{"id":4292,"date":"2021-08-05T00:27:38","date_gmt":"2021-08-04T22:27:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=4292"},"modified":"2021-08-05T00:27:38","modified_gmt":"2021-08-04T22:27:38","slug":"predigthilfe-vom-29-august-2021-kolosser-31-17","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-29-august-2021-kolosser-31-17\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 29. August 2021 \u2013 Kolosser 3,1-17"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><strong>Jahresthema<\/strong>:<\/td><td><strong>F\u00fcr ein gutes MITEINANDER<\/strong><\/td><\/tr><tr><td><strong>Predigtthema<\/strong>:<\/td><td><strong>Einander vergeben<\/strong><\/td><\/tr><tr><td>Predigttext:<\/td><td>Kolosser 3,1-17<\/td><\/tr><tr><td>Autor:<\/td><td>Tobias Schurr<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>1 \u00dcberblick \u00fcber das Jahresthema 2021<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein gutes Miteinander, wer w\u00fcnscht sich das nicht? Eine Gemeinschaft, die unser Leben bereichert, belebt und st\u00e4rkt, wollen wir doch alle. Gott hat uns Menschen so geschaffen, dass wir auf Gemeinschaft angelegt sind. Und obwohl wir uns nach Gemeinschaft sehnen und auch auf Gemeinschaft hin gemacht sind, erleben wir, dass menschliche Gemeinschaft sehr zerbrechlich ist und sehr leicht gest\u00f6rt oder sogar zerst\u00f6rt werden kann. Diese Herausforderung sehen wir auch im Miteinander von Christen in der Gemeinde und es ist aus diesem Grund immer wieder sehr wichtig dar\u00fcber nachzudenken, wie Gemeinschaft gelingen kann, wie unser Miteinander von Gott gepr\u00e4gt, immer mehr wachsen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Bibel sehen wir, dass es Gott ein gro\u00dfes Anliegen ist, dass seine Kinder in seinem Sinne Gemeinschaft leben und er gibt uns viele Aufforderungen, wie Miteinander gelingen kann. In unserem Jahresthema wollen wir im Jahr 2021 (jeweils am letzten Sonntag des Monats) dieses Miteinander bedenken und uns von Gott pr\u00e4gen lassen. Unser gro\u00dfer Wunsch ist es, dass unsere Gemeinden dadurch gemeinsam in ihrer Beziehung zu Jesus und auch in ihrer Beziehung zueinander wachsen. Und wir beten, dass durch die Art wie sie miteinander leben auch f\u00fcr andere immer mehr sichtbar wird, welcher Herr sie zusammengef\u00fchrt hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Umrahmt wird dabei unser Jahresthema von der gro\u00dfen Aufforderung, die Jesus seinen J\u00fcngern mitgibt (Joh 15) und die auch Paulus aufgreift (R\u00f6m 13,8-10), dass wir uns als Kinder Gottes untereinander lieben sollen (Januar &amp; Dezember). Unter diesem Oberthema lassen sich schlussendlich alle anderen Themen, die wir unter dem Jahresthema behandeln, zusammenfassen. Die Liebe, die Jesus auf unvergleichliche Weise vorgelebt hat ist eine Liebe, die bereit ist, sich f\u00fcr den anderen hinzugeben. Eine Liebe, die ein gro\u00dfes Zeugnis f\u00fcr unseren Gott ist.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Diese Liebe \u00e4u\u00dfert sich zun\u00e4chst darin, dass wir als Kinder Gottes bereit sind, uns gegenseitig in Liebe anzunehmen (Februar), weil wir wissen, dass Christus derjenige ist, der uns in Liebe angenommen hat.<\/li><li>Weiter zeichnet sich dieses Miteinander in Liebe dadurch aus, dass Kinder Gottes bereit sind einander zu dienen (M\u00e4rz). Auch dies hat Jesus vorgelebt und war bereit sein Leben als L\u00f6segeld f\u00fcr uns zu geben.<\/li><li>Ein liebevolles Miteinander lebt auch davon, dass wir aufeinander achten und uns dazu ermuntern im Glauben wirklich dran zu bleiben (April) und in der Heiligung zu leben.