{"id":3985,"date":"2020-05-24T13:46:00","date_gmt":"2020-05-24T11:46:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=3985"},"modified":"2020-06-05T13:47:56","modified_gmt":"2020-06-05T11:47:56","slug":"predigthilfe-vom-28-juni-2020-apostelgeschichte-11-19-26","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-28-juni-2020-apostelgeschichte-11-19-26\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 28. Juni 2020 &#8211; Apostelgeschichte 11, 19-26"},"content":{"rendered":"<p><strong>Jahresthema: Jeder Christ ein Mitarbeiter &#8211; Berufen, um Gott und den Menschen zu dienen<\/strong><\/p>\n<p><strong>Predigtthema: Barnabas &#8211; Ein Mitarbeiter, der das Potenzial in anderen sieht<\/strong><\/p>\n<p><strong>Predigttext:&nbsp; Apg 11,19-26<\/strong><\/p>\n<p>Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n<ol>\n<li><strong> Sehen, was dasteht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen, um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/\">www.bibleserver.com<\/a><\/p>\n<p><strong>1.1 Hinweise zu Barnabas<\/strong><\/p>\n<p>In Rahmen unseres Jahresthemas besch\u00e4ftigen wir uns mit einzelnen Mitarbeitern aus dem Neuen Testament, um von ihrem Leben wichtige Impulse zu bekommen. Deshalb ist gerade bei dieser Herangehensweise wichtig nicht nur einen einzelnen Abschnitt in den Blick zu nehmen, sondern breit im NT zu schauen, was \u00fcber die jeweilige Person berichtet wird.<\/p>\n<p>Bei Barnabas, mit dem wir uns in dieser Predigt besch\u00e4ftigen, kommen einige wichtige Aspekte zusammen.<\/p>\n<p>Barnabas, der Sohn des Trostes, hie\u00df eigentlich Josef und kam urspr\u00fcnglich von der Insel Zypern, genau die Insel, auf der er und Paulus dann die erste Missionsreise begannen. Gerade der Rufname Barnabas \u201eSohn des Trostes\u201c scheint ein deutlicher Hinweis auf die besondere Pers\u00f6nlichkeit und auch die geistliche St\u00e4rke von Barnabas zu sein.<\/p>\n<p>Zum ersten Mal taucht Barnabas in Apg 4,36 f auf, wo berichtet wird, dass er einen Acker verkauft und der Gemeinde das Geld zur Verf\u00fcgung stellte.<\/p>\n<p>Dann wird berichtet, dass Barnabas kurz nach der Bekehrung von Paulus trotz der Angst, die viele vor Paulus hatten, ihn vor die Apostel brachte (Apg 9,26ff). Als Barnabas dann in Antiochia war, ging er selbst nach Tarsus, um Paulus zu suchen und ihn als Mitarbeiter f\u00fcr die Gemeinde in Antiochia zu gewinnen. Paulus und Barnabas wurden dann auch von der Gemeinde in Antiochia mit einer Spende nach Jerusalem geschickt (Apg 9,30).<\/p>\n<p>Ab Apg 12,25 wird dann berichtet, wie Paulus und Barnabas auf Gottes Berufung hin zur ersten Missionsreise aufbrachen, die auf der Geburtsinsel von Barnabas auf Zypern begann. In Apg 15 lesen wir dann, wie Paulus und Barnabas vor den Aposteln und \u00c4ltesten in Jerusalem \u00fcber ihren Missionseinsatz berichten und es sehr deutlich wird, dass Paulus und Barnabas und die Verantwortlichen in Jerusalem dasselbe Evangelium verk\u00fcnden.<\/p>\n<p>Nach dem Treffen mit den Aposteln kam es dann zu einem Bruch zwischen Paulus und Barnabas. Dieser Bruch entstand an der Person von Johannes Markus, dem Vetter von Barnabas. Johannes Markus war mit den beiden auf der ersten Missionsreise, hatte die Reise aber vorzeitig abgebrochen. Barnabas wollte den jungen Johannes Markus auch auf die zweite Missionsreise mitnehmen, Paulus war strikt dagegen. Darauf gerieten die beiden in eine Auseinandersetzung, so dass sie beschlossen getrennt auf Missionsreise zu gehen, Barnabas mit Johannes Markus und Paulus mit Silas.<\/p>\n<p>Nach diesem Ereignis lesen wir in der Apostelgeschichte nichts mehr von Barnabas, es bleibt der Dienst von Paulus im Zentrum des Buches.<\/p>\n<p><strong>1.2 Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n<p>Hilfen zur Auslegung bieten z.B.