{"id":4121,"date":"2020-12-07T11:36:19","date_gmt":"2020-12-07T10:36:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=4121"},"modified":"2020-12-07T11:36:20","modified_gmt":"2020-12-07T10:36:20","slug":"predigthilfe-vom-10-januar-2021-esra-3-auszuege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-10-januar-2021-esra-3-auszuege\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 10. Januar 2021 &#8211; Esra 3 (Ausz\u00fcge)"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Predigtthema:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Gott erbarmt sich eines Volkes und schenkt wieder einen Altar<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1. Sehen, was dasteht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/\">www.bibleserver.com<\/a> (Luther 1984 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000 \/ Neue Genfer \u00dcbersetzung \/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hinweise zu Einleitungsfragen zum Buch Esra finden sich in der Predigthilfe zum 03.01.2021.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im heutigen Predigttext in Esra 3 muss man sich als Ausleger kurz zu den zeitlichen Abl\u00e4ufen Gedanken machen, die etwas umstritten sind. Spannend zu entdecken sind die Parallelen zwischen Esra 3 und dem Tempelbau unter Salomo, sowie den Opfervorschriften in den Moseb\u00fcchern. Der Autor kn\u00fcpft eindeutig daran an und will aufzeigen, dass in derselben Weise wie fr\u00fcher und in \u00dcbereinstimmung mit dem Wort Gottes der kultische Dienst wieder aufgenommen wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.2 Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hilfen zur Auslegung bieten z.B.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Klaus vom Orde, Die B\u00fccher Esra und Nehemia, Wuppertaler Studienbibel<\/li><li>Antonius H.J. Gunneweg, Esra<\/li><li>H. G. M. Williamson, Esra. Nehemiah, Word Biblical Commentary<\/li><li>D. J. Clines, Ezra. Nehemiah. Esther, The New Century Bible Commentary<\/li><li>F. Charley Fensham, The Books of Ezra and Nehemiah<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1.3 Anmerkungen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie ist Esra 3 inhaltlich aufgebaut, wann spielt es zeitlich?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die klassische Gliederung von Kapitel 3 und 4,1-5 ist wie folgt: Zuerst geht es um den Bau des Altars direkt nach der R\u00fcckkehr unter Kyrus (3,1-6), dann wird ein Jahr sp\u00e4ter der Tempelbau gestartet und die Grundsteinlegung gefeiert (3,7-13), worauf in Kapitel 4,1-5 der Bau durch Widersacher gestoppt wurde. Zwei Anfragen gibt es in Kommentaren in neuerer Zeit dazu:<\/li><li>In Kapitel 5,16 lesen wir, dass Scheschbazar den Grundstein gelegt hat, w\u00e4hrend hier davon die Rede ist, dass es unter Jeschua und Serubbabel gemacht wurde. Wie passt das zusammen? Manche versuchen daraus abzuleiten, dass es zwei Bau-Starts gab, einen unter Scheschbazar und einen einige Jahre sp\u00e4ter unter Serubbabel. Andere wiederum meinen, dass die beiden die gleiche Person sind. Ich gehe davon aus, dass es zwei verschiedene Personen sind (siehe in der Predigthilfe zum 03.01. die Begr\u00fcndung zu Esra 1,8). Mir scheinen verschiedene Aufgabenbereiche von Scheschbazar und Serubbabel die beste L\u00f6sung: W\u00e4hrend unter Serubbabel in Jerusalem der Tempel gebaut wurde, k\u00f6nnte es sein, dass Scheschbazar in Persien beim K\u00f6nig war, von dort aus den Aufbau und die finanzielle Unterst\u00fctzung leitete.<\/li><li>Eine andere Anfrage lautet: In Hag 2,18 klingt es so, als w\u00e4re der Tempel von Null an gebaut worden. Wie passt das dazu, wenn man hier davon ausgeht, dass schon ca. 20 Jahre davor die Grundsteinlegung geschah? Auch das l\u00e4sst sich aber gut erkl\u00e4ren: Zum einen ist gut m\u00f6glich, dass noch ein Grundstein da war \u2013 die Formulierung in Haggai macht das nicht ganz klar. Zum anderen ist auch m\u00f6glich, dass die Widersacher den gelegten Grundstein bewusst wieder zerst\u00f6rten oder abbauten.<\/li><li>Deshalb denke ich, dass In Kapitel 3 der Aufbau des Altars und die Grundsteinlegung des Tempels berichtet werden, die direkt ein Jahr nach der ersten R\u00fcckkehr unter Kyrus stattfanden. Das passt dann auch zu Esra 3,8, wo es hei\u00dft: \u201eIm zweiten Jahr nach ihrer Ankunft beim Haus Gottes in Jerusalem.\u201c<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 1:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wann spielt diese Geschichte, was ist der siebte Monat?