{"id":4170,"date":"2021-01-21T17:32:58","date_gmt":"2021-01-21T16:32:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=4170"},"modified":"2021-01-21T17:32:59","modified_gmt":"2021-01-21T16:32:59","slug":"predigthilfe-vom-21-februar-2021-esra-9-10-in-auszuegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-21-februar-2021-esra-9-10-in-auszuegen\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 21. Februar 2021 &#8211; Esra 9-10 (in Ausz\u00fcgen)"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Predigtthema:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Gott will uns ganz \u2013 und verbietet falsche Gemeinschaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1. Sehen, was dasteht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/\">www.bibleserver.com<\/a> (Luther 1984 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000 \/ Neue Genfer \u00dcbersetzung \/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hinweise zu Einleitungsfragen zum Buch Esra finden sich in der Predigthilfe zum 03.01.2021.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zum Abschluss der Predigtreihe nehmen wir uns Kapitel 9 und Kapitel 10 des Esra-Buches vor. Die beiden Kapitel h\u00e4ngen ganz klar zusammen und schildern einen Handlungsstrang: Die Entlassung der fremden Ehefrauen, das Bu\u00dfgebet Esras und das Schuldbekenntnis des Volkes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Exegetisch gibt es zwei besondere Schwierigkeiten in unserem Textabschnitt: Zum einen die Frage der Chronologie, wann spielen Esra 9 und 10? Wie stehen sie im Verh\u00e4ltnis zur Gesetzeslesung in Nehemia 8? Als Zweites die Frage: Wie ist Esra 10,15 zu verstehen? Bei was widersetzten die vier Israeliten sich, war ihre Haltung falsch oder richtig?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Au\u00dferdem gibt es zwei theologische Herausforderungen, denen man sich bei der Textauslegung stellen muss: Zum einen die Frage nach der kollektiven Schuld. Wie kann Esra sich mit dem Volk als schuldig identifizieren, inwieweit gilt die Schuld eines Volkes f\u00fcr das ganze Volk? Als Zweites die Frage: Wie ist die Spannung zwischen dem Scheidungsverbot und dem Verbot der Heirat von kanaanitischen Frauen zu bewerten? Warum war es falsch, ausl\u00e4ndische Frauen zu heiraten und ist die Scheidung hier biblisch gesehen \u00fcberhaupt der richtige Schritt?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diskutiert werden die Punkte unter 1.3.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.2 Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hilfen zur Auslegung bieten z.B.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Klaus vom Orde, Die B\u00fccher Esra und Nehemia, Wuppertaler Studienbibel<\/li><li>Antonius H.J. Gunneweg, Esra<\/li><li>H. G. M. Williamson, Esra. Nehemiah, Word Biblical Commentary<\/li><li>D. J. Clines, Ezra. Nehemiah. Esther, The New Century Bible Commentary<\/li><li>F. Charley Fensham, The Books of Ezra and Nehemiah<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.3 Anmerkungen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wann spielen Esra 9 und 10?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Der Abschnitt beginnt mit \u201eals\u201c oder \u201enachdem\u201c, was auf den ersten Blick nahelegt, dass Esra 9 und 10 direkt nach Esra 8 spielen. Allerdings wird diese Verkn\u00fcpfung h\u00e4ufig auch bei Texten verwendet, die nicht chronologisch nacheinander folgen, um die Textpassagen in Zusammenhang zu stellen. Hier sehen wir aus dem Text: Die Israeliten kamen im 5. Monat, im 7. Jahr des K\u00f6nigs in Jerusalem an (Esra 7,8). In Kapitel 10 lesen wir, dass wir am 20. Tag des 9. Monats sind, also mindestens vier Monate sp\u00e4ter, wenn wir mal davon ausgehen, dass die Geschichte noch im gleichen Jahr spielte.<\/li><li>Einige Kommentatoren gehen davon aus, dass Nehemia 8,1-18, die Toraverlesung durch Esra, in der Zwischenzeit spielte, also zwischen Esra 8 und 9 einzuordnen ist. (So beispielsweise Klaus von Orde oder Williamson). Es werden dort nur wenige Gr\u00fcnde genannt, vor allem wird darauf hingewiesen: Es w\u00e4re doch seltsam, wenn Esra vier Monate lang nichts tat und erst dann auf die Mischehen aufmerksam machte. Au\u00dferdem fehlt in Esra 9-10 eine Verlesung des Gesetzes auf die die Bu\u00dfe die Antwort w\u00e4re, wo Neh 8 gut hineinpassen w\u00fcrde, vor allem, da Neh 8 im 7. Monat spielte (eine Jahresangabe fehlt leider).<\/li><li>Ich w\u00fcrde mich hier allerdings den Kommentatoren anschlie\u00dfen, die Nehemia 8 nicht zwischen Esra 8 und 9 einordnen (so beispielsweise Fensham). Erstens lassen sich die vier Monate Zwischenzeit zwischen Esra 8 und 9 auch gut anders erkl\u00e4ren. Vielleicht reiste Esra zuerst in Israel umher, um zu untersuchen, wie die Situation aussah. Vielleicht musste er zuerst sein eigenes Haus bed\u00fcrftig aufbauen. Das ist nat\u00fcrlich spekulativ, aber es scheint mir kein allzu gro\u00dfes Problem zu sein, dass er die Problematik der Mischehen erst nach vier Monaten ansprach. Zweitens scheint mir das Fehlen einer Gesetzesverlesung hier im Text nicht darauf hinzuweisen, dass Neh 8 hier geschehen sein muss. Es ist sicherlich davon auszugehen, dass Esra als Priester und Schriftgelehrter \u00f6fters predigte und auf verschiedene Missst\u00e4nde hinwies oder auch ermutigende Predigten hielt. Wir m\u00fcssen also davon ausgehen, dass hier in Esra 9-10 nur von einer besonders wichtigen Situation erz\u00e4hlt wird \u2013 was nicht hei\u00dft, dass Esra dazwischen das Volk nicht auf Gott hinwies und genauso predigte. Au\u00dferdem sprechen noch zwei Argumente daf\u00fcr, Neh 8 nicht hier einzuordnen. Wenn die Gesetzeslesung aus Neh im siebten Monat vor Esra 9 gewesen w\u00e4re, w\u00fcrde das wiederum die Frage aufwerfen: Warum dauerte es nach der ausf\u00fchrlichen Gesetzesvorlesung und scheinbaren Umkehr des Volkes noch zwei Monate, bis Esra 9 passierte? Und wieso war Esra in Esra 9 noch so entr\u00fcstet und best\u00fcrzt, wenn ihm die Missst\u00e4nde doch schon Monate zuvor klar und deutlich waren? Ich gehe also davon aus, dass Neh 8 erst einige Jahre sp\u00e4ter spielt und nicht vor Esra 9 anzusetzen ist.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Esra 9,1-4: Die Israeliten bekennen ihre Schuld Esra<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum kommen die Oberen zu Esra und klagen das Volk und sich selbst an?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Wie aus dem Nichts kommen auf einmal einige der Oberen des Volkes zu Esra, um ihm das Problem der Mischehen zu klagen. Was ist davor passiert? Wir wissen es nat\u00fcrlich nicht genau, aber wir k\u00f6nnen sicher davon ausgehen, dass Esra ab und zu Abschnitte aus dem Gesetz las oder rezitierte und Predigen hielt, die m\u00f6glicherweise der Ausgangspunkt f\u00fcr dieses Schuldbekenntnis waren.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer kam zu Esra?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Hier wird von den Oberen des Volkes, von den F\u00fcrsten gesprochen. Interessant ist, dass die Oberen ja unter anderem die Oberen (Vers 2) anklagen. Also entweder kamen einzelne Leiter und \u00c4lteste des Volkes zu Esra, denen missfiel, was die anderen Leiter taten. Oder aber, was mir hier n\u00e4herliegend scheint, es kamen die Obersten gemeinsam zu Esra, weil sie erkannt und gesehen hatten, was sie selbst und das ganze Volk f\u00fcr Schuld auf sich geladen haben. F\u00fcr diese zweite Deutung spricht, dass hier im Kapitel durchgehend von kollektiver Schuld ausgegangen wird, die das ganze Volk Israel betrifft \u2013 nicht nur Einzelne von ihnen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer wird von den Obersten angeklagt?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Es wurde ganz Israel angeklagt: sowohl das Volk, als auch die Priester und die Leviten. Explizit werden die Obersten und Herren genannt, die mit schlechtem Beispiel vorangingen (Vers 2). Das war wohl das Besondere an dem Bekenntnis: Nicht nur das ganze Volk wird angeklagt, sondern die Leiter bekennen letztlich ihre eigene Schuld, dass sie schlechte Vorbilder f\u00fcr das Volk waren.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was genau war die Schuld der Israeliten, warum war es falsch, ausl\u00e4ndische Frauen zu heiraten?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Zuerst m\u00fcssen wir \u00fcberlegen: Was sagt die Bibel allgemein zum Thema Hochzeit mit Ausl\u00e4ndern? Es gibt einige Beispiele, in denen Ausl\u00e4nder geheiratet werden, die nicht negativ sind: Mose heiratete eine Midianiterin, Zippora (2Mose 2,21). In 4Mose 12 klagen Aaron und Mirjam Mose an, weil er eine Kuschiterin geheiratet hat, aber Gott greift ein und bestraft sie daf\u00fcr. Aber die Diskussion in 4Mose 12 zeigt schon, dass diese Frage umstritten war. Auch das Beispiel von Ruth, eine Moabiterin, die durch ihren israelitischen Mann zum Glauben an den wahren Gott kam, ist hier ein positives Beispiel. Es gibt sogar ein positives Beispiel unter den Ur-Einwohnern Israels: Rahab und ihre Familie wurde von dem Bann bewahrt, glaubte an Gott und wurde im Volk Israel akzeptiert (Josua 2). Diese Rahab war dann sogar eine Vorfahrin Jesu (Mt 1,5).