{"id":4271,"date":"2021-07-08T14:42:39","date_gmt":"2021-07-08T12:42:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=4271"},"modified":"2021-07-08T15:15:50","modified_gmt":"2021-07-08T13:15:50","slug":"predigthilfe-vom-31-januar-2021-johannes-15-9-17-2-2-2-2-2-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-31-januar-2021-johannes-15-9-17-2-2-2-2-2-2\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 25. Juli 2021 &#8211; 1. Petrus 5, 10-14"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><strong>Jahresthema<\/strong>:<\/td><td><strong>F\u00fcr ein gutes MITEINANDER<\/strong><\/td><\/tr><tr><td><strong>Predigtthema<\/strong>:<\/td><td><strong>Einander <\/strong>gr\u00fc\u00dfen<\/td><\/tr><tr><td>Predigttext:<\/td><td>1. Petrus 5, 10-14<\/td><\/tr><tr><td>Autor:<\/td><td>Tobias Schurr<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">1 \u00dcberblick \u00fcber das Jahresthema 2021<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein gutes Miteinander, wer w\u00fcnscht sich das nicht? Eine Gemeinschaft, die unser Leben bereichert, belebt und st\u00e4rkt, wollen wir doch alle. Gott hat uns Menschen so geschaffen, dass wir auf Gemeinschaft angelegt sind. Und obwohl wir uns nach Gemeinschaft sehnen und auch auf Gemeinschaft hin gemacht sind, erleben wir, dass menschliche Gemeinschaft sehr zerbrechlich ist und sehr leicht gest\u00f6rt oder sogar zerst\u00f6rt werden kann. Diese Herausforderung sehen wir auch im Miteinander von Christen in der Gemeinde und es ist aus diesem Grund immer wieder sehr wichtig dar\u00fcber nachzudenken, wie Gemeinschaft gelingen kann, wie unser Miteinander von Gott gepr\u00e4gt, immer mehr wachsen kann.<br><br>In der Bibel sehen wir, dass es Gott ein gro\u00dfes Anliegen ist, dass seine Kinder in seinem Sinne Gemeinschaft leben und er gibt uns viele Aufforderungen, wie Miteinander gelingen kann. In unserem Jahresthema wollen wir im Jahr 2021 (jeweils am letzten Sonntag des Monats) dieses Miteinander bedenken und uns von Gott pr\u00e4gen lassen. Unser gro\u00dfer Wunsch ist es, dass unsere Gemeinden dadurch gemeinsam in ihrer Beziehung zu Jesus und auch in ihrer Beziehung zueinander wachsen. Und wir beten, dass durch die Art wie sie miteinander leben auch f\u00fcr andere immer mehr sichtbar wird, welcher Herr sie zusammengef\u00fchrt hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Umrahmt wird dabei unser Jahresthema von der gro\u00dfen Aufforderung, die Jesus seinen J\u00fcngern mitgibt (Joh 15) und die auch Paulus aufgreift (R\u00f6m 13,8-10), dass wir uns als Kinder Gottes untereinander lieben sollen (Januar &amp; Dezember). Unter diesem Oberthema lassen sich schlussendlich alle anderen Themen, die wir unter dem Jahresthema behandeln, zusammenfassen. Die Liebe, die Jesus auf unvergleichliche Weise vorgelebt hat ist eine Liebe, die bereit ist, sich f\u00fcr den anderen hinzugeben. Eine Liebe, die ein gro\u00dfes Zeugnis f\u00fcr unseren Gott ist.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Diese Liebe \u00e4u\u00dfert sich zun\u00e4chst darin, dass wir als Kinder Gottes bereit sind, uns gegenseitig in Liebe anzunehmen (Februar), weil wir wissen, dass Christus derjenige ist, der uns in Liebe angenommen hat.<\/li><li>Weiter zeichnet sich dieses Miteinander in Liebe dadurch aus, dass Kinder Gottes bereit sind einander zu dienen (M\u00e4rz). Auch dies hat Jesus vorgelebt und war bereit sein Leben als L\u00f6segeld f\u00fcr uns zu geben.<\/li><li>Ein liebevolles Miteinander lebt auch davon, dass wir aufeinander achten und uns dazu ermuntern im Glauben wirklich dran zu bleiben (April) und in der Heiligung zu leben.<\/li><li>F\u00fcr eine gute Gemeinschaft ist es zudem wichtig unn\u00f6tige Konflikte zu vermeiden und sorgf\u00e4ltig darauf zu achten, andere nicht auf falsche Weise zu provozieren (Mai).<\/li><li>Echtes Miteinander unter Glaubensgeschwistern lebt auch davon, dass wir f\u00fcreinander im Gebet einstehen (Juni), weil wir genau wissen, wie abh\u00e4ngig wir alle davon sind, dass unser Herr uns f\u00fchrt, leitet und bewahrt.