{"id":4255,"date":"2021-05-25T17:46:23","date_gmt":"2021-05-25T15:46:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=4255"},"modified":"2021-05-25T17:46:23","modified_gmt":"2021-05-25T15:46:23","slug":"predigthilfe-vom-20-juni-2021-roemer-2-1-16","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-20-juni-2021-roemer-2-1-16\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 20. Juni 2021 &#8211; R\u00f6mer 2, 1-16"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Predigtthema:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Gott ist gerecht und g\u00fctig<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1. Sehen, was dasteht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen, um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\">www.bibleserver.com<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.1 Anmerkungen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 1-3:<\/strong> Paulus schlie\u00dft ganz eng an das an, was er in Kapitel 1 \u00fcber den Menschen unter der Macht der S\u00fcnde erkl\u00e4rt. Paulus hat gezeigt, wie die Menschen Gott von seinem Thron st\u00fcrzen und ihn durch alle m\u00f6glichen G\u00f6tzen ersetzen. Dies f\u00fchrt dazu, dass Gott die Menschen in ihre Leidenschaften dahingibt, die dann v\u00f6llig die Herrschaft im Leben des Menschen \u00fcbernehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses Urteil gilt nicht nur f\u00fcr Heiden, sondern auch f\u00fcr Menschen, die f\u00fcr sich selbst einen religi\u00f6sen Anspruch haben. Paulus spricht hier Menschen an, die das falsche Verhalten von in ihren Augen gottlosen Menschen sehr deutlich beurteilen. Das Problem ist f\u00fcr Paulus nicht so sehr das Richten, sondern vielmehr, dass Menschen auf der einen Seite andere richten und selbst nicht nach Gottes Geboten leben. Es scheint, als ob Paulus hier diejenigen seiner j\u00fcdischen Gespr\u00e4chspartner im Blick hat, die sehr stark auf ihre geistliche Abstammung und ihre geistlichen F\u00e4higkeiten bauten, die aber Jesus als ihren Retter und damit die Gnade Gottes f\u00fcr ihr Leben ablehnten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Menschen, die Paulus hier im Blick hat, scheinen der \u00dcberzeugung zu sein, sie k\u00f6nnten durch ihre Taten Gottes Gericht entgehen. Aber er macht ihnen deutlich, dass auch sie unter Gottes Gericht stehen, weil sie ebenfalls im Ungehorsam gegen\u00fcber Gott leben und sich somit durch ihr eigenes Richten selbst verurteilen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 4:<\/strong> Gerade ein solches gesetzliches, selbstgerechtes Verhalten zeigt die Ablehnung Gottes, weil Gottes Gnadengeschenk nicht gew\u00fcrdigt wird. Paulus, der ja selbst ein gesetzestreuer Israelit war, hat zutiefst erkannt, dass es Gottes gro\u00dfes Ziel ist, die Menschen in seiner Gnade zur Umkehr zu leiten. Diese Einladung Gottes zur Umkehr sehen wir im Neuen Testament immer wieder. Wenn wir uns z.B. die ersten Predigten von Petrus in der Apostelgeschichte anschauen, erkennen wir, wie der Heilige Geist in den Zuh\u00f6rern wirkt. Die Menschen werden von der Botschaft des Evangeliums getroffen und dann zur Umkehr eingeladen (Apg 2,37f; vgl. Apg 3,19). Und auch wenn wir die Verk\u00fcndigung von Jesus betrachten, sehen wir, wie dieser Gnadenruf zur Umkehr im Zentrum steht (vgl. Mt 4,17; Mk 1,15).