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die Geschichte spielt im siebten Monat, also im Monat Tischri. Damals war der Nissan mit dem Passahfest noch der erste Monat, wie es beim Auszug aus \u00c4gypten von Gott angeordnet wurde. Heute wird Tischri meist als der erste Monat bezeichnet, in dem auch das Neujahrsfest Rosch Ha-Schana liegt. Beim siebten Monat geht es hier aber um Tischri, in dem die meisten Feste liegen: Zuerst der gro\u00dfe Vers\u00f6hnungstag, eine Woche danach dann Laubh\u00fcttenfest. Das Jahr wird hier nicht explizit genannt, aber wie im Abschnitt zuvor geschildert, denke ich, dass vom ersten Jahr nach der R\u00fcckkehr, also vom ersten Mal Monat Tischri, auszugehen ist. Das scheint sich im Zusammenhang zu ergeben, da in Vers 8 dann vom zweiten Jahr die Rede ist. Diese Festzeit war ein guter Anlass, um zusammenzukommen. (Neh 7,72 klingt exakt gleich wie der Halbvers hier, auch die Gesetzeslesung findet einige Jahre sp\u00e4ter wieder zum gleichen Zeitpunkt statt).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was hei\u00dft: Sie versammelten sich wie ein Mann?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die Israeliten hatten sich in ihren St\u00e4dten niedergelassen. Nach maximal einem Jahr muss man davon ausgehen, dass noch nicht alles wiederaufgebaut war. Trotzdem war ihnen klar: Wir m\u00fcssen Gott die Ehre f\u00fcr das Heil und die erm\u00f6glichte R\u00fcckf\u00fchrung geben. Dazu kamen alle zusammen nach Jerusalem. Die Formulierung \u201ewie ein Mann\u201c macht deutlich: Sie versammelten sich nicht widerwillig, mussten nicht gezwungen werden. Sondern sie kamen einm\u00fctig zusammen nach Jerusalem und waren sich einig: Wir wollen Gott das Lob daf\u00fcr geben. Wir wollen ihm opfern.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 2:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was ist der Brandopferaltar und warum ist er so zentral?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Zuallererst machten sich die Israeliten daran, den Brandopferaltar aufzubauen. Hier ist die einzige Stelle, wo Jeschua vor Serubbabel genannt wird, was aber einleuchtet: Er war der Priester, der Hohepriester werden wollte. F\u00fcr den Altar war er zust\u00e4ndig \u2013 viele andere beteiligten sich aber an dem Bau. Entscheidend war, alles so zu machen, wie es im Gesetz Moses geschrieben war. In 2Mose 20,22-26 lesen wir eine knappe Beschreibung, wie der Brandopferaltar gebaut werden sollte \u2013 beispielsweise aus unbehauenen Steinen. Der Brandopferaltar war ein Podest im Freien aus Erde und Steinen, auf denen die Opfer gebracht wurden. Auch beim Tempel stand der Brandopferaltar im Vorhof. Brandopfer waren die Grundform des alttestamentlichen Gottesdienstes: Bei Festen, pers\u00f6nlichen Anl\u00e4ssen oder Amtseinf\u00fchrungen wurde dort geopfert (3Mose 1,2-3; 3Mose 9,2; 3Mose 16,6). Auf dem Altar sollte ein t\u00e4glicher Opferritus durchgef\u00fchrt werden, was wir in Vers 3 dann lesen (vgl. 2Mose 29,38-42; 2K\u00f6n 16,15). Der Brandopferaltar war somit auch die kleinste und notwendigste Stelle des Tempels, durch ihn und die Opfer darauf konnte das Verh\u00e4ltnis mit Gott wieder bereinigt werden.<\/li><li>Die Ankn\u00fcpfung an Mose macht deutlich: Wir machen es wie im Gesetz geschrieben, wir sind die rechtm\u00e4\u00dfigen Erben des Bundesvolkes. Der Bund, den Gott mit Israel am Sinai geschlossen hat, gilt jetzt f\u00fcr uns in gleicher Weise, die wir aus dem Exil heimgekehrt sind.<\/li><li>So konnte die kleinste Form des alttestamtlichen Opfergottesdienstes gefeiert werden, auch wenn der Tempel noch nicht vorhanden war.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 3:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum war es so wichtig, dass der Altar an seinem alten Platz aufgebaut wurde und woher wussten sie, wo der Platz war?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Wie schon in Vers 2 war den Heimkehrern wichtig, m\u00f6glichst genau an die Moseb\u00fccher und den vorexilischen Tempel anzukn\u00fcpfen, deshalb sollte der Altar an der gleichen Stelle aufgebaut werden. Interessant ist die Frage: Haben die zur\u00fcckgebliebenen Isareliten in der Zwischenzeit nicht geopfert? Doch, das haben sie \u2013 so lesen wir in Jes 41,5, vermutlich aber nur auf Notaltaren, die nicht kultisch konform waren. M\u00f6glich ist entweder, dass sie auch an dieser Stelle geopfert haben, aber ohne Priester und ohne vorschriftm\u00e4\u00dfig gebauten Altar. Oder sie opferten in der Exilzeit versteckt an verschiedenen Stellen und jetzt wurde \u2013 mit Erlaubnis des K\u00f6nigs \u2013 an diesem Ort erst wieder ein Altar aufgebaut. Deutlich ist: Jetzt wird ein Brandopferaltar gebaut, der kultisch konform, an der richtigen Stelle und korrekt aufgebaut war.