{"id":4508,"date":"2022-05-11T12:13:55","date_gmt":"2022-05-11T10:13:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=4508"},"modified":"2022-05-11T12:13:55","modified_gmt":"2022-05-11T10:13:55","slug":"predigthilfe-vom-12-juni-2022-roemer-919-103","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-12-juni-2022-roemer-919-103\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 12. Juni 2022 &#8211; R\u00f6mer 9,19 &#8211; 10,3"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Predigtthema:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Gerechtigkeit allein durch den Glauben<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Predigttext:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; R\u00f6mer 9,19-10,3<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1. Sehen, was dasteht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen, um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/\">www.bibleserver.com<\/a> (Luther 1984 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000 \/ Neue Genfer \u00dcbersetzung \/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir besch\u00e4ftigen uns im Juni, Juli und August mit der zweiten H\u00e4lfte des R\u00f6merbriefes (Kapitel 9-16). Kapitel 1-8 wurden im Jahr zuvor in den Predigten behandelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In R\u00f6mer 9-11 behandelt Paulus vor allem die Israel-Frage: Nachdem er in R\u00f6m 1-8 dargelegt hat, dass die gute Botschaft f\u00fcr alle Menschen gilt und den Juden sogar eine Priorit\u00e4t eingeordnet ist, stellt sich nun die Frage: Warum erkennen so viele Juden die Wahrheit \u00fcber Jesus nicht?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In dem Abschnitt f\u00fcr diesen Sonntag ist die Herausforderung vor allem die Deutung des T\u00f6pfer-Ton-Bildes. Wie ist das Bild im Kontext gemeint, was l\u00e4sst sich daraus ableiten \u00fcber Fragen der Vorherbestimmung des individuellen Heils? Unser Abschnitt legt einen klaren Schwerpunkt auf Gott, der durchweg als Handelnder bezeichnet wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.2 Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hilfen zur Auslegung des R\u00f6merbriefs bieten neben den g\u00e4ngigen Studienbibeln z.B.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">*Adolf Pohl, Der Brief des Paulus an die R\u00f6mer (Wuppertaler Studienbibel)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">*Douglas J. Moo, The Epistle to the Romans (NICNT)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">*Eckhard Schnabel, Der Brief des Paulus an die R\u00f6mer (HTA)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">*Heiko Krimmer, R\u00f6merbrief (Edition C) &nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.3 Anmerkungen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kapitel 9,19-23: Gott ist souver\u00e4n in seinem Handeln mit seinen Gesch\u00f6pfen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was entgegnet Paulus dem Einwand, dass der Mensch doch nicht zur Rechenschaft gezogen werden kann, wenn er sich Gott eh nicht widersetzen kann?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Nach dem ersten Einwand aus dem Predigttext vergangener Woche: \u201eIst etwa Ungerechtigkeit bei Gott?\u201c kommt nun ein zweiter Einwand: Warum zieht Gott uns denn noch zur Rechenschaft, wenn er festlegt, wem er sich erbarmt und wen er verh\u00e4rtet? Ein \u00e4hnlicher Einwand wurde auch schon in R\u00f6m 3,5 behandelt. Niemand kann sich Gottes Willen widersetzen \u2013 weshalb werden wir also beschuldigt, wenn wir verh\u00e4rtet sind?