{"id":4322,"date":"2021-09-09T09:54:00","date_gmt":"2021-09-09T07:54:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=4322"},"modified":"2021-11-08T00:43:13","modified_gmt":"2021-11-07T23:43:13","slug":"predigthilfe-vom-3-oktober-2021-matthaeus-19-16-30","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-3-oktober-2021-matthaeus-19-16-30\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 3. Oktober 2021 &#8211; Matth\u00e4us 19, 16-30"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Jahresthema:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; F\u00fcr ein gutes Mit-EINANDER.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Monatsthema:<\/strong>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<strong>Matth\u00e4us-Evangelium: Wahres Leben in Jesus<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Predigtthema:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Wahrer Reichtum<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1. Sehen, was dasteht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/\">www.bibleserver.com<\/a>&nbsp;(Luther 1984 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000 \/ Neue Genfer \u00dcbersetzung \/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n\n\n\n<p>Unter Umst\u00e4nden kann sich auch mal der Blick in eine englische \u00dcbersetzung lohnen, weil auch in modernen deutschen \u00dcbersetzungen manchmal \u201cfromm-deutsche\u201d Begriffe benutzt werden, die im Englischen viel direkter und \u201cnormaler\u201d \u00fcbersetzt sind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Text ist Teil der Fortsetzung der Matth\u00e4us-Reihe (M\u00e4rz und April 21) von September bis November. Der Predigttext erstreckt sich \u00fcber 15 Verse, deshalb muss man abw\u00e4gen, an welchen Stellen man Schwerpunkte legen m\u00f6chte, ohne was vom Textabschnitt zu k\u00fcrzen. Die Parallelstellen zu dieser Geschichte in den anderen Evangelien sind Mk 10,17-31 und Lk 18,18-30.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1.2 Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In erster Linie sollte man sich im Selbststudium intensiv mit dem Bibeltext besch\u00e4ftigen. Dabei ist es hilfreich, mit verschiedenen Bibel\u00fcbersetzungen und Studienbibeln (MacArthur, Ryrie, \u2026) zu arbeiten. Auch hilft es, den Text auszudrucken und mit Farben zu bearbeiten (Fragen an den Rand, Parallelstellen notieren, usw.).<\/p>\n\n\n\n<p>Gute Auslegungshilfen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die entsprechenden B\u00e4nde der Edition C und der Wuppertaler Studienbibel<\/li><li>HTA-Kommentar von Gerhard Maier (2b\u00e4ndiger Matth\u00e4us-Kommentar, evtl. kommt man \u00fcber einen VZM an den jeweiligen Kommentar)<\/li><li>\u201eDas NEUE\/ALTE Testament\u201c von Walvoord und Zuck (H\u00e4nssler-Verlag)<\/li><li>Der \u201eMathew Henry Kommentar\u201c (Matth\u00e4us-Johannes)<\/li><li>\u201eDas Evangelium des Reiches\u201c (C. H. Spurgeon)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Zum Anh\u00f6ren\/Anschauen:<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.gty.org\/library\/sermons-library\/2343\/how-to-obtain-eternal-life\">https:\/\/www.gty.org\/library\/sermons-library\/2343\/how-to-obtain-eternal-life<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.gty.org\/library\/sermons-library\/2344\/the-poverty-of-riches-the-riches-of-poverty\">https:\/\/www.gty.org\/library\/sermons-library\/2344\/the-poverty-of-riches-the-riches-of-poverty<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>(Predigten von John MacArthur zum Predigttext)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=qjafm3VQRUY\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=qjafm3VQRUY<\/a> (das Bibel-Projekt zu Matth\u00e4us 14-28)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1.3 Anmerkungen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>V.16 <\/strong>\u201e\u2026<em>einer trat herbei<\/em>\u2026\u201c- dieser Mann ist jung (V.20), reich (V.22) und ein Oberster (Lk 18,18 vgl. Lk 14,4; 23,35; Joh 3,1; 7,48; 12,42; Apg 3,17), somit ein leitendes Mitglied einer Synagoge. Der junge Mann kam demnach aus pharis\u00e4ischen Kreisen. Er gab Christus einen hohen Titel: <em>\u201eGuter Meister<\/em>.