<\/li><li>Andererseits gibt es genauso kritische Stimmen gegen das Heiraten von Ausl\u00e4ndern im Alten Testament: So ist es schon Abraham ein Anliegen, dass Isaak keine kanaanitische Frau heiratet (1Mose 24). Esau nahm Frauen der Hetiter, was Isaak und Rebekka zu schaffen machte (1Mose 26,34). In 5Mose 7,1-4 wird die Hochzeit mit Ausl\u00e4ndern verboten, allerdings geht es dort um die V\u00f6lker Kanaans. Mit ihnen sollten sich die Israeliten auf keinen Fall zusammentun oder heiraten (ebenso 2Mose 34,11-17). Auch sp\u00e4ter zu der K\u00f6nigszeit wird immer wieder deutlich, wie gef\u00e4hrlich die Hochzeiten mit ausl\u00e4ndischen Personen sind, weil dadurch K\u00f6nige anderen G\u00f6ttern nachfolgten (z.B. Salomo oder Ahab). Was war der Grund f\u00fcr diese Verbote? Der Grund daf\u00fcr ist durchg\u00e4ngig: die unterschiedliche Kultur und Religion. Die Sorge war eine religi\u00f6se Vermischung und ein Weggehen von Gott. Manche schlie\u00dfen aus diesen unterschiedlichen Aussagen, dass prinzipiell die Ehe mit Ausl\u00e4ndern nicht verboten war, sondern dass es nur im Blick auf die kanaanitischen V\u00f6lker diese Regel gab, was man aus 5Mose 7 herleiten k\u00f6nnte. Allerdings w\u00fcrde das nicht dazu passen, dass hier in Esra 9 beispielsweise auch die Heirat mit \u00e4gyptischen Frauen angeklagt wurde. Wie l\u00e4sst sich also dieser unterschiedliche Befund verstehen?<\/li><li>Meine L\u00f6sung: Ich denke, dass ein grunds\u00e4tzliches Verbot der Hochzeit von Ausl\u00e4ndern galt, was sich aus 5Mose 7 oder Esra 9 her klar ergibt. Allerdings ist daf\u00fcr die Begr\u00fcndung entscheidend: die Gefahr der Religionsvermischung. Nat\u00fcrlich gab es zu jeder Zeit einzelne F\u00e4lle, wo Personen aus anderen V\u00f6lkern gl\u00e4ubig wurden, zu Gott umkehrten und so die Hochzeit mit ihnen erlaubt war (siehe die gerade aufgez\u00e4hlten Beispiele). In den F\u00e4llen war es auch kein Problem. Wenn man wirklich zu Gott umkehrt und sich beschneiden lie\u00df, wurde man sozusagen als Israelit anerkannt (2Mose 12,48). Die Schwierigkeit war nur, wenn Ausl\u00e4nder geheiratet wurden, die ausdr\u00fccklich weiter ihre G\u00f6tter verehrten und nicht ganz zum israelitischen Gott umkehrten und ihren G\u00f6ttern nicht den R\u00fccken kehrten.<\/li><li>Hier in Esra wird also vor allem kritisiert, dass willk\u00fcrlich und massenweise Ausl\u00e4nder geheiratet wurden und dadurch die wahre Religion mit vielen anderen G\u00f6ttern und kulturell-religi\u00f6sem Denken vermischt wurde. Als Begr\u00fcndung werden auch hier explizit die Gr\u00e4uel der V\u00f6lker genannt, also ihre abergl\u00e4ubischen Schandtaten (wie Tempelprostitution 1K\u00f6n 14,24 oder Kinderopfer 2K\u00f6n 16,3). Deswegen hei\u00dft es, dass der heilige Same vermischt wurde. Diese Formulierung unterst\u00fctzt keine Rassentheorie, dass man von der Rasse her Jude sein musste \u2013 was bei genannten positiven Gegenbeispielen gar keinen Sinn ergeben w\u00fcrde. Es bezieht sich stattdessen auf die heilige Nachkommenschaft, die f\u00fcr Gott ausgesondert ist, also diejenigen, die an ihn glaubten, was speziell das Volk Israel war, wo aber Einzelne aus anderen V\u00f6lkern hinzuz\u00e4hlen konnten. Die Formulierung des heiligen Samens kn\u00fcpft hier vermutlich an Jes 6,13 an, wo von dieser heiligen Nachkommenschaft prophezeit wird. Diese Begr\u00fcndung w\u00fcrde auch erkl\u00e4ren, weshalb in Esra 10 jeder einzelne Fall und jede Ehe einzeln gepr\u00fcft wurde und es dadurch einige Zeit dauerte. Ich gehe davon aus, dass man genau \u00fcberpr\u00fcfen wollte, ob es vielleicht doch einzelne Personen anderer V\u00f6lker gab, die wirklich vollst\u00e4ndig und ganz zu Gott umgekehrt sind \u2013 auch wenn das bei der gro\u00dffl\u00e4chigen Vermischung bei den meisten vermutlich nicht der Fall war.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit wem vermischten sich die Israeliten alles?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Hier werden zuerst die Kanaaniter, Hetiter, Perisiter, Jebusiter genannt, das sind die urspr\u00fcnglichen Einwohner Kanaans. Die Begriffe standen urspr\u00fcnglich f\u00fcr einzelne Volksgruppen in Kanaan, werden aber alle teilweise auch f\u00fcr die kompletten Einwohner Kanaans verwendet.<\/li><li>Au\u00dferdem vermischte man sich mit umliegenden V\u00f6lkern, den Ammonitern, Moabitern, \u00c4gyptern und Amoritern. Die Vielfalt der Vermischung zeigt, dass die Israeliten keinen Wert darauf legten, ihrem Gott nachzufolgen, sondern die Religion v\u00f6llig wild mit den Religionen anderer V\u00f6lker vermischten.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum werden hier nur M\u00e4nner angeklagt, die ausl\u00e4ndische Frauen nahmen?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>In 5Mose 7 wird deutlich, dass das grunds\u00e4tzliche Verbot zur Hochzeit von Ausl\u00e4ndern (von dem es einzelne Ausnahmen geben konnte), sowohl f\u00fcr M\u00e4nner und Frauen galt. Warum wird hier also nur von M\u00e4nnern gesprochen, die Schuld hatten? Manche Kommentatoren spekulieren, dass Frauen, die ausl\u00e4ndische M\u00e4nner hatten, keine Schuld hatten, weil die Zugeh\u00f6rigkeit zum Volk Gottes durch die Mutter weitergegeben wurde, wie es teilweise bis heute im j\u00fcdischen Volk ein verbreitetes Verst\u00e4ndnis ist (so Klaus von Orde). Das scheint mir aber nicht sinnvoll. Gerade, wenn man die Begr\u00fcndung durchwegs im Alten Testament ansieht, zeigt sich, dass es um die Gefahr der Religionsvermischung ging, dass die Gr\u00e4uel der V\u00f6lker \u00fcbernommen werden \u2013 wie es hier im Text auch gesagt wird. Was k\u00f6nnte eine andere Erkl\u00e4rung daf\u00fcr sein, dass hier nur M\u00e4nner angesprochen werden? Eine m\u00f6gliche Erkl\u00e4rung w\u00e4re, dass es einfach tats\u00e4chlich zumindest zum gro\u00dfen Teil M\u00e4nner waren, die Ausl\u00e4nder heirateten. Wie es h\u00e4ufig bei Fl\u00fcchtlingsstr\u00f6men bis heute ist, zogen wahrscheinlich auch damals zuerst viele junge Single-M\u00e4nner zur\u00fcck nach Israel, um dort alles aufzubauen. Es herrschte also ein M\u00e4nner\u00fcberschuss, was ein zus\u00e4tzlicher Anreiz gewesen sein k\u00f6nnte, ausl\u00e4ndische Frauen zu heiraten.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie dr\u00fcckte Esra seine Trauer aus?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Als Esra das gesagt bekam und ihm die H\u00e4rte der Situation bewusst wurde, dr\u00fcckte er auf verschiedene Weise seine Trauer aus. Zuerst zerrei\u00dft er seine Gew\u00e4nder. Dann schert er sich Haare und Bart. Und als Drittes setzt er sich best\u00fcrzt nieder. Alles drei waren Zeichen der Entr\u00fcstung, des Zorns und der Trauer, die auch als Zeichen der Bu\u00dfe vorkamen. An vielen Stellen sehen wir in der Bibel \u00e4hnliche Reaktionen: Hiob 1,20, Jes 22,12, Jer 16,6 oder Hes 7,18.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie hatten die Israeliten ihren Treuebruch erkannt?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Es wird hier vor Esra 9 von keiner Gesetzeslesung oder Predigt berichtet. Allerdings kann durchaus davon ausgegangen werden, dass im pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch und \u00f6ffentlich sicher gepredigt wurde. Auch wenn uns das nicht berichtet wird, ist in diesen vier Monaten seit der Ankunft sicher einiges passiert, da Esra Reformen ansto\u00dfen wollte \u2013 sodass nun die Schuld der Mischehen erkannt wurde. Ein Treuebruch ist dieses Vergehen deshalb, weil durch die Mischehen Religionen vermischt wurden und dadurch die Treue zu Gott gebrochen wurde.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was war das Abendopfer?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Esra sa\u00df best\u00fcrzt da bis zum Abendopfer. Das Abendopfer war zur neunten Stunde, also um 15 Uhr. Das Abendopfer war eine beliebte Zeit zum Beten, so beispielsweise auch bei Daniel 9,21.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Esra 9,5-15: Das Bu\u00dfgebet Esras f\u00fcr das Volk<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vers 5-7: Esra beschreibt seine Best\u00fcrzung<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zerrei\u00dft Esra nochmals seine Kleider?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>In Vers 5 wird nochmal gesagt: Esra stand auf und zerriss seine Kleider. Das ist vermutlich als Einleitung zum Gebet nur als Wiederholung und nicht als ein zweites Kleider-Zerrei\u00dfen zu verstehen: Er stand auf in seinen zerrissenen Gew\u00e4ndern und fiel dann zum Beten auf die Knie.