{"id":3971,"date":"2020-05-25T12:34:44","date_gmt":"2020-05-25T10:34:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=3971"},"modified":"2020-05-25T12:35:06","modified_gmt":"2020-05-25T10:35:06","slug":"predigthilfe-vom-5-juli-2020-matthaeuas-13-24-43-47-50","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-5-juli-2020-matthaeuas-13-24-43-47-50\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 5. Juli 2020 &#8211; Matth\u00e4us 13, 24-43 + 47-50"},"content":{"rendered":"<p><strong>Predigttext: &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Matth\u00e4us 13,24-43+47-50<\/strong><\/p>\n<p><strong>Predigtthema: &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Am Ende wird beurteilt<\/strong><\/p>\n<p>Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Sehen, was dasteht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\">www.bibleserver.com<\/a> (Luther 1984 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000 \/ Neue Genfer \u00dcbersetzung \/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n<p><strong>1.1 Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n<p>Hilfen zur Auslegung bieten z.B.<\/p>\n<ul>\n<li><em>Der Neue Matthew Henry Kommentar (Matth\u00e4us \u2013 Johannes)<\/em><\/li>\n<li><em>Edition C (Teil 1), Matth\u00e4usevangelium<\/em> (Gerhard Maier)<\/li>\n<li><em>Historisch Theologische Auslegung, Das Evangelium des Matth\u00e4us <\/em>(Gerhard Maier)<\/li>\n<li><em>John MacArthur, <\/em><em>Studienbibel<\/em>: Anmerkungen und Parallelstellen zu Mt.12,1-14<\/li>\n<li><em>Wiersbe Kommentar NT Band 1 Matth\u00e4us bis Apostelgeschichte<\/em><\/li>\n<li><em>William MacDonald Kommentar zum Neuen Testament<\/em><\/li>\n<li><em>Wuppertaler Studienbibel<\/em> (Fritz Rienecker)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zur Predigtvorbereitung k\u00f6nnte das Anh\u00f6ren folgender Predigten auch eine Hilfe sein:<\/p>\n<ul>\n<li>John MacArthur (auf Englisch):\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.gty.org\/library\/sermons-library\/2300\/the-kingdom-and-the-world\">https:\/\/www.gty.org\/library\/sermons-library\/2300\/the-kingdom-and-the-world<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.gty.org\/library\/sermons-library\/2304\/the-furnace-of-fire\">https:\/\/www.gty.org\/library\/sermons-library\/2304\/the-furnace-of-fire<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Wilfried Plock:\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.sermon-online.de\/search.pl?lang=de&amp;id=4855&amp;title=&amp;biblevers=&amp;searchstring=&amp;author=0&amp;language=0&amp;category=0&amp;play=0&amp;tm=2\">https:\/\/www.sermon-online.de\/search.pl?lang=de&amp;id=4855&amp;title=&amp;biblevers=&amp;searchstring=&amp;author=0&amp;language=0&amp;category=0&amp;play=0&amp;tm=2<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>1.2 Anmerkungen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n<p>Das Matth\u00e4usevangelium wurde aus dem Griffel eines Mannes geschrieben, der in seinem fr\u00fcheren Leben ausbeuterische Finanzb\u00fccher damit f\u00fcllte. Matth\u00e4us war ein hoch-gebildeter j\u00fcdischer Steuereintreiber, der vom Betrug lebte, doch eine Kehrtwende erfuhr (Mk 2,13-17). Seine Zielgruppe waren sog. Judenchristen. Das Mt. Evangelium ist vermutlich das dritte verfasste Evangelium (nach Markus und Lukas). Matth\u00e4us will mit seinen Berichten deutlich machen: Jesus von Nazareth ist der lang versprochene Messias und der K\u00f6nig der Juden (dies wird bei Matth\u00e4us durch aufgegriffene Prophetien aus dem AT deutlich, die sich in der Person und im Wirken Jesu erf\u00fcllt haben).<\/p>\n<p>In unseren Textabschnitten gebraucht Jesus 3 Gleichnisse und eine konkrete Deutung, um \u00fcber das Himmelreich und das Ende der Zeiten zu reden. Zuvor (Mt. 13,1-23) erz\u00e4hlt er das bekannte Gleichnis vom S\u00e4mann, bei dem es um das \u201eausgestreute\u201c Wort Gottes und seiner Annahme beim Menschen geht.<\/p>\n<p>Fragen und Anregungen zur pers\u00f6nlichen Reflektion, nachdem man den Predigttext f\u00fcr sich ein paar Mal durchgelesen hat:<\/p>\n<ul>\n<li>34-35: was war vor Grundlegung der Welt an verborgen, bis Jesus mit seinem Dienst begann?<\/li>\n<li>Achte darauf, wie das Gleichnis vom Unkraut in den Versen 24-30 sp\u00e4ter von Jesus in den Versen 36-43 ausgelegt wird. Sollten wir nach dem, was wir hier lesen das \u201eUnkraut\u201c in unserer heutigen Gemeinde wachsen lassen?