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was ist mit der Furcht gemeint, die die Israeliten befiel?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Was mit diesem Halbsatz gemeint ist, ist nicht ganz klar und umstritten, was auch ein Blick in die verschiedenen deutschen \u00dcbersetzungen zeigt. Wie h\u00e4ngt die Furcht vor den umliegenden V\u00f6lkern mit dem Rest des Satzes zusammen? Die hebr\u00e4ische Konjunktion kann hier mehrere Bedeutungen haben: weil, als, obwohl. Wenn man es kausal auffasst, w\u00fcrde es bedeuten: Weil sie Furcht hatten, errichteten sie den Brandopferaltar. Sie kamen in ihrer Angst vor den V\u00f6lkern zu Gott und suchten bei ihm Hilfe. Wenn man es temporal versteht, hei\u00dft es: Als sie Angst hatten, errichteten sie den Altar. Also sie kamen dann trotz ihrer Angst und in ihrer Angst zu Gott. Die konzessive \u00dcbersetzung mit \u201eobwohl\u201c verst\u00e4rkt dieses trotz der Furcht vor den umliegenden V\u00f6lkern noch einmal. Ich denke, die hebr\u00e4ische Sprache h\u00e4lt hier bewusst die Vielfalt aus und eine einseitige Aufl\u00f6sung ist nicht notwendig \u2013 wie es die meisten \u00dcbersetzungen machen. Die beiden Gedanken werden in Zusammenhang gesetzt: Viele aus dem Volk hatten Angst vor den umliegenden V\u00f6lkern. Und sie errichteten einen Altar. Vermutlich war es bei den einen aus dem Volk gerade aus der Angst vor den V\u00f6lkern der Schrei zu Gott. Bei anderen stand st\u00e4rker das trotz\/obwohl im Vordergrund. Sie errichteten in ihrer Not und Furcht vor den V\u00f6lkern einen Brandopferaltar f\u00fcr Gott.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 4:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was ist das Laubh\u00fcttenfest und wann wird es gefeiert?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Verkn\u00fcpft mit den t\u00e4glichen Opfern, die jetzt auf dem Brandopferaltar gemacht wurden, kommt im siebten Monat das Laubh\u00fcttenfest (Sukkot), das vom 15.-23. Tischri gefeiert wird. Das Laubh\u00fcttenfest hatte eine vielfache Bedeutung: Zum einen das Wohnen in Laubh\u00fctten als Erinnerung an die W\u00fcstenzeit, durch die man nach Israel gef\u00fchrt wurde. Das war f\u00fcr die R\u00fcckkehrer des Exils sicher besonders: Wie durch die W\u00fcste, wurden sie durchs Exil gef\u00fchrt zur\u00fcck in ihre St\u00e4dte. Zum zweiten wird beim Laubh\u00fcttenfest speziell daf\u00fcr gedankt, dass man das Gesetz Gottes in der W\u00fcste bekommen hat \u2013 daran kn\u00fcpft dann sp\u00e4ter die Gesetzeslesung von Esra im selben Monat Neh 7,72 an. Zum dritten wird am Laubh\u00fcttenfest (September\/Oktober) auch f\u00fcr die Ernte gedankt. Vgl. die Vorschriften zum Laubh\u00fcttenfest in 3Mose 23,33-44.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 5:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie und warum wird das t\u00e4gliche Opfer, das in Vers 4 schon erw\u00e4hnt wird, pr\u00e4zisiert? Sollte auch am Neumond geopfert werden, ist das ein j\u00fcdisches Fest?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Es wird nochmal wiederholt: T\u00e4glich wird geopfert. Scheinbar war das Esra besonders wichtig, man kam wirklich dem t\u00e4glichen Gottesdienst nach! Au\u00dferdem m\u00f6chte er nochmal pr\u00e4zisieren, dass man den einzelnen Rechtsbestimmungen nachgekommen ist. Man brachte die regelm\u00e4\u00dfigen Brandopfer, die Brandopfer zu bestimmten heiligen Festen und zu Neumonden sowie pers\u00f6nliche und freiwillige Brandopfer. Auch die Neumonde sind ein spezielles j\u00fcdisches Fest (daran ist auch der Kalender orientiert), bei denen geopfert werden soll: 4Mose 28,14; 29,6.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 6:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie ist der zeitliche Ablauf von Vers 4-6 zu sehen?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Vers 4 bis 6 sind hier nicht chronologisch, sondern schildern zusammenfassend, was die Israeliten alles auf dem Brandopferaltar taten. Der 1. Tage des Monats Tischri war der erste, an dem das regelm\u00e4\u00dfige Opfer passend zu Neumond geopfert wurde. Kurz darauf ab dem 15. Tischri begann dann das Laubh\u00fcttenfest (Vers 4).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcberleitung: Der Grundstein war noch nicht gelegt. Obwohl wieder geopfert werden konnte, war allen klar: Der Tempel fehlt noch, wir m\u00fcssen anfangen, den Tempel zu bauen. darum geht es dann im n\u00e4chsten Abschnitt (7-13).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 7-8: Vorbereitungen zum Tempelbau:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 7<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was bedeutet Steinhauer und Holzarbeiter?