<\/li><li>F\u00fcr eine gute Gemeinschaft ist es zudem wichtig unn\u00f6tige Konflikte zu vermeiden und sorgf\u00e4ltig darauf zu achten, andere nicht auf falsche Weise zu provozieren (Mai).<\/li><li>Echtes Miteinander unter Glaubensgeschwistern lebt auch davon, dass wir f\u00fcreinander im Gebet einstehen (Juni), weil wir genau wissen, wie abh\u00e4ngig wir alle davon sind, dass unser Herr uns f\u00fchrt, leitet und bewahrt.<\/li><li>Zu diesem f\u00fcreinander einstehen, geh\u00f6rt nat\u00fcrlich auch, dass wir als Kinder Gottes umeinander wissen, die Verbindung zueinander suchen und so als Nachfolger Jesu eine Einheit bilden (Juli).<\/li><li>Weil wir auch als Christen immer wieder untereinander schuldig werden, ist auch das Thema Vergebung ein sehr wichtiger Grundstein f\u00fcr ein gutes Miteinander (August). Auch hier haben in Jesus Christus das gro\u00dfe Vorbild, was Vergebung bedeutet. Und gleichzeitig ist Jesus derjenige, der echte Vergebung erst erm\u00f6glicht, weil er f\u00fcr unsere Schuld am Kreuz gestorben ist.<\/li><li>Geistliches Miteinander beinhaltet auch, dass wir lernen uns in eine geistliche Gemeinschaft einzuordnen. Dazu geh\u00f6rt, dass wir verstehen, wie Gott sich das Miteinander unter seinen Kindern vorgestellt hat und die Bereitschaft sowohl dem\u00fctig Verantwortung zu \u00fcbernehmen wie auch sich auf eine gute geistliche Weise unterzuordnen (September).<\/li><li>Das Leben als Christ ist kein Sprint, sondern eher ein Langstreckenlauf, bei dem es immer mal wieder auch Durststrecken gibt. Auch hier braucht es ein gutes geistliches Miteinander, um uns immer wieder zu einem Leben in der treuen Nachfolge anzuspornen und nicht m\u00fcde zu werden die Liebe Gottes in die Welt zu tragen (Oktober).<\/li><li>Geistliche Durststrecken und Herausforderungen k\u00f6nnen immer wieder auch entmutigend sein und auch hier ist es ein Geschenk Gottes, dass er uns als Glaubensgeschwister zusammengestellt hat. So k\u00f6nnen wir uns gegenseitig ermutigen die richtige Ausrichtung zu behalten und den Blick auf Jesus, auf sein Werk und auf seine Wiederkunft nicht zu verlieren (November).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schlussendlich bleibt die Liebe, das Oberthema, das unser Miteinander zusammenh\u00e4lt. Wenn wir aus der Liebe Jesu leben, wenn seine Liebe unser Leben pr\u00e4gt, wird dies auch in einem guten Miteinander unter Glaubensgeschwistern, in der Liebe zueinander sichtbar werden. Bildlich dargestellt k\u00f6nnte das Thema so aussehen: Unser \u201eMiteinander\u201c ist eine Frucht mit verschiedenen Beeren, die sich erg\u00e4nzen und von denen jede einzelne sehr wichtig ist. Im Laufe des Jahres werden wir die einzelnen Beeren nacheinander betrachten.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/image-1-996x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-4144\" width=\"354\" height=\"358\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine PowerPoint-Vorlage mit der Grafik findet ihr unter: <a href=\"https:\/\/christusbund.sharepoint.com\/:p:\/s\/medien\/EQTQFa12LktBqBCcQsW9qmcBi9et5hf-ZzzoObTt-zou1g?e=Xauf41\">https:\/\/christusbund.sharepoint.com\/:p:\/s\/medien\/EQTQFa12LktBqBCcQsW9qmcBi9et5hf-ZzzoObTt-zou1g?e=Xauf41<\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>2.1 Hinweise zum Textverst\u00e4ndnis<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 1-4: <\/strong>Paulus spricht in diesen Versen, die grunds\u00e4tzliche Ausrichtung des Lebens als Christ an. Neues Leben in Christus f\u00fchrt zu einem ver\u00e4nderten Leben in dieser Welt. Die Priorit\u00e4ten f\u00fcr Kinder Gottes m\u00fcssen sich verschieben. Der nat\u00fcrliche, gefallene Mensch hat die Dinge im Blick, die hier auf der