{"id":4318,"date":"2021-09-10T11:04:28","date_gmt":"2021-09-10T09:04:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=4318"},"modified":"2021-11-08T00:43:08","modified_gmt":"2021-11-07T23:43:08","slug":"predigthilfe-vom-10-oktober-2021-matthaeus-19-1-12","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-10-oktober-2021-matthaeus-19-1-12\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 10. Oktober 2021 &#8211; Matth\u00e4us 19, 1-12"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Jahresthema:<\/strong><em> F\u00fcr ein gutes Mit-EINANDER<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Predigtthema (urspr\u00fcnglicher Vorschlag): Wahre Treue<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Predigttext: Matth\u00e4us 19,1-12<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1. Sehen, was dasteht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/\">www.bibleserver.com<\/a> (Luther 1984 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000 \/ Neue Genfer \u00dcbersetzung \/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1.1 Allgemeine Hinweise zu Predigt und Predigttext<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Text ist Teil der Matth\u00e4us-Reihe im September und Oktober. Allerdings wurde \u00fcber den vorherigen Abschnitt aus verschiedenen Gr\u00fcnden schon 3 Wochen vorher gepredigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufgrund des Themas, der Relevanz und auch Brisanz wird er aber inhaltlich eher auch f\u00fcr sich alleine betrachtet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1.2 Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der erste Gang sollte immer das Selbststudium sein, sich anhand von verschiedenen Bibel\u00fcbersetzungen und Studienbibeln eine eigene Vorstellung davon zu erarbeiten, welche geistlichen Wahrheiten in einem Abschnitt stehen und was die Ereignisse rund um diese Aussagen tats\u00e4chlich sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann liest man im zweiten Durchgang Auslegungshilfen von anderen Auslegern. Im Sinne von Apg 17,11 darf man dabei durchaus pr\u00fcfend lesen, ob die Argumente und Schlussfolgerungen der Autoren wirklich schl\u00fcssig und \u00fcberzeugend sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Hilfen zur Auslegung empfehle ich dabei jedem Verk\u00fcndiger, sich folgende Studienbibeln zuzulegen: Elberfelder erkl\u00e4rt, MacArthur (gibt es auch als PDF zum kostenlosen Download), Ryrie, Genfer Studienbibel (gute theol. Erg\u00e4nzung zu den Vorherigen)<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere gute Hilfen:<\/p>\n\n\n\n<p># Die Thompson-Studienbibel liefert zwar keine (leicht ins Auge springenden) Texterkl\u00e4rungen, bietet aber mit ihren Kettenbegriffen direkt neben jedem Vers eine gute \u00dcbersicht, welche Themen ein Vers grunds\u00e4tzlich behandelt, die dann in einer Predigt angesprochen werden k\u00f6nnen, und dann im Kettenverzeichnis im hinteren Teil entsprechend weitere Bibelverse zu jedem dieser Themen.<\/p>\n\n\n\n<p># Die entsprechenden B\u00e4nde der Edition C und der Wuppertaler Studienbibel.<\/p>\n\n\n\n<p># \u201eDas NEUE\/ALTE Testament\u201c ausgelegt von Walvoord und Zuck (H\u00e4nssler-Verlag) ist eine weitere sehr gute Erg\u00e4nzung im Sinne einer Studienbibel-Kommentierung.<\/p>\n\n\n\n<p># Die Kompaktkommentare von Warren Wiersbe (gibt es z.T. als englische pdf frei im Internet)<\/p>\n\n\n\n<p># Es kann sich auch lohnen, nach dem Selbststudium dann auf sermon-online oder auch Youtube Predigten anderer Verk\u00fcndiger zum Predigttext zu h\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p># F\u00fcr Matth\u00e4us empfiehlt sich auch der 2b\u00e4ndige HTA-Kommentar von Gerhard Maier (evtl. bekommt man \u00fcber einen VZM Zugriff auf die entsprechende Passage), der an sich f\u00fcr Theologen geschrieben wurde, aber auch f\u00fcr versierte Laien lesbar ist.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1.3 Anmerkungen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>(Die Anmerkungen beziehen sich auf die Formulierung der rev. Elberfelder)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>1.3.1. Die Anmerkungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Vers 1-2:<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus lebt weiter seinen Dienst, begibt sich dabei aber jetzt langsam Richtung Jerusalem, zun\u00e4chst aber noch auf der Ost-Seite des Jordan.<\/p>\n\n\n\n<p>Vers 3<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;versuchen&#8220; hei\u00dft, dass Jesus zu einer &#8222;fehlerhaften&#8220; Antwort gebracht werden sollte. Es war wohl eine gewisse Fangfrage und evtl. haben sie auf den Moment in Vers 7 gewartet, dass sie dann einen Widerspruch zwischen Jesus und Mose konstruieren konnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Evtl. war die Schwierigkeit aber auch, dass es eben unter den Pharis\u00e4ern unterschiedliche Meinungen gab, aus welchen Gr\u00fcnden man sich scheiden lassen durfte und welchen nicht. Hier h\u00e4tte sich Jesus also nun platzieren m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass<em> <\/em>man die Frau entlassen konnte, war offensichtlich keine Frage, sondern die Frage ist &#8222;aus jedem bzw. welchem Grund&#8220;. (Dass eine Frau ihren Mann entl\u00e4sst lag au\u00dferhalb ihrer j\u00fcdischen Denkweise, vgl. aber die (vollst\u00e4ndige) Antwort von Jesus in Mk 10,12 f\u00fcr eine eher r\u00f6misch gepr\u00e4gte Leserschaft)<\/p>\n\n\n\n<p>Vers 4-6<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus geht auf die Sch\u00f6pfung ein und zitiert 1. Mose 2,24.