\u201c Das meint keinen herrschenden Meister, sondern einen lehrenden Meister. Indem er ihn \u201eMeister\u201c nannte, zeigte der Mann seine Unterw\u00fcrfigkeit und Bereitschaft, gelehrt zu werden, und indem er ihn \u201eguter Meister\u201c nannte, zeigte er seine Zuneigung und besondere Achtung f\u00fcr den Lehrer.<\/p>\n\n\n\n<p>Der junge Mann stellte vermutlich die beste Frage, die man Jesus stellen konnte. Aber: die Frage des Mannes setzt voraus, dass man Gutes tun kann, um ewiges Leben zu bekommen: \u201e<em>Wie kann ich mich qualifizieren, welchen sicheren Weg in das Reich kann ich nehmen<\/em>?\u201c Das \u201eich\u201c (Ego, S\u00fcndennatur) steht im Vordergrund (R\u00f6m 8,8). Er war selbstzufrieden, etwas \u201eGutes\u201c musste von ihm gen\u00fcgen. Er war davon \u00fcberzeugt, das ewige Leben durch sein Tun zu erreichen, da bestand kein Zweifel f\u00fcr ihn. Er dachte nicht an Rettung\/Erl\u00f6sung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>V.17 <\/strong>Gott ist der einzige Ma\u00dfstab, wenn es um \u201edas Gute\u201c geht (Mt 5,48). Der junge Mann bringt das f\u00fcr ihn noch fehlende Puzzlest\u00fcck, \u201edas Gute, mit Jesus in Verbindung. Spurgeon schreibt: \u201eMeinte dieser Mann es wirklich so? Wenn ja, so wollte der Herr Jesus ihm einen Wink geben, dass der, zu dem er sprach, mehr sei als ein Mensch. Der Beweis ist klar: Entweder war Jesus gut oder er h\u00e4tte Ihn nicht gut nennen sollen, aber da niemand gut ist als Gott, so muss Jesus, der gut ist, Gott sein.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus gibt ihm eine kurze Antwort: <em>\u201eWillst du aber in das Leben eingehen, so halte die Gebote!\u201c <\/em>Interessant: der Mann sprach vom \u201e<em>ewigen Leben<\/em>\u201c, Jesus aber nur vom \u201e<em>Leben<\/em>\u201c \u2026 das ewige Lebe ist das einzig wahre Leben!<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus sagt nichts anderes, wie dass der Weg, um in das Leben einzugehen, Gehorsam gegen\u00fcber dem lebendigen Gott bedeutet. Jesus ist der Weg zum Vater (Joh 14,6), doch der Gehorsam des Glaubens ist der Weg zu Jesus. Der junge Mann stand auf dem Boden des Gesetzes, also antwortete Jesus ihm auch entsprechend seiner Ausgangsposition. Jesus stellt ihm den Weg der Selbstgerechtigkeit vor, nicht, damit er versucht dadurch das Leben zu gewinnen, sondern damit er seinen Mangel erkennt, sodass er endlich doch nach Errettung fragen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>V.18-19<\/strong> Der Fragende m\u00f6chte wissen, von welchen Geboten Jesus konkret sprach. Das ist verst\u00e4ndlich angesichts der 613 Einzelforderungen, auf die man das Gesetz durch menschliche Tradition ausgeweitet hatte. Jesus f\u00fchrt sechs der zehn Gebote auf, v.a. die \u201ehorizontalen\u201c Gebote (5-9) und zus\u00e4tzlich die allumfassende Aussage aus 3 Mose 19,18 (den N\u00e4chsten lieben), die in der Lehre des Herrn zentrale Bedeutung hat (vgl. Mt 22,37-39). Damit gibt er seinem Gespr\u00e4chspartner Gelegenheit, seine Unf\u00e4higkeit zu erkennen, \u201edas Gute\u201c von sich aus erreichen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>V.20 <\/strong>Die Antwort kommt \u00fcberraschend, sie ist unglaublich selbstsicher: \u201eAlles dies habe ich befolgt (beachtet, eingehalten). Was fehlt mir noch?\u201c Wie er das Gesetz verstand, sprach er sicher die Wahrheit, er war sich seiner Antwort sicher (man erinnere sich an seinen pharis\u00e4ischen Hintergrund).