{"id":3948,"date":"2020-03-20T13:53:39","date_gmt":"2020-03-20T12:53:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=3948"},"modified":"2020-03-20T13:53:40","modified_gmt":"2020-03-20T12:53:40","slug":"predigthilfe-vom-19-april-2020-matthaeus-12-1-14","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-19-april-2020-matthaeus-12-1-14\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 19. April 2020 &#8211; Matth\u00e4us 12, 1-14"},"content":{"rendered":"<p><strong>Predigtthema: &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Mit Jesus zur Ruhe kommen.<\/strong><\/p>\n<p>Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Sehen, was dasteht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\">www.bibleserver.com<\/a> (Luther 1984 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000 \/ Neue Genfer \u00dcbersetzung \/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n<p><strong>1.1 Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n<p>Hilfen zur Auslegung bieten z.B.<\/p>\n<ul>\n<li><em>Edition C (Teil 1), Matth\u00e4usevangelium<\/em> (Gerhard Maier)<\/li>\n<li><em>Wuppertaler Studienbibel<\/em> (Fritz Rienecker)<\/li>\n<li><em>Wiersbe Kommentar NT Band 1 Matth\u00e4us bis Apostelgeschichte<\/em><\/li>\n<li><em>William MacDonald Kommentar zum Neuen Testament<\/em><\/li>\n<li><em>Der Neue Matthew Henry Kommentar (Matth\u00e4us \u2013 Johannes)<\/em><\/li>\n<li><em>John MacArthur, <\/em><em>Studienbibel<\/em>: Anmerkungen und Parallelstellen zu Mt.12,1-14<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zur Predigtvorbereitung k\u00f6nnte das Anh\u00f6ren folgender Predigt auch eine Hilfe sein:<\/p>\n<ul>\n<li>John MacArthur: <a href=\"https:\/\/www.gty.org\/library\/sermons-library\/2290\/the-lord-of-the-sabbath\">https:\/\/www.gty.org\/library\/sermons-library\/2290\/the-lord-of-the-sabbath<\/a> (auf Englisch)<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>1.2 Anmerkungen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n<p>Das Matth\u00e4usevangelium wurde aus dem Griffel eines Mannes geschrieben, der in seinem fr\u00fcheren Leben ausbeuterische Finanzb\u00fccher damit f\u00fcllte. Matth\u00e4us war ein hoch-gebildeter j\u00fcdischer Steuereintreiber, der vom Betrug lebte, doch eine Kehrtwende erfuhr (Mk 2,13-17). Seine Zielgruppe waren sog. Judenchristen. Das Mt. Evangelium ist vermutlich das dritte verfasste Evangelium (nach Markus und Lukas). Matth\u00e4us will mit seinen Berichten deutlich machen: Jesus von Nazareth ist der lang versprochene Messias und der K\u00f6nig der Juden (dies wird bei Matth\u00e4us durch aufgegriffene Prophetien aus dem AT deutlich, die sich in der Person und im Wirken Jesu erf\u00fcllt haben).<\/p>\n<p><strong>V.1 <\/strong><\/p>\n<p>An einem Sabbat (Sabbat = \u201eaufh\u00f6ren\u201c, \u201eruhen\u201c) ging Jesus mit seinen J\u00fcngern durch die Kornfelder in Galil\u00e4a. Dabei bekamen die J\u00fcnger Hunger und pfl\u00fcckten sich \u00c4hren und a\u00dfen sie. Das Abstreifen und Essen von \u00c4hren des Feldes eines anderen war grunds\u00e4tzlich erlaubt (5Mo 23,25.26).<\/p>\n<p><strong>V.2 <\/strong><\/p>\n<p>Die Pharis\u00e4er (j\u00fcdische Schriftgelehrte, die die Schriften erforschten und lehrten und die einen Schwerpunkt auf pers\u00f6nliche Gesetzeserf\u00fcllung legten) sahen dies und wiesen Jesus kurz, aber klar zurecht (sie mussten sie begleitet und durchgehend beobachtet haben). Sie nahmen nicht daran Ansto\u00df, dass sie das Korn eines anderen a\u00dfen, sondern, dass sie es am Sabbat taten, denn: f\u00fcr sie war die T\u00e4tigkeit der J\u00fcnger schon ein \u201eernten\u201c, ein \u201earbeiten\u201c. Das Sabbatgesetz der Pharis\u00e4er bestand aus 39 Regeln, und dies war eine \u00dcbertretung einer dieser Regeln. Zum Sabbatgebot finden wir im AT versch. Stellen, u.a. 2Mo 31,14; 35,2; 3Mo 23,30; Jer 17,27. Laut den Pharis\u00e4ern hatten sich die J\u00fcnger schuldig gemacht, doch was lesen wir in 2Mo 12,16? Essensvorbereitungen am Sabbat sind keine Arbeit.