{"id":4248,"date":"2021-05-15T09:26:53","date_gmt":"2021-05-15T07:26:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=4248"},"modified":"2021-05-15T09:47:24","modified_gmt":"2021-05-15T07:47:24","slug":"predigthilfe-vom-6-juni-2021-roemer-1-1-17","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-6-juni-2021-roemer-1-1-17\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 6. Juni 2021 &#8211; R\u00f6mer 1, 1-17"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Predigtthema:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Wir sind berufen, der Welt das Evangelium zu verk\u00fcnden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1. Sehen, was dasteht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen, um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\">www.bibleserver.com<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.1 Kurzer \u00dcberblick \u00fcber den Inhalt des R\u00f6merbriefes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den n\u00e4chsten Wochen werden wir in unseren Gottesdiensten die ersten acht Kapitel des R\u00f6merbriefes betrachten. Deshalb hier vor Beginn der ersten Einheit ein kurzer \u00dcberblick \u00fcber diesen einzigartigen Brief, der das Denken der Gemeinde Jesu durch die Jahrhunderte stark gepr\u00e4gt hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die ersten Worte des Briefes und auch die biographischen Elemente, die wir im ersten und in den beiden letzten Kapiteln finden, zeigen dass der Brief vom Apostel Paulus an die Christen in Rom geschrieben wurde. Paulus hat diesen Brief wohl kurz vor seinem Besuch in Jerusalem geschrieben, bei dem er eine gro\u00dfe Spende der heidenchristlichen Gemeinden an die Gemeinde in Jerusalem \u00fcberbrachte (vgl. R\u00f6m 15,25; Apg 24,17). Paulus hat den Brief um das Jahr 57 n.Chr. herum geschrieben, wahrscheinlich w\u00e4hrend des Aufenthalts in Korinth, der in Apg 20,3 erw\u00e4hnt wird (Paulus erw\u00e4hnt im R\u00f6merbrief verschiedene Personen, die wir im Zusammenhang mit Korinth kennen).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Paulus selbst kannte zum Zeitpunkt als er den R\u00f6merbrief schrieb die Gemeinde in Rom noch nicht pers\u00f6nlich. Aber ihr Glaube war weithin bekannt und Paulus hatte den gro\u00dfen Wunsch, die Gemeinde in Rom zu besuchen. Die Gemeinde in Rom bestand aus Heiden und Judenchristen, wobei wahrscheinlich die Heidenchristen die Mehrheit bildeten (vgl. R\u00f6m 1,13). Am Ende des R\u00f6merbriefes sehen wir, dass Paulus sich konkrete Gedanken dar\u00fcber machte, seine Missionst\u00e4tigkeit weiter nach Westen auszudehnen und in Spanien Gemeinden zu gr\u00fcnden (vgl. R\u00f6m 15,23-24). Paulus sah seinen Dienst im \u00f6stlichen Mittelmehrraum als erf\u00fcllt an. Auf dem Weg in den Westen wollte er die Gemeinde in Rom besuchen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man kann den R\u00f6merbrief in f\u00fcnf Teile gliedern<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Einleitung (1,1-17) stellt Paulus sich und seinen Auftrag als Heidenapostel vor. Er beschreibt, wie sehr er sich danach sehnt, die Gemeinde in Rom zu besuchen und beendet die Einleitung mit einem wunderbaren Bekenntnis zum Evangelium, das allen, die an Jesus glauben, Gottes Gerechtigkeit verhei\u00dft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im ersten und gleichzeitig l\u00e4ngsten Hauptteil (1,18-8,39) entfaltet Paulus dann den Inhalt des Evangeliums. Er erkl\u00e4rt, dass alle Menschen S\u00fcnder sind und niemand vor dem gerechten Gott bestehen kann (1,18-3,20). Dann wendet sich Paulus der Gerechtigkeit zu, die vor Gott gilt und er erkl\u00e4rt, dass diese Gerechtigkeit