<\/p>\n\n\n\n<p>Entweder ehrte es ihn, dass er verstand, dass das noch nicht alles war. Etwas fehlte, was war es? Oder aber er erhoffte sich von Jesus nur die Best\u00e4tigung seines guten Wandels, von dem er \u00fcberzeugt war. Man muss aber sagen, dass sich das eigene R\u00fchmen mehr in seinen Worten widerspiegelte als ein rein dem\u00fctiger Geist. Sein Selbstbewusstsein hatte gef\u00fchlt die h\u00f6chste Stufe erreicht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>V.21 <\/strong>Eine lange, ausf\u00fchrliche Antwort Jesu folgt \u2013 der l\u00e4ngste Vers im ganzen Abschnitt. Ein erster Teil der Antwort liegt darin, dass Jesus dem jungen Mann recht gibt. Ja, ihm fehlt noch etwas! Sogar etwas Entscheidendes. Denn er ist noch nicht vollkommen. \u201eVollkommen sein\u201c entspricht dem Anspruch und Ma\u00dfstab Gottes (Mt 5,48).<\/p>\n\n\n\n<p>Den eigenen Besitz zugunsten der Armen zu ver\u00e4u\u00dfern, hie\u00dfe, dem N\u00e4chsten dasselbe zur Verf\u00fcgung zu stellen wie sich selbst (also: ihn zu lieben, wie sich selbst). Nach diesem Grundsatz zu leben, war die Behauptung des jungen Mannes gewesen (s.o. V.19 und 20) \u2013 hier wird sie auf die Probe gestellt. Gott selbst erf\u00fcllt dieses Prinzip: Das Kostbarste, das er hat, stellt er uns, den Armen und Bed\u00fcrftigen, als Geschenk zur Verf\u00fcgung (R\u00f6m 8,32).<br>Ist das wertvoll genug, um den menschlichen Reichtum dagegen einzutauschen, wenn man die Wahl h\u00e4tte (Mt 13,44-46)?! Ist ein Schatz im Himmel und bei Jesus zu sein ein ad\u00e4quater Ausgleich f\u00fcr die finanziellen Reserven?<\/p>\n\n\n\n<p>Spurgeon: \u201eWir m\u00fcssen Jesus und seine gro\u00dfe Sache mehr als unseren Reichtum lieben, sonst sind wir nicht seine wahren Nachfolger. Wenn unsere Religion je auf die gro\u00dfe Probe grimmiger Verfolgung gestellt w\u00fcrde, und wir entweder all unseren Besitz aufgeben m\u00fcssten oder Christus, so w\u00e4re Schwanken verh\u00e4ngnisvoll.\u201c Hier muss eine Entscheidung fallen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>V.22 <\/strong>Er ging betr\u00fcbt (sehr traurig) davon. Diesen Auftrag konnte er nicht erf\u00fcllen \u2013 Grund: Er hatte viele G\u00fcter \u2013 man liest unwillk\u00fcrlich \u201eG\u00f6tter\u201c (vgl. 1 Thes 1,9). Der Reichtum war ihm wichtiger als das erste Gebot (2 Mose 20,3). Dies beweist auch, dass er entgegen seiner eigenen Aussage das zweite Gebot (3 Mose 19,18) nicht hielt (vgl. jeweils Mt 22,37-39). Er bleibt demnach erl\u00f6sungsbed\u00fcrftig. Er war ein reicher Mann und liebte seinen Reichtum, und das war der Grund, warum er fortging.<\/p>\n\n\n\n<p>Diejenigen, die viel in der Welt haben, sind in der gr\u00f6\u00dften Versuchung, es zu lieben. Der Besitz des Mannes hatte Besitz vom Mann ergriffen, das ist die gro\u00dfe Gefahr, in der wir Menschen stehen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>V.23-24 <\/strong>In dem nun folgenden Exkurs macht Jesus eine sehr betonte Aussage, indem er zweimal ansetzt, um dieselbe Wahrheit auszusprechen (V.23b und 24). Im zweiten Fall wird eine Illustration hinzugef\u00fcgt, die w\u00f6rtlich zu verstehen ist \u2013 Kamel durch ein Nadel\u00f6hr (N\u00e4hnadel) \u2013 und nicht sinnbildlich (z.B. als ein kleines Tor): Es ist nicht nur schwierig, von sich aus das ewige Leben zu bekommen \u2013 es ist unm\u00f6glich (vgl. V.26)!<\/p>\n\n\n\n<p>Warum ist der Reichtum hier der Haupthinderungsgrund? F\u00fcr die Juden war der Reichtum ein Zeichen des Segens Gottes (s.o.), deshalb hingen die Frommen besonders an ihm. Sie w\u00e4hnten sich von Gott dadurch in ihrer Gerechtigkeit best\u00e4tigt. Damit verstellt der Besitz den Blick auf die eigene Unzul\u00e4nglichkeit und schiebt sich als Objekt des Vertrauens zwischen den Menschen und Gott. Die Aussage Jesu war f\u00fcr j\u00fcdische Ohren daher besonders \u00e4rgerlich und auch erschreckend (V.25 vgl. Mt 5,20).