{"id":4262,"date":"2021-06-17T11:50:54","date_gmt":"2021-06-17T09:50:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=4262"},"modified":"2021-06-17T11:50:55","modified_gmt":"2021-06-17T09:50:55","slug":"predigthilfe-vom-4-juli-2021-roemer-217-320","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-4-juli-2021-roemer-217-320\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 4. Juli 2021 &#8211; R\u00f6mer 2,17- 3,20"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Predigtthema:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Keiner ist gerecht \u2013 weder die Frommen, noch die Heiden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Predigttext:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; R\u00f6m 2,17-3,20<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1. Sehen, was dasteht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\">www.bibleserver.com<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.1 Anmerkungen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Paulus geht es auch in diesem Abschnitt darum zu zeigen, dass alle Menschen das Evangelium der Gnade brauchen, weil sie S\u00fcnder sind. Wir sehen deutlich, dass Paulus einen j\u00fcdischen Gespr\u00e4chspartner vor Augen hat, der seine Vorz\u00fcge vor den Heiden herausstellt. Paulus geht es im Folgenden darum zu zeigen, dass es wirklich Vorz\u00fcge gibt, besonders im Blick auf die Offenbarungen, die Gott seinem Volk Israel geschenkt hat, dass diese Vorz\u00fcge aber nichts daran \u00e4ndern, dass auch die Israeliten vor Gott schuldig sind und seine Gnade brauchen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 17-20: <\/strong>Die Menschen, die Paulus in unserem Abschnitt anspricht berufen sich mit Stolz auf ihre j\u00fcdische Abstammung. Paulus nennt hier eine ganze Reihe von Vorz\u00fcgen, die seine j\u00fcdischen Gespr\u00e4chspartner vorbringen, die ihre besondere Beziehung zu Gott kennzeichnen. Wenn wir in den Evangelien die Diskussionen von Jesus anschauen, die er mit den verschiedenen j\u00fcdischen Gruppierungen f\u00fchrte, k\u00f6nnen wir etwas von dieser \u00dcberzeugung, der Freude und dem Stolz sehen, die die Menschen erf\u00fcllte, weil sie zu Gottes Volk geh\u00f6rten. Auch Paulus selbst war in dieser \u00dcberzeugung erzogen und lebte sie sehr radikal. Die Basis dieser \u00dcberzeugung lag in der Erw\u00e4hlung Israels und in der Offenbarung von Gottes Gesetz begr\u00fcndet. Dieses Gesetz Gottes sollte das Leben in Israel pr\u00e4gen und gestalten und deshalb nahmen die Menschen, die im Gesetz Gottes gelehrt waren, auch f\u00fcr sich in Anspruch, andere im Gesetz Gottes lehren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese \u00dcberzeugung oder dieses Selbstbewusstsein spiegelt viel von dem wider, wie es eigentlich sein sollte. Gott m\u00f6chte Menschen, die von seiner Offenbarung durchdrungen sind, die ihr Leben an seinem offenbarten Willen orientieren. Menschen, die so vom Licht Gottes her auch in der Lage sind, andere auf richtige Weise zu unterweisen, vor allem die Menschen, die die Offenbarung Gottes noch nicht kennen. So sollte es eigentlich sein. Aber Paulus wird in den folgenden Versen zeigen, dass dieses Selbstverst\u00e4ndnis an der Wirklichkeit des Verhaltens seiner Gespr\u00e4chspartner scheitert. Er wird zeigen, dass sie zwar das Gesetz Gottes haben, aber durch ihr Verhalten zeigen, dass sie in der Finsternis leben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 21-24: <\/strong>Paulus stellt dem Anspruch die Wirklichkeit des Lebens gegen\u00fcber und muss feststellen, dass gerade auch der Lehrer des Gesetzes an Gottes Gesetz scheitert. Die Worte und die Taten widersprechen sich. Die Lehre, die anderen Menschen weitergegeben wird, wird im eigenen Leben nicht praktiziert. Paulus geht hier nat\u00fcrlich nicht davon aus, dass jeder j\u00fcdische Lehrer alle diese Dinge tut. Er spricht hier von Gottes Volk im Ganzen und er will betonen, dass die gleichen S\u00fcnden, die den Heiden