{"id":4456,"date":"2022-02-15T16:32:20","date_gmt":"2022-02-15T15:32:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=4456"},"modified":"2022-02-15T16:32:21","modified_gmt":"2022-02-15T15:32:21","slug":"predigthilfe-vom-20-maerz-2022-matthaeus-23-1-39","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-20-maerz-2022-matthaeus-23-1-39\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 20. M\u00e4rz 2022 &#8211; Matth\u00e4us 23, 1-39"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Jahresthema:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Wert(e)voll leben. Die Auswirkungen des Heiligen Geistes in unserem Leben (Gal 5,22)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Monatsthema:<\/strong> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <strong>Matth\u00e4usevangelium \u2013 Authentisch Glauben<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Predigtthema:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Authentisch glauben<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (<strong>Lk 10,16a<\/strong>)!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1. Sehen, was dasteht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen, um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/\">www.bibleserver.com<\/a> (Luther 2017 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000 \/ Neue Genfer \u00dcbersetzung \/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter Umst\u00e4nden kann sich auch mal der Blick in eine englische \u00dcbersetzung lohnen, weil auch in modernen deutschen \u00dcbersetzungen manchmal &#8222;fromm-deutsche&#8220; Begriffe benutzt werden, die im Englischen viel direkter und &#8222;normaler&#8220; \u00fcbersetzt sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir sind immer noch im Matth\u00e4usevangelium unterwegs. Der Ausleger sollte sich klar machen, dass die Erz\u00e4hlungen ab <strong>Mt 21-28 <\/strong>bis auf die Himmelfahrt in der <strong>Karwoche<\/strong> stattfinden. Jesus ist im \u201eDialog\u201c mit den Pharis\u00e4ern in Jerusalem. Wenn man es genau anschaut muss man fast sagen, dass Jesus mit ihrem Unglauben abrechnet. Mehrfach liest man die Reaktion der Hohenpriester und Pharis\u00e4er auf die \u201eAnklagen\u201c Jesu. Z.B. in <strong>Mt 21,46<\/strong>: <em>Und als sie ihn zu greifen suchten, f\u00fcrchteten sie die Volksmengen, denn sie hielten ihn f\u00fcr einen Propheten.\u201c <\/em>Oder <strong>Mt 22,15<\/strong>: <em>\u201eDann gingen die Pharis\u00e4er hin und hielten Rat, wie sie ihn bei einem Ausspruch fangen k\u00f6nnten\u201c. <\/em>Es ist fast so, als stelle sich Jesus in dieser letzten Woche nochmal zur Schau und zur \u00dcberpr\u00fcfung. Jeder soll sehen, dass es sich bei ihm tats\u00e4chlich <strong>um das fehlerlose Lamm Gottes handelt<\/strong> (<strong>Joh 1,29<\/strong>). Warum macht Jesus das? Warum h\u00e4lt er sich zwischen Palmsonntag und Karfreitag so \u201egeballt\u201c in Jerusalem auf? Er macht es, damit sich das erf\u00fcllt, was f\u00fcr ein Passahlamm galt. Nach <strong>2.Mose 12,3+6 <\/strong>wurde das Lamm am 10. des Monats in die Familie aufgenommen, bis zum 14. des Monats aufbewahrt und dann zwischen den zwei Abenden geschlachtet. Jesus war von Palmsonntag (10. des Monats) bis Gr\u00fcndonnerstag (14. des Monats) unter dem Volk in Jerusalem. Dann wurde er zwischen den zwei Abenden \u201egeschlachtet\u201c. Genau so ist es angeordnet in <strong>2.Mose 12,6<\/strong>. Jesus stirbt am Karfreitag um 15 Uhr. Liest man die Geschichten von <strong>Mt 21-23<\/strong> dann entdeckt man, dass das Zielpublikum eindeutig die nicht Messias-gl\u00e4ubigen (also an Jesus) Juden waren, repr\u00e4sentiert durch die Pharis\u00e4er, Sadduz\u00e4er und Hohenpriester. Die J\u00fcnger waren auch dabei. Die Reden gipfeln in den Weherufen \u00fcber die Pharis\u00e4er und Schriftgelehrten in <strong>Mt 23,13ff<\/strong> und der Klage \u00fcber Jerusalem in <strong>Mt 23,37ff, also unserem Predigttext.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Fazit Jesu ist: <em>\u201eWie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre K\u00fccken versammelt unter ihre Fl\u00fcgel <strong><u>und ihr habt nicht gewollt<\/u><\/strong>.\u201c <\/em><strong>Mt 23,37<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u201eEr kam in das Seine, und die Seinen nahmen ihn nicht an.\u201c<\/em> So hei\u00dft es in <strong>Joh 1,11<\/strong>. Das Volk Israel lehnt seinen Messias ab. Die Folge wird Gericht und Verstockung sein (<strong>R\u00f6m 11,7<\/strong>). Weil das so kam, ist das Heil zu den Nationen, also auch zu uns, gekommen (<strong>R\u00f6m 11,11<\/strong>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.2 Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bevor ich mit dir etwas in die Details zum Text gehen will, m\u00f6chte ich dich einladen den Text erst einmal in aller Ruhe zu lesen. Am besten, du liest den Text einmal in der Luther-\/Elberfelder\u00fcbersetzung und danach in einer neueren \u00dcbersetzung (Ich empfehle Neue Genfer \u00dcbersetzung (NG\u00dc), oder Neue evangelistische \u00dcbersetzung (Ne\u00dc). Ich pers\u00f6nlich mache es meistens so, dass ich den Text ausdrucke und beim Lesen schon ein paar Anmerkungen, Unterstreichungen oder Fragezeichen mache. Das hilft mir dann, den Text besser zu verstehen und ich bin fokussierter auf den Gedankengang des Textes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gute Hilfen in der Vorbereitung leisten folgende Dinge:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">* MacArthur Studienbibel -&gt; ist sehr zu empfehlen, da sie sehr bibeltreu ist und sogar gratis (<a href=\"http:\/\/www.sermononline.de\">www.sermononline.de<\/a>) als pdf zur Verf\u00fcgung steht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">* Die Ryrie-Studienbibel -&gt; nicht ganz so umfangreiche Textkommentierung wie die von MacArthur, aber kann erg\u00e4nzend mit hinzugezogen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">* <a href=\"https:\/\/dasbibelprojekt.visiomedia.org\/\">https:\/\/dasbibelprojekt.visiomedia.org\/<\/a> Hier findest du kurze Videoclips \u00fcber das Matth\u00e4usevanglium. Diese helfen einen Gesamt\u00fcberblick \u00fcber den Brief zu bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.3 Anmerkungen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir haben in unserem Abschnitt eine F\u00fclle an Inhalten. Jesus \u00fcbt Gericht an den Pharis\u00e4ern und Schriftgelehrten. Sie sind die rechtm\u00e4\u00dfigen Lehrer und haben das Amt Moses inne und doch folgen sie nicht diesen Lehren, sondern heucheln ihren Glauben. Das Wort Gottes ist da, aber die Erkenntnis fehlt. Die Pharis\u00e4er zur Zeit Jesu sind blind. Sie k\u00f6nnen die Zeichen der Zeit nicht deuten. Sie verstehen nicht oder wollen nicht verstehen, dass Jesus der Messias ist. Stattdessen verk\u00fcnden sie ihre Lehren, teilweise auch Sonderlehren (\u201e\u00dcberlieferungen der \u00c4ltesten\u201c genannt) und halten sich selbst nicht daran. Damit verfehlen sie ihre Hauptaufgabe, Menschen zu Gott zu f\u00fchren. Sie sind blinde Blindenf\u00fchrer (<strong>Mt 15,14). <\/strong>Paulusgreift die Kritik auf in <strong>R\u00f6m 2,17ff. <\/strong>Damit ergeben sich aus dem Text viele Warnungen f\u00fcr uns heute, es ihnen nicht gleich zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich m\u00f6chte im Folgenden die Kritikpunkte Jesus nacheinander abhandeln.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Sich an die eigenen Lehren nicht halten (V3)<\/strong><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Paulus schreibt uns in <strong>1Kor 9,27<\/strong>: <em>\u201esondern ich zerschlage meinen Leib und knechte ihn, damit ich nicht<strong>, nachdem ich anderen gepredigt habe, selbst verwerflich werde<\/strong>.