den Menschen durch den Glauben an Jesus Christus zugerechnet wird (3,21-4,25). Kein Mensch hat es verdient, von Gott gerecht gesprochen zu werden und doch geschieht genau dies allein aus Gottes Gnade durch die Erl\u00f6sung, die Jesus Christus durch seinen Tod am Kreuz vollbracht hat. Am Beispiel von Abraham zeigt Paulus, wie diese Gerechtigkeit aus Glauben schon immer der Weg war, wie Gott Menschen rettete. Der Tod Jesu am Kreuz hat bewiesen, dass dieser Weg Gottes wirklich gerecht war und ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem Paulus diese Grundlagen gelegt hat, beschreibt er anschlie\u00dfend das neue Leben in oder mit dieser Glaubensgerechtigkeit (5,1-8,39). Paulus beschreibt den wunderbaren Frieden mit Gott und die Hoffnung auf die Herrlichkeit, die f\u00fcr die Gl\u00e4ubigen in Christus Wirklichkeit geworden ist (5,1-11). Er stellt Adam und Christus gegen\u00fcber und zeigt, wie der Tod Jesu f\u00fcr alle Menschen den Weg zu Gott wieder frei gemacht hat (5,12-20). Dieser Weg der Gnade f\u00fchrt aber nicht zu einer Beliebigkeit. In Kapitel 6 zeigt Paulus, dass das alte Leben eines Christen mit Jesus gestorben ist und er nun in einem neuen Leben wandelt. Dieses neue Leben fordert eine radikale Abwendung von der S\u00fcnde und eine Ausrichtung auf Gottes Willen. In Kapitel 7 beschreibt Paulus, wie ein Nachfolger Christi frei vom Gesetz geworden ist, und schildert dann den Kampf mit der S\u00fcnde und das Ringen darum, den Willen Gottes zu tun. Schlie\u00dflich endet der erste Hauptteil, die Entfaltung des Evangeliums, in Kapitel 8 mit dem Blick darauf, wie Gott durch Jesus Christus das alte fleischliche Leben im Menschen besiegt und neues echtes geistliches Leben schenkt. Ein neues Leben durch den Heiligen Geist, der in all denen wohnt, die an Jesus Christus glauben und so Kinder und Erben Gottes sind. Dieses neue Leben ist auf die zuk\u00fcnftige Herrlichkeit ausgerichtet, ein Leben voller Hoffnung und in der Gewissheit, dass niemand und nichts uns von der Liebe Gottes trennen kann, die in Jesus Christus ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im zweiten Hauptteil wendet sich Paulus dem Volk Israel zu (9,1-11,36). Wir sehen, wie Paulus leidenschaftlich im Gebet um das Volk Israel ringt. Er ordnet die aktuelle geistliche Situation Israels heilsgeschichtlich ein. Dabei macht er deutlich, dass das ganze Volk Gottes aus Juden und Heiden von einer gemeinsamen Wurzel getragen wird und dass Israel zum Teil verstockt ist, bis die Vollzahl der Nationen zum Volk Gottes hinzugekommen ist (11,25). Paulus betont aber, dass Gott absolut souver\u00e4n und gleichzeitig gerecht ist und dass er sein Volk Israel nicht versto\u00dfen hat. Paulus blickt in die Zukunft, in der Gott in seiner Gnade das Herz Israels dem Messias zuwenden wird (11,11-32).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im dritten Hauptteil (12,1-15,13) beschreibt Paulus dann, welche Konsequenzen die Botschaft des Evangeliums f\u00fcr das Leben der Christen haben soll. Ihr ganzes Leben soll ein Gottesdienst, ein Opfer f\u00fcr Gott sein, indem Kinder Gottes mit ihrer ganzen Existenz darum ringen, ihr Leben nach dem Willen Gottes zu f\u00fchren (R\u00f6m 12,1-2). Das Leben in der Nachfolge unterscheidet sich ganz grunds\u00e4tzlich von den Prinzipien der gefallenen Welt und ist zutiefst von Gottes Liebe gepr\u00e4gt. Dazu geh\u00f6rt, dass Nachfolger Jesu das B\u00f6se konsequent ablehnen, dass sie die segnen, die sie verfolgen und in liebevoller Einheit miteinander leben. Christen sind dazu aufgefordert, sich der Obrigkeit unterzuordnen, sich nicht den fleischlichen Begierden hinzugeben und einander nicht zu richten. Sie