vorgeworfen werden, auch im Volk Gottes zu finden sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein solches Verhalten von Menschen, die sich auf Gottes Gesetz berufen, zieht Gottes Ehre durch den Dreck. Durch das Verhalten wird deutlich, dass man Gott und seine Gebote eben nicht ehrt, sondern ihn im praktischen Leben ignoriert. Paulus zeigt hier sehr deutlich den Zusammenhang zwischen Gehorsam und Gott ehren. Nicht derjenige, der Gottes Gesetz kennt und sich darauf beruft, ehrt Gott, sondern derjenige, der in seinem Leben nach Gottes Gesetz lebt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ungehorsame Verhalten von Gottes Volk wird auch nach au\u00dfen sichtbar. Die anderen V\u00f6lker nehmen den Widerspruch zwischen Anspruch und Realit\u00e4t im Volk Gottes deutlich wahr und spotten deshalb \u00fcber Gott (vgl. Jes 52,5).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das hei\u00dft, Paulus stellt die heilsgeschichtlichen Vorrechte Israels \u00fcberhaupt nicht in Frage. Aber er schaut auf das Leben und sieht, dass alle das Gesetz Gottes brechen und dass sie deshalb kein Recht haben sich auf die Privilegien zu berufen und den Heiden gegen\u00fcber als Lehrer aufzutreten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 25-29: <\/strong>Nachdem Paulus den geistlichen Zustand aufgedeckt hat, formuliert er die geistliche Konsequenz aus dem ungehorsamen Leben. Paulus benutzt hier das zentrale Bundeskennzeichen Israels, die Beschneidung, um zu zeigen, welche Konsequenzen der Ungehorsam hat. Paulus will aufzeigen, dass Juden ebenso wie Heiden S\u00fcnder sind, die gerettet werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Grunds\u00e4tzlich stimmt Paulus dem zu, dass die Beschneidung sehr wohl einen Nutzen hat, aber eben nur, wenn das Leben eines Beschnittenen in \u00dcbereinstimmung mit Gottes Geboten gelebt wird. Wenn dies aber nicht der Fall ist und Paulus ist ja dabei zu zeigen, dass kein Mensch aus eigener Kraft vor Gottes Gesetz bestehen kann, ist die \u00e4u\u00dfere Beschneidung keine geistliche Realit\u00e4t. Wenn Gott ihn als Unbeschnittenen ansieht, dann bedeutet das, dass er im Endgericht eben nicht zu Gottes Heilsvolk geh\u00f6ren wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u00e4u\u00dfere Beschneidung muss also eine innere Wirklichkeit widerspiegeln, wenn sie einen Nutzen haben soll. Paulus beschreibt diese Konsequenz von beiden Seiten, indem er betont, dass ein Mensch, der nicht \u00e4u\u00dferlich beschnitten ist, aber dennoch das Gesetz h\u00e4lt, innerlich, in Gottes Augen beschnitten und damit ein Jude ist. Hier redet Paulus von einem Heidenchristen, der durch Gottes Gnade gerecht vor Gott steht und deshalb in Gottes Augen ein Beschnittener ist, also zu Gottes Heilsvolk geh\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Ende von Vers 29 formuliert Paulus den entscheidenden Ma\u00dfstab. Das Lob muss von Gott kommen. Wenn er ein menschliches Leben als gerecht bewertet dann ist es gerecht. Menschliche Urteile sind in der Heilsfrage nicht relevant. Vers 29 zeigt auch, was f\u00fcr diese Gerechtigkeit vor Gott notwendig ist. Es muss zu einer Beschneidung des Herzens kommen, d.h. der Mensch muss in seinem tiefsten Inneren neu werden. Diese Beschreibung erinnert an die Verhei\u00dfung in Jer 31,31-34, wo Gott verspricht, dass es im neuen Bund zu dieser Erneuerung des Herzens und des Geistes kommen wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir sehen, wie Paulus jeden menschlichen Hochmut im Blick auf \u00e4u\u00dfere Vorrechte zerst\u00f6ren m\u00f6chte. Er tut dies, indem er zeigt, dass im Blick auf das Gesetz alle Menschen scheitern und dass niemand vor Gott gerecht ist. Er unterstreicht damit, wie dringend alle Menschen Gottes Gnade brauchen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 1-4:<\/strong> Paulus hat die Vorz\u00fcge, die Israel genie\u00dft, weil Gott es als sein Volk erw\u00e4hlt hat, sehr wohl im Blick. Die Beschneidung ist ja das Erw\u00e4hlungszeichen Gottes. Israel hat den besonderen Vorzug, dass Gott sich ihnen durch sein Wort offenbart hat, Er hat seinem Volk seine Wege gezeigt (vgl. Ps 103,7).