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Beide W\u00f6rter sind nicht ganz klar. Beim ersten geht es auf jeden Fall um Stein\/Metall-Arbeiter. Mit dem zweiten Wort k\u00f6nnten sowohl Stein, Eisen, wie auch Holzarbeiter gemeint sein \u2013 es ist wohl ein allgemeineres Wort f\u00fcr Bauarbeiter. Im Kontext ist klar, dass irgendwie Holzarbeiter dabei gewesen sein m\u00fcssen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum wurde extra Zedernholz vom Libanon geholt?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Das Holz von Libanonzedern ist besonders gutes Holz, sehr haltbar und bis zu 40 Meter lang.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum wird so pr\u00e4zise geschildert, wie, von wem und wof\u00fcr das Holz hergebracht wurde?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die pr\u00e4zise Schilderung verwundert: Warum wurden extra Frachtmannschaften aus Sidon und Tyrus angestellt. Warum ist die Besoldung und der Fahrtweg wichtig? Esra schildert das hier vermutlich so genau, um den Juden damals aufzuzeigen: Der neue Tempel wurde genau gleich angegangen wie der erste. Man blieb in der Tradition, man blieb in dem Bundesvolk. Auch in K\u00f6n 5,20ff wird von den Sidoniern das Holz gebracht. Die Besoldung ist dort \u00e4hnlich mit Weizen und \u00d6l (1K\u00f6n 5,25). Selbst die Route \u00fcber Jafo (sp\u00e4ter Joppe) war gleich wie beim ersten Tempel (2Chr 2,15). Die Kontinuit\u00e4t zum ersten Tempelbau und das genaue Befolgen des damaligen Ablaufs scheint Esra wichtig zu sein, auch f\u00fcr seine Leser.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum war die Erlaubnis des Perserk\u00f6nigs Kyrus daf\u00fcr wichtig?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die Erlaubnis bezieht sich hier nicht auf ein Ausbeuten der Libanonw\u00e4lder, das wurde vermutlich regul\u00e4r gehandelt. Sondern es geht nochmal allgemein darum: Der Perserk\u00f6nig hat uns erlaubt, den Tempel aufzubauen. Die anderen V\u00f6lker, wie beispielsweise die Leute aus Tyrus und Sidon, k\u00f6nnen also helfen, ohne in Verdacht zu geraten, gegen den Perserk\u00f6nig zu arbeiten. Er hat den Aufbau erlaubt!<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 8:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum begann der Tempelbau im zweiten Monat?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Zum einen ist der zweite Monat Siw (im Mai\/Juni) geschickt zum Start des Baus, durch die Trockenzeit muss man mit weniger witterungsbedingten Unterbrechungen rechnen. Zum anderen ist auch hier die Ankn\u00fcpfung bei Salomo wieder deutlich: Auch Salomo begann im zweiten Monat mit dem Tempelbau (1K\u00f6n 6,1).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer war alles bei dem Tempelaufbau beteiligt?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die Formulierung \u201eihre \u00fcbrigen Br\u00fcder\u201c ist hier am besten nicht nur auf die direkten Br\u00fcder zu beziehen wie in Vers 2, wo explizit von Jeschuas und Serubbabel Br\u00fcdern die Rede ist, sondern auf das Ganze Volk; alle Br\u00fcder standen hinter dem Tempelbau \u2013 auch wenn sie wahrscheinlich auf verschiedene Weise beteiligt waren. Eine besondere Rolle spielten nat\u00fcrlich die Priester und Leviten, die extra erw\u00e4hnt werden.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was war die Aufgabe der Leviten \u00fcber 20 Jahren und war das der normale Arbeitsbeginn?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die Leviten hatten den Auftrag, den Bau zu leiten. Sie waren diejenigen, die nachher (in ihren Aufgabenbereichen) am Tempel arbeiten mussten und die Zeit hatten, sich intensiver mit den Vorgaben f\u00fcr den Tempel zu besch\u00e4ftigen.<\/li><li>Das Alter, ab dem Leviten anfangen durften zu arbeiten, schwankt in der Bibel immer wieder, manchmal durften sie ab 20 (1Chr 23,24.27; 2Chr 31,17), manchmal ab 25 (4Mose 8,24f) und manchmal ab 30 (4Mose 4,3ff; 1Chr 23,3) Jahren arbeiten. Die unterschiedlichen Altersangaben k\u00f6nnen auch nicht an den speziellen Aufgaben am Tempel liegen, wenn man die Texte vergleicht; die unterschiedliche Angabe in 1Chr 23 verwundert etwas. Deutlich wird: Es war nicht entscheidend, ob man mit 20,25 oder 30 anfing. Vermutlich wurde einfach praktisch gedacht: Wenn Not am Mann war, wie beispielsweise hier nach dem Exil, als es zu wenig Leviten gab, durften auch schon j\u00fcngere Leviten gr\u00f6\u00dfere Aufgaben wahrnehmen. Andererseits ist gut vorstellbar, dass die \u201eAusbildung\u201c zu einem Dienst unterschiedlich lang ging und es nur ungef\u00e4hre Angaben sind, wann Leviten ihren Dienst antraten.