<\/li>\n<li>In V.35 kommt das Wort \u201eerf\u00fcllt\u201c vor, welches im Matth\u00e4usevangelium ein wichtiges und h\u00e4ufig verwendetes Wort darstellt. Zur Anregung: Denke doch mal \u00fcber das Prinzip der \u201eErf\u00fcllung\u201c nach, von dem Jesus in Mt. 5,17 spricht. Gehe folgende Stellen durch, in denen die Worte \u201eerf\u00fcllen\u201c oder \u201eerf\u00fcllt\u201c vorkommt: 1,21-23; 2,14-15; 3,13-15; 4,13-16; 8,16-17; 12,15-21; 21,1-5 und 26,54-56.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong> V. 24-30 \/\/ Das Gleichnis vom Unkraut des Ackers<\/strong><\/p>\n<p>Jesus benutzt ein Gleichnis (welches nur von Matth\u00e4us \u00fcberliefert wird), um das Himmelreich und die zuk\u00fcnftige K\u00f6nigsherrschaft zu beschreiben. Die exakte und von Jesus selbst dargelegte Auslegung dieses Gleichnisses finden wir in den Versen 36-43 (wird sp\u00e4ter behandelt). Unter den Zuh\u00f6rern waren wahrscheinlich viele, die als Landarbeiter und Bauern auf gro\u00dfen G\u00fctern arbeiteten und sich daher sicherlich gut in die von Jesus beschriebene Situation hineindenken konnten.<\/p>\n<p>Der S\u00e4mann gibt den \u201eguten Samen\u201c in den Boden des Ackers.&nbsp; Dieser gute Samen ist im Gleichnis der Weizen (da Brot das damals wichtigste Grundnahrungsmittel war, war der j\u00e4hrlich erzielte Weizenertrag entscheidend f\u00fcr die Grundversorgung der Menschen). &nbsp;&nbsp;&nbsp;Als es Nacht wurde, kam der Feind und s\u00e4te Unkraut unter den guten Samen. Dieser \u201eb\u00f6se Samen\u201c war in dieser Parabel \u201eLolch\u201c, eine Pflanzenart, die zum Unkraut z\u00e4hlt. Bis die \u00c4hre gereift ist, war sie vom Weizen kaum zu unterscheiden (im Fr\u00fchstadium des Wachstums sah sie wie Weizen aus). Lolch auf den Acker eines anderen Bauern zu streuen war eine Taktik, mit der ein Bauer die Lebensgrundlage seines Feindes zerst\u00f6ren konnte.<\/p>\n<p>Als das Wachstum kam, wuchs das Unkraut neben den \u201eFr\u00fcchten\u201c der guten Samen.<\/p>\n<p>Die Knechte des S\u00e4manns fragten erstaunt, wie das Unkraut zwischen den Weizen kommen konnte. Der S\u00e4mann wusste dar\u00fcber Bescheid, obwohl der Feind das Unkraut scheinbar heimlich in einer \u201eNacht und Nebel Aktion\u201c unter den Weizen verteilte.<\/p>\n<p>Die Knechte bieten an, den Ertrag zusammenzulesen, jedoch hielt der S\u00e4mann sie davon ab, denn bei der Ernte d\u00fcrfe nicht beides gleichzeitig herausgerissen werden. Niemand kann unfehlbar unterscheiden, welcher Ertrag nun zum Guten oder zum B\u00f6sen geh\u00f6rt, dass kann nur der Herr, der S\u00e4mann und seine Schnitter, die ihm unterstellt sind.<\/p>\n<p>Hier unterscheiden sich auch die Schnitter (Erntearbeiter) von den Knechten.<\/p>\n<p>Es soll alles bis zur Ernte wachsen und dann werden sich die Schnitter, die Erntearbeiter darum k\u00fcmmern (Offb 14,15). An jenem Tag wird getrennt zwischen dem Unkraut und dem Weizen. Sie werden zuerst das Unkraut sammeln, und b\u00fcndeln und verbrennen (Feuerholz war damals sehr kostbar, getrocknetes Unkraut diente immerhin noch als Brennmaterial), und anschlie\u00dfend den guten Weizen in die Scheunen sammeln (Mt 3,12).<\/p>\n<p><strong> V. 31-32 \/\/ Das Gleichnis des Senfkornes <\/strong><\/p>\n<p>Das Gleichnis vom Senfkorn soll uns zeigen, dass der Anfang des Evangeliums zwar klein, dass das Ende aber herrlich gro\u00df sein wird (Hiob 8,7). Jesus selbst ist der derjenige, der dieses Senfkorn s\u00e4te. Das Senfkorn kann f\u00fcr das Reich Gottes stehen oder dem Wort dieses Reichs, welches er verk\u00fcndigte (V.19.23). Das kleine Senfkorn tr\u00e4gt in sich die Veranlagung, gro\u00df zu werden. Gute und von Jesus gepr\u00e4gte Gewohnheiten werden zunehmen, die Erkenntnis der in der Bibel geoffenbarten Wahrheit wird zunehmen, der Glaube wird reifer und vollends ausgewachsen wird das Senfkorn in der Ewigkeit sein.<\/p>\n<p>Jedoch muss man in diesem Gleichnis vom ewigen Ziel herschauen (eschatologische Perspektive). Alle irdischen Reiche werden vor diesem himmlischen Reich in Nichts vergehen. Die Gemeinde von Jesus, die in dieser Welt keine prachtvolle, sondern eine verfolgte, leidende Gemeinde ist, wird dann mit Jesus in Herrlichkeit dargestellt (Eph. 5,27).<\/p>\n<p>Die Senfpflanzen in Pal\u00e4stina sind gro\u00dfe Str\u00e4ucher, die bis zu 5 m gro\u00df werden k\u00f6nnen, und V\u00f6geln somit gut einen Platz zum Niederlassen bieten. Wir entdecken Parallelen zu Stellen aus dem AT: Hes 17,23; 31,6; Dan 4,18. Der Baum symbolisiert Macht, aber auch Schutz, er steht f\u00fcr die endzeitliche Erl\u00f6sung. Die V\u00f6gel, die auf ihm eine Heimat finden, sind Menschen, die in Jesus ihre Zuflucht und ewigen Frieden gesucht und gefunden haben.