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und diese Erw\u00e4hlung bleibt bestehen, auch wenn einige in Israel untreu sind. Das Wort \u201eeinige\u201c das Paulus hier verwendet, kann auf gro\u00dfe Teile des Volkes verweisen (vgl. 1Kor 10,7-10). Gott ist treu und sein Bund, den er mit Abraham und seinen Nachkommen geschlossen hat, bleibt bestehen. Diese Treue Gottes wird im Alten Testament immer wieder bezeugt und Gottes Handeln mit seinem Volk unterstreicht diese Treue stets aufs Neue.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Paulus schlie\u00dft Vers 4, indem er Ps 51,6 zitiert. Am Ende wird f\u00fcr alle sichtbar Gottes Wahrheit stehen. Gottes Wahrheit und Gottes Treue geh\u00f6ren untrennbar zusammen. Dieser Wahrheit Gottes gegen\u00fcber steht die L\u00fcge, die das Leben der Menschen unter der Macht der S\u00fcnde beherrscht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 5-8:<\/strong> Paulus kommt nun auf einen Einwand zu sprechen, der im Blick auf die Lehre von der Gnade oder Gerechtigkeit Gottes immer wieder vorgebracht wird. Paulus hat anhand der menschlichen Ungerechtigkeit die Gr\u00f6\u00dfe Gottes herausgestellt. Aber das macht die menschliche Ungerechtigkeit nicht besser und legitimiert sie schonmal gar nicht. Das Gegenteil ist der Fall. Gottes Gerechtigkeit zeigt vielmehr wie schlecht und b\u00f6se die menschliche Ungerechtigkeit ist und wie sehr wir Gottes gerechtes Gericht und seinen Zorn verdient haben. Der Blick auf Gottes Vollkommenheit zeigt uns, wie weit wir uns von dem entfernt haben, wozu uns Gott eigentlich geschaffen hat, n\u00e4mlich seinem Bild (Gen 1,26f).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 9:<\/strong> Paulus fasst mit diesem Vers zusammen, was er zuvor gesagt hat und bereitet damit gleich den ausf\u00fchrlichen Schriftbeweis vor, der in den Versen 10-18 folgt. Etwas verwirrend ist, dass manche deutsche \u00dcbersetzung in Vers 1 und in Vers 9 den gleichen Begriff \u201eVorzug\u201c oder \u201eVorteil\u201c verwenden, obwohl Paulus zwei unterschiedliche Begriffe verwendet. Paulus widerspricht sich hier nicht, sondern er differenziert. Paulus hat gezeigt, dass die durchaus einen Vorzug f\u00fcr das j\u00fcdische Volk gibt. Sie kennen das Wort Gottes, es wurde ihnen zuerst offenbart. Doch dieser Vorzug ist kein absoluter Vorteil. F\u00fcr Juden, wie f\u00fcr Heiden gilt die Realit\u00e4t der S\u00fcnde in ihrem Leben. Und auch im Blick auf die Folgen der S\u00fcnde stehen Juden und Heiden gleich da. Diese Wahrheit, die er in den vorigen Versen schon argumentativ belegt hat, unterstreicht Paulus nun, indem er sechs Belegstellen aus dem Alten Testament anf\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 10-12:<\/strong> Paulus lehnt sich an <strong><em>Psalm 14,1-3<\/em><\/strong> an. Aber auch Pred 7,20 ist eine Parallele. Mit \u201ealle\u201c und \u201ekeiner\u201c st\u00fctzen diese Verse aus dem AT die Argumentation von Paulus, dass vor Gottes Gesetz alle Menschen scheitern und deshalb so dringend auf Gottes Gnade angewiesen sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 13-14: <\/strong>Paulus f\u00fcgt noch eine ganze Reihe Psalm-Zitate an, die das menschliche Reden in den Blick nehmen. Gerade das menschliche Reden zeigt, dass der Mensch unter der Macht der S\u00fcnde steht (vgl. auch Jak 3).