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 5-10: <\/strong>Paulus erkl\u00e4rt nun weiter, welche Konsequenz die Unbu\u00dffertigkeit f\u00fcr uns Menschen hat. Durch die Weigerung Gottes Einladung zur Umkehr anzunehmen, l\u00e4dt sich der Mensch Tag f\u00fcr Tag Schuld auf, \u00fcber die Gott dann in seinem Gericht urteilen wird. Wir sehen hier, wie die selbstgerechte Gesetzlichkeit das Gegenteil von dem bewirkt, was sie eigentlich intendiert. Anstatt gerecht vor Gott zu stehen und sich Sch\u00e4tze im Himmel anzusammeln, wird der Zorn Gottes \u00fcber die menschliche Selbstgerechtigkeit angesammelt. Vom Zorn Gottes hat Paulus schon in R\u00f6m 1,18 gesprochen. Dem Zorn Gottes begegnet also der j\u00fcdische unbu\u00dffertige S\u00fcnder genauso, wie der heidnische S\u00fcnder.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie wird nun das Gericht Gottes aussehen? Paulus schreibt in Vers 6 von einem Gericht, das die Werke der Menschen beurteilt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf der einen Seite stehen die Menschen, die bereit sind Gottes Gnade anzunehmen, die ein bu\u00dffertiges Herz haben. Das sind die Menschen, die am Guten festhalten. Es ist wichtig, dass wir sehen, dass hier nicht die einzelne gute Tat im Blick ist, sondern das dauerhafte, beharrliche Leben nach dem Willen Gottes, in der Ausrichtung auf Gott. Das sind die Menschen, die mit den Worten von Paulus mit Ausdauer auf das ewige Leben zulaufen, so wie es Paulus von sich selbst im Phil 3,13 sagt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf der anderen Seite stehen die Menschen, die Gottes Wahrheit ignorieren, die sich selbst in den Mittelpunkt stellen und so ihren eigenen Begierden gehorsam sind und nicht Gottes Geboten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es geht also hier um einen kategorialen Unterschied und nicht darum, wer ein paar \u201egute Werke\u201c mehr oder weniger in seinem Leben abgeliefert hat. Es geht um die Beziehung zu Gott, um ein Leben aus der Gnade und der Gerechtigkeit Gottes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Urteil und die Konsequenz Gottes \u00fcber diese beiden Lebensentw\u00fcrfe k\u00f6nnten unterschiedlicher nicht sein. Und diese Konsequenz ist unabh\u00e4ngig von der Herkunft eines Menschen. Sie gilt f\u00fcr Juden und f\u00fcr Griechen (V.9 &amp; V.10), was so viel bedeutet wie alle Nichtjuden. Auf der einen Seite stehen Herrlichkeit, Ehre und Frieden als Kennzeichen eines Lebens in der ewigen Gemeinschaft mit Gott, auf der anderen Seite stehen Bedr\u00e4ngnis und Angst, die das Leben in der Gottesferne kennzeichnen. Jesus hat das Leben in der Trennung von Gott immer wieder mit \u201eWeinen und Z\u00e4hneknirschen\u201c beschrieben (vgl. Mt 24,51).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 11-16:<\/strong> Wenn es um sein Urteil geht, ist Gott v\u00f6llig gerecht. Gott ber\u00fccksichtigt nat\u00fcrlich die unterschiedlichen Voraussetzungen von Menschen. Er verlangt von einem Menschen nicht, etwas zu wissen, was er nicht wissen kann. D.h. an einen Menschen, der die Bibel nicht kennt, wird Gott einen anderen Ma\u00dfstab anlegen als an einen, der Gottes Wort kennt. Allerdings hat Paulus schon in Kap 1,20 deutlich gemacht, dass Gott in der Sch\u00f6pfung so viel von sich offenbart hat, dass kein Mensch eine Entschuldigung daf\u00fcr hat, wenn er Gott in seinem Leben ignoriert. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Paulus betont also, dass f\u00fcr die Menschen, die das Gesetz Gottes haben, dieses Gesetz der Ma\u00dfstab f\u00fcr ihre Beurteilung im Gericht ist. Ein Kennen des Gesetzes reicht allerdings nicht. Es kommt darauf an, dass ein Mensch das Gesetz tut. Das hat auch schon Jesus am Ende der Bergpredigt unterstrichen (Mt 7,21ff). Paulus wird im weiteren Verlauf des R\u00f6merbriefes zeigen, dass kein Mensch im Blick auf das Gesetz Gottes bestehen kann (vgl. R\u00f6m 3,9ff). Jeder scheitert an diesem Gesetz und der einzige Weg zur Rettung ist die Umkehr zu Gott und das Leben aus seiner Gnade.