Erde Bedeutung zu haben scheinen. Wenn Gott in das Leben tritt, \u00f6ffnet sich ein ganz neuer Horizont, eine neue, ewige Realit\u00e4t wird sichtbar. Diese neue Realit\u00e4t soll das Leben der Nachfolger Jesu bestimmen. Vers 3 unterstreicht noch einmal, wie grunds\u00e4tzlich die Ver\u00e4nderung ist, die geschieht, wenn ein Mensch zum Glauben an Jesus findet. Er stirbt seinem alten Leben, und hat in Christus neues ewiges Leben. Dieses neue Leben ist in seiner ganzen F\u00fclle noch nicht sichtbar, es ist noch verborgen (vgl. 1.Joh 3,1ff), besonders f\u00fcr die Menschen, die Gott nicht kennen. Aber es ist ein Leben, das durch Christus f\u00fcr immer zu Gott geh\u00f6rt und das schon hier auf der Erde durch seine Ausrichtung sichtbar werden soll.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Christen brauchen wir immer wieder die Erinnerung und Aufforderung unser Leben wirklich mit dieser Ausrichtung zu f\u00fchren, bis eben zu dem Zeitpunkt, an dem Jesus Christus f\u00fcr alle offenbar wird und mit ihm auch die, die zu ihm geh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 5-8: <\/strong>Paulus wird nun konkret, wie diese Ausrichtung auf die Ewigkeit aussehen soll. Er beginnt mit dem, was es im Leben zu meiden gilt. Handlungsweisen, die nicht zu einem Leben mit Gott passen, die seinem Wort und Wesen widersprechen. Durch das Wort \u201et\u00f6ten\u201c, das Paulus in Vers 5 benutzt sehen wir, wie radikal diese Trennung sein soll. Als Christen sollen wir keine falschen Kompromisse mit der S\u00fcnde eingehen. Paulus weist auch auf die Konsequenz eines solchen Lebens im Ungehorsam hin. Die Konsequenz ist der Zorn Gottes, der in seinem Gericht m\u00fcndet. F\u00fcr Kinder Gottes dagegen soll sehr klar sein, dass ein solches Leben f\u00fcr sie in der Vergangenheit liegt. Gott hat sie aus ihrem Wandel in der geistlichen Finsternis herausgerettet. Als Nachfolger Jesu wollen sie sich radikal davon trennen, und das betrifft das ganze Leben, das Denken, das Reden und das Handeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 9-11:<\/strong> Paulus beschreibt noch einmal die Ver\u00e4nderung und Konsequenzen der Bekehrung. Das alte Leben in der Trennung von Gott mit allen Handlungen, die daraus resultieren, wurde ausgezogen und das neue Leben angezogen. Dieses neue Leben w\u00e4chst immer weiter in der Erkenntnis Jesu. Gerade diese Verse unterstreichen, warum es eben nicht reicht eine christliche Moral zu verk\u00fcnden und die Menschen aufzufordern nach dieser Moral zu leben. Das alte Leben zeigt sich in ganz unterschiedlichen Schattierungen und Gestalten. Aber es ist deutlich, dass es ganz grunds\u00e4tzlich nicht zu Gott passt, weil es eben nicht in Verbindung zu Gott und im Vertrauen auf ihn gelebt wird. Und es passt vor allem deshalb nicht zu Gott, weil es nicht aus seiner Gnade und Erneuerung gelebt wird. Damit ist es im tiefsten Sinne gottlos. Egal welche Moral wir in ein solches Leben hineinsetzen, es wird immer gottlos bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der entscheidende Schritt ist, dass durch Gottes Gnade, durch Bu\u00dfe und Glauben, dieses alte Leben abgelegt wird und wir in Christus zu einem neuen Leben wiedergeboren werden. Dieser neue Mensch in Christus beginnt dann immer mehr in uns Gestalt zu gewinnen. Und im Blick auf dieses neue Leben in Christus sind wir Menschen alle gleich. Wir stehen vor Gott als S\u00fcnder und brauchen seine Gnade und seine Erneuerung. Gott m\u00f6chte uns neues Leben schenken, ein Leben, in dem es dann nicht mehr um menschliche Unterschiede geht, sondern in dem entscheidend ist, dass wir f\u00fcr immer zu Jesus Christus