<\/li><li>Zu diesem f\u00fcreinander einstehen, geh\u00f6rt nat\u00fcrlich auch, dass wir als Kinder Gottes umeinander wissen, die Verbindung zueinander suchen und so als Nachfolger Jesu eine Einheit bilden (Juli).<\/li><li>Weil wir auch als Christen immer wieder untereinander schuldig werden, ist auch das Thema Vergebung ein sehr wichtiger Grundstein f\u00fcr ein gutes Miteinander (August). Auch hier haben wir in Jesus Christus ein gro\u00dfes Vorbild, was Vergebung bedeutet. Und gleichzeitig ist Jesus derjenige, der echte Vergebung erst erm\u00f6glicht, weil er f\u00fcr unsere Schuld am Kreuz gestorben ist.<\/li><li>Geistliches Miteinander beinhaltet auch, dass wir lernen uns in eine geistliche Gemeinschaft einzuordnen. Dazu geh\u00f6rt, dass wir verstehen, wie Gott sich das Miteinander unter seinen Kindern vorgestellt hat und die Bereitschaft sowohl dem\u00fctig Verantwortung zu \u00fcbernehmen wie auch sich auf eine gute geistliche Weise unterzuordnen (September).<\/li><li>Das Leben als Christ ist kein Sprint, sondern eher ein Langstreckenlauf, bei dem es immer mal wieder auch Durststrecken gibt. Auch hier braucht es ein gutes geistliches Miteinander, um uns immer wieder zu einem Leben in der treuen Nachfolge anzuspornen und nicht m\u00fcde zu werden die Liebe Gottes in die Welt zu tragen (Oktober).<\/li><li>Geistliche Durststrecken und Herausforderungen k\u00f6nnen immer wieder auch entmutigend sein und auch hier ist es ein Geschenk Gottes, dass er uns als Glaubensgeschwister zusammengestellt hat. So k\u00f6nnen wir uns gegenseitig ermutigen die richtige Ausrichtung zu behalten und den Blick auf Jesus, auf sein Werk und auf seine Wiederkunft nicht zu verlieren (November).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schlussendlich bleibt die Liebe, das Oberthema, das unser Miteinander zusammenh\u00e4lt. Wenn wir aus der Liebe Jesu leben, wenn seine Liebe unser Leben pr\u00e4gt, wird dies auch in einem guten Miteinander unter Glaubensgeschwistern, in der Liebe zueinander sichtbar werden. Bildlich dargestellt k\u00f6nnte das Thema so aussehen: Unser \u201eMiteinander\u201c ist eine Frucht mit verschiedenen Beeren, die sich erg\u00e4nzen und von denen jede einzelne sehr wichtig ist. Im Laufe des Jahres werden wir die einzelnen Beeren nacheinander betrachten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"996\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/image-1-996x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-4144\" srcset=\"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/image-1-996x1024.png 996w, https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/image-1-292x300.png 292w, https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/image-1-768x790.png 768w, https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/image-1-1493x1536.png 1493w, https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/image-1.png 1616w\" sizes=\"auto, (max-width: 996px) 100vw, 996px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine PowerPoint-Vorlage mit der Grafik findet ihr unter: <a href=\"https:\/\/christusbund.sharepoint.com\/:p:\/s\/medien\/EQTQFa12LktBqBCcQsW9qmcBi9et5hf-ZzzoObTt-zou1g?e=Xauf41\">https:\/\/christusbund.sharepoint.com\/:p:\/s\/medien\/EQTQFa12LktBqBCcQsW9qmcBi9et5hf-ZzzoObTt-zou1g?e=Xauf41<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. <a><strong>Erkl\u00e4rung zum Bibeltext (<\/strong><\/a><strong>Jak 5,13-18)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><strong>2.1 Hinweise zum Textverst\u00e4ndnis<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir legen dieser Predigt die letzten Verse des 1.Petrusbriefes zugrunde. Petrus schreibt diesen Brief an Christen, an von Gott erw\u00e4hlte, die erleben, wie sie in dieser Welt als Fremde leben und in verschiedene Provinzen des r\u00f6mischen Reiches zerstreut sind. Diese Christen erleben Anfechtungen und Leid in ihrem Glaubensleben. Petrus schreibt diesen Christen, um sie zu ermutigen an der lebendigen Hoffnung in Christus festzuhalten. Er l\u00e4dt sie ein, den Blick \u00fcber das gegenw\u00e4rtige Leiden hin zur herrlichen Zukunft bei Gott zu richten. In Christus sind auch die Christen in der Zerstreuung miteinander verbunden, sie sind Gottes heiliges Volk.