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Paulus wei\u00df um den Pharis\u00e4er in ihm. Er wei\u00df um die Gefahr, andere zu lehren, sich aber selbst an das Gelehrte nicht zu halten. Jesus sagt uns in der Bergpredigt in <strong>Mt 7,2:<\/strong> \u201e<em>Denn mit welchem Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden, <strong>und mit welchem Ma\u00df ihr messt, wird euch zugemessen werden<\/strong>\u201c. <\/em>Wenn wir Lehre weitergeben, dann messen wir mit einem gewissen Ma\u00df. Das wird dann auch Jesus an unser Leben anlegen. Gott sei Dank gibt es Gnade, denn wer kann seine eigene Lehre immer einhalten? Ich bin \u00fcberzeugt, Jesus m\u00fcsste uns Menschen gar nicht mit seinen eigenen Worten richten. Es reichen die eigenen Worte, die man anderen gesagt hat. Wenn Jesus diesen Ma\u00dfstab an uns anlegen w\u00fcrde, dann w\u00e4ren wir schon verurteilt. In <strong>R\u00f6m 2,21f<\/strong> beschreibt Paulus das Problem so: <em>\u201e<strong>Der du nun einen anderen lehrst, du lehrst dich selbst nicht?<\/strong> Der du predigst, man solle nicht stehlen, du stiehlst? Der du sagst, man solle nicht ehebrechen, du begehst Ehebruch?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses Wort ist gerade eine Warnung f\u00fcr die, die ein Lehramt innehaben. Wir m\u00fcssen den ganzen Ratschluss Gottes verk\u00fcndigen (<strong>Apg 20,27<\/strong>)<em>. <\/em>Wir d\u00fcrfen nicht einfach die Dinge weglassen, bei denen wir pers\u00f6nlich straucheln. Nein, wir m\u00fcssen dem\u00fctige Lehrer sein. <strong>Wir d\u00fcrfen niemals den Eindruck hinterlassen, dass wir all das, was wir predigen auch umsetzen<\/strong>. Wir m\u00fcssen auch zu unseren Schw\u00e4chen und Fehlern stehen. Wir m\u00fcssen von der Gnade Gottes reden, die wir alle im Licht des Wortes Gottes brauchen. Und trotzdem wollen wir Vorbilder sein, die danach streben, den Willen Gottes umzusetzen. Paulus redet in der oben genannten Stelle davon, dass er sich \u201e<em>zerschl\u00e4gt und knechtet\u201c. <\/em>Paulus setzt sich voll und ganz daf\u00fcr ein, ein Leben nach dem Willen Gottes zu f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer sich so hinstellt, als w\u00fcrde er all das Gelehrte auch tun, der bringt seine H\u00f6rer in Zugzwang.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Gesetz ohne Evangelium verk\u00fcnden (V4)<\/strong><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das eigentliche Problem liegt aber darin, <strong>dass wir gesetzlich werden.<\/strong> Wir machen das Christsein zu einem Katalog, den es abzuarbeiten gilt und stellen uns so dar, als w\u00fcrden wir das schaffen. Das sind dann die schweren Lasten, die die Pharis\u00e4er anderen auf die Schulter legten, ganz nach dem Motto: <em>Tu dies, halte das, lass jenes. Wenn du all das machst so wie ich, dann bist du recht in den Augen Gottes. <\/em>Dabei geht das Evangelium anders.<strong> Mt 11,28: <\/strong><em>\u201eKommt her zu mir, alle ihr M\u00fchseligen und Beladenen! Und ich werde euch Ruhe geben.\u201c <\/em>Wir h\u00f6ren in dieser Stelle f\u00f6rmlich unsere Stelle mit. Die Botschaft Gottes ist keine schwere Last, sondern eine befreiende Last. <strong>Aufgepasst! <\/strong>Was kommt final aus unserer Verk\u00fcndigung bei den Menschen an? <strong>Ein Gesetzesglaube oder ein Jesusglaube<\/strong>!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gal 3,11: \u201e<\/strong><em>Dass aber durch Gesetz niemand vor Gott gerechtfertigt wird, ist offenbar, denn \u00bbder Gerechte wird aus Glauben leben\u201c. <\/em>Das Halten vom Gesetz f\u00fchrt niemals in die Gerechtigkeit, sondern f\u00fchrt immer zur S\u00fcndenerkenntnis. Wir m\u00fcssen alle erkennen: Den Ma\u00dfstab Gottes kann ich nicht einhalten. Ich brauche einen anderen Weg. <strong>Gal 3,24:<\/strong> <em>\u201eAlso ist das Gesetz unser Erzieher auf Christus hin geworden, damit wir aus Glauben gerechtfertigt werden\u201c. <\/em>Wer den Anspruch Gottes verk\u00fcndet, und damit eine gro\u00dfe Last auf die Schultern der Menschen legt, muss zugleich auch das Angebot der \u201eEntlastung\u201c durch Jesus machen, ganz nach <strong>Mt 11,28<\/strong>. <strong>Das Gesetz muss immer zu Jesus f\u00fchren, sonst ist es falsch verk\u00fcndet.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Der Glaube als egoistisches Mittel zur Selbstverherrlichung (V5-7)<\/strong><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um wen geht es in meinem Glaubensleben, in meiner \u201eReligionsaus\u00fcbung\u201c? Dient alles dazu, dass <strong>ich<\/strong> besser rauskomme? Tue ich gewisse Dienste in der Gemeinde, damit mein Name verk\u00fcndet wird von der Kanzel und sich alle zu mir umdrehen und ich im Rampenlicht stehe? Wenn ich gelobt werde, gebe ich das Lob an meinen HERRN weiter und freue mich, dass er mich gebrauchen konnte oder verbuche ich das auf meinem \u201epers\u00f6nlichen Konto\u201c? Jesus gibt uns das Beispiel der Pharis\u00e4er als Warnung. Ihnen ging es bei allem frommen Getue nur um sich selbst. <strong>Sie wollten beachtet, gelobt, ja beinahe verg\u00f6ttert werden.<\/strong> Ihr Motto war: Tue Gutes und rede vor aller Welt dar\u00fcber. Lass dich ruhig von der Menge mit Ehrentiteln ansprechen, \u201eRabbi\u201c. Tu alles, um dich von der normalen Menge zu distanzieren, um etwas Besonderes zu sein. Jesus sagt in der Bergpredigt: Wer es so macht, der hat seinen Lohn weg. Wer Dinge auch im Stillen tut, der wird Lohn von seinem Vater im Himmel bekommen (siehe <strong>Mt 6,1ff<\/strong>). Echtes Christsein zeichnet sich dadurch aus, dass es um Christus geht. <strong>Kol 3,17:<\/strong> <em>\u201eUnd alles, was ihr tut, im Wort oder im Werk, <strong>alles tut im Namen des Herrn Jesus<\/strong>, und sagt Gott, dem Vater, Dank durch ihn!\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir sind im Auftrag des HERRN unterwegs. Wir sind seine Botschafter (<strong>2Kor 5,20<\/strong>) und wir tun Dinge, damit er verherrlicht wird. Jeder von uns wird sicherlich Dienste finden, die er eher f\u00fcr sich als f\u00fcr Christus getan hat. Ein wichtiges Pr\u00fcfkriterium hei\u00dft: <strong>Geht es mir gerade noch um Jesus oder schon wieder um mich?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Nicht \u00fcber andere \u00fcberheben, sondern dem\u00fctig und niedrig bleiben (V8-12)<\/strong><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kein Rabbi, kein Lehrer, kein Meister, kein Vater.<\/strong> Wie haben wir das zu verstehen? <strong>G. Maier<\/strong> sagt meiner Ansicht nach zu Recht, dass wir all das Gesagte in den Gemeindekontext \u00fcbertagen m\u00fcssen und eben nicht in die Familie<strong><em>.<\/em><\/strong><a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\"><em><sup><strong><sup>[1]<\/sup><\/strong><\/sup><\/em><\/a> Jesus will sicherlich nicht sagen, dass ich zu meinem leiblichen Vater nicht mehr Vater sagen darf. <strong>Wie geht die Gemeinde mit dem Lehramt um<\/strong>? Das ist die Frage, auf die Jesus hier Antwort gibt. <strong>Wir sind keine Rabbies. <\/strong>Rabbi war (siehe Begriffen unten) eine ehrenvolle Anrede, diesozusagen eine Unterw\u00fcrfigkeit, bzw. eine Erhebung zum Ausdruck brachte. Der Rabbi war jemand Besonderes, eine Vorzeigefigur, jemand, der sich von der Menge abhob. Ihm folgten die Sch\u00fcler wie die Diener einem Herrscher. Wenn sie ihre Lehrposition einnahmen, dann gab es keine Gegenstimmen mehr. Rabbies hatten per Amt unangefochtene Autorit\u00e4t. Im Prinzip so, wie es heute der Papst hat, wenn er etwas ex cathedra (siehe Begriffe) sagt. Solche Lehrer gibt es in der Gemeinde nicht! Wir haben keine Gurus, denen wir folgen egal was sie sagen, einfach nur, weil sie ein Amt innehaben. Jesus sagt, wir stehen alle auf einer Ebene! Wir sind eine Familie. <strong>Br\u00fcder! <\/strong>In dieser gro\u00dfen Familie, der Gemeinde, \u00fcbt man Liebe und Respekt untereinander, ganz egal, welche Gaben oder Dienste man \u00fcbernimmt (<strong>Joh 13,35<\/strong>). Die Position des unangefochtenen Lehrers, des Meisters, des Rabbies, ist vergeben. <strong>Jesus Christus geb\u00fchrt dieser Platz<\/strong>! <strong>Was er sagt, ist unfehlbar! <\/strong>Auch wenn ein Pabst etwas von seinem Lehrstuhl sagt (ex cathedra), ist es noch lange nicht unfehlbar. Genauso ist es mit Br\u00fcdern in der Gemeinde, die eine Lehrt\u00e4tigkeit aus\u00fcben. Wir sind alle nicht unfehlbar. Wir predigen immer mit dem Wissen: Unsere Erkenntnis ist St\u00fcckwerk (<strong>1Kor 13,9<\/strong>) und mit der Aufforderung an unsere Zuh\u00f6rer aus <strong>1Thess 5,21:<\/strong> <em>\u201epr\u00fcft aber alles, das Gute haltet fest!