<\/li><li>Paulus beantwortet diesen Einwand mit Gegenfragen und greift auf das Bild des T\u00f6pfers zur\u00fcck. Ein Mensch darf nicht mit Gott rechten! Gott ist wie ein T\u00f6pfer, der das Gef\u00e4\u00df nach seinem Willen auf die eine und auf die andere Weise gestalten kann. Wie k\u00f6nnte das Gef\u00e4\u00df sich bei seinem Sch\u00f6pfer dar\u00fcber beschweren? Paulus greift hierbei auf ein Bild aus Jesaja zur\u00fcck. In Jesaja 29,16 hei\u00dft es: \u201eWie kehrt ihr alles um! Als ob der Ton dem T\u00f6pfer gleich w\u00e4re, dass das Werk spr\u00e4che von seinem Meister: Er hat mich nicht gemacht!, und ein Bildwerk spr\u00e4che von seinem Bildner: Er versteht nichts!\u201c Der T\u00f6pfer hat ein freies Verf\u00fcgungsrecht \u00fcber seine Gesch\u00f6pfe. Genauso sind wir Menschen Gesch\u00f6pfe Gottes und Gott hat das Recht, mit uns zu tun, wie er m\u00f6chte. Das Bild, dass es solche und solche Gef\u00e4\u00dfe gibt, ist noch weiter verbreitet in damaligen Schriften, beispielsweise in Weisheit 15,7 oder auch in 2Timotheus 2,20. Wichtig ist, was Schnabel hierzu anmerkt: \u201eDas Bild ist zun\u00e4chst nicht auf das Ergehen von einzelnen Menschen im Endgericht anzuwenden: Paulus kommt es auf das Sch\u00f6pferrecht und die Zielsetzung Gottes an, der Menschen in seinen Heilsplan einspannt. Das Bild impliziert weder Launenhaftigkeit noch Willk\u00fcrakte aufseiten des T\u00f6pfers und spricht damit auch <em>nicht<\/em> von Gott als einem Despoten, der mit den Menschen v\u00f6llig willk\u00fcrlich umspringt, wie es ihm gerade einf\u00e4llt.\u201c<\/li><li>Paulus begr\u00fcndet hier also anhand dieses Bildes: Sowie er den Pharao am Leben gelassen hat, um an ihm seinen Zorn zu zeigen, damit letztlich Menschen auf ihn aufmerksam werden und errettet werden. So kann Gott heute auch noch in seiner Freiheit Menschen gebrauchen, um seinen Zorn zu erweisen. Und Gott kann selbst diesen Zorn und diese Gerichte dazu gebrauchen, um seinen Heilsweg und seine Barmherzigkeit zu erweisen. Ebenso geschah es ja bei den Israeliten: Sie wurden verstockt, damit Gottes gute Botschaft in die ganze Welt verbreitet wird und von \u00fcberall her Menschen errettet werden.<\/li><li>Es f\u00e4llt auf, dass das Verb in Vers 22 im passiv steht: \u201esie wurden zum Zorn bestimmt\u201c, w\u00e4hrend in Vers 23 im aktiv steht: \u201edie er bereitet hat\u201c. Beides Mal ist zwar klar, dass Gott derjenige ist, der bestimmt und vorbereitet hat. Allerdings ist gut m\u00f6glich, dass Paulus hier einmal aktiv und einmal passiv w\u00e4hlt, um Gott nicht die direkte Ursache des B\u00f6sen sein zu lassen.<\/li><li>Drei Absichten Gottes werden hier genannt, zum einen m\u00f6chte er seinen Zorn erweisen, zum zweiten seine Macht kundtun und zum dritten den Reichtum seiner Herrlichkeit erweisen.<\/li><li>Die biblische Spannung zwischen Souver\u00e4nit\u00e4t Gottes und Verantwortung der Menschen scheint mir der Komplexit\u00e4t dieser Welt durchaus angemessen. Schon wenn wir rein weltlich denken, stellen wir fest: Der Mensch ist verantwortlich f\u00fcr sein Handeln und wird daf\u00fcr bestraft. Wer beispielsweise gewaltt\u00e4tig wird, ist ein Krimineller und kommt ins Gef\u00e4ngnis. Gleichzeitig sind wir uns bewusst: Jeder handelt zu einem sehr gro\u00dfen Teil auf die Weise, wie er gepr\u00e4gt worden ist, was ihm selbst vorgelebt wurde, was er gelernt hat \u2013 h\u00e4ufig haben Kriminelle selbst auch schon Schreckliches erlebt. Trotzdem wird an der Verantwortung des Menschen festgehalten, auch wenn umstritten und nicht ganz klar ist, wie sich die Verantwortung des Menschen zu seiner \u201eBestimmtheit\u201c verh\u00e4lt. Ganz \u00e4hnlich ist es mit Gott und Mensch. Gott ist als T\u00f6pfer v\u00f6llig souver\u00e4n in seinem Umgang mit dem Menschen, um ihn zu seinem Ziel und seinem Heilsplan zu nutzen. Gleichzeitig muss an der Verantwortung des Menschen festgehalten werden.