<\/p>\n<p>(Eventuelle <strong>Anfrage<\/strong> an V.31-32: &nbsp;<em>Hat Jesus einen Fehler gemacht, als er von dem Senfkorn sagte, dass es das kleinste Samenkorn ist? Denn heute wei\u00df man, dass es noch kleinere Samenk\u00f6rner gibt.<\/em> <strong>L\u00f6sung<\/strong>: Jesus hat sich hier nicht auf alle Samenk\u00f6rner der Welt bezogen, sondern lediglich auf jene, die den damaligen Landwirten in Israel bekannt waren. Das geht aus der folgenden Formulierung hervor: Dort ist von dem Senfkorn die Rede, \u201edas ein Mensch [n\u00e4mlich ein j\u00fcdischer Landwirt] nahm und auf seinen Acker s\u00e4te\u201c (V.31). Tatsache ist, dass das Senfkorn das kleinste aller Samenk\u00f6rner war, die der j\u00fcdische Landwirt des ersten Jahrhunderts auf seinen Acker s\u00e4te. Was Jesus hier im Kontext sagt, entspricht also buchst\u00e4blich der Wahrheit.)<\/p>\n<p><strong>V.33 \/\/ Das Gleichnis des Sauerteiges<\/strong><\/p>\n<p>Direkt im Anschluss erz\u00e4hlt Jesus das Gleichnis vom Sauerteig (der Sauerteig begegnet uns u.a. noch in Mt 16,6; 1Kor 5,6ff; Gal 5,9. An diesen Stellen ist der Sauerteig etwas Negatives, was darin begr\u00fcndet liegt, dass man am Passahfest allen Sauerteig beseitigen musste. In unserem Gleichnis gebraucht Jesus ihn jedoch positiv).<\/p>\n<p>Eine Frau nahm Sauerteig zur Hand, der f\u00fcr das Himmelreich steht, und mengte ihn unter drei Ma\u00df Mehl, bis er ganz durchs\u00e4uert war. Der Sauerteig an sich ist neutral zu sehen, doch seine Durchs\u00e4uerungskraft ist Kern des Gleichnisses (Mt 16,6; 1.Kor 5,6; Gal 5,9). Es sollte klar werden: ein scheinbar geringf\u00fcgiger Vorgang konnte f\u00fcr die Gesamtheit eine hohe Wichtigkeit bekommen.<\/p>\n<p>Die drei Scheffel Mehl sind etwa 40 Liter (ca. 40 Pfund Mehl), also eine gro\u00dfe Menge an Mehl, die durch verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig wenig Sauerteig durchs\u00e4uert wird. Diese kleine Menge an Sauerteig wird nochmal darin deutlich, dass im griech. Urtext hier das \u00fcbersetzte Wort \u201emengte\u201c eigentlich \u201eversteckte\u201c bedeutet.<\/p>\n<p>Hier soll diese durchdringende Kraft, die durch den Sauerteig symbolisiert wird, den Zuh\u00f6rern deutlich gemacht werden. Beim Senfkorn ging es um das Wachstum des Kleinen, hier geht es mehr um die starke Wirkung, die Durchsetzungskraft.<\/p>\n<p>Jesus spricht von seinem Wort und seinem Wirken, das am Ende das herrliche Gottesreich in seiner gesamten F\u00fclle herbeif\u00fchren wird (um im Bild zu bleiben: ganz durchs\u00e4uert). Die g\u00f6ttliche Kraft Jesu wird sich durchsetzen, Nichts und Niemand kann sich ihm in den Weg stellen. Gott kommt zum Ziel mit seinen Pl\u00e4nen. Dieser Vergleich Jesu l\u00f6st Zuversicht beim gl\u00e4ubigen Zuh\u00f6rer aus.<\/p>\n<p><strong>V.34-35 \/\/ Die Erf\u00fcllung des Prophetenwortes <\/strong><\/p>\n<p>Jesus sprach in diesen Gleichnissen zu den Volksmengen. Das Matth\u00e4us schreibt: \u201eohne Gleichnisse redete er nichts zu ihnen,\u201c, bedeutet nicht, dass Jesus den Menschen nichts als Gleichnisse erz\u00e4hlt h\u00e4tte (s. Bergpredigt), doch es dr\u00fcckt an dieser Stelle die Konzentration auf die Gleichnisse aus (Mt 13,3), welche er in diesem bestimmten Zeitabschnitt benutzte.<\/p>\n<p>Dadurch w\u00fcrde sich das Wort des Propheten erf\u00fcllen. Mit dem Propheten aus V.35 meinte Jesus den Psalmisten des Psalms 78 (Ps 78,2; vermutlich war dies der \u201eProphet\u201c Asaf).<\/p>\n<p>Er prophezeit den Dienst Jesu:<\/p>\n<ol>\n<li>Jesus wird seinen Mund \u00f6ffnen, er wird Verk\u00fcndiger sein<\/li>\n<li>Jesus wird dazu Gleichnisse gebrauchen, um seine Botschaft zu \u00fcbermitteln<\/li>\n<li>Kernelemente der Botschaften Jesu werden Wahrheiten sein, die bisher verborgen waren (von Grundlegung der Welt an)<\/li>\n<\/ol>\n<p>Wenn wir Psalm 78 n\u00e4her betrachten, sto\u00dfen wir auch auf den Inhalt der prophezeiten Verk\u00fcndigung Jesu:<\/p>\n<ol>\n<li>Die Treue Gottes (78,72)<\/li>\n<li>Die Erw\u00e4hlung \u201eseines Knechtes David\u201c (78,70)<\/li>\n<\/ol>\n<p>All diese Prophezeiungen haben in Jesus ihre eschatologische Erf\u00fcllung gefunden. Das anbrechende Gottesreich mit dem Kommen von Jesus beendet das bisherige Verborgen-Sein der Heilspl\u00e4ne Gottes. Jesus verk\u00fcndigte sie in seinem \u00f6ffentlichen Dienst. Das erw\u00e4hnt nicht nur Matth\u00e4us so, wir finden dies auch bei Lukas (Lk 4,21; 17,21), bei Paulus (1Kor 2,7; Eph 3,5ff; Kol 1,26) und bei Jesus selbst (Mt 11,25; Lk 10,21).