\u201c. <\/em>Wenn nach einer Predigt oder Andacht uns ein Bruder oder eine Schwester auf etwas hinweist, was wir \u00fcbersehen haben, oder falsch wiedergegeben haben, <strong>dann sind wir nicht gekr\u00e4nkt<\/strong>. Es zeigt uns unsere Fehlbarkeit und es \u00fcberzeugt uns von der <strong>Notwendigkeit des Kollektivs<\/strong>. Gemeinsam mit den Br\u00fcdern und Schwestern wollen wir den Willen Gottes ergr\u00fcnden und voran gehen. Das spricht eben auch daf\u00fcr, dass es nicht einen einzigen Leiter gibt, dem alle folgen. <strong>Gemeinde wird von \u00c4ltesten (plural) geleitet und gelehrt, eben weil wir nicht Jesus sind!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wodurch zeichnen sich biblische Lehrer aus? <\/strong>Sie bleiben auf dem Boden und haben eine dienende und nicht eine herrschende Grundhaltung. Das gro\u00dfe Vorbild ist Jesus selbst, der kommt um allen zu dienen (<strong>Mk 10,45<\/strong>). Das sind die wahrhaft Gro\u00dfen im Reich Gottes, diejenigen, die allen dienen (<strong>V11<\/strong>). <strong>V12<\/strong> sollte uns hier noch einmal als Warnung dienen. Wenn wir meinen, wir m\u00fcssten uns innerhalb der Gemeinde \u00fcber die anderen hinwegheben, dann wird uns Gott erniedrigen. Lernen wir aber zu dienen, egal welches Amt wir innehaben, dann wird Gott uns erh\u00f6hen!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gemeinde als Kontrast zu den Pharis\u00e4ern der damaligen Zeit<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Das Reich Gottes \u00f6ffnen und nicht schlie\u00dfen (V13-14)<\/strong><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verbauen wir den Zugang zu einem Leben mit Jesus oder erleichtern wir ihn? Was muss man unserer Meinung nach tun oder leisten, oder wie muss man sein, wie muss man sich geben, damit man ein Christ sein kann? Braucht es ein bestimmtes Aussehen? Braucht es ein bestimmtes Verhalten? Braucht es erste eine Art Probezeit? Die Pharis\u00e4er hatten die Latte damals so hoch geh\u00e4ngt, dass bei den Zuh\u00f6rern klar war: keine Chance! Wir k\u00f6nnen nicht mit Gott leben! Wir d\u00fcrfen nat\u00fcrlich das Wort Gottes nicht verf\u00e4lschen! Nat\u00fcrlich sagt Jesus in <strong>Mt 5,20:<\/strong> <em>\u201eDenn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist als die der Schriftgelehrten und Pharis\u00e4er, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.\u201c<\/em> Es ist f\u00fcr uns Menschen unm\u00f6glich in das Reich Gottes zu gelangen, aber bei Gott sind alle Dinge m\u00f6glich (<strong>Mt 19,26<\/strong>). Wir sind Botschafter an seiner statt und unsere Botschaft verharrt nicht bei den Mauern, sondern zeigt die Bresche, durch die man die Mauer \u00fcberwinden kann<strong>. Sie hei\u00dft Jesus Christus.<\/strong> <strong>2Kor 5,20f<\/strong>: <em>\u201eSo sind wir nun Gesandte an Christi statt, indem Gott gleichsam durch uns ermahnt; wir bitten f\u00fcr Christus: Lasst euch vers\u00f6hnen mit Gott!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Den, der S\u00fcnde nicht kannte, hat er f\u00fcr uns zur S\u00fcnde gemacht, damit wir Gottes Gerechtigkeit wurden in ihm\u201c<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit k\u00f6nnen wir im Namen Jesu alle Menschen zu seinem Reich einladen. Die Eintrittskarte kann sich jeder Mensch am Kreuz abholen, in dem er glaubt an das, was Jesus getan hat.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Nicht Fans, sondern Nachfolger generieren<\/strong> (<strong>V15<\/strong>)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir brauchen in der Gemeinde keine Karteileichen. Der Segen Gottes ist auch nicht abh\u00e4ngig von unseren Mitgliederzahlen oder Gottesdienstbesuchern. Uns sollte es niemals um nackte Zahlen gehen. <strong>Jesus sucht Nachfolger, nicht Fans<\/strong>. Alles in unserer Gemeinde, in unserem pers\u00f6nlichen Dienst, sollte darauf ausgerichtet sein. Deswegen predigen wir kein verw\u00e4ssertes Evangelium um mehr Menschen in unsere Gemeinden zu bekommen. Wir predigen die Klarheit der Schrift durch ein hoffentlich lebendiges Zeugnis der Jesusnachfolge. Gott wird nach seinem Ermessen Menschen hinzutun. So lesen wir das auch in der <strong>Apg 2,47.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Die Nebensache nicht zur Hauptsache machen<\/strong> (<strong>V16-22<\/strong>)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie oft stehen auch wir in der Gefahr, Christsein auf irgendeine Sache zu reduzieren oder zu verschieben. Wir kommen in den Gottesdienst wegen der Musik. Wir glauben an Jesus, weil wir dann nette Menschen um uns herumhaben. Wir sind in der Gemeinde, weil noch jemand gebraucht wurde, der gut Kaffee kochen kann. Die Pharis\u00e4er damals hatten das wesentliche aus dem Blick verloren. Manchmal kann das bei uns soweit gehen, dass sich alles verschiebt. Es geht nicht mehr um die Beziehung zu Jesus, sondern um irgendwelche \u00c4u\u00dferlichkeiten. Wir sind dann mitunter sehr festgefahren. Wenn bspw. f\u00fcr uns Christsein das Singen von alten Liedern zwingend erfordert, dann k\u00f6nnen wir nicht loslassen. Werden doch manche dieser Dinge ver\u00e4ndert, dann erleiden wir beinahe Schiffbruch. Dabei sind doch Formen nicht die Hauptsache, sondern Christus. An ihm muss festgehhalten werden. Andere Dinge d\u00fcrfen sich immer mal wieder auch ver\u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Den Fokus richtig setzen (V23-28)<\/strong><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jesus sagt, es geht um <em>das Recht, um die Barmherzigkeit und um den Glauben<\/em>. Das ist im Prinzip ein Zitat aus <strong>Mi 6,8<\/strong>: <em>\u201eEr hat dir mitgeteilt, Mensch, was gut ist. Und was fordert der HERR von dir, als Recht zu \u00fcben und G\u00fcte zu lieben und einsichtig zu gehen mit deinem Gott?\u201c <\/em>Es geht immer darum, dass von innen etwas neu wird, dass dann immer mehr nach au\u00dfen dringt. Alles andere ist Heuchelei. Man spielt etwas, das man nicht ist. Wer mit Jesus lebt, der ist neuer Mensch (<strong>2Kor 5,17<\/strong>). Jetzt soll und darf Jesus uns ver\u00e4ndern (<strong>R\u00f6m 12,2<\/strong>) und wir sollten Christus in unserem Alltag \u00e4hnlicher werden (<strong>Gal 4,19<\/strong>). Andersherum wird es ein Krampf. Christsein ohne Christus zu leben geht nicht, sondern wird immer zur Schauspielerei. Man gibt was vor, was man innen drin nicht ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wir m\u00fcssen den Fokus darauf zu legen, dass wir keine Christen durch Umerziehung gewinnen, sondern durch Wiedergeburt!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u201eTu das nicht, mach aber jenes, dann bist du ein guter Christ!\u201c<\/em> Das ist \u201e<strong>Umerziehungschristsein<\/strong>\u201c und pharis\u00e4isch. <em>\u201eDu kannst nicht so leben, wie es Jesus gef\u00e4llt. Du bist ein S\u00fcnder. Jesus muss in dein Leben. Er muss dich neu machen. Kehr um zu ihm und lass dich von ihm ver\u00e4ndern.\u201c <\/em>Das (oder so \u00e4hnlich \ud83d\ude0a) ist <strong>echtes Christsein<\/strong>. Es hat Jesus im Fokus und nicht irgendein Verhaltenscodex. Es geht immer um die lebendige Beziehung zu Jesus und es vertraut auf seine ver\u00e4ndernde Kraft, die in uns m\u00e4chtig wirkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Christsein ist eine Wesensver\u00e4nderung und nicht eine Verhaltensver\u00e4nderung! <\/strong>Jedoch wird die Wesensver\u00e4nderung eine Verhaltensver\u00e4nderung mit sich bringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gericht Jesu \u00fcber die Pharis\u00e4er (V29-33)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jesus macht deutlich, dass ein pharis\u00e4ischer Lebensstil das Gericht Gottes auf sich zieht. <em>\u201eWie solltet ihr dem Gericht der H\u00f6lle entfliehen?