{"id":4315,"date":"2021-08-25T18:19:00","date_gmt":"2021-08-25T16:19:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=4315"},"modified":"2021-08-31T18:20:13","modified_gmt":"2021-08-31T16:20:13","slug":"predigthilfe-vom-19-september-2021-matthaeus-18-21-35","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-19-september-2021-matthaeus-18-21-35\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 19. September 2021 &#8211; Matth\u00e4us 18, 21-35"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Jahresthema:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; F\u00fcr ein gutes Mit-EINANDER.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Monatsthema:<\/strong>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<strong>Matth\u00e4us-Evangelium: Wahres Leben in Jesus<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Predigtthema:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Wahre Vergebung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1. Sehen, was dasteht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/\">www.bibleserver.com<\/a>&nbsp;(Luther 1984 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000 \/ Neue Genfer \u00dcbersetzung \/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter Umst\u00e4nden kann sich auch mal der Blick in eine englische \u00dcbersetzung lohnen, weil auch in modernen deutschen \u00dcbersetzungen manchmal \u201cfromm-deutsche\u201d Begriffe benutzt werden, die im Englischen viel direkter und \u201cnormaler\u201d \u00fcbersetzt sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Text ist Teil der Fortsetzung der Matth\u00e4us-Reihe (M\u00e4rz und April 21) von September bis November. Das von Jesus erz\u00e4hlte Gleichnis ist f\u00fcr die meisten vermutlich kein unbekanntes (auch wenn wir immer davon ausgehen wollen, dass gemeindefremde Besucher zu Gast sind, sei es vor Ort oder im eventuellen Livestream).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.2 Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In erster Linie sollte man sich im Selbststudium intensiv mit dem Bibeltext besch\u00e4ftigen. Dabei ist es hilfreich, mit verschiedenen Bibel\u00fcbersetzungen und Studienbibeln (MacArthur, Ryrie, \u2026) zu arbeiten. Auch hilft es, den Text auszudrucken und mit Farben zu bearbeiten (Fragen an den Rand, Parallelstellen notieren, usw.).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gute Auslegungshilfen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die entsprechenden B\u00e4nde der Edition C und der Wuppertaler Studienbibel<\/li><li>HTA-Kommentar von Gerhard Maier (2b\u00e4ndiger Matth\u00e4us-Kommentar, evtl. kommt man \u00fcber einen VZM an den jeweiligen Kommentar)<\/li><li>\u201eDas NEUE\/ALTE Testament\u201c von Walvoord und Zuck (H\u00e4nssler-Verlag)<\/li><li>Der \u201eMathew Henry Kommentar\u201c (Matth\u00e4us-Johannes)<\/li><li>\u201eDas Evangelium des Reiches\u201c (C. H. Spurgeon)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zum Anh\u00f6ren\/Anschauen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><a href=\"https:\/\/www.gty.org\/library\/sermons-library\/90-349\/the-childlikeness-of-believers-granting-forgiveness\">https:\/\/www.gty.org\/library\/sermons-library\/90-349\/the-childlikeness-of-believers-granting-forgiveness<\/a> (Predigt von John MacArthur zum Predigttext)<\/li><li><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=qjafm3VQRUY\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=qjafm3VQRUY<\/a> (das Bibel-Projekt zu Matth\u00e4us 14-28)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.3 Anmerkungen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Spannend ist zu beobachten, dass wir ja direkt vor unserem Bibeltext das Thema der \u201eZurechtweisung in der Gemeinde\u201c haben, bei dem es auch um an uns begangenen S\u00fcnden