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Wort &#8222;h\u00e4ngen&#8220; steht dabei f\u00fcr eine Herzensbindung, die (vgl. 1. K\u00f6n 11,2) so stark ist, dass sie letztlich sogar die Bindung zu Gott verdr\u00e4ngen kann, wenn die Frau einen anderen Glauben hat. -&gt; Gott erwartet von einem Mann eine tiefe Herzensbindung an seine Frau und nicht den Wunsch sie (aus egal welchem Grund) zu entlassen!<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem werden die beiden &#8222;zu EINEM Fleisch&#8220;!&nbsp; Diese Aussage ist schwer ganz zu erfassen. 1. Kor 6,16 zeigt, dass auch die sexuelle Gemeinschaft mit einer Hure zu diesem &#8222;EINEN Fleisch&#8220; f\u00fchrt &#8211; obwohl man meinen k\u00f6nnte, dass vorher und hinterher kaum eine innere Bindung da ist. Ist das &#8222;EIN Fleisch&#8220; sein also etwas rein Sexuelles? Dass &#8222;Gott zusammengef\u00fcgt hat&#8220; kann man nicht nur rein sexuell verstehen, sondern die sexuelle Vereinigung von Mann und Frau, die dann ja tats\u00e4chlich im Fall der Fruchtbarkeit zu EINEM neuen Menschen (Nachkommen) f\u00fchrt, ist letztlich eine Veranschaulichung f\u00fcr eine innere Verbindung die entstanden ist! Eph 5,32 best\u00e4tigt, dass diese neue Einheit durchaus etwas &#8222;Geheimnisvolles&#8220; hat, also auch schwer zu verstehen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich bringt es Jesus auf den Punkt: Ein &#8222;Mensch&#8220; (egal ob Frau oder Mann) soll nicht &#8222;scheiden&#8220;, was Gott zusammengef\u00fcgt hat. Damit ist ausgesagt, dass Gott auf Lebenszeit zusammengef\u00fcgt hat. Das ist Gottes urspr\u00fcnglicher heiliger Plan.<\/p>\n\n\n\n<p>Vers 7<\/p>\n\n\n\n<p>Wie auch immer die Pharis\u00e4er reagiert h\u00e4tten, wenn Jesus die Frage in Vers 3 anders beantwortet h\u00e4tte, aber nun k\u00f6nnen sie nat\u00fcrlich auf den Scheidebrief in 5. Mose 24,1-4 verweisen: &#8222;Mose hat geboten&#8220; &#8211; man k\u00f6nnte ja sogar sagen &#8222;GOTT hat geboten&#8220;. Dann ist Scheidung doch in Ordnung bzw. die vorherige Antwort von Jesus nicht richtig?<\/p>\n\n\n\n<p>Vers 8-9<\/p>\n\n\n\n<p>Liest man 5. Mose 24,1-4, kann man bei aufmerksamem Lesen merken, dass Jesus die Antwort durchaus auch aus diesen Versen ableiten kann:<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz deutlich ist, dass die Frau &#8222;unrein gemacht wurde&#8220; (Vers 4) &#8211; hier passiert also etwas, was so eigentlich nicht von Gott gewollt sein KANN (&#8222;unrein&#8220;). Und die Verantwortung daf\u00fcr haben klar die beiden M\u00e4nner (&#8222;wurde&#8220;)! Dieser Scheidebrief kann also nur ein Zugest\u00e4ndnis, aber keine im umfassenden Sinne &#8222;heilige L\u00f6sung&#8220; sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dass Gott hier einen Fall regelt, dass ein Mann erst eine Frau &#8222;abschiebt&#8220;, weil sie ihm ungeeignet erscheint, und sie dann sp\u00e4ter aber doch wiederhaben m\u00f6chte, l\u00e4sst den Mann ja dann auch in einem doppelt schlechten Licht erscheinen. Und offensichtlich rechnet Gott aber mit genau solchen M\u00e4nnern \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Interessant ist auch, dass der Mann sie nicht mal im Todesfall des zweiten Mannes wieder zu sich nehmen darf.<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus bezeichnet die Ursache der Haltung der M\u00e4nner dahinter als &#8222;Herzensh\u00e4rtigkeit&#8220;, das ist eine Form von Starrsinn, Eigensinn bzw. Unglaube (5. Mose 10,16; Mk 16,10 sind weitere Vorkommen dieses Wortes).<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Frage w\u00e4re nat\u00fcrlich, inwieweit Christen heute auch noch eine solche &#8222;Herzensh\u00e4rtigkeit&#8220; haben k\u00f6nnen (der &#8222;alte Mensch&#8220; in jedem Fall) und wir insofern damit leben und dann richtig umgehen m\u00fcssen, dass es auch unter Christen zu Scheidungen und Wiederheirat kommt (vgl. Auslegung zu Vers 11-12). Damit ber\u00fchren wir auch die Frage, inwieweit Jesus hier ein geistliches Ideal beschreibt, von dem er aber genau wei\u00df, dass es in dieser Welt so nie vollst\u00e4ndig gelebt werden wird und f\u00fcr die wir einfach vollst\u00e4ndig aus der Gnade leben m\u00fcssen. Evtl. vergleichbar mit Mt 5,28.<\/p>\n\n\n\n<p>Interessant ist, dass im Blick auf &#8222;die Entlassene&#8220; aber eher der neue Ehemann, also der in der damaligen Gesellschaft st\u00e4rkere Part, als &#8222;Ehebrecher&#8220; dargestellt wird. Jesus fokussiert hier seine Antwort auf die (dominante) m\u00e4nnliche Zuh\u00f6rerschaft. Er versucht die &#8222;einzufangen&#8220;, die es sich zu leicht machen (k\u00f6nnen).<\/p>\n\n\n\n<p>Was bedeutet in diesem Zusammenhang die Ausnahmeklausel &#8222;au\u00dfer wegen Hurerei&#8220;?