\u201c <\/em>Das ist wirklich ein krasser Satz. Er muss uns dringend aufhorchen lassen, es nicht wie die Pharis\u00e4er zu tun. Wir sollten nicht unsere eigene Gerechtigkeit aufzurichten versuchen und den frommen Max spielen. Wir m\u00fcssen verstehen, dass wir ohne die Wiedergeburt durch den Geist Gottes (vgl. <strong>Joh 3; 1Petr 1,3<\/strong>) kein Anteil am Reich Gottes haben, auch wenn wir uns noch so sehr anstrengen. Jesus sagt es deutlich zu dem Pharis\u00e4er Nikodemus in <strong>Joh&nbsp;3,3:<\/strong> <em>\u201eWahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen\u201c.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im R\u00f6merbrief beschreibt Paulus das Problem seines Volkes folgenderma\u00dfen, <strong>R\u00f6m 10,1-3:<\/strong> <em>\u201eBr\u00fcder! Das Wohlgefallen meines Herzens und mein Flehen f\u00fcr sie zu Gott ist, dass sie gerettet werden. Denn ich gebe ihnen Zeugnis, dass sie Eifer f\u00fcr Gott haben, aber nicht mit <\/em><em>\u27e8<\/em><em>rechter<\/em><em>\u27e9<\/em><em> Erkenntnis. <strong>Denn da sie Gottes Gerechtigkeit nicht erkannten und ihre eigene aufzurichten trachteten, haben sie sich der Gerechtigkeit Gottes nicht unterworfen<\/strong>.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Versuch, sich den Himmel selbst zu erarbeiten, muss immer scheitern. Das Problem der Pharis\u00e4er war aber zus\u00e4tzlich das, dass sie meinten, sie k\u00f6nnten es. Wir sehen das an dem Gleichnis, das Jesus erz\u00e4hlt vom Gebet des Pharis\u00e4ers und Z\u00f6llners. <strong>Lk 18,11:<\/strong> \u201e<em>Der Pharis\u00e4er stand und betete bei sich selbst so: Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die \u00fcbrigen der Menschen: R\u00e4uber, Ungerechte, Ehebrecher oder auch wie dieser Z\u00f6llner. Ich faste zweimal in der Woche, ich verzehnte alles, was ich erwerbe.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im bin ja ein ganz guter Mensch! Ich tue viele religi\u00f6se Dinge. Gott wird mich als guten Menschen annehmen. Nein, nur der wird ins Reich Gottes eingehen, der Bu\u00dfe tut und sich Vergebung schenken l\u00e4sst. Jesus sagt es ja auch in <strong>Mt 21,31<\/strong> deutlich: <em>\u201eWahrlich, ich sage euch, dass die Z\u00f6llner und die Huren euch vorangehen in das Reich Gottes\u201c<\/em> Aber nicht, weil sie Huren und Z\u00f6llner sind, sondern weil sie sich retten lassen von Jesus (z.B. <strong>Lk 19,1-10<\/strong>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das Urteil Jesu \u00fcber solche Menschen, die sich nicht retten lassen, ist eindeutig! Ihr werdet das Reich Gottes nicht betreten.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir m\u00fcssen unsere Mitmenschen davor warnen, ein Pharis\u00e4er zu sein und zu meinen, zwischen mir und Gott ist schon alles in Ordnung. Die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, kann man sich nur schenken lassen durch den Messias Jesus. Auch der gr\u00f6\u00dfte Eifer nutzt nichts, wenn man auf dem Holzweg ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Jesu Prophezeiung (V34-36<\/strong>)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was Jesus hier von sich gibt ist eine Prophezeiung, die sich in naher Zukunft erf\u00fcllen wird. Gott wird jetzt sein Volk Israel richten. Das Ma\u00df der Ablehnung ist voll. Weil sie den Messias Jesus ablehnen, wird Gott sie auf die Seite stellen, um sie zu reizen durch ein Nicht-Volk (die Heiden), deren Gott sich nun zuwenden wird. So ist es interessanterweise schon im Alten Testament im Lied des Moses vorausgesagt. In <strong>5Mo 32,21<\/strong>: <em>\u201eSie haben mich zur Eifersucht gereizt durch einen Nicht-Gott, haben mich gekr\u00e4nkt durch ihre Nichtigkeiten; so will auch ich sie zur Eifersucht reizen durch ein Nicht-Volk, durch eine t\u00f6richte Nation will ich sie kr\u00e4nken.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was wir hier lesen ist die Verfolgung, die die erste Gemeinde erleben wird. Gott wird Propheten und Schriftgelehrte zu den Pharis\u00e4ern senden. Denken wir an Petrus und Johannes vor dem Hohen Rat, oder an Stephanus. Denken wir an Paulus, der die ersten Christen verfolgt hat. Letztlich wird Gott an dieser Generation das Gericht vollziehen, das gipfeln wird in der Zerst\u00f6rung der Stadt Jerusalem 70n. Chr. Die R\u00f6mer werden unter Titus alles vernichten. Die Aussage in <strong>Vers 36<\/strong> macht deutlich, dass es sich um eine nahe Prophetie handelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Jesu Wehklage \u00fcber Jerusalem und seine endzeitliche Ansage (V37-39)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir sehen hier Jesu Liebe f\u00fcr sein Volk. Es war immer das Ansinnen Gottes, sein Volk zu retten. Er hat seine H\u00e4nde ausgetreckt zu diesem Volk. Er hat alles in seiner Macht Stehende getan. Es gibt aber offensichtlich ein <strong>\u201enicht wollen\u201c. <\/strong>Die Liebe Gottes zwingt niemand. Das sehen wir \u00fcbrigens auch im Garten Eden. Gott erschafft sich keine Marionetten. Nein, Gott will die Liebe von uns Menschen aus freien St\u00fccken. Er tut alles daf\u00fcr, dass die Menschen seine Einladung annehmen und sich seinen rettenden H\u00e4nden anvertrauen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch in diesen Versen steckt eine wichtige Warnung f\u00fcr uns heute drin. Es gibt ein zu sp\u00e4t. Die Folge der Ablehnung des Messias wird Gericht sein. Israel hat es erlebt. Israel muss nun eine lange, lange Zeit der geistlichen \u201e\u00d6de\u201c erleben. Sie werden ihren Messias nicht sehen. Darin steckt auch ein <strong>Nicht-Erkennen. <\/strong>Das j\u00fcdische Volk wird in der Vielzahl Jesus nicht als ihren Messias erkennen. Es wird nur ein \u00dcberrest sein. So lesen wir es in <strong>R\u00f6m 11,1-5.<\/strong> Diese \u201eVerblendung\u201c (Decke \u00fcber ihren Augen nach <strong>1Kor 10<\/strong>) wird so lange anhalten, bis sie sagen werden: <em>\u201eGepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn.\u201c<\/em> Die spannende Frage ist: Wann wird das sein? Hier gehen die Auslegungen weit auseinander. Es h\u00e4ngt sehr stark davon ab, wie man theologisch die Israelfrage versteht. Hat die Nation Israel noch eine Zukunft, dann legt man hier endzeitlich aus und sagt z. B. mit G. Maier: \u201e<em>Aber was wird Israel am Ende sagen? <strong>Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn<\/strong>. Also genau das, was die Menge beim Einzug in Jerusalem rief (Mt 21,9)! Das hei\u00dft nichts anderes, als dass Israel ihn bei seiner Wiederkunft als Messias anerkennen wird<a href=\"#_ftn2\" id=\"_ftnref2\"><sup><strong><sup>[2]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a>.\u201c <\/em>Diejenigen, die in der Nation Israel keine heilsgeschichtliche Relevanz mehr sehen, verstehen das z.B. so: \u201e<em>Jesus meint vielmehr sein Wiederkommen im Geiste zur Aufrichtung und Ausbreitung des Himmelreichs durch die Predigt des Evangeliums, indem er vorauswei\u00df und voraussetzt, dass von den Juden, die ihn in seiner Niedrigkeit verwerfen, nicht wenige teils infolge der Ausgie\u00dfung des Geistes \u00fcber die Apostel und der Ausbreitung seiner Gemeinde, teils infolge des in der n\u00e4chsten Zukunft \u00fcber Jerusalem und das j\u00fcdische Volk ergehenden Strafgerichts zum Glauben an ihn gelangen und dann ihn im Geiste wiedersehen werden<a href=\"#_ftn3\" id=\"_ftnref3\"><sup><strong><sup>[3]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a>\u201c<\/em><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das muss letztlich jeder selbst anhand seiner Erkenntnis entscheiden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.4 Struktur des Abschnittes:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jesus spricht zu <strong>4 verschiedenen Gruppen von Menschen<\/strong>. In <strong>Vers 1<\/strong> haben wir <em>\u201ezu den Volksmengen und zu seinen J\u00fcngern\u201c<\/em>. In <strong>Vers 8<\/strong> hei\u00dft