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn wir in dieser Predigt die letzten f\u00fcnf Verse des 1.Petrusbriefes zugrunde legen und dar\u00fcber nachdenken, was es bedeutet, dass wir uns als Christen gegenseitig gr\u00fc\u00dfen sollen, dann m\u00fcssen wir \u00fcber die grundlegende Wahrheit nachdenken, dass wir als Kinder Gottes untrennbar zusammengeh\u00f6ren. Wir sind in Jesus Christus verbunden, egal wo und wann wir auf dieser Erde leben. Wir werden einmal in Ewigkeit zusammen bei Christus sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch Petrus hat erlebt, wie Jesus sein Leben ganz grundlegend neu gemacht hat und wie seine Existenz nur in Christus ihre wahre Erf\u00fcllung findet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Petrus hat in den Versen zuvor die Gemeinde\u00e4ltesten angesprochen und sie auf ihre Verantwortung vor Gott hingewiesen. Sie sollen seine Herde gewissenhaft weiden. Dann hat Petrus die ganze Gemeinde aufgefordert, sich bereitwillig unter Gottes Hand zu dem\u00fctigen und alle Sorgen auf Gott zu werfen. Schlie\u00dflich erinnert Petrus die Christen daran, dass hier auf der Welt der Widersacher Gottes eine reale Gefahr ist, und dass sie ihm im Vertrauen auf Jesus wachsam begegnen sollen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 10-11: <\/strong>Petrus fasst seine Botschaft in diesen Versen noch einmal ganz pr\u00e4gnant zusammen. Er beginnt mit Gottes Gnade, die die Voraussetzung f\u00fcr unsere Hoffnung als Christen ist. Wenn wir keinen gn\u00e4digen Gott h\u00e4tten, w\u00e4ren wir v\u00f6llig verloren. Aber Gott ist gn\u00e4dig, und deshalb erinnert Petrus an die herrliche Berufung, die der souver\u00e4ne Gott \u00fcber unserem Leben ausgesprochen hat. An dieser Berufung \u00e4ndern auch die Umst\u00e4nde des Lebens nichts. Nein, Gottes Verhei\u00dfung gilt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Petrus hat in seinem Brief sehr klar das Leiden der Christen im Blick und auch in der Zusammenfassung spricht er diese schwierige Realit\u00e4t noch einmal an. Er ermutigt seine Leser durchzuhalten, indem er sie wieder daran erinnert, dass das Leiden hier auf der Erde verglichen mit der ewigen Herrlichkeit eine kurze Zeit ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gemeinde ist die Herde Gottes. Gott selbst hat die Gemeinde, hat seine Kinder berufen. Und er hat sie nicht nur zu einem moralischen Leben berufen, er hat die Gemeinde nicht in erster Linie dazu berufen, dass sie ihm sch\u00f6ne Gottesdienste feiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies sind sicher Aspekte, die im Leben der Gemeinde einen gewissen Platz einnehmen. Aber die entscheidende Berufung der Gemeinde besteht darin, dass sie zur Ewigkeit berufen ist. Und diese Ewigkeit ist deshalb so besonders, weil sie in Gottes Herrlichkeit stattfinden wird. Gott hat die Gemeinde, Gott hat jeden einzelnen Christen zur ewigen Gemeinschaft mit sich selbst berufen (vgl Offb 21,3).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und diese Berufung hat er teuer bezahlt. Die M\u00f6glichkeit der ewigen Herrlichkeit besteht in Christus. Weil Jesus f\u00fcr uns gestorben ist, deshalb haben wir als Einzelne, deshalb haben wir als Gemeinde eine Zukunft. Im Blick auf diese zuk\u00fcnftige ewige Herrlichkeit f\u00e4llt auch das Leiden, das wir hier erleben, wenig ins Gewicht. Das Leiden hier auf der Erde dauert mit dieser Perspektive nur eine kurze Zeit. Das soll nicht das Leiden auf der Erde klein reden, es bleibt Leiden und es ist oft schrecklich, aber mit der Ewigkeit im Blick ist es wirklich nur kurzes Leiden. Es ist ein Einsatz, der sich lohnt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 12:<\/strong> Silvanus, der hier erw\u00e4hnt wird, ist wohl derselbe, den wir sonst im NT unter dem Namen Silas kennen, der ein treuer Reisebegleiter von Paulus war und den auch Petrus als einen treuen Bruder und Mitarbeiter kennengelernt hat. Was \u201edurch Silvanus\u201c bedeutet muss etwas offenbleiben. Es k\u00f6nnte bedeuten, dass Silvanus der \u00dcberbringer des Briefes gewesen ist, aber es ist durchaus auch m\u00f6glich, dass