<\/p>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich steht &#8222;Unzucht&#8220; (das griech. Wort hier ist &#8222;<em>porneia&#8220;<\/em>) f\u00fcr letztlich jegliches Praktizieren au\u00dferehelicher Sexualit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den Gebrauch an dieser Stelle gibt es nun unterschiedliche Auslegungen, um der Ausgewogenheit willen, sollen hier zwei vorgestellt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die eine Auslegung besagt, dass &#8222;Unzucht&#8220; hier&nbsp; nicht im allgemeinen Sinne benutzt wird, sondern dass Jesus hier an dieser Stelle ausschlie\u00dflich inzesti\u00f6se Beziehungen als Scheidungsgrund zul\u00e4sst, also Ehen, die rechtlich nie h\u00e4tten geschlossen werden d\u00fcrfen, danach w\u00e4re man dann eben nat\u00fcrlich auch frei noch einmal eine legitime Ehe zu schlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die gro\u00dfe Schw\u00e4che dieser Auslegung ist, dass zwar das Wort &#8222;porneia&#8220; in der Bibel schon auch f\u00fcr inzesti\u00f6se Beziehungen benutzt wird (z. B. in 1. Kor 5,1), aber nirgendwo (sonst) in dieser Ausschlie\u00dflichkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Die St\u00e4rken dieser Auslegung sind, dass<\/p>\n\n\n\n<p>a) sie dem Rechnung tr\u00e4gt, dass Gottes Treue, f\u00fcr die die Ehe ja ein Bild sein soll, tats\u00e4chlich AUCH Unzucht ertr\u00e4gt und er sich nicht deshalb von uns scheiden l\u00e4sst. Eine Scheidung wird dann im Sinne von Vers 11-12 bzw. im Sinne einer &#8222;Herzensh\u00e4rtigkeit&#8220; zugestanden, dass man selber nicht in der Lage ist, eine Lebenssituation weiter auszuhalten, aber eben nicht, weil der Partner etwas falsch gemacht hat. Im Blick auf den Partner erwartet Gott eine umfassende Vergebungsbereitschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>b) sie dem Rechnung tr\u00e4gt, dass es auch Stellen zur Scheidung ohne Ausnahmeklausel gibt (vgl. Mk 10,10 oder auch 1. Kor 7), die zumindest in einer ganz kurzen Zeit f\u00fcr die ersten Leser die einzigen verbindlichen und dann eben sehr engen Aussagen waren, die sie hatten. Das macht den Gedanken sinnvoll, dass wir die Ausnahmeklausel eben auch eher sehr eng als zu weit verstehen (zumal dann in heutiger Zeit auch die digitalen Unzuchtsm\u00f6glichkeiten im Raum stehen und dann auch wieder gut begr\u00fcndet werden m\u00fcssten, wo die Grenze zur erlaubten Scheidung ist oder nicht).<\/p>\n\n\n\n<p>c) sie dem Rechnung tr\u00e4gt, dass zumindest f\u00fcr die damaligen direkten Zuh\u00f6rer, der Fall der Wiederheirat nach einer Scheidung wegen allgemeiner Unzucht eigentlich nicht geregelt werden musste, denn auf diese Unzucht stand ja zumindest damals die Todesstrafe. (Es sei denn Jesus spricht sich damit indirekt eben genau gegen diesen Vollzug der Todesstrafe aus.)<\/p>\n\n\n\n<p>d) sie der heftigen Reaktion der J\u00fcnger in Vers 10 Rechnung tr\u00e4gt, dass Jesus wirklich eine \u00fcberraschend enge Grenze setzt, denn es gab schon auch Rabbinen, die gegen eine zu einfache Scheidungspraxis waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich war es damals ja so, dass K\u00f6nig Herodes zu Herodias eine inzesti\u00f6se Beziehung unterhielt. Johannes der T\u00e4ufer hatte ihn daf\u00fcr kritisiert und war letztlich wegen dieser Kritik gestorben. Evtl. wollten die Fragesteller Jesus genau deshalb auf dieses &#8222;Minenfeld&#8220; ziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Alternativ wird die Ausnahmeklausel von vielen bibeltreuen Auslegern wie folgt verstanden:<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ehe ist ein Gottesbund. Dieser Bund soll nicht gebrochen werden. Deshalb ist Scheidung \u2013 aus Gottes Sicht &#8211; keine M\u00f6glichkeit. Was Gott zusammengef\u00fcgt hat, soll der Mensch nicht scheiden. Den Bund, den Gott gegeben hat, darf der Mensch nicht zerst\u00f6ren. Die Tatsache der Herzensh\u00e4rtigkeit liegt allerdings auch bei Menschen des Neuen Bundes immer noch vor. Weil S\u00fcnde und Ehebruch auch bei Christen vorkommen, muss von Jesus geregelt werden, was auch im alten Testament schon geregelt wurde: Was n\u00e4mlich im Falle von Ehebruch geschehen soll oder kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch Unzucht (und das griechische Wort dr\u00fcckt an allen Stellen eine unerlaubte sexuelle Bet\u00e4tigung aus) wird der Bund zerst\u00f6rt, so dass die Scheidung dann nur noch den zerst\u00f6rten Bund \u201ejuristisch\u201c, d.h. gesellschaftlich und \u00f6ffentlich, feststellt. Die Ehe ist nicht durch die Scheidung gebrochen, sondern durch die Unzucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb gestattet Jesus die Scheidung f\u00fcr den Fall, dass der Ehebund durch Unzucht eines Partners zerst\u00f6rt wurde. Es gibt also kein generelles Scheidungsverbot, sondern ein Ehe-Zerst\u00f6rungsverbot. Ist die Ehe aber zerst\u00f6rt, kann die Ehe auch offiziell geschieden werden. D.h. der nicht durch Ehebruch schuldig gewordene Partner darf die bereits zerst\u00f6rte Ehe verlassen. (Sonst w\u00fcrde auch \u2013 so manche Ausleger \u2013 ein fortgesetzter Ehebruch bzw. Polygamie von Jesus gef\u00f6rdert, wenn der Unz\u00fcchtige keine Konsequenzen zu bef\u00fcrchten h\u00e4tte, weil der treue Partner sich eh nicht scheiden lassen d\u00fcrfe.) Das Argument, dass Jesus hier nicht \u201eUnzucht\u201c meinen kann, weil auf Unzucht eh die Todesstrafe stand, muss nicht eindeutig \u201estechen\u201c. Denn die Todesstrafe wurde nur vollzogen, wenn auch eine Anklage erstattet wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus antwortet auf die Frage der Pharis\u00e4er, aus welchem Grund eine Scheidung erlaubt ist also, indem er das \u201eSch\u00e4ndliche\u201c oder das \u201eAnst\u00f6\u00dfige\u201c aus 5. Mos 24,1 nochmal genau definiert: Das Sch\u00e4ndliche ist nicht irgendeine Verfehlung, sondern nach Jesu Wort eben den Bruch der Ehe durch Unzucht. Manche Ausleger z\u00e4hlen dazu dann noch andere sehr grobe Bundesverletzungen wie Zauberei, Schlagen der Frau und andere Verbrechen. Das allerdings wird unseres Erachtens nicht mehr durch das Wort \u201eporneia\u201c abgedeckt. Es handelt sich hier also nicht um eine Scheidungs-Erlaubnis-Stelle, sondern um eine Scheidungs-Eingrenzungs-Stelle. Eben nur im Falle der Unzucht ist erlaubt, auch \u00e4u\u00dferlich und offiziell zu vollziehen, was eh schon geschehen ist \u2013 n\u00e4mlich der Zerbruch des Bundes.