handelt. Hier haben wir geh\u00f6rt und gelesen, wie Jesus klar vorgibt, wie wir mit solchen Personen umgehen sollen, v.a. wenn keine Einsicht herrscht. Das h\u00e4ngt eng mit unserem Bibeltext aus den Versen 21-35 zusammen, bei dem es im Kern um \u201eEinander vergeben\u201c geht. Vorab, grunds\u00e4tzlich gilt: Wenn ein Bruder oder eine Schwester gegen mich s\u00fcndigt, dann sollte ich ihm oder ihr sofort in meinem Herzen vergeben (Eph 4,32: hier geht es um den Umgang miteinander, welches von der Liebe Gottes gepr\u00e4gt ist). Wenn ich dem Gegen\u00fcber jedoch im Herzen vergeben habe, muss ich das noch nicht zwingend laut aussprechen. Es w\u00e4re nicht richtig das zu tun, wenn der andere sein Fehlverhalten gar nicht bereut. Deshalb geht es direkt vor unserem Bibeltext darum, hinzugehen, zu ermahnen und zu hoffen\/beten, dass es ihn zum Bekenntnis f\u00fchrt. Erst dann kann ich ihm auch laut zusagen, ihm zu vergeben. Das Gleichnis, mit welchem wir uns besch\u00e4ftigen werden, ist eine Ausf\u00fchrung der f\u00fcnften Bitte des Vater-Unsers: \u201eUnd vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unseren Schuldnern\u201c (Mt 6,12).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em><u>1. V.21-22: die Frage des Petrus und die Antwort Jesu (parallel: Lukas 17,4)<\/u><\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V.21-22:<\/strong> Petrus stellt die Frage, wie oft er denn seinem Bruder vergeben solle, der gegen ihn ges\u00fcndigt hat. Im Grunde genommen stellt er die Frage: \u201eHerr, wann darf auch mal Schluss sein?\u201c Er selbst bringt die H\u00e4ufigkeit zur Sprache und fragt konkret nach, ob \u201esiebenmal\u201c gen\u00fcgt, w\u00e4re das \u201egn\u00e4dig genug\u201c (die Sieben deutet Vollkommenheit an, eine Zahl der F\u00fclle und Grenze)? Es ist im Kern die menschliche und religi\u00f6se Frage nach dem Gesetz: Wann reicht es? Alles muss seine Grenzen haben. Petrus war bereit so weit zu gehen, einem Bruder sogar siebenmal zu vergeben. Haben wir Gnade genug, um \u00fcberhaupt siebenmal zu vergeben?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jesus antwortete aber: \u201eNicht bis siebenmal, sondern bis siebzigmal sieben.\u201c Darunter sollen wir nicht verstehen es bei 490x Vergebungs-Runden zu belassen. Diese Rechnung steht symbolisch f\u00fcr etwas Unbegrenztes. Jesus will unbegrenzte Vergebung, er sagt also praktisch: \u201eEs darf gar nicht Schluss sein damit, es reicht nie!\u201c Alles Menschliche bleibt unzureichend, die Vergebungsbereitschaft muss unbegrenzt sein, wenn man sie selbst begriffen und bei Jesus erfahren hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Spurgeon schreibt dazu: \u201eAbgemessene Barmherzigkeit ist nicht dem Gebot gem\u00e4\u00df. Wir sollten Vergehen an uns zu wenig Bedeutung beimessen, um Zeit mit dem Z\u00e4hlen dieser Vergehen zu verbringen oder mit der Berechnung, wie viele Male wir sie vergeben haben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em><u>2. V.23-35: das Gleichnis des unbarmherzigen Knechtes (findet sich nur bei Matth\u00e4us)<\/u><\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V.23: <\/strong>Jesus erz\u00e4hlt ein Gleichnis (die Parabel spricht f\u00fcr sich), um seine Antwort an Petrus auszuf\u00fchren. Das Reich der Himmel gleicht einem K\u00f6nig, der mit seinen Untertanen abrechnen wollte (R\u00f6m 14,12 \u2013 eines Tages muss jeder Mensch vor Gott Rechenschaft ablegen).