Silvanus Petrus bei der Abfassung des Briefes zur Seite gestanden ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Petrus unterstreicht noch einmal das Ziel seines Briefes. Er wollte die Gemeinde ermutigen und ihnen bezeugen, dass sie trotz der Fremdlingschaft, die sie erleben, trotz der Verfolgung und des Leidens, in der echten Gnade Gottes stehen. Diese Gnade ist eben nicht von \u00e4u\u00dferen, irdischen Umst\u00e4nden abh\u00e4ngig, sondern allein vom Evangelium der Gnade Gottes, das im Glauben angenommen wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 13:<\/strong> Babylon ist sehr wahrscheinlich ein Deckname f\u00fcr Rom, also den Ort, von dem die Verfolgung der Christen besonders ausging. Rom ist auch der Ort, an dem zur Zeit von Petrus die weltliche Macht ihr Zentrum hatte. Die Mitauserw\u00e4hlte ist die Gemeinde in Rom. Die weltweite Gemeinde Jesu ist in Christus miteinander verbunden und nimmt aneinander Anteil. Der zuletzt erw\u00e4hnte Markus ist sehr wahrscheinlich Johannes Markus, der auch mit Paulus unterwegs war (Apg 12,12.25).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 14:<\/strong> Petrus schlie\u00dft seinen Brief, indem er die Christen auffordert, einander mit dem Kuss der Liebe zu gr\u00fc\u00dfen. Dieses Gr\u00fc\u00dfen ist mehr als eine H\u00f6flichkeit. Heiko Krimmer schreibt dazu: \u201eDas griechische Wort meint \u201afreundlich aufnehmen, willkommen hei\u00dfen\u2018. Im Gru\u00df nehme ich den anderen ganz an und auf.\u201c (Krimmer, S.170) Der Kuss der Liebe ist die \u00e4u\u00dfere Form, wie in damaligen Gemeinden das Gr\u00fc\u00dfen praktiziert wurde, um auszudr\u00fccken, dass man als Geschwister durch die Liebe Gottes in Christus zusammengeh\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Uwe Holmer schreibt zu diesem Vers: \u201eEs ist eine Sache von weittragender und ewiger Bedeutung, dass es in dieser Welt der Lieblosigkeit eine Gemeinde von Erl\u00f6sten gibt, die durch die Liebe Gottes zusammengeschlossen und von ihr erf\u00fcllt ist, die trotz aller Verschiedenheit ihrer Glieder wei\u00df [\u2026] ein Leib sind wir in Christus.\u201c (Holmer, S.181-182) Die Einheit in Christus kommt in der Gemeinde auf ganz verschiedene Weise zum Ausdruck, auch im \u201eeinander gr\u00fc\u00dfen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.2 Weitere Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hilfen zur Auslegung bieten z.B.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Krimmer, Heiko.1.Petrusbrief (Edition C)<\/li><li>Holmer, Uwe. Der erste Brief des Petrus (Wuppertaler Studienbibel)<\/li><li>Jobes, Karen. 1.Peter (Baker Exegetical Commentary)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><strong>3 Erkl\u00e4rungen zum Thema (Einander gr\u00fc\u00dfen)<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><strong>3.1 Einander gr\u00fc\u00dfen \u2013 welche Folgen hat es, wenn wir uns daran orientieren?<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Wenn Petrus in Vers 14 auffordert einander zu gr\u00fc\u00dfen, dann lenkt er damit unseren Blick auf das Miteinander unter Christen, und zwar auf das Miteinander in der Gemeinde und dar\u00fcber hinaus. Als Christen wollen wir sehr bewusst diese Verbindung als Geschwister leben, die nur deshalb m\u00f6glich ist, weil Christus uns zuerst geliebt hat und aus Liebe unsere Schuld getragen hat. In Christus sind wir als Christen eine Einheit, wir sind Bruder und Schwester und das wollen wir leben.<\/li><li>Als Glaubensgeschwister sind wir \u00fcber die Gemeinde hinaus verbunden. Wir bilden den einen Leib Christi und haben zusammen den Auftrag, die gute Botschaft von Jesus in die Welt hinauszutragen und Menschen zu J\u00fcngern zu machen.<\/li><li>Wir wollen durch die Gemeinschaft und Einheit, die wir miteinander leben, ein Zeugnis f\u00fcr unseren guten Gott sein. Seine Liebe soll in unserem Miteinander sichtbar sein.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><strong>3.2 Einander gr\u00fc\u00dfen \u2013 worin liegen die Schwierigkeiten bei der Umsetzung?