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Thomas Schirrmacher (Ethik2, Neuhausen-Stuttgart, 1994, S. 197) k\u00f6nnen wir die Position Jesu so zusammenfassen:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDer Bruch der Ehe wird durch den geschlechtlichen Verkehr mit einem anderen als dem Ehepartner vollzogen. Findet dieser Bruch vor der Scheidung statt (\u201ebei Ehebruch\u201c), ist deswegen die Ehe gebrochen und kann als amtliche Feststellung des bereits geschehenen Bundesbruchs geschieden werden, lag aber kein Ehebruch vor und findet der Geschlechtsverkehr erst in einer erneuten Ehe nach der Scheidung statt, ist diese neue Ehe der Moment des Ehebruchs.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die schwierige Frage ist nun, ob die Ausnahmeklausel nur f\u00fcr die M\u00f6glichkeit einer Scheidung gilt, oder auch f\u00fcr die M\u00f6glichkeit der Wiederheirat.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt beide Positionen bei bibeltreuen Auslegern. Gemeinsam ist ihnen (wieder zitieren wir Schirrmacher, S. 198):<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" type=\"1\"><li>Dass eine Ehe nur im Falle von Unzucht geschieden werden darf.<\/li><li>Dass jemand, der sich ohne Berechtigung hat scheiden lassen, nicht wiederheiraten und nicht geheiratet werden darf.<\/li><li>Dass es bei jeder Scheidung entscheidend ist, ob kein, ein oder beide Partner schuldig durch Ehebruch sind.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Strittig ist jedoch, ob jemand, der sich zu Recht, also wegen Unzucht seines Partners scheiden lie\u00df, wiederheiraten darf. (Ende Zitat T. Schirrmacher)<\/p>\n\n\n\n<p>Wir halten fest: Es ist nicht eindeutig zu kl\u00e4ren, ob die Ausnahme auch f\u00fcr Wiederheirat gilt.<\/p>\n\n\n\n<p>Manche beziehen &#8211; nachvollziehbar &#8211; die Ausnahme nur f\u00fcr die Scheidung.<\/p>\n\n\n\n<p>Andere begr\u00fcnden &#8211; auch nachvollziehbar &#8211; so:<\/p>\n\n\n\n<p>In Mt 5,28-32 kl\u00e4rt Jesus nicht die Frage, wann Ehescheidung erlaubt ist, sondern wann das 6. Gebot \u00fcbertreten wird. Unter anderem schon beim \u201ebegehrlichen Ansehen einer Frau\u201c (V. 28). In V. 32 nimmt Jesus aber ausdr\u00fccklich die Scheidung nach Unzucht des Partners aus. Das hei\u00dft aber, \u201edass Jesus die Wiederheirat aufgrund einer berechtigten Scheidung von dem Vorwurf des Ehebruchs ausnimmt. \u2026. Wer unschuldig geschieden wurde, weil sein Ehepartner Unzucht begangen hat, darf wiederheiraten, wer schuldig geschieden wurde, nicht.\u201c (Schirrmacher S. 199)<\/p>\n\n\n\n<p>Das war die Sicht vieler Kirchenv\u00e4ter und auch von Luther und Calvin<\/p>\n\n\n\n<p>Siehe auch das Westminster-Bekenntnis von 1647 in den Artikeln 24.5 und 24.6.:<\/p>\n\n\n\n<p>http:\/\/winterthur.erkwb.ch\/westminster-bekenntnis\/kapitel-24-von-der-ehe-und-der-ehescheidung\/)<\/p>\n\n\n\n<p><em>Im Fall des Ehebruchs nach der Eheschlie\u00dfung ist der unschuldige Teil berechtigt, die Ehescheidung gerichtlich zu erwirken (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/SLT\/Matth%C3%A4us5%2C31-32\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Mt 5,31-32<\/a>) und nach der Ehescheidung einen anderen zu heiraten, als wenn der schuldige Teil gestorben w\u00e4re (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/SLT\/Matth%C3%A4us19%2C9\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Mt 19,9<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/SLT\/R%C3%B6mer7%2C2-3\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">R\u00f6m 7,2-3<\/a><\/em><em>).<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Da Ausleger, die die Bibel als Wort Gottes ernst nehmen, hier zu verschiedenen Ergebnissen kommen, m\u00fcssen und wollen wir auch beide Sichtweisen als m\u00f6glich ansehen. Unabh\u00e4ngig davon, zu welcher Erkenntnis wir selbst kommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Um es aber deutlich zu sagen:<\/p>\n\n\n\n<p>Der beste Weg, auch nach einer groben Verfehlung eines Partners, ist allerdings der Weg der Vers\u00f6hnung. Dass es ein langer, m\u00fchevoller Weg ist, bis zerst\u00f6rtes Vertrauen wieder w\u00e4chst, sei nicht verschwiegen. Gleichzeitig gibt es viele, die Zeugnis davon ablegen k\u00f6nnen, dass sich dieser Weg, der sicher auch seelsorgerlich begleitet werden sollte, sehr lohnt.<\/p>\n\n\n\n<p>Vers 10<\/p>\n\n\n\n<p>Die J\u00fcnger sind sich der Tragweite der Worte Jesu absolut bewusst und ihre Reaktion zeigt, dass die S\u00e4tze von Jesus damals so &#8222;unglaublich&#8220; waren wie heute: Eine lebenslange Bindung an EINE Frau erscheint den J\u00fcngern unm\u00f6glich, ja sogar unattraktiv.<\/p>\n\n\n\n<p>Vers 11-12<\/p>\n\n\n\n<p>Die Auslegung von &#8222;fassen&#8220; und &#8222;Verschnittene&#8220; ist auch nicht ganz eindeutig.