sollen sich vielmehr gegenseitig in ihrem Glauben st\u00e4rken und sich nicht in der Nachfolge behindern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Paulus schlie\u00dft den Brief mit einem recht ausf\u00fchrlichen Schlussteil (15,4-16,27), in dem er den Brief noch einmal begr\u00fcndet und auch seine Reisepl\u00e4ne vorstellt. Paulus f\u00fcgt in Kapitel 16 noch eine ausf\u00fchrliche Gru\u00dfliste an, in der sich auch Tertius vorstellt, der Paulus f\u00fcr diesen Brief als Schreiber gedient hat. Schlie\u00dflich beendet Paulus den Brief mit einem Lobpreis Gottes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.2 Anmerkungen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 1: <\/strong>Paulus stellt sich der Gemeinde in Rom vor und wir sehen, dass er bei der Frage, wer er ist konsequent von seiner Beziehung und Beauftragung gegen\u00fcber Jesus Christus her denkt. Dieses Selbstverst\u00e4ndnis sehen wir bei Paulus durchgehend und in Phil 1,21 bringt er es wohl am deutlichsten auf den Punkt: \u201eDas Leben ist f\u00fcr mich Christus\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 2-4: <\/strong>Paulus bringt schon in diesen Versen eine kompakte Zusammenfassung des Evangeliums und er beginnt damit, dass dieses Evangelium schon im Alten Testament angelegt. ist. Paulus wird im R\u00f6merbrief noch sehr viel aus dem Alten Testament zitieren und klar machen, dass die neutestamentliche Botschaft von Gottes Heilshandeln in seinem Sohn Jesus Christus ganz mit dem Alten Testament \u00fcbereinstimmt. Jesus ist der versprochene Retter, der Sohn Davids. Er ist der Sohn Gottes, der ganz Mensch geworden ist. Und seit seiner Auferstehung und der Himmelfahrt sitzt Jesus wieder zur Rechten Gottes. Paulus schlie\u00dft Vers 4 damit, dass er Jesus \u201eunseren Herrn\u201c nennt und zieht damit die Verbindung zu Vers 1, wo er sich selbst als Knecht Christi bezeichnet, und schafft gleichzeitig die Verbindung mit den Christen in Rom. Jesus Christus ist nicht nur der Herr von Paulus, er ist \u201eunser Herr\u201c, damit geh\u00f6ren die Christen in Rom und Paulus in Christus zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 5-7: <\/strong>Paulus betont die Verbindung zwischen ihm und den Christen in Rom noch mehr und blickt noch einmal auf seine Rettung und seinen Auftrag. Gnade und Apostelamt erinnern an Apg 9,15, wo Jesus mit Hananias \u00fcber Paulus redet, direkt nachdem er Paulus erschienen ist. Jesus hat Paulus zu einem besonderen Werkzeug erw\u00e4hlt. Direkt nach seiner Rettung, als er Jesu Gnade f\u00fcr sich pers\u00f6nlich erfahren hat, bekommt er den Auftrag, Gottes Bote unter den Nationen zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 8-15: <\/strong>Paulus bringt seine Verbundenheit mit der Gemeinde in Rom zum Ausdruck, die er pers\u00f6nlich noch nicht besucht hat. Wie auch in anderen Briefen sehen wir, dass Paulus sein besonderes Augenmerk auf den Glauben der Gemeinde legt. Er freut sich von Herzen, dass das Vertrauen auf Jesus, das in der Gemeinde in Rom zu finden ist, weit \u00fcber Rom hinaus bekannt wurde. Paulus f\u00fchrt an dieser Stelle nicht n\u00e4her aus, wie konkret der Glaube der Gemeinde in Rom sichtbar wurde, aber offensichtlich hat es sich herumgesprochen, mit welchem Vertrauen auf Jesus die Gemeinde in Rom mitten im Zentrum der irdischen Macht gelebt hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Paulus unterstreicht seine Verbundenheit mit der Gemeinde in Rom und auch seinen Wunsch dorthin zu reisen. Paulus sind die Gemeinden ein Herzensanliegen und er betet kontinuierlich f\u00fcr sie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Blick auf seine Pl\u00e4ne