{"id":4280,"date":"2021-07-14T10:34:15","date_gmt":"2021-07-14T08:34:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=4280"},"modified":"2021-07-14T10:34:15","modified_gmt":"2021-07-14T08:34:15","slug":"predigthilfe-vom-15-august-2021-roemer-77-817","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-15-august-2021-roemer-77-817\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 15. August 2021 &#8211; R\u00f6mer 7,7 &#8211; 8,17"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Jahresthema:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; F\u00fcr ein gutes Mit-EINANDER.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Monatsthema:<\/strong> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <strong>R\u00f6merbrief \u2013 Glauben mit gutem Grund<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Predigtthema:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Neues Leben: Gesetz des Geistes, nicht des Fleisches<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1. Sehen, was dasteht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/\">www.bibleserver.com<\/a> (Luther 1984 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000 \/ Neue Genfer \u00dcbersetzung \/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter Umst\u00e4nden kann sich auch mal der Blick in eine englische \u00dcbersetzung lohnen, weil auch in modernen deutschen \u00dcbersetzungen manchmal &#8222;fromm-deutsche&#8220; Begriffe benutzt werden, die im Englischen viel direkter und &#8222;normaler&#8220; \u00fcbersetzt sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem es in <strong>R\u00f6mer 1-5<\/strong> um die Problematik der S\u00fcnde (<strong>alle Menschen sind S\u00fcnder<\/strong>, Juden wie auch der Rest) und die L\u00f6sung dieses Problems ging (<strong>Rechtfertigung aus<\/strong> <strong>Glauben<\/strong> an das Evangelium von Jesus Christus), deren prominentes Beispiel (<strong>Abraham<\/strong>) eingef\u00fchrt wurde und Jesus als Retter vorgestellt wurde (<strong>Umkehrung des S\u00fcndenfalls<\/strong>, <strong>R\u00f6m 5<\/strong>), sind wir am letzten Sonntag eingestiegen in das neue Thema, welche Konsequenzen sich daraus f\u00fcr ein Leben als Christ ergeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der letzten Predigt (<strong>R\u00f6mer 6,1-7,6<\/strong>) zeigte die Bibel auf, dass ein Christ ein neuer Mensch ist, der auch anders lebt. Er ist frei von der S\u00fcnde und damit frei, Gott zu dienen. Christen k\u00f6nnen nicht einfach weiter machen wie bisher, denn sie leben jetzt f\u00fcr Jesus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im heutigen Abschnitt <strong>R\u00f6mer 7,7-8,16<\/strong> geht es um die Bedeutung des Gesetzes und wie Christen nach dem Willen Gottes leben k\u00f6nnen. Wie m\u00fcssen wir Christen das Gesetz verstehen und wie leben wir damit? Wie k\u00f6nnen Christen ein Leben f\u00fchren, das Gott gef\u00e4llt? Der Abschnitt wird uns zeigen, dass das nur durch den Heiligen Geist m\u00f6glich ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.2 Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bevor ich mit dir etwas in die Details zum Text gehen will, m\u00f6chte ich dich einladen den Text erst einmal in aller Ruhe zu lesen. Am besten, du liest den Text einmal in der Luther-\/Elberfelder\u00fcbersetzung und danach in einer neueren \u00dcbersetzung (Ich empfehle Neue Genfer \u00dcbersetzung (NG\u00dc), oder Neue evangelistische \u00dcbersetzung (Ne\u00dc)). Ich pers\u00f6nlich mache es meistens so, dass ich den Text ausdrucke und beim Lesen schon ein paar Anmerkungen, Unterstreichungen oder Fragezeichen mache. Das hilft mir dann, den Text besser zu verstehen und ich bin fokussierter auf den Gedankengang des Textes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gute Hilfen in der Vorbereitung leisten folgende Dinge:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">* MacArthur Studienbibel <a>-&gt;<\/a> ist sehr zu empfehlen, da sie sehr bibeltreu ist und sogar gratis (<a href=\"http:\/\/www.sermononline.de\">www.sermononline.de<\/a>) als pdf zur Verf\u00fcgung steht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">* Die Ryrie-Studienbibel -&gt; nicht ganz so umfangreiche Textkommentierung wie die von MacArthur, aber kann erg\u00e4nzend mit hinzugezogen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">* <a href=\"https:\/\/dasbibelprojekt.visiomedia.org\/\">https:\/\/dasbibelprojekt.visiomedia.org\/<\/a> Hier findest du kurze Videoclips \u00fcber den R\u00f6merbrief. Diese helfen einen Gesamt\u00fcberblick \u00fcber den Brief zu bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.3 Anmerkungen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtig f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis des Textes ist der Blick f\u00fcr \u201edas Ganze\u201c zu behalten. Wo kommt Paulus her und wo will er hin. Was wir in der Bibel und vor allem im R\u00f6merbrief sehen ist, dass <strong>Christsein keine Verhaltensver\u00e4nderung, sondern eine Wesensver\u00e4nderung ist<\/strong>. Jesus hat mich grundlegend neu gemacht. Diese Neusch\u00f6pfung ver\u00e4ndert mein Leben und wirkt sich aus. Nat\u00fcrlich gibt es dann durch die Wesensver\u00e4nderung (<em>Status<\/em>) nach und nach eine Verhaltensver\u00e4nderung (<em>Performance<\/em>, bibl. Heiligung), die nach au\u00dfen sichtbar sein muss. Damit verbunden ist dann die spannende Frage: <strong>Wie lebe ich als Christ?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im heutigen Abschnitt m\u00f6chte uns die Bibel einladen, ein Leben aus der Kraft Gottes zu leben, geleitet durch den Geist Gottes. <strong>Ein Mensch kann <u>aus sich heraus<\/u> niemals im Willen Gottes leben<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gott fordert das auch gar nicht. Hier m\u00fcssen wir ganz klar zwischen biblischer Lehre und Religion unterscheiden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u201eReligion says do \u2013 Christianity says done!\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Religion fordert immer vom Menschen durch eigene Leistung vor Gott oder irgendeinem transzendentem Wesen \u201egut\u201c dazustehen. \u201eDu kannst dir den Himmel selbst verdienen!\u201c. Das ist nicht biblische Lehre, aber wir stehen in der Gefahr aus der Bibel und vor allem aus dem Gesetz (den Forderungen Gottes) so etwas zu machen. Ja, Gott ist heilig, gerecht und absolut gut und wer in seiner Gegenwart bestehen will, der muss frei von jedem Makel (S\u00fcnde, Schuld) sein. Aber der Weg davon frei zu werden hei\u00dft nicht: \u201eHalte das Gesetz\u201c oder wie wir heute sagen w\u00fcrden: \u201eDu musst halt nach den Ma\u00dfst\u00e4ben der Bibel leben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt <strong><u>menschlich<\/u><\/strong> gesehen zwei Schrauben, an denen wir drehen k\u00f6nnen, um das Problem\/der Forderung \u201eGott zu entsprechen\/Gott zu gefallen\u201c irgendwie zu l\u00f6sen. Entweder wir nivellieren den Ma\u00dfstab Gottes ein und behaupten: <em>\u201eJa, ganz so extrem ist Gott nun auch nicht. Er ist doch ein lieber Gott. Es gibt ja gute Menschen und weniger gute Menschen. Sei einfach ein guter Mensch und Gott wird schon zufrieden mit dir sein.\u201c <\/em>Diesen Weg beschreiten ganz viele Menschen in der heutigen Zeit. Sie meinen, Gott w\u00fcrde nicht zu den Ma\u00dfst\u00e4ben stehen, die in der Bibel verk\u00fcndet werden. Die zweite Variante ist die, dass wir behaupten, doch aus eigenem Antrieb Gott zu gefallen. Das ist der Weg der Religion.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wichtig: <\/strong>Beide Wege sind Irrwege und f\u00fchren nicht ans Ziel! Sie f\u00fchren entweder in die Gleichg\u00fcltigkeit Gott gegen\u00fcber (Gott ist schon nicht so streng, also was solls) oder in die Verzweiflung an sich selbst (ich schaffe es nicht, ich versage st\u00e4ndig).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>R\u00f6mer 7+8<\/strong> werden uns zeigen: Der Weg, wie wir Menschen Gott gefallen k\u00f6nnen, ist ein anderer. <strong>Der Mensch kann nur durch Gottes Hilfe und seiner Ver\u00e4nderung im Willen Gottes leben.