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier wird &#8222;fassen&#8220; so verstanden, dass (Gen 13,6) z.B. ein Land zu klein ist, um alle Menschen und Tiere zu &#8222;fassen&#8220; also &#8222;auszuhalten&#8220;. Letztlich w\u00fcrde das Land \u00fcberweidet und &#8222;kaputt gehen&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Und so kann die Konsequenz der Ehelosigkeit, die die J\u00fcnger gerade formuliert haben, aber auch die Konsequenz der Worte Jesu \u00fcberhaupt manche Menschen zerrei\u00dfen, also \u00fcberfordern, vor allem, wenn sie einen neuen Stand gar nicht freiwillig gew\u00e4hlt haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus zieht dann eine Analogie: Bei den &#8222;Verschnittenen&#8220; (M\u00e4nner ohne m\u00e4nnliches Genital) gibt es unterschiedliche Gr\u00fcnde f\u00fcr ihr Verschnitten-Sein (Jesus z\u00e4hlt drei auf) und so ist es beim nicht-verheiratet-Sein auch: Es kann sich einfach f\u00fcr das Leben ungewollt so ergeben (man findet niemanden), es kann von anderen Menschen ausgel\u00f6st sein (z.B. bei einer Scheidung) oder wirklich freiwillig gesucht (z.B. Paulus).<\/p>\n\n\n\n<p>Manchmal ist Ehelosigkeit also gewollt und manchmal nicht, das \u00e4ndert aber nichts an dem, was Jesus vorher gesagt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Und wer es aber tats\u00e4chlich &#8222;fassen KANN&#8220; und den es nicht zerrei\u00dft, der soll es fassen. Und nat\u00fcrlich WILL Jesus, dass es ein Christ &#8222;fasst&#8220;, und gleichzeitig liegt darin aber eben doch das Zugest\u00e4ndnis, dass es manche Christen geben wird, die es nicht &#8222;fassen k\u00f6nnen&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1.3.2 Das daraus folgende praktische Verst\u00e4ndnis:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gott will keine Scheidung, und er will auch keine Wiederheirat. Je nach Auslegung gilt das generell, oder eben mit (nur) der Ausnahme im Falle von Unzucht \/ Ehebruch.<\/p>\n\n\n\n<p>Und bevor gleich ein &#8222;Aber&#8220; kommt m\u00fcssen wir alle M\u00f6glichkeiten der Pr\u00e4vention und Seelsorge nutzen, um genau das zu leben!<\/p>\n\n\n\n<p>Dass der Mensch als Mann UND Frau im Bilde Gottes geschaffen ist, ist ein zu wichtiges Bild als dass wir es zu schnell aufgeben. Oder andersrum: Was w\u00e4re das f\u00fcr ein starkes Zeichen, wenn nach Jahren der Trennung oder sogar einer &#8222;Scheidung&#8220; Eheleute doch wieder zusammenfinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>\u2026 das Leben bzw. die Realit\u00e4t kann mich in Situationen f\u00fchren, in denen ich meinerseits es nicht mehr schaffe, den Glauben, die Hoffnung und die Kraft aufzubringen, mich von Gott f\u00fcr meinen aktuellen und von IHM dann so gewollten Stand mit Kraft versorgen zu lassen. Ich kann die Situation zumindest subjektiv nicht &#8222;fassen&#8220;, es &#8222;zerrei\u00dft&#8220; mich schier und \u00fcberfordert mich so, dass es mich in andere S\u00fcnden treibt. In der Seelsorge kann man da sehr verzweifelten Menschen begegnen.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr diesen Fall erscheint es gangbar und letztlich dann auch gelebte Gnade zu sein, einen von Gott so eigentlich nicht gewollten Schritt im Sinne einer &#8222;Herzensh\u00e4rtigkeit&#8220; IN der Gemeinde zu begleiten. Dabei muss aber eben die Erkenntnis da sein, dass das Zugest\u00e4ndnis nicht im Fehlverhalten von Anderen begr\u00fcndet ist, sondern eben in der eigenen Schw\u00e4che.<\/p>\n\n\n\n<p>Da z.B. in 5. Mose 24,1-4 das Wiederverheiratet-Sein oder z.B. auch Vielehen in der Bibel wirklich als &#8222;Ehen&#8220; anerkannt sind, akzeptieren wir die Ehe von Wiederverheirateten als vollg\u00fcltige Ehen und nach einer angemessenen Zeit der Einkehr und Besinnung wollen wir im Sinne der Gnade betroffenen Christen auch die Mitarbeit in der Gemeinde erm\u00f6glichen \u2013 wenn auch nicht in einem \u00c4ltesten-Dienst.<\/p>\n\n\n\n<p>Folgende Gedanken(&#8222;-spielereien&#8220;) sollen auch noch einmal vor Augen f\u00fchren, in welche schwierigen Situationen wir kommen k\u00f6nnen, wenn wir Wiederverheiratung bei uns praktisch ausschlie\u00dfen:<\/p>\n\n\n\n<p>Wir akzeptieren die Ehe eines wiederverheirateten Paares, das durch Zuzug oder Bekehrung neu zu uns kommt, aber wir schicken &#8222;eigene&#8220; Geschiedene weg, die sich wiederverheiraten wollen, produzieren quasi einen &#8222;Wiederheiratstourismus&#8220;, denn anschlie\u00dfend werden sie ja letztlich doch als Eheleute akzeptiert, wenn sie wiederkommen (w\u00fcrden).<\/p>\n\n\n\n<p>Oder f\u00fchren wir uns zwei (mehr oder weniger konstruierte) unterschiedliche Situationen vor Augen:<\/p>\n\n\n\n<p>a) Eine fromme Frau aus unserer Gemeinde (die einen extrem gewaltt\u00e4tigen Mann geheiratet hat), die in gr\u00f6\u00dfter Verzweiflung ihren Mann im Schlaf erschl\u00e4gt (weil sie sich letztlich auch nicht traut, ihn zu verlassen), kommt aufgrund mildernder Umst\u00e4nde und guter F\u00fchrung nach 12 Jahren wieder aus dem Gef\u00e4ngnis, zwischenzeitlich hat sie \u00fcbers Internet einen neuen gl\u00e4ubigen Mann kennengelernt und sie m\u00f6chte ihn bei uns in der Gemeinde heiraten und weiter in die Gemeinde gehen &#8211; <strong>tragen wir das mit? (Wann) D\u00fcrfte sie wieder mitarbeiten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>b) Eine andere fromme