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">War das Niederknien eine \u00fcbliche Gebetshaltung?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Meistens wird in der Bibel mit ausgebreiteten und erhobenen H\u00e4nden gebetet (2Mose 9,29; 2Mose 17,11f; 1K\u00f6n 8,22; Ps 28,2). Es gab aber vermutlich sehr unterschiedliche Gebetshaltungen, je nach Kultur und Zeit. M\u00f6glicherweise kam die Gebetshaltung des Niederkniens erst nach dem Exil st\u00e4rker auf \u2013 ganz sicher ist das aber nicht. Durch das Niederknien macht Esra deutlich, dass er sich vor Gott erniedrigt.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum spricht er zu \u201emeinem Gott\u201c?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Es f\u00e4llt auf, dass Esra sich zwar ganz mit unter die Schuld stellt und von \u201eunserer Schuld\u201c spricht, dass er aber gleichzeitig pers\u00f6nlich zu seinem Gott betet. Er pers\u00f6nlich tritt im Gebet vor Gott, sozusagen als Vermittler zwischen Gott und dem schuldigen Volk. Es klingt der Text aus 2Mose 32,11-14 an, wo Mose eine \u00e4hnliche Rolle spielt und zu Gott betet, nachdem die Israeliten das goldene Kalb gemacht und angebetet haben. Auch Mose tritt als Vermittler dazu, bringt die Schuld vor Gott, bittet um Vergebung und erinnert an die Geschichte.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gibt es Kollektivschuld, wenn Esra sich solidarisch mit unter die Schuld stellt?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Schon an der Reaktion Esras, aber noch st\u00e4rker an seinem Gebet wird deutlich: Esra stellt sich mit dem ganzen Volk unter das Urteil und bekennt die Schuld als \u201eunsere\u201c Schuld. Gibt es Kollektivschuld? Juristisch gesehen darf es keine Kollektivschuld geben, sondern jeder muss Verantwortung f\u00fcr seine eigene Schuld tragen. Niemand darf f\u00fcr die Schuld eines anderen juristisch belangt werden. Wenn allerdings ein Volk als Ganzes Verbrechen begeht, kann durchaus von einer Kollektivschuld gesprochen werden, wie das in Deutschland h\u00e4ufig im Blick auf die NS-Zeit getan wird. Das hei\u00dft nat\u00fcrlich nicht, dass jeder Einzelne Deutsche damals oder heute juristisch daf\u00fcr belangt werden kann und Schuld getan hat. Aber es hei\u00dft, dass das Volk als Ganzes eine gro\u00dfe Schuld auf sich geladen hat und das Volk als Ganzes daf\u00fcr Bu\u00dfe tun kann. Wenn man zu einer Gruppe oder einem Volk geh\u00f6rt, das Schandtaten macht, kann man nicht pers\u00f6nlich daf\u00fcr belangt werden (au\u00dfer im Sinn der Kollektivhaftung, die es gibt, wenn die ganze Gruppe Mitt\u00e4ter ist). Trotzdem kann man sich wie Esra hier mit unter die Schuldanklage stellen \u2013 wenn eine Gruppe oder ein Volk bestraft wird beispielsweise nach einem Krieg f\u00fcr Kriegsverbrechen, haben die Strafen teilweise auch Auswirkungen auf alle. \u00c4hnlich ist es, wenn Gott ein Volk f\u00fcr seine Gottlosigkeit straft und ins Exil f\u00fchrt wie bei Israel. Dann trifft das das ganze Volk, auch wenn Einzelne eigentlich Gott nachfolgten.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum wird in Vers 6 zweimal von Sch\u00e4men gesprochen?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>In Vers 6 steht zweimal Sch\u00e4men: Ich sch\u00e4me mich und bin besch\u00e4mt. Durch die Doppelung wird deutlich, dass Esra zutiefst zerknirscht und traurig war. Er sch\u00e4mt sich davor, \u00fcberhaupt sein Gesicht zu erheben.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum wiederholt Esra die Geschichte?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Esra wiederholt nun die Schuld in der Geschichte, um dann auf Gottes bisherige Gnade zu sprechen zu kommen. Dadurch wird die erneute Schuld noch gr\u00f6\u00dfer und schlimmer. Esra schildert, was f\u00fcr schlimme Konsequenzen der Bundesbruch hatte und wie Gott sie in die Hand der Feinde gegeben hat zur Pl\u00fcnderung und zur Schande. Die Folgen waren deutlich zu sp\u00fcren gewesen. Gott ist gerecht und bestraft und so rechnet Esra nun wieder damit, dass Gott strafen wird \u2013 auch wenn in den n\u00e4chsten Versen gleichzeitig die Gnade Gottes durchklingt.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vers 8-9: Das Erbarmen Gottes<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie erkl\u00e4rt Esra die R\u00fcckkehr Israels?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Esra erz\u00e4hlt nun weiter aus der Geschichte: Gott war doch noch gn\u00e4dig. Es gibt Entronnene, einige Gerettete. Eigentlich waren die Niederlage und die Wegf\u00fchrung die gerechte Konsequenz, Israel h\u00e4tte es nicht verdient, weiter zu bestehen. Aber Gott ist nicht nur gerecht, sondern auch gn\u00e4dig: Und so lie\u00df er doch einige \u00fcbrig und erm\u00f6glichte die R\u00fcckkehr. Es gibt einen kleinen heiligen Rest (Jes 4,3). Durch diese Schilderung werden die erneute Schuld und Abwendung von Gott umso schlimmer. Gleichzeitig klingt ein klein wenig Hoffnung mit: Vielleicht, vielleicht ist es doch m\u00f6glich, dass Gott nochmal Gnade zeigt!<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was ist mit dem festen Halt an der heiligen St\u00e4tte gemeint?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Es ist nicht ganz klar, worauf dieses Bild und der Vergleich abzielen. Das Ergebnis ist allerdings klar: Gott hat einen festen Halt gegeben, er hat den Tempelaufbau wieder erm\u00f6glicht, neue Heimat gegeben, Gott hat Sicherheit geschenkt.<\/li><li>Das Bild wird unterschiedlich gedeutet: 1. Es k\u00f6nnte um einen Zeltpflock wie bei Nomaden gehen, die damit ihre Zelte befestigten, aber auch zeigten: Dieses Gebiet geh\u00f6rt mir (Jes 54,2ff). 2. Es k\u00f6nnte um einen Pflock wie ein Nagel gehen, an dem etwas aufgeh\u00e4ngt wird und der es festh\u00e4lt (Jes 22,22-25). 3. Es k\u00f6nnte ein Pflock sein wie die Kupferpfl\u00f6cke an den Vorh\u00e4ngen der Stiftsh\u00fctte (2Mose 27,19). Egal, welches Bild im Hintergrund steht und worauf Esra hier anspielen wird, es ergibt sich daraus, dass Gott eine neue feste Grundlage geschaffen hat, dass der Tempel wieder steht.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was hei\u00dft es, dass die Augen wieder aufleuchteten?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Das Aufleuchten der Augen steht \u00fcbertragen daf\u00fcr, dass Gott Rettung schenkte, zur\u00fcckf\u00fchrte, den Aufbau erm\u00f6glichte und Schutz gab. Das zeigt sich in dem Aufleuchten der Augen derer, die fr\u00f6hlich sind \u00fcber die Hilfe Gottes.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Welche K\u00f6nige von Persien sind hier gemeint?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Gott hat den Israeliten die Gunst der K\u00f6nige von Persien zugesichert, schildert Esra. Damit meint er vermutlich zuerst Kyrus, unter dem die erste R\u00fcckf\u00fchrung geschah. Dann Darius, unter dem der Tempel gebaut wurde. Und dann Artaxerxes, unter dem Esra die zweite R\u00fcckf\u00fchrung durchf\u00fchrte. Diese Gunst Gottes wurde in Kapitel 1-8 geschildert und zeigt auf, wie traurig es ist, dass die Israeliten die Gunst Gottes nicht zu sch\u00e4tzen wussten und ihm die Treue brachen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von welchem Steinwall\/Schutzmauer ist hier die Rede?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Esra spricht von einem Steinwall oder einer kleinen Mauer, die Gott den Israeliten gegeben hat. Was ist hiermit gemeint, die Mauer um Jerusalem wurde doch eigentlich erst 13 Jahre sp\u00e4ter unter Nehemia gebaut? Dieser Vers ist ein Grund, weshalb manche \u00fcberlegen, ob Esra nicht vielleicht nach Nehemia spielte (siehe die Einleitung in der Predigthilfe zum 03.01.). Das scheint mir aber nicht naheliegend. Ich denke, dass es hier um eine Metapher geht. Zum einen steht hier nicht das Wort f\u00fcr Mauer, sondern eher ein Wort f\u00fcr Steinwall, M\u00e4uerchen. Zum anderen wird gesagt, dass Gott diesen Wall um Jerusalem und Juda zog \u2013 die Mauer sp\u00e4ter wurde ja nur um Jerusalem und nicht um ganz Juda gebaut. Deshalb ist die Wendung meiner Ansicht nach hier metaphorisch zu verstehen: Gott hat einen Wall um uns gelegt, er sch\u00fctzt und bewahrt uns!<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vers 10-14: Schuldbekenntnis<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie zeigt sich der Umbruch zu Vers 10?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>In Vers 10 beginnt Esra mit \u201eund nun\u201c. Jetzt geht\u2019s zur Sache, jetzt zieht er die Konsequenz. Jetzt, nach all dem eben Genannten, wiegt die Schuld umso schwerer.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was meint Esra mit \u201ewas sollen wir sagen\u201c?