{"id":4525,"date":"2022-06-07T14:50:44","date_gmt":"2022-06-07T12:50:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=4525"},"modified":"2022-06-07T14:50:44","modified_gmt":"2022-06-07T12:50:44","slug":"predigthilfe-vom-10-juli-2022-roemer-10-18-11-36","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-10-juli-2022-roemer-10-18-11-36\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 10. Juli 2022- R\u00f6mer 10, 18 &#8211; 11, 36"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>R\u00f6merbrief: Anders leben unter Gottes Erbarmen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Predigtthema: (urspr\u00fcnglicher Vorschlag): Die Berufung Gottes ist unbereubar: Israels Schuld und Wiederherstellung als Vorbilder f\u00fcr uns.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk. 10,16a)!<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">1&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Sehen, was dasteht<\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen, um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/\">www.bibleserver.com<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">1.1&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Allgemeine Hinweise zum Predigttext<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Predigttext f\u00fcr den 10. Juli ist ein recht langer Abschnitt, der aber thematische sehr eng zusammenh\u00e4ngt. In Kapitel 10, 18-21 unterstreicht Paulus noch einmal die Verantwortung Israels. Israel hat sich der Heil schaffenden Gerechtigkeit Gottes widersetzt und nicht auf die Botschaft des Evangeliums geh\u00f6rt. In Kapitel 11 wird Paulus dann zeigen, dass es einen von Gott erw\u00e4hlten Rest gibt, der an den Messias glaubt (11, 1-10). Paulus zeigt, dass die Ablehnung des Evangeliums durch Israel zur Bekehrung der Heiden f\u00fchrte (11, 11-24). Im Blick auf die Zukunft Israels unterstreicht Paulus dann, dass Gott seine Verhei\u00dfung erf\u00fcllen und Israel retten wird (11, 25-32). Das Kapitel endet mit einem Lobpreis Gottes (11, 33-36).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">1.2&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hilfen zur Auslegung bieten z.B.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Krimmer, Heiko. R\u00f6merbrief (Edition C Bibelkommentar)<\/li><li>Schnabel, Eckhard. Der Brief des Paulus an die R\u00f6mer: Kapitel 1-5 (Historisch&nbsp;&nbsp; Theologische Auslegung)<\/li><li>L\u00fcthi, Walter. Der R\u00f6merbrief<\/li><li>De Boor, Werner. Der Brief des Paulus an die R\u00f6mer (Wuppertaler Studienbibel)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">1.3&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;Anmerkungen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">(vgl. bes. Schnabel: Der Brief des Paulus an die R\u00f6mer)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kap 10, 18-21 <\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem Paulus in den Versen 14-17 gezeigt hat, wie das Evangelium durch Verk\u00fcndigung ausgebreitet und dann im Glauben angenommen oder im Unglauben abgelehnt wird, kommt er in Vers 18 auf die Frage zur\u00fcck, wie es denn um Israel steht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die M\u00f6glichkeit, dass Israel evtl. die Botschaft des Evangeliums nicht geh\u00f6rt haben k\u00f6nnte, ist nicht gegeben, da die Botschaft von Jesus bis an die Grenzen der damals bekannten Welt verk\u00fcndigt wurde oder wird. Paulus nimmt hier die Perspektive des Missionsbefehls (Mt 28, 18-20) auf und benutzt Worte aus Psalm 19, um die Ausbreitung des Evangeliums zu beschreiben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Israel hat die Botschaft des Evangeliums geh\u00f6rt, aber haben sie es nicht verstanden? Dieser Frage geht Paulus in Vers 19-21 nach. Paulus hat den Israeliten in R\u00f6m 10, 2 schon attestiert, dass sie zwar Eifer f\u00fcr Gott haben, aber nicht mit der richtigen Erkenntnis. Das Problem liegt nach Paulus darin, dass sie versuchten ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten, anstatt Gottes Gerechtigkeit f\u00fcr ihr Leben anzunehmen (vgl. R\u00f6m 10,2-3). Sie vertrauten auf ihr