geh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 12-14: <\/strong>Paulus beschreibt nun das Kleid des Christen, also wodurch sich dieses neue Leben in Christus auszeichnen soll. Nat\u00fcrlich ist dies hier nicht eine vollst\u00e4ndige Liste. Paulus nennt beispielhaft einige wichtige Eigenschaften oder Verhaltensweisen, die ein Leben in der Nachfolge Jesu kennzeichnen sollen. Wenn wir Gal 5,22-23 hinzunehmen, dann finden wir noch eine Reihe von weiteren Kennzeichen des geistlichen Lebens und wir sehen auch, dass dieses Anziehen auf der einen Seite Aufforderung an Christen und zugleich das Wirken des Heiligen Geistes ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Vers 13 hat Paulus besonders das Miteinander in der Gemeinde im Blick. Paulus wei\u00df, dass es auch im Untereinander von Christen immer wieder zu Schwierigkeiten oder Streit kommen kann. Er ermahnt deshalb hier, diese Konflikte sehr aktiv anzugehen. Auf der einen Seite ist es immer wieder dran, dass Christen ihre Glaubensgeschwister ertragen in ihrer Unterschiedlichkeit, mit den Eigenarten und Unvollkommenheiten. Es soll eben nicht so sein, dass sich Nachfolger Jesu direkt bei der ersten Auseinandersetzung zur\u00fcckziehen, sondern dass man sich bewusst entschlie\u00dft, den anderen zu ertragen, und damit sich und die eigenen Pr\u00e4ferenzen immer wieder zur\u00fcckstellt. Aber es gibt nicht nur Unterschiede, es gibt auch Schuld zwischen Christen und auch die gilt es sehr aktiv anzugehen. Paulus fordert uns auf, Vergebung nicht nur von Gott anzunehmen, sondern sie eben auch im Blick auf die anderen zu gew\u00e4hren. Hier greift Paulus ein Thema auf, das auch Jesus betont hat (Vgl. Mt 6,12-15 par; Mt 18,21-35; \u2026). Vergebung ist ein Grundkennzeichen des neuen Lebens. Zun\u00e4chst beginnt es damit, dass Jesus Christus unsere Schuld am Kreuz getragen hat, und uns Vergebung anbietet. Wir d\u00fcrfen dieses Geschenk der Vergebung aus Gnade annehmen, und gleichzeitig verpflichtet uns die Gnade Jesu dazu, selbst diese Gnade zu leben und anderen Menschen mit Vergebungsbereitschaft zu begegnen. Wie Petrus von Jesus sehr deutlich lernen musste, beschr\u00e4nkt sich diese Vergebungsbereitschaft nicht auf eine bestimmte Anzahl von F\u00e4llen, nein sie soll vielmehr unser ganzes Leben, unseren ganzen Umgang mit anderen Menschen kennzeichnen und damit unterstreichen, dass wir selbst Gnadenkinder sind, die zutiefst von der Liebe und Gnade Jesu gepr\u00e4gt sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb umfasst auch die Liebe das ganze Kleid der Kinder Gottes und h\u00e4lt alles zusammen (vgl. 1.Joh 4,19).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 15-17: <\/strong>Paulus schlie\u00dft diesen Abschnitt ab, indem er noch einmal die Ewigkeitsperspektive in den Blick r\u00fcckt. Leben als Christ darf leben im Frieden Christi sein, der unser Leben neu gemacht hat, der uns in seine Nachfolge berufen hat. Diese Realit\u00e4t, dieser wunderbare Frieden, soll in unserem Leben zu einer tiefen, echten Dankbarkeit f\u00fchren, die immer wieder neu dadurch entfacht werden kann, dass wir auf das h\u00f6ren, was Gott in seinem Wort sagt, indem wir uns als Christen gegenseitig lehren, ermahnen und tr\u00f6sten. All dies soll dazu f\u00fchren, dass unser Herz mit dem Lob Gottes erf\u00fcllt ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vers 17 stellt dann nochmal heraus, wie umfassend diese geistliche Ausrichtung sein soll. Es geht nicht nur um einzelne geistliche Stunden am Tag oder in der der Woche. Das ganze Leben eines Christen soll im Namen Jesu gelebt werden, in der Dankbarkeit Gott gegen\u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>2.2 Weitere Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hilfen zur Auslegung bieten z.B.