{"id":4250,"date":"2021-05-15T09:45:05","date_gmt":"2021-05-15T07:45:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=4250"},"modified":"2021-05-15T09:45:05","modified_gmt":"2021-05-15T07:45:05","slug":"predigthilfe-vom-13-juni-2021-roemer-1-18-32","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-13-juni-2021-roemer-1-18-32\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 13. Juni 2021 &#8211; R\u00f6mer 1, 18-32"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Predigtthema:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Die Welt ist dahingegeben \u2013 als Folge ihres G\u00f6tzendienstes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1. Sehen, was dasteht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen, um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\">www.bibleserver.com<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.1 Anmerkungen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 18:<\/strong> Paulus kn\u00fcpft mit Vers 18 direkt an seine Aussagen \u00fcber das Evangelium und Gottes Gerechtigkeit in Vers 16-17 an. Indem er auf drastische Weise die Gottlosigkeit und die daraus resultierende Verlorenheit der Menschheit aufzeigt, macht Paulus deutlich, wie dringend wir alle die gute Nachricht von Jesus brauchen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 19-20:<\/strong> Dabei hat kein Mensch eine Ausrede, weil Gott sich in der Sch\u00f6pfung offenbart hat. Nat\u00fcrlich ist diese Offenbarung in der Sch\u00f6pfung nicht so klar und weitreichend, wie sich Gott in seinem Wort geoffenbart hat. Dennoch ist sie ausreichend, dass ein Mensch erkennen kann, dass Gott existiert. Gott hat uns Menschen so gemacht, dass wir ihn in der Sch\u00f6pfung erkennen m\u00fcssten. Die Tatsache, dass wir Menschen es nicht tun, zeigt wie sehr wir unter der Herrschaft der S\u00fcnde stehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 21-23:<\/strong> Paulus beschreibt ganz ungesch\u00f6nt, wie wir Menschen uns von Gott abwenden und alle m\u00f6glichen gemachten Dinge in den Rang Gottes setzen. Diesen t\u00f6richten G\u00f6tzendienst prangern auch die Propheten im AT immer wieder an. Sehr bekannt und pr\u00e4gnant ist die Anklage von Jeremia in Kapitel 10, wo er die G\u00f6tzen als Vogelscheuchen im Gurkenfeld bezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses Weglaufen von Gott widerspricht Gottes Weisheit v\u00f6llig und zeigt, wie wir Menschen in unserer Schuld zu Narren werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 24-32:<\/strong> Nachdem er den grunds\u00e4tzlichen Weg des G\u00f6tzendienstes der Menschen beschrieben hat, erkl\u00e4rt Paulus nun, wie Gott auf diesen G\u00f6tzendienst reagiert. Er \u00fcbergibt die Menschen ihren eigenen W\u00fcnschen und Begierden, was dazu f\u00fchrt, dass sie sich immer weniger nach Gottes Ordnungen richten und stattdessen ihre eigenen Wege gehen. Paulus spricht dreimal davon, dass Gott die Menschen \u00fcbergeben hat (V24.26.38).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Paulus spricht also hier vom Gericht Gottes, der seine ordnende, orientierende Hand zur\u00fcckzieht und die Menschen ihrer selbstgew\u00e4hlten, geistlichen Orientierungslosigkeit \u00fcberl\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies zeigt sich f\u00fcr Paulus zuerst darin, dass Menschen nicht mehr Gott, den Sch\u00f6pfer, verehren und ihm dienen, sondern stattdessen das Gesch\u00f6pf. Weiter zeigt sich diese Orientierungslosigkeit f\u00fcr Paulus darin, dass Gottes Ordnung f\u00fcr das ganze menschliche Leben nicht mehr beachtet wird. Paulus beginnt in V.26-27 mit der Geschlechtlichkeit und z\u00e4hlt dann in V.28-31 eine ganze Liste von Verhaltensweisen auf, die als Folge auftreten, wenn Gott seine ordnende Hand von der Menschheit wegnimmt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Ablehnung der g\u00f6ttlichen Ordnung geschieht nach \u00dcberzeugung von Paulus nicht durch Unwissenheit, sondern im Wissen um das, was Gott sagt, also mit vollem Bewusstsein (V.32).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.2 Weitere Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Krimmer, Heiko. R\u00f6merbrief (Edition C Bibelkommentar)<\/li><li>Schnabel, Eckhard. Der Brief des Paulus an die R\u00f6mer: Kapitel 1-5 (Historisch&nbsp;&nbsp; Theologische Auslegung)<\/li><li>L\u00fcthi, Walter. Der R\u00f6merbrief<\/li><li>De Boor, Werner. Der Brief des Paulus an die R\u00f6mer (Wuppertaler Studienbibel)<\/li><li>Zum Thema G\u00f6tzendienst ist das Buch: \u201eEs ist nicht alles GOTT was gl\u00e4nzt\u201c, von Timothy Keller empfehlenswert.