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit den Menschen, die Gottes Gesetz nicht kennen, geht Gott auf andere Weise um. Auch ihnen bezeugt Gott sein Gesetz. Paulus benennt hier gewisserma\u00dfen drei Zeugen, die im Blick auf Heiden in Gottes Endgericht auftreten werden und die Rolle \u00fcbernehmen werden, die bei den Juden das Gesetz Gottes \u00fcbernimmt. Der erste Zeuge ist das menschliche Herz, in das Gott sein Gesetz schreibt und den Menschen so zu erkennen gibt, wie er sich ihr Handeln vorstellt. (vgl. diese Beschreibung mit Gottes Verhei\u00dfung im Blick auf den neuen Bund in Jer 31,33). Der zweite Zeuge ist das menschliche Gewissen als eine innere Kontrollinstanz des Menschen, mit der er sich selbst und sein Verhalten \u00fcberpr\u00fcft. Das Gewissen ist nicht die Norm, vielmehr \u00fcberpr\u00fcft das Gewissen das menschliche Verhalten anhand einer externen Norm. Durch Anklage bzw. Entlastung versucht das Gewissen den Menschen in Richtung dieser bestehenden Norm zu f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der dritte Zeuge, den Paulus anf\u00fchrt, sind die menschlichen Gedanken oder \u00dcberlegungen. Auch diese Gedanken werden im Gericht die Menschen anklagen oder entlasten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An Gottes Gerichtstag wird schlussendlich alles ans Licht kommen. Das ganze menschliche Leben wird offen vor Gottes Richterstuhl ausgebreitet sein. Gott wird durch seinen Sohn richten und dieses Gericht wird der frohen Botschaft von Christus entsprechen, die Paulus in R\u00f6m 1,16-17 schon auf den Punkt gebracht und die er in den weiteren Kapiteln im R\u00f6merbrief entfalten wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber schon zu diesem Zeitpunkt hat Paulus gezeigt, dass nur die Menschen im Gericht Gottes Hoffnung haben k\u00f6nnen, die im Vertrauen auf Jesus Christus zu Gott umgekehrt sind, und denen so im Glauben aus Gnade Gottes Gerechtigkeit zugesprochen wurde. Alle Menschen, die diese Umkehr im Glauben ablehnen, haben im Gericht Gottes keine Hoffnung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.2 Weitere Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Krimmer, Heiko. R\u00f6merbrief (Edition C Bibelkommentar)<\/li><li>Schnabel, Eckhard. Der Brief des Paulus an die R\u00f6mer: Kapitel 1-5 (Historisch&nbsp;&nbsp; Theologische Auslegung)<\/li><li>L\u00fcthi, Walter. Der R\u00f6merbrief<\/li><li>De Boor, Werner. Der Brief des Paulus an die R\u00f6mer (Wuppertaler Studienbibel)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Verstehen, worum es geht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.1 Hinweise f\u00fcr situative \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Letzte Woche haben wir im zweiten Teil von R\u00f6mer 1 vor Augen gestellt bekommen, wie die S\u00fcnde das gro\u00dfe Verh\u00e4ngnis unserer Welt ist. Wir haben gesehen, wie dringend wir Menschen das Evangelium der Gnade Gottes brauchen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir predigen diese Verse vorwiegend zu Christen und wenn wir als Christen die Ausf\u00fchrungen von Paulus \u00fcber die Gesetzlosigkeit der Welt lesen, dann stehen wir in der Gefahr, uns betroffen neben ihn zu stellen und \u00fcber die Schlechtigkeit der Welt den Kopf zu sch\u00fctteln. Insgeheim klopfen wir uns aber innerlich auf die Schultern und denken: Zum Gl\u00fcck bin ich nicht so.