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>R\u00f6mer 7 im Licht des Garten Edens<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit wir den vorliegenden Bibelabschnitt besser verstehen k\u00f6nnen, m\u00f6chte ich dich mitnehmen, auf eine kleine Exkursion in den Garten Eden zum Thema Gesetz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gesetz taucht eigentlich schon ganz am Anfang im Garten Eden auf. Gott erschafft den Menschen und setzt ihn in den Garten Eden. Der Mensch hat freien Zugang zu allem, mit einer einzigen Einschr\u00e4nkung. Er darf nicht vom Baum in der Mitte des Gartens essen, dem Baum der Erkenntnis von Gut und B\u00f6se. Hier erl\u00e4sst Gott das erste Gebot in <strong>1.Mose 1,16-17:<\/strong> \u201e<em>Und der HERR, Gott, gebot dem Menschen und sprach: Von jedem Baum des Gartens darfst du essen; aber vom Baum der Erkenntnis des Guten und B\u00f6sen, davon darfst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, <strong>musst du sterben<\/strong>!\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man k\u00f6nnte auch sagen, dass dieser Baum das Gesetz symbolisiert. Das Gesetz, dass das zusammenleben zwischen Menschen und Gott regelt und immer eines im Sinn hat, <strong>3.Mose 18,5:<\/strong> <em>\u201eIch bin der HERR, euer Gott. Und meine Ordnungen und meine Rechtsbestimmungen sollt ihr halten. Durch sie wird der Mensch, der sie tut, Leben haben. Ich bin der HERR.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gesetz soll Leben spenden und bewahren. Deswegen ist das Gesetz ein Liebesbeweis Gottes gegen\u00fcber den Menschen. Es ist die Wegweisung Gottes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Es ist wichtig, dass wir das verstehen. <\/strong>Das (erste) Gesetz sollte den Menschen davor bewahren, dass er sterben muss. Es sollte Leben erm\u00f6glichen (Siehe <strong>R\u00f6m 7,10<\/strong>). Genauso sagt es Gott ja. Deswegen ergibt der biblische Befund zun\u00e4chst einmal, dass das Gesetz heilig und gut ist. So sagt es Paulus dann in unserem Abschnitt in <strong>R\u00f6m 7,12<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das Gesetz ist also nicht das Problem, sondern der Mensch und vor allem die S\u00fcnde.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Garten Eden hatte der Mensch also die Wahl. <strong>Will er Gott gehorchen und leben, oder will er das Gebot \u00fcbertreten und sterben<\/strong>. Jetzt ist es aber mit der S\u00fcnde so, sagt uns Paulus in <strong>R\u00f6m 7,7-8<\/strong>, dass sie durch das Gesetz Begierden ins uns bewirkt, denn das Gesetz sagt <em>\u201eDu sollst nicht begehren\u201c. <\/em>Hier denken wir nat\u00fcrlich zun\u00e4chst an das 10. Gebot, allerdings trifft das auch schon auf den Garten Eden zu. Was lesen wir denn \u00fcber Eva, als sie in <strong>1.Mose 3<\/strong> von der Schlange Satan auf den Baum hingewiesen wird in <strong>1.Mose 3,6: <\/strong><em>\u201eUnd die Frau sah, dass der Baum gut zur Nahrung und dass er eine <strong>Lust f\u00fcr die Augen<\/strong> und dass der Baum <strong>begehrenswert<\/strong> war, Einsicht zu geben; und sie nahm von seiner Frucht und a\u00df, und sie gab auch ihrem Mann bei ihr, und er a\u00df.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gesetz sagt: \u201e<em>du sollst nicht begehren\u201c <\/em>(<strong>iss nicht von dem Baum<\/strong>)<em>, <\/em>die S\u00fcnde in Form der Schlange sagt in <strong>1.Mose 3,5<\/strong>:<em> Sondern Gott wei\u00df, dass an dem Tag, da ihr davon esst, eure Augen aufgetan werden und <strong>ihr sein werdet wie Gott<\/strong>, erkennend Gutes und B\u00f6ses <\/em>-&gt; der Baum ist absolut begehrenswert! Nat\u00fcrlich steckt eine L\u00fcge dahinter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist genau das, was uns Paulus in <strong>R\u00f6m 7,7-8<\/strong> sagt. Die S\u00fcnde gebraucht das Gesetz, um Begierde zu wecken. Das Gesetz ist gut, denn es will bewahren und Leben erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist anhand dieses Beispiels einfach zu erkl\u00e4ren, dass S\u00fcnde ohne das Gesetz kraftlos, bzw. tot ist (siehe <strong>R\u00f6m 7,8<\/strong> am Ende). Wenn alles erlaubt ist und es keine Einschr\u00e4nkung g\u00e4be, dann kann auch keine \u201efalsche\u201c Begierde geweckt werden. Zielverfehlung (w\u00f6rtl. S\u00fcnde) ist dann ja unm\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jetzt m\u00fcssen wir verstehen, was Paulus uns in <strong>R\u00f6m 7<\/strong> erkl\u00e4ren m\u00f6chte. Nach dem S\u00fcndenfall und der Trennung von Gott und Mensch, lebt der Mensch nun nicht mehr einfach im neutralen Bereich und kann w\u00e4hlen zwischen Gehorsam und S\u00fcnde. Das gilt f\u00fcr Adam und Eva vor dem S\u00fcndenfall. Danach gilt aber das, was wir in unserem Abschnitt in <strong>V14 <\/strong>lesen<strong>:<\/strong> <em>\u201eDenn wir wissen, dass das Gesetz geistlich ist, ich aber bin fleischlich, <strong>unter die S\u00fcnde verkauft<\/strong>.\u201c <\/em>Der griechische Begriff f\u00fcr verkaufen meint eigentlich: als Sklave verkauft sein. Die Menschheit ist ein Sklave der S\u00fcnde und Sklaven tun nicht das, was sie wollen, sondern was ihr HERR will. Genau das beschreibt uns Paulus mehrfach in <strong>R\u00f6m 7,15+16+19+20<\/strong>. S\u00fcnde\/s\u00fcndigen ist also f\u00fcr einen Menschen ohne Gott nicht einfach nur eine Option, sondern ein Muss, weil sie sein HERR ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So wie Paulus uns diese Situation beschreibt, ist der Mensch nicht einfach ein S\u00fcnder, sondern infiltriert, total vereinnahmt von der S\u00fcnde. Das geht soweit, dass die S\u00fcnde Besitz vom Menschen ergriffen hat und der Mensch von der S\u00fcnde quasi nicht mehr unterschieden werden kann. Nach <strong>R\u00f6m&nbsp;7,17 <\/strong>wohnt die S\u00fcnde im Menschen und hat die Herrschaft \u00fcbernommen. Deswegen wohnt im Menschen eben nichts Gutes, sondern die S\u00fcnde, <strong>R\u00f6m 7,18<\/strong>. (Gegenposition zum Humanismus: Der Mensch ist im Kern gut!)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Mensch ohne Gott hat also nicht die Wahl zwischen s\u00fcndigen oder nicht s\u00fcndigen, sondern er muss s\u00fcndigen. Er kann aus eigener Kraft nicht anderes, siehe <strong>R\u00f6m 7,19<\/strong>. Hier dr\u00fcckt Paulus wirklich die Verlorenheit des Menschen und seine Rettungs- und Erl\u00f6sungsbed\u00fcrftigkeit aus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch spannend ist, dass uns Paulus sagt, dass der Mensch prinzipiell wei\u00df, was gut ist. Hier ist auch das Gewissen zu verorten, das nat\u00fcrlich auch der S\u00fcnde verfallen ist, aber prinzipiell dem Menschen zeigt, was richtig ist und was falsch. Der Mensch wei\u00df, dass das Gesetz Gottes das Gute ist (nicht stehlen, nicht l\u00fcgen, nicht morden, nicht begehren etc.), aber er kann es nicht vollbringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir sehen das sehr bald, n\u00e4mlich in <strong>1Mose 4,<\/strong> bei Kain und Abel. Gott sagt zu Kain einen interessanten Satz in <strong>1.Mose 4,7<\/strong>: <em>\u201eIst es nicht <\/em><em>\u27e8<\/em><em>so<\/em><em>\u27e9<\/em><em>, wenn du recht tust, erhebt es sich? Wenn du aber nicht recht tust, lagert die S<\/em><em>\u00fc<\/em><em>nde vor der T<\/em><em>\u00fc<\/em><em>r. Und nach dir wird ihr Verlangen sein, du aber sollst <\/em><em>\u00fc<\/em><em>ber sie herrschen\u201c.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die S\u00fcnde lauert vor unserer Herzenst\u00fcr. Sie verlangt nach uns, wir aber sollen \u00fcber sie herrschen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Allerdings sagt uns <strong>R\u00f6mer 7<\/strong>, dass wir von der S\u00fcnde beherrscht sind und nicht andersrum. Kain bringt Abel um, weil die S\u00fcnde Herr \u00fcber ihn geworden ist und nicht er Herr \u00fcber die S\u00fcnde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diesen Zustand der Menschheit m\u00fcssen wir verstehen. <strong>R\u00f6m 7,21: <\/strong><em>\u201eIch finde also das Gesetz, dass bei mir, der ich das Gute tun will, <\/em><em>\u27e8<\/em><em>nur<\/em><em>\u27e9<\/em><em> das B<\/em><em>\u00f6<\/em><em>se vorhanden ist.<\/em>\u201c Gesetz sollten wir hier besser mit Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit\/Prinzip \u00fcbersetzen. Das Prinzip hei\u00dft, zwar innen drin das Gute wollen, aber letztlich der S\u00fcnde dienen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses Prinzip erkl\u00e4rt n\u00e4mlich auch, dass wir zwingend neu werden m\u00fcssen, wenn wir im Willen Gottes leben wollen. Aus dem \u201ealten und s\u00fcndigen Menschen\u201c kann nur S\u00fcnde rauskommen. Das ist das, was Paulus sagt, was der Mensch entdecken kann. <strong>R\u00f6m 7,23<\/strong>: <em>\u201eAber ich sehe ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das dem Gesetz meines Sinnes widerstreitet und mich in Gefangenschaft bringt unter das Gesetz der S\u00fcnde, das in meinen Gliedern ist.