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Psalm 5,10<\/em><\/strong> beschreibt die Feinden, angesichts derer der Gottesf\u00fcrchtige Gott um Rettung anfleht. Besonders das Reden der Feinde hat t\u00f6dliche Wirkung<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch <strong><em>Psalm 140,4<\/em><\/strong> beschreibt Angriffe der Feinde und vergleicht die Wirkung der b\u00f6sen menschlichen Rede mit dem Gift von Schlangen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit <strong><em>Psalm 10,7<\/em><\/strong> schlie\u00dft Paulus seine Aufz\u00e4hlung, wie die menschliche S\u00fcndhaftigkeit sich im Reden zeigt. Auch Fluch und Bitterkeit zeigen die s\u00fcndhafte, zerst\u00f6rerische Wirkung der Worte, die das Unheil des anderen f\u00f6rdern, statt ihm in Liebe zu begegnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es f\u00e4llt auf, dass alle diese Belegstellen in ihrem urspr\u00fcnglichen Zusammenhang \u00fcber die Feinde des Gottesf\u00fcrchtigen sprechen. Paulus spitzt diese Worte durch seine Anwendung deutlich zu, indem er diese Stellen benutzt, um zu unterstreichen, dass alle Menschen S\u00fcnder sind, nicht nur die, die den Gottesf\u00fcrchtigen angreifen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 15-17:<\/strong> <strong><em>Jes 59,7-8 <\/em><\/strong>In Jes 59 lesen wir eine Anklage gegen die b\u00f6sen Taten, die das Volk Gottes tut. In seinem Zitat greift Paulus besonders die F\u00fc\u00dfe heraus, also nicht das Reden, wie in den Versen davor, sondern die praktische Tat. Auch hieran zeigt sich, wie der Mensch in der Macht der S\u00fcnde gefangen ist, und dass diese Gefangenschaft zerst\u00f6rerische Auswirkungen f\u00fcr das Miteinander hat. Ohne Gottes Eingreifen werden wir Menschen den Weg von Gottes Frieden nicht erkennen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 18:<\/strong> Paulus schlie\u00dft seine Zitatenreihe mit <strong><em>Psalm 36,2 <\/em><\/strong>und nimmt damit zum Schluss die Beziehung zu Gott in den Blick. Mit der Formulierung schafft er eine enge Verbindung zu Vers 10-12. Das Alte Testament zeigt, dass Gottesfurcht eine ganz entscheidende Bedeutung hat. Eckard Schnabel fasst es so zusammen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Ohne Gottesfurcht, d.h. ohne Ehrfurcht vor Gott, ohne W\u00fcrdigung seiner Ehre, ohne Anerkennung seines \u00fcberlegenen Wissens und Wollens, gibt es keine Weisheit (Ps 111,10; Spr 1,7; 9,10) und keine moralischen Ma\u00dfst\u00e4be, die pers\u00f6nliche und gesellschaftliche Verfehlungen verhindern wollen und k\u00f6nnen. Wer Gott f\u00fcrchtet, der ist zuverl\u00e4ssig und hasst Ungerechtigkeit (Ex 18,21). Wer Gott f\u00fcrchtet, der liebt ihn, geht auf allen seinen \u201eWegen\u201c und dient ihm mit seinem ganzen Herzen und seinem ganzen Leben (Deut 10,12.20). Wer Gott f\u00fcrchtet, der h\u00e4lt alle seine Gebote (Deut 6,2; 10,13). Wer Gott f\u00fcrchtet, dem geht es \u201ealle Tage\u201c gut (Deut 6,24; 10,13). (Schnabel, S.357)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Paulus hat gezeigt, dass diese fehlende Gottesfurcht eben nicht nur die Heiden kennzeichnet, sondern alle Menschen. Und wieder wird deutlich, dass wir Menschen nur eine Hoffnung haben, das Evangelium der Gnade Gottes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 19: <\/strong>Paulus fasst das Ergebnis der Zitate zusammen und wiederholt sein Argument, das er in unserem Abschnitt vorgelegt hat. Die Aussage \u201ewir wissen\u201c bezieht sich auf etwas, wor\u00fcber Einigkeit besteht und das meint hier, dass das Gesetz diejenigen anspricht, die in dem Bereich leben, in dem das Gesetz offenbart wurde und gilt. Die Auswahl der Zitate zeigt, dass Paulus mit Gesetz das ganze Alte Testament meint (also das mosaische Gesetz, die Propheten und die Schriften). Gott spricht sein Volk ganz konkret an und zeigt ihnen seinen Willen und verpflichtet damit sein Volk nach dieser Offenbarung zu leben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">D.h. Israel hat im Gericht Gottes nur dann einen Vorteil, wenn sie das Gesetz Gottes halten und somit ein Einklang mit ihrer Beschneidung leben. Sie haben nicht allein wegen ihres Status einen Freifahrtschein. Und wenn es um das Halten des Gesetzes geht, wird einmal jeder Mensch vor Gott schweigen m\u00fcssen. Das Gesetz Gottes klagt jeden Menschen an und belegt, dass jeder Mensch das Gericht Gottes verdient hat, also nichts zu seiner Verteidigung vorbringen kann und somit schweigen muss.