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>V.25 <\/strong>Die entsetzte Frage der J\u00fcnger kommt nicht aus einem Unverst\u00e4ndnis heraus, denn sie hatten Jesus ganz gut verstanden. Sie sind entsetzt und ratlos, was die Sache mit der Rettung angeht: \u201e<em>Wenn schon die Reichen nicht, wer dann<\/em>?\u201c Da so viele Menschen reich sind und so gro\u00dfen Besitz haben und so viel mehr reich sein wollen und gegen\u00fcber gro\u00dfem Besitz wohlgesonnen sind, wer kann dann gerettet werden? Sie hatten fr\u00fcher gedacht, Reichtum sei ein Vorteil; und nun meinten sie, wenn die Reichen nur mit \u00fcberaus gro\u00dfer Schwierigkeit errettet zu werden verm\u00f6chten, so k\u00f6nnten arme Arbeiter, wie sie selber, gar keine Hoffnung haben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>V.26 <\/strong>Allerdings liegen die J\u00fcnger v\u00f6llig richtig. Die konsequente Antwort lautet: \u201eniemand\u201c, unm\u00f6glich \u2013 aus eigener menschlicher Anstrengung. P. Timblin schreibt: \u201eDie Rettung des Menschen ist abh\u00e4ngig von Gott. Was der Mensch selbst nicht erreichen kann, das kann Gott durch seinen Sohn Jesus Christus.\u201c Nichts ist f\u00fcr Gott zu schwer (1.Mose 18,14; 4.Mose 11,23). Wenn Menschen nicht mehr weiterwissen, ist das bei Gott nicht so.<\/p>\n\n\n\n<p>Spurgeon: \u201eDie Sorgen dieser Welt und der Betrug des Reichtums sind eine m\u00e4chtige Schranke f\u00fcr die Seele, wenn sie versucht, in die Stadt der Heiligkeit einzugehen; aber Gott kann machen, dass diese Schranken fallen und dass die Seele auf dem schmalen Pfad eingeht. Er ist m\u00e4chtig, zu erretten. Bei Gott sind alle Dinge m\u00f6glich. Welche frohe Wahrheit f\u00fcr den Schreiber und f\u00fcr den Leser! Unsere Errettung ist, wenn wir auf unsere Schwachheit und die Macht der S\u00fcnde sehen, unm\u00f6glich bei Menschen. Nur, wenn wir uns zu Gott und seiner Gnade wenden, geh\u00f6rt die Errettung zu den M\u00f6glichkeiten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>V.27 <\/strong>H\u00e4tte der reiche Mann sich als gerecht erwiesen, oder besser: sich gerecht sprechen lassen, indem er an Jesus geglaubt h\u00e4tte (R\u00f6m 4,5), dann h\u00e4tte er Jesus nachfolgen sollen. Petrus, als \u201eJ\u00fcngervertreter\u201c, nutzt diesen Anlass, um zu fragen, was sie dadurch gewinnen werden, dass sie alles verlassen haben, um ihm zu folgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die J\u00fcnger hatten als Gl\u00e4ubige (Mt 16,16-17) den Bedingungen eines Lebens an der Seite Jesu zugestimmt (Mt 16,21.24). Diese Bedingungen waren hart. Im Gegensatz zu dem reichen Mann hatten sie daf\u00fcr alles aufgegeben \u2013 w\u00fcrde es sich lohnen? W\u00fcrde ihnen ein \u00e4hnlicher Ausgleich winken (vgl. V.21)?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>V.28 <\/strong>War die Frage vermessen? Die Antwort jedenfalls sprengt sicher die k\u00fchnsten Er-wartungen: Petrus und die anderen erhalten eine Verhei\u00dfung in Bezug auf ihren zuk\u00fcnf-tigen Lohn. \u201eDer Begriff \u201eWiedergeburt\u201d bezieht sich hier auf die Erneuerung des Bundes mit Israel zu Beginn des Millenniums. Jesus wird auf dem Thron sitzen, und die zw\u00f6lf St\u00e4mme Israels werden vereint sein. Die J\u00fcnger selbst werden in dieser Zeit Israel repr\u00e4sentieren und mit Jesus zusammen herrschen (= richten).\u201c (P. Timblin)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>V.29 <\/strong>Die J\u00fcnger nehmen also einen besonderen Platz ein, aber auch alle anderen, die zur Nachfolge bereit sind, bekommen die Zusage eines zuk\u00fcnftigen Lohnes. Niemand wird durch Jesus auf lange Sicht verlieren. Jeder, der die Annehmlichkeiten dieses Lebens mutig um Christi willen verlassen hat, soll eine hundertf\u00e4ltige Belohnung erhalten. Anhand dieser Worte wird deutlich: letztendlich verlieren wir nichts, wir geben nichts auf, wir werden nicht \u00e4rmer, sondern reicher! Es mag zwar jetzt einen anderen Anschein haben, aber wir werden \u00fcberreich entsch\u00e4digt (hundertfach).