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Wort, das hier f\u00fcr <em>widerstreitet<\/em> steht, m\u00fcssten wir w\u00f6rtl. mit <em>Krieg f\u00fchren<\/em> \u00fcbersetzen. Der Mensch entdeckt, dass innerlich ein Krieg tobt, den er aber immer verliert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Mensch kommt ohne Jesus aus diesem Dilemma nicht raus. Sein Fleisch (s\u00fcndige Natur), man k\u00f6nnte auch sagen, seine Glieder, dienen nach <strong>R\u00f6m 7,25<\/strong> immer der S\u00fcnde. Kein Wunder, dass Paulus in <strong>R\u00f6m 7,24 <\/strong>nach Erl\u00f6sung schreit. Jeder Mensch, der da drinsteckt, ist ein <em>\u201eelender Mensch\u201c.<\/em> <strong>Wer kann diesen Teufelskreislauf durchbrechen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Antwort: Nur Jesus Christus<\/strong>! <em>\u201eDoch! Und daf\u00fcr danke ich Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn\u201c [NG\u00dc]<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Paulus gebraucht den Abschnitt <strong>R\u00f6m 7,7-25, <\/strong>um zu verdeutlichen, dass das Gesetz nicht retten kann, auch wenn es gut ist und den Willen Gottes enth\u00e4lt. Der s\u00fcndige Mensch ist ein Sklave der S\u00fcnde, der nicht f\u00e4hig ist, das heilige und gute Gesetz zu halten. Nein, im Gegenteil. Das Gesetz bringt den Menschen nur dazu, dass er noch mehr s\u00fcndigt, sich aber letztlich als S\u00fcnder erkennen kann. <strong>R\u00f6m&nbsp;7,7:<\/strong> <em>\u201eAber die S\u00fcnde h\u00e4tte ich nicht erkannt als nur durchs Gesetz\u201c.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Deswegen ist die Aufgabe des Gesetzes nicht, dem Menschen zur Gerechtigkeit zu verhelfen! Es soll uns erkennen lassen, dass wir verlorene Menschen sind, die Erl\u00f6sung brauchen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn wir predigen, dass die Menschen das Gesetz halten sollen, damit Gott sie liebt und annimmt, dann <strong>predigen wir Religion, Selbsterl\u00f6sung<\/strong>. Der Mensch kann nach <strong>R\u00f6m 7 (auch Gal 3)<\/strong> das Gesetz nicht halten, weil er S\u00fcnder ist, ein Sklave der S\u00fcnde. Das war auch niemals Gottes Weg, denn <strong>1.Mose 15,6<\/strong> sagt: <em>\u201eUnd er (Abraham) glaubte dem HERRN; und er rechnete es ihm als Gerechtigkeit an.\u201c <\/em><strong>Gal 3,9-14<\/strong> greift das auf. Gerecht vor Gott wird man aus Glauben an den Retter Jesus Christus und das Gesetz hilft uns zu erkennen, dass wir Rettung dringend brauchen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das Ich in R\u00f6mer 7,9-25:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine ganz spannende Frage in <strong>R\u00f6mer 7<\/strong> ist, wen Paulus in der <strong>Ich-Form<\/strong> meint. Redet er von sich selbst und wenn ja, handelt es sich um den bekehrten Paulus oder um den unbekehrten? Also redet <strong>R\u00f6mer 7<\/strong> von Christen oder Nichtchristen? Ich denke, ich habe die Frage selbst noch nicht final gekl\u00e4rt und will aber vorab sagen, dass es zum Verst\u00e4ndnis der <strong>Macht der S\u00fcnde<\/strong> <strong>und der Erl\u00f6sungsnotwendigkeit des Menschen <\/strong>auch nicht zwingend notwendig ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein paar Beobachtungen, die uns helfen k\u00f6nnen, das <strong>Ich<\/strong> in <strong>R\u00f6mer 7<\/strong> einzuordnen. Wenn Paulus im R\u00f6merbrief vom Gesetz redet, dann tun wir gut darin, damit die <strong>5 B\u00fccher<\/strong> Mose zu verstehen. Das \u201eich\u201c in <strong>Vers 9<\/strong> redet von einer Zeit ohne Gesetz, <em>\u201eich lebte einst ohne Gesetz\u201c. <\/em>Man muss sagen, dass es diese Zeit im Leben des Paulus nicht gab. Er wuchs mit dem Gesetz auf. Vielmehr erinnern uns die <strong>Verse 7-11<\/strong> an das Geschehen im Garten Eden und das erste Gebot, nicht vom Baum zu essen, als ein <em>du sollst diesen Baum nicht begehren<\/em>. Hier wird das Grundproblem angesprochen: <strong>Begierde<\/strong>. <strong>Jak 1,14-15<\/strong> sagt: \u201e<em>Ein jeder aber wird versucht, wenn er von seiner eigenen Begierde fortgezogen und gelockt wird. Danach, wenn die Begierde empfangen hat, bringt sie S\u00fcnde hervor; die S\u00fcnde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod.\u201c <\/em>Genau das beschreibt Paulus in diesen ersten Versen unseres Abschnitts. Aus diesem Grund macht es durchaus Sinn, das <strong>Ich<\/strong> nicht mit Paulus zu identifizieren, sondern mit dem Menschen per se. Paulus m\u00f6chte ja den Zusammenhang von S\u00fcnde und Gesetz erkl\u00e4ren und dazu geht er an den Anfang der Sch\u00f6pfung zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der erste Mensch wurde ein Sklave der S\u00fcnde und seitdem gilt das f\u00fcr jeden Menschen!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit dem Garten Eden gilt f\u00fcr alle Menschen folgender Zusammenhang, folgende Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit bzw. Prinzip: Die S\u00fcnde beherrscht den Menschen und deswegen \u00fcbertritt er immer wieder das Gesetz Gottes und das f\u00fchrt letztlich zum Tode (ganz nach <strong>R\u00f6m 6,23<\/strong>!).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Prinzipiell muss man sagen, dass diese Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit f\u00fcr einen <strong><u>nicht wiedergeborenen Menschen<\/u><\/strong> gilt. Er kann nicht anders, als zu s\u00fcndigen. Er ist ein Sklave der S\u00fcnde. Und doch gilt an dieser Stelle eine wichtige Sache zu bedenken. <strong>R\u00f6mer 6<\/strong> redet davon, dass wir Sklaven der S\u00fcnde waren (<strong>R\u00f6m&nbsp;6,17<\/strong>), jetzt frei davon sind und Sklaven Gottes geworden sind (<strong>R\u00f6m 6,18<\/strong>). Allerdings schreibt Paulus folgendes in <strong>R\u00f6m 6,11-14:<\/strong> \u201e<em>So auch ihr: Haltet euch der S\u00fcnde f\u00fcr tot, Gott aber lebend in Christus Jesus! So <strong>herrsche nun nicht die S\u00fcnde in eurem sterblichen Leib<\/strong>, dass er seinen Begierden gehorcht; <strong>stellt auch nicht eure Glieder der S\u00fcnde zur Verf\u00fcgung als Werkzeuge<\/strong> der Ungerechtigkeit, sondern stellt euch selbst Gott zur Verf\u00fcgung als Lebende aus den Toten und eure Glieder Gott zu Werkzeugen der Gerechtigkeit! <strong>Denn die S\u00fcnde wird nicht \u00fcber euch herrschen<\/strong>, denn ihr seid nicht unter Gesetz, sondern unter Gnade.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber wiedergeborene Menschen herrscht die S\u00fcnde nicht mehr. Sie sind nicht Sklaven der S\u00fcnde, die letztlich nicht anders k\u00f6nnen, als zu s\u00fcndigen. Allerdings gilt die folgende Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit <strong><u>nicht<\/u><\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wiedergeborene Menschen sind Sklaven Jesu und befolgen <u>immer<\/u> den Willen Gottes!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit, die im Prinzip das Gegenteil davon w\u00e4re, was uns <strong>R\u00f6mer 7 <\/strong>als Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit f\u00fcr Sklaven der S\u00fcnde nennt, die wird es im Himmel geben. Auf dieser Erde leben wiedergeborene Christen in einer Zwischenzeit, in einem <strong>\u201eschon jetzt und noch nicht\u201c!<\/strong> Paulus dr\u00fcckt das eben in der obig genannten Stelle in <strong>R\u00f6mer 6<\/strong> so aus, dass wiedergeborene Menschen st\u00e4ndig vor der Wahl stehen: <strong>Wem stelle ich mich zur Verf\u00fcgung? <\/strong><em>\u201eStellt auch nicht eure Glieder der S\u00fcnde zur Verf\u00fcgung als Werkzeuge.\u201c<\/em> Es ist m\u00f6glich Christ zu sein und der S\u00fcnde zu dienen, sich praktisch wieder zu versklaven. <strong>R\u00f6m 6,16<\/strong>: <em>\u201eWisst ihr nicht, dass, wem ihr euch zur Verf\u00fcgung stellt als Sklaven zum Gehorsam, ihr dessen Sklaven seid, dem ihr gehorcht? Entweder <\/em><em>\u27e8<\/em><em>Sklaven<\/em><em>\u27e9<\/em><em> der S<\/em><em>\u00fc<\/em><em>nde zum Tod oder <\/em><em>\u27e8<\/em><em>Sklaven<\/em><em>\u27e9<\/em><em> des Gehorsams zur Gerechtigkeit?