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Krimmer, Heiko. Kolosserbrief (Edition C Bibelkommentar)<\/li><li>Reinecker, Fritz. Der Brief des Paulus an die Kolosser (Wuppertaler Studienbibel)<\/li><li>Moo, Douglas. The letters to the Colossians and to Philemon (Pillar New Testament Commentary)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>3 Erkl\u00e4rungen zum Thema (Einander vergeben)<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>3.1 Einander vergeben &#8211; Welche Folgen hat es, wenn wir uns daran orientieren?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Vergebung ist eines der zentralen Themen, das sich durch die ganze Bibel hindurchzieht. Seitdem S\u00fcnde in dieser Welt ist, ist die Frage der Vergebung f\u00fcr uns Menschen absolut existenziell. Das betrifft nat\u00fcrlich zuerst die Frage der Vergebung durch Gott im Blick unsere Rettung, aber Vergebung betrifft auch ganz zentral den Umgang von Menschen untereinander, die seit dem S\u00fcndenfall immer wieder aneinander schuldig werden.<\/li><li>Als Kinder Gottes haben wir erlebt, was es bedeutet, dass Gott uns vergibt. Jesus Christus hat die Strafe f\u00fcr unsere Schuld am Kreuz getragen, und Gott schenkt allen Vergebung, die an Jesus Christus glauben, die ihre Hoffnung auf Rettung allein auf Jesus setzen. In 1.Joh 1,9 lesen wir, dass die Verhei\u00dfung der Vergebung all denen gilt, die Gott ihre S\u00fcnde bekennen.<\/li><li>Auch im Miteinander unter Christen werden wir immer wieder in Situationen kommen, in denen Vergebung ganz zentral wird. Als Petrus Jesus fragt, wie er mit einem Bruder umgehen soll, dem er schon zum wiederholten Male vergeben hat, fordert Jesus auf mit dem Vergeben einfach nicht aufzuh\u00f6ren (Mt 18,21ff).<\/li><li>F\u00fcr das Miteinander in der Gemeinde ist Vergebung deshalb so wichtig, weil nur so gest\u00f6rte Beziehungen wieder in Ordnung kommen k\u00f6nnen, weil nur so die Liebe untereinander wieder wachsen kann.<\/li><li>Durch gelebte Vergebungsbereitschaft zeigen wir auch, dass die Gnade, die wir von Gott erfahren haben, auch unser menschliches Miteinander pr\u00e4gt.<\/li><li>Gelebte Vergebungsbereitschaft erm\u00f6glich es Menschen auch mit ihrer Schuld gegen\u00fcber Menschen abzuschlie\u00dfen und neu anzufangen.<\/li><li>Gemeinde kann so immer mehr zu einem Ort des echten Friedens werden.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>3.2 Einander vergeben &#8211; Was sind die Konsequenzen, wenn wir uns nicht daran orientieren?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Ohne Vergebungsbereitschaft wird es in der Gemeinde unweigerlich zu Streit, und zu verh\u00e4rteten Fronten kommen.<\/li><li>Gest\u00f6rte Beziehungen werden eben nicht in Ordnung gebracht und geheilt, sondern nur unter einem Deckmantel des Schweigens verborgen.<\/li><li>Mangelnde Vergebungsbereitschaft hat ein gro\u00dfes Potential die Einheit der Gemeinde zu zerst\u00f6ren und sogar zu Spaltungen von Gemeinden zu f\u00fchren.<\/li><li>Am schlimmsten erscheint mir aber, dass Jesu Charakter ohne Vergebungsbereitschaft in der Gemeinde nicht sichtbar wird und so die Gemeinde eben kein Licht f\u00fcr die Welt, kein Zeugnis f\u00fcr Jesus ist.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>3.3 Einander vergeben &#8211; Worin liegen die Schwierigkeiten bei der Umsetzung?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Als Petrus Jesus fragte, wie oft er seinem Bruder vergeben soll, zeigt er uns eine der gro\u00dfen Schwierigkeiten beim Vergeben. Wir tun uns alle so schwer damit, wenn ein anderer Mensch immer wieder an uns schuldig wird. Unsere Geduld ist immer wieder so schnell am Ende.