ist sich Paulus bewusst, dass er ganz von Gottes Willen abh\u00e4ngig ist. Nur wenn Gott die T\u00fcren \u00f6ffnet, wird es Paulus m\u00f6glich sein die Gemeinde in Rom zu besuchen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hinsichtlich des Besuches der Gemeinde sehen wir ein doppeltes Anliegen. Paulus m\u00f6chte durch seinen Besuch und durch seine Verk\u00fcndigung des Evangeliums die Gemeinde in Rom st\u00e4rken und gleichzeitig erwartet er durch die Begegnung mit den Christen in Rom selbst im Glauben gest\u00e4rkt zu werden. Wir sehen hier das Verst\u00e4ndnis von geistlicher Gemeinschaft, das Paulus ganz tief pr\u00e4gt. Geistliche Gemeinschaft bedeutet den Glauben zu teilen, also einander Anteil zu geben an dem, was Gott in unserem Leben wirkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Paulus schlie\u00dft diesen Abschnitt, indem er noch einmal seine Verpflichtung zur Verk\u00fcndigung des Evangeliums hervorhebt. Er ist es anderen Menschen gegen\u00fcber schuldig, das Evangelium zu verk\u00fcnden. Gott hat ihn dazu beauftragt und nat\u00fcrlich schlie\u00dft dieser Auftrag auch Rom ein, wenn Gott die T\u00fcren \u00f6ffnet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 16-17:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese beiden Verse sind wohl mit die zentralsten im ganzen R\u00f6merbrief. Paulus erkl\u00e4rt die Bedeutung des Evangeliums und gleichzeitig seine Haltung zu dieser wunderbaren guten Nachricht. Er ist zutiefst \u00fcberzeugt von der g\u00f6ttlichen Kraft, die in der rettenden Botschaft von Christus steckt. Deshalb h\u00f6rt er auch nicht auf, allen Menschen von Jesus zu erz\u00e4hlen, auch wenn er immer wieder Widerst\u00e4nde im Blick auf das Evangelium erlebt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als ehemaliger Christenverfolger hat Paulus durch die Begegnung mit dem auferstanden Jesus erlebt, was Gnade bedeutet. Gottes Gerechtigkeit wird dem zugesprochen, der an Jesus Christus glaubt. Und damit zeigt sich auch, was die Verhei\u00dfung in Habakuk 2,4 bedeutet, dass der Gerechte durch seinen Glauben leben wird. Durch diesen wunderbaren Weg der Gnade, erweist Gott selbst seine Gerechtigkeit als Gott, der S\u00fcnden vergibt (vgl. R\u00f6m 3,25-26).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.3 Weitere Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Krimmer, Heiko. R\u00f6merbrief (Edition C Bibelkommentar)<\/li><li>Schnabel, Eckhard. Der Brief des Paulus an die R\u00f6mer: Kapitel 1-5 (Historisch&nbsp;&nbsp; Theologische Auslegung)<\/li><li>L\u00fcthi, Walter. Der R\u00f6merbrief<\/li><li>De Boor, Werner. Der Brief des Paulus an die R\u00f6mer (Wuppertaler Studienbibel)<\/li><li>Bitte studiert auch den Predigttipp von Eckhard L\u00f6ffler vom 09.10.2005 zu (R\u00f6mer 1, 16+17) unter <a href=\"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-9-10-2005-romer-1-1617\/\">https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-9-10-2005-romer-1-1617\/<\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Verstehen, worum es geht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.1 Hinweise f\u00fcr situative \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Paulus schreibt einen Brief an eine Gemeinde, die er nicht pers\u00f6nlich kennt und mit der er sich doch ganz eng verbunden wei\u00df. Paulus geht es in diesen ersten Versen darum, der Gemeinde in Rom deutlich zu machen, wof\u00fcr sein Herz schl\u00e4gt und was ihn in seinem Dienst antreibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr uns heute ist es sehr relevant zu h\u00f6ren, wie Paulus seinen Dienst begr\u00fcndet, wie er im Gebet f\u00fcr die Geschwister