\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich kann also im R\u00fcckblick auf meinen Alltag sagen: An dieser Stelle habe ich der S\u00fcnde nachgegeben, obwohl ich Jesus geh\u00f6re. Als Christ zu leben auf dieser Erde bedeutet letztlich, sich mehr und mehr Christus zur Verf\u00fcgung zu stellen und durch den Geist zu leben (kommt dann im Anschluss in <strong>R\u00f6m 8\/Gal 5<\/strong>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich will damit sagen, dass die in <strong>R\u00f6mer 7<\/strong> beschriebene Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit\/Prinzip f\u00fcr wiedergeborene Christen durchbrochen ist! Christus hat der S\u00fcnde und dem Tod die Macht genommen. Sie herrscht nicht mehr \u00fcber ihn. Allerdings kann der Christ s\u00fcndigen, sich also der S\u00fcnde zur Verf\u00fcgung stellen und dann das erleben, was uns das Ich in <strong>R\u00f6mer 7<\/strong> beschreibt. Allerdings mit dem Unterschied, dass er nicht ohnm\u00e4chtig der S\u00fcnde gegen\u00fcber ist, denn sein HERR ist jetzt Jesus. Geh ich Dinge aus meiner Kraft an, also versuche ich Gottes Willen aus meinem Fleisch heraus zu befolgen, dann gilt genauso, dass in meinem Fleisch nichts Gutes wohnt und dass ich dann das Gute nicht vollbringen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Christen m\u00fcssen zwingend lernen, dass sie nur in Abh\u00e4ngigkeit vom Geist Gottes auch im Willen Gottes leben k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deswegen w\u00e4re meine Empfehlung bei <strong>R\u00f6mer 7<\/strong> zun\u00e4chst von der Situation des Nicht-Christen zu reden, der hoffnungslos der Macht der S\u00fcnde ausgeliefert ist. In einem zweiten Schritt aber davon zu reden, dass wir Wiedergeborene diesen Kampf gegen die S\u00fcnde auch kennen und manche Niederlage eingefahren haben, n\u00e4mlich dann, wenn wir ohne Christus aus uns heraus den Willen Gottes leben wollen. <strong>Galater 5<\/strong> behandelt dieses Thema und redet davon, dass es einen innerlichen Kampf in Christen gibt, n\u00e4mlich Geist gegen Fleisch. <strong>Gal 5,16-17<\/strong>: <em>\u201eIch sage aber: Wandelt im Geist, und ihr werdet die Begierde des Fleisches nicht erf\u00fcllen. Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist auf, der Geist aber gegen das Fleisch; denn diese sind einander entgegengesetzt, damit ihr nicht das tut, was ihr wollt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist ein innerer Kampf zwischen dem alten Menschen mit seiner s\u00fcndigen Neigung, dem \u201eFleisch\u201c und dem neuen Menschen, der vom Geist Gottes geleitet wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Auftrag dabei hei\u00dft: \u201e<strong>Wandelt im Geist\u201c. <\/strong>Lerne, dich dem Geist Gottes zur Verf\u00fcgung zu stellen, dann wirst du immer mehr S\u00fcnde in deinem Leben lassen k\u00f6nnen und der Heiligungsprozess schreitet voran. <strong>Gal 5,18-23<\/strong> beschreibt uns dann, dass wir immer wieder auch messen k\u00f6nnen, durch wen wir gerade leben, also Geist oder Fleisch! <em>\u201eWenn ihr aber durch den Geist geleitet werdet, seid ihr nicht unter <\/em><em>\u27e8<\/em><em>dem<\/em><em>\u27e9<\/em><em> Gesetz. Offenbar aber sind die <strong>Werke des Fleisches<\/strong>; es sind: Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung, G\u00f6tzendienst, Zauberei, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Zornausbr\u00fcche, Selbsts\u00fcchteleien, Zwistigkeiten, Parteiungen, Neidereien, Trinkgelage, V\u00f6llereien und dergleichen. Von diesen sage ich euch im Voraus, so wie ich vorher sagte, dass die, die so etwas tun, das Reich Gottes nicht erben werden. Die <strong>Frucht des Geistes<\/strong> aber ist: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, G\u00fcte, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit. Gegen diese ist das Gesetz nicht <\/em><em>\u27e8<\/em><em>gerichtet<\/em><em>\u27e9\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn wir durch den Geist Gottes leben, dann sind wir nicht unter dem Gesetz, hei\u00dft auch, dass dann die S\u00fcnde uns nicht durch das Gesetz locken kann nach der Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit von <strong>R\u00f6m 7,21 <\/strong>und dass dann eben Dinge, die uns in <strong>Vers 22-23<\/strong> genannt werden, mehr und mehr in meinem Leben zum Vorschein kommen. Allerdings gilt eben auch der Umkehrschluss. Wenn ich mal wieder aus dem Fleisch gelebt habe und meiner Begierde nachgegeben habe, dann gebiert sie die S\u00fcnde (<strong>Jak 1,14-15<\/strong>) und es kommen Werke des Fleisches (siehe <strong>Verse 19-20<\/strong>) heraus, die wir dann sehen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ganz ehrlich: Welcher wiedergeborene Christ kann sagen, dass die in <strong>Vers 19-20<\/strong> genannten Dinge alle kein Thema in seinem Leben w\u00e4ren\u2026 Ich nicht!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Somit ist das Leben als Christ eine st\u00e4ndige Wahl zwischen <strong>Wandel durch den Geist Gottes<\/strong>, woraus letztlich die <strong>Frucht des Geistes<\/strong> entsteht, oder <strong>Wandel im Fleisch<\/strong>, woraus die <strong>Werke des Fleisches<\/strong> entstehen. Genauso beschreibt es <strong>Gal 5,25:<\/strong> <em>\u201e<\/em><em>Wenn wir im Geist leben, so lasst uns auch im Geist wandeln.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier k\u00f6nnte man <strong>R\u00f6m 7,5-6<\/strong> herannehmen! <strong>R\u00f6m 7<\/strong>,<strong>5<\/strong> beschreibt das alte Leben, das Leben als Nicht-Christ, in das wir manchmal zur\u00fcckfallen (damit meine ich nicht aus dem Heil fallen, sondern in das alte Schema), w\u00e4hrend <strong>R\u00f6m 7,6<\/strong> das neue Leben im Geist beschreibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Antwort auf die zwei Fragen in R\u00f6m 7:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V7: <\/strong><em>\u201eIst das Gesetz S\u00fcnde?\u201c <\/em>Antwort des Paulus: <em>\u201eAuf keinen Fall\u201c<\/em> \u2013 Nie im Leben! Aber das Gesetz hat Gott gegeben, dass der Mensch sich als S\u00fcnder erkennen kann. Deswegen ist die Verk\u00fcndigung des Gesetzes so wichtig. Wenn wir den Menschen nur einen lieben und gn\u00e4digen Gott predigen, dann erkennen sie nicht, dass sie verloren sind und dringend umkehren m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V13: <\/strong><em>\u201eIst nun das Gute mir zum Tode geworden?\u201c <\/em>Hat das Gesetz, das ja eben gut und heilig ist, also den Tod gebracht? Antwort des Paulus: <em>\u201eAuf keinen Fall\u201c<\/em> \u2013 Nie im Leben! Das Gesetz steht f\u00fcr das Leben, die S\u00fcnde bringt den Tod. Aber das Gesetz l\u00e4sst die S\u00fcnde aufleben und gro\u00df werden, damit hoffentlich jeder erkennen kann: \u201e<em>Ich elender Mensch! Wer wird mich erretten von diesem Leibe des Todes?\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Leben durch den Geist Gottes \u2013 R\u00f6mer 8,1-17<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Abschnitt <strong>R\u00f6m 8,1-17 <\/strong>ist wohl einer der wichtigsten in der ganzen Bibel. Er zeigt uns sehr deutlich, dass der Weg raus aus dem beschriebenen Dilemma von <strong>Kapitel 7,7-25 <\/strong>Jesus Christus hei\u00dft. Leben nach dem Willen Gottes kann der Mensch nur, wenn er neu geworden ist, wenn der Geist Gottes in sein Leben eingezogen ist, wenn er wiedergeboren ist. <em>\u201eDie aber im Fleisch sind, k\u00f6nnen Gott nicht gefallen.\u201c<\/em> <strong>R\u00f6m 8,7<\/strong>. Das Gesetz konnte nie den Menschen ver\u00e4ndern. Es kann immer nur den Status Quo, n\u00e4mlich \u201edu bist ein S\u00fcnder\u201c zeigen. Aber Christus hat uns durch sein Sterben am Kreuz und durch seine Auferstehung neues Leben erkauft. Wer an ihn glaubt, der wird ver\u00e4ndert\/transformiert. Diese Wahrheit beschreibt uns <strong>R\u00f6m 8,1-17<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Lass uns etwas ins Detail gehen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer an Jesus Christus glaubt und ein neuer Mensch geworden ist, der ist vom Tod zum Leben \u00fcbergegangen und kommt nicht ins Gericht (siehe <strong>Joh 5,24<\/strong>)! Deswegen brauchen Christen keine Angst vor einer Verdammnis haben! So schreibt es uns Paulus in <strong>V1<\/strong>! In <strong>V2 <\/strong>redet ja Paulus davon, dass wiedergeborene Christen durch den Geist frei vom Gesetz sind, das letztlich nur die S\u00fcnde aufleben l\u00e4sst, die zum Tode f\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gal 2,19-20<\/strong> sagt es uns so: <em>\u201eDenn ich bin durchs Gesetz <\/em><em>\u27e8<\/em><em>dem<\/em><em>\u27e9<\/em><em> Gesetz gestorben, damit ich Gott lebe; <strong><u>ich bin mit Christus gekreuzigt<\/u><\/strong>, und nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir; was ich aber jetzt im Fleisch lebe, lebe ich im Glauben <\/em><em>\u27e8<\/em><em>und zwar im Glauben<\/em><em>\u27e9<\/em><em> an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst f<\/em><em>\u00fc<\/em><em>r mich hingegeben hat.