<\/p>\n<p>* Wuppertaler Studienbibel, Band Apostelgeschichte von Werner de Boor<\/p>\n<p>* Edition C Kommentar zur Apostelgeschichte von Heinz-Werner Neudorfer<\/p>\n<p>* \u201eDie Botschaft der Apostelgeschichte\u201c, ein exegetisch-homiletischer Kommentar von John Stott<\/p>\n<p>Zur Auslegung von Apg 11,19-26 lest bitte die Predigttipps von G\u00fcnther Ott vom 27.05.2018 und Eckard L\u00f6ffler vom 24.08.2008. Weitere Hinweise zu Apg 9,26-31 findet ihr im Predigtipp von Eckhard L\u00f6ffler vom 17.08.2007. Zu Apg 15,36-41 beachtet bitte den Predigttipp von Thomas Richter vom 24.05.2009. Alle Predigttipps findet ihr unter <a href=\"http:\/\/www.studienbibel.de\/\">www.studienbibel.de<\/a>.<\/p>\n<p><strong>1.3 Anmerkungen zu den verschiedenen Stellen, die \u00fcber den Dienst von Barnabas berichten<\/strong><\/p>\n<p>In der Predigt \u00fcber den Dienst von Barnabas ist es hilfreich, wenn wir mehrere Bibelabschnitte miteinander verbinden und so aufzeigen, wie Gott Barnabas auf besondere Weise gebraucht hat.<\/p>\n<p><strong>Zu Apg 9,26-30:<\/strong><\/p>\n<p>Im Blick auf den Umgang mit Paulus erkennen wir bei Barnabas gro\u00dfen Mut und gleichzeitig ein gro\u00dfes Vertrauen in Gottes Macht das Leben von Menschen zu ver\u00e4ndern. Barnabas l\u00e4sst sich nicht von der Angst der anderen Christen l\u00e4hmen. Vielmehr geht er auf Paulus zu und versucht zu sehen, wie Gott in dessen Leben gewirkt hat. Barnabas ist offen f\u00fcr Gottes Wirken auch in einer Person wie Paulus, der so radikal gegen den Glauben an Jesus gek\u00e4mpft hat.<\/p>\n<p>Zugleich ist Barnabas auch bereit Verantwortung f\u00fcr diesen jungen Christen zu \u00fcbernehmen. Er legt Zeugnis f\u00fcr Paulus ab und bringt ihn zu den Aposteln. Barnabas sieht das Potenzial in Paulus und er f\u00f6rdert ihn.<\/p>\n<p>Lukas berichtet uns nicht, wie Barnabas im Blick auf Paulus zu seiner Haltung kam. Vielleicht k\u00f6nnte sein Name ein Hinweis sein. Barnabas war ja ein Spitzname, der ihm von den Aposteln gegeben worden war und wird von Lukas als Sohn des Trostes oder der Ermutigung \u00fcbersetzt. Der aram\u00e4ische Name tr\u00e4gt auch den Aspekt der Weissagung in sich. In Apg 13,1 wird Barnabas zu den Lehrern und Propheten in Antiochia gerechnet. Offensichtlich hatte Gott Barnabas dazu begabt, junge Christen zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Haben wir in unseren Gemeinden diesen Blick f\u00fcr junge Christen? Sind wir bereit uns in sie zu investieren? Wie erkennen wir das Potenzial, in anderen Christen? An Barnabas sehen wir, wie wichtig es ist, dass wir Gott um Weisheit bitten, Geschwister mit seinen Augen zu sehen und sie zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p><strong>Zu Apg 11,19-26<\/strong><\/p>\n<p>Wir sehen die Beharrlichkeit von Barnabas. Paulus beschreibt im Galaterbrief ganz kurz, was er im Anschluss an seine Bekehrung getan hat. Barnabas scheint Paulus auch nach seinem ersten Besuch in Jerusalem nicht aus dem Ged\u00e4chtnis verloren zu haben. Als Nachrichten von den Christen aus Antiochia ankamen, wurde Barnabas von der Gemeinde in Jerusalem in die Weltstadt Antiochia gesandt. Barnabas als besonders bew\u00e4hrter Mitarbeiter sollte die Christen dort lehren. Barnabas suchte f\u00fcr diese Aufgabe Unterst\u00fctzung und fand sie in Paulus, den er aus dessen Heimatstadt Tarsus nach Antiochia holte. Barnabas war bereit einen beachtlichen Weg auf sich zu nehmen und Paulus in Tarsus zu suchen, weil ihn Gott zu der \u00dcberzeugung gef\u00fchrt hatte, dass er Paulus gebrauchen will.<\/p>\n<p>Barnabas h\u00e4tte sicherlich unter den Christen von Antiochia auch gute Mitarbeiter gefunden. Er h\u00e4tte sich fragen k\u00f6nnen, ob die M\u00fche es wert ist bis nach Tarsus zu reisen. Lukas berichtet uns nur, dass er bereit war, den weiten Weg zu gehen und dass Gott den Dienst von Barnabas und Paulus gebraucht hat.