eintritt. Weiter ist es wichtig, dass wir sehen, wie Paulus das gemeinschaftliche Miteinander betont. Paulus sieht sich nicht nur als der Gebende. Er geht ganz selbstverst\u00e4ndlich davon aus, dass bei der Begegnung von Christen ein gegenseitiges Erbauen stattfindet. Nur mit dieser \u00dcberzeugung kann Gemeinschaft in der Gemeinde gelingen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade Vers 14 sollte uns immer wieder zu denken geben. Wir sind beauftragt das Evangelium weiterzusagen und in dem Sinne sind auch wir Schuldner den Menschen gegen\u00fcber, mit denen wir zu tun haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Vers 16 &amp; 17 bringt Paulus den Wert des Evangeliums auf den Punkt und seine Leidenschaft f\u00fcr diese Botschaft. Gott zeigt seine Gerechtigkeit durch diese wunderbare Botschaft, eine Gerechtigkeit zu der alle Menschen, die an Jesus Christus glauben Zugang haben. Es gibt keinen Grund sich f\u00fcr dieses Evangelium zu sch\u00e4men. Egal, wie Menschen darauf reagieren, es bleibt Gottes wunderbare Kraft zur Rettung. Im Blick auf unsere Berufung, das Evangelium zu verk\u00fcnden, ist es entscheidend, dass wir die Herrlichkeit und Kraft des Evangeliums immer wieder neu erkennen, und dadurch immer wieder ermutigt werden, die Botschaft von Jesus ohne Scham weiterzusagen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.2 Hinweise f\u00fcr hermeneutische \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Paulus schreibt den R\u00f6merbrief in eine konkrete Situation hinein. Er schreibt an Christen, denen er noch nicht pers\u00f6nlich begegnet ist. Deshalb ist es Paulus ein Anliegen, sich selbst und seinen besonderen Auftrag als Apostel Jesu vorzustellen. Gleichzeitig ist es Paulus wichtig, die Freude an der Gemeinde in Rom und auch die geistliche Verbindung herauszustellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber allem steht aber der Auftrag von Paulus, das Evangelium weiterzusagen. Dieser Auftrag ist der Lebensinhalt von Paulus und er hat gro\u00dfe Sehnsucht auch in Rom die gute Nachricht weiterzugeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Paulus will den Christen in Rom in diesem Brief die gute Nachricht und ihre Konsequenzen entfalten und wir sehen in Vers 16-17 schon, wie Paulus das was in den folgenden Kapiteln kommt vorbereitet, indem er ganz pr\u00e4gnant die Bedeutung des Evangeliums zusammenfasst und auch schon andeutet, dass diese Botschaft ganz im Alten Testament verwurzelt ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.3 Hinweise f\u00fcr homiletische \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir halten diese Predigt mit dem Blick auf unseren eigenen Auftrag, das Evangelium weiterzusagen. Nat\u00fcrlich sind wir nicht der Apostel Paulus, aber wir sind als Nachfolger Jesu ebenfalls beauftragt Zeugen f\u00fcr die Gute Nachricht zu sein. Die Gemeinde in Rom hat ihren Glauben so gelebt, dass er sich herumgesprochen hat und sie waren so Botschafter f\u00fcr das Evangelium.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir haben in der Predigt die Aufgabe zwei Aspekte zu betonen. Auf der einen Seite steht unser Auftrag, das Evangelium zu verk\u00fcnden. Auf der anderen Seite ist aber wichtig, dass dieser Dienst keine gezwungene Pflichterf\u00fcllung sein soll. Vielmehr d\u00fcrfen wir in Vers 16-17 die Sch\u00f6nheit und Kraft des Evangeliums sehen und diese auch verk\u00fcndigen. Wir wollen unseren Auftrag erf\u00fcllen, weil wir erkannt und in unserem eigenen Leben erfahren haben, dass es keine Botschaft gibt, die wichtiger oder besser ist als die gute Nachricht von unserer Rettung in Christus. Und wir wollen durch unser ganzes Leben Menschen einladen, an diese Botschaft zu glauben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hilfreiche Fragen f\u00fcr die konkrete Anwendung k\u00f6nnten sein:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">* Was treibt mich in meinem Leben als Christ, in meinem Dienst an? Ist es die Liebe f\u00fcr das Evangelium?