<\/p>\n<p><strong> V. 36-43 \/\/ Die Deutung des Gleichnisses vom Unkraut des Ackers <\/strong><\/p>\n<p>Jesus lie\u00df die Volksmengen gehen und stand nun in der vertrauten Runde mit seinen J\u00fcngern zusammen. Sie baten Jesus darum, das Gleichnis vom Unkraut im Acker (V.24-30) zu deuten und auszulegen. Jesus erkl\u00e4rte ihnen dieses Gleichnis, vereinfacht zusammengefasst (V.36-39):<\/p>\n<ol>\n<li>der S\u00e4mann = Jesus<\/li>\n<li>der Acker = die Welt<\/li>\n<li>der gute Same = die Gotteskinder<\/li>\n<li>das Unkraut = die Gottlosen<\/li>\n<li>der Feind = der Teufel<\/li>\n<li>die Ernte = das Ende der Welt<\/li>\n<li>die Schnitter\/Erntearbeiter = die Engel<\/li>\n<\/ol>\n<p>Wenn Jesus diesen S\u00e4mann darstellt, dann steht unweigerlich fest: Jesus ist im jetzt beginnenden Reich Gottes die zentrale Gestalt im Heilsplan Gottes. In diesem Gleichnis stehen die \u201eguten Samen\u201c f\u00fcr die Gotteskinder. Gleichzeitig steht es aber auch f\u00fcr sein Wort: aus dem guten Samen, dem Wort Gottes, gehen die Gotteskinder hervor.<\/p>\n<p>Der Acker, auf dem ges\u00e4t wird, stellt unsere Welt dar (bedeutet auch, dass die Botschaft von Jesus sowohl an Israel wie auch an die ganze Welt gerichtet ist).<\/p>\n<p>Das Unkraut sind die Kinder des B\u00f6sen. Der B\u00f6se ist der Teufel (Mt 6,13; 13,19). Seine Kinder sind Menschen, die sich vor Gott und seinem Reich verschlie\u00dfen, alle, die nicht zu Jesus geh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Nachdem Jesus die Deutung des Gleichnisses dargelegt hat, geht er nun n\u00e4her auf die Ernte ein (V.40-43). Hier wird uns das Endgericht geschildert. Das Bild der Ernte f\u00fcr das J\u00fcngste Gericht wird uns bereits im AT vor Augen gemalt (Jes 27,12; Joel 4,13).<\/p>\n<p>Die Schnitter sind die Engel, die dem Befehl Jesu unterstehen. Diese werden die Gottlosen sammeln und auf den Befehl Jesu hin \u201ein den Feuerofen werfen: da wird Weinen und Z\u00e4hneknirschen sein.\u201c (V.42; Mt. 8,12). Mit dem Feuerofen ist hier die H\u00f6lle, die \u201eGehenna\u201c gemeint (Mt. 5,22; 18,8f; Mk. 9,43-48).<\/p>\n<p>Die Gerechten jedoch, die in Jesus geretteten Menschen, die werden \u201eleuchten wie die Sonne in dem Reich ihres Vaters.\u201c (V.43a; Daniel 12,3) Der Vergleich mit Licht und Sonne geht einer Reihenfolge entlang, denn es gilt zuerst f\u00fcr Gott selbst (Ps 84,12; 104,2), dann f\u00fcr Jesus (Mt 17,2; Joh 8,12; Offb 1,16) und schlie\u00dflich f\u00fcr die Christen, die erl\u00f6sten Menschen (Mt 13,43; Offb 12,1). Das \u201eReich ihres Vaters\u201c ist das Reich Gottes in seiner Vollendung, die Ewigkeit in der Herrlichkeit.<\/p>\n<p>Das Bild der Ernte wird auch an anderen Bibelstellen auf die Endzeit hin ausgelegt:<\/p>\n<p>Jes 32,13-15; Jer 31,27-28; Hos 2,23-25; 6,11.<\/p>\n<p><strong> V. 46-50 \/\/ Das Gleichnis des Fischnetzes<\/strong><\/p>\n<p>Ein letztes Gleichnis nun in unserer Reihe, und es \u00e4hnelt sehr dem vom Unkraut im Acker (was die eschatologische Perspektive betrifft). Die Welt gleicht einem weiten Meer, und die Verk\u00fcndigung des Evangeliums ist das Herunterlassen des Netzes in dieses Meer, um daraus etwas zu fangen.<\/p>\n<p>Dieses Netzt (hier sind die sog. \u201eSchleppnetze\u201c gemeint, die deutlich gr\u00f6\u00dfer waren als die \u00fcblichen Fischernetze) f\u00e4ngt vieles auf, die verschiedensten Arten von Fischen aber auch viel M\u00fcll und Schmutz. Das Netz wird, wenn es voll ist (bei der \u201eVollendung des Zeitalters\u201c), an Land gezogen werden, und dann wird (wieder) getrennt. Die \u201eguten Fische\u201c stehen f\u00fcr die Geretteten, die faulen Fische und alles, was nicht ins Netz geh\u00f6rt, stehen f\u00fcr die Gottlosen, die Ungl\u00e4ubigen.<\/p>\n<p>Jesus m\u00f6chte mit diesem und den Gleichnissen zuvor (\u00e4hnlich, aber unterschiedlich dargestellt und jedes ist einzeln zu betrachten) den Blick seiner Zuh\u00f6rer auf bestimmte Zukunftsereignisse sch\u00e4rfen.<\/p>\n<p>Seine Gleichnisse zielen darauf hin, die Menschen zu werben, einzuladen, z.B. zu den \u201eguten Fischen\u201c zu geh\u00f6ren und am Reich Gottes Anteil zu haben. Der Zuh\u00f6rer sollte sich die Frage stellen: \u201eKomme ich in den Korb der Guten oder muss Gott mich verwerfen?