemeinschaft zum Ausdruck bringen. In unserem Zusammenhang will Johannes uns Lesern klar machen, dass Jesus nicht nur Gott gesehen hat, sondern eine sehr enge Gemeinschaft mit Gott dem Vater hat. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jesu Zeugnis von Gott kennt keines gleichen. Denn er ist sein einziger Sohn und kennt seinen Vater dementsprechend am besten. In Jesus ist uns der volle Wille Gottes offenbart worden. \u201eAlles ist mir \u00fcbergeben worden von meinem Vater; und niemand erkennt den Sohn als nur der Vater, noch erkennt jemand den Vater als nur der Sohn, und der, dem der Sohn \u27e8ihn\u27e9 offenbaren will.\u201c Mt 11,27 (Vgl. Joh 6,46; 14,7).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Treffend fasst Gerhard Maier zusammen: \u201eNur Jesus kann uns vollkommene Klarheit und Gewissheit \u00fcber Gott den Vater schenken\u201c. Diese Offenbarung finden wir im Bericht, den Johannes ab Vers 19 von Jesu Reden und Taten ablegt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Verstehen, worum es geht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.1 Hinweise f\u00fcr hermeneutische \u00dcberlegungen (Auslegung)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Johannes schrieb diesen Text als Erg\u00e4nzung zu den Synoptikern, die zu seiner Zeit schon in der Gemeinde verbreitet waren. Sein Evangelium schrieb er, damit die H\u00f6rer zum Glauben an Jesus finden und das Leben haben (20,31). Darum ist der Fokus im Johannesevangelium auf die Person Jesu und sein Werk gelegt. Im Prolog finden wir eine kurze, aber komprimierte Zusammenfassung des ganzen Evangeliums von Johannes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Prolog beinhaltet zwar keine direkten \u201eJesusworte\u201c, ist aber trotzdem nicht als eine \u201ejohanneische\u201c Spekulation zu verstehen. Seine Einleitung ist auf die Verk\u00fcndigung Jesu zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.2 Hinweise f\u00fcr situative \u00dcberlegungen (Predigtanlass)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist ein Vorrecht am Christfest von dem gr\u00f6\u00dften Geschenk aller Zeiten zu reden. Besonders passend scheint mir Jesus den Herrlichen, Gottes eingeborenen Sohn, den Zuh\u00f6rern vorzustellen. Vielleicht haben sich einige Menschen am Heiligabend-Gottesdienst zum Christfest-Gottesdienst einladen lassen. Daher ist es sinnvoll viele Beispiele und Geschichten in die Predigt einzubauen, damit die Zuh\u00f6rer sich in ihrer Situation angesprochen f\u00fchlen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da uns in der Adventszeit in besonderer Weise das Thema Ankunft als Monatsthema leitete (\u201eJesus kam, kommt und wird kommen\u201c), sollten wir uns bewusst machen, dass wir in der Zeit zwischen dem ersten und zweiten Kommen des Messias predigen. Die Darlegung der Vergangenheit (= damals war es so), kann so auf dem Hintergrund der Zukunft (= so wird es kommen) zu einer Reaktion in der Gegenwart (= was ist meine Reaktion) f\u00fchren. Bevor Jesus als Richter kommt, ist er als Retter gekommen, damit wir Kinder Gottes werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.3 Hinweise f\u00fcr homiletische \u00dcberlegungen (Anwendung)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir steigen mit V.14 mitten im Prolog vom Johannesevangelium ein. Der Zusammenhang ist enorm wichtig, um die Bedeutung zu verstehen. Betrachten wir&nbsp;z. B.&nbsp;die Bezeichnung \u201eDas Wort\u201c getrennt vom Zusammenhang aus den Versen 1-5, verliert die \u201eFleischwerdung\u201c an Bedeutung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das \u201eWort\u201c (Gott, ewig, Sch\u00f6pfer, Hoffnungstr\u00e4ger f\u00fcr die Menschheit und&nbsp;Besieger&nbsp;der Dunkelheit) hat sich erniedrigt und gab uns ein Vorbild, dem wir folgen sollen. \u201eUnter euch wird es nicht so sein;&nbsp;sondern&nbsp;wenn jemand unter euch gro\u00df werden will, wird er euer Diener sein, und wenn jemand unter euch der Erste sein will, wird er euer Sklave sein; so wie der Sohn des Menschen nicht gekommen ist, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als L\u00f6segeld f\u00fcr viele.\u201c Mt 20,26-28 (Parallelstelle in Mk 10, 42ff).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In&nbsp;der Erniedrigung offenbarte er seine Liebe zu uns Menschen. Was hat er auf sich genommen, um Menschen f\u00fcr die Ewigkeit zu gewinnen? Lasst uns seinem Beispiel folgen und nicht zu schnell aufgeben, bzw. es uns auch was kosten lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es liegt ein Trost in der Tatsache, dass Gott Mensch wurde. Er kennt mich und wei\u00df, was ich durchmache.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jesus hat seine Heimat nicht auf Erden, so auch jeder, der an ihn glaubt (Phil 3,20). Leben wir auch so? Oder sind wir mit einer irdischen Heimat zufrieden?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Johannes der T\u00e4ufer durfte Jesus taufen, doch blieb seine Erkenntnis: Jesus ist Gott! Ihm ist bewusst, dass Jesus nicht von seiner Taufe abh\u00e4ngig war und dennoch seine Taufe gebrauchen wollte. Bin ich mir bewusst, dass Jesus mich nicht braucht, aber gebrauchen will?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3. Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zuh\u00f6rer sollen den Herrn Jesus als Gott und Herr erkennen und verstehen, wie unterlegen sie sind.<br>Die Zuh\u00f6rer sollen den Herrn Jesus als Diener erkennen und verstehen, wie unfassbar gro\u00df seine Liebe ist. Die Zuh\u00f6rer sollen dem Herrn Jesus vertrauen und seinem Beispiel folgen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.2 Predigtthema \u2013 was sage ich in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Siehe oben \/ unten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.3 Predigtentfaltung \u2013 wie sage ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Thomas Richter:<br>Wen erwarten wir?<br>Christus \u2013 die Herrlichkeit Gottes<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" type=\"a\">\n<li>als Wohnung (V. 14)<\/li>\n\n\n\n<li>als Wahrheit (V. 15-17)<\/li>\n\n\n\n<li>als Weg (V. 18)<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Gottfried Voigt:<br>Den unsichtbaren Gott kann man sehen, denn<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" type=\"a\">\n<li>sein Sohn macht ihn uns bekannt<\/li>\n\n\n\n<li>in ihm erweist er uns seine Gnade<\/li>\n\n\n\n<li>in ihm schenkt er uns sich selbst<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Uwe Rechberger:<br>Mach&#8217;s wie Gott, werde Mensch!<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" type=\"a\">\n<li>Wer zeltet erniedrigt sich<\/li>\n\n\n\n<li>Wer zeltet gew\u00e4hrt Einblick<\/li>\n\n\n\n<li>Wer zeltet konzentriert sich auf das Wesentliche\/Entscheidende<\/li>\n\n\n\n<li>Wer zeltet, der hat seine Heimat an einem anderen Ort<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(Jair Bayer)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigtthema: Jesus &#8211; eine Herrlichkeit, voller Gnade und Wahrheit Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. 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