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 9: Grundsteinlegung beim Tempel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ist hier der gleiche Jeschua gemeint wie in den Versen davor?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>In diesem Vers werden nun die Leviten aufgez\u00e4hlt, die das Werk am Tempel Gottes leiteten und Aufsicht \u00fcbten. Auch wenn es auf den ersten Blick der schon bekannte Jeschua zu sein scheint, ist das hier nicht der Fall. Jeschua aus der Hohepriesterlinie war der Sohn Jozadaks (Esra 3,8). Jeschua der Levit, der hier den Bau mit anderen Leviten leiten sollte, war hingegen Sohn von Kadmiel, ein normaler Levit (Neh 12,8.24). Es gab also zwei verschiedene Jeschuas. Jeschua bedeutet: Gott rettet, Gott hilft (wie auch Jesus).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 10-11: Der Weihegottesdienst zur Grundsteinlegung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Woher kam die Liturgie f\u00fcr den Weihe-Gottesdienst?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Auch in diesen beiden Versen sind die direkten Parallelen zum ersten Tempelbau und seiner Einweihung erstaunlich. Es zeigt, dass der Tempelbau \u00fcber die Jahrhunderte durch die niedergeschriebenen Schriften und die \u00fcberlieferte Tradition ganz im Ged\u00e4chtnis der Menschen war.<\/li><li>Es gibt viele Parallelen von der Tempeleinweihung bei Salomo (2Chr 5), der Tempelreinigung unter Hiskia (2Chr 29) zu der Tempelgrundsteinlegung hier.<\/li><li>Sie spielten Trompeten und Zimbeln wie in 2Chr 5,12.13 und 29,27 \u2013 allerdings gab es dort noch mehr Instrumente. Trompeten waren \u00e4hnlich wie heutige Trompeten, nur einfacher. Zimbeln sind Becken, die man aneinanderschl\u00e4gt.<\/li><li>Sie singen alle zusammen genau das gleiche Lied wie bei der ersten Tempeleinweihung (2Chr 5,13; 7,3).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was ist mit Lobpreis hier gemeint (so in der Luther\u00fcbersetzung)?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Im Hebr\u00e4ischen doppelt man gerne Aussagen, um sie noch st\u00e4rker zu machen. Deshalb ist hier von Lob und Preis und in der zweiten H\u00e4lfte von Jubel und Freudengeschrei die Rede. Der Begriff Lobpreis ist somit zwar eine Tautologie, weil sozusagen das gleiche zweimal gesagt wird \u2013 das ist aber gerade im Hebr\u00e4ischen nicht un\u00fcblich, wie wir an vielen Stellen und auch hier sehen: Der \u00fcberschw\u00e4ngliche Lob soll zum Ausdruck kommen bei diesem Lob-Gottesdienst.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 12-13: Die unterschiedlichen Empfindungen beim Weihegottesdienst<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum weinten viele, als der Grundstein zum Haus gelegt wurde und gefeiert wurde?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die Tr\u00e4nen vieler \u00c4lteren und Familienoberh\u00e4uptern lagen daran, weil sie den alten Tempel gesehen hatten. W\u00e4hrend der alte Tempel prunkvoll und pr\u00e4chtig war, sah jetzt vermutlich noch ein gro\u00dfer Teil von Jerusalem zerst\u00f6rt und zerfallen aus. Vom Tempel war nur der Grundstein gelegt \u2013 und auch der vermutlich schlichter als beim salomonischen Tempel. Bei dem Vergleich kamen manchen der \u00c4lteren die Tr\u00e4nen. Vielleicht war damit verkn\u00fcpft auch die Erinnerung an die eigene Schuld, die Tr\u00e4nen in die Augen rief: Gott hatte den Tempel wegen ihrer Schuld zerst\u00f6ren lassen und jetzt mussten ihre Nachkommen alles wieder von Anfang an aufbauen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum jubelten auf der anderen Seite viele?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die anderen, gerade die J\u00fcngeren, die gar keinen Tempel mehr kannten, jubelten vor allem. Sie freuten sich und sahen die rettende Hand Gottes: Wir k\u00f6nnen uns unseren eigenen Tempel in Jerusalem wiederaufbauen! Sie jauchzten und jubelten sogar so laut \u00fcber das, was Gott ihnen erm\u00f6glicht hatte, dass man es weithin h\u00f6rte. Sie waren total begeistert. Die Tr\u00e4nen und der Freudenjubel konnten kaum unterschieden werden; gut vorstellbar ist, dass manchen gleichzeitig Tr\u00e4nen und Freude in den Augen standen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Verstehen, worum es geht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.1 Hinweise f\u00fcr hermeneutische \u00dcberlegungen (Auslegung)<\/strong><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unsere Geschichte spielt im Alten Testament, deshalb lassen sich viele Punkte nicht