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Paulus kennt die frommen Menschen, er wei\u00df um ihre Gefahr der Selbstgerechtigkeit und deshalb betont er in Kapitel 2, dass jeder Mensch die Gnade Gottes braucht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.2 Hinweise f\u00fcr hermeneutische \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist sehr wichtig, dass wir Kapitel 2,1-16 nicht losgel\u00f6st von R\u00f6m 1,16f verstehen. Es kann nicht sein, dass Paulus in diesen Versen eine Werkgerechtigkeit predigt, wenn er in 1,16f so den Glauben betont. Auch in Kapitel 3,21ff wird Paulus jede Art von Werksgerechtigkeit ablehnen. Wir m\u00fcssen also sehr deutlich herausarbeiten, was Paulus meint und auch nicht meint, wenn er in Vers 6 sagt, dass Gott \u201eeinem jeden geben wird nach seinen Werken.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.3 Hinweise f\u00fcr homiletische \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Argumentationslinie von Paulus in diesen Versen ist auf den ersten Blick nicht offensichtlich. Deshalb m\u00fcssen wir versuchen, sie in der Predigt deutlich nachzuzeichnen. Wir m\u00fcssen u.a. kl\u00e4ren:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wen spricht Paulus hier an?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum ist die Selbstgerechtigkeit so ein gro\u00dfes Problem?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum betont Paulus hier so stark die Werke?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was meint Paulus damit, wenn er schreibt, dass die Heiden \u201esich selbst Gesetz\u201c sind?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nur wenn wir als Prediger, diese Fragen sorgf\u00e4ltig bedacht haben, k\u00f6nnen wir die H\u00f6rer durch die Argumentation von Paulus hindurchleiten. Es geht nicht darum, dass wir auf alles eine endg\u00fcltige Antwort haben, aber unsere H\u00f6rer sollten nicht den Eindruck gewinnen, dass die Schwierigkeiten im Text irgendwie umschifft werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3. Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch die Predigt soll den H\u00f6rern deutlich werden, dass wir uns, egal wie fromm wir sind, nicht aus unserer eigenen Kraft vor Gott entschuldigen k\u00f6nnen. Vor Gottes Ma\u00dfstab sind wir alle schuldig. Die Predigt soll ermutigen, nicht auf die eigene Gerechtigkeit zu vertrauen, sondern die Hoffnung ganz auf die Gnade und G\u00fcte Gottes in Jesus Christus zu setzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.2 Predigtthema \u2013 was sage ich in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gott ist gerecht und g\u00fctig<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.3 Predigtentfaltung \u2013 wie sage ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a) Wenn wir \u00fcber uns selbst das Urteil sprechen (V.1-4)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">b) Gottes Urteil ist absolut gerecht (V.5-13)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">c) Wenn das Gewissen Gott Recht gibt (V.14-16)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">oder<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a) Der Irrtum der Selbstgerechtigkeit (V.1-4)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">b) Die Ausweglosigkeit der Selbstgerechtigkeit (V.5-13)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">c) Das Eigentor der Selbstgerechtigkeit (V.14-16)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.4 Predigtveranschaulichungen \u2013 wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die klassische Veranschaulichung f\u00fcr Selbstgerechtigkeit finden wir im Gleichnis vom Pharis\u00e4er und Z\u00f6llner (Lk 18,9-14).