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kapitel 9,24-29: Aus Gottes Gnade k\u00f6nnen nun alle Menschen seine Kinder werden<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie begr\u00fcndet Paulus die Berufung der Heiden?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Schon in Vers 21 klingt an, dass alle Gef\u00e4\u00dfe aus \u201eein und derselben\u201c Masse gemacht sind. Somit sind Juden sowie Nichtjuden erstmal auf die gleiche Weise von Gott geschaffene Menschen. In Vers 24 f\u00fchrt er dann aus, wer die Gef\u00e4\u00dfe des Erbarmens sind: Es sind alle, die er berufen hat, sowohl aus den Juden, als auch aus den Heiden.<\/li><li>In Vers 25-29 begr\u00fcndet Paulus mit Zitaten aus dem Alten Testament das Heil der Heiden.<\/li><li>Zuerst zitiert Paulus aus Hosea 2,25: \u201eIch will das mein Volk nennen, das nicht mein Volk war, und meine Geliebte, die nicht meine Geliebte war.\u201c Hier nimmt Paulus einige kleinere \u00c4nderungen zu dem alttestamentlichen Text vor. Eine f\u00e4llt besonders auf: Er \u00e4ndert die Satzstellung, sodass er wie folgt beginnt: \u201eIch will das mein Volk nennen\u201c \u2013 was in Hosea eigentlich erst sp\u00e4ter im Vers kommt. Damit betont er besonders, dass Gott neue Leute nun als sein Volk bezeichnet, die gl\u00e4ubigen Heiden. Die Israeliten beriefen sich darauf, dass sie Gottes Volk sind, m\u00fcssen nun aber feststellen, dass Gottes Heilsplan die Heiden einschlie\u00dft. In Hosea 2,25 geht es bei dem \u201eNicht-Volk\u201c allerdings nicht um die Heiden, sondern um die 10 verlorenen St\u00e4mme des Nordreiches Israels. Gott verhei\u00dft ihnen dort, dass sie wieder zu seinem Volk werden und zur\u00fcckkehren werden. Deutet Paulus den Text dann falsch? Ich denke nicht, sondern er sieht das Handeln Gottes an den verlorenen St\u00e4mmen als Typus daf\u00fcr, dass Gottes Heilsplan nicht auf eine bestimmte Gruppe beschr\u00e4nkt ist. Sein Ziel ist es, Menschen aus aller Welt als sein Volk zu haben.<\/li><li>Das zweite Zitat in Vers 26 kommt aus Hosea 2,1. Anstelle von \u201eNicht-mein-Volk\u201c sollen die Heiden nun Kinder des lebendigen Gottes genannt werden.<\/li><li>Das dritte Zitat in Vers 27 und 28 kommt aus Jes 10,22-23. Anstatt allerdings von dem \u201eVolk\u201c zu sprechen, wie es in Jes 10,22 eigentlich der Fall ist, spricht Paulus von der \u201eZahl der Kinder Israels\u201c \u2013 und nimmt diese Formulierung noch aus dem vorherigen Zitat aus Hosea 2,1 auf. Vermutlich machte er diese inhaltliche \u00c4nderung, um deutlich zu machen, dass die Zahl der Kinder Israels durch die Heiden erweitert wurde und um weniger von Israel als dem einen Volk zu sprechen. Die Verhei\u00dfung eines geretteten Restes ist im Alten Testament sowohl eine Gerichtsandrohung f\u00fcr das Volk als Ganzes als auch eine Verhei\u00dfung eben f\u00fcr diesen erretten Rest. Die Erf\u00fcllung dieser Verhei\u00dfung Jesajas geschah zum einen schon nach dem Exil, zum anderen in der Zeit Jesu erneut: Da nur ein Rest der Israeliten zu Jesus-Bekennern wird, ein Rest aus Juden und aus Nichtjuden.<\/li><li>In Vers 29 zitiert Paulus aus Jesaja 1,9. Es ist allein Gottes Gnade, dass ein \u00dcberrest, die jesusgl\u00e4ubigen Juden, \u00fcbriggeblieben sind und nicht ganz Israel wie Sodom und Gomorra v\u00f6llig dem Gericht \u00fcbergeben wurde.