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer an Jesus Christus glaubt, der stirbt. Sein altes Leben, seine alte Natur, das Fleisch, h\u00e4ngt am Kreuz. Der alte Zusammenhang der uns in <strong>R\u00f6m 7,7-25<\/strong> beschrieben wird, dass der Mensch zwangsl\u00e4ufig s\u00fcndigen muss, der ist gebrochen. Die Allmacht der S\u00fcnde existiert f\u00fcr einen Christen nicht mehr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>R\u00f6m 8,3-4<\/strong> beschreibt uns das Evangelium. Das Gesetz konnte uns S\u00fcnder nicht gerecht machen, sondern immer nur verdammen. Jesus Christus kommt in das Fleisch (wird Mensch, der den gleichen Versuchungen ausgesetzt war, wie wir, vgl. <strong>Hebr. 4,15, <\/strong>doch ohne S\u00fcnde), nimmt also unsere Gestalt an, um f\u00fcr die S\u00fcnde zu sterben und die Verdammnis auf sich zu nehmen (siehe auch <strong>Gal&nbsp;3,13<\/strong>). Wer an Jesus glaubt ist frei davon, s\u00fcndigen zu m\u00fcssen. Ja er kann jetzt die Rechtsforderungen des Gesetzes erf\u00fcllen, indem er durch den Geist Gottes lebt und dessen Kraft ihn ver\u00e4ndert. In der NG\u00dc wird <strong>V4 <\/strong>so \u00fcbersetzt: <em>\u201eSo kann sich nun in unserem Leben die Gerechtigkeit verwirklichen, die das Gesetz fordert, und zwar dadurch, dass wir uns vom Geist \u00b4Gottes` bestimmen lassen und nicht mehr von unserer eigenen Natur.\u201c <\/em><strong>Nur<\/strong><strong>Christen k\u00f6nnen also durch den Geist Gottes nach dem Willen Gottes leben.<\/strong> Es ist das Werk Gottes in uns. So m\u00fcssen wir auch das Alte Testament verstehen, wenn es \u00fcber den neuen Bund spricht. <strong>Jer 31,33<\/strong>: \u201e<em>Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schlie\u00dfen werde, spricht der HERR: <u>Ich lege mein Gesetz in ihr Inneres<\/u> und werde es auf ihr Herz schreiben. Und ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gesetz, das uns Gott ins Innere gibt, ist zweifelsfrei der Geist Gottes, der uns hilft und uns ver\u00e4ndert nach dem Willen Gottes zu leben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An dieser Stelle muss ein falscher R\u00fcckschluss entkr\u00e4ftet werden. Wir wissen aus eigener Erfahrung, dass Christen nicht s\u00fcndlos leben. Dadurch, dass der Heilige Geist in uns wohnt, leben wir noch lange nicht zu 100% nach dem Willen Gottes. Das hat ja bereits <strong>R\u00f6m 6<\/strong> deutlich gemacht, dass wir uns jetzt mehr und mehr Gott zu Verf\u00fcgung stellen. Wichtig sind hier auch Verse wie <strong>R\u00f6m 12,2<\/strong>, die eindeutig einen Prozess ansprechen, genauso wie <strong>2Kor 3,18<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was ist also der Unterschied zwischen Christen und Nichtchristen? Dass Christen s\u00fcndlos leben? Nein, aber dass Christen neue Menschen sind, die jetzt immer mehr vom Geist Gottes geleitet werden und die in einem Prozess stehen (Heiligung). <strong>V5 <\/strong>sagt es ja deutlich, dass Christen nicht mehr nur auf ihre eigenen W\u00fcnsche sehen, sondern auf das, was der HERR will. Auch hier m\u00fcssen wir lernen nicht ausschlie\u00dflich schwarz\/wei\u00df zu denken. <strong>Kol 3,2-3<\/strong> sagt uns: <em>\u201eSinnt auf das, was droben ist, nicht auf das, was auf der Erde ist! Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn das automatisch so w\u00e4re, m\u00fcsste Paulus es nicht schreiben. Wir Christen m\u00fcssen umdenken lernen, von Jesus her denken lernen und auf das Sinnen, was ihm Ehre macht, weil eben unser altes Leben vorbei ist, w\u00f6rtl. \u201ewir gestorben sind\u201c. <strong>V6-8 <\/strong>zeigen uns den Kontrast zwischen altem Leben und neuem Leben, zwischen Nicht-Christ und Christ. Aus dem alten Leben kommt letztlich nur der Tod raus. Das passt zu dem, was wir ganz am Anfang der Bibel lesen. <strong>In 1Mo 2,17<\/strong>: <em>\u201eaber vom Baum der Erkenntnis des Guten und B\u00f6sen, davon darfst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du sterben.\u201c<\/em> Aus einem Toten kann nichts Lebendiges herauskommen. Nochmals: es ist unm\u00f6glich! So <strong>Vers 7<\/strong>: <em>weil die Gesinnung des Fleisches Feindschaft gegen Gott ist, denn sie ist dem Gesetz Gottes nicht untertan, <strong><u>denn sie kann das auch nicht<\/u><\/strong>. <\/em>Der Mensch ohne Christus kann Gott nicht gefallen! Er ist Feind Gottes. Wer aber an Jesus glaubt und ein neuer Mensch geworden ist, der ist zum ewigen Leben durchgedrungen (<strong>Joh 3,36; 11,25<\/strong>). Im Prinzip sind die <strong>Verse 5-8<\/strong> eine Vertiefung von <strong>R\u00f6m 6,23<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was gilt aber jetzt f\u00fcr Christen, f\u00fcr die, die an den Sohn Gottes glauben? Das f\u00fchrt Paulus nun in den folgenden Versen aus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V9<\/strong>: Sie sind nicht mehr \u201eim Fleisch\u201c, d.h. sie sind nicht mehr diese alte Natur, die nicht anders kann, als zu s\u00fcndigen (siehe <strong>R\u00f6m 7,5<\/strong>) \u201eWenn wirklich Gottes Geist in euch wohnt\u201c soll nicht hei\u00dfen, dass evtl. in manchen Christen der Geist Gottes weniger oder noch gar nicht wohnt, sondern es soll ein entweder oder andeuten. Nach <strong>Eph 1,13<\/strong> hat jeder Gl\u00e4ubige den Geist Gottes und damit ist er nicht mehr in seiner alten Natur, im alten Stand. Erw\u00e4hnenswert ist hier auch <strong>2Kor 5,17:<\/strong> \u201eDaher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Sch\u00f6pfung; <strong>das Alte ist vergangen<\/strong>, siehe, Neues ist geworden\u201c. Der R\u00fcckschluss ist klar: Wer den Geist nicht hat, der geh\u00f6rt auch nicht zu Jesus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V10: <\/strong>Der Leib, das alte Leben ist tot um der S\u00fcnde willen. Das ist eine geistliche Realit\u00e4t, die Paulus schon in <strong>R\u00f6m 6,6-13<\/strong> anspricht. Da der Lohn der S\u00fcnde der Tod ist (<strong>R\u00f6m 6,23<\/strong>), muss zwingend meine alte Natur diese Strafe erleiden. Genau das passiert am Kreuz Jesu. Mein altes Ich stirbt. Es ist eine geistliche Realit\u00e4t. Man k\u00f6nnte aus gesamtbiblischer Sicht sagen: Das alte Ich war eh tot. Das, was mal lebendig war, starb beim S\u00fcndenfall. <strong>Aber <\/strong>durch den Glauben an Jesus und durch den Heiligen Geist sind Christen ja wiedergeborene Menschen. Sie sind zu neuem Leben erwacht! Dieses Leben ist noch verborgen in Christus (<strong>Kol 3,3<\/strong>), d.h. es ist nicht vollst\u00e4ndig sichtbar. Das wird erst passieren, wenn Jesus wiederkommt (<strong>Kol 3,4<\/strong>). Dann wird endlich auch der alte Leib abgetan\/verwandelt werden (<strong>1Kor 15<\/strong>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>V11: <\/strong>Weil wir jetztdie Power in uns tragen, die Christus aus den Toten auferweckt hat, kann der Tod uns nichts mehr anhaben. <em>\u201eSo wird er (Gott) [\u2026] auch eure sterblichen Leiber lebendig machen wegen seines in euch wohnenden Geistes.<\/em> Sicherlich spricht das in die Zukunft, wenn Jesus wiederkommt. Hier k\u00f6nnen wir <strong>1Thes 4,13-17<\/strong>, <strong>1Kor 15,35-53<\/strong> oder <strong>Offb 20 <\/strong>anschauen. Wer zu Jesus geh\u00f6rt und stirbt, der darf sich gewiss sein, dass er jetzt zu echtem Leben in der Gegenwart Christi durchgedrungen ist. Das ist unsere gro\u00dfe Hoffnung, die uns Mut gibt im Angesicht von Leid, von Tod, von N\u00f6ten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie sollen wir jetzt also als Christen leben, als Menschen, in denen der Geist Gottes lebt? Paulus wiederholt eigentlich das, was er schon in <strong>R\u00f6m 6,12;19<\/strong> gesagt hat. <strong>V12-13<\/strong> ermahnt uns dazu, nicht das alte Leben vor unserer Hinwendung zu Jesus zu leben. Wir sollen nicht auf unser Fleisch schauen mit seinen Begierden (die es \u00fcbrigens nach wie vor gibt), sonst s\u00fcndigen wir (<strong>Jak 1,14<\/strong>). Die Macht der S\u00fcnde hat Jesus gebrochen. Jetzt gilt es umzudenken, sich Jesus zur Verf\u00fcgung zu stellen, nach ihm zu fragen und auf ihn zu schauen (<strong>Hebr 12,1-3<\/strong>). Es geht darum, diesen Kampf anzunehmen und <em>\u201edurch den Geist die Handlungen des Fleisches zu t\u00f6ten.