<\/p>\n\n\n\n<p>Das ewige Leben ist zwar ein Geschenk Gottes. Aber diejenigen, die dieses \u201eOpfer\u201d bringen, werden auch erben (vgl. R\u00f6m. 8,17; Hebr. 4,11 und 10,32-39) und das ewige Leben in seiner F\u00fclle genie\u00dfen k\u00f6nnen. Es geht um die Qualit\u00e4t in dem zuk\u00fcnftigen Leben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>V.30 <\/strong>Die jetzt alles aufgegeben haben, scheinen die \u201eLetzten\u201c zu sein. Aber das Blatt wendet sich sp\u00e4testens in der Ewigkeit. Gott wird einen Austausch vornehmen. Das himmlische Erbe wird nicht so gegeben, wie irdische Erbschaften normalerweise gegeben werden, durch das h\u00f6here Alter und den Vorrang der Geburt, sondern nach Gottes Wohlgefallen (eine g\u00f6ttliche Ordnung).<\/p>\n\n\n\n<p>Der reiche J\u00fcngling wird nicht wieder erw\u00e4hnt. Vermutlich blieb er bei seiner Entscheidung. Wer wie er alles zu besitzen scheint (Erster), wird schlie\u00dflich feststellen, dass er alles verloren hat (Letzter).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1.4 Struktur des Abschnittes:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Unser Text aus den Versen 21-35 behandelt die Frage \u00fcber den Zutritt zum ewigen Leben, die Frage nach dem wahren Reichtum und dem Lohn der Kinder Gottes.<\/p>\n\n\n\n<p>Man kann den Text grob in drei Teile gliedern:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>V. 19-22<\/strong> Das Gespr\u00e4ch Jesu mit dem reichen Mann<\/p>\n\n\n\n<p><strong>V. 23-26<\/strong> Die Lehre Jesu zum Reichtum, dem Reich Gottes und der Errettung<\/p>\n\n\n\n<p><strong>V. 27-30<\/strong> Die Lehre Jesu zum Lohn der Nachfolge<strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>2. Verstehen, worum es geht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In unserem Text gibt es zwei Themen, die miteinander verkn\u00fcpft sind (V.23 kn\u00fcpft direkt an den ersten Teil (V.16-22) an), aber unterschieden werden m\u00fcssen: Das Heil einerseits und die Belohnung der Gl\u00e4ubigen andererseits. P. Timblin schreibt dazu: \u201eDas ewige Leben ist zwar ein Geschenk Gottes (V.25-26). \u2026 Es geht hier (V.27-30) um Lohn, den Jesus denen verspricht, die nicht nur das Geschenk des ewigen Lebens angenommen haben, sondern auch ihr physisches Leben hier f\u00fcr Ihn eingesetzt haben. Wir k\u00f6nnen heute etwas tun f\u00fcr die Ewigkeit!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Begegnung zwischen Jesus und dem reichen J\u00fcngling lehrt uns, dass dort, wo man dem Besitz vor Gott die Spitzenstellung einr\u00e4umt, der Eingang ins Reich Gottes unm\u00f6glich ist. Reichtum birgt die Gefahr, zum Lebensinhalt, zur Konkurrenz f\u00fcr Gott und damit zum G\u00f6tzen zu werden (Mt 6,24; Jak 4,13-17). Jesu scharfe Worte haben das eindeutig gezeigt. Auf den ersten Blick scheinen sie nur den Reichtum zu treffen. Aber im Gespr\u00e4ch mit den J\u00fcngern wird klar, dass wir Menschen alle davon betroffen sind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2.1 Hinweise f\u00fcr situative \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir befinden uns seit Anfang September wieder in der Matth\u00e4us-Reihe. Wichtig: An diesem Sonntag ist Erntedankfest (evtl. wird es an einigen Orten erst sp\u00e4ter gefeiert). Passend zu diesem \u00e4u\u00dferen Predigtanlass benennt unsere Predigt\u00fcbersicht als m\u00f6glichen Schwerpunkt f\u00fcr die Predigt das Thema \u201eWahrer Reichtum\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir genie\u00dfen leibliche Versorgung und materiellen Reichtum. Als Kinder Gottes aber genie\u00dfen wir vor allem innere, geistliche Herzensversorgung. K\u00f6rperlicher und geistlicher Hunger werden gestillt, v.a. im Hinblick auf den wahren, ewigen Reichtum, den wir in Jesus gefunden haben. Aber das DANKEN verlernen wir schnell. Deshalb brauchen wir solche Tage wie \u201eErntedank\u201c. Nicht, weil wir nur heute dar\u00fcber nachdenken wollen, sondern weil wir diese Erinnerungen im Jahr brauchen. Jeder Tag sollte von \u201eErntedank\u201c gepr\u00e4gt sein!