<\/p>\n<p><strong>V.3-4 <\/strong><\/p>\n<p>Nicht die J\u00fcnger, die die angebliche S\u00fcnde begangen, rechtfertigen sich nun, sondern Jesus tut es stellvertretend f\u00fcr sie. Wie tat er dies? Er argumentiert mit der Schrift: <em>\u201eHabt ihr nicht gelesen?\u201c<\/em>. Er f\u00fchrt das Beispiel aus 1Sam 21 auf. David und seine M\u00e4nner waren auf dem Weg in die W\u00fcste Nob und bekamen so sehr Hunger, dass sie von den Schaubroten a\u00dfen (12 Erinnerungsbrote auf dem Tisch im Heiligtum, die nur die Priester essen durften). Warum folgte keine Bestrafung? Weil Gottes Gesetze nie eine Not (es ging um die Erhaltung des Lebens Davids) \u00fcber seine Kinder bringen will.<\/p>\n<p><strong>V.5-6 <\/strong><\/p>\n<p>Jesus f\u00fchrt noch ein zweites, den Pharis\u00e4ern wohl bekanntes Beispiel auf (die Aussagen zweier Zeugen sind st\u00e4rker als nur die eines Zeugen: Jesus verst\u00e4rkt seine Aussagen und bringt einen zweiten Vergleich). Nachdem er eben mit den Propheten argumentierte (die Samuel-B\u00fccher geh\u00f6ren im Judentum zu den \u201evorderen Propheten\u201c), f\u00fchrt Jesus jetzt das \u201eGesetz\u201c an, die Mose-B\u00fccher: 4Mo 28,9f. Ein Priester brachte auch am Sabbat Opfer dar, obwohl es auch Arbeit darstellte. Doch: Das Opferrecht des Tempels ging dem Sabbatrecht vor. Der Tempel war Ort der Gegenwart Gottes, und der Dienst f\u00fcr Gott war wichtiger als der Sabbatverlauf. Gott ist Geber des Sabbats, der Sabbat ist eine Gabe Gottes. V.6: <em>\u201eGr\u00f6\u00dferes als der Tempel ist hier.\u201c<\/em> Wer ist dieses <em>\u201eGr\u00f6\u00dferes\u201c<\/em>? Jesus selbst! Es ist das Reich Gottes, welches in der Person Jesu vor ihnen stand. Der irdische Tempel w\u00fcrde zerst\u00f6rt werden (das geschah schon zuvor mit dem salomonischen Tempel wie dann auch 70 n.Chr. durch die R\u00f6mer), doch Jesus vergeht nicht. Der Tempeldienst weist auf diese eine neue Welt hin, die der Messias hinauff\u00fchren wird. Kein Tempel kann Gott fassen (1K\u00f6n 8,27). In Jesus wohnt die ganze F\u00fclle der Gottheit (Kol 2,9). Wenn der Tempeldienst das Sabbatgebot \u00fcberschreiten kann, dann kann es erst recht der Gottessohn, der Messias: Jesus selbst.<\/p>\n<p><strong>V.7-8 <\/strong><\/p>\n<p><em>\u201eIch will Barmherzigkeit und nicht Schlachtopfer\u201c<\/em> ist ein sinngem\u00e4\u00dfes Zitat aus Hosea 6,6. Wenn die Pharis\u00e4er durchdrungen h\u00e4tten, was damit gemeint ist (sie verstanden das \u201eHerz Gottes\u201c nicht), dann h\u00e4tten sie die J\u00fcnger (wie viele andere Menschen auch) nicht verurteilt. Die J\u00fcnger waren <em>\u201eschuldlos\u201c<\/em>, nicht im Gesamten, aber in dieser Beschuldigung, die ihnen hier entgegengebracht wurde. Gott selbst stellt Barmherzigkeit \u00fcber den Ritus. Gott liegt es mehr an der Liebe und der Gotteserkenntnis unter seinen Kindern als an den Opfern. Die Pharis\u00e4er kannten das AT auswendig, doch erfassten sie seinen dahintersteckenden Sinn nicht. Psalm 51,19:<em> \u201eDie Opfer Gottes sind ein zerbrochener Geist; ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Christus hat das Recht, nicht allein die von Menschen gemachten Sabbatregeln aufzuheben, sondern auch den Sabbat selbst \u2013 der zur Anbetung Gottes gedacht war. ER