<\/li><li>Eine weitere Schwierigkeit besteht darin, dass Menschen die Vergebungsbereitschaft ausn\u00fctzen k\u00f6nnen und nur die Vergebung annehmen, ohne zu einer Verhaltens\u00e4nderung bereit zu sein. Hier m\u00fcssen wir sehen, dass zu echter Vergebung auch geh\u00f6rt, dass Schuld klar als solche angesprochen werden muss und dass auch echte Reue und Bu\u00dfe zum \u201eeinander vergeben\u201c dazugeh\u00f6rt.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>3.4 Einander vergeben &#8211; Wie geht unsere Gesellschaft damit um?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Wenn man unsere Gesellschaft betrachte, kann man einen sehr ambivalenten Umgang mit Vergebung erkennen. Auf der einen Seite sehen wir, dass Vergebung sehr stark gefordert wird, vor allem dann, wenn es um die eigenen scheinbar kleinen Fehler und Vergehen geht.<\/li><li>Auf der anderen Seite finden wir aber auch eine gro\u00dfe Gnadenlosigkeit in der Art und Weise, wie \u00fcber Menschen geurteilt wird, wie sie z.T. medial an den Pranger gestellt werden.<\/li><li>Gerade, wenn Ungl\u00fccke geschehen, ist der Aufschrei oft gro\u00df, und man sucht Verantwortliche, oder S\u00fcndenb\u00f6cke, die f\u00fcr das, was geschehen ist, die Verantwortung \u00fcbernehmen sollen.<\/li><li>Die geistliche Tatsache, dass wir alle S\u00fcnder sind, die Gottes Vergebung brauchen, wird leider von vielen Menschen abgelehnt oder ignoriert, was dazu f\u00fchrt, dass viele Menschen nie erfahren, was ewige, echte Vergebung wirklich bedeutet und damit auch nicht aus dieser Vergebung leben k\u00f6nnen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>4 Veranschaulichungen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>4.1 Einander vergeben &#8211; Wie hat Jesus uns Vergebung vorgelebt?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Jesus ist das gr\u00f6\u00dfte Vorbild f\u00fcr Vergebungsbereitschaft. Jesus fordert nicht nur dazu auf, einander zu vergeben, er hat es auf wunderbare Weise vorgelebt. Als Jesus am Kreuz h\u00e4ngt und von den Menschen aufs \u00dcbelste verspottet wird, bittet er: <strong><em>Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun (Lk 23,34).<\/em><\/strong><\/li><li>Auch die Art, wie Jesus mit Petrus vor der Kreuzigung und nach der Auferstehung umgeht zeigt, wie wunderbar Jesus vergibt (vgl. Lk 22,31-34; Joh 21,15-19).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>4.2 Einander vergeben &#8211; Welche weiteren Beispiele finden wir in der Bibel?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Im Alten Testament ist die Geschichte von Josef nicht nur ein wunderbares Beispiel f\u00fcr Gottes F\u00fchrung und Versorgung. In Josef und dem Umgang mit seinen Br\u00fcdern sehen wir auch einen Menschen, der echte Vergebungsbereitschaft gelebt hat.<\/li><li>Auch die Art und Weise, wie Paulus durch die Christen in Damaskus oder Jerusalem aufgenommen wurde, zeigt Vergebungsbereitschaft. Sie haben nat\u00fcrlich gerungen, wie sie sich gegen\u00fcber dem ehemaligen Verfolger verhalten sollen, aber sie haben Paulus wirklich in ihrer Mitte aufgenommen.<\/li><li>Der Philemonbrief ist ebenfalls ein wichtiges Dokument f\u00fcr das Thema Vergebung. Paulus tritt f\u00fcr Onesimus, den entlaufenen Sklaven ein und fordert Philemon auf, seinen Sklaven wirklich von Herzen als einen Bruder anzunehmen.<\/li><li>In 2.Kor 2,5ff fordert Paulus die Gemeinde in Korinth auf, einen Bruder, der von seiner Schuld umgekehrt ist, wieder von Herzen aufzunehmen, ihm zu vergeben und ihn wieder zu ermutigen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>4.3 Einander vergeben &#8211; Was lehrt uns das \u00fcber die Gemeinde?