<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Wie auch bei den anderen Themen im Blick auch geistliche Gemeinschaft unter Christen merken wir, dass unsere Ich-Zentriertheit uns immer wieder Schwierigkeiten bereitet. Nicht umsonst werden wir im Neuen Testament immer wieder aufgefordert, unseren Blick auf den N\u00e4chsten zu richten, insbesondere auf die Glaubensgeschwister.<\/li><li>Eine weitere Herausforderung besteht darin, dass wir als Christen immer noch in der Gefahr stehen zu selektieren. Bei manchen Geschwistern f\u00e4llt es uns sehr leicht, ihnen liebevoll und offen zu begegnen, w\u00e4hrend es uns bei anderen deutlich mehr M\u00fche bereitet. Wenn Petrus uns in unserem Abschnitt auffordert einander zu gr\u00fc\u00dfen, macht er eben keine solche Unterscheidung, nein er blickt auf das, was uns verbindet. Durch die Gnade Gottes in Christus sind wir als Geschwister zusammengestellt und diese Gemeinschaft sollen und wollen wir leben.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><strong>4 Veranschaulichungen<\/strong><\/a><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><strong>4.1 Einander gr\u00fc\u00dfen \u2013 wie hat Jesus uns \u201eeinander gr\u00fc\u00dfen\u201c vorgelebt?<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jesus hat die Menschen, denen er begegnete, mit gro\u00dfer Offenheit angenommen. Mir ist hier die erste Begegnung mit den J\u00fcngern aufgefallen, die uns im Johannesevangelium berichtet wird. In Joh 1,38f lesen wir, wie Jesus gefragt wird, wo er sich denn aufhalte. Die Antwort Jesus ist genauso schlicht, wie einladend: \u201aKommt und ihr werdet sehen.\u2018 Jesus \u00f6ffnet sein Leben f\u00fcr die J\u00fcnger, er gr\u00fc\u00dft sie im tiefsten Sinne und schafft so die M\u00f6glichkeit zur Begegnung. Wir k\u00f6nnten hier auch die Begegnung von Jesus mit Zach\u00e4us anf\u00fchren (Lk 19), wo Jesus bei Zach\u00e4us einkehrt und so die Begegnung schafft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><strong>4.2 Einander gr\u00fc\u00dfen \u2013 welche weiteren Beispiele finden wir in der Bibel?<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Wenn wir die Apostelgeschichte und die Briefe von Paulus anschauen, dann sehen wir, dass trotz der zum Teil gro\u00dfen Distanz eine enge Verbindung zwischen den Gemeinden bestand.<\/li><li>Auch innerhalb der Gemeinde bestand eine enge Verbindung. Man sah einander und k\u00fcmmerte sich umeinander.<\/li><li>Wir sehen wie ein tiefes Bewusstsein f\u00fcr den einen Leib Christ als eine Einheit bestand. Diese Einheit war auch damals schon umk\u00e4mpft, aber die Christen rangen darum, die Einheit sowohl vor Ort wie auch \u00fcbergemeindlich zu leben.<\/li><li>Die Liebe unter den Glaubensgeschwistern ist in den Briefen des NT immer wieder ein Thema (vgl. besonders 1.Joh).<\/li><li>Gerade die Gru\u00dflisten in den Briefen zeigen, wie dieses Miteinander gelebt wurde (vgl. auch 1.Kor 15,20; 1.Thes 5,26).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><strong>4.3 Einander gr\u00fc\u00dfen \u2013 was lehrt uns das \u00fcber die Gemeinde?<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Wie bei allen \u201eMiteinander-Themen\u201c sehen wir auch beim Thema \u201eeinander gr\u00fc\u00dfen\u201c, dass Gemeinde Jesu eine Einheit sein soll. Wie wir schon gesehen haben, beruht diese Einheit nicht auf menschlichen Leistungen, oder menschlicher Sympathie, sondern auf der Liebe Christi, die in unsere Herzen ausgegossen ist und die uns bef\u00e4higen will unseren N\u00e4chsten und besonders unsere Glaubensgeschwister so zu lieben, wie uns selbst.<\/li><li>Gemeinde Jesu ist ein Leib, der untrennbar zusammengeh\u00f6rt und der in Jesus als dem Haupt seine Einheit findet.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><strong>5 Anwendung<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><strong>5.1 Wie werden wir von Jesus ausger\u00fcstet, um einander zu gr\u00fc\u00dfen?<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Alles beginnt damit, dass wir als Nachfolger Jesu in ihm zu neuen Menschen werden. Er schenkt uns durch seinen stellvertretenden Tod am Kreuz und durch seine Auferstehung ein neues Leben, das in seiner Gnade und Liebe gegr\u00fcndet ist. In Christus sind wir Kinder Gottes und sind damit untereinander Geschwister (vgl. R\u00f6m 8,29).