\u201c<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong>Verstehen, worum es geht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>2.1 Hinweise, f\u00fcr hermeneutische \u00dcberlegungen (Auslegung)<\/strong><\/p>\n<p>Jesus kommt wieder. Wir leben in der zweiten Advents-, in der Ankunftszeit. Und wenn Jesus wiederkommt, wird er die Welt richten. Mt 25,31-32: <em>\u201eWenn aber der Sohn des Menschen kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er auf seinem Thron der Herrlichkeit sitzen; und vor ihm werden versammelt werden alle Nationen, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirte die Schafe von den B\u00f6cken scheidet.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Erst am Ende wird alles klar werden, in der Stunde, die der Vater bestimmt hat.<\/p>\n<p>Wir brauchen keine Terminerinnerung am Handy einschalten, weil wir nicht wissen, wann es soweit sein wird, doch wissen wir aus der Bibel, dass es geschehen wird.<\/p>\n<p>Was sollen wir stattdessen tun? Wir sollen \u201ewachen\u201c und \u201ebeten\u201c (Mk 13,33-37).<\/p>\n<p>Jesus ermahnt uns hellwach zu sein und im Gebet zu verharren. Er erinnert uns in seinem Wort daran, doch auch die Welt, die in \u201eWehen\u201c liegt, weist uns darauf hin. Auch die aktuelle, ungewisse Corona-Zeit darf und muss uns daran erinnern: \u201ewacht und betet\u201c!<\/p>\n<p>In unserem Predigttext steht diese Botschaft von Jesus im Mittelpunkt:<\/p>\n<p><u>Gottes Reich bricht an und am Ende aller Tage wird beurteilt werden.<\/u><\/p>\n<p>Jesus gebraucht diese Gleichnisse, um in aller Deutlichkeit auf das Ende hinzuweisen<\/p>\n<p>und Menschen einzuladen, dem Wort Gottes zu vertrauen.<\/p>\n<p>Da der Predigttext sich \u00fcber viele Verse streckt und verschiedene Vergleiche etc. aufgreift, muss gut \u00fcberlegt werden, wie man die Predigt strukturell aufbaut.<\/p>\n<p>Fakt ist, dass sich ein thematisch roter Faden durch die gesamten Verse zieht.<\/p>\n<p><strong>V.24-30<\/strong> berichtet uns das Gleichnis vom Unkraut des Ackers. Die konkrete Auslegung dieser Parabel finden wir dann in einem sp\u00e4teren Abschnitt (V.36-43). Hier darf dieses Gleichnis erstmal auf den H\u00f6rer einwirken. F\u00fcr den damaligen Zuh\u00f6rer war diese Vorstellung sicherlich noch einfacher, doch soll versucht werden, dass so bildhaft wie m\u00f6glich darzustellen (nach der Textlesung evtl. nochmal in eigenen Worten nacherz\u00e4hlen). Jesus gebraucht deutliche und f\u00fcr uns vielleicht auch \u201ekrasse\u201c Worte, v.a. wenn er von der Erntezeit erz\u00e4hlt. Doch muss uns diese klare Botschaft wachr\u00fctteln.<\/p>\n<p>Es gilt, selbst zu reflektieren, und dann auch dar\u00fcber nachzudenken, was das mit meiner Einstellung zu meinem nichtchristlichen Nachbarn etc. macht.<\/p>\n<p>Jesus greift das n\u00e4chste Bild auf, und erz\u00e4hlt in <strong>V.31-32<\/strong> das Gleichnis vom Senfkorn.<\/p>\n<p>Es f\u00fchrt uns die vielleicht anf\u00e4ngliche Unscheinbarkeit des Wortes des Reichs Gottes vor Augen, doch zeigt es uns, in welcher Pracht und Gr\u00f6\u00dfe es zunehmen wird. Aus kleinen, oft verachteten Anf\u00e4ngen entsteht etwas Gro\u00dfes, n\u00e4mlich das Reich Gottes in seiner Vollendung. Als Christen m\u00fcssen wir das Reich Gottes \u201evom Ende her\u201c betrachten (eine \u201eeschatologische Brille\u201c aufsetzen).<\/p>\n<p>Sein Reich ist nicht mit den auf der Welt pomp\u00f6sen und schnell wachsenden Reichen zu vergleichen, die sich Menschen erbauen. Sein Reich ist vielleicht unscheinbar, nicht popul\u00e4r, f\u00fcr viele erstmal nicht eindrucksvoll. Doch betrachten wir seine Vollendung, gibt es kein Ziel der Welt, f\u00fcr welches wir lieber leben w\u00f6llten. Jesus gew\u00e4hrt uns Einblick, und nachdem er dies mit diesem Bild getan hat, welches uns die wachsende und herrliche Vollendung vor Augen f\u00fchrt, tut er es mit einem Vergleich, welches uns die Kraft dieses Wortes des Reichs Gottes aufzeigt.<\/p>\n<p>In <strong>V.33<\/strong> gebraucht Jesus dieses Bild vom Sauerteig. Die K\u00f6nigsherrschaft Jesu gleicht einem Sauerteig, der mit einer gro\u00dfen Menge Mehl vermengt wird und alles durchs\u00e4uert und durchdringt. Die Botschaft Jesu setzt sich durch, sein Wort hat Kraft zu retten (R\u00f6m 1,16), sein Urteil am Ende der Zeiten steht \u00fcber jedem anderen Urteil, sein Wort z\u00e4hlt, und nur sein Wort. Jesus will auch deutlich machen, dass sein Wort diese Welt durchdringen wird, dazu gebraucht er seine Nachfolger. Gott kommt zum Ziel mit seinen Pl\u00e4nen, das steht fest. Die Frage ist allerdings: sind wir als seine Mitarbeiter mit an Bord?