direkt auf den heutigen H\u00f6rer \u00fcbertragen. F\u00fcr die Israeliten war der Brandopferaltar zentral, weil durch ihn und die Opfer darauf das Verh\u00e4ltnis zu Gott bereinigt und wiederhergestellt wurde. Das wollten und sollten sie t\u00e4glich machen. Im Gegensatz dazu brauchen wir im Neuen Bund diese Opfer und den Altar nicht mehr, weil Jesus schon ein f\u00fcr allemal f\u00fcr uns gestorben ist und das Verh\u00e4ltnis zu Gott wiederhergestellt hat (Hebr 7,27; 1Petr 1,19). Aber auch f\u00fcr uns ist wichtig, uns t\u00e4glich an diese entscheidende Grundlage des Glaubens zu erinnern, die der wichtigste und erste Baustein f\u00fcr einen Gottesdienst ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damals war dann der klare Auftrag an Israel: Baut mir einen Tempel, in dem ich mich niederlasse, mitten unter euch, um bei euch zu wohnen. Auch dieser Auftrag gilt nat\u00fcrlich im Neuen Testament nicht mehr. Im Neuen Testament wird zum einen vom einzelnen Christen als Tempel Gottes gesprochen, den wir rein und heilig halten sollen und in dem Gott wohnt (1Kor 6,19). Au\u00dferdem wird im Neuen Testament die Gemeinde als Tempel angesehen (Eph 2,21). Die \u00dcbertragung kann hier nicht eins zu eins geschehen, aber \u00e4hnlich wie die Israeliten den Grundauftrag hatten, den Tempel zu bauen nach Gottes Ma\u00dfst\u00e4ben, sollen wir unser eigenes Leben nach Gottes Ma\u00dfst\u00e4ben bauen und die Gemeinde als seinen Tempel bauen und pflegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.2 Hinweise f\u00fcr situative \u00dcberlegungen (Predigtanlass)<\/strong><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Spannend ist dieser Text gerade in der heutigen Zeit, wo vermutlich (auch im Januar) manches in der Gemeinde nicht so m\u00f6glich ist. Wie bei Israel damals, m\u00fcssen wir teilweise improvisieren und \u00fcberlegen, wie wir das Grundlegende, das N\u00f6tigste aus\u00fcben und aufrechterhalten k\u00f6nnen in unserer Situation. Worauf setzen wir die Priorit\u00e4ten, wenn manches wegf\u00e4llt?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.3 Hinweise f\u00fcr homiletische \u00dcberlegungen (Anwendung)<\/strong><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier m\u00f6chte ich einige m\u00f6gliche Anwendungen des Textes aufzeigen, die man teilweise mit aufnehmen kann in einer Predigt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 1-6: Der Brandopferaltar \u2013 das Verh\u00e4ltnis zu Gott wird gekl\u00e4rt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die Israeliten versammelten sich wie ein Mann: Ohne Aufruf oder Zwang war ihnen klar: Wir wollen Gott das Lob und die Ehre daf\u00fcr geben. Sind wir schon so selbst\u00e4ndig im Glauben und im Setzen von Priorit\u00e4ten, oder kommen wir nur, wenn andere uns einladen oder ermutigen, dran zu bleiben?<\/li><li>Serubbabel (Spross Babels) und Jeschua (Gott rettet\/hilft \u2013 wie Jesus); beide Namen zusammen zeigen, wie Gott aus Babel errettet und den Neuanfang erm\u00f6glicht, wie sp\u00e4ter auch durch Jesus und uns. Wir sind dann der Serubbabel, der Spross der Welt, der von Jesus herausgerettet wird.<\/li><li>Sie bauten den Brandopferaltar, das war die erste Priorit\u00e4t. Stra\u00dfen, H\u00e4user, Versorgung war zweit-\/drittrangig und wurde links liegen gelassen. Der Brandopferaltar war das Entscheidende, weil es dabei um das Verh\u00e4ltnis zwischen Gott und Mensch geht, das bereinigt werden soll. Ist dieses Verh\u00e4ltnis bei dir und mir gekl\u00e4rt? Lege ich darauf die Priorit\u00e4t?<\/li><li>Es ging den Israeliten nicht in erster Linie um die Tradition, sondern sie verstanden, warum der Tempel wichtig war: Wegen den Opfern und der Beziehung zu Gott. Deshalb lie\u00dfen sie die Tradition nicht fallen, aber darauf lag der Schwerpunkt.<\/li><li>Legen wir darauf die Priorit\u00e4t? Bei unserer Beziehung zu Gott und im Weitersagen des Wortes Gottes bei anderen, dass sie mit Gott Frieden erhalten? Sagen wir Gottes Wort weiter?<\/li><li>Gedanke von Bonhoeffer dazu (Gemeinsames Leben, Seite 87): Das Entscheidende ist, Gottes Wort weiterzusagen, damit das Verh\u00e4ltnis mit Gott wiederhergestellt wird \u2013 oder auch Christen Gottes Wort immer wieder zusprechen. Aber vorausgehen muss dem immer ein dreifacher Dienst: Das Zuh\u00f6ren, die t\u00e4tige Hilfsbereitschaft und das Ertragen des anderen. Erst dann werden Menschen (h\u00e4ufig) bereit, sich Gottes Wort vom anderen zusprechen zu lassen, ob Christ oder Noch-Nicht-Christ.