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 20: <\/strong>Das ist das ern\u00fcchternde Fazit. Kein Mensch h\u00e4lt Gottes Gesetz, alle sind schuldig vor dem Gesetz. Kein Mensch kann sich auf seine Werke verlassen, mit denen er versucht das Gesetz zu halten. Wer das Gesetz Gottes ehrlich liest, der muss zu der Erkenntnis kommen, dass er ein S\u00fcnder ist, dessen einzige Hoffnung die Gnade Gottes in Jesus Christus ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.2 Weitere Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Krimmer, Heiko. R\u00f6merbrief (Edition C Bibelkommentar)<\/li><li>Schnabel, Eckhard. Der Brief des Paulus an die R\u00f6mer: Kapitel 1-5 (Historisch&nbsp;&nbsp; Theologische Auslegung)<\/li><li>L\u00fcthi, Walter. Der R\u00f6merbrief<\/li><li>De Boor, Werner. Der Brief des Paulus an die R\u00f6mer (Wuppertaler Studienbibel)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Verstehen, worum es geht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.1 Hinweise f\u00fcr situative \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir leben in einer Zeit, in der in unserer westlichen Welt sehr hohe moralische Standards an uns Menschen gestellt werden. Der konkrete Inhalt der Moral hat sich zwar in den letzten Jahrzehnten deutlich ver\u00e4ndert, aber es bleibt, dass wir menschliches Verhalten sehr stark moralisch bewerten. Das gilt auf der einen Seite im \u00f6ffentlichen Diskurs, aber auch f\u00fcr unser pers\u00f6nliches Empfinden von richtig und falsch. Gerade im Umgang mit der aktuellen Pandemie wurde deutlich, wie schnell wir dabei sind, die Welt in die Guten und in die B\u00f6sen zu unterteilen. Und nat\u00fcrlich wollen alle auf der Seite der Guten stehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn wir ehrlich in unsere Herzen h\u00f6ren, merken wir bei uns die Gefahr uns durch unser Verhalten und Bewerten selbst rechtfertigen zu wollen. Wir wollen gerne gut dastehen, einmal in unserer pers\u00f6nlichen Beurteilung, aber auch in der Beurteilung durch andere.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn wir die Argumentation von Paulus in unserem Abschnitt lesen, merken wir, wie er jeder selbstgerechten Beurteilung den Boden entzieht. Nat\u00fcrlich ist es m\u00f6glich ein Leben zu f\u00fchren, das zumindest von einer Mehrheit der Menschen in einem konkreten Umfeld als gut angesehen wird und das auch den eigenen Vorstellungen entspricht. Doch dieses Urteil ist im Blick auf unsere ewige Zukunft irrelevant. Die ewige Frage ist vielmehr, ob wir vor Gottes Urteil bestehen k\u00f6nnen. Und Paulus zeigt ganz klar, dass ohne Gottes Eingreifen, ohne seine Gnade, alle Menschen vor Gott scheitern werden. Kein Mensch ist von sich aus gut.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese ern\u00fcchternde Wahrheit m\u00fcssen wir immer wieder h\u00f6ren, damit wir unsere Hoffnung eben nicht auf unsere Selbstrechtfertigung setzen, sondern allein auf den vertrauen, der uns wirklich gerecht machen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.2 Hinweise f\u00fcr hermeneutische \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir m\u00fcssen in diesen Versen sehen, wie hoch Paulus das Gesetz Gottes achtet (vgl. R\u00f6m 7,12). Das Gesetz offenbart Gottes Willen und zeigt damit bei jedem einzelnen Menschen auf, wie weit er von der Gerechtigkeit entfernt ist, die vor Gott gilt. Damit gilt auch f\u00fcr den fr\u00f6mmsten Menschen, dass das Gesetz Gottes ihn zurecht anklagt, weil sein Leben nicht zu Gott passt. Es ist Paulus sehr wichtig zu belegen, dass dieses Urteil \u00fcber uns Menschen keine christliche Erfindung ist, sondern dass es tief im Alten Testament verwurzelt ist. Damit will er die Selbstsicherheit seiner frommen Gespr\u00e4chspartner zerst\u00f6ren und sie ermutigen nicht den Weg der eigenen Gerechtigkeit zu gehen, sondern den Weg der geschenkten Gnade.