<\/p>\n<p><strong>V.34-35<\/strong> betont Jesus als den schon vom AT her prophezeiten Erl\u00f6ser, der au\u00dferdem verk\u00fcndigen wird, was bisher verborgen war. F\u00fcr die damaligen H\u00f6rer war das offenbarend. F\u00fcr uns ist es das auch, doch wir k\u00f6nnen dies alles im Nachhinein nun nachlesen und studieren. Hier muss ermutigt werden, die Bibel gr\u00fcndlich zu lesen und nicht aufzuh\u00f6ren, lernender J\u00fcnger zu sein. Genau hinzuschauen: was sagt mir die Bibel \u00fcber die Anf\u00e4nge der Zeit? Und was sagt mir Jesus in der Bibel \u00fcber das Ende der Zeit? Wir wollen mit lernen nie fertig sein!<\/p>\n<p><strong>V.36-43<\/strong> berichtet uns dann von der Auslegung Jesu \u00fcber die Verse 24-30. In der Predigt k\u00f6nnte man sich \u00fcberlegen, diese zwei Bl\u00f6cke zusammenzuf\u00fchren. Dabei d\u00fcrfen aber die situativen Rahmenbedingungen nicht ignoriert werden (dass er das eine noch zur Volksmenge und das andere nur zu seinen J\u00fcngern sprach).<\/p>\n<p>Im Nachfragen der J\u00fcnger erkennen wir das Ringen und die positive Neugierde bei den \u201eJesus-Menschen\u201c, die Wahrheiten und Prinzipien hinter seinem Reden erfassen zu wollen. Sind wir von derselben Neugierde getrieben? Wir wollen nie damit aufh\u00f6ren, Lernende zu sein!<\/p>\n<p>Die Deutung der einzelnen Personen und Elemente haben wir bereits betrachtet. An der Stelle geht es nun darum, sauber diese Deutungen auszulegen und im Gesamtkontext der Heilsgeschichte darzustellen. Im Verlauf der Weltgeschichte sind das Reich Gottes und das Reich des Teufels \u201egleichzeitig pr\u00e4sent bis zum Abschluss der Geschichte, bis zum Endgericht\u201c (Augustinus). Bis Jesus wiederkommt in Macht und Herrlichkeit (Mt 16,27; 24,30) d\u00fcrfen die Menschen die B\u00f6sen nicht \u201eausrotten\u201c, das wird der Herr selbst tun. Dadurch w\u00fcrden die Gl\u00e4ubigen gesch\u00fctzt werden (V.29). Das bedeutet nicht, dass wir z.B. Irrlehre in unseren Reihen dulden d\u00fcrfen, das ist in der Bibel ganz klar, doch wird es nie die absolut \u201ereine\u201c Kirche auf Erden geben, das ist dem Himmel vorbehalten.<\/p>\n<p>Nachvollziehbar k\u00f6nnen wir mit G. Maier die heilsgeschichtliche Chronologie herauslesen, und m\u00fcssen uns davor h\u00fcten, diese zu vermischen:<\/p>\n<ol>\n<li>Die jetzige Weltzeit mit dem Nebeneinander von Unkraut und Weizen<\/li>\n<li>Das Reich des Menschensohnes nach der Wiederkunft Jesu, in dem das Gericht \u00fcber die B\u00f6sen stattfindet<\/li>\n<li>Das Reich des Vaters (und des Sohnes) in seiner Vollendung, in dem die Gerechten das ewige Leben haben.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Zum Abschluss wird uns in<strong> V.47-50 <\/strong>noch das Gleichnis des Fischernetzes beschrieben. Missionarisch werden Menschen der \u201everschiedenen Arten\u201c gewonnen in den Fischernetzen, doch erst am Ende (in Gottes Gericht) wird man sie v\u00f6llig voneinander trennen. Die Verse 42-43 bilden das Ende und den absoluten H\u00f6hepunkt unseres Predigttextes, da sie den Roten Faden abschlie\u00dfen und in aller Deutlichkeit (und so darf das auch gepredigt werden, ohne was unn\u00f6tig zu besch\u00f6nigen) aufzeigen, wie die Zukunft der Gottlosen und die der Gerechten aussieht.<\/p>\n<p>Hier geht es nicht um Panikmache oder die Angst vor der H\u00f6lle zu sch\u00fcren. Es geht um Klarheit. Die Liebe Jesu zu seinen Zuh\u00f6rern wird darin deutlich, dass er offenlegt, was Sache ist. Auch unsere Liebe zu unseren H\u00f6rern (im Kontext der Predigt) und unseren Mitmenschen (im Kontext des allt\u00e4glichen Lebens) wird darin deutlich, dass wir Gottes Wort nehmen wie es uns gegeben ist, und \u00fcber S\u00fcnde, Tod und H\u00f6lle reden.<\/p>\n<p>Die Unbek\u00fcmmertheit der Menschen \u00fcber das Gericht Gottes, die Gleichg\u00fcltigkeit \u00fcber ihre eigene S\u00fcnde, dies ist fast noch schlimmer als die Schrecken des J\u00fcngsten Gerichts selbst. Dies gilt f\u00fcr alle, die keine Vergebung in Jesus haben. Die gr\u00f6\u00dfte Gefahr ist die, ein sorgloser S\u00fcnder zu sein!<\/p>\n<p>Doch selbstverst\u00e4ndlich, und das tut Jesus auch, steht diese frohe Botschaft vom Evangelium im Zentrum von allem. Gottes Zorn \u00fcber die S\u00fcnde ist da, und sie ist absolut gerechtfertigt. Doch durch seine unermesslich gro\u00dfe Gnade erm\u00f6glichte er einen Weg, seinen Zorn stellvertretend auf seinen unschuldigen Sohn zu laden. Nur Jesus erm\u00f6glicht es, vom \u201eKind des Zorns\u201c ein \u201eKind Gottes\u201c zur werden (Eph 2,1-5).