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Zuallererst dr\u00fcckt sich im Schuldbekenntnis die Hilfslosigkeit und Ratlosigkeit Esras aus. Er wei\u00df: Wir haben keine Hilfe und Gnade mehr verdient. Wir haben wieder den Bund gebrochen. Was soll Esra jetzt \u00fcberhaupt noch sagen? Er traut sich kaum, mit Gott zu sprechen. Gottes Gebote wurden wieder vergessen und missachtet.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Woher kommt das Gebot, das Esra hier zitiert?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Weiter oben wurde schon ausf\u00fchrlich die Frage behandelt: Warum war die Hochzeit mit den ausl\u00e4ndischen Frauen so schlimm, welche Bibelstellen gibt es dazu? Esra beruft sich hier wohl auf 5Mose 7,4, der Vers klingt deutlich an. Da Mose als Prophet angesehen wurde (5Mose 18,15), passt es auch, dass Esra dieses Gebot einem Propheten zuschreibt.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was meint Esra mit der Verschonung?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Esra betont nochmal: Gott hat uns nicht so bestraft, wie wir es eigentlich verdient h\u00e4tten. Aus reiner Gnade sind wir nun wieder in Israel. Und trotz dieser unglaublichen Gnade s\u00fcndigt Israel weiter. Deswegen geht Esra Ende Vers 14 davon aus: Gott bleibt nichts anderes \u00fcbrig, als uns endg\u00fcltig zu vertilgen und auszurotten. Anders haben wir es nicht verdient.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vers 15: Die Sprachlosigkeit als Ergebnis des Gebets<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum bittet Esra nicht um Vergebung?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>In Vers 15 kommt Esra zum Ergebnis. Er stellt fest: Gott ist gerecht, aber hat trotzdem Israeliten \u00fcbriggelassen und aus Gnade aus dem Exil errettet. Aber Israel steht nun wieder in der Schuld vor Gott und hat keine M\u00f6glichkeit, in der Schuld vor Gott zu bestehen. Esra kann nur die Schuld vor Gott bringen und eingestehen: Wir haben es nicht verdient, dass du uns nochmal verschonst. Die M\u00f6glichkeit der Gnade scheint ausgesch\u00f6pft. Vermutlich traute sich Esra auch deswegen noch nicht, um Vergebung zu bitten, weil sich die Bu\u00dfe erst in t\u00e4tiger Reue erweisen musste. Zuerst mussten die Frauen entlassen werden, die Israeliten mussten zeigen, dass sie wirklich umkehren wollten. Vielleicht w\u00e4re dann ja noch eine kleine Hoffnung auf Gnade.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Esra 10, 1-6: Das Schuldbekenntnis des Volkes und Versprechen zur \u00c4nderung<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum wechselt Esra 10 von der 1. zur 3. Person?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Inhaltlich schlie\u00dft Esra 10 nahtlos an Esra 9 an, die beiden Kapitel sind als eine gemeinsame Geschichte anzusehen. Warum also wechselt die Person der Erz\u00e4hlung auf einmal zur 3. Person? Es gibt sehr unterschiedliche Thesen und Begr\u00fcndungen f\u00fcr den Personenwechsel hier und an anderen Stellen in Esra. Manche sagen, das sei ein Hinweis auf unterschiedliche Quellen, die zusammengef\u00fcgt wurden. Andere sagen, eine urspr\u00fcngliche Quelle wurde im Nachhinein ver\u00e4ndert und angepasst, um ein Teil aus der Au\u00dfenperspektive der 3. Person zu erz\u00e4hlen \u2013 was aber keinerlei Belege in Textfunden hat. Deutlich ist: Der urspr\u00fcngliche Autor von Esra-Nehemia (vielleicht Esra selbst) verwendete Quellen und Aufschriebe. Ich halte die Vorstellung f\u00fcr plausibel, dass Esra 9 ein Gebet war, das Esra selbst schon aufgeschrieben hatte. Der Autor nahm diesen Aufschrieb und schilderte das Weitergehen der Geschichte dann in der 3. Person. M\u00f6glich ist aber auch, dass Esra selbst in seinen Mitschrieben schon einen Personen-Wechsel hatte. Sicher rekonstruieren l\u00e4sst sich das nicht mehr \u2013 was aber klar ist, ist, dass so ein Wechsel von einer 1. zur 3. Person nichts Ungew\u00f6hnliches war in der Literatur damals. Zum Beispiel das sp\u00e4ter anzusiedelnde Buch Tobit aus den Apokryphen wechselt \u00e4hnlich h\u00e4ufig und nicht ganz nachvollziehbar von der 1. zur 3. Person.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer nahte sich in Esra 10,1 und weinte mit?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Da in Esra 9 schon einige der Obersten \u2013 vermutlich die Gottesf\u00fcrchtigen \u2013 zu Esra kamen, ist davon auszugehen, dass ein paar Personen schon dabei waren und mit Esra gemeinsam beteten. Vermutlich gingen das Gebet, die Trauer und die Bu\u00dfe l\u00e4nger und nur ein kleiner Abschnitt ist \u00fcberliefert: Denn St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck kamen mehr Israeliten dazu, die davon Wind bekamen. Wenn hier von Gemeinde die Rede ist, bezieht sich das auf die kultische Gemeinde, das von Gott berufene Israel. Viele Israeliten kamen dazu, bekamen erkl\u00e4rt, worum es ging und stimmten in das Weinen mit ein.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer war Schechanja?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Wer war dieser Schechanja, der nun die Stimme erhob und f\u00fcr das Volk die S\u00fcnde bekannte? Er wird hier benannt als Sohn Jehiels, von den S\u00f6hnen Elams. Die S\u00f6hne Elams waren eine gro\u00dfe Sippe, die schon in Esra 2 erw\u00e4hnt wird, von denen viele zur\u00fcck nach Israel kamen. Es gab allerdings zwei verschiedene Elams und ihre Sippen (Esr 2,7.31). Auch in Esra 8,7, bei der zweiten R\u00fcckkehr, kamen von einer der Sippen Elam nochmal 70 M\u00e4nner mit nach Israel. In Esra 8,2-5 tauchen auch zwei andere Schechanjas auf, die aber anderen Sippen zugeordnet werden. Interessant ist, dass ein Jehiel aus der Sippe Elams in Esr 10,26 als einer der Schuldigen im Mischehenfall genannt wird. Es ist nat\u00fcrlich nicht ganz sicher, ob das der gleiche Jehiel ist, da viele Namen h\u00e4ufiger vorkamen. Allerdings k\u00f6nnte es gut sein, dass somit der Vater von Schechanja eine ausl\u00e4ndische Frau hatte und nun sein eigener Sohn einer derer war, die die Schuld bekannten.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was genau bekannte Schechanja?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Ohne Entschuldigung oder Besch\u00f6nigung sagte Schechanja: Wir sind untreu gewesen, wir haben ausl\u00e4ndische Frauen geheiratet. Die Schuld wird offen bekannt.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie kommt Schechanja nun zu dem Hoffnungswort?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Schechanja schlie\u00dft das Bekenntnis ab, indem er sagt: Es gibt trotzdem noch Hoffnung f\u00fcr Israel! Wie kommt er zu dieser Hoffnung, nachdem das Gebet von Esra in Esra 9 doch eher etwas hoffnungslos klang? Vermutlich erinnerte er sich, wie Esra gebetet hatte, daran, dass Gott schon \u00f6fters Gnade erwiesen hatte. Israel hatte es zwar nicht verdient und Gott ist gerecht. Trotzdem hatte er Hoffnung: Vielleicht hat Gott doch noch einmal Gnade, nachdem jetzt viele Israeliten in das Weinen eingestimmt hatten und ihre Schuld erkannten.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was f\u00fcr einen Bund m\u00f6chte Schechanja schlie\u00dfen?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>B\u00fcnde sind meistens zweiseitig gedacht: Wir tun etwas, dann muss der andere auch etwas tun. Hier wird aber im Kontext deutlich, dass es nicht um einen zweiseitigen Bund geht. Die Israeliten erwarteten nicht, dass Gott ihnen vergibt, weil sie sich bewusst waren, dass sie es nicht verdient haben. Sie sagten nicht: Wir entlassen unsere Frauen, dann muss Gott uns vergeben. Stattdessen meint Bund hier einfach: Wir verpflichten uns, wir versprechen, wir legen uns fest, wir werden die ausl\u00e4ndischen Frauen entlassen. Wir wollen ganz und gar Gott nachfolgen und ihn anflehen, vielleicht ist er uns dann doch gn\u00e4dig!<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was meint die Wendung \u201enach dem Rat meines Herrn\u201c?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Der hebr\u00e4ische Text vokalisiert hier als Adonai, womit Herr auf Gott bezogen wird. Andererseits gibt es die Schrift des 3Esr, wo die Formulierung auf Esra bezogen wird, dort hei\u00dft es n\u00e4mlich \u201edein Rat\u201c. Ist mit dem Rat des Herrn nun Esras Rat oder Gottes Rat gemeint?<\/li><li>Ganz sicher l\u00e4sst sich das nicht entscheiden, vor allem, da der Rat Esras und der Rat Gottes hier ja \u00fcbereinstimmen. Esra berief sich in Esra 9 auf die Gebote Gottes, nach denen die Heirat mit ausl\u00e4ndischen Frauen untersagt ist. Mit den hebr\u00e4ischen und \u00e4lteren Texten tendiere ich dazu, die Aussage hier auf Gott zu beziehen \u2013 dass Schechanja sagt: So wie Gott uns vorgeschrieben hat, sie nicht zu heiraten, so wollen wir es nun machen und uns trennen. Aber letztlich stimmt dieses Gebot hier auch mit Esras Rat \u00fcberein.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">War es \u00fcberhaupt richtig, sich von den Frauen zu scheiden?