eigenes Vorrecht als Volk Gottes. Indem Gott seine Botschaft nun an die unterschiedlichsten V\u00f6lker richtet und sich ein Volk aus allen Nationen zusammensammelt, will er Israel zur Eifersucht reizen. Paulus zitiert hier aus dem Lied des Mose (5.Mose 32, 21), wo Mose Gottes Reaktion auf die Untreue seines Volkes beschreibt. Gott will sein Volk eifers\u00fcchtig machen, damit es aufh\u00f6rt, andere G\u00f6tter anzubeten und zum lebendigen Gott zur\u00fcckkehrt. Genauso will er sein Volk dadurch, dass das Evangelium die Heiden erreicht zur Eifersucht reizen, dass sie endlich erkennen, sich nicht auf ihre Gerechtigkeit zu vertrauen, sondern ihre Hoffnung auf Gottes Gnade und seine Gerechtigkeit in Christus setzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Paulus f\u00fcgt dann in Vers 20 und 21 noch ein Zitat von Jesaja an (Jes 65, 1ff), das erneut unterstreicht, wie Gott sich den Heiden offenbart, w\u00e4hrend Israel trotz Gottes gn\u00e4diger Einladung im Ungehorsam und Widerspruch gegen Gott und seine Botschaft verharrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kap 11,1-10 \u2013 Ein Rest von Israel ist erw\u00e4hlt \u2013 allein aus Gnade<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch in diesen zehn Versen vergleicht Paulus die aktuelle Situation seiner Zeit mit einem Ereignis im Alten Testament. &nbsp;Paulus geht es darum, eine ganz entscheidende Frage zu beantworten, n\u00e4mlich die Frage, ob Gott Israel grunds\u00e4tzlich versto\u00dfen hat. Wenn sich Israel der Einladung Gottes so deutlich in Ungehorsam widersetzt, ist es eine naheliegende Frage, ob Gott einen Schlussstrich gezogen und sein Volk versto\u00dfen hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Paulus verneint diese Frage ganz klar und verweist zun\u00e4chst auf sich selbst, der als Israelit an das Evangelium glaubt. Dann f\u00fchrt Paulus in Vers 2 eine Verhei\u00dfung Gottes an (1Sam 12, 22; Ps 94, 14), dass Gott sein Volk nie verlassen wird, ohne diese Aussage als Zitat zu kennzeichnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ab dem zweiten Teil von Vers 2 lenkt Paulus unseren Blick auf die Situation des Propheten Elia, der in einer f\u00fcr ihn aussichtslosen Lage zu Gott rief und das Volk Israel anklagte (vgl. 1K\u00f6n 19, 10). Elia hielt sich f\u00fcr den einzigen, der \u00fcbriggeblieben war. Die Wirklichkeit sah damals aber anders aus. Gott selbst hatte sich 7000 treue Anbeter \u00fcbriggelassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Paulus benutzt dieses alttestamentliche Ereignis als Illustration der Situation Israels zu seiner Zeit. Auch zu seiner Zeit ist ein Rest von Israel \u00fcbrig, der an die Botschaft Gottes glaubt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie Paulus diese alttestamentliche Illustration anwendet, wird ab Vers 5 deutlich. Er sieht die Geschichte Elias als eine heilsgeschichtliche Vorschattung der Ereignisse seiner Zeit. Gott hat auch in dieser Zeit, in der das Evangelium von vielen in Israel abgelehnt wurde, einen Rest bewahrt. Ein Rest Israeliten, die Gott als den Vater Jesu Christi anbeten, der seinen Sohn als Retter auf die Welt gesandt hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie ist es aber zu diesem Rest gekommen? Paulus ist es sehr wichtig, dass dieser Rest durch Gottes gn\u00e4dige Erw\u00e4hlung zustande kam. Gottes Gnade wird daran sichtbar, dass ein Rest in Israel Jesus als den Messias anbetet. Nicht die menschlichen Werke sind das entscheidende Kriterium, es ist Gottes souver\u00e4ne Gnade.