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kapitel 9,30-10,3: Gerechtigkeit wird durch den Glauben erlangt, nicht aus Werken<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wo ist der Abschnitt zu Ende?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Das Ende des Abschnittes ist hier umstritten. Zum einen wechselt zwischen 9,29 und 9,30 das Thema etwas. W\u00e4hrend davor der Schwerpunkt auf Gottes Freiheit und Souver\u00e4nit\u00e4t lag, liegt er nun auf der Frage nach der Gerechtigkeit. Verkn\u00fcpft sind die Teile inhaltlich aber dadurch, dass es immer noch um die Heiden geht, die nun das Heil und die Gerechtigkeit erlangt haben und Gottes Volk sind \u2013 im Gegensatz zu den Juden. Eine zweite M\u00f6glichkeit ist es, den Abschnitt in 9,33 zu beenden, wo das neue Kapitel beginnt. Das ist vor allem textlich gut zu begr\u00fcnden, da 10,1 mit der Anrede: \u201eLiebe Geschwister\u201c beginnt. Gleichzeitig wird von 10,1-3 ein Bogen gezogen zu 9,1-5, da Paulus wieder klagt und w\u00fcnscht, dass die Israeliten errettet werden. Im Textplan wird der Abschnitt bis 10,3 gezogen. Ab 10,4 geht es vor allem um Jesus, durch den die Gerechtigkeit erlangt wird. Das Thema Gerechtigkeit wird zwar fortgef\u00fchrt, allerdings mit einem klaren Fokus auf Jesus.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie versuchte Israel die Gerechtigkeit zu erlangen? Was ist das Neue an dem Glaubensweg?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Paulus stellt die Suche nach Gerechtigkeit hier in deutlichen Gegen\u00fcberstellungen dar. Israel versuchte das Gesetz einzuhalten, das Gerechtigkeit beinhaltet. Aber dadurch haben sie die Gerechtigkeit nicht erlangt. Die wahre Gerechtigkeit gibt es allein durch den Glauben an Jesus. Die Nichtjuden, die nicht der Gerechtigkeit des Gesetzes nachjagten, gerade diese (zumindest einige von ihnen) haben nun die Gerechtigkeit in Jesus gefunden durch den Glauben. Viele Israeliten suchten immer noch die Gerechtigkeit durch das Mose-Gesetz, obwohl doch der Messias gekommen war, der das Ziel des Gesetzes ist (R\u00f6m 10,4). \u00dcber diesen \u201eStein des Ansto\u00dfes\u201c sind sie gestolpert, hierf\u00fcr zitiert Paulus aus Jesaja 8,14 und 28,16. Es ist eine Heilsverhei\u00dfung, dass Gott diesen Messias-Stein in Jerusalem legt, gleichzeitig eine Gerichtsprophezeiung f\u00fcr diejenigen, denen der Stein zum Ansto\u00df wird, die Jesus nicht annehmen. Das Kommen Jesu f\u00fchrt zu einer Scheidung zwischen jesusgl\u00e4ubigen Israeliten und nicht-jesusgl\u00e4ubigen Israeliten. Viele Juden hatten zwar Eifer f\u00fcr Gottes Sache, aber die Erkenntnis, dass Jesus der verhei\u00dfene Messias ist und der Glaube an ihn rettet, fehlte. Ab nun gilt f\u00fcr jeden Menschen die Frage: Wie stehst du zu Jesus \u2013 ist er der Stein, auf den du baust und an den du glaubst, oder der Stein, an dem du dich st\u00f6\u00dft? Nun gilt, dass jeder, der an Jesus glaubt, das Gesetz faktisch getan hat, weil Jesus es f\u00fcr uns erf\u00fcllt hat und er das Opfer ein f\u00fcr allemal ist. Glaube ist die Anerkennung und das Vertrauen in den stellvertretenden S\u00fchnetod Jesu am Kreuz und die Auferstehung des Sohnes Gottes. Dieses grundlegende Vertrauen in Gott war auch schon im Alten Testament die Grundlage, wie Paulus in Kapitel 4 aufgezeigt hat.