<\/li><li>Damals war viel Improvisation n\u00f6tig: Wie k\u00f6nnen wir den Brandopferaltar in den Umst\u00e4nden m\u00f6glichst gut und bibelgetreu, aber doch realistisch, bauen? Ohne Tempel, ohne Not-Zeltdach dar\u00fcber? Auch w\u00e4hrend Corona m\u00fcssen wir teilweise improvisieren, wie l\u00e4sst sich Gemeinde und Gottesbeziehung leben, wenn teilweise Gruppen nicht stattfinden k\u00f6nnen? Auch da hilft es zu \u00fcberlegen: Was ist denn das Notwendige, das Zentrale \u2013 bei was geht es um unser Verh\u00e4ltnis zu Gott?<\/li><li>Jesus ist unser Brandopfer (Hebr 7,27), deshalb m\u00fcssen wir nicht mehr t\u00e4glich opfern. Aber wir k\u00f6nnen von den Isareliten lernen: Lasst uns t\u00e4glich an dieses Opfer Jesu gedenken, denn es ist die Grundlage von unserem Leben und Glaubensleben.<\/li><li>&nbsp;Vers 2,3,4,10 machen deutlich: Alles wurde genauso gemacht, wie es angeordnet war. Gottes Wort wurde zur Richtschnur genommen. Auch f\u00fcr Christen gilt: Lasst uns Gottes Wort zur Richtschnur nehmen. Das Verh\u00e4ltnis mit Gott wiederherstellen, ohne danach zu ringen, sich an Gottes Wort zu halten, funktioniert nicht. (Wie manche sagen: Ich bin Christ, bin errettet, aber die christlichen Regeln und Ethik, die in der Bibel stehen, die gefallen mir nicht).<\/li><li>Es wird wie fr\u00fcher gemacht, auch die Traditionen werden nicht au\u00dfer Acht gelassen \u2013 insoweit sie mit der Bibel \u00fcbereinstimmen. Traditionen wertsch\u00e4tzen und hinterfragen.<\/li><li>In Vers 3: Die Israeliten kamen gerade in ihrer Furcht und Angst zu Gott. Wohin treibt uns Angst und Sorge \u2013 gehen wir damit zu Gott? Es ist in Ordnung, mit Angst und Furcht zu Gott zu kommen. Manchmal geh\u00f6rt das sogar dazu.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 7-9: Der Grundstein f\u00fcr den Tempel \u2013 Gottes Auftrag zum Tempelbau<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Alle beteiligten sich am Tempelbau und brachten mit ein, was sie konnten. Das ist auch heute beim Gemeindebau wichtig!<\/li><li>Die Erlaubnis des K\u00f6nigs von Persien war den Isareliten wichtig: H\u00e4tten sie es auch illegal gemacht oder tun sollen? Vermutlich nicht, weil es nicht m\u00f6glich war in den 70 Jahren zuvor, als es nicht erlaubt war. Jetzt war ihnen klar: Wir haben die Erlaubnis, Gott hat das verf\u00fcgt, wir bauen nun!<\/li><li>Gott wurde an die erste Stelle gesetzt: Wir wollen den Tempel bauen, direkt nachdem unser Verh\u00e4ltnis zu Gott gekl\u00e4rt ist. (Mt 6,33 \u2013 Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes). Welche Rolle spielt Gott und sein Reich, die Gemeinde, in unserem Leben? Nat\u00fcrlich sollen wir uns nicht \u00fcberarbeiten bis zum Burn-Out oder \u00c4hnliches. Aber in welchem Verh\u00e4ltnis stehen Hobbys zur Gemeinde, welche Priorit\u00e4t hat der Gemeindebau?<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vers 10-13: Der Weihegottesdienst: Gottes Wirken im Leben bewirkt Freudengeschrei und Weinen gleichzeitig<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Der Weihegottesdienst und das Gotteslob machen deutlich: Schritt 1 und 2 sind nur Gott zu verdanken. Er hat das Opfer erm\u00f6glicht und gn\u00e4dig angesehen. Er hat die Grundlegung f\u00fcr den Tempelbau m\u00f6glich gemacht. Ihm geb\u00fchrt die Ehre f\u00fcr alles!<\/li><li>Wenn Gott wirkt, bewirkt das Weinen und Freude. Weinen, weil man erkennen muss: Es ist nicht mein Verdienst, ich bin schuldig \u2013 wie die \u00c4lteren damals von Israel. Mein Gebautes ist nicht prunkvoll und sch\u00f6n, wenn Gott es nicht baut. Gleichzeitig bewirkt es Freude: Gott erm\u00f6glicht den Neustart, den Neubeginn und die Beziehung zu ihm. Gott tut Neues.<\/li><li>Begeisterung, Lobpreis: Sind wir so begeistert von dem, was Gott in unserem Leben getan hat und wie er uns vergeben hat, dass man es weithin h\u00f6rt?<\/li><li>Besonders die J\u00fcngeren, die nicht mehr den alten Tempel kannten, jubelten, waren optimistisch und lobten Gott lautstark.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3. Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.1 Predigtthema \u2013 was sage ich in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gott erbarmt sich eines Volkes und schenkt wieder einen Altar<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gott erm\u00f6glicht den geistlichen Neuanfang und erm\u00f6glicht geistliches Wachstum<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Start am Punkt Null<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sein Leben neu auf Gott hin ausrichten \u2013 was sind meine Priorit\u00e4ten in einer Zeit, wo manches wegf\u00e4llt?