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier ist es wichtig, dass wir die Br\u00fccke zur Elia-Geschichte sehen, bei der Paulus davon spricht, dass Gott sich die 7000 \u00fcbriggelassen hat. Die 7000 erfuhren nicht wegen ihren Werken Heil, sondern weil Gott sie f\u00fcr sich \u00fcbriggelassen hat. Ein solches Gnadenhandeln Gottes erkennt Paulus auch in seiner Zeit. Gott hat geschenkt, dass ein Rest Israels zum Glauben an Jesus den Messias gekommen ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie stehen in dieser Position eben nicht dadurch, dass sie Gesetzesbestimmungen des Alten Bundes gehalten h\u00e4tten, sondern weil sie auf Gottes Gnade in Jesus Christus vertrauen. Die Gnade Gottes in seinem Sohn ist die einzige Hoffnung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Vers 7-10 fasst Paulus nun zusammen, was dies f\u00fcr Israel als Ganzes bedeutet. Israel sucht Gerechtigkeit bei Gott, sie suchen die Rettung. Aber nur der Rest, der Jesus als den Retter annimmt, die Auswahl, hat diese Rettung gefunden. F\u00fcr den Rest gilt, dass sie die Predigt des Evangeliums zwar h\u00f6ren, aber ihre Herzen verh\u00e4rtet wurden. Wir sehen hier Gottes Gericht \u00fcber Israel, ohne dass Gott aufh\u00f6rt sein Volk durch die Verk\u00fcndigung des Evangeliums zur Umkehr zu rufen. In 2Kor 3, 14ff erkl\u00e4rt Paulus, dass diese Verstockung erst dann endet, wenn sich das Volk zu Gott wendet, das bedeutet zum Glauben an den Messias kommt. In Vers 8-10 zeigt Paulus, wie Gott sein Handeln schon im Alten Testament angek\u00fcndigt hat. (5Mose 29, 3; Jes 29, 10; Ps 69, 23-24). Der Unglaube Israel zur Zeit von Paulus ist eine Konsequenz von Gottes Handeln mit Israel und gleichzeitig Teil seiner Rettungsabsicht f\u00fcr sein Volk. Gerade das Zitat aus Psalm 69 in den Versen 9 und 10 zeigt, wie ernst es um die Israeliten steht, die Gottes Heil in Christus ablehnen. Sie stehen unter Gottes Gericht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kap 11,11-24 \u2013 Die Folge der Ablehnung des Evangeliums durch Israel<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Paulus greift in Vers 11 die Frage noch einmal auf, ob Gott denn sein Volk verworfen hat. Und wieder ist die Antwort von Paulus ein klares Nein. Gott nutzt den Fall Israel, um die Botschaft des Evangeliums in alle Welt zu tragen und so bekommen die V\u00f6lker Anteil an der Rettung durch den Messias. In der Apostelgeschichte sehen wir, wie gerade die Vertreibung der Judenchristen aus Jerusalem dazu f\u00fchrte, dass das Evangelium hinausgetragen wurde und Menschen in anderen St\u00e4dten zum Glauben kamen. Hier haben wir die direkte Verbindung zwischen der Ablehnung des Evangeliums durch das Volk Gottes und die Verk\u00fcndigung des Evangeliums an die Heiden. Aber Gott verfolgt noch ein weiteres Ziel. Er will sein Volk zur Eifersucht reizen. Nicht in dem Sinne, dass Israel bei dem eifers\u00fcchtigen Anspruch stehen bleibt, als einziges Volk ein Anrecht auf Gottes Heil zu haben. Vielmehr soll Israel erkennen, dass Gott den V\u00f6lkern Heil schenkt und das soll zu einer \u201epositiven\u201c Eifersucht f\u00fchren, dass die \u00dcbrigen in Israel sich auch danach sehnen, an diesem Heil Anteil zu bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit der F\u00fclle oder Vollzahl am Ende von Vers 12 meint Paulus wohl die \u201evollst\u00e4ndige Zahl der Juden, die sich zum Glauben an Jesus bekehren\u201c (vgl. Schnabel S.448). Paulus erwartet, dass viele Juden sich zu Jesus bekehren werden. Und durch seinen Dienst als Heidenapostel, will Paulus diese Eifersucht wecken, um auch Juden zu Christus zu f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Vers 15 sehen wir erneut, wie stark Paulus davon ausgeht, dass es zu einer Erweckung in Israel kommt, die noch zu einer st\u00e4rkeren Ausbreitung des Evangeliums durch die ganze Welt f\u00fchren wird. (Es k\u00f6nnte auch sein, dass Paulus hier auf die letzte Zeit der Heilsgeschichte blickt, wo Israel wiederhergestellt wird und dann die Auferstehung der Toten folgt.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ab Vers 16 nimmt Paulus seine Leser erneut in die Heilsgeschichte mit hinein. Israel ist und bleibt Gottes auserw\u00e4hltes Volk, auch wenn nur ein Rest an den Messias glaubt. Gott hat eine Zukunft mit Israel. Und Paulus zeigt in diesen Versen, wie das ganze Volk Gottes zusammengeh\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Erstlingsbrot k\u00f6nnte sich entweder auf die Erzv\u00e4ter Israels beziehen. Besonders Abraham ist ja nicht nur Vater Israels, sondern er wird Vater vieler V\u00f6lker genannt. Oder das Erstlingsbrot meint die Judenchristen und der Teig meint das ganze Volk Gottes aus Juden und Heiden, die an Jesus