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.3 Hinweise f\u00fcr homiletische \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Predigt wird es wichtig sein die Br\u00fccke von dem imagin\u00e4ren Gespr\u00e4chspartner, den Paulus vor Augen hat, in unsere Situation zu schlagen. Da viele unsere H\u00f6rer in einem christlichen Kontext aufgewachsen sind und so schon fr\u00fch mit Gottes Wort in Ber\u00fchrung gekommen sind haben wir hier eine enge Verbindung. Auch wir als Christen heute m\u00fcssen uns fragen lassen, ob wir unsere Hoffnung wirklich auf Jesu Gnade setzen, weil auch f\u00fcr uns gilt, dass wir aus uns selbst niemals Gottes Gesetz erf\u00fcllen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade diese Wahrheit sollte uns immer wieder davor bewahren hochm\u00fctig auf andere herabzuschauen. Wir sollten sie vielmehr in Liebe immer wieder daran erinnern, dass die gute Nachricht von Gottes Gnade in Jesus Christus unsere einzige Hoffnung ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da der Text sehr lang ist, bietet es sich an den Text nicht am St\u00fcck, sondern abschnittsweise vor den einzelnen Gliederungspunkten zu lesen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3. Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Predigt soll deutlich machen, dass jeder Mensch am Ma\u00dfstab, den uns das Gesetz Gottes offenbart, scheitert. Diese Wahrheit soll uns auf der einen Seite dem\u00fctig machen und vor Hochmut anderen Menschen gegen\u00fcber bewahren. Gleichzeitig soll diese Wahrheit die H\u00f6rer neu daf\u00fcr begeistern, was f\u00fcr ein wunderbares und notwendiges Geschenk das Evangelium ist und sie ermutigen die Hoffnung ganz auf Jesus zu setzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.2 Predigtthema \u2013 was sage ich in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Keiner ist gerecht \u2013 weder die Frommen, noch die Heiden<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.3 Predigtentfaltung \u2013 wie sage ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a) Auf die innere Beschneidung kommt es an (2,17-29)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">b) Gottes Urteil ist wahr und gerecht (3,1-8)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">c) Gottes Gesetz bezeugt, dass wir alle S\u00fcnder sind (3,9-20)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.4 Predigtveranschaulichungen \u2013 wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gleichnis vom Pharis\u00e4er und vom Z\u00f6llner, das Jesus in Lk 18 erz\u00e4hlt ist eine wunderbare Veranschaulichung dieses Themas. Der Pharis\u00e4er ist im Stolz \u00fcber seine eigenen frommen Voraussetzungen und Leistungen gefangen. Er ist blind im Blick auf seine eigene Schuld und muss am Ende das Urteil h\u00f6ren, dass er nicht gerechtfertigt nach Hause geht. Der Z\u00f6llner dagegen hat nichts vorzuweisen. Er wei\u00df um seine Schuld und setzt seine Hoffnung ganz auf Gottes Gnade. Diesem S\u00fcnder, der Bu\u00dfe tut, spricht Jesus die Rechtfertigung zu.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(Tobias Schurr)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigtthema:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Keiner ist gerecht \u2013 weder die Frommen, noch die Heiden Predigttext:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; R\u00f6m 2,17-3,20 Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-4262","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-romer"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-08-21 08:39:11","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4262","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4262"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4262\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4263,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4262\/revisions\/4263"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4262"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4262"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4262"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}