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Auch die Begegnung zwischen David und dem Propheten Nathan, die uns in 2.Sam 12 berichtet wird, ist eine ausgezeichnete Veranschaulichung zu unserem Predigttext. David spricht mit seinem selbstgerechten Urteil \u00fcber sich selbst das Urteil. Gott misst David an den Ma\u00dfst\u00e4ben, die David selbst angelegt hat.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Wilhelm Busch erz\u00e4hlt in seinem Buch \u201eKleine Erz\u00e4hlungen\u201c wie Gott die Selbstgerechtigkeit eines Menschen durchbrochen hat:<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ich tue recht und scheue niemand<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Geradezu aufregen kann mich dieser Satz! Wie oft ach ja, wie erm\u00fcdend oft habe ich es erlebt, dass einer, dem ich das Evangelium be\u00adzeugte, freundlich abwinkte und \u00fcberlegen sag\u00adte: \u00bbWissen Sie, ich halte mich an die Religion, die schon mein Vater hatte. Und die hei\u00dft: Tue recht und scheue niemand.\u00ab Da bin ich dann oft aufgebraust und habe hef\u00adtig erwidert: \u00bbDas ist die bl\u00f6deste Religion, die ich kenne. Denn erstens ist es eine Religion, bei der Gott noch nicht mal vorkommt. Und zwei\u00adtens \u2013 ist es gar nicht wahr!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann hat der andere wohl still gel\u00e4chelt, als wenn er sagen wollte: \u00bbWahrscheinlich hast du Recht. Aber so ist es f\u00fcr mich am bequemsten.\u00ab Und da l\u00e4sst sich ja dann nichts machen. Aber einmal hat es mir Gott doch geschenkt, dass so ein selbstgerechter S\u00fcnder aus seinem stolzen Sattel st\u00fcrzte. Es ist schon f\u00fcnfzehn Jahre her. Und der Mann, um den sich\u2018s dabei handelt, ist l\u00e4ngst in der Ewigkeit. So kann man die Ge\u00adschichte ruhig erz\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja, man muss sie erz\u00e4hlen. Denn wir haben viel vergehen sehen: ein Kaiserreich und eine Repu\u00adblik und einen totalit\u00e4ren Staat. Und mit diesen Systemen fielen jedes Mal Weltanschauungen dahin. Aber der dumme Satz \u00bbIch tue recht und scheue niemand\u00ab ist geblieben, \u2013 geblieben in ei\u00adnem Volk, das jahrelang geradezu vorgelebt hat, was Menschenfurcht ist. Doch wer will sich dar\u00ad\u00fcber wundern? Den Satz haben schon die Phari\u00ads\u00e4er zu Kaiser Augustus\u2018 Zeiten gesagt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber nun zu der Geschichte!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da besuchte ich oftmals einen alten Mann in ei\u00adnem Altersheim. Er war ein gottloser, verh\u00e4rteter Kerl. Und was ich ihm auch aus der Bibel vorlas, das lief an ihm ab wie Wasser am Marmorstein. Als ich eines Tages wieder in sein Zimmer trete, liegt er im Bett. \u00bbOh, sind Sie krank, Vater N.?\u00ab, frage ich. Verdrie\u00dflich antwortet er: \u00bbAch, wenn man mal f\u00fcnfundsiebzig ist, kann man ja ruhig sterben.\u00ab \u00bbStopp!\u00ab, rufe ich. \u00bbHalt! Das ist nicht richtig! Ob man ruhig sterben kann, das h\u00e4ngt nicht vom Alter ab. Ich habe einen vierzehnj\u00e4hrigen Jungen ruhig sterben sehen. Und ich habe einen alten S\u00fcnder verzweifelt in seinen S\u00fcnden dahinfah\u00adren sehen. Nein! Vom Alter h\u00e4ngt das nicht ab. Das h\u00e4ngt vom Frieden mit Gott ab!