<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Predigt ist zu ber\u00fccksichtigen, dass der Text ausgelegt und gepredigt wird, gleichzeitig aber die Fokussierung auf, die f\u00fcr das Erntedankfest besonders relevanten Gedanken gelegt wird.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2.2 Hinweise f\u00fcr homiletische \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es bietet sich an (aufgrund des engen Zusammenhangs) den kompletten Text am St\u00fcck zu lesen und anschlie\u00dfend erst auf die Einzelheiten einzugehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Bibeltext bietet es hervorragend an das Evangelium von Jesus Christus zu verk\u00fcndigen. Wir beobachten \u201egute\u201c Menschen in unserer Umwelt, die Jesus nicht haben. Die Lehre Jesu ist eindeutig: Auch der gute, moralische, dem\u00fctige, ernste, mutige Mensch, dem das Bewusstsein seiner Verlorenheit fehlt, bleibt erl\u00f6sungsbed\u00fcrftig! Auch ein guter Charakter bringt nicht das Heil! Wir k\u00f6nnen uns nicht erl\u00f6sen, er kann. Bei uns ist es unm\u00f6glich, bei Gott ist nichts unm\u00f6glich. Die Gebote Gottes folgen einer aus Gnade erwirkten Bekehrung, nicht andersrum.<\/p>\n\n\n\n<p>Es bietet sich an \u00fcber Nachfolge zu reden und \u00fcber die ewige Herrlichkeit, die hoffnungsweckende Zukunftsperspektive der Kinder Gottes.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3. Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>3.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es ist sicher hilfreich zu versuchen, in wenigen S\u00e4tzen f\u00fcr sich das Predigtziel zu formulieren. Welche Botschaft soll bei den H\u00f6rern am Ende h\u00e4ngen bleiben? Das tun wir im Gebet und in der Abh\u00e4ngigkeit des Heiligen Geistes.<\/p>\n\n\n\n<p>Es geht um den wahren Reichtum, den wir in Jesus Christus haben. Es geht darum, Jesus mehr zu lieben als unseren Besitz, sodass unser Besitz nicht Besitz von uns nimmt. Es geht um die errettende Gnade Gottes und den Lohn der Kinder Gottes.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3.2 Predigtthema \u2013 was sage ich in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>M\u00f6gliche Predigtgliederung:<\/p>\n\n\n\n<p>V. 19-22 <em>Der \u201egute\u201c Reiche<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>V. 23-26 <em>Die armen Reichen<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>V. 27-30 <em>Die reichen Armen<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Gebet Spurgeons: <em>\u201eHerr, meine Hoffnung, in Deinem Reich gefunden zu werden, ruht auf Deiner Macht und Gnade, und nicht auf meinen Besitzungen!\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>(Simon Hamalega)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jahresthema:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; F\u00fcr ein gutes Mit-EINANDER. Monatsthema:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Matth\u00e4us-Evangelium: Wahres Leben in Jesus Predigtthema:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Wahrer Reichtum Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"class_list":["post-4322","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-matthaus"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-05 11:02:18","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4322","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4322"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4322\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4325,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4322\/revisions\/4325"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4322"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4322"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4322"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}