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Eine Frage m\u00f6chte ich hier kurz einschieben: War es \u00fcberhaupt richtig, die Scheidungen und Entlassungen anzugehen? War das wirklich der Rat Gottes \u2013 nur weil er die Ehe verbietet? Auf den ersten Blick scheint der Text klar zu kommunizieren, dass dies der richtige Schritt war. Trotzdem wirft sich die Frage auf: Gab es nicht ein Scheidungsverbot? Das Einf\u00fchrungsvideo von BibelProjekt auf Youtube kommt deshalb zum Ergebnis: Die Scheidungen waren der Tiefpunkt der Geschichte, weil gerade das Gott nicht wollte! Esra handelte hier gegen Gottes Willen.<\/li><li>Dazu ist anzumerken: Im Alten Testament war Scheidung nicht grunds\u00e4tzlich untersagt, sondern es wurde nur geregelt, wie Scheidungen laufen sollten bzw. was Gr\u00fcnde daf\u00fcr sein k\u00f6nnten (5Mose 24,1-4). Jesus erkl\u00e4rt uns sp\u00e4ter, dass diese Gebote wegen der Hartherzigkeit der Menschen gemacht wurden \u2013 Scheidung war nat\u00fcrlich nie gedacht oder erhofft, aber wenn es zur Scheidung kam, sollten zumindest die Frauen gesch\u00fctzt sein, dass eine rechtm\u00e4\u00dfige Scheidung durchgef\u00fchrt wurde. In gewissen F\u00e4llen galt ein Schutz vor Scheidung (5Mose 22). Also eine Scheidung an sich kann zum damaligen Zeitpunkt nicht als falsch angesehen werden \u2013 auch im Neuen Testament gibt es besondere F\u00e4lle, in denen Scheidungen erlaubt sind. So geht beispielsweise 1Kor 7 darauf ein, dass ein ungl\u00e4ubiger Partner sich von dem gl\u00e4ubigen trennen darf, dass die Scheidung aber nicht von dem gl\u00e4ubigen Partner ausgehen solle. Allerdings ist das nicht mit dem Alten Testament und den Umgang mit anderen V\u00f6lkern zu vergleichen, im Gegenteil wird in diesem Fall ausdr\u00fccklich geschildert, wie gef\u00e4hrlich die Mischehen f\u00fcr die Israeliten waren, da sie sie von Gott wegbrachten bzw. zur Religionsvermischung f\u00fchrten. Im Text gibt es hier keine Hinweise, dass die Scheidungen falsch waren (au\u00dfer vielleicht der sehr umstrittene Vers 15). Esra ruft explizit zu den Scheidungen auf (Esra 10,11) und beruft sich dabei in Esra 9 auf die Gebote Gottes. Es gibt keinen Hinweis, dass er die Gebote hier falsch interpretiert. Au\u00dferdem wurde es sehr sorgf\u00e4ltig gepr\u00fcft und in jedem einzelnen Fall entschieden, was die Dauer bis zu den Trennungen zeigt. Deswegen gehe ich davon aus: Die Mischehen werden hier im Text als S\u00fcnde und Tiefpunkt bezeichnet, weil viele Israeliten sich dadurch zu anderen G\u00f6ttern hinwandten. Die Trennung war deshalb in diesem Fall der richtige Schritt.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie ist die Aufforderung an Esra in Vers 4 zu verstehen?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Schechanja spricht nun direkt zu Esra und sagt: Steh auf! Nimm diese heikle Mission in die Hand, k\u00fcmmere dich darum. Wir werden mit dir sein und tun, was du sagst. Sag uns, was genau wir tun sollen!<\/li><li>Au\u00dferdem ermutigt er Esra nochmal explizit und sagt: sei getrost. F\u00fchr es aus. Er macht ihm Mut und sichert ihm zu: Wir wollen jetzt wirklich Reue zeigen, auf dich und Gott h\u00f6ren und ausf\u00fchren, was zu tun ist. Diese Verse klingen an Jos 1,5-9 an, wo Gott auf ganz \u00e4hnliche Weise Josua ermutigt und auffordert, das Land in Besitz zu nehmen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum nahm Esra einen Eid ab, ist Schw\u00f6ren nicht verboten?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Esra nahm einen Eid ab von den Leviten, Priestern und dem ganzen Volk, dass sie dieses Bekenntnis auch wirklich umsetzen w\u00fcrden und nicht am n\u00e4chsten Tag ihre Meinung wieder \u00e4nderten. Jesus sagt im Neuen Testament zwar, dass wir nicht schw\u00f6ren sollen (Mt 5,33-37 \u2013 ich gehe davon aus, dass dort nicht jede Art von Schwur gemeint ist, sondern vor allem assertorische Eide, Behauptungseide), weil unsere normalen Worte schon voll und ganz der Wahrheit entsprechen. Aber im Alten Testament war das Schw\u00f6ren auf jeden Fall noch \u00fcblich. Vertr\u00e4ge und B\u00fcnde hatten im Alten Orient durchgehen die Form eines Eides, also wenn ich einen Vertrag mit jemandem schlie\u00dfe, verpflichte ich mich auf etwas (z.B. 1Mose 31,43-54). Es wurde sogar explizit aufgefordert, bei dem Herrn zu schw\u00f6ren (5Mose 6,13). Im Alten Testament ging es also in erster Linie um promissorische Eide, um Vertr\u00e4ge und B\u00fcnde zu schlie\u00dfen, ebenso auch den Bund zu Gott. Ich verpflichte mich auf etwas im Vorhinein. Diese Art von Schw\u00f6ren scheint mir auch im Neuen Testament nicht ausgeschlossen und ist in der Praxis unumg\u00e4nglich, bei jedem Vertrag, den wir abschlie\u00dfen, verpflichten wir uns auf etwas.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum und wohin zog Esra sich zur\u00fcck?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Esra zog sich zur\u00fcck, nach dem anstrengenden Tag brauchte er erstmal seine Ruhe bzw. suchte wahrscheinlich das pers\u00f6nliche Gebet mit Gott. Dazu ging er in die Zelle Johanans, des Sohnes Eljaschib. Da er direkt vom Platz des Hauses Gottes dorthin ging, ist wahrscheinlich, dass es eine Zelle im Tempelbereich war. Dort gab es teilweise kleine Zimmer und Wohnungen f\u00fcr Angestellte, die dort schlafen mussten.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer war dieser Johanan, der Sohn Ejaschib?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Ist der Johanan der Gleiche wie in Neh 12,10? Dann w\u00e4re er der Enkel von Eljaschib und Sohn w\u00e4re hier im Sinne von Nachkomme zu verstehen. Allerdings war Eljaschib in Neh 3,1 Hohepriester und es ist zeitlich nicht ganz leicht einzuordnen, dass der Opa von Johanan 13 Jahre sp\u00e4ter unter Nehemia Hohepriester war, w\u00e4hrend Johanan selbst hier bei Esra schon eine eigene Zelle hatte. Da beides h\u00e4ufige Namen sind (beide Namen tauchen auch in Esra h\u00e4ufiger auf), ist auch m\u00f6glich, dass es einfach andere Personen waren. Gleichzeitig ist es aber nicht unm\u00f6glich, zeitlich zu vereinbaren. Wenn wir rechnen, dass Eljaschib fr\u00fch ein Kind bekam und auch sein Sohn fr\u00fch ein Kind bekam, m\u00fcssen hier nicht mehr als 40-50 Jahre vergangen sein. Dann w\u00e4re es durchaus m\u00f6glich, dass Eljaschib mit 65 zur Zeit Nehemias noch Hohepriester war, auch wenn sein Enkel zur Zeit Esras schon am Tempel wohnte und mitarbeitete, vor allem, da wir wissen, dass Kinder von Priestern teilweise schon fr\u00fch mit am Tempel sein durften. Es l\u00e4sst sich nicht ganz sicher entscheiden, aber mir scheint naheliegend und m\u00f6glich, dass es sich um die gleichen Personen wie in Neh handelt.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum hungerte Esra nun?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Eigentlich hatte Esra einen erfolgreichen Tag hinter sich. Trotzdem wird ausdr\u00fccklich erw\u00e4hnt, dass er in dieser Zelle immer noch trauerte und das mit einem Trauerfasten verband und nichts a\u00df. Fasten war ein m\u00f6glicher Ausdruck von Bu\u00dfe und Trauer. Und auch wenn nun die Hoffnung war: Das Volk will umkehren, war Esra nach wie vor in Trauer \u00fcber die Schuld und den Bundesbruch. Auch hier gibt es wieder eine Parallele zu Mose, der auch nach dem Bundesbruch und der Bundeserneuerung fastete (5Mose 34,28).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Esra 10,7-17: Die Vollversammlung des Volkes und Bereitschaft zum Handeln<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer lie\u00df die Vollversammlung des Volkes einberufen?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>In Vers 7 wird in der 3. Person Plural gesagt: Sie lie\u00dfen einen Ruf ergehen. Ging die Initiative zur Versammlung von Esra aus oder von den Obersten gemeinsam? Die 3. Person Plural kann auch einfach mit \u201eman\u201c wiedergegeben werden, was hier wohl am sinnvollsten ist: Esra beschloss es wohl, gemeinsam mit den Obersten, aber alle m\u00f6glichen Boten etc. lie\u00dfen den Ruf dann durch Israel erschallen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Reichten die drei Tage Schonfrist?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Da Juda zu der Zeit nicht allzu gro\u00df war, hatte vermutlich niemand mehr als 50km nach Jerusalem zur\u00fcckzulegen. Das sollte gut in einem, maximal zwei Tagen erreichbar sein, somit wurden drei Tage Frist gegeben, bis alle Israeliten in Jerusalem sein sollten.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was war die Strafe, wenn jemand nicht zur Vollversammlung kommen w\u00fcrde?