Frau, die auch den falschen Mann geheiratet hat, l\u00e4sst sich scheiden &#8211; und m\u00f6chte weiter in die Gemeinde kommen &#8211; und lernt nach 10 Jahren einen neuen Mann kennen und m\u00f6chte ihn hier heiraten und mit ihm weiter in die Gemeinde kommen &#8211; <strong>tragen<\/strong> <strong>wir das mit? (Wann) D\u00fcrfte sie wieder mitarbeiten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>All dies soll uns nicht leichtfertig Scheidungen und Wiederverheiratungen hinnehmen lassen, aber zeigt, dass wir bei aller Betonung des Willens Gottes und aller seelsorgerlicher Unterst\u00fctzung f\u00fcr die erste geschlossenen Ehe, doch auch Wege in unserer Gemeinde haben m\u00fcssen (?), auf denen wir Menschen mit Barmherzigkeit begleiten, die eine Entscheidung f\u00fcr eine Scheidung und eine weitere Ehe treffen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2. Verstehen, worum es geht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>2.1 Hinweise f\u00fcr hermeneutische \u00dcberlegungen (Auslegung)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Auslegung m\u00fcssen wir ber\u00fccksichtigen, dass die Pharis\u00e4er hier mit einer sehr egoistischen Grundausrichtung zu Jesus kommen und Jesus ihnen deshalb &#8222;vor den Bug schie\u00dft&#8220;. Diesen &#8222;Tonfall&#8220; von Jesus zum Thema Scheidung und Wiederheirat d\u00fcrfen wir nicht automatisch mit in jede heutige Situation und Diskussion (und Predigt) nehmen. Denken wir daran, in welchem Tonfall Jesus mit der &#8222;S\u00fcnderin&#8220; in Joh 8,1ff redet. Die &#8222;Sch\u00c4rfe&#8220;, mit der Jesus hier formuliert, darf in der Verk\u00fcndigung so nicht 1:1 auf alle (heutigen) Situationen \u00fcbertragen werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2.2 Hinweise f\u00fcr situative \u00dcberlegungen (Predigtanlass)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Vom Jahresverlauf gibt es keine besondere Situation, es ist ein &#8222;normaler Oktober-Sonntag&#8220; (Die Woche danach ist Christustreff, die Woche davor (in einigen Gemeinden) Erntedank)<\/p>\n\n\n\n<p>Da das Thema sehr sensibel ist und eine Auslegung dieses Abschnittes in 35 Minuten fast unm\u00f6glich ist, sollte im Vorfeld gekl\u00e4rt werden, dem Verk\u00fcndiger mehr Zeit einzur\u00e4umen!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2.3 Hinweise f\u00fcr homiletische \u00dcberlegungen (Anwendung)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Thema Ehescheidung und Wiederheirat stellt uns vor gro\u00dfe Herausforderungen, weil es in Zukunft noch relevanter werden wird als es jetzt schon ist, weil es immer \u00f6fter auch bei uns dazu kommen wird, dass Ehen geschieden werden, dass Geschiedene wieder heiraten wollen und das Wiederverheiratete (weiterhin) in unsere Gemeinden gehen und mitarbeiten wollen (beg\u00fcnstigt durch einen immer gr\u00f6\u00dfer werden &#8222;christlichen Konsens&#8220; in dieser Lehrfrage). Auch f\u00fcr Wiederverheiratete, die danach durch Zuzug oder Bekehrung zur Gemeinde dazu kommen ist es nicht unerheblich, wie wir zu diesem Thema leeren. Und es hat auch schon Relevanz, wie wir \u00fcber die Themen reden, wenn gar nicht die selbst Betroffenen in unsere Gemeinde gehen, sondern &#8222;nur&#8220; Verwandte von ihnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor diesem Hintergrund m\u00fcssen wir sehr darauf achten, in welchem Tonfall wir sprechen, und wir brauchen umso mehr eine gute Argumentation f\u00fcr unsere Aussagen, die Wahrheit und Liebe ber\u00fccksichtigt (Eph 4,15).<\/p>\n\n\n\n<p>Je nachdem wie viele Jugendliche\/Unverheiratete in der Predigt sitzen, kann man aber auch z.B. einen gro\u00dfen Schwerpunkt auf &#8222;Prophylaxe&#8220; legen: Was kann ich f\u00fcr meine Ehe tun, lange bevor ich \u00fcberhaupt verheiratet bin?<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die hier vorgestellte Auslegung ist es nat\u00fcrlich wichtig, die Wahrheit offen zu sagen, aber eben in einer Ausf\u00fchrlichkeit und mit einer Liebe, die die Genialit\u00e4t des g\u00f6ttlichen Plans hinter der Ehe hervorhebt, die Mut macht, an dieser Stelle den Willen Gottes zu leben, auch wenn es hart ist, die aber den (betroffenen) &#8222;S\u00fcnder&#8220; nicht verdammt oder stigmatisiert, sondern ihm eine Glaubensschw\u00e4che zugesteht, wie wir sie uns nicht selten im Alltag in weniger sichtbaren Situationen auch zugestehen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3. Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>3.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>(Es hilft, sich selber noch einmal in 1-2 pr\u00e4gnanten S\u00e4tzen deutlich vor Augen zu f\u00fchren, was der Predigth\u00f6rer am Ende der Predigt verstanden haben soll).<\/p>\n\n\n\n<p>Ich halte die Predigt, um zu zeigen, welches geniale Bild die Ehe sein soll und welche Verantwortung damit dann aber auch f\u00fcr Heiratende verbunden ist. Gleichzeitig soll aber auch Gnade vermittelt werden f\u00fcr die, die diesem Bild trotz in Anspruch genommener seelsorgerlicher Hilfestellung nicht entsprechen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3.2 Predigtthema \u2013 was sage ich in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Thema: Drum pr\u00fcfe, wer sich ewig bindet \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>1. Gott will die lebenslange Ehe<\/p>\n\n\n\n<p>2. Gott ist dem Schwachen gn\u00e4dig<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3.3 Predigtentfaltung \u2013 wie sage ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>(Dieser Predigtentwurf basiert auf der Annahme, dass die Ausnahmeklausel nur Inzucht als Scheidungsgrund zul\u00e4sst)<\/p>\n\n\n\n<p>Einstieg:<\/p>\n\n\n\n<p>Das Thema f\u00fcr die Predigt heute:<\/p>\n\n\n\n<p><em>Drum pr\u00fcfe wer sich ewig bindet \u2026 &#8211; <\/em>Wei\u00df jemand wie es weitergeht?