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Gemeinde ist v\u00f6llig abh\u00e4ngig von der Gnade Gottes. Alle Christen sind \u201eGnadenkinder\u201c, die durch die Vergebung mit Freimut zum Thron der Gnade Gottes k\u00f6nnen.<\/li><li>Diese empfangene Gnade muss auch das Miteinander der Gemeinde pr\u00e4gen. Gerade durch das Gleichnis vom undankbaren Knecht in Mt 18 zeigt uns Jesus, dass fehlende Vergebungsbereitschaft \u00fcberhaupt nicht zu einem Leben von uns Kindern Gottes passt.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>5 Anwendung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>5.1 Wie werden wir von Jesus ausger\u00fcstet, um einander zu vergeben?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>In Kol 3 schlie\u00dft uns Paulus den Zusammenhang sehr deutlich auf. In Christus d\u00fcrfen wir ein neues Leben haben. Ein Leben, das nur deshalb m\u00f6glich ist, weil Gott uns unsere Schuld vergeben hat. Ein entscheidendes Kennzeichen des neuen Lebens, das durch den Heiligen Geist in uns gestaltet wird, ist die Bereitschaft zu Vergebung.<\/li><li>Sowohl im \u201aVater unser`, wie auch in Kol 3,14 wird der klare Zusammenhang hergestellt, zwischen der Vergebung Gottes f\u00fcr uns, die zuerst geschieht und unserer Vergebungsbereitschaft unseren Mitmenschen, besonders Mitchristen gegen\u00fcber.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>5.2 Was sollen wir in unserem Leben unternehmen?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Gerade wenn es um Vergebungsbereitschaft geht, brauchen wir immer wieder Klarheit dar\u00fcber, wer wir sind. Wir sind Menschen, die Jesus, in seiner Gnade aus der Macht der S\u00fcnde gerettet hat. Er hat uns die Schuld vergeben und uns ein neues Leben geschenkt. Wir leben aus der Gnade Gottes.<\/li><li>Wir m\u00fcssen uns bewusst machen, wie viel Jesus auf sich genommen hat, um uns vergeben zu k\u00f6nnen. Seine Worte der Vergebung, die er am Kreuz gesprochen hat, sollten wir regelm\u00e4\u00dfig intensiv bedenken.<\/li><li>Wir d\u00fcrfen und sollen in der Kraft Gottes Vergebung zusprechen, wenn Menschen an uns schuldig geworden sind. Auch dabei soll uns die Zielrichtung leiten, die Paulus uns in Kol 3 vergibt. Wir sollen das suchen, was droben ist, also was f\u00fcr die Ewigkeit relevant ist.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>6 Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>6.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die H\u00f6rer sollen dazu ermutigt werden, ganz bewusst aus der Gnade Gottes zu leben, und durch den Blick auf diese Gnade ermutigt werden, selbst anderen von Herzen zu vergeben.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>6.2 Predigtthema \u2013 was sage ich in dieser Predigt?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einander vergeben<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>6.3 Predigtentfaltung \u2013 wie sage ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Die Basis f\u00fcr echte Vergebung: Ein neues Leben aus Gottes Gnade (Kol 3,1-3; 9-11)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Das Beispiel f\u00fcr echte Vergebung: Jesus am Kreuz (Lk 23,34)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Echte Nachfolge in der Vergebung: Wir wollen anderen gerne vergeben (Kol 3,13; Mt 6,12-15; Mt 18,35)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jahresthema: F\u00fcr ein gutes MITEINANDER Predigtthema: Einander vergeben Predigttext: Kolosser 3,1-17 Autor: Tobias Schurr Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. 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