glauben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch das Bild von der Wurzel und dem Zweig unterstreicht, dass das ganze Volk Gottes heilig ist. Mit der Wurzel sind hier sehr wahrscheinlich die Patriarchen gemeint, die Gott erw\u00e4hlt hat. Aus dieser Wurzel ist Gottes Volk erwachsen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir sehen ab Vers 17 deutlich, dass dieses Volk Gottes (der Baum) f\u00fcr Paulus aus Juden und Heiden besteht. Dass entscheidende Kriterium ist der Glaube an den Retter Gottes. Die Heidenchristen sind fremde Zweige, die in diesen \u00d6lbaum eingepfropft wurden und nun ganz Anteil an diesem Baum haben. Die Juden dagegen, die den Messias ablehnen, sind die nat\u00fcrliche Zweige (also diejenigen, die von ihrer Abstammung her zu Israel geh\u00f6ren), die aufgrund ihres Unglaubens aus dem \u00d6lbaum, also aus dem Volk Gottes herausgebrochen wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb ermahnt Paulus die Heidenchristen sich nicht gegen Israel zu erheben, sondern sich bewusst zu machen, dass sie allein aus Gnade durch Glauben Teil des \u00d6lbaumes sein d\u00fcrfen. Diese Abh\u00e4ngigkeit von Gottes Gnade, soll im Glauben und mit Gottesfurcht gelebt werden. Das entscheidende Kriterium ist der Glaube, das lebendige Vertrauen auf den Messias. Hochmut w\u00e4re v\u00f6llig fehl am Platz und ein Hinweis darauf, dass kein echter Glaube da ist. Unglaube f\u00fchrt unweigerlich zur Trennung vom Volk Gottes. F\u00fcr die Juden, die bisher den Messias ablehnen, ist der Weg zu Umkehr aber weiterhin offen. Die ausgebrochenen, nat\u00fcrlichen Zweige k\u00f6nnen durch Glauben wieder in den \u00d6lbaum eingepfropft werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kap 11,25-32 \u2013 Der Erf\u00fcllung der Verhei\u00dfung und die Rettung Israels <\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bevor Paulus das Kapitel mit einem Lobpreis Gottes abschlie\u00dft, blickt er noch auf die Zukunft Israels und \u00f6ffnet den Christen in Rom einen Blick in Gottes Heilsplan. Gott hat Juden wie Heiden zum Heil bestimmt, und auch wenn es so aussehen k\u00f6nnte, hat Gott das Volk Israel nicht verworfen, sondern will es retten. Paulus verweist auf Jes 59, 20-21 und Jes 27, 9 als alttestamentlichen Beleg seiner Aussage. Gott rettet Israel und die V\u00f6lker, wobei das Neue des \u201eGeheimnisses\u201c ist, dass Gott zuerst die Heiden und dann Israel anschlie\u00dfend rettet. Paulus informiert die Heidenchristen in Rom \u00fcber diese Wahrheit, um sie davor zu bewahren, \u00fcberheblich im Blick auf die ungl\u00e4ubigen Juden zu werden. Paulus m\u00f6chte, dass die Gemeinde ihren Platz in der Heilsgeschichte kennt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Paulus erkl\u00e4rt nun das Geheimnis genauer. Ein Teil Israels ist verstockt, bis die von Gott gesetzte Vollzahl der Heiden mit dem Evangelium erreicht und gerettet ist. Dann wird diese Verstockung enden.<br>Was bedeutet nun der Anfang von Vers 26? Viele Ausleger gehen davon aus, dass Paulus hier sagen will, dass nach dieser Verstockungszeit ganz Israel gerettet wird. Wenn Paulus das meint, dann ist aber sehr klar, dass diese Rettung nur durch bewusste Umkehr zu Jesus dem Messias geschehen wird, und nicht durch einen Sonderweg Israels, denn nur in Jesus Christus gibt es Rettung aus der Sklaverei der S\u00fcnde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine andere Deutung ist, dass Paulus mit Vers 26a beschreibt, auf welche Weise Israel gerettet wird, n\u00e4mlich \u201emitten aus seiner Verh\u00e4rtung heraus, die Israel teilweise widerfahren ist, sodass gegenw\u00e4rtig nur ein \u00dcberrest Anteil hat am messianischen Heil, und mitten aus dem Eingang der V\u00f6lker in die Heilsgemeinde heraus, deren Missionierung und Bekehrung zum Glauben an den Messias Jesus sich bis zu dem von Gott festgelegten endzeitlichen Ma\u00df fortsetzen wird\u201c (Schnabel, S. 500).