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">*Sind wir wirklich ergriffen vom Evangelium? Das Evangelium ist nicht nur eine Botschaft, die verstanden werden, sondern eine Botschaft, die auch und vor allem geliebt, bejubelt und verk\u00fcndet werden soll.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">* Sind wir uns bewusst, dass Gott selbst es ist, der uns beauftragt, das Evangelium weiterzusagen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3. Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Predigth\u00f6rer sollen ermutigt und ermuntert werden, ihren Auftrag als Botschafter des Evangeliums zu leben. Sie sollen wieder neu h\u00f6ren, wie einzigartig kraftvoll und herrlich diese Botschaft ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.2 Predigtthema \u2013 was sage ich in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir sind berufen, der Welt das Evangelium zu verk\u00fcnden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.3 Predigtentfaltung \u2013 wie sage ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">a) Von Gott ausgesondert (V.1-5)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">b) Von Gott geliebt und berufen (V.6-7)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">c) Von Gott zusammengestellt (V.8-15)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">d) Die einzigartige Botschaft von Gottes Gerechtigkeit (V.16-17)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.4 Predigtveranschaulichungen \u2013 wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Geschichte von Axel K\u00fchner \u00fcber die Wichtigkeit von gelebter Gemeinschaft:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ein lebendiger Stein<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Mann war mit seiner Gemeinde unzufrieden. Er sah die M\u00e4ngel und Fehler, sp\u00fcrte den Sand im Getriebe und zog sich daraufhin immer mehr zur\u00fcck. Er klagte und grollte. Da schenkte ihm Gott einen Traum. Ein Engel trug ihn hinauf in Gottes ewige Welt. Dort sah er das Haus Gottes als einen wunderbaren Tempel. Er staunte \u00fcber das herrliche, majest\u00e4tische Bauwerk. Doch da entdeckte er im Mauerwerk eine L\u00fccke. Offenbar fehlte dort ein Stein. So entstand in dem sch\u00f6nen Bauwerk ein h\u00e4ssliches Loch. \u201eWas bedeutet diese L\u00fccke im Haus Gottes?\u201d, fragte er den Engel. \u201eDiese L\u00fccke hast du gemacht, als du dich aus der Gemeinde zur\u00fcckzogst\u201d, sagte der Engel. \u201eGott wollte dich an dieser Stelle gebrauchen, aber du sahst nur die Fehler der anderen. Vor lauter Klagen und Grollen \u00fcber die anderen bist du gar nicht dazu gekommen, deinen Platz auszuf\u00fcllen. Nun gibt es im Tempel Gottes diese h\u00e4ssliche L\u00fccke!\u201d<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da erwachte der Mann. Und mit neuer Freude arbeitete er nun in der Gemeinde mit. Trotz aller Unzul\u00e4nglichkeiten wollte er ein lebendiger Stein im Hause Gottes sein. Das Ganze mittragen und selbst getragen werden. Er wollte die L\u00fccke im Hause Gottes ausf\u00fcllen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Pastor W. Busch erz\u00e4hlt:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwei M\u00e4nner standen am Stra\u00dfenrand, offenbar Bergleute, wie man an den blauen Narben in ihren Gesichtern sehen konnte. Als ich vorbeiging, gr\u00fc\u00dfte der eine: &#8222;&#8217;n Tag, Herr Pastor!