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die Strafandrohung k\u00f6nnte kaum schlimmer sein: Sowohl Konfiszierung des ganzen Verm\u00f6gens, wozu die Israeliten nach Esr 7,26 vom K\u00f6nig ausdr\u00fccklich erm\u00e4chtigt waren, als auch Ausschluss aus der Gemeinde. Das war zwar nicht die H\u00f6chststrafe, es gab keine Todesstrafe. Aber der Ausschluss aus der Gemeinde und der Verlust des ganzen Besitzes war nat\u00fcrlich fast genauso schlimm und ermutigte sicher die Israeliten alle zu kommen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wo versammelten sich die Israeliten?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die Israeliten versammelten sich auf dem gro\u00dfen Platz vor dem Tempel Gottes. Vielleicht ist das der gleiche Platz wie derjenige am Wassertor (Neh 8,1), ganz sicher ist es aber nicht, um welchen Platz es sich hier handelt.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wann versammelten sich die Israeliten und warum gab es die Regenfl\u00fcsse?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die Versammlung geschah am 20. Tag des neunten Monats, also des Kislev. Wir sind somit Mitte Dezember. Die Zeitangabe ist hier wichtig, da es gerade zu dieser Zeit viele Regeng\u00fcsse gab. Damit wird hier bei der Erz\u00e4hlung gespielt: Durch den Regen und die K\u00e4lte war es nicht nur innerlich wegen des Inhalts ungem\u00fctlich, sondern auch \u00e4u\u00dferlich. Inneres und \u00e4u\u00dferes Erzittern kamen zusammen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was ist damit gemeint, dass die Schuld vermehrt wurde?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Esra macht damit nochmal deutlich: Nachdem Gott gn\u00e4dig war und euch errettet hat, habt ihr nun weiter ges\u00fcndigt und fremde Frauen geheiratet. Dadurch wurde die Schuld noch mehr angeh\u00e4uft, das ist noch schlimmer wegen der vorher geschehenen Heilstaten.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie ist die Aufforderung zum Bekenntnis\/Loblied in Vers 11 zu verstehen?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>In Vers 11 fordert Esra die Israeliten w\u00f6rtlich auf, Gott zu ehren, ihm ein Loblied zu singen. In mehreren Kontexten, so auch hier, wird die Formulierung wohl so verwendet, dass gemeint ist: Legt ein Gest\u00e4ndnis zu Gottes Ehre und zu seinem Lob ab. Gebt ihm recht. Indem sie ihre Schuld bekennen, stimmen sie Gottes Urteil zu und geben ihm recht, was ein Gotteslob ist. Das Bekennen der Schuld und das Handeln nach Gottes Gebot ist das sch\u00f6nste Loblied in Gottes Ohren.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie reagiert die Gemeinde?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die ganze Gemeinde antwortet mit lauter Stimme, dass sie genau das tun wollen. Alle waren sich gewiss: Wir wollen nun ganz Gott nachfolgen!<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie ist Vers 13 zu verstehen, suchen die Israeliten nur eine Ausrede?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Vers 13 wird eingeleitet mit \u201ejedoch, aber\u201c, die Israeliten scheinen auf den ersten Blick eine Ausrede zu suchen. Sie sagen: Grad ist Regenzeit, man kann nur wenig drau\u00dfen stehen, wenig organisieren. Au\u00dferdem sagen sie: Das l\u00e4sst sich nicht in ein bis zwei Tagen durchf\u00fchren, wir haben viel ges\u00fcndigt und m\u00fcssen das St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck regeln. Auf den ersten Blick klingt das zwar wie eine Ausrede, aber es wird hier im Text keineswegs negativ bewertet. Im Gegenteil war es, denke ich, eher gerade ein realistisches Herangehen. So viele Scheidungen, das brachte ja auch sehr starke soziale und psychologische Konsequenzen mit sich. Sie \u00fcberlegten, wie sie am besten aus der S\u00fcnde rauskamen, ohne zu viel zu zerst\u00f6ren. Au\u00dferdem sollten die Ehen einzeln gepr\u00fcft werden. Deswegen w\u00fcrde ich das hier eher als Zeichen der Ernsthaftigkeit werten. Sie wollen diesen Schritt konsequent gehen und \u00fcberlegen, wie sie aus der S\u00fcnde herauskommen \u2013 was nicht immer von heute auf morgen geht.<\/li><li>Der konkrete Plan ist nun: Die Obersten sollen sich in allen St\u00e4dten zusammensetzen, die Ehepaare sollen einzeln zu ihnen kommen, dort sollen sie als Richter entscheiden, wie vorgegangen wird. Vermutlich war es nicht ganz so einfach. Zum einen musste in jedem Fall \u00fcberlegt werden: Ist das wirklich eine ausl\u00e4ndische Frau, die den Israeliten zur Religionsvermischung und letztlich zum Abfall Gottes brachte? Es gab sicher auch viele F\u00e4lle, in denen beispielsweise die Abstammung nicht ganz klar war oder eben Personen zum Teil israelitischer Abstammung waren. Zum andern mussten einige Entscheidungen bez\u00fcglich Kinder getroffen werden.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was ist das Ziel der ganzen Aktion?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Ende Vers 14 wird das Ziel und sicher auch eine Motivation der ganzen Aktion deutlich: Die Israeliten wollten Gottes brennenden Zorn abwenden. Sie hofften auf unverdiente Gnade und wollten dazu auf Gott h\u00f6ren und die S\u00fcnde aus ihrem Leben entfernen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was ist mit Vers 15 gemeint, gegen was widersetzten sich einige?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Vers 15 ist sehr schwer verst\u00e4ndlich und ziemlich umstritten. Lasst uns zuerst die verschiedenen M\u00f6glichkeiten anschauen. Das erste Wort kann unterschiedlich \u00fcbersetzt werden. Es kann einschr\u00e4nkend gemeint sein, dann w\u00fcrde es bedeuten: Nur diese genannten Personen widersetzten sich und machten bei der Reinigungsaktion nicht mit. Es kann aber auch adversativ gemeint sein \u201eaber\/jedoch\u201c. Dann g\u00e4be es zwei M\u00f6glichkeiten: Diese Personen aber widersetzten sich, weil sie gegen die Scheidungen an sich waren. Oder diese Personen widersetzten sich, weil sie gegen die \u201eAbschw\u00e4chung\u201c in Vers 13 waren und das zu lasch empfanden. Aber auch das Verb kann unterschiedlich gemeint sein: Es kann entweder bedeuten: Sie widersetzen sich, sie standen dagegen auf. Oder auch: Sie standen daf\u00fcr auf, sie traten dazu, in dem Sinn, dass sie Esra bei seinem Vorhaben unterst\u00fctzen, das w\u00fcrde nur Sinn ergeben, wenn man das erste Wort nicht adversativ \u00fcbersetzt, sondern einschr\u00e4nkend: Nur diese vier M\u00e4nner als Oberste standen Esra und seinem Vorhaben bei.<\/li><li>Bevor wir zu einer Antwort kommen, was hier gemeint ist, muss zuerst kurz \u00fcberlegt werden: Wer waren diese vier Personen eigentlich? Jonatan und Jachseja waren die ersten Widerst\u00e4nder, Meschullam und Schabbetai standen ihnen als Leviten bei. Von den ersten beiden genannten lesen wir sonst nirgends etwas. Es gibt zwar weitere Jonatan, aber keiner, der als Sohn Asaels bezeichnet wird. Meschullam taucht noch \u00f6fters in Esra und Nehemia auf. Es ist zwar nicht gesichert, dass es der gleiche Meschullam ist, aber gerade in Neh 8,4, wo Esra aus dem Gesetz las und predigte, stand ein Meschullam bei ihm, wo man davon ausgehen kann, dass er auch ein Levit war. Wenn das die gleiche Person w\u00e4re, w\u00fcrde das dagegen sprechen, dass Meschullam sich hier gegen das Vorgehen Esras auflehnte. Auch Schabbetai wird in Neh 11,16 als ein Oberster der Leviten bezeichnet, zust\u00e4ndig f\u00fcr den \u00e4u\u00dferen Dienst am Tempel. Also bei beiden Leviten scheint, dass sie weiter ihren Dienst aus\u00fcben konnten (insofern es die gleichen Personen sind).<\/li><li>Aus dem Grund, dass die Namen der Personen eher daf\u00fcr sprechen, dass sie sich nicht gegen Esra auflehnten, w\u00fcrde ich die Deutungen, die hier f\u00fcr ein Widersetzen sprechen, ausschlie\u00dfen. Dann g\u00e4be es nur noch zwei M\u00f6glichkeiten: Entweder diese vier Personen widersetzten sich gegen die \u201eLockerung\u201c in Vers 13, weil sie ihnen zu lasch war. Oder sie stellten sich als Einzige hinter Esra als Oberste und unterst\u00fctzten ihn bei den Scheidungen. Beide L\u00f6sungen scheinen nicht ganz in den Textfluss zu passen. Gegen die erste Deutung spricht, dass die Verz\u00f6gerung in Vers 13 keineswegs negativ, sondern eher realistisch scheint und geschildert wird. Gegen die zweite Deutung spricht, dass es nicht wirklich zum Text passt, dass nur vier sich aktiv hinter Esra stellten und ihn unterst\u00fctzen, wo es doch eigentlich so klang, als seien alle ganz deutlich f\u00fcr die Scheidungen (vgl. auch Vers 17). Am wahrscheinlichsten scheint mir die Deutung, dass sie sich gegen die Verz\u00f6gerung in Vers 13 stellten, das aber nicht mit gutem Grund. Also es waren etwas \u201e\u00fcbereifrige\u201c Personen. Das w\u00fcrde dazu passen, dass Vers 13 nicht negativ geschildert wird im Text, dass aber gleichzeitig diese vier nicht auf einem komplett falschen Weg waren.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was macht Esra in Vers 16?