<\/p>\n\n\n\n<p>Volksversion: <em>\u2026 ob sich nicht etwas Bessres findet.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Schiller: \u2026 <em>ob sich das Herz zum Herzen findet. Der Wahn ist kurz, die Reu\u2018 ist lang.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Oder kennt ihr den: <em>Wie sch\u00f6n das Leben ist, wei\u00df man erst, wenn man verheiratet ist &#8211; aber dann ist es zu sp\u00e4t.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Es geht heute um die Ehe, und es gibt so viele pessimistische Ehespr\u00fcche. Und wir erleben heute ja auch mehr denn je, dass Ehen auseinander gehen und dass danach weitere Versuche gestartet werden (bei denen statistisch betrachtet die Wahrscheinlichkeit einer anschlie\u00dfenden Scheidung mit jedem weiteren Versuch steigt.)<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb lohnt es sich, sich einmal anzuschauen, was sich Gott eigentlich bei der Ehe gedacht hat, wir wollen neu entdecken, was er Gutes mit der Ehe im Sinn hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Und weil unser Abschnitt uns doch recht schnell in Gottes Gedanken Richtung Scheidung und Wiederheirat mitnimmt, w\u00fcrde ich gerne vorher die Grundlagen extra anschauen. Warum und wozu hat Gott uns die Ehe gegeben?<\/p>\n\n\n\n<p>[Auch wenn es l\u00e4nger dauert, w\u00fcrde ich vor der Textlesung anhand von Eph 5,32 und 1. Mose 2,24 erkl\u00e4ren, dass die Einheit von Ehemann und Ehefrau der Ebenbildlichkeit des dreieinigen Gottes entspricht, deshalb ist die Ehe bis heute etwas Attraktives.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie soll die Treue Gottes zu uns Menschen widerspiegeln, der uns tats\u00e4chlich immer wieder alles vergibt und sich nicht von uns &#8222;scheiden l\u00e4sst&#8220;!<\/p>\n\n\n\n<p>-&gt; Der Wert der Ehe muss hier deutlich vor Augen gef\u00fchrt werden.]<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann werden wir besser verstehen, warum Jesus so um eine Ehe ringt, die einmal geschlossen wurde:<\/p>\n\n\n\n<p>TEXTLESUNG: Mt 19, 1-12<\/p>\n\n\n\n<p>Thema: &#8222;Drum pr\u00fcfe wer sich ewig bindet \u2026&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>1. Gott will die lebenslange Ehe<\/p>\n\n\n\n<p>2. Gott ist dem Schwachen gn\u00e4dig<\/p>\n\n\n\n<p>Wie m\u00f6gen diese S\u00e4tze f\u00fcr jemanden klingen, der sie zum ersten mal h\u00f6rt \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb m\u00fcssen wir gleich zu Anfang etwas Wichtiges erkennen, vor allem im Blick auf den Tonfall von Jesus: Hier in dieser Situation kommen M\u00e4nner zu Jesus, die es sich tendenziell einfach machen wollen mit der Scheidung und das klar auf Kosten der Frau.<\/p>\n\n\n\n<p>Und deshalb schie\u00dft Jesus hier den M\u00e4nnern kurz und knapp vor den Bug. In einigen Details sieht man sehr gut, wie es Jesus hier darum geht, die &#8222;T\u00e4ter&#8220; zu korrigieren, und die Opfer aufzuwerten. [je nach Zeit kann man die Details nennen &#8211; s.o.]<\/p>\n\n\n\n<p>Wie Jesus mit Schwachen bzw. &#8222;Opfern&#8220; redet und umgeht, die s\u00fcndigen, aber dabei selber in einer verzweifelten Lage sind, das kann man z.B. in Joh 8, 1ff lesen \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>-&gt; Wir m\u00fcssen den Tonfall und auch die &#8222;Sch\u00e4rfe&#8220; von Jesus richtig verstehen und d\u00fcrfen ihn nicht auf das gesamte Thema \u00fcbertragen!<\/p>\n\n\n\n<p>Es kommen nun also M\u00e4nner zu Jesus, die ihre Ehefrauen auf einfache Weise loswerden wollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und nun lasst uns aber unabh\u00e4ngig vom Tonfall auf den Inhalt schauen:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vers 5<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>[Hier nun das &#8222;Anh\u00e4ngen&#8220; und den damit verbundenen Denkfehler der M\u00e4nner erkl\u00e4ren (s.o.)]<\/p>\n\n\n\n<p>-&gt; Die Frage darf nicht sein &#8222;Wie komme ich von ihr los?&#8220;, sondern &#8222;was kann ich tun, damit mein Herz wieder auf sie ausgerichtet ist?&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Es geht darum, die Einheit zu bewahren, Jesus verweist darauf, dass das von Anfang an Gottes Plan mit der Ehe war.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist ja letztlich auch der Wunsch, mit dem diejenigen heute in die Ehe gehen, die sich schw\u00f6ren, zusammenzubleiben &#8211; bis der Tod sie scheidet!<\/p>\n\n\n\n<p>Von unseren W\u00fcnschen her sind wir und Jesus uns eigentlich einig &#8211; und wir bewundern es ja auch und freuen uns, wenn wir h\u00f6ren, dass Leute 50, 60 oder gar 70 Jahre verheiratet sind bis einer der Beiden stirbt \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Eigentlich ist das unsere Sehnsucht und nichts anderes m\u00f6chte Gott!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>[An dieser Stelle kann man eine Pl\u00e4doyer f\u00fcr die Ehe halten, betonen wie wichtig es ist, wirklich auch Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn man merkt, dass man vom Partner weg statt zu ihm hin will.