es <em>\u201eihr aber\u201c, <\/em>was sich ziemlich wahrscheinlich nur auf die J\u00fcnger bezieht. Ab <strong>Vers 13<\/strong> geht es gegen die \u201e<em>Pharis\u00e4er und Schriftgelehrten\u201c. <\/em>In <strong>Vers 37<\/strong> lesen wir <em>\u201eJerusalem, Jerusalem\u201c. <\/em>Jesus befindet sich ja in Jerusalem und es muss nicht zwingend sein, dass er den Abschnitt an vier verschiedenen Stellen gehalten hat. Es ist auch denkbar, dass Jesus redet und die J\u00fcnger und eine Menschenmenge dabei sind. In dieser Menschenmenge befinden sich in Jerusalem sicherlich auch Schriftgelehrte und Pharis\u00e4er oder im Laufe der Rede kommen welche vorbei und Jesus richtet seine Weherufe an sie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Abschnitt grenzt sich von dem vorherigen Kapitel durch die Einleitung <em>(\u201eDann redete Jesus\u2026\u201c) <\/em>ab. Es ist der 5. und letzte Redeblock im Matth\u00e4usevangelium. (Siehe andere Redebl\u00f6cke in <strong>Mt 5-7; Mt 10; 13 und 18<\/strong>). <strong>Mt 24-25<\/strong> grenzt sich auch durch eine andere Zuh\u00f6rerschaft ab. Hier wird eingeleitet: <em>\u201eUnd Jesus trat hinaus und ging von dem Tempel weg; und seine J\u00fcnger traten zu <\/em><em>\u27e8<\/em><em>ihm<\/em><em>\u27e9<\/em><em>, um ihn auf die Geb<\/em><em>\u00e4<\/em><em>ude des Tempels aufmerksam zu machen. Er aber antwortete und sprach zu ihnen\u201c<\/em>. Offensichtlich sind hier Jesus und seine J\u00fcnger f\u00fcr sich alleine au\u00dferhalb der Stadt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Innertextliche Gliederung:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V1-7:<\/strong> Jesus redet allgemein warnend \u00fcber die geistliche\/religi\u00f6se Elite<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Sie geben sich als die gro\u00dfen Lehrer aus, tun aber das Gelehrte selber nicht (<strong>V2-4<\/strong>)<\/li><li>Ihr Antrieb ist Egoismus und Ansehen\/Ehre bei den Menschen (<strong>V5-7)<\/strong><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V8-12:<\/strong> Jesus redet zu den J\u00fcngern\/Gemeinde<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Nicht Meister\/Lehrer nennen lassen, denn das ist Christus <strong>(V8+10)<\/strong><\/li><li>Niemanden im Gemeindekontext als Vater bezeichnen, denn das ist Gott <strong>(V9<\/strong>)<\/li><li>Dienende Haltung einnehmen (<strong>V11-12<\/strong>)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V13-33<\/strong>: <strong>7 Wehrufe<\/strong> \u00fcber die Pharis\u00e4er und Schriftgelehrten<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Verschlie\u00dfen das Reich Gottes (<strong>V13-14<\/strong>)<\/li><li>Es geht ihnen nur um Mitgliederzahlen, Zugeh\u00f6rige zu ihrer Religion (<strong>V15<\/strong>)<\/li><li>Sie sind blind f\u00fcr die Wahrheit Gottes, ihnen fehlt die Erkenntnis (<strong>V16-22<\/strong>)<\/li><li>Haben das Zentrum des Glaubens verlassen: Recht, Barmherzigkeit und den Glauben <strong>(V23-24)<\/strong><\/li><li>Sind au\u00dfen hui und innen pfui. Ihnen fehlt innerliche Erneuerung\/echtes Leben <strong>(V25-28)<\/strong><\/li><li>Ihnen fehlt S\u00fcndenerkenntnis (<strong>V29-33<\/strong>)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V34-36:<\/strong> Prophetische Ank\u00fcndigung<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V37-39<\/strong>: Klage \u00fcber ganz Jerusalem, letztlich das ganze Volk Israel<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Einladung Gottes und die Ablehnung durch Israel <strong>(V37)<\/strong><\/li><li>Gerichtsank\u00fcndigung <strong>(V38)<\/strong><\/li><li>Hoffnungsschimmer <strong>(V39)<\/strong><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.5 Wichtige Begriffe:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich m\u00f6chte versuchen euch ein paar Begriffe aus dem Text zu erl\u00e4utern, die mir wichtig erscheinen. Es werden bei weitem nicht alle wichtigen sein, aber ein paar \ud83d\ude09. Die Begriffe sind nach der Elberfelder\u00fcbersetzung aufgelistet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Heuchler <\/strong>(<em>gr. hypokrites<\/em>)<strong> 6mal<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vort\u00e4uschen, Scheinheiliger. Im Alten Griechenland war der <em>hypokrites<\/em> der Schauspieler. Man gibt sich also als jemand aus, der man eigentlich nicht ist. Man schl\u00fcpft in eine Rolle. Es ist im Prinzip das Gegenteil zur Authentizit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Schriftgelehrter<\/strong> (<em>gr. grammateus<\/em>) <strong>8mal<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schriftgelehrter, Schreiber oder Gesetzeslehrer. Sie legten das Alte Testament aus und dr\u00e4ngten darauf, das Gesetz des Moses einzuhalten. Sie waren Experten des j\u00fcdischen Rechts.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Pharis\u00e4er <\/strong><em>(gr.<\/em><strong> <\/strong><em>pharisaios)<\/em><strong> 8mal<\/strong><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie waren eine spezielle j\u00fcdische Gruppierung, die sich dazu verschrieben hatte, das Gesetz gewissenhaft genau einzuhalten. Sie waren die \u201eUltras\u201c der damaligen Zeit, die strengste religi\u00f6se Gruppe. Sie nahmen es mit dem Glauben an Gott ganz genau und wollten es recht machen. Paulus war ein Pharis\u00e4er (vgl. <strong>Phil 3<\/strong>). Wir d\u00fcrfen die Pharis\u00e4er nicht immer nur negativ sehen. Jesus wirbt immer wieder um diese Gruppe von Menschen und es gab auch gl\u00e4ubige Pharis\u00e4er wie z.B. Nikodemus, <strong>Joh 19,39<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wehe<\/strong> (<em>gr. ouai<\/em>) <strong>7ma<\/strong>l<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist ein Klagerufen \u00fcber sich selbst oder andere. Es ist ein Ausruf vor dem Ausspruch des Gerichtes Gottes. Wir finden den Ausruf im Alten Testament bei den Propheten, bei Jesus aber auch im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Blind <\/strong><em>(gr. typhlos) <\/em><strong>5mal<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht sehen k\u00f6nnen. Es ist dramatisch in diesem Zusammenhang, dass diejenigen, die sich f\u00fcr die Lehrer und Anf\u00fchrer des Volkes im Sinne eines Mose halten, blind sind. Blind nat\u00fcrlich nicht im w\u00f6rtl. Sinne, sondern im \u00fcbertragenen Sinne f\u00fcr die Realit\u00e4t Gottes. vor allem sind sie blind f\u00fcr den Messias. Er ist direkt vor ihren Augen, aber sie wollen ihn nicht anerkennen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Proselyten<\/strong> (<em>gr. proselytos<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier ist ein zum Judentum konvertierter (\u00fcbergetretener) Mensch gemeint. Jude wird man gew\u00f6hnlich durch Geburt, allerdings bestand die M\u00f6glichkeit auch zu konvertieren. Erforderlich war nat\u00fcrlich die Beschneidung und die Proselytentaufe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Lehrer\/Meister<\/strong> (<em>gr. kathegetes<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie waren diejenigen, die dazu berufen waren, den Willen Gottes den Menschen kundzutun und sie zur Erkenntnis der Wahrheit anzuleiten. In <strong>Jak 3,1<\/strong> warnt die Bibel davor, dass Lehrer in ein strengeres Gericht kommen werden und dass deshalb nicht einfach jeder Lehrer sein sollte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Rabbi<\/strong> (<em>gr. rhabbi<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Steht f\u00fcr Rabbi, Lehrer oder Meister. Johannes schreibt in seinem Evangelium in <strong>Joh 1,38<\/strong>: <em>\u201eSie aber sagten zu ihm: Rabbi \u2013 was \u00fcbersetzt hei\u00dft: Lehrer (gr. didaskalos) \u2013, wo h\u00e4ltst du dich auf<\/em>?