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V.24: <\/strong>Es wurde dem K\u00f6nig einer vorgebracht, der ihm 10 000 Talente schuldete. Das war die damals gr\u00f6\u00dfte W\u00e4hrungseinheit, 1 Talent = 22 kg Silber, es geht hier um einen Millionenbetrag, also: unbezahlbar! Das Steueraufkommen von ganz Galil\u00e4a betrug nur 300 Talente, und dieser Mann schuldete 10\u2009000! Diese Einzelheit \u00fcber die riesige Summe wird uns ganz absichtlich genannt. Sie sollte v.a. die Gr\u00f6\u00dfe der Schuld vor Gott darstellen. Martin Luther sagte mal, dass wir nichts als Bettler vor Gott sind. Wir haben keine Hoffnung, jemals unsere Schulden bezahlen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V.25: <\/strong>Der Schuldner war nicht in der Lage, diesen hohen Schuldenberg zu begleichen. Das Verkaufen von Menschen kommt im AT mehrfach vor (z.B. 2Mo 22,2). Das wurde z.T. auch zu Zeit Jesu angewandt, somit war das f\u00fcr die H\u00f6rer des Gleichnisses nichts Unbekanntes. Aber: das Aufz\u00e4hlen von Frau, Kinder und den ganzen Besitz, unterstreicht die H\u00e4rte der Strafe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V.26: <\/strong>Der Knecht konnte nicht bezahlen, aber er konnte sich vor seinem Herrn dem\u00fctigen: er warf sich vor ihm nieder, huldigte ihn und bat um Geduld, er wollte Zeit bekommen, um seine Schulden zu bezahlen. Er war sich seiner Sache sicher, doch er \u00fcbersah, dass es ein unm\u00f6gliches Vorhaben war. Was dieser Mann brauchte war nicht Zeit, sondern Vergebung. Wie oft sieht der Mensch nicht, in was f\u00fcr einem verlorenen Zustand er vor Gott steht, und wie sehr er von der Gnade des Sch\u00f6pfers abh\u00e4ngig ist, nicht von seiner Leistung. \u201eS\u00fcnder sind bankrotte Schuldner.\u201c (M. Henry)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V.27: <\/strong>Der Schuldner erweckt das Herz seines Herrn, er war voll Mitleids. Ein Bild f\u00fcr Gott, der Schulden erl\u00e4sst (Ps 78,38; Kol 2, 13f). Nicht nur einmal. Millionenfach vergibt uns Gott Riesenschulden \u201eauf Rechnung seines Sohnes\u201c (Hebr 7, 27; 9, 12.26; 10, 2.10). Eine gro\u00dfe Botschaft, die in diesen paar Worten steckt! Der Schuldner bekam mehr, als er zu bitten auch nur wagte. \u201eKein Mensch hat so gro\u00dfe S\u00fcnde getan, als das Gott sie nicht vergeben k\u00f6nnte. Aber kein Mensch ist gut genug, als dass er keine Vergebung br\u00e4uchte.\u201c (S. Lawson) Dieser unermessliche Gnadenbeweis h\u00e4tte das Herz des Schuldigen erweichen m\u00fcssen, doch leider blieb es hart.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V.28: <\/strong>Ortswechsel: wir befinden uns nicht mehr am K\u00f6nigsthron. Der befreite Knecht ging hinaus, und sehr bald begegnete ihm anderer Knecht des K\u00f6nigs (also ein Gef\u00e4hrte, ebenb\u00fcrtig, nicht ein Diener des befreiten Knechts). Dieser schuldete dem Befreiten 100 Denare, das entspricht einige hundert Euro und somit kaum eine Summe im Verh\u00e4ltnis des Schuldenbergs des erstens Knechts. Man w\u00fcrde ein dankbares und von Gnade ver\u00e4ndertes Herz erwarten, doch begegnet uns ein erbarmungsloser K\u00f6nigsdiener. Er ergriff den Mitknecht und w\u00fcrgte ihn und forderte die Schulden ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V.29: <\/strong>Dieser Vers ist ein Spiegelbild zu Vers 26. Der Mitknecht warf sich nieder vor dem ersten Diener und bittet um dasselbe: Geduld und Zeit! Er bittet noch nicht einmal um das, was der erste Knecht bekommen hat: vollkommene Begleichung der Schulden. Und die Erf\u00fcllung seiner Bitte in V.29 (\u201eHabe Geduld mit mir, so will ich dir alles bezahlen.\u201c) ist um Welten realistischer als die Bitte des Knechts in V.26. H\u00e4tte es den ersten Diener nicht stutzig machen m\u00fcssen, seine eigenen Worte wieder zu h\u00f6ren? Leider ist das nicht weit weg von der Realit\u00e4t, in der wir leben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V.30: <\/strong>Doch: der erste Diener wollte nichts davon wissen. Er h\u00e4tte k\u00f6nnen, aber er wollte nicht. Eben hatten wir noch ein Spiegelbild vor Augen (V.26 \u2013 V.29), nun kommt in V.30 genau das Gegenteil von dem, was wir in V.27 lesen. H\u00e4rte statt Barmherzigkeit, Hass statt Liebe, blinde Wut statt Mitleid. Er lies den Schuldner ins Gef\u00e4ngnis seines K\u00f6nigs werfen (er machte vom Gesetz gebrauch, von dem er gerade selbst befreit wurde), von dem er selbst eben Barmherzigkeit erfahren hatte. \u201eEin niedriges Verhalten! Aber es ist so h\u00e4ufig, wie es niedrig ist!