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Und hier k\u00f6nnte man auch pr\u00e4ventiv unverheirateten Leuten&nbsp; Mut machen, sich wirklich gut auf die Ehe vorzubereiten.] Drum pr\u00fcfe wer sich ewig bindet \u2026<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1. gott will die lebenslange ehe<\/p>\n\n\n\n<p>Nun fallen uns nat\u00fcrlich allen Beispiele ein, wo wir denken: &#8222;Aber da muss doch eine Trennung m\u00f6glich sein. Es kann doch nicht sein, dass ein Mensch an einer Ehe zugrunde geht. Vor allem, wenn Jesus doch auf der Seite der Schwachen ist.&#8220; &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Und tats\u00e4chlich gab es damals ja diese Regelung, auf die die Pharis\u00e4er dann verweisen, dass man seiner Frau einen Scheidebrief geben konnte. Scheidung war also doch m\u00f6glich und letztlich hat ja nicht &#8222;Mose&#8220;, sondern Gott diese Regelung in 5. Mose 24,1-4 aufgestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber was Jesus dazu sagt entdeckt man im Grunde auch in dieser Regelung in 5. Mose 24 selber [wenn Zeit ist, kann man sie auch vorlesen], dass es ein Zugest\u00e4ndnis an die Schw\u00e4che bzw. den mangelnden Glauben der M\u00e4nner (!) ist, aber Gott es eigentlich von Anfang an anders will. Die Frau wird bei dieser Regelung leicht zum Opfer gemacht und die M\u00e4nner erschaffen eine Situation der &#8222;Unreinheit&#8220;!<\/p>\n\n\n\n<p>Und diesen Willen zur ersten und einzigen Ehe unterstreicht Jesus dann:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vers 9<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>[Den Vers erkl\u00e4ren &#8211; s.o.]<\/p>\n\n\n\n<p>Lasst uns den Inhalt ernst nehmen, wir wissen ja, warum Gott die Ehe so hoch wertet, aber lasst uns auch im Blick behalten, dass Jesus hier einen sehr direkten und forschen Tonfall anschl\u00e4gt, weil er hier sehr egoistischen M\u00e4nnern deutliche Grenzen aufzeigen will!<\/p>\n\n\n\n<p>Und interessanterweise sind nun sogar die J\u00fcnger geschockt: <strong>Vers 10<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Diese Aussagen von Jesus waren damals schon so &#8222;unglaublich&#8220; wie heute \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Und nun kommt aber doch ein Zugest\u00e4ndnis von Jesus: <strong>Vers 11-12<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>2. Gott ist dem Schwachen gn\u00e4dig<\/p>\n\n\n\n<p>[Verse erkl\u00e4ren, wenn man der obigen Auslegung folgt.]<\/p>\n\n\n\n<p>Ehen &#8211; oder auch das Geschieden sein &#8211; kann Menschen in eine Situation bringen, die sie schier &#8222;zerrei\u00dft&#8220;: Sie ertragen seelisch diese Situation nicht und es treibt sie evtl. auch in andere S\u00fcnden. Sie k\u00f6nnen es nicht &#8222;fassen&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Beispiel des &#8222;Verschnittenen&#8220; macht Jesus deutlich: Nicht jeder hat sich seinen Stand selber ausgesucht und kann ihn deshalb auch nicht unbedingt ertragen. (Nur) Wer es fassen KANN, soll es fassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Solchen Menschen spricht Jesus Gnade zu und das wollen wir auch, wenn sie ihren Stand wechseln entgegen dem, was Jesus hier sagt.<\/p>\n\n\n\n<p>[Hier die fehlenden Inhalte von Punkt 1.3.2]<\/p>\n\n\n\n<p>Abschluss:<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Abschnitt nimmt uns mit in einen &#8222;Spagat&#8220;:<\/p>\n\n\n\n<p># Gottes flammendes Pl\u00e4doyer f\u00fcr den Erhalt der Ehe als Zeichen f\u00fcr SEINE Art.<\/p>\n\n\n\n<p>1. gott will die lebenslange ehe!<\/p>\n\n\n\n<p># Und gleichzeitig Gnade f\u00fcr den Schwachen, den wir in all seinen Entscheidungen begleiten und mittragen wollen<\/p>\n\n\n\n<p>2. Gott ist dem Schwachen gn\u00e4dig<\/p>\n\n\n\n<p><strong>4. Einige Tipps f\u00fcr die Verk\u00fcndigung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p># Arbeite (und bete) in der Vorbereitung so lange mit dem Abschnitt, bis er wirklich mit seinen Punkten dein eigenes Herzensanliegen ist!<\/p>\n\n\n\n<p># EVA \u2013 E=erkl\u00e4re den Text gr\u00fcndlich \/ V=veranschauliche deine Predigtpunkte mit einem Bild \/ A \u2013 Anwendung: Zeige praktische Beispiele, wie dieser Punkt im Alltag (in <strong>deinem<\/strong> Alltag) Anwendung finden kann bzw. findet.<\/p>\n\n\n\n<p># Halte Blickkontakt! &#8211; vor allem an Anfang und Ende der Predigt (Lerne Einleitung und Zusammenfassung m\u00f6glichst auswendig!)<\/p>\n\n\n\n<p># Eine &#8222;Predigt&#8220; ist mehr als ein <em>Vortrag\/Referat<\/em>, sie ist Zuspruch, der von Herzen kommt und zu Herzen gehen soll, sei es Ermutigung oder Ermahnung.<\/p>\n\n\n\n<p># erz\u00e4hle aus deinem Leben &#8211; ausgewogen &#8211; wo dir das eine oder andere vorbildlich gelingt, wo aber auch mal etwas nicht so gelungen ist, wie es sein sollte oder schwer f\u00e4llt.<\/p>\n\n\n\n<p># Werde wirklich praktisch und konkret: Wie kann eine Wahrheit wirklich im Alltag umgesetzt werden?<\/p>\n\n\n\n<p>(Mirko Lau)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jahresthema: F\u00fcr ein gutes Mit-EINANDER Predigtthema (urspr\u00fcnglicher Vorschlag): Wahre Treue Predigttext: Matth\u00e4us 19,1-12 Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. 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