\u201c Es beschreibt eine respektvolle Anrede des Lehrers\/Meisters. Der wohl bekannteste Rabbi zurzeit Jesu war Gamaliel. Er war Mitglied des Hohen Rates, des h\u00f6chsten religi\u00f6sen Gremiums der Juden. Sein Gro\u00dfvater war Hillel, der eine der bekanntesten rabbinischen Schulen gr\u00fcndete. Bekannter Sch\u00fcler von Gamaliel war <strong>Saulus von Tarsus<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jesus wird in den Evangelien von seinen J\u00fcngern auch Rabbi genannt (z.B. <strong>Mk 11,21<\/strong>) und sogar von anderen Pharis\u00e4ern wie Nikodemus in <strong>Joh 3<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Lehrstuhl Moses <\/strong>(<em>gr. kathedra<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00f6rtl. einfach Sitz oder Stuhl. Die typische Lehrhaltung der damaligen Schulen war das Sitzen. Auch die rabbinischen Lehrer sa\u00dfen w\u00e4hrend sie Inhalte weitergaben. Man redet heute ja auch noch von Lehrst\u00fchlen. Mose selber galt im nachexilischen Judentum als der Lehrer Israels schlechthin. Er hat Israel das Gesetz gegeben. Wenn Jesus davon redet, dass die Pharis\u00e4er auf dem Lehrstuhl Moses sitzen, dann sind sie in seiner Tradition unterwegs. <strong>G. Meier<\/strong> schreibt in seinem Matth\u00e4uskommentar: <em>\u201e<\/em><em>Jesus bejaht die Kontinuit\u00e4t von <strong>Mose<\/strong> zu den pharis\u00e4ischen Schriftgelehrten seiner Zeit. Letztere <strong>sitzen<\/strong> mit Recht <strong>auf Moses Lehrstuhl<\/strong><a href=\"#_ftn4\" id=\"_ftnref4\"><sup><strong><sup>[4]<\/sup><\/strong><\/sup><\/a><\/em><em>\u201c.<\/em> Die Pharis\u00e4er hatten eine Liebe zum Gesetz Moses und sie gaben dieses mit Recht weiter. Heute kennen wir den Begriff von der Katholischen Kirche, wenn der Papst etwas von seinem \u201eLehrstuhl\u201c sagt, dann hat es unfehlbares Gewicht. Er sagt es dann <em>ex cathedra. <\/em>Vielleicht meint Jesus genau das. Wir Menschen sollten nicht meinen, wie k\u00f6nnten etwas \u201eUnfehlbares\u201c weitergeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Verstehen, worum es geht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie eingangs erw\u00e4hnt, ist Jesus in der Karwoche als das fehlerfreie Lamm in Jerusalem und pr\u00e4sentiert sich dem Volk. Jesus wirbt noch einmal f\u00fcr sein Volk (siehe Ende unseres Abschnittes) und doch muss er auch Gerichtworte sprechen. Was hat Israel nicht alles von Gott geh\u00f6rt und gesehen. Und nat\u00fcrlich praktiziert Jesus das, was sp\u00e4ter in <strong>Jak 3,1<\/strong> steht. Jeden Lehrer wird ein schwereres Urteil treffen. Das Lehramt ist ein extrem wichtiges Amt. Hier k\u00f6nnen Menschen f\u00fcr Jesus gewonnen, oder der Zugang zu ihm verwehrt werden. Letztes trifft auf die Pharis\u00e4er zu (<strong>Mt&nbsp;23,13-14<\/strong>). Deswegen handelt es sich um einen Gerichtstext \u00fcber die Pharis\u00e4er und generell \u00fcber Israel, der warnend f\u00fcr uns als Gemeinde aufgeschrieben ist. Jesus sagt ja mehrfach, wie es bei uns sein soll, bzw. nicht sein soll. Wir sollen uns z.B. nicht Lehrer nennen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was war das Hauptproblem der Pharis\u00e4er, die Hauptkritik? Nat\u00fcrlich die Heuchelei, also fromm zu tun, es aber nicht zu sein. Aber das Hauptproblem geht noch tiefer. Wir finden es mit am deutlichsten im Text <strong>Mt 21,14-17<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u201eUnd es traten Blinde und Lahme in dem Tempel zu ihm, und er heilte sie. Als aber die Hohen Priester und die Schriftgelehrten die Wunder sahen, die er tat, und die Kinder, die im Tempel schrien und sagten: Hosanna dem Sohn Davids!, wurden sie unwillig und sprachen zu ihm: H\u00f6rst du, was diese sagen? Jesus aber sprach zu ihnen: Ja, habt ihr nie gelesen: \u00bbAus dem Mund der Unm\u00fcndigen und S\u00e4uglinge hast du dir Lob bereitet\u00ab?&nbsp;Und er verlie\u00df sie und ging zur Stadt hinaus nach Betanien und \u00fcbernachtete dort.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jesus heilt im Tempel Blinde und Lahme sichtbar f\u00fcr alle (auch die Hohenpriester und Schriftgelehrten, Pharis\u00e4er inbegriffen). Jeder zweitklassige Schriftgelehrte wurde an Schriftstellen aus <strong>Jes 35,4-6<\/strong> erinnert, wo es hei\u00dft: \u201e<em>Sagt zu denen, die ein \u00e4ngstliches Herz haben: Seid stark, f\u00fcrchtet euch nicht! Siehe, <\/em><em>\u27e8<\/em><em>da ist<\/em><em>\u27e9<\/em><em> euer Gott, Rache kommt, die Vergeltung Gottes! <strong>Er selbst kommt und wird euch retten.<\/strong> <strong>5<\/strong><\/em><strong><em>&nbsp;<\/em><\/strong><strong><em>Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben ge\u00f6ffnet. 6&nbsp;Dann wird der Lahme springen wie ein Hirsch, und jauchzen wird die Zunge des Stummen.\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn Gott selber kommt und sein Volk rettet, dann wird das begleitet sein von au\u00dfergew\u00f6hnlichen Zeichen, n\u00e4mlich dass u.a. <strong>Blinde sehen und Lahme gehen<\/strong>. Genau das passiert vor den Augen der Gelehrten. Aber nicht nur das, sondern Kinder geben ein gewaltiges Zeugnis ab und rufen: <em>Hosanna, dem Sohn Davids. <\/em>Anders formuliert schreien sie: Hilf uns, Messias. Also die Obersten des j\u00fcdischen Volkes sehen Jesus heilen und h\u00f6ren schreiende Kinder die sagen:<strong> Das ist der Messias, das ist der Messias. <\/strong>Mehr Beweise kann es nicht geben. Von der Schrift her war klar. <strong>Jetzt ist Gott da und jetzt wird er uns retten.<\/strong> Und was tun sie? Sie wollen nicht. \u201e<em>Ihr habt nicht gewollt<\/em>\u201c. Sie werden zornig, ja \u00e4rgerlich. Dieser Jesus darf nicht der Messias sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir m\u00fcssen die Haltung der Pharis\u00e4er als Warnung f\u00fcr uns verstehen. Gericht Gottes, das Wehe, kommt \u00fcber solche Menschen, die den Messias Jesus ablehnen. Gericht kommt \u00fcber solche Menschen, deren Glaube nur ein Schauspiel (Heuchelei) ist. \u00c4u\u00dferlich geben sie vor, ganz fromm zu sein. Sie praktizieren verschiedene Fr\u00f6mmigkeitsrituale wie in Gottesdienst gehen, Gebete sprechen, Spenden etc. Aber im Herzen leben sie noch immer in ihren S\u00fcnden und haben die Vergebung Jesu nicht angenommen. Sie sind nicht wiedergeboren. Gericht kommt \u00fcber die, die Jesus nicht kennen und trotzdem lehren und damit auch anderen den Zugang zum Himmel verwehren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.1 Hinweise f\u00fcr situative \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir sind aktuell im Matth\u00e4usevangelium unterwegs. Wir nehmen die H\u00f6rer mit in die Auseinandersetzungen Jesu in der Karwoche. Die Karwoche ist die Entscheidungswoche. Glauben wir an den Messias Jesus oder nicht? Gerade Texte wie diese machen die Notwendigkeit einer Entscheidung f\u00fcr Jesus wichtig. Echter Glaube zeigt sich an einer lebendigen Jesusbeziehung. Sitzen vielleicht in unseren Reihen auch \u201ePharis\u00e4er\u201c? Menschen, die \u00e4u\u00dferlich dabei, aber innerlich tot sind? Menschen, die meinen, Glaube h\u00e4tte was mit bestimmtem Verhalten zu tun? Menschen, die meinen, man m\u00fcsste sich den Himmel verdienen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.2 Hinweise f\u00fcr hermeneutische \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir d\u00fcrfen nicht au\u00dfer Acht lassen, dass dieses Wort sich prim\u00e4r an die pharis\u00e4ischen Juden richtet, bzw. an das j\u00fcdische Volk. Jesus mahnt an, dass die Gelehrten seiner Zeit die Zeichen nicht deuten konnten. Siehe dazu <strong>Mt 16,1-4<\/strong>. Wir stehen heute heilsgeschichtlich an anderer Stelle. Wir wissen um den Tod und die Auferstehung Jesu und wir haben die gesamte neutestamentliche Briefliteratur, die uns deutlich macht: <strong>Echter Glaube setzt eine lebendige Beziehung zu Jesus voraus<\/strong>. Echter Glaube setzt ein inneres Neuwerden (Wiedergeburt aus dem Geist Gottes) voraus und ver\u00e4ndert den Menschen von innen nach au\u00dfen. Das Verhalten (heilige Wandel) folgt mehr und mehr auf das innere Neuwerden. Das wussten die Menschen damals in unserem Umfang nicht. Und doch sehen wir beispielhaft, wie auch heute noch der Glaube\/Religiosit\u00e4t falsch gelebt werden kann. Wo entdecken wir in unserem eigenen Leben diese Z\u00fcge? Wo sind wir \u201epharis\u00e4isch\u201c unterwegs? Wo sind wir nicht echt in unserem Glauben?