\u201c (Spurgeon)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V.31: <\/strong>Andere au\u00dfenstehende Mitknechte bekamen den Vorfall mit. Sie wurden sehr betr\u00fcbt \u00fcber diese Sache und kamen zum K\u00f6nig, um ihm alles zu berichten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V.32-33: <\/strong>Der K\u00f6nig reagiert unverz\u00fcglich und l\u00e4sst den ersten, befreiten Knecht vor sich treten. Er nennt ihn einen \u201eb\u00f6sen Knecht\u201c, und betont die erlassene Schuld, um ihm damit aufzuzeigen, dass diese Vergebung seinerseits eng mit der Vergebungsbereitschaft des Knechtes anderen gegen\u00fcber zusammenh\u00e4ngt, ganz nach dem Motto: \u201eWie ich dir, so du dem anderen.\u201c Er h\u00e4tte sich auch so \u00fcber seinen Mitknecht erbarmen m\u00fcssen, wie sich sein Herr \u00fcber ihn erbarmt hat. Damit wird das Erbarmen im Sinne von Mt 9,13 zur Leitlinie des J\u00fcngerverhaltens. Kein Vergehen eines Mitknechts an uns kann verglichen werden mit unseren S\u00fcnden gegen den lebendigen Gott.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V.34: <\/strong>Zornig war der K\u00f6nig dar\u00fcber, und in diesem Zorn (ein gerechter Zorn, kein willk\u00fcrlicher) wird der Diener den Folterknechten (Gerichtsdiener) \u00fcbergeben, bis er alles bezahlt hat, was er dem K\u00f6nig schuldig war. Der Zorn Gottes ist real. Wer biblisch \u00fcber die Liebe Gottes redet, muss auch seinen heiligen Zorn erw\u00e4hnen. &#8220; Wer sich auf sein Recht versteift, wer die Barmherzigkeit verweigert, der muss auch nach dem Recht verfahren und f\u00fcr die ganze Schuld einstehen. Hier tritt uns der Gott des Rechts entgegen, weil der Gott der Barmherzigkeit abgelehnt wurde.\u201c (G. Maier)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V.35: <\/strong>Gott ist der K\u00f6nig, und alle seine Untertanen haben riesige Schulden der S\u00fcnde angeh\u00e4uft, die sie nie bezahlen k\u00f6nnen. In seiner unermesslichen Gnade zahlte der K\u00f6nig selbst die Schuld und vergibt. Wenn nun ein Christ einem anderen Christen Unrecht tut, sich aufrichtig entschuldigt, jedoch keine Vergebung erh\u00e4lt, dann entspricht das nicht dem, was Jesus f\u00fcr uns getan hat. \u201eSo wird auch mein himmlischer Vater euch behandeln.\u201c \u201eDas soll uns nicht lehren, dass Gott bei irgendjemanden die Vergebung aufhebt, sondern dass er sie denen versagt, die f\u00fcr sie nicht geeignet sind. Wir haben in der Schrift genug Hinweise auf den Verlust der Vergebung, um zu zeigen, dass wir sie als Warnungen nehmen sollen, nicht \u00fcberheblich zu sein. Wir haben jedoch auch genug Gewissheit ihrer Best\u00e4ndigkeit, um diejenigen zu ermutigen, die aufrichtig, aber furchtsam sind; die einen m\u00f6gen sich f\u00fcrchten und die anderen hoffen. Derjenige, der nicht \u201eseinem Bruder \u2026 seine Verfehlungen\u201c vergibt, hat nie wirklich von seinen eigenen Verfehlungen Bu\u00dfe getan, und deshalb ist das, was ihm weggenommen wird, nur das, \u201ewas er zu haben meint\u201c (Lk 8,18). Dies soll uns lehren, dass \u201edas Gericht \u2026 unbarmherzig ergehen [wird] \u00fcber den, der keine Barmherzigkeit ge\u00fcbt hat\u201c (Jak 2,13). F\u00fcr Vergebung und Frieden ist es absolut notwendig, dass wir nicht nur \u201eRecht tun\u201c, sondern auch \u201eLiebe \u00fcben\u201c (Mi 6,8). (M. Henry)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.4 Struktur des Abschnittes:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unser Text aus den Versen 21-35 betont die unbegrenzte Vergebungsbereitschaft der Gemeindeglieder untereinander.