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gott die erste Priorit\u00e4t im Leben geben \u2013 Freude und Tr\u00e4nen verkn\u00fcpfen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.2 Predigtentfaltung \u2013 wie sage ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Textgliederung:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" type=\"1\"><li>Der Brandopferaltar wird aufgebaut und der t\u00e4gliche Gottesdienst erm\u00f6glicht (1-6)<\/li><li>Der Grundstein f\u00fcr den Tempel wird gelegt (7-9)<\/li><li>Ein Weihegottesdienst wird gefeiert, um Gott zu loben (10-13)<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Predigtgliederung:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Thema:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gott erm\u00f6glicht den geistlichen Neuanfang und erm\u00f6glicht geistliches Wachstum<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Titel: Start am Punkt Null<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" type=\"1\"><li>Das Verh\u00e4ltnis zu Gott muss gekl\u00e4rt sein \u2013 der Brandopferaltar (1-6)<\/li><li>Der Auftrag Gottes ist der Tempelbau: Im eigenen Leben und in der Gemeinde (7-9)<\/li><li>F\u00fcr das hergestellte Verh\u00e4ltnis zu Gott und Gelingen beim Tempelbau gilt Gott aller Lob (10-13)<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Alternativ:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Thema:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sein Leben neu auf Gott hin ausrichten: Was sind meine Priorit\u00e4ten in einer Zeit, wo manches wegf\u00e4llt?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Titel:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vier Priorit\u00e4ten f\u00fcr mein Leben<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" type=\"1\"><li>Die erste Priorit\u00e4t: Das Verh\u00e4ltnis zu Gott (1-6)<\/li><li>Die zweite Priorit\u00e4t: Gottes Wort zur Richtschnur machen (1-13)<\/li><li>Die dritte Priorit\u00e4t: Dienst am Haus Gottes (7-9)<\/li><li>Die vierte Priorit\u00e4t: Dankbar Gott loben, weil er alles schenkt (10-13)<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.3 Predigtveranschaulichungen \u2013 wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine gute Beispielgeschichte f\u00fcr\u2018s Priorit\u00e4ten-Setzen ist die von James Lewis Kraft (aus der Predigt von Wolfgang Nestvogel) \u2013 nachzulesen auf:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><a href=\"https:\/\/fgbt.org\/Testimonies\/james-lewis-kraft.html\">https:\/\/fgbt.org\/Testimonies\/james-lewis-kraft.html<\/a><\/li><li>Eine kurze Zusammenfassung: Er selbst hatte den Traum, eine eigene gro\u00dfe K\u00e4seproduktion zu machen. Er kaufte sich sein Pony Paddy und transportierte damit als flei\u00dfiger Arbeiter Produkte. Eines Tages spricht er mit seinem Pony: Irgendetwas l\u00e4uft falsch, ich arbeite flei\u00dfig, h\u00e4nge mich rein, aber der Profit steigt nicht. Vielleicht sollte ich lieber Gott die erste Priorit\u00e4t im Leben geben. Also legte er seinen Schwerpunkt darauf, Gott zu dienen und f\u00fcr ihn zu leben. Ab da an ging es auch mit seiner Firma weiter, sie wuchs und er wurde zu einem gro\u00dfen Lebensmittelunternehmer.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es bietet sich in dieser Predigt durchaus auch an, von der eigenen Gemeinde-Geschichte kurz zu erz\u00e4hlen und zu berichten. Wie ist die Gemeinde entstanden, wie hat Gott sie bewahrt, entstehen lassen? Durch Schwierigkeiten hindurch \u2013 wie auch bei den Israeliten beim Tempelbau \u2013 aber er hat letztendlich die Gemeinde in seiner Hand.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Furcht und Angst im Leben treibt uns manchmal zu Gott: Eine gute M\u00f6glichkeit zum pers\u00f6nlichen Zeugnis, indem man erz\u00e4hlt, wo Sorge oder Angst im eigenen Leben einen zu Gott getrieben hat.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(Samuel Koser)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigtthema:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Gott erbarmt sich eines Volkes und schenkt wieder einen Altar Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-4121","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-08-19 11:14:24","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4121","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4121"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4121\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4123,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4121\/revisions\/4123"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4121"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4121"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4121"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}