\u201c <\/em>Die NG\u00dc \u00fcbersetzt wie folgt: <em>\u201eDoch wenn ihr in der Kraft von Gottes Geist die alten Verhaltensweisen t\u00f6tet, werdet ihr leben\u201c. <\/em>Wenn wir die Kraft des Geistes Gottes gebrauchen, dann k\u00f6nnen wir die alten s\u00fcndigen Lebensweisen hinter uns lassen und \u00fcberwinden. Wie geht das? Die Antwort darauf haben wir uns schon in der letzten Predigt \u00fcber <strong>R\u00f6m 6,1-7,6<\/strong> angeschaut. Es ist leider nicht so, dass wir zwei Kn\u00f6pfe haben (einer f\u00fcr das Fleisch und einer f\u00fcr den Geist Gottes) und dann m\u00fcssen wir in jeder Situation nur den richtigen Knopf dr\u00fccken. Es ist vielmehr ein \u201e<em>Lernen, mit dem Geist Gottes zu leben<\/em>\u201c. Dadurch, dass ich lerne meinen Alltag mit Jesus zu leben (Gebet, Wort Gottes, Gemeinschaft mit anderen Christen), gebe ich dem Geist Gottes Raum, mich zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Vers 14-17<\/strong> markieren nochmals etwas ganz Besonderes. Wer zu Jesus geh\u00f6rt, der ist nicht nur begnadigt und ohne Schuld. Das ist ja schon echt gro\u00dfe Klasse. Nein, er geh\u00f6rt jetzt zur Familie Gottes, er ist ein Sohn Gottes\/Kind Gottes. So sagt es uns V14: \u201edie sind S\u00f6hne Gottes\u201c. Weitere Stellen dazu sind <strong>Joh 1,12; Gal 3,25-26; Gal 4,4-6.<\/strong> An dieser Stelle m\u00f6chte ich gerne ein Zitat von James Packer einf\u00fcgen. Er schreibt folgendes auf die Frage: Was ist ein Christ?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u201eDie kostbarste Antwort, die ich kenne, lautet: Ein Christ ist ein Mensch, der Gott zum Vater hat.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weiter schreibt er:<em> \u201eEbenso kann man den gesamten neutestamentliche Glauben so zusammenfassen: Er ist die Erkenntnis, dass Gott unser heiliger Vater ist. Wollen wir feststellen, wie sehr jemand mit dem Christentum vertraut ist, dann sollten wir herausfinden, wie viel ihm der Gedanke bedeutet, ein Kind Gottes zu sein und Gott zum Vater zu haben. Wenn diese Gedanken nicht seine Gottesbeziehung, sein Beten und seine ganze Lebenseinstellung motoviert und beeinflusst, beweist dies nur, dass er das Christsein noch nicht recht verstanden hat.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass wir Gott zum Vater haben und zu seiner Familie geh\u00f6ren adelt und ehrt uns ehemaligen S\u00fcnder ungemein. Es kann nichts gr\u00f6\u00dferes geben, das uns Mensch wiederfahren kann. Weil wir S\u00f6hne sind erwarten wir auch ein Erbe, ein ewiges Erbe im Himmel (<strong>V17<\/strong>). Das, was hier steht, beschreibt einen v\u00f6llig neuen Zugang zum Sch\u00f6pfergott. War im AT der Zugang zu Gott versperrt (verdeutlicht durch den Vorhang im Tempel) und es undenkbar war in die Gegenwart Gottes zu kommen, so d\u00fcrfen wir jetzt diesen gro\u00dfen Gott mit \u201eAbba\u201c anreden. Was f\u00fcr eine Intimit\u00e4t, Vertrautheit kann jetzt zwischen Gott und dem erl\u00f6sten S\u00fcnder entstehen! Wir brauchen vor Gott keine Angst mehr zu haben, denn wir wissen: Uns ist vergeben. Wir sind keine Feinde Gotts mehr, sondern seine Kinder. Kinder werden erzogen (<strong>Hebr 12,4ff<\/strong>), aber nicht verdammt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.4 Struktur des Abschnittes:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man kann den R\u00f6merbrief unter anderem als Antwort des Paulus auf vorliegende kritische Fragen\/Anfragen an den christlichen Glauben sehen, vorwiegend von j\u00fcdischer Zuh\u00f6rerschaft vorgebracht. Immer wieder nennt Paulus diese Anfragen und wiederlegt sie. Eine wichtige Redewendung ist dabei <em>me genoito <\/em>(siehe wichtige Begriffe), was so viel hei\u00dft wie \u201eniemals\u201c. Diese Redewendung kommt insgesamt <strong>10mal <\/strong>im Brief vor und <strong>1mal<\/strong> in unserem Abschnitt. Aus diesem Grund beginnt auch unser Abschnitt an diesem Sonntag mit <strong>R\u00f6m 7,7. <\/strong>Der vorliegende Abschnitt ist ein sehr zentraler im R\u00f6merbrief. Er behandelt das Leben durch den Geist Gottes (<strong>R\u00f6m 8<\/strong>) im Gegensatz zum alten Leben ohne Christus (<strong>R\u00f6m 7<\/strong>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Innertextliche Gliederung:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich m\u00f6chte hier auf Thomas Schreiner, einem amerikanischen Theologen verweisen (zitiert in Merida, Tony: Excalting Christ in Romans, Christ-Centered Exposition. S113), der schreibt, dass man in der Gesamtstruktur von <strong>R\u00f6m 7-8<\/strong> folgendes entdecken kann. Die beiden Verse <strong>R\u00f6m 7,5-6<\/strong> bilden einen Schl\u00fcssel. Es ist klar, dass <strong>R\u00f6m 7,5<\/strong> die Realit\u00e4t des Nichtchristen beschreibt, w\u00e4hrend <strong>R\u00f6m 7,6<\/strong> die eines Christen. Was es mit der Realit\u00e4t eines Nicht-Christen auf sich hat, wird dann in <strong>R\u00f6m 7,7-25<\/strong> vertieft. Hier ist die Rede vom Leben unter dem Gesetz (ganz oft zitiert), w\u00e4hrend der Geist Gottes nicht vorkommt. <strong>R\u00f6m 8,1-17<\/strong> vertieft dann <strong>R\u00f6m 7,6<\/strong>, das Leben als Christ, das Leben durch den Geist Gottes (kommt 15mal vor). Das k\u00f6nnte durchaus ein Schl\u00fcssel zum Verst\u00e4ndnis des Abschnittes sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr <strong>R\u00f6mer 8,1-17<\/strong> habe ich ein einem englischsprachigen Kommentar eine gute Gliederung gefunden. Tony Merida, ebenfalls amerikanischer Theologe, gliedert wie folgt:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" type=\"1\"><li><strong>Der Geist des Lebens (8,1-13)<\/strong><\/li><\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">A eine neue Freiheit (8,1-4)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">B eine neue Gesinnung (8,5-8)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">C eine neue innewohnende Gegenwart (V9-11)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">D eine neue Verpflichtung<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. <strong>Der Geist der Adoption (8,14-14)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">A eine neue Identit\u00e4t (8,14)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">B eine neue Intimit\u00e4t (8,15-16)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">C ein neues Erbe (8,17)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.5 Wichtige Begriffe:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich m\u00f6chte versuchen euch ein paar Begriffe aus dem Text zu erl\u00e4utern, die mir wichtig erscheinen, bzw. die sehr h\u00e4ufig vorkommen. Es werden bei weitem nicht alle wichtigen sein, aber ein paar. Die Begriffe sind nach der Elberfelder\u00fcbersetzung aufgelistet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>S\u00fcnde (gr. <em>hamartia<\/em><\/strong>)<strong>:<\/strong> 19mal in unserem Abschnitt<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bedeutet zun\u00e4chst nicht eine Tat, sondern beschreibt einen Zustand. W\u00f6rtl. k\u00f6nnte man diesen Begriff mit \u201eZiel verfehlen\u201c \u00fcbersetzen. Im bibl. Kontext ist <em>hamartia<\/em> eher ein Beziehungsbegriff, der beschreibt, dass der Mensch sein Ziel, d.h. seine Bestimmung verfehlt hat. Er war geschaffen als Ebenbild und Gegen\u00fcber Gottes, mit dem Auftrag Gott und sein Wesen auf der Erde zu repr\u00e4sentieren. Der einzige Mensch, der das Ziel erf\u00fcllt hat, ist <strong>Jesus.<\/strong> \u201e<em>Wer mich sieht, sieht den Vater!\u201c <\/em><strong>Joh 14,9<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Auf keinen Fall (gr. <em>me genoito<\/em>):<\/strong> 2mal in unserem Abschnitt (Kapitel 7, Verse 7 und 13)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Redewendung kommt im R\u00f6merbrief 10x vor (u.a. <strong>R\u00f6m 3,4; 3,6; 3,31; 6,2; 6,15; 7,7; 7,13; 9,14; 11,1; 11,11<\/strong> sowie 4x in anderen paul. Briefen <strong>1.Korinther, Gal<\/strong>). St\u00e4rkste Form im Griechischen, um eine Aussage zur\u00fcckzuweisen. Es schwingt das Entsetzen mit, eine Aussage dieser Art \u00fcberhaupt in Erw\u00e4gung zu ziehen. Heute m\u00fcsste man das so \u00fcbersetzen: Nie im Leben, never ever! Paulus verwendet diesen Ausdruck zum Verneinen v\u00f6llig falscher Schl\u00fcsse in der Jesus-Nachfolge und r\u00e4umt mit falschen Ans\u00e4tzen auf. Dieser Ausdruck hilft uns, den R\u00f6merbrief in logische Bl\u00f6cke zu teilen. Es scheint fast so, als wusste Paulus von diesen Anfragen an den Glauben und damit den falschen Schlussfolgerungen und beantwortet, bzw. widerlegt diese von der Schrift her.