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was unter \u201eganz Israel\u201c zu verstehen ist, wird auch sehr unterschiedlich gedeutet. Was wir bei der Deutung unbedingt festhalten m\u00fcssen ist, dass es f\u00fcr Israel keinen Sonderweg des Heils gibt. Das hat Paulus in seiner Argumentation deutlich gemacht. Am plausibelsten Erscheinen mir zwei Erkl\u00e4rungen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ganz Israel bezieht sich auf den gl\u00e4ubigen Rest in Israel und die \u00dcbrigen, die im Moment noch verh\u00e4rteten Israeliten, die sich zum Glauben an Jesus bekehren werden. Oder ganz Israel meint das ganze Volk Gottes aus Juden und Heiden, die zum Glauben an Jesus gekommen sind. Es besteht aus der F\u00fclle der V\u00f6lker und aus der F\u00fclle Israels.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie immer man ganz Israel auch deutet, das Zitat aus dem Propheten Jesaja zeigt, dass alles von diesem einen Retter abh\u00e4ngt, durch die Gott die S\u00fcnde seines Volkes tr\u00e4gt. Jesus ist dieser Retter, der unsere Schuld ein f\u00fcr alle Mal getragen hat. Auch im Blick auf dieses Zitat sind sich die Ausleger uneins, ob Paulus hier die Wiederkunft Jesu im Blick hat, oder ob er die Worte Jesajas als Verhei\u00dfung des ersten Kommens des Messias sieht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Vers 28-32 kommt noch einmal zum Ausdruck, wie sehr Gott auch um die Israeliten ringt, die im Blick auf das Evangelium noch verstockt sind. Durch ihre Ablehnung der guten Nachricht erweisen sie sich als Feinde des Evangeliums und doch gilt ihnen Gottes einladende Liebe, der nicht aufh\u00f6rt, seine Botschaft immer wieder zu Geh\u00f6r zu bringen. Und erneut zeigt Paulus den Zusammenhang zwischen der Ablehnung des Evangeliums durch Israels und der Verk\u00fcndigung des Evangeliums an die Heiden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch ganz grundlegend bleibt bestehen, dass Israel Gottes erw\u00e4hltes Volk ist, das Gott sich nach seinem souver\u00e4nen Willen erw\u00e4hlt hat. Gott liebt sein Volk, er wird ihm treu sein, weil er zu seinen Verhei\u00dfungen steht, die er Abraham, Isaak und Jakob gegeben hat. Mit Vers 32 fasst Paulus den wunderbaren Heilsweg Gottes noch einmal zusammen. Alle Menschen, Juden wie Heiden stehen unter ihrem Ungehorsam und den Folgen dieses Ungehorsams. Das ist die Geschichte der Menschheit. Die Menschen gehen ihren eigenen Weg, mit allen Konsequenzen und sie sind verantwortlich vor Gott, f\u00fcr das, was sie tun. Doch Gottes Erbarmen ist gr\u00f6\u00dfer. In seiner Barmherzigkeit hat er seinen Sohn f\u00fcr die Schuld der Menschen gegeben und sich damit \u00fcber Juden und Heiden erbarmt. Jesus Christus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Er ist der einzige Weg zum Vater.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kap 11,33-36 \u2013 Lobpreis von Gottes Gerechtigkeit und Retterliebe<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Botschaft der Rettung von Heiden und Juden, Gottes wunderbarer Heilsplan, f\u00fcllt das Herz von Paulus mit einer tiefen Dankbarkeit und Freude und mit einem gro\u00dfen Staunen \u00fcber Gottes Wege. Paulus schlie\u00dft unseren Abschnitt mit einem wunderbaren Lobpreis, der uns Gottes Gr\u00f6\u00dfe und Souver\u00e4nit\u00e4t vor Augen stellt. Wir Menschen k\u00f6nnen aus uns heraus Gottes Wege nicht in ihrer Tiefe erfassen. Wir sind davon abh\u00e4ngig, dass Gott uns seine Wege offenbart. Er, der lebendige Gott ist das Zentrum des Universums. Ihm geh\u00f6rt alle Ehre.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">2&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Hilfen zum Textverst\u00e4ndnis<\/h1>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">2.1&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Hinweise f\u00fcr hermeneutische \u00dcberlegungen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Paulus schreibt diese Verse in einer Situation, in der die Frage, wie das Verh\u00e4ltnis von Juden, Judenchristen und Heidenchristen ist, sehr brennend war. Paulus schreibt in einer Zeit, in der der Tempel noch stand und Jerusalem noch das Zentrum des Judentums bildete.