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.3 Hinweise f\u00fcr homiletische \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir haben hier einen extrem vollen Text. Hier bietet es sich an, nur punktuell zu lesen und die Punkte herauszuarbeiten. Vielleicht w\u00e4re hier eine unterst\u00fctzende Visualisierung per PowerPoint nicht schlecht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3. Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir wollen mit der Predigt dem Themenvorschlag des Verbandes folgen und unsere Zuh\u00f6rer ermutigen, ihren Glauben authentisch zu leben. Unsere Gemeinde, die pers\u00f6nlichen Begegnungen m\u00fcssen es zulassen, dass jeder normal sein darf und nicht irgendeine \u201eMaske\u201c aufsetzen muss. Wir d\u00fcrfen es in unseren Kreisen nicht f\u00f6rdern, dass unsere Gemeindeglieder in Rollen schl\u00fcpfen, einfach weil wir es so vorleben. Ein Christ muss dies und jenes tun oder lassen. Ein Christ muss so denken und so nicht. Legen wir zu sehr den Fokus auf diese Dinge, dann verstehen unsere Gemeindeglieder <strong>Christsein als ein Erf\u00fcllen eines bestimmten Anforderungskataloges<\/strong>. Damit wird der Glaube zu einer Religion. Mach es so, so und so, und auf jeden Fall niemals so, dann bist du ein guter Christ. Dabei ist Christsein doch was v\u00f6llig anderes. Christsein hat Christus im Fokus. Jeder einzelne Gl\u00e4ubige braucht diese lebendige Beziehung zu dem <strong>einen<\/strong> Meister und Lehrer. Diese Beziehung zu Jesus, die Power des Heiligen Geistes und die Kraft des Wortes Gottes ver\u00e4ndern uns.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.2 Predigtthema \u2013 was sage ich in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u201eAuthentisch glauben\u201c <\/strong>(Vorschlag vom Verband)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u201eEcht sein\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich w\u00fcrde dazu raten, den Verbandsvorschlag zu nehmen. Er passt gut und wir verstehen sofort, worauf es ankommt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3.3 <strong>Predigtentfaltung \u2013 wie sage ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich werde dir hier eine m\u00f6gliche Gliederung f\u00fcr die Predigt geben. Ich w\u00fcrde die Predigt einfach in zwei Bl\u00f6cke unterteilen. <strong>Authentisch glauben kann man nur, wenn man \u201eecht ist\u201c und dann auch \u201eecht lebt\u201c.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" type=\"1\"><li><strong>Echt sein<\/strong><\/li><\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der gro\u00dfe Vorwurf Jesu gegen\u00fcber den Pharis\u00e4ern ist ja der, dass sie \u201efalsche F\u00fcnfziger\u201c sind. Das Wort \u201eHeuchler\u201c kommt im Text 6mal vor. Es bedeutet Schauspieler sein. Ist unser Glaube nur eine einstudierte Rolle, in die wir schl\u00fcpfen? Woran erkennt man einen Schauspieler? Naja, im echten Leben (im Alltag) lebt er nicht in dieser Rolle. Leben wir im Alltag unter Nichtchristen anders als sonntags im Gottesdienst? Wie geben wir uns, wenn niemand zusieht? F\u00fcr wen leben wir unser Christsein? F\u00fcr andere? Sollen unsere Mitmenschen davon \u00fcberzeugt werden, dass wir fromm sind? Haben wir verstanden, dass es nicht um die Gerechtigkeit geht, die wir aufrichten m\u00fcssen, sondern um die Gerechtigkeit, die Jesus in uns bewirkt? (<strong>R\u00f6m 10,3<\/strong>) Wie wird man echt? Nur, wenn man zu Jesus kommt und sich dieses neue Leben schenken l\u00e4sst. Wir brauchen die Wiedergeburt aus dem Geist Gottes (<strong>Joh 3<\/strong>). Wir k\u00f6nnen auch an diesem Text an die Jahreslosung aus <strong>Joh 6,37<\/strong> erinnern. Das Angebot Jesu steht. Wir d\u00fcrfen jederzeit zu ihm kommen und er macht uns neu! In unserem Abschnitt deutet das Jesus mehrfach an u.a. in <strong>Vers 26<\/strong>: <em>\u201eDu blinder Pharis\u00e4er, reinige zuerst das Innere des Bechers, damit auch das \u00c4u\u00dfere rein werde\u201c. <\/em>Echtes Christsein geht von innen nach au\u00dfen. Zuerst kommt die <strong>Wesensver\u00e4nderung und dann die Verhaltensver\u00e4nderung<\/strong>. Auch hier m\u00fcssen wir den Inhalt unserer Verk\u00fcndigung pr\u00fcfen, auch unseres pers\u00f6nlichen Zeugnisses. Zu was f\u00fcr einem Christsein laden wir ein? Fordern wir nur richtiges Verhalten und weisen nicht darauf hin, wie es geht, dann bekommen wir ein pharis\u00e4isches Christsein. Menschen strengen sich an, nach den christlichen Werten zu leben. Sozusagen den christlichen Verhaltenscodex zu erf\u00fcllen. Es wird ihnen mehr oder weniger gelingen. Aber innerlich bleiben sie leblos, tot. Das Leben wird so zu einer Qual und nicht zu einer Freude. Es ist ein Scheinchristsein, das leider nicht bei Jesus im Himmel ankommen wird! <strong>Verschlie\u00dfen wir auch das Reich Gottes wie die Pharis\u00e4er, weil wir Verhalten einfordern statt einer Wiedergeburt aus dem Geist Gottes?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Joh 1,12: <\/strong><em>\u201eSo viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer unecht ist, dessen Leben wird zur Heuchelei. Der \u201eGlaube\u201c wird zu einer Qual. <strong>Sei echt!<\/strong> Lass dich neu machen von Jesus. Nimm seine gn\u00e4dige Vergebung an und werde frei davon, Christsein zu spielen! <strong>Du <u>darfst<\/u> dann n\u00e4mlich Christ <u>sein<\/u>! <\/strong>Das ist ein gro\u00dfer Unterschied. Man ist dann \u00fcbrigens auch Christ, selbst wenn der Alltag manchmal anders aussieht. <strong>Das eigene Versagen im Alltag \u00e4ndert nichts an der neuen Existenz durch Jesus Christus. <\/strong>Man darf dann mit sich selbst und anderen gn\u00e4dig sein und den HERRN bitten, dass er einen ver\u00e4ndert. <strong>Echt sein st\u00f6\u00dft einen Prozess an \u2013 echt leben!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier k\u00f6nnen wir eines der untenstehenden Beispiele einbauen, das verdeutlichen soll: Es muss zwingend was neu werden. Das steht ganz am Anfang!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2 <strong>Echt leben<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was war zuerst da, Henne oder Ei? <strong>Kein \u201eEcht leben\u201c vor dem \u201eEcht sein\u201c!<\/strong> Erst kommt der Status, dann die Performance. Aber wenn das echt sein da ist, dann geht ein Prozess los, der das \u201eEcht leben\u201c anst\u00f6\u00dft. Nat\u00fcrlich sagt Jesus, dass wir was die Pharis\u00e4er lehren, tun sollen! Hier geht es um die Lehren Moses, also die biblische Lehre. <strong>Echt sein wirkt sich aus<\/strong>. Wo unser Christsein keine Au\u00dfenwirkung zeigt, da muss es hinterfragt werden. <strong>Jak 2,17:<\/strong> <em>\u201eGenauso ist es mit dem Glauben: Wenn er keine Taten vorzuweisen hat, ist er tot; er ist tot, weil er ohne Auswirkungen bleibt.\u201c <\/em>Jakobus spricht hier von einem toten Glauben. Meine lebendige Beziehung zu Jesus Christus und das Bekenntnis, dass er HERR meines Lebens ist (<strong>R\u00f6m 10,9<\/strong>), wirkt sich nat\u00fcrlich auf mein ganzes Leben aus. Glauben ist ja ein \u201esich anvertrauen\u201c, \u201eauf jemanden bauen\u201c. Wir werden in der Schrift immer wieder dazu aufgefordert, echt zu leben. <strong>Eph 5,8:<\/strong> <em>\u201eDenn einst wart ihr Finsternis, jetzt aber <\/em><em>\u27e8<\/em><em>seid ihr<\/em><em>\u27e9<\/em><em> Licht im Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts\u201c<\/em>. Der \u201eWandel\u201c, also das t\u00e4gliche Leben, folgt nun dem inneren Neuwerden. So wie der adoptierte Mann im Beispiel nun zu erst lernen muss, was es hei\u00dft als Royal zu leben, genauso m\u00fcssen wir das. Das Wort Gottes hilft uns. Nach <strong>2Tim 3,16f <\/strong>bef\u00e4higt es uns zu jedem guten Werk! Und klar, <strong>wir haben hier einen Lehrer \u2013 Jesus Christus<\/strong>. Er ist unser Meister, ihm folgen wir nach, niemand anderem. In der Gemeinde helfen wir uns gegenseitig als Br\u00fcder und Schwerstern. Niemand nimmt die Position Jesu ein. Von ihm hei\u00dft es, dass er uns ein Beispiel gegeben hat (<strong>1Petr 2,21<\/strong>) und das wir jetzt als Kinder Gottes \u201eschuldig sind\u201c so zu leben (<strong>1Joh 2,6<\/strong>)! Wir sollen w\u00fcrdig wandeln (<strong>Kol 1,10<\/strong>)! Also kommt es doch auf mich an im Leben als Christ? <strong>Ja und nein! Wir d\u00fcrfen uns hier zwei ineinandergreifende Zahnr\u00e4der vorstellen. <\/strong>Wir werden immer wieder aufgefordert, den HERRN Jesus anzuziehen und die Dinge abzulegen, die nicht zu ihm passen (<strong>Kol 3<\/strong>). Auf der anderen Seite lesen wir, dass es Christus ist, der uns antreibt, der unsere Kraft ist (<strong>Phil 4,13<\/strong>). Die Ver\u00e4nderung geschieht durch das Werk des Heiligen Geistes (<strong>2Kor 3,18<\/strong>)!