<\/li><li>Durch seine Liebe bef\u00e4higt uns Jesus auch dazu, die Geschwister zu lieben, eine liebevolle Einheit zu leben und dadurch eben auch der Welt sichtbar zu machen, dass sie J\u00fcnger Jesu sind (Joh 13,35).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><strong>5.2 Was sollen wir in unserem Leben unternehmen?<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Ein gro\u00dfer Auftrag unserer Gemeinschaften neben der Evangelisation wird gerne mit dem Schlagwort \u201eGemeinschaftspflege\u201c umschrieben. Wir sind als Kinder Gottes zu einer Gemeinschaft zusammengestellt und dieses Miteinander gilt es zu leben und zu st\u00e4rken.<\/li><li>Dazu geh\u00f6rt, dass wir offen sind f\u00fcr unsere Glaubensgeschwister und das gilt eben nicht nur in Notsituationen. Wir wollen Leben miteinander teilen, Interesse aneinander haben, einander willkommen hei\u00dfen und freundlich aufnehmen. Ganz praktisch k\u00f6nnen wir das zeigen, indem wir wirklich Gastfreundschaft leben und unsere H\u00e4user f\u00fcreinander offen sind.<\/li><li>Die ersten Gemeinden zeigen uns auch, dass das geistliche Miteinander \u00fcber die Ortsgemeinde hinausgeht. Wir wollen bewusst \u00fcber den Tellerrand hinausschauen, in Bezirk und Verband, aber auch die weltweite Gemeinde Jesu im Blick haben. Gerade auch das gute Miteinander mit Christen aus anderen Gemeinden im Ort sollte uns ein Anliegen sein.<\/li><li>Schlussendlich geht es auch bei diesem Thema darum, dass wir uns im Licht Gottes pr\u00fcfen und dort, wo es n\u00f6tig ist, ehrlich Bu\u00dfe tun. Echte geistliche Gemeinschaft k\u00f6nnen wir nicht aus uns selbst leben. Es ist Gottes Werk in uns und wir wollen ihm unsere Leben zur Verf\u00fcgung stellen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><strong>6 Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/a><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><strong>6.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/a><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir halten diese Predigt im Rahmen der Serie \u00fcber das MITEINANDER unter Christen. Die H\u00f6rer sollen ermutigt werden, die geistliche Gemeinschaft, die Jesus in seine Gemeinde hineingelegt hat wirklich zu leben, und so den Reichtum, der darin verborgen liegt, immer wieder neu zu entdecken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><strong>6.2 Predigtthema \u2013 was sage ich in dieser Predigt?<\/strong><\/a><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einander gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><strong>6.3 Predigtentfaltung \u2013 wie sage ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/a><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. In Christus seid ihr verbunden! (Vers 10-11)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Lebt die Gemeinschaft mit dem, der euch verbunden hat! (Vers 12 \u00e0 lebt in der Gnade Gottes)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Lebt die Gemeinschaft mit denen, die mit euch in Christus verbunden sind! (Vers 13-14)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(Tobias Schurr)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jahresthema: F\u00fcr ein gutes MITEINANDER Predigtthema: Einander gr\u00fc\u00dfen Predigttext: 1. Petrus 5, 10-14 Autor: Tobias Schurr Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[],"class_list":["post-4271","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1-petrus"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-06-24 11:09:16","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4271","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4271"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4271\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4274,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4271\/revisions\/4274"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4271"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4271"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4271"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}