<\/li><li>Paulus erneuert seine Beteuerung, dass ihm das Heil der Israeliten am Herzen liegt und er f\u00fcr sie betet (10,1), dass sie auch zum Glauben kommen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Verstehen, worum es geht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.1 Hinweise f\u00fcr hermeneutische \u00dcberlegungen (Auslegung)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Paulus zeigt die Souver\u00e4nit\u00e4t Gottes und die M\u00f6glichkeit zur Errettung durch den Glauben f\u00fcr alle Menschen auf. Diese gilt uns heute noch auf dieselbe Weise, wie Paulus sie damals den R\u00f6mern dargelegt hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.2 Hinweise f\u00fcr situative \u00dcberlegungen (Predigtanlass)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir sind am Sonntag nach Pfingsten, der in den Westkirchen traditionell der Trinitatis-Sonntag ist, an dem die Dreieinigkeit im Mittelpunkt steht. H\u00e4ufig wird der Sonntag in unseren Gemeinden als normaler Sonntag gefeiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu ber\u00fccksichtigen ist die Unterreihe innerhalb des R\u00f6merbriefes. Die vorgeschlagenen Themen von Juni bis Juli sind an den vier Soli der Reformation orientiert: Allein durch die Gnade, allein durch den Glauben, allein durch Jesus Christus, allein durch das Wort. Hier kann an der letzten Woche angekn\u00fcpft werden, wenn sich der Prediger an dem Themenvorschlag orientiert hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.3 Hinweise f\u00fcr homiletische \u00dcberlegungen (Anwendung)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kapitel 9,19-23: Gott ist souver\u00e4n in seinem Handeln mit seinen Gesch\u00f6pfen<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Das Bild des souver\u00e4nen T\u00f6pfer-Gottes kann auf verschiedene Weise angewandt werden. Es kann als Ermutigung dienen, dass Gott, egal was passiert, zu seinem Ziel kommt. Gott kann B\u00f6ses und Gutes zu seinem Plan nutzen. Gott verliert nicht die Kontrolle \u00fcber diese Erde. Wir sind Gottes Ton, er darf uns gebrauchen, wie er m\u00f6chte.<\/li><li>Die zentrale Anwendung scheint mir hier die Frage nach der Verantwortung des Menschen. Viele Menschen haben heute, wie im Abschnitt letzte Woche gesehen, die Frage: Ist Gott ungerecht, wenn er so handelt? Die zweite R\u00fcckfrage aus dem heutigen Abschnitt: \u201eWarum zieht er uns dann noch zur Rechenschaft?\u201c wird zwar nicht so oft explizit genannt, trotzdem glaube ich, dass es eine Gefahr in unserer Zeit ist, immer mehr so zu denken und zu fragen. Die einen sehen sich als einen \u201eSpielball\u201c der Welt, sie handeln nur so, wie sie gepr\u00e4gt worden sind und seien deswegen f\u00fcrs nichts verantwortlich und Rechenschaft schuldig. Wieder andere sagen: Es hat doch eh jeder seinen eigenen Glauben und seine eigenen Werte \u2013 wie sollte ich da zur Rechenschaft gezogen werden k\u00f6nnen? Welches Recht sollte denn ein Gott haben, mich zur Rechenschaft zu ziehen? Manche glauben sogar an einen souver\u00e4nen Gott und sagen aber trotzdem: Er wird schon allen gn\u00e4dig sein, er wird nicht Gericht \u00fcben. Am Ende wird aber jeder vor Gott Rechenschaft ablegen m\u00fcssen. Gott ist souver\u00e4n in seinem Handeln mit den Gesch\u00f6pfen auf der Erde, trotzdem wird er am Ende gerechtes Gericht \u00fcben.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kapitel 9,24-29: Aus Gottes Gnade k\u00f6nnen nun alle Menschen seine Kinder werden<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Jeder kann errettet werden, denn Gott ist gn\u00e4dig! Hier k\u00f6nnen wir Gottes Einladung aussprechen, dass wir seine Kinder werden d\u00fcrfen, allein aus Gnade. Er m\u00f6chte uns als sein Volk annehmen. Lasst uns Gottes Einladung schmackhaft machen: Dieser allm\u00e4chtige und souver\u00e4ne Gott m\u00f6chte dich als sein Kind, dein guter Vater sein, was f\u00fcr ein geniales Angebot!