<\/p>\n<p>Die Botschaft vom Zorn Gottes ist da \u2013 im Alten wie im Neuen Testament gleicherma\u00dfen, und diese Botschaft darf nicht ausgelassen werden. Wir k\u00f6nnen nicht einfach dar\u00fcber schweigen, weil es nicht in die Zeit passt. Der Zorn Gottes hat noch nie in die Zeit gepasst. Aber er ist grundlegender Teil des Evangeliums der Liebe Gottes.<\/p>\n<p>An dieser Stelle sei auch auf Prediger 12,13-14 hingewiesen.<\/p>\n<p>Kurz zusammengefasst entdecken wir hier:<\/p>\n<ol>\n<li>Gottesfurcht: Erkenntnis, Gott ist Sch\u00f6pfer und souver\u00e4ner Herr \u00fcber allem, ihm geb\u00fchrt die Ehre, nicht mir, mein Leben hat Jesus zum Mittelpunkt, nicht mich.<\/li>\n<li>Gehorsam: Wir wollen Bibelleser sein, wir wollen Jesus in seinem Wort kennenlernen und in seiner Spur folgen, indem wir uns ver\u00e4ndern lassen und gehorsame und treue J\u00fcnger werden, mit allen Fehlern, doch daf\u00fcr ist Jesus gestorben!<\/li>\n<\/ol>\n<p>V.14 spitzt es dann zu und bekr\u00e4ftigt die Botschaft, die wir in unserem Predigttext entdeckt haben: Gott wird alles aufdecken, aber die Hoffnung der Christen: kein Verloren-Sein, sondern Rettung in Jesus. Was f\u00fcr eine Botschaft!<\/p>\n<p>Unser Predigttext setzt uns die \u201eeschatologische Brille\u201c auf, wir sollen die Dinge von \u201ehinten her\u201c betrachten. Die Hoffnung auf das ewige Reich Gottes die in uns lebt, sie soll unser Leben durchdringen (wie der Sauerteig) und unser Handeln bestimmen. Wir lehnen uns nicht entspannt zur\u00fcck, sondern wollen Arbeiter im Feld Gottes sein, um Menschen f\u00fcr Jesus zu gewinnen und sie auf das \u00fcberf\u00fchrende und rettende Wort Gottes aufmerksam zu machen.<\/p>\n<p>Wir d\u00fcrfen nicht aus den Augen verlieren: am Ende wird bezahlt (Hebr 4,13), die Rechnung kommt zum Schluss. Doch derjenige, der Jesus im Herzen hat und zu Lebzeiten in der Gottesfurcht lebte, der wird zuversichtlich sein k\u00f6nnen, denn er wei\u00df: Jesu hat f\u00fcr mich bezahlt!<\/p>\n<p>_________________________________________________<\/p>\n<p><em>\u201eDer Mensch lebt zwischen Sch\u00f6pfung und J\u00fcngstem Gericht und nicht zwischen Affe und Atombombe.\u201c<\/em> (Peter Bamm)<\/p>\n<p><em>\u201eAus der Geschichte wissen wir, dass gerade die Christen, die am st\u00e4rksten auf das Jenseits schauten, sich am eingehendsten mit dem Diesseits befassten. Die Apostel mit der Bekehrung des r\u00f6mischen Imperiums, die vielen bedeutenden M\u00e4nner des Mittelalters, die englischen Protestanten, denen es gelang, den Sklavenhandel abzuschaffen. Sie alle dr\u00fcckten dieser Welt ihren Stempel auf, gerade weil ihr Sinnen und Trachten auf das Jenseits gerichtet war. Erst seitdem f\u00fcr das Handeln der Christen nicht mehr der Gedanke an das Jenseits bestimmend war, sind die Christen im Diesseits ohne Wirkung.\u201c <\/em>(C.S. Lewis)<\/p>\n<p><em>\u201eDas Reich Gottes komme, und unsere H\u00e4nde seien nicht m\u00fc\u00dfig im Scho\u00dfe.\u201c&nbsp; <\/em>(Georg W.F. Hegel)<\/p>\n<p><strong>2.2 Hinweise f\u00fcr situative \u00dcberlegungen (Predigtanlass)<\/strong><\/p>\n<p>Aufgrund der Corona-Krise ist eventuell mit einem anderen Zuh\u00f6rerkreis im Gottesdienst zu rechnen. Auch hier soll inmitten dieser Krise auf die zuk\u00fcnftige Hoffnung der Gl\u00e4ubigen aufmerksam gemacht werden.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong>Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>3.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Die Zuh\u00f6rer sollen darin ermutigt werden, in der Nachfolge Jesu zu reifen und die Perspektive der Ewigkeit zu verinnerlichen. Sie sollen erkennen, dass die Hoffnung der \u201eJesus-Menschen\u201c eine ist, die die ganze Geschichte von hinten her aufrollt und zuversichtlich in die Zukunft blickt.<\/p>\n<p>Wer diesen Schritt noch nicht gegangen ist, soll ernstlich dazu ermutigt werden, Vergebung der Schuld bei Jesus zu suchen: er l\u00e4sst sich finden (evangelistische Elemente einbauen). Hierbei gilt es auch f\u00fcr die Gl\u00e4ubigen Zuh\u00f6rer, zuerst einmal sich selbst zu pr\u00fcfen (wie ernst ist es mir mit Jesus?), und dann auch, dass sie ermutigt werden ihrem N\u00e4chsten diese Botschaft weiterzugeben, gerade im Blick auf das Ende der Zeit, welches Jesus eindr\u00fccklich schildert.<\/p>\n<p><strong>3.2 Predigtentfaltung \u2013 wie sage ich es in der Predigt?