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man kann den Text grob in drei Teile gliedern:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" type=\"1\"><li>Die Frage des Petrus und die Antwort Jesu V.21-22<\/li><li>Das Gleichnis des unbarmherzigen Knechtes V.23-34<\/li><li>Die Lehre des Gleichnisses und das Fazit Jesu V.35<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Verstehen, worum es geht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Petrus tritt mit einer wichtigen Frage an Jesus heran, die jedoch schon zeigt, wie menschliche begrenzt er denkt. Jesus sprengt seine Vorstellungskraft, indem er auf ein g\u00f6ttliches Prinzip hinweist. Im Kern geht es um die Verlorenheit des Menschen. Die Schuld, die wir als S\u00fcnder auf uns geladen haben, ist so gro\u00df, dass keiner sie bezahlen kann. Wollte Gott mit uns nach dem strengen Recht handeln, so w\u00fcrde jedermann gerechterweise verloren gehen. Aber Gott ist barmherzig. Er erl\u00e4sst die Schuld jedem, der ihn um Gnade anfleht. Diese Gnade, die Gott uns erzeigt, soll aber unser Herz r\u00fchren, dass wir Mitleid und Erbarmen gegen unsere Br\u00fcder \u00fcben. Gemeinde bedeutet permanente Vergebungsbereitschaft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zum einen f\u00fchrt uns der Bibeltext die unermesslich gro\u00dfe Gnade Gottes vor Augen, sein Mitleid mit dem bu\u00dffertigen S\u00fcnder. Aufgrund dessen sandte er seinen Sohn, \u201eauf das alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen\u201c. Zum anderen soll uns aufgedeckt werden, wie diese Vergebung unser Herz ver\u00e4ndert und uns bereit macht, auch unseren Schuldigern zu vergeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn mir von einem Bruder \/ einer Schwester Unrecht angetan wird, werde ich dann auf mein Recht pochen und in Unfrieden weiterleben, oder siegt der Frieden Gottes in meinem Herzen, weil mir schon viel mehr vergeben wurde? Kolosser 3,15: \u201eUnd der Friede Gottes regiere in euren Herzen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An Gottes Barmherzigkeit wird der Christ barmherzig, durch seine Vergebung lernt er vergeben. Aber Gottes Gnade kann sich in Zorn verwandeln, wenn Vergebung nur f\u00fcr den Eigengebrauch bestimmt sein soll.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jakobus 2,13: <em>\u201eDenn das Gericht wird unbarmherzig ergehen \u00fcber den, der keine Barmherzigkeit ge\u00fcbt hat; die Barmherzigkeit aber triumphiert vor Gericht.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.1 Hinweise f\u00fcr situative \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir befinden uns seit Anfang September wieder in der Matth\u00e4us-Reihe. Es ist der erste Sonntag wieder nach den Sommerferien, die meisten\/letzten Gemeindemitglieder d\u00fcrften wieder aus dem Urlaub zur\u00fcck sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.2 Hinweise f\u00fcr hermeneutische \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Kapitel 18 des Matth\u00e4us-Evangeliums begegnen uns Anweisungen Jesu, die f\u00fcr den neuen Bund, also f\u00fcr die Gemeinde Jesu von absoluter Dringlichkeit sind. Auch wenn: \u201eBei Jesus ist es immer wichtig, sich vor Augen zu f\u00fchren, dass er in der \u00dcbergangszeit vom Judentum zum Christentum redet und manchmal dabei eben auch \u00fcberspitzt formuliert und weniger mit einer konkreten w\u00f6rtlichen Umsetzung rechnet, sondern zeigen m\u00f6chte, dass der j\u00fcdische Weg zur Heiligkeit letztlich einfach nicht funktioniert \u2013 siehe z. B. im vorherigen Abschnitt Mt 18, 8-9. (M. Lau)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.3 Hinweise f\u00fcr homiletische \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es bietet sich an (aufgrund des engen Zusammenhangs) den