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gesetz (gr. <em>nomos<\/em>): <\/strong>20mal in unserem Abschnitt<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Nomos <\/em>ist das Gesetz. Der Gebrauch des Wortes Gesetz in der Bibel wird unterschiedlich gebraucht. Einmal kann es die kompletten 5 B\u00fccher Mose, die Torah, meinen. Beispiel hierf\u00fcr ist <strong>Lk 24,44<\/strong>. Jesus redet vom Gesetz Mose, den Propheten und Psalmen. Damit meint er die gesamte j\u00fcdische Heilige Schrift, unser Altes Testament. Ein anderes Mal meint <em>nomos<\/em> die explizit gegebenen 613 Gebote, die Gott am Sinai gibt. Beispiel hierf\u00fcr w\u00e4re <strong>Gal 3,10-12<\/strong>. Hier stehen die Regeln und das Halten der Regeln im Vordergrund.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gebot (gr. entolee): <\/strong>6mal in unserem Abschnitt<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auftrag, Anweisung, Gebot, Befehl.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Fleisch\/fleischlich (gr. sarx<\/strong>): 15mal in unserem Abschnitt<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fleisch, K\u00f6rper oder Mensch. Wird oft gebraucht f\u00fcr die menschliche Natur, das menschliche Wesen mit seiner irdischen Beschaffenheit\/Herkunft. Im R\u00f6merbrief meint Fleisch\/fleischlich in der Regel den Menschen unter der Herrschaft der S\u00fcnde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Geist\/geistlich (gr. pneuma):<\/strong> 17mal in unserem Abschnitt, allerdings erst in <strong>R\u00f6m 8<\/strong>!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Steht der s\u00fcndigen Natur \u201eFleisch\u201c entgegen. Siehe dazu <strong>Gal 5,17<\/strong>. Wer in Christus ist, im dem lebt der Geist Gottes und der kann nach dem Geist wandeln (<strong>R\u00f6m 8,5<\/strong>). Damit beschreibt uns die Bibel den Motor, der Leben nach dem Willen Gottes m\u00f6glich machen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Verstehen, worum es geht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In unserm Abschnitt geht es prinzipiell um die Frage: Wie kann ich Gott gefallen? Dabei wird von Paulus das Gesetz genannt. F\u00fcr Juden war das der Weg zu Gott, die Thora, die Weisung Gottes. Paulus macht mit <strong>R\u00f6m 7,7-25<\/strong> sehr deutlich, dass das Gesetz niemals dazu da war, dass der Mensch gerecht vor Gott werden kann. Das Gesetz kann n\u00e4mlich niemanden ver\u00e4ndern. Es kann nur den Status Quo zeigen: <strong>Mensch, du bist ein S\u00fcnder!<\/strong> Damit erteilt Paulus den Juden, aber gleichzeitig jedem Menschen, eine Abfuhr. Der Weg\u00b8 aus eigener Leistung vor Gott gerecht zu sein (durch Einhalten gewisser Vorschriften), ist ein Irrweg. Denn der Mensch ist ein Sklave der S\u00fcnde. Er muss erst davon befreit werden, erl\u00f6st werden. <strong>R\u00f6m 7,24<\/strong> macht das deutlich. <strong>R\u00f6m 8,1-17<\/strong> zeigt den einzigen Weg, wie wir im Willen Gottes leben k\u00f6nnen. Nur der Geist Gottes kann uns zu Gott wohlgef\u00e4lligen Menschen umgestalten. Erm\u00f6glicht hat dieses neue Leben das Leiden und Sterben von Jesus Christus und seine Auferstehung. Nur wer an ihn glaubt, wird ein neuer Mensch und hat den Geist Gottes. Dieser Geist gibt uns die Kraft, in dem neuen Leben zu leben und ver\u00e4ndert uns immer mehr in das Bild Christi (<strong>R\u00f6m 8,29; 2Kor 5,18<\/strong>)!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wir brauchen also den Geist Gottes<\/strong>! Wir m\u00fcssen von neuem geboren werden. Nur so k\u00f6nnen wir mehr und mehr im Willen Gottes leben. Dabei schenkt Gott uns durch seinen Geist die Gotteskindschaft! Was f\u00fcr eine geniale Sache.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.1 Hinweise f\u00fcr situative \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir befinden uns mitten in einer Reihe zum R\u00f6merbrief. Nachdem wir letztes Mal (<strong>R\u00f6m 6,1-7,6<\/strong>) thematisch \u00fcber die Sklaverei der S\u00fcnde im Gegensatz zur Sklaverei der Gerechtigkeit gesprochen haben und das Ziel, jetzt f\u00fcr Jesus zu leben erarbeitet haben, geht es heute mehr um das \u201eWie\u201c. Wie machen wir das denn genau? Wie k\u00f6nnen wir S\u00fcnde lassen und dem HERRN Jesus dienen? Es geht nicht im alten Leben und durch eigene Anstrengung. Es geht nur durch die Wiedergeburt und die Erneuerung des Geistes Gottes \u2013 eben Leben durch den Geist Gottes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.2 Hinweise f\u00fcr hermeneutische \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der R\u00f6merbrief erkl\u00e4rt uns beinahe wie kein anderer Brief aus dem NT, wie wir die gesamte bibl. Geschichte zu verstehen haben. Der S\u00fcndenfall und seine Folgen im Garten Eden und seine Auswirkung auf die gesamte Menschheitsgeschichte k\u00f6nnen nur durch Christus \u201eumgekehrt\u201c werden. <strong>R\u00f6mer 5<\/strong> bringt ja diesen Vergleich zwischen Adam und Jesus. Durch Adam wurden alle zu S\u00fcndern (<em>Status<\/em>) und durch Jesus k\u00f6nnen alle zu Gerechten werden (<em>neuer Status<\/em>) (<strong>R\u00f6m 5,19<\/strong>). Damit haben wir hier die theologische Erkl\u00e4rung von <strong>1Mo 3,15<\/strong>, dem \u201e<em>Protoevangelium<\/em>\u201c, dem ersten Evangelium in der Bibel. Der \u201e<em>Schlangenzertreter<\/em>\u201c hei\u00dft Jesus Christus und die Macht des Todes und der S\u00fcnde k\u00f6nnen nur durch den Tod des einen (\u201eder Biss in die Ferse\u201c) zunichte gemacht werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Geheimnis, wie jetzt die s\u00fcndige Natur \u00fcberwunden werden kann, ist gel\u00fcftet. Weil Gott uns durch Jesus den Sieg \u00fcber Tod und S\u00fcnde schenkt (<strong>1Kor 15,57<\/strong>), d\u00fcrfen wir selber sterben und zu neuem Leben durchdringen. Dieses neue Leben ist eine geistliche Realit\u00e4t (<em>Status<\/em>), die sich im Alltag auswirken darf (<em>Performance<\/em>). Nat\u00fcrlich haben wir aktuell noch eine Zwischenzeit, die ihre Herausforderungen hat, n\u00e4mlich, dass diese neue Sch\u00f6pfung \u201enoch\u201c im alten Leib (Bibel nennt das Fleisch) ist. Diese beiden stehen im Widerstand gegeneinander und machen das Christsein zu einem t\u00e4glichen Kampf (siehe dazu <strong>R\u00f6m 8<\/strong> und <strong>Gal 5<\/strong>). Die herrliche Aussicht ist die Wiederkunft unseres Herrn, wenn das alte endg\u00fcltig abgetan werden wird und wir komplett neu sein werden und auch dieser Kampf mit seinen Siegen, aber auch Niederlagen, vollst\u00e4ndig in einen Sieg verwandelt werden wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir stehen heute genau an der gleichen heilsgeschichtlichen Stelle wie die Gemeinde in Rom damals. Aus diesem Grund sind alle Dinge, die Paulus in unserem Textabschnitt anspricht, 1:1 f\u00fcr uns heute g\u00fcltig und m\u00fcssen in diesem Sinne nicht \u00fcbertragen werden, wie bspw. Inhalte aus dem AT.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.3 Hinweise f\u00fcr homiletische \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Text ist relativ lang. Allerdings ist auf jeden Fall zu empfehlen, den Text komplett zu lesen. Evtl. k\u00f6nnte man \u00fcberlegen, ob man das Thema in zwei Schritten bearbeitet und das Lesen des Bibeltextes teilt. Einmal <strong>R\u00f6m 7,7-25<\/strong> und dann <strong>R\u00f6m 8,1-17<\/strong>. Es ist zu empfehlen evtl. aufgrund des Verst\u00e4ndnisses eine neuere \u00dcbersetzung zu nehmen. Zu empfehlen sind auf jeden Fall die Neue Genfer \u00dcbersetzung (NG\u00dc) oder auch die Neue evangelistische \u00dcbersetzung (Ne\u00dc). Beide wurden direkt aus dem Urtext \u00fcbersetzt im Gegensatz zur Neuen Leben, Gute Nachricht oder Hoffnung f\u00fcr alle \u00dcbersetzung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3. Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie k\u00f6nnen Menschen gottgef\u00e4llig leben? Geht es, wenn klar ist, was dieser Gott will (Gesetz)? Nein, der Mensch kann Gott ohne eine radikale Ver\u00e4nderung nicht gefallen. Er braucht das Erl\u00f6sungswerk Jesu, damit er in den Zustand versetzt wird, in dem er dann gottgef\u00e4llig leben <strong><u>kann<\/u><\/strong>, <strong><u>aber nicht muss<\/u><\/strong>. Mit dieser Predigt k\u00f6nnen wir zum einen Nichtchristen erreichen und ihnen sehr klar machen: Ohne Jesus kannst du Gott nicht gefallen! Du bist ein elender Mensch, deswegen geh zu Jesus und lass dich retten. Zus\u00e4tzlich ist diese Predigt aber auch fundamental wichtig f\u00fcr Christen. Auch als Christ kann ich Gott nur gefallen, wenn ich durch den Geist Gottes lebe. Das geht aber nicht automatisch! Ich muss lernen, auf den Geist Gottes zu h\u00f6ren und ihm zu gehorchen. Christen stehen in der Gefahr, dass sie meinen, f\u00fcr ihre Erl\u00f6sung Jesus Christus zu brauchen, dann aber losgel\u00f6st von ihm ein gottgef\u00e4lliges Leben leben zu k\u00f6nnen. Nein! Nur durch den Geist Gottes kann man die alte und s\u00fcndige Natur t\u00f6ten (<strong>R\u00f6m 8,13<\/strong>). Lebe ich also angewiesen auf den Heiligen Geist? Gebe ich ihm Raum, mich zu ver\u00e4ndern? Hier sollten praktische Anwendungsbeispiele kommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.2 Predigtthema \u2013 was sage ich in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich mache dir hier ein paar Themenvorschl\u00e4ge:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u201eNeues Leben: Gesetz des Geistes, nicht des Fleisches\u201c<\/strong> Textplan Christusbund<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u201eVon alt zu neu \u2013 bis du dabei?\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u201eGottes Geist \u2013 der Motor deines Lebens?\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.3 Predigtentfaltung \u2013 wie sage ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li><em>Das alte Leben \u2013 machtlos und kraftlos<\/em><\/li><\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier k\u00f6nnen wir den ersten der beiden Teile unterbringen aus <strong>R\u00f6m 7,7-25<\/strong>. Wie sieht denn das Leben ohne Jesus aus? Basis daf\u00fcr kann <strong>R\u00f6m 7,5<\/strong> sein, der als \u201eSchlagvers\u201c f\u00fcr das alte Leben gilt. Das Problem sitzt tief. Es reicht nicht aus, sich nur genug anzustrengen. Das Gute steckt eben nicht in uns Menschen und muss nur durch gute Erziehung und Bildung zu Tage gef\u00f6rdert werden. Ganz im Gegenteil. Der alte Mensch ist dominiert von der S\u00fcnde. Er ist beherrscht davon. Es gibt keine Chance Gott zu gefallen. Hier sollten wir zwingend darauf eingehen, dass es etwas radikal Neues braucht. Es reicht kein neuer Anstrich, oder ein Facelifting! <strong>Es braucht Transformation\/Verwandlung<\/strong> (Der Begriff Transformation ist in diesen Tagen leider etwas belastet durch die Transformationstheologie. Das ist hier nicht gemeint, sondern lediglich die Bedeutung des Begriffs)! Als Beispiel kann die Raupe genommen werden. Wenn die Raupe fliegen soll (steht f\u00fcr Gott gefallen), dann kann sie sich anstrengen wie sie will. Sie wird das niemals schaffen. Es muss eine Verwandlung stattfinden. Erst wenn sie \u201eneu\u201c geworden ist, kann sie fliegen, n\u00e4mlich als Schmetterling. Hier hat \u201eMetamorphose\u201c oder Transformation stattgefunden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. <em>Das neue Leben \u2013 Kraft durch den Geist Gottes<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem zweiten Punkt gehen wir auf den zweiten Teil unserer Predigt ein, n\u00e4mlich <strong>R\u00f6m 8,1-17<\/strong>. Wir m\u00fcssen verdeutlichen, dass es einen fundamentalen Unterschied zwischen Christen und Nichtchristen gibt \u2013 der Geist Gottes. Mit der Wiedergeburt geschieht etwas Unglaubliches. Gott nimmt Wohnung in uns Menschen (<strong>2Kor 5,17<\/strong>). Wir werden auf einen Schlag zu begnadigten und zu adoptierten Kindern Gottes. Wir geh\u00f6ren zur Familie Gottes und k\u00f6nnen immer zu Gott kommen und ihn mit \u201eVater\u201c ansprechen. Wir haben pl\u00f6tzlich eine Beziehung zum Sch\u00f6pfergott, die sehr intim und nah ist. N\u00e4her wie Gott kann uns niemand kommen. Pl\u00f6tzlich haben wir eine Kraftquelle in uns, der nichts unm\u00f6glich ist (<strong>Phil 4,13<\/strong>). Allerdings steckt diese Kraftquelle sozusagen im \u201ealten\u201c drin. Wir m\u00fcssen erst lernen, uns dieser Kraftquelle zu bedienen. Nur durch den Heiligen Geist kann unser Leben nach dem Willen Gottes gehen und wir k\u00f6nnen auch alte s\u00fcndige Verhaltensweisen hinter uns lassen. Es geht niemals ohne ihn! Gerade wir Christen m\u00fcssen uns das immer wieder klar machen. Es sollte uns in die Arme Gottes treiben, zu seinen F\u00fc\u00dfen sitzen lassen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. <em>Der Geist Gottes und ich \u2013 wie geht das?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die spannende Frage bei diesem Thema ist nach wie vor: Wie geht das? Wie lebe ich denn durch den Geist Gottes? Wir m\u00fcssen festhalten, dass es keinen Schalter gibt, den wir einfach dr\u00fccken und dann leben wir durch den Geist Gottes. Es hat was mit Beziehung zu tun. Hier k\u00f6nnen wir das nachfolgend erkl\u00e4rte Beispiel des Autos nehmen. Wir Christen brauchen die Verbindung zum Geist Gottes, die Verbindung zu Jesus Christus. <strong>1Kor 1,9<\/strong> sagt, dass wir in die Gemeinschaft mit Jesus Christus berufen sind. Es geht also darum zu lernen, diese N\u00e4he zu Jesus zu suchen. Hier helfen uns Bibelstellen wie <strong>Joh 15,1-5<\/strong>; <strong>Hebr 12,1-3<\/strong>; <strong>Kol 3,1-3<\/strong>; <strong>R\u00f6m 12,2;<\/strong> <strong>2Kor 3,18<\/strong>. Sie alle sagen uns, dass wir Zeit mit Jesus verbringen m\u00fcssen und dass das einen Prozess in Gang bringt, der uns ver\u00e4ndert. Wir geben also dem Geist Gottes Zugriff auf unser Leben, wenn wir uns mit dem Wort Gottes besch\u00e4ftigen. Nach <strong>2Tim 3,16<\/strong> ver\u00e4ndert uns das! Es erzieht uns. Es macht uns f\u00e4hig nach dem Willen Gottes zu leben. Wer sich regelm\u00e4\u00dfig dem Wort Gottes aussetzt (eigenes Studium, Gottesdienst, Hauskreis etc.), der gibt dem Geist Gottes die M\u00f6glichkeit, uns zu ver\u00e4ndern. Nat\u00fcrlich kommt dazu die pers. Stille vor dem HERRN. Zus\u00e4tzlich braucht es die Gemeinschaft anderer Gl\u00e4ubiger, die uns ermutigt, korrigiert und st\u00e4rkt (<strong>1Kor 14,12<\/strong>). Evtl. k\u00f6nnen noch eigene Erfahrungen berichtet werden. In der Regel ist die Ver\u00e4nderung durch den Geist Gottes ein Prozess (Heiligung), die nach seinem Willen und in seiner Zeit geschieht. Oftmals nehmen wir selber manche Ver\u00e4nderungen nicht so sehr wahr, wie unser Mitgeschwister.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.4 Predigtveranschaulichungen \u2013 wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein sch\u00f6nes Bild zur Veranschaulichung des Lebens als Christ ist das Auto. Das, was das Auto in Bewegung bringt, sozusagen die Kraftquelle ist der Motor und letztlich der Kraftstoff. Die Bibel redet davon, dass alle Christen die gleiche Kraftquelle haben, also den gleichen Motor, n\u00e4mlich den Heiligen Geist. Jetzt kann aber im Christsein das gleiche passieren wie beim Autofahren. Du sitzt rein, trittst auf das Gas, der Motor heult auf, die Power ist da, aber es passiert gar nichts! Das liegt nicht daran, dass du den falschen Motor h\u00e4ttest, oder er defekt w\u00e4re. Nein, dem Motor fehlt nichts, die volle Leistung ist da, aber du hast vergessen die Kupplung zu schlie\u00dfen und das Getriebe mit dem Motor zu verbinden. Es braucht eine Verbindung zwischen der Kraftquelle und den R\u00e4dern. Genauso ist es im Christsein auch. Wenn wir keine Verbindung zum Heiligen Geist in uns haben, dann wundern wir uns, warum in unserem Glaubensleben nichts vorangeht. Wir haben die Power, aber wir m\u00fcssen die Verbindung suchen. So wie es Jesus im Bild des Weinstocks in <strong>Joh 5,1-5<\/strong> sagt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(Manuel Nowak)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jahresthema:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; F\u00fcr ein gutes Mit-EINANDER. Monatsthema: &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; R\u00f6merbrief \u2013 Glauben mit gutem Grund Predigtthema:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Neues Leben: Gesetz des Geistes, nicht des Fleisches Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. 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