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Verstehen, worum es geht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.1 Hinweise f\u00fcr situative \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir leben in einer Welt, in der man das Gef\u00fchl hat, dass christliche Wertma\u00dfst\u00e4be immer mehr \u00fcber Bord geworfen werden. Manchmal stehen wir als Christen hilflos davor und fragen uns, was wir tun k\u00f6nnen und sollen. Paulus stellt uns in R\u00f6m 1,18ff sehr deutlich vor Augen, dass diese Ablehnung von Gottes Wertma\u00dfst\u00e4ben ein Grundcharakteristikum der gefallenen Welt ist. Das Grundproblem seit dem S\u00fcndenfall besteht darin, dass wir Menschen in unserer S\u00fcnde eben nicht den wahren Gott anbeten, sondern uns alle m\u00f6glichen anderen G\u00f6tter machen und diese auf den Thron setzen, der allein dem wahren Gott geh\u00f6rt. In dieser Realit\u00e4t lebt unsere Welt, und deshalb ist Gott zu Recht zornig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn wir als Christen vom Evangelium reden, ist es wichtig, dass wir erkannt haben, dass Gott wirklich und nicht grundlos zornig ist. Nur dann ergibt das Evangelium einen Sinn. Wenn wir versuchen das Evangelium nur mit Liebe zu erkl\u00e4ren und nicht deutlich machen, dass Gott zu Recht im Blick auf unsere Schuld zornig ist, bleibt Jesu Tod am Kreuz eine willk\u00fcrliche, nicht nachvollziehbare Aktion.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber wenn wir erkennen, dass Jesus am Kreuz wirklich den Zornbecher des Vaters tr\u00e4gt, wie er es selbst in Joh 18,11 sagt, dann erkennen wir am Kreuz die gr\u00f6\u00dfte Liebestat aller Zeiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weiter m\u00fcssen wir sehen, dass das Leben in der S\u00fcnde katastrophale Auswirkungen hat. Besonders muss uns ins Auge fallen, dass Paulus dreimal davon redet, dass Gott die Menschen dahingibt und eben dann beschreibt, wie sich menschliches Leben in dieser Trennung von Gott entwickelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Paulus benutzt hier die menschliche Sexualit\u00e4t als prim\u00e4res Beispiel oder als Pr\u00fcfstein, weil sich f\u00fcr ihn hier zeigt, wie es um den Menschen im Innersten bestellt ist. Aber er macht deutlich, dass die S\u00fcnde auch in allen anderen Bereichen des Lebens furchtbare Folgen hat, weil \u00fcberall deutlich wird, dass nicht mehr Gott im Mittelpunkt steht, sondern der gefallene Mensch mit seinen egoistischen Begierden. Der Mensch ist sich selbst zum G\u00f6tzen geworden. Und schlussendlich ist all dies eine Konsequenz daraus, dass durch die S\u00fcnde unsere Beziehung zu Gott zerst\u00f6rt ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genau hier ist das Evangelium die alles entscheidende Botschaft, weil das Evangelium der Gnade allein die Kraft Gottes ist und hat, um diesen furchtbaren Zustand zu \u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.2 Hinweise f\u00fcr homiletische \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Paulus beschreibt in diesen Versen sehr drastisch, wie es um uns Menschen unter der S\u00fcnde bestellt ist. Es ist wichtig und gut, dass wir dieser Betonung in der Predigt nachgehen. Allerdings d\u00fcrfen wir den Zusammenhang nicht aus den Augen verlieren. Bevor Paulus \u00fcber den menschlichen Zustand unter der S\u00fcnde reflektiert, hat er in kurzen, aber gewaltigen Worten das Evangelium auf den Leuchter gehoben (R\u00f6m 1,16-17). Paulus hat betont, welch eine wunderbare Kraft Gottes das Evangelium ist und jetzt geht es ihm darum, sehr deutlich zu zeigen, wie sehr jeder Mensch wirklich auf dieses Evangelium angewiesen ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weiterhin sollten wir uns in der Predigt nicht auf eine \u201eSpezials\u00fcnde\u201c versteifen. Paulus macht sehr deutlich, dass unser Grundproblem der G\u00f6tzendienst ist, der in den verschiedensten Spielarten auftaucht. Dieser G\u00f6tzendienst verunstaltet dann das ganze Leben. Wir sollten deutlich machen, wie umfassend unser Leben durch die S\u00fcnde in Mitleidenschaft gezogen wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir sollten diese Predigt nutzen, um das Evangelium gro\u00df zu machen, Jesus zu verherrlichen und die menschliche Not unter der S\u00fcnde deutlich herauszustellen. Dabei ist es wichtig, dass wir sehr klar benennen, dass Gottes Wort der Ma\u00dfstab f\u00fcr richtig und falsch ist. Nicht das, was wir als gefallene Menschen als S\u00fcnde empfinden, ist S\u00fcnde, sondern das, was Gott in seinem Wort so benennt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch wenn wir sehr klar erkennen, wie unsere Gesellschaft in vielen Bereichen Gottes Gebote mit F\u00fc\u00dfen tritt, sollten wir in der Predigt darauf achten, dass wir nicht mit dem Finger auf andere zeigen und uns \u00fcber sie erheben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielmehr sollten wir im Blick auf die S\u00fcnde der Welt und unsere eigene S\u00fcnde traurig und dem\u00fctig werden, und uns wieder ganz mit einem bu\u00dffertigen Herzen dem Evangelium der Gnade hingeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir wollen nicht im G\u00f6tzendienst leben, sondern den lebendigen Gott auf den Thron unseres Lebens setzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3. Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Predigth\u00f6rer sollen erkennen, wie tief wir Menschen in unserer S\u00fcnde, in unserem G\u00f6tzendienst gefangen sind. Sie sollen erkennen, wie sehr Gott die S\u00fcnde hasst und dass unsere einzige Hoffnung, dem berechtigten Zorn Gottes zu entkommen, in Jesus Christus gegr\u00fcndet ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.2 Predigtthema \u2013 was sage ich in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Welt ist dahingegeben \u2013 als Folge ihres G\u00f6tzendienstes<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.3 Predigtentfaltung \u2013 wie sage ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a) Ausrede zwecklos! (V.18-20)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">b) Ein katastrophaler Wechsel [von Gott zum G\u00f6tze] (V.21-23)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">c) Unsere Ablehnung Gottes hat katastrophale Konsequenzen (V.25-32)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.4 Predigtveranschaulichungen \u2013 wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>&nbsp;Im Hotel ist die Toilette verstopft und \u00fcbergelaufen. Das schmutzige Wasser verteilt sich. Die G\u00e4ste daraufhin die Rezeption und sagen: \u201eWir haben hier ein kleines Problem mit der Toilette\u201c. Einige Minuten sp\u00e4ter klopft es und ein Mitarbeiter des Hotels steht vor der T\u00fcr, nur mit einem kleinen Lappen bewaffnet. Er m\u00f6chte das \u201ekleine Problem\u201c beheben. Als er das wirkliche Ausma\u00df des Problems erkennt, kommentiert er dies mit einem ziemlich unsch\u00f6nen Wort und geht. Einige Minuten sp\u00e4ter steht er in voller Bewaffnung vor der Zimmert\u00fcr. Mit Wassersauger, Werkzeug und allem, was man eben braucht, um dieses Problem zu beheben. Es ist sehr wichtig, dass wir die Dimension unseres Problems mit Gott kennen, um richtig damit umgehen zu k\u00f6nnen (Bsp. aus einer Predigt).&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>&nbsp;Auf der Nordseeinsel Borkum liegt ein transatlantisches Kabel, das mit schweren, starken Ketten verankert ist. Wenn die Ebbe kommt, wenn das Meer zur\u00fcckweicht, liegen die Ketten unbedeckt auf dem Strand. An einem Sonntagnachmittag spielen drei junge M\u00e4nner dort auf dem Sandstrand, versuchen die schweren Ketten zu heben, indem sie ihre F\u00fc\u00dfe in die Kettenglieder stecken. Wer kann die Kette am h\u00f6chsten heben? Das ist die Kraftprobe, um die es geht. Pl\u00f6tzlich bleibt der Fu\u00df des einen in einem Glied der Kette stecken. Die anderen lachen und scherzen: &#8222;Nun bist du gefangen, nun musst du ertrinken.