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>R\u00f6m 12,2<\/strong> und <strong>2Kor 3,18<\/strong> beleuchten genau die beiden Seiten! Ich stelle es farblich dar, rot ist unsere Verantwortung und gr\u00fcn, die von Jesus\/Gott.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>R\u00f6m 12,2: \u201e<\/strong><em>Und seid nicht gleichf\u00f6rmig dieser Welt, <span style=\"color:green\">sondern werdet verwandelt (gr. Metamorpho) durch die Erneuerung des Sinnes<\/span>, <span style=\"color:red\">dass ihr pr\u00fcft, was der Wille Gottes ist<\/span>: das Gute und Wohlgef\u00e4llige und Vollkommene.\u201c<\/em><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Christen leben anders. Sie unterscheiden sich von der Welt. Jesus, der durch den Heiligen Geist in uns lebt, verwandelt uns. Er ver\u00e4ndert unser Denken, damit <strong>wir pr\u00fcfen k\u00f6nnen<\/strong>, was Gottes Willen entspricht und was nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2Kor 3,18: <\/strong><em>\u201e<span style=\"color:red\">Wir alle aber schauen mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn an<\/span> <span style=\"color:green\">und werden \u27e8so\u27e9 verwandelt<\/span> in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, <span style=\"color:green\">wie \u27e8es\u27e9 vom Herrn, dem Geist\u27e8, geschieht\u27e9.<\/span>\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unser Auftrag hei\u00dft: <strong>Jesus anschauen<\/strong> (siehe auch <strong>Hebr 12,1-3; Kol 3,1-2<\/strong>). Er ist unser Lehrer. Dazu m\u00fcssen wir Zeit mit ihm verbringen, in seinem Wort lesen, beten \u2013 kurz um, <strong>Beziehung mit ihm leben<\/strong>. Wenn wir das tun, dann gew\u00e4hren wir sozusagen dem Geist Gottes Zugriff auf unser Leben. Er wird uns dann ver\u00e4ndern in das Bild unseres HERRN Jesus, aber er wird es so tun, wie es seinem Willen entspricht, in seinem Tempo.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deswegen m\u00fcssen wir an dieser Stelle unsere Gemeindeglieder ermutigen und sagen: <strong>Geh aufs Ganze! <\/strong>Setze alles auf die Karte Jesu ganz nach dem Motto von <strong>2Kor 5,15;<\/strong> <strong>Gal 2,20<\/strong>; <strong>Kol 3,17<\/strong>. Wenn wir das tun, dann sind wir ein wandelndes Zeugnis. Dann sind wir offen f\u00fcr das Handeln Jesu, dann entdecken wir im Alltag die Werke, die er schon vorher bereitet hat, dass wir in ihnen wandeln sollen (<strong>Eph 2,10<\/strong>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>So kann unser Glaube authentisch sein<\/strong>. Unser Verhalten wird dann immer mehr unserem inneren neuen Wesen entsprechen. Dann ist Christsein auch kein Krampf, sondern eine Freude. Wir m\u00fcssen dann niemandem etwas vorspielen, <strong>sondern wir d\u00fcrfen leben, was wir sind<\/strong>. Und dann d\u00fcrfen Christen auch Fehler machen. Nirgends in der Bibel steht, dass Christen keine S\u00fcnden mehr begehen! Nein, aber sie d\u00fcrfen sie jederzeit vor dem HERRN und anderen bekennen und sich der Gnade Gottes gewiss sein (<strong>1Joh 1,9<\/strong>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.4 Predigtveranschaulichungen \u2013 wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beispiele oder pers\u00f6nliche Erlebnisse sind in einer Predigt sehr wichtig und beleben sie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was macht uns zum echten Christen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier kann man einen Vergleich verwenden. Nur weil ich in die Garage gehe und brumm brumm mache, bin ich noch lange kein Auto. Genauso bin ich auch kein Christ, nur weil ich in den Gottesdienst gehe und fromme Lieder mitsinge. Ein Christ zeichnet sich durch eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus aus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Beispiel: Adoptierter der Queen Elisabeth<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir k\u00f6nnen das Leben als Christ auch mit der Queen Elisabeth vergleichen. Mal angenommen, du f\u00e4hrst das gleiche Auto wie die Queen, du redest exakt ihren Dialekt, du besuchst die gleiche Schule wie die Windsors, du kopierst ihren Speiseplan, du hast die gleichen Hobbys wie die Royals, wirst du deswegen einer von ihnen? <strong>Nein, man wird nur durch Geburt, Adoption oder Heirat adelig! <\/strong>Bei Jesus ist es nicht anders. Ein frommer Lebensstil macht uns noch lange nicht zum Kind Gottes. Aber die Adoption macht es. Dann geh\u00f6rt man dazu. Genau das passiert, wenn wir uns an Jesus wenden und an ihn glauben. Wir werden in die Familie Gottes adoptiert (<strong>Gal&nbsp;3,26<\/strong>). Wirst du von der Queen adoptiert, dann beginnst du auch mehr und mehr so zu leben, wie das die Royals tun. Du musst umdenken lernen. Du musst erst mal lernen, was es hei\u00dft, ein Royal zu sein. Von wem lernst du das? Im Idealfall von der Queen selbst. So ist es im Christsein auch. Wir lernen aus erster Hand von Jesus, wie man als Kind Gottes lebt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Manuel Nowak<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> Maier, G. (2017). <a href=\"https:\/\/ref.ly\/logosres\/hta61mt2?ref=Bible.Mt23.1-2&amp;off=5916&amp;ctx=IV+Zusammenfassung%0a~Jesus+bejaht+die+Kont\"><em>Das Evangelium des Matth\u00e4us: Kapitel 15\u201328<\/em><\/a> (G. Maier, R. Riesner, H.-W. Neudorfer, &amp; E. J. Schnabel, Hrsg.; S. 365). SCM R. Brockhaus; Brunnen Verlag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref2\" id=\"_ftn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a> Gerhard Maier, <a href=\"https:\/\/ref.ly\/logosres\/hta61mt2?ref=Bible.Mt23.37-39&amp;off=8162&amp;ctx=%3a+bis+ihr+sagt+usw.%0a~Aber+was+wird+Israel\"><em>Das Evangelium des Matth\u00e4us: Kapitel 15\u201328<\/em><\/a>, ed. Gerhard Maier u. a., Historisch-Theologische Auslegung Neues Testament (Witten; Giessen: SCM R. Brockhaus; Brunnen Verlag, 2017), 400.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref3\" id=\"_ftn3\"><sup>[3]<\/sup><\/a> Carl Friedrich Keil, <a href=\"https:\/\/ref.ly\/logosres\/kldltzkmmmtt?ref=BibleLUTBIB1984.Mt23.34-38&amp;off=12028&amp;ctx=fe+entgegen+kommen.+~Jesus+meint+vielmehr\"><em>Commentar \u00fcber das Evangelium des Matth\u00e4us<\/em><\/a> (Leipzig: D\u00f6rffling und Franke, 1877), 455.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref4\" id=\"_ftn4\"><sup>[4]<\/sup><\/a> Maier, G. (2017). <a href=\"https:\/\/ref.ly\/logosres\/hta61mt2?ref=Bible.Mt23.1-2&amp;off=5916&amp;ctx=IV+Zusammenfassung%0a~Jesus+bejaht+die+Kont\"><em>Das Evangelium des Matth\u00e4us: Kapitel 15\u201328<\/em><\/a> (G. Maier, R. Riesner, H.-W. Neudorfer, &amp; E. J. Schnabel, Hrsg.; S. 355). SCM R. Brockhaus; Brunnen Verlag.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jahresthema:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Wert(e)voll leben. Die Auswirkungen des Heiligen Geistes in unserem Leben (Gal 5,22) Monatsthema: &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Matth\u00e4usevangelium \u2013 Authentisch Glauben Predigtthema:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Authentisch glauben Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. 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