kompletten Text am St\u00fcck zu lesen und anschlie\u00dfend erst auf die Einzelheiten einzugehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bibeltext bietet es hervorragend an das Evangelium von Jesus Christus zu verk\u00fcndigen. Somit wird es v.a. f\u00fcr alle ungl\u00e4ubigen H\u00f6rer eine Einladung, bei diesem gerechten und doch barmherzigen K\u00f6nig Vergebung zu bekommen. Gleichzeitig ist es ein Aufruf zur Heiligung, zur Gottesfurcht, denn ein Leben in der Gottesfurcht lebt eng am Kreuz und stellt das Evangelium in das Zentrum. Ein christozentrisches Herz ist bereit zu vergeben, weil es das Kreuz im Zentrum hat, denn dieses hat es erl\u00f6st und befreit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3. Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist sicher hilfreich zu versuchen, in wenigen S\u00e4tzen f\u00fcr sich das Predigtziel zu formulieren. Welche Botschaft soll bei den H\u00f6rern am Ende h\u00e4ngen bleiben? Das tun wir im Gebet und in der Abh\u00e4ngigkeit des Heiligen Geistes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es geht um die vergebende Barmherzigkeit Gottes und dessen praktische Auswirkungen auf das Miteinander. Ein befreites Herz vergibt gerne.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.2 Predigtthema \u2013 was sage ich in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wahre Vergebung \u2026<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" type=\"1\"><li>kennt keine Obergrenze (V.21-22)<\/li><li>kommt vom gerechten K\u00f6nig (V.23-27)<\/li><li>ver\u00e4ndert das Herz des Befreiten (V.28-35)<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.3 Beispiele f\u00fcr die Predigt \u2013 wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wilhelm Vischer (schweiz. und franz. Theologe, 1895-1988): <em>\u201eDie Vergebung ist das Herzst\u00fcck der Gemeinde Jesu. Wo jeder Bruder dem andern von Herzen vergibt, da k\u00f6nnen zwei eins werden im Gebet, da k\u00f6nnen sie einander zurechtweisen, das Verirrte suchen, das Verderbliche \u00fcberwinden, die Kleinen sch\u00fctzen und die Erniedrigten hoch achten, da ist Jesus in ihrer Mitte.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Zwei M\u00e4nner sehen sich nach langen Jahren auf einem Klassentreffen wieder. Sie unterhalten sich bei einem Gl\u00e4schen Wein und der eine fragt: \u201eWie geht\u00b4s denn eigentlich so in deiner Ehe?\u201c \u201eOch\u201c sagt der andere, \u201eeigentlich ganz gut, aber wenn wir uns mal streiten, wenn bei uns so richtig die Fetzen fliegen, dann werden wir leider schnell historisch!\u201c Der andere Mann lacht und sagt, \u201eNa, das hei\u00dft aber hysterisch!\u201c \u201eNein, nein,\u201c sagt der andere, \u201ewir werden wirklich historisch. Dann z\u00e4hlen wir aus zwanzig Jahren Ehe jedes Vergehen, jede Verletzung, jeden vergessenen Hochzeitstag l\u00fcckenlos auf. In diesen Dingen haben wir leider ein erstaunliches Ged\u00e4chtnis!\u201c Dann werden wir immer gleich historisch \u2014 Wie sieht das mit Ihrer inneren Buchf\u00fchrung aus?<\/em> (Dr. Franz L\u00fcdke, Marburg)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Gebet Spurgeons: <em>\u201eHerr, mache mich sanften, vers\u00f6hnlichen Sinnes! M\u00f6ge mein Herz ebenso bereit sein, Schuld zu vergeben, wie es bereit ist, Blut zu pumpen!\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(Simon Hamalega)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jahresthema:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; F\u00fcr ein gutes Mit-EINANDER. Monatsthema:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Matth\u00e4us-Evangelium: Wahres Leben in Jesus Predigtthema:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Wahre Vergebung Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. 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