&#8220; Gemeinsam versuchen sie den Freund zu befreien. Aber weder der Stiefel ist aus der Kette zu l\u00f6sen, noch l\u00e4sst sich der Fu\u00df aus dem Schuh herausziehen. Von ferne kommt ein unheimliches Brausen. Immer n\u00e4her t\u00f6nt es in den Ohren der Jungen. Die Flut kommt! In Todesangst arbeiten und ziehen sie. Aber umsonst! Der Fu\u00df bleibt in der Kette. Die Wogen kommen n\u00e4her. Die beiden m\u00fcssen weichen, um sich selbst zu retten. \u00dcber dem Einsamen in der Kette schl\u00e4gt die Flut zusammen. Aus dem Spiel ist bitterer Ernst geworden. Ein Leben an der Kette ging zugrunde und von diesem furchtbaren Geschehen reden die Insulaner noch heute. Und doch h\u00e4ngen wir alle an der Kette, die uns nicht frei gibt: An der Schuld. Die S\u00fcnde schl\u00e4gt \u00fcber einem Menschen zusammen wie die Flut \u00fcber dem Jungen in unserer Geschichte. Aber es gibt ein Wort in der Bibel, das uns helfen kann: Wen der Sohn frei macht, der ist recht frei (gefunden auf erf.de).&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <em><\/em><\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Alle in einem Boot<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es war zu der Zeit, als es in den USA noch Sklaverei gab. Ein alter Mann namens Mose war es leid geworden, Tag f\u00fcr Tag und Jahr f\u00fcr Jahr Holz zu f\u00e4llen. Eines Tages dachte er dar\u00fcber nach, wer wohl die Schuld daran trage, dass er solch ein schweres Leben f\u00fchren musste. Er fand f\u00fcr alle, an die er sich erinnern konnte, triftige Entschuldigungsgr\u00fcnde. Schlie\u00dflich kam er zu dem Schluss, dass letztlich alles Adams Schuld war. H\u00e4tte er doch nur nicht den Apfel gegessen! Deshalb musste der Mensch das herrliche Paradies verlassen und auf dem Feld arbeiten, um sich im Schwei\u00dfe seines Angesichts sein Brot zu verdienen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Je mehr der alte Mose dar\u00fcber nachdachte, desto \u00e4rgerlicher wurde er auf Adam. Bei jedem Axtschlag murmelte er: \u201eAlter Adam, alter Adam!\u201d Und mit jedem Wort schlug er etwas fester zu. Eines Tages \u2013 Mose war noch nicht zur Arbeit gegangen \u2013 h\u00f6rte ihn der Gutsbesitzer schimpfen. Er fragte ihn, was das zu bedeuten habe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eAch\u201d, antwortete Mose, \u201ewenn Adam nicht den Apfel gegessen h\u00e4tte, dann m\u00fcsste ich mich nicht dauernd abschinden. Dann k\u00f6nnte ich zu Hause bleiben, mich ausruhen und Limonade schl\u00fcrfen.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Grundbesitzer dachte nach. Schlie\u00dflich sagte er: \u201eDu darfst zu Hause bleiben, Mose, wie es dein Wunsch ist. Ab sofort brauchst du keine Arbeit mehr zu verrichten. Du kannst dich den ganzen Tag hinlegen und tun, was dir gef\u00e4llt \u2013 allerdings unter einer Bedingung: Siehst du das K\u00e4stchen dort auf dem Tisch? Du darfst es nicht \u00f6ffnen! Einverstanden? Gut, dann genie\u00dfe deine Ferien!\u201d<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den n\u00e4chsten Wochen konnte Mose sein Gl\u00fcck kaum fassen. Er lief im Haus herum und genoss seine Mu\u00dfe und schl\u00fcrfte seine Limonade.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann stie\u00df er auf das K\u00e4stchen. Zun\u00e4chst betrachtete er es nur. Doch im Laufe der Zeit wurde die Versuchung, es zu ber\u00fchren, immer m\u00e4chtiger. Als er es schlie\u00dflich nach mehreren Tagen betastete und sogar mit sich herumtrug, wurde ihm die Versuchung zu stark. Es konnte doch so schlimm nicht sein, nur einmal kurz hineinzuschauen!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als er den Deckel vorsichtig an einer Seite hochhob, fiel sein Blick auf ein beschriebenes Blatt Papier auf dem Boden des K\u00e4stchens. Moses Neugier war erst befriedigt, als er den Zettel herausgenommen und gelesen hatte. Darauf stand: \u201eMose, du alter Schurke! Ich m\u00f6chte dich nie mehr \u00fcber Adam schimpfen h\u00f6ren. Wenn du im Garten Eden gewesen w\u00e4rst, h\u00e4ttest du genauso gehandelt wie Adam. Geh wieder in den Wald zur\u00fcck und f\u00e4lle Holz!\u201d &nbsp;&nbsp; (Autor unbekannt)&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Denn es ist hier kein Unterschied: sie sind allesamt S\u00fcnder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten, und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erl\u00f6sung, die durch Jesus Christus geschehen ist. R\u00f6mer 3,23f<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(Tobias Schurr)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigtthema:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Die Welt ist dahingegeben \u2013 als Folge ihres G\u00f6tzendienstes Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. 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