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Vers 16 schlie\u00dft direkt an Vers 14 inhaltlich an. Der Beschluss wurde gesagt. Die Ausf\u00fchrung geschah nun am 1. Tebeth, des 10. Monats. Also ungef\u00e4hr eine Woche nach den vorherigen Handlungen. Der hebr\u00e4ische Text weist hier eine Schwierigkeit auf: Einerseits wird Esra als Subjekt genannt, deshalb wird meist \u00fcbersetzt: Esra w\u00e4hlte sich aus. Andererseits steht das Verb im Plural, also \u201esie w\u00e4hlten aus\u201c. Grammatikalisch passt das einfach nicht und l\u00e4sst sich nicht wirklich aufl\u00f6sen, deswegen ist wohl davon auszugehen, dass Esra hier handelte. Esra suchte sich verschiedene M\u00e4nner und Oberh\u00e4upter zusammen, die ihn unterst\u00fctzten, die Sache untersuchten und festlegten, wie die Scheidungen gut geregelt und durchgef\u00fchrt werden konnten.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie lange brauchte das Ganze?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>In Vers 17 wird gesagt: Die Scheidungen wurden geregelt und ein Fall nach dem anderen zum Abschluss gebracht, am 1. Tag des 1. Monats, also Nisan, war es dann geregelt und ausgef\u00fchrt. Somit dauert es nochmal 75 Tage, knapp drei Monate. Das scheint zwar auf den ersten Blick sehr lange. Vor allem, wenn es eigentlich nur 109 F\u00e4lle waren, so viele werden in der nachfolgenden Liste aufgez\u00e4hlt. Aber zum einen ist davon auszugehen, dass es mehr als 109 F\u00e4lle waren und die Liste nicht ganz vollst\u00e4ndig ist (siehe unten). Zum anderen denke ich, dass sie jeden Fall einzeln gepr\u00fcft und beurteilt haben, inwieweit die Scheidung notwendig ist oder nicht.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Esra 10,18-44: Die Schuldigen-Liste<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie ist die Schuldigen-Liste eingeteilt?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die Liste ist \u00e4hnlich wie die Heimkehrer-Listen eingeteilt. Zuerst die Angeh\u00f6rigen der Hohepriester und der Priester und dann die Laien. Die Sippennamen sind alle bekannt aus Esra 2.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum wird nur bei den Priestern auf ein Schuldopfer hingewiesen?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Es ist davon auszugehen, dass alle ein Schuldopfer darbrachten. Allerdings war es bei den Priestern besonders wichtig, dass sie das Opfer brachten und wieder rein wurden. Vielleicht wurde es auch einfach nur dort genannt, weil der Autor die Aussage nicht bei jedem Einzelnen wiederholen wollte.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie viele F\u00e4lle gab es?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Wenn man die F\u00e4lle z\u00e4hlt, sind es nur 109 Scheidungen. Das scheint relativ wenig, daf\u00fcr, dass schon in Esra 2 42.000 Personen zur\u00fcck nach Israel kamen (2,62). Mittlerweile m\u00fcssten es ja noch deutlich mehr gewesen sein. F\u00fcr 109 F\u00e4lle bei Zehntausenden Israeliten so ein gro\u00dfes Drama? Ich gehe davon aus, dass er mehr F\u00e4lle gab. Zum einen ist es m\u00f6glich, dass nur die Scheidungen bei den Obersten und Oberh\u00e4uptern der Sippen genannt wurden. Zum anderen tauchen die Gegebenen (eine gro\u00dfe Gruppe) gar nicht auf, bei denen es sicher auch einige F\u00e4lle gab. Deshalb ist davon auszugehen, dass es noch mehr Scheidungen gab, was auch die Dauer von den drei Monaten erkl\u00e4ren w\u00fcrde.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum werden die Schuldigen namentlich genannt, ist das nicht fies?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Da die Schuld \u00f6ffentlich begangen wurde und alle es mitbekamen, wurden sie nun auch \u00f6ffentlich blo\u00dfgestellt. Letztlich bekam eh jeder mit, wenn sich jemand von seiner Frau scheiden lie\u00df.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was wurde mit den Kindern gemacht in Vers 44?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Manche \u00fcbersetzen Vers 44 so, dass die Frauen und Kinder entlassen wurden. Das scheint mir aber keine passende \u00dcbersetzung zu sein, eigentlich hei\u00dft es dort im Hebr\u00e4ischen nur noch einmal, dass sie sich fremde Frauen genommen hatten und dass diese ihnen Kinder geboren hatten (so auch die LXX). Was wurde mit diesen Kindern nun gemacht? Das bleibt nicht ganz klar, sicher wurden die teilweise mit den M\u00fcttern fortgeschickt, aber es wurde sicherlich auch darauf geachtet, dass sie gut versorgt sind.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Verstehen, worum es geht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.1 Hinweise f\u00fcr hermeneutische \u00dcberlegungen (Auslegung)<\/strong><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir k\u00f6nnen aus diesem Text einige Prinzipien f\u00fcr Umgang mit Schuld und S\u00fcnde sowie der Gnade lernen. Hier ist aber zu unterscheiden: Damals in der speziellen Situation war die klare Trennung und Scheidung notwendig, in Blick auf Ehen mit ungl\u00e4ubigen Partnern haben wir aus 1Kor 7 andere Regelungen. Daraus zeigt sich auch ein wichtiges Prinzip: Der Umgang mit Schuld und S\u00fcnde muss manchmal der Situation angemessen und im Einzelfall realistisch sein. Die Grundlagen, wie Gott handelt, gelten aber noch genauso: Wir k\u00f6nnen uns Gottes Gnade nicht verdienen. Er zeigt Zorn \u00fcber S\u00fcnde. Ernsthafte Bu\u00dfe sieht ein, dass man ratlos und hilflos vor Gott steht und erstmal kein Anrecht auf Hilfe hat. Zur ernsthaften Bu\u00dfe geh\u00f6rt die t\u00e4tige Reue. Es gibt Kollektivschuld in gewissem Ma\u00dfe (auch wenn wir kein grundlegend gl\u00e4ubiges Gottesvolk mehr sind wie Israel damals).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.2 Hinweise f\u00fcr situative \u00dcberlegungen (Predigtanlass)<\/strong><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir sind an diesem Sonntag am Ende der Predigtreihe zu Esra. Deswegen ist ein kleiner R\u00fcckblick oder eine Zusammenfassung sicher nochmal hilfreich. Vor Ort ist zu \u00fcberlegen: Wie ist die Situation hier gerade (auch in Blick auf Corona). Wo gab es hier m\u00f6glicherweise Schuld, Bu\u00dfe, Reue, Umkehr? Wo kann Gnade Gottes zugesprochen werden?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.3 Hinweise f\u00fcr homiletische \u00dcberlegungen (Anwendung)<\/strong><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem Teil m\u00f6chte ich einige Ideen zur Anwendung des Textes geben. Nat\u00fcrlich muss in einer Predigt ein Schwerpunkt gelegt werden. Bei dem langen Text muss man \u00fcberlegen, was man alles vorliest in der Predigt oder worauf man sich fokussiert. Die Namensliste kann ausgelassen werden. Da Esra 9,1-10,17 eine zusammenh\u00e4ngende Geschichte ist, ist es hier aber schwer, nur einen Teil auszuw\u00e4hlen. M\u00f6glicherweise k\u00f6nnte man sich auf das Gebet Esras konzentrieren, wenn es sonst zu lange wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Esra 9:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die Oberen kamen, um ihre Schuld zu bekennen. Welche Rolle spielt Schuldbekenntnis bei dir und uns heute? Lassen wir uns von Predigten und Gottes Wort auf Schuld hinweisen und bekennen diese dann auch?<\/li><li>Mit wem verheiraten wir uns? Wen man heiratet, von dem wird man auch beeinflusst, deswegen warnt auch das neue Testament davor, ungl\u00e4ubige Personen zu heiraten bzw. sich zu eng mit ihnen zu verbinden (2Kor 6,14ff). Allerdings sehen wir im Neuen Testament in 1Kor 7, dass eine Scheidung von nichtgl\u00e4ubigen Partnern (wenn beispielsweise einer sich bekehrt) nicht notwendig ist. Allerdings darf der nichtgl\u00e4ubige Partner sich vom gl\u00e4ubigen trennen.<\/li><li>Was beeinflusst uns negativ oder droht, uns von Gott wegzubringen? Manchmal sind klare Br\u00fcche notwendig und gut, damit wir nicht St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck von Gott wegkommen. Suchen wir manchmal auch unser pers\u00f6nliches Gl\u00fcck und verachten dabei Gottes Gebote?<\/li><li>Auch wir sind beauftragt, ein heiliges und reines Volk f\u00fcr Gott zu sein (1Petr 2,9-10).<\/li><li>Esra dr\u00fcckte seine Trauer und seinen Zorn auf verschiedene Weise aus: niederknien, fasten, Kleidung zerrei\u00dfen, Haare ausrei\u00dfen. Wie dr\u00fccken wir Trauer oder Bu\u00dfe aus? Haben wir da heute Zeichen und Symbole daf\u00fcr? Sollten wir manche davon vielleicht wiederentdecken?<\/li><li>Die Frage der Kollektivschuld kann behandelt und diskutiert werden. Bei was machen wir uns durch ein \u201eMitmachen\u201c, \u201eDabeisein\u201c oder \u201eZulassen\u201c mitschuldig? K\u00f6nnen wir fr\u00f6hlich in einer Gruppe dabeisitzen, die sich betrinkt, die Gott l\u00e4stert oder die andere offensichtliche S\u00fcnden begeht (Vgl. Ps 1,1)?<\/li><li>Sind wir noch so best\u00fcrzt \u00fcber Schuld und S\u00fcnde, wie es Esra war \u2013 sowohl bei eigener als auch bei der von anderen? Sind wir uns bewusst, dass wir Gnade kein bisschen verdient haben? Gnade und Verdienst widerspricht sich ja gerade. Wir k\u00f6nnen hoffen, dass Gott uns gn\u00e4dig ist durch Jesus Christus, aber k\u00f6nnen uns das nie verdienen.