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das gro\u00dfe Anliegen, das Paulus im R\u00f6merbrief verfolgt ist es, deutlich zu machen, wie herrlich die Rettungsbotschaft von Jesus ist, und dass alle Menschen Jesus als ihren Retter brauchen. Gott erbarmt sich \u00fcber Juden und Heiden und will, dass alle Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Paulus ist es sehr wichtig zu zeigen, dass die Heidenchristen aus der Ablehnung des Evangeliums durch viele Juden nicht schlie\u00dfen k\u00f6nnen, dass Gott sein Volk verworfen hat. Vielmehr \u00f6ffnet Paulus eine heilsgeschichtliche Perspektive, die zeigt, wie eng die Ablehnung des Evangeliums durch Israel und die Rettung Heiden verkn\u00fcpft ist. Und Paulus zeigt, wie Gott die Rettung der Heiden dazu benutzt, um sein Volk Israel zur Umkehr zu reizen. Gott steht zu seinem Volk und seinen Verhei\u00dfungen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">2.2&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;Hinweise f\u00fcr homiletische \u00dcberlegungen (Anwendung)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir haben diesen Sonntag einen sehr langen Predigttext. Dennoch halte ich es f\u00fcr wichtig, den ganzen Abschnitt zu lesen (eventuell in Abschnitten), damit die Argumentation von Paulus geh\u00f6rt und nachvollzogen werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Predigt sollte Gottes Treue, sein Ringen um sein Volk und gleichzeitig die Alternativlosigkeit des Evangeliums deutlich werden. Wir, als Heidenchristen, sollten neu begreifen, was f\u00fcr ein Vorrecht es ist, dass Gott uns in sein Volk hineingestellt hat. Das ist ein gewaltiges Gnadengeschenk, das uns immer wieder neu dankbar und dem\u00fctig machen sollte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vom Lobpreis des Paulus ausgehend m\u00fcssen auch wir sehen, dass wir Gottes Pl\u00e4ne in ihrer Tiefe nur teilweise erfassen k\u00f6nnen. Gott hat uns das Entscheidende offenbart, aber bei Detailaussagen, gerade auch, was die Zukunft angeht, m\u00fcssen wir manches offenlassen.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">3&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Sagen, wo es hingeht<\/h1>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">3.1&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die H\u00f6rer sollen erkennen, wie gro\u00df Gottes Retterliebe ist. Er will uns Menschen retten und hat alles daf\u00fcr getan, dass sowohl Juden wie auch Heiden das Evangelium annehmen. Die H\u00f6rer sollen neu \u00fcber Gottes Gnade im Blick auf uns Heiden staunen, und auch \u00fcber die Treue Gottes zum Volk Israel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schlie\u00dflich sollen die H\u00f6rer in ihrem Vertrauen auf das Evangelium gest\u00e4rkt werden. Alle Menschen brauchen Jesus den Retter und wir als Christen sind auch heute beauftragt, diese Botschaft treu weiterzusagen und Menschen zur Umkehr zu rufen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">3.2&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Predigtthema \u2013 was sage ich in dieser Predigt?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gott ist unser treuer Retter: Sein Heilsplan f\u00fcr Israel und die Nationen<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">3.3&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;Predigtentfaltung \u2013 wie sage ich es in dieser Predigt?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Israels Reaktion auf das Evangelium: Verstockung aber ein gl\u00e4ubiger Rest (10, 18-11, 10)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Gott rettet die Heiden und will Israel eifers\u00fcchtig machen (11, 11-24)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Gott erf\u00fcllt seine Verhei\u00dfung und rettet Israel (11, 25-32)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">4. Gottes Heilsplan ist unvorstellbar herrlich (11, 33-36)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(Tobias Schurr)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>R\u00f6merbrief: Anders leben unter Gottes Erbarmen Predigtthema: (urspr\u00fcnglicher Vorschlag): Die Berufung Gottes ist unbereubar: Israels Schuld und Wiederherstellung als Vorbilder f\u00fcr uns. Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. 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