<\/strong><\/p>\n<p><em>Mit Jesus weiter schauen \u2026<\/em><\/p>\n<ol>\n<li><em>\u2026, weil die Ernte kommen wird (V.24-30; 36-43)<\/em><\/li>\n<li><em>\u2026, weil sein Reich gro\u00df und kraftvoll ist (V.31-35)<\/em><\/li>\n<li><em>\u2026, weil uns sein ehrliches Wort zur Umkehr f\u00fchren m\u00f6chte (V.47-50)<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>3.3 Predigtveranschaulichungen \u2013 wie verdeutliche ich es in der Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Einstiegsideen \/ kurze Beispielsgeschichten<\/p>\n<ul>\n<li><em>Man verbringt den Abend mit Freunden in einem Restaurant. Die Zeit verfliegt, von der Vorspeise bis zur Nachspeise wird flei\u00dfig bestellt, ein Getr\u00e4nk nach dem anderen, alle Weine wurden probiert, \u2026 das Ende des Abends kommt, und mit ihm auch die Rechnung. Der Schock ist gro\u00df, denn mit dem Blick auf den Zettel schie\u00dft sofort der Gedanke in den Kopf: unbezahlbar. Viel zu teuer, so viel hast du gar nicht dabei, h\u00e4tte dich nur vorher jemand darauf aufmerksam gemacht, wieviel du bestellst und wie teuer die Angelegenheit wird. \u00c4hnlich ist es im Leben eines jeden Menschen. Das Leben wird gelebt, und w\u00e4hrenddessen steht alles und jeder im Mittelpunkt, nur nicht Jesus. Jesus ist n\u00e4mlich der Tischnachbar, der die Rechnung gerne \u00fcbernimmt und bezahlen m\u00f6chte. Jedoch nur, wenn man verstanden hat, was man alles angeh\u00e4uft hat und wie hoch die Rechnung geworden ist. Am Ende wird bezahlt, am Ende wird \u201eabgerechnet\u201c, und dann stellt sich die Frage, ob man zu Lebzeiten Jesus als den Herrn und Retter im Herzen hatte, der die Rechnung bezahlte am Kreuz. Wenn dies nicht der Fall war und ist, dann wird einem das \u201eteuer zu stehen bekommen\u201c.<\/em><\/li>\n<li><em>In der Bank von England befindet sich eine \u00e4u\u00dferst sinnreiche, eigenartige Maschine, die von einem ihrer Beamten erfunden ist. Von einer schr\u00e4g ablaufenden Waage, die 2000 Goldst\u00fccke fasst, f\u00e4llt jedes Mal eins auf einen kleinen Tisch aus Messing. Hat es das volle Gewicht, so tritt ein Finger hervor, durch den es nach der rechten Seite geworfen wird, um dem Verkehr \u00fcbergeben zu werden. Ist das Goldst\u00fcck aber nicht vollgewichtig, so wirft ein anderer Finge es nach der linken Seite. Dort f\u00e4llt es unter ein Messer, durch das es in drei Teile zerschnitten wird. Es kann also niemals wieder in Umlauf gesetzt werden. Jeder Irrtum ist bei dieser Maschine ausgeschlossen. Wenn schon eine tote Maschine so untr\u00fcglich das Falsche beiseite wirft, um wieviel weniger wird dem Gericht des Herrn ein Mensch entgehen, der von ihm als zu leicht erfunden wird. Mit welcher unfehlbaren Genauigkeit wird Christus zu scheiden wissen zwischen denen, die zur Rechten, und denen, die zur Linken Seite geh\u00f6ren!<\/em><\/li>\n<li><em>Da war einmal ein lebendiger Christ und Dorfschuster. Eines Samstagabends, nach Ende der Wochenarbeit, plauderten er und einige Dorfbewohner von der Entr\u00fcckung der Gl\u00e4ubigen zum Herrn. Auf einmal begann der Schuster seinen Schusterwerktisch aufzur\u00e4umen, indem er alle Werkzeuge entfernte, sodass zuletzt nur Holz- und Eisenn\u00e4gel dalagen. Die anderen dachten bei sich, was f\u00fcr eine Arbeit es jetzt noch sein m\u00fcsste, die Holz- und Eisenn\u00e4gel voneinander zu trennen. Doch da nahm der Schuster beil\u00e4ufig einen Magneten, der unbemerkt beiseite gelegen hatte, fuhr damit \u00fcber den Werktisch hin und her, und da hingen alle Eisenn\u00e4gel am Magneten! Das Eisen fliegt ans Eisen, das Holz bleibt beim Holz liegen. So wird es sein, wenn Jesus kommt: Was vom Geist und Wesen Jesu ist, wird angezogen.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>(Simon Hamalega)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigttext: &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Matth\u00e4us 13,24-43+47-50 Predigtthema: &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Am Ende wird beurteilt Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"class_list":["post-3971","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-matthaus"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-08-19 01:31:38","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3971","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3971"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3971\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3975,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3971\/revisions\/3975"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3971"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3971"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3971"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}