<\/li><li>Lasst uns Gottes gute Taten und seine Gnade, die wir erlebt haben, niemals vergessen. Denn wenn wir danach wieder s\u00fcndigen, wie die Israeliten damals, ist es umso schlimmer. Wir k\u00f6nnen auch geschichtlich aufzeigen, wie gn\u00e4dig Gott der Menschheit und uns als Volk immer wieder war, dass es uns heute so gut gehen darf \u2013 trotz Corona.<\/li><li>Gottes Gnade bringt Augen zum Erleuchten \u2013 bis heute. Das kann auch als Einladung ausgesprochen werden, seine Schuld ein erstes Mal vor Gott zu bekennen.<\/li><li>Erwarten wir als Christen manchmal, dass Gott uns eh vergibt? Oder sind wir noch so best\u00fcrzt \u00fcber unsere Schuld wie Esra, der sich nicht wirklich traut, um Vergebung zu bitten, weil er wei\u00df: Wir haben es nicht verdient?<\/li><li>Was lernen wir hier \u00fcber Leiter? Esra ist frei von irgendwelcher Selbstrechtfertigung. Im Gegenteil, er tritt f\u00fcr andere ein, die ges\u00fcndigt haben.<\/li><li>R\u00f6m 2,4: Verachten wir den Reichtum seiner Gnade und Langmut?<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Esra 10:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Dieses ganze Kapitel kann als Einladung zum Christsein formuliert werden: Selbst die Israeliten damals, die auf ganz falschen Wegen waren, sich von schlechten Dingen beeinflussen lie\u00dfen, anderen G\u00f6ttern nacheiferten, die ihr Leben komplett verpfuscht hatten, selbst diese hat Gott nicht einfach in seinem Zorn vernichtet, sondern war ihnen gn\u00e4dig. Egal, wie verpfuscht dein Leben ist, bei Gott kann es Gnade und Hoffnung geben. Kehr zu Gott um und lass dein Leben in gute Bahnen lenken! Erkenne deine Schuld!<\/li><li>Zu ernsthafter Bu\u00dfe geh\u00f6rt immer auch die t\u00e4tige Reue: Die Israeliten entfernten die S\u00fcnde aus ihrem Leben. Damit verdienten sie sich nicht die Gnade, die Gnade Gottes ist kein Verdienst. Aber sie zeigten, dass sie wirklich von Herzen zu Gott umkehrten.<\/li><li>Wir k\u00f6nnen von Schechanja lernen: Bekennen wir unsere Schuld, ohne uns zu entschuldigen oder zu besch\u00f6nigen? \u201eSo schlimm war es doch gar nicht, es war nicht so gemeint, \u2026\u201c<\/li><li>Es gibt noch eine Hoffnung \u2013 wir wissen aus dem Neuen Testament konkret, was diese Hoffnung ist: 1Joh 1,9: Wenn wir unsere S\u00fcnden bekennen, ist er treu und gerecht und vergibt sie!<\/li><li>Erzittern wir auch vor Gottes Wort?<\/li><li>Schw\u00f6ren, sich verpflichten, Versprechen machen \u2013 in welchem Rahmen ist das heute erlaubt? Wo ist es gut, wenn wir uns durchaus f\u00fcr etwas verpflichten, beispielsweise Mitgliedschaft, Mitarbeit, Treue? Wo verpflichten wir uns, gegen S\u00fcnde vorzugehen?<\/li><li>Wollen wir Gott loben? Das k\u00f6nnen wir, indem wir Schuld bekennen, ihm Recht geben und nach seinem Willen handeln!<\/li><li>Lasst uns bei S\u00fcnden und falschen Wegen in unserem Leben realistisch \u00fcberlegen: Wie k\u00f6nnen wir uns gut davon trennen? Hau-Ruck-Aktionen sind manchmal nicht hilfreich. \u00dcbereifer (Vers 15) ist nicht immer gut.<\/li><li>Es braucht auch in unserem Leben die klare Flucht vor S\u00fcnde, das betont das Neue Testament immer wieder (1Kor 6,18, 1Tim 6,11, 2Tim 2,22). Oder Kol 3,5-6: \u201eT\u00f6tet nun eure Glieder, die auf der Erde sind: Unzucht, Unreinheit, Leidenschaft, b\u00f6se Lust und Habsucht, die G\u00f6tzendienst ist. Um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes.\u201c<\/li><li>Sind wir bereit Gott zu gehorchen, auch wenn es teuer und schwer sein kann?<\/li><li>\u00d6ffentliches Schuldbekenntnis: F\u00fcr was f\u00fcr S\u00fcnden ist es wichtig und gut, sie auch \u00f6ffentlich zu bekennen in der Gemeinde? (Unterscheidung, \u00f6ffentliche S\u00fcnde, die alle mitbekamen, private S\u00fcnde, die niemand mitbekam und wo das Bekenntnis vor einzelnen Freunden und Gott ausreicht).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3. Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.1 Predigtentfaltung \u2013 wie sage ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Textgliederung:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1.Die Oberen Israels bekennen die Schuld vor Esra und Esra bringt sie f\u00fcr Israel vor Gott (Esra 9)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;&nbsp; 1.1 Die Oberen Israels bekennen ihre Schuld Esra (1-4)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;&nbsp; 1.2 Esra betet und bekennt die Schuld vor Gott (5-15)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 1.2.1 Esra dr\u00fcckt seine Best\u00fcrzung aus (5-7)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 1.2.2 Esra schildert das Erbarmen Gottes in der Geschichte (8-9)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;1.2.3 Esra bekennt die Schuld anstelle des Volkes vor Gott (10-14)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 1.2.4 Esra ist hilflos vor Gott und sieht keinen Anspruch auf Gnade (15)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2.Ganz Israel bekennt die Schuld und ist bereit, sich von andersgl\u00e4ubigen Frauen zu trennen (Esra 10)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;&nbsp; 2.1 Ganz Israel bekennt die Schuld und verspricht Ver\u00e4nderung (1-6)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;&nbsp; 2.2 Ganz Israel versammelt sich und ist bereit, sich geordnet von den andersgl\u00e4ubigen Frauen zu trennen (7-17)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;&nbsp; 2.3 Die Trennungen wurden durchgef\u00fchrt und aufgelistet (18-44)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Predigtgliederung:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Thema: Gott will uns ganz \u2013 und verbietet falsche Gemeinschaft<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" type=\"1\"><li>&nbsp;Bekennen wir unsere Schuld und sind uns der Ernsthaftigkeit der Schuld bewusst? (Esra 9)<\/li><li>&nbsp;Sind wir bereit, gegen S\u00fcnde anzuk\u00e4mpfen, vor gef\u00e4hrlicher Gemeinschaft und S\u00fcnde zu fliehen und uns ganz Gott auszuliefern? (Esra 10)<\/li><li>&nbsp;Es gibt Hoffnung, dass Gott uns wieder gn\u00e4dig ist, auch wenn unser Leben ganz in Schuld war und verpfuscht ist. Kehrt um! (Esra 9-10)<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Knapper formuliert:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" type=\"1\"><li>&nbsp;Ernsthaft Schuld bekennen!<\/li><li>&nbsp;Mit Leidenschaft gegen S\u00fcnde k\u00e4mpfen!<\/li><li>&nbsp;Hoffnung auf Gnade \u2013 kehrt um!<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alternative Predigtgliederung (nach Jacob Thiessen):<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Thema: Die Bestimmung, ein heiliges Volk zu sein, und die Folgen f\u00fcr eheliche Vermischung<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Die Bestimmung: Ein heiliges Volk (Esra 9,2.14b-15)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Die Aufgabe: Keine Vermischung (Esra 9,1-2a.10-14a)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Die Folgen: Reinigung und Trennung (Esra 10,2-4.10-11)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.2 Predigtveranschaulichungen \u2013 wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Bild vom Sauerteig:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Eine m\u00f6gliche Veranschaulichung ist das Bild Jesu aus dem Neuen Testament: H\u00fctet euch vor dem Sauerteig (Mt 16,6). Haltet euch rein! Gleichzeitig verwendet Jesus das Bild vom Sauerteig auch f\u00fcr das Gottesreich (Mt 13,33). Wir sollen uns reinhalten, aber wir d\u00fcrfen wissen: Gottes Sauerteig ist st\u00e4rker, sein Reich setzt sich am Ende durch!<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit Leidenschaft gegen S\u00fcnde k\u00e4mpfen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Man kann am Bild des Soldaten ankn\u00fcpfen (1Tim 6,12). Wir sind K\u00e4mpfer des Glaubens als Christen, das hei\u00dft auch K\u00e4mpfer gegen die S\u00fcnde. Wie geht ein Soldat gegen Feinde vor? Nachl\u00e4ssig, halbherzig? Das Bild kann weiter ausgef\u00fchrt werden.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Klare Trennung kann reinigend wirken:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Das Prinzip gibt es in vielen Bereichen der Welt, dass klare Trennung reinigend ist. Beispielsweise Gewitter und Blitze: Es gibt elektrostatische Aufladungen, die dann in dem Blitz entladen werden. Manchmal ist so ein reinigender, entladender Blitz notwendig.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(Samuel Koser)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigtthema:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Gott will uns ganz \u2013 und verbietet falsche Gemeinschaft Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. 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