<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kapitel 9,30-10,3: Gerechtigkeit wird durch den Glauben erlangt, nicht aus Werken<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Im letzten Teil kann erl\u00e4utert werden, wie man nun ein Kind Gottes wird. Allein durch den Glauben an Jesus Christus, an seinen stellvertretenden S\u00fchnetod und seine Auferstehung. Es ist ein passiver Akt des Annehmens der Errettung. Nicht wir m\u00fcssen tun, nicht wir m\u00fcssen gerecht sein, nicht wir m\u00fcssen leisten. Sondern er hat schon alles f\u00fcr uns getan. Wo sind wir in der Gefahr, dass wir denken, wir m\u00fcssten noch etwas \u201ebeisteuern\u201c zu unserem Heil? Wo denken wir, es h\u00e4ngt an uns, dass wir gut genug sind, dass wir genug stark glauben, oder \u00c4hnliches? Nein, es ist nicht das Gut-Mensch-Sein, das uns rettet. Es ist auch nicht der religi\u00f6se Eifer, der uns rettet. Unsere Errettung h\u00e4ngt allein am Glauben an die Erl\u00f6sung in Jesus Christus!<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3. Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Ziel ist, den souver\u00e4nen Sch\u00f6pfergott vor Augen zu malen, der in seinem Handeln mit seinen Gesch\u00f6pfen v\u00f6llig frei ist. Aus diesem Gottesbild heraus strahlt die Einladung dann umso genialer: Wir d\u00fcrfen Kinder dieses Gottes sein. Hier soll der H\u00f6rer verstehen: Allein durch den Glauben erlangen wir die Gerechtigkeit, nicht aus den Werken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.2 Predigtthema \u2013 was sage ich in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerechtigkeit allein durch den Glauben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der souver\u00e4ne Sch\u00f6pfer-Gott m\u00f6chte dich als sein Kind haben<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.3 Predigtentfaltung \u2013 wie sage ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" type=\"1\"><li>Gott ist souver\u00e4n in seinem Handeln mit uns Menschen (19-23)<\/li><li>Dieser Gott l\u00e4dt dich ein, zu seinem Volk zu geh\u00f6ren (24-29)<\/li><li>Wir m\u00fcssen nichts selbst tun, sondern werden allein aus Glauben errettet (30-10,3)<\/li><\/ol>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" type=\"1\"><li>Der souver\u00e4ne Gott wird uns zur Rechenschaft ziehen und richten (19-23)<\/li><li>Der Wunsch Gottes ist es, uns als seinen Kindern gn\u00e4dig zu sein (24-29)<\/li><li>Durch den Glauben bekommen wir Gerechtigkeit angerechnet (30-10,3)<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.4 Predigtveranschaulichungen \u2013 wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eEs ist kein Ding so gut, keins so b\u00f6se, dass es mir nicht zum Guten dienen muss, wenn ich glaube.\u201c Martin Luther<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Bild vom T\u00f6pfer kann gut aufgegriffen werden, indem man aus Ton (oder auch einfach aus Baukl\u00f6tzen, Lego o.\u00c4.) selbst zwei komplett unterschiedliche Dinge baut und zeigt, dass der \u201eMacher\u201c v\u00f6llig souver\u00e4n ist, was und wozu er bauen will.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Mittelteil k\u00f6nnen die im Text enthaltenen Bilder von \u201eKind des lebendigen Gottes werden\u201c (Adoption) und \u201eTeil seines Volkes werden\u201c (Staatsb\u00fcrgerschaft erhalten) ausgef\u00fchrt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(Samuel Koser)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigtthema:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Gerechtigkeit allein durch den Glauben Predigttext:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; R\u00f6mer 9,19-10,3 Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. 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