&#8220; Ich trat auf ihn zu: &#8222;Kennen wir uns?&#8220; Er lachte: &#8222;Na klar! Habe Sie oft sprechen h\u00f6ren.&#8220; Und nun wandte er sich an den anderen: &#8222;Das ist also der Jugendpfarrer! Ein ganz ordentlicher Mann! Nur \u2013 er hat leider einen Vogel!&#8220; Ich denke, meine Leser kennen diesen Ausdruck. Die Engl\u00e4nder sagen &#8222;Spleen&#8220;; die Schwaben erkl\u00e4ren: &#8222;Der hat einen Sparren!&#8220;; die Berliner nennen es einen &#8222;Tick&#8220; und im Ruhrgebiet und in anderen Gegenden hei\u00dft man&#8217;s einen &#8222;Vogel&#8220;, wenn jemand an einer Stelle nicht ganz zurechnungsf\u00e4hig ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als der Mann das nun so gelassen erkl\u00e4rte, ging&#8217;s mir doch gegen die Ehre, obwohl man als Pfarrer im Ruhrgebiet &#8222;hart im Nehmen&#8220; wird. Also fuhr ich emp\u00f6rt auf: &#8222;Was habe ich? Einen Vogel?&#8220; Aber der Bergmann beachtete meinen Einspruch gar nicht, sondern wiederholte ganz gem\u00e4chlich: &#8222;Also \u2013 ein ordentlicher Mann \u2013 nur eben \u2013 er hat &#8217;nen Vogel. Er spricht immer von Jesus.&#8220;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Mann!&#8220;, rief ich erfreut. &#8222;Was Sie da sagen, das ist f\u00fcr mich, als wenn Sie mir einen Orden verliehen h\u00e4tten! Ja, den Ruhm m\u00f6chte ich haben: Er spricht immer von Jesus! Nur \u2013 leider habe ich diesen Orden gar nicht verdient. Wie oft habe ich dummes Zeug geschwatzt. Aber \u2013 wissen Sie! Jesus ist es tats\u00e4chlich wert, dass man immer von ihm spricht. Sagen Sie mir: Kennen Sie Jesus?&#8220; Da wandte sich der Bergmann lachend an den anderen: &#8222;Siehst du, nun f\u00e4ngt er schon wieder an!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine wunderbare Veranschaulichung, was geschieht, wenn Gott uns seine Gerechtigkeit schenkt und unsere Schuld von uns nimmt, sehen wir in Sacharja 3,1-5.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>C.J. Mahaney <\/strong>berichtet in einer Predigt von einem amerikanischen Jungen, der zum 16. Geburtstag von seinem Vater ein pinkes Auto geschenkt bekommt. F\u00fcr einen Jungen in diesem Alter sicher ein Schock. Ein Auto, f\u00fcr das man sich sch\u00e4men muss. Aber der Junge sch\u00e4mte sich nur so lange, bis er unter die Motorhaube schaute und einen gewaltigen Motor sah. Das Auto war urspr\u00fcnglich f\u00fcr die Autobahnpolizei ausgestattet worden und deshalb hatte es Kraft ohne Ende. Das Evangelium mag nach menschlichen Ma\u00dfst\u00e4ben unansehnlich, vielleicht sogar zum Sch\u00e4men sein, aber da ist gewaltige Kraft unter der Motorhaube. Das Evangelium ist Gottes Kraft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Martin Luther<\/strong> berichtet sehr anschaulich von seinem eigenen Kampf mit diesen Versen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Die iustitia<\/em><\/strong><strong><em>\u2010Entdeckung (Vorrede zu den lateinischen Werken von 1545)<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Inzwischen war ich in diesem Jahr (1519) zum Psalter zur\u00fcckgekehrt (eo anno iam redieram ad Psalterium), um ihn von neuem auszulegen, im Vertrauen darauf, dass ich ge\u00fcbter sei, nachdem ich St. Pauli Brief an die R\u00f6mer und Galater und den an die Hebr\u00e4er in Vorlesungen behandelt hatte. Ich war von einer wundersamen Leidenschaft gepackt worden (miro certe ardore captus fueram), Paulus in seinem R\u00f6merbrief kennenzulernen, aber bis dahin hatte mir nicht die K\u00e4lte meines Herzens, sondern ein einziges Wort im Wege gestanden, das im