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Etwas unsicher schaut mich der Alte an. Dann legt er los: \u00bbFrieden mit Gott? Den habe ich! Ich habe nichts gegen Gott. Mein Wahlspruch war: Tue recht und scheue niemand! Danach habe ich gelebt. Ich habe niemand bestohlen, ich habe nie\u00admand Unrecht getan \u2026\u00ab Und w\u00e4hrend er nun alle seine \u00bbguten Taten\u00ab aufz\u00e4hlt, kratzt er mit beiden H\u00e4nden auf der Bettdecke. Es ist, als wenn er alle seine Vorz\u00fcge und guten Taten auf ein H\u00e4uflein zusammen\u00adscharren und vor Gott hinlegen wolle. Immer noch z\u00e4hlt er auf, w\u00e4hrend seine H\u00e4nde das unsichtbare H\u00e4uflein h\u00fcbsch s\u00e4uberlich zu\u00adsammenscharren: \u00bb\u2026 ich habe nie Streit gehabt in meinem Haus, ich war immer kameradschaftlich gegen\u00fcber meinen Arbeitskollegen, ich habe \u2026\u00ab Endlich ist er fertig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00bbLieber Mann!\u00ab, sage ich nun, \u00bbda kann ich Ih\u00adnen ja nur gratulieren, dass Sie so pr\u00e4chtig und gro\u00dfartig vor das Angesicht des lebendigen Got\u00adtes treten k\u00f6nnen. Ich bin zwar nur halb so alt wie Sie. Aber so gro\u00dfartig stehe ich leider nicht da. Wenn ich auf mein Leben zur\u00fcckschaue, dann muss ich sehr traurig werden dar\u00fcber, wie oft ich versagt habe. Wie oft habe ich Gottes Ge\u00adbote \u00fcbertreten! Wie oft bin ich Liebe schuldig geblieben! Wie oft habe ich mit meinen Launen meine Umgebung gequ\u00e4lt! Oh, da ist viel, viel Schuld. Und sehen Sie! Darum bin ich froh, dass ich einen Heiland habe, der am Kreuz f\u00fcr mich gestorben ist und der mich verlorenen Menschen mit Gott vers\u00f6hnt hat. Ja, dieser Heiland ist mei\u00adne ganze Hoffnung.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einige Augenblicke ist es sehr still im Zimmer. Dann seufzt der alte Mann tief auf und gibt zu: \u00bbJa, wenn ich mir die Sache genau \u00fcberlege, dann ist in meinem Leben auch nicht alles so gewesen, wie es sein sollte \u2026\u00ab \u00bbOho!\u00ab, lege ich nun aber los. \u00bbWas soll das denn hei\u00dfen? Eben haben Sie doch noch so gro\u00df\u00adartig getan, wie Sie vor Gott bestehen k\u00f6nnten und wie Ihr Leben vollkommen in Ordnung sei!\u00ab \u00bbJa \u2026\u00ab, sagt er z\u00f6gernd, \u00bbwenn man sein Le\u00adben mal so richtig ansieht, dann \u2026\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00bbJa, lieber Vater, dann packen Sie mal aus und machen Sie Ihr Gewissen frei!\u00ab Und dann kam eine Beichte. Was da gespro\u00adchen wurde, hat nur Gott h\u00f6ren d\u00fcrfen. Aber als der alte Mann fertig war, stand ein riesiger Berg von Schuld und S\u00fcnde da, vor dem das kleine H\u00fcgelchen auf der Bettdecke ganz und gar ver\u00adschwand. Ich war ersch\u00fcttert. \u00bbO lieber Mann! Mit solch einem Berg von S\u00fcnde wollten Sie in die Ewigkeit gehen?! So wollten Sie vor den drei\u00admal heiligen Gott treten?!\u00ab Und dann kniete ich an seinem Bett nieder, und wir brachten diesen Berg von Schuld vor Gott.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als wir das getan hatten, durfte ich ihm sagen: \u00bbNun heben Sie Ihre Augen auf zum Heiland am Kreuz! Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frie\u00adden h\u00e4tten.\u00ab Dann ging ich und lie\u00df ihn in gro\u00dfer innerer Not und Herzensunruhe zur\u00fcck. Als ich nach wenigen Tagen wiederkam, fand ich einen v\u00f6l\u00adlig verwandelten Mann vor. Nun hatte sein Herz den gefunden, der in die Welt gekommen ist, um \u00bbdie S\u00fcnder selig zu machen\u00ab. Und als ein Begnadigter und von Gott Ange\u00adnommener und wirklich mit Gott Vers\u00f6hnter ist er im Jahr darauf friedlich hin\u00fcbergegangen in die Ewigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(Tobias Schurr)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigtthema:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Gott ist gerecht und g\u00fctig Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. 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