<\/p>\n<p>Auch hier sollten wir uns hinterfragen lassen, wie weit wir bereit sind uns in potenzielle Mitarbeiter zu investieren. Nat\u00fcrlich bleibt es eine Spannung, da wir nie eine Garantie geben k\u00f6nnen, wie ein Mitarbeiter sich geistlich entwickeln wird. Gerade \u00fcber diese Frage gerieten Paulus und Barnabas dann auch sp\u00e4ter in Streit. Wichtig scheint mir hier zu sein, dass Lukas uns Barnabas als einen Mann voll Heiligen Geistes und Glaubens vorstellt. Barnabas\u2018 Urteil \u00fcber Paulus beruhte nicht allein auf menschlichen Abw\u00e4gungen, sondern auf der Leitung des Heiligen Geistes. Ringen wir vor Gott darum, dass wir das geistliche Potenzial von Mitarbeitern entdecken? Gehen wir ihnen nach und geben ihnen die M\u00f6glichkeiten und Freiheiten im Dienst in der Gemeinde zu wachsen?<\/p>\n<p><strong>Zu Apg 15,36-41<\/strong><\/p>\n<p>Der Bericht \u00fcber Barnabas endet in der Apostelgeschichte mit der Trennung von Paulus. Der Streit entbrannte an einem jungen Mitarbeiter. Wieder ist Barnabas derjenige, der das Potenzial in Johannes Markus erkennt, obwohl dieser die erste Missionsreise vorzeitig verlassen hatte. Bei Paulus dagegen sehen wir eine sehr verst\u00e4ndliche, tiefe Entt\u00e4uschung \u00fcber das Verhalten von Johannes Markus. Er ist nicht mehr beriet ihn mitzunehmen. Interessanterweise ist Barnabas an diesem Punkt nicht bereit nachzugeben. Er ist \u00fcberzeugt davon, dass Gott Johannes Markus weiter als Mitarbeiter gebrauchen m\u00f6chte und ist sogar bereit daf\u00fcr die erprobte Zusammenarbeit mit Paulus zu beenden. Es ist m\u00fc\u00dfig zu diskutieren, was gewesen w\u00e4re, wenn Paulus oder Barnabas sich anders entschieden h\u00e4tten. Sehr deutlich ist aber, dass Paulus sein Urteil \u00fcber Johannes Markus im Laufe der Jahre deutlich ver\u00e4ndert hat (Kol 4,10; 2.Tim 4,11).<\/p>\n<p>Auch wenn wir es hier mit einer ganz speziellen Situation zu tun haben, und man vorsichtig sein sollte, daraus absolute Normen abzuleiten, ist die Haltung von Barnabas wieder eine Anfrage an uns. Sind wir bereit Mitarbeitern eine zweite Chance zu geben und uns weiterhin in sie zu investieren, auch wenn sie in einer Situation versagt haben? Nat\u00fcrlich brauchen wir in einer solchen Situation besondere Weisheit, um zu sehen, wie eine solche zweite Chance aussehen kann. Es geht ja schlussendlich nicht um unsere eigenen Entschl\u00fcsse, sondern darum, dass wir Gottes Willen gerade auch im Blick auf junge oder neue Mitarbeiter erkennen.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>2.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Die Predigt soll herausfordern, im Blick auf die F\u00f6rderung von Mitarbeitern in der Gemeinde Hingabe und einen langen Atem zu haben. Sie soll ermutigen junge \/ neue Mitarbeiter im Gebet vor Gott zu bringen und sie und auch ihren Dienst \/ ihr Potenzial mit Gottes Augen zu sehen.<\/p>\n<p><strong>2.2 Predigtthema \u2013 was sage ich in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Barnabas &#8211; Ein Mitarbeiter, der das Potenzial in anderen sieht<\/p>\n<p><strong>2.3 Predigtentfaltung \u2013 wie sage ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>Das Vertrauen darauf, dass Gott Menschen ver\u00e4ndert und bef\u00e4higt (Apg 9,26ff)<\/li>\n<li>Die Bereitschaft neuen Mitarbeitern nachzugehen (Apg 11,19ff)<\/li>\n<li>Der Mut Mitarbeitern eine zweite Chance zu geben (Apg 15,36ff)<\/li>\n<\/ol>\n<p>(Tobias Schurr)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jahresthema: Jeder Christ ein Mitarbeiter &#8211; Berufen, um Gott und den Menschen zu dienen Predigtthema: Barnabas &#8211; Ein Mitarbeiter, der das Potenzial in anderen sieht Predigttext:&nbsp; Apg 11,19-26 Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. 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