ersten Kapitel steht: \u201eDie Gerechtigkeit Gottes wird in ihm (d.h. im Evangelium) offenbart\u201c (R\u00f6m 1,17). Ich hasste n\u00e4mlich dieses Wort \u201eGerechtigkeit Gottes\u201c, das ich nach dem allgemeinen Wortgebrauch aller Doktoren philosophisch als die sogenannte formale oder aktive Gerechtigkeit (de iustitia ut vocant formali seu activa) zu verstehen gelernt hatte, mit der Gott gerecht ist, nach der er S\u00fcnder und Ungerechte straft. Ich aber, der ich trotz meines untadeligen Lebens als M\u00f6nch mich vor Gott als S\u00fcnder mit durch und durch unruhigem Gewissen f\u00fchlte und auch nicht darauf vertrauen konnte, ich sei durch meine Genugtuung mit Gott vers\u00f6hnt: Ich liebte nicht, ja, ich hasste diesen gerechten Gott, der S\u00fcnder straft; wenn nicht mit ausgesprochener Blasphemie, so doch gewiss mit einem ungeheuren Murren war ich emp\u00f6rt gegen Gott und sagte: \u201eSoll es noch nicht genug sein, dass die elenden S\u00fcnder, die ewig durch die Erbs\u00fcnde Verlorenen, durch den Dekalog mit allerhand Unheil bedr\u00fcckt sind? Muss denn Gott durch das Evangelium den Schmerzen noch Schmerzen hinzuf\u00fcgen und uns durch das Evangelium zus\u00e4tzlich seine Gerechtigkeit und seinen Zorn androhen?\u201c So raste ich in meinem w\u00fctenden, durch und durch verwirrten Gewissen und klopfte r\u00fccksichtslos bei Paulus an dieser Stelle an, mit hei\u00dfestem Durst zu wissen, was Sankt Paulus damit sagen will. Endlich achtete ich in Tag und Nacht w\u00e4hrendem Nachsinnen durch Gottes Erbarmen auf die Verbindung der Worte (connexionem verborum attenderem), n\u00e4mlich: \u201eDie Gerechtigkeit Gottes wird in ihm offenbart, wie geschrieben steht: \u201aDer Gerechte lebt aus dem Glauben\u2018 (Hab 2,4).\u201c Da habe ich angefangen, die Gerechtigkeit Gottes als die zu begreifen, durch die der Gerechte als durch Gottes Geschenk lebt, n\u00e4mlich aus Glauben (qua iustus dono Dei vivit, nempe ex fide); ich begriff, dass dies der Sinn ist: Offenbart wird durch das Evangelium die Gerechtigkeit Gottes, n\u00e4mlich die passive (revelari per Evangelium iustitiam Dei, scilicet passivam), durch die uns Gott, der Barmherzige, durch den Glauben rechtfertigt, wie geschrieben steht: \u201eDer Gerechte lebt aus dem Glauben\u201c. Nun f\u00fchlte ich mich ganz und gar neugeboren und durch offene Pforten in das Paradies selbst eingetreten. Da zeigte sich mir sogleich die ganze Schrift von einer anderen Seite. Von daher durchlief ich die Schrift, wie ich sie im Ged\u00e4chtnis hatte, und las auch in anderen Ausdr\u00fccken die gleiche Struktur (analogia), wie: \u201edas Werk Gottes\u201c, d.h. was Gott in uns wirkt, \u201edie Kraft Gottes\u201c, mit der er uns kr\u00e4ftig macht, \u201edie Weisheit Gottes\u201c, mit der er uns weise macht, \u201edie St\u00e4rke Gottes\u201c, das \u201eHeil Gottes\u201c, \u201edie Herrlichkeit Gottes\u201c. Nun, mit wieviel Hass ich fr\u00fcher das Wort \u201eGerechtigkeit Gottes\u201c gehasst hatte, mit um so gr\u00f6\u00dferer Liebe pries ich dieses Wort als das f\u00fcr mich s\u00fc\u00dfeste; so sehr war mir diese Paulusstelle wirklich die Pforte zum Paradies. [\u2026]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: Martin Luther, Studienausgabe, hg. v. H.<\/em>\u2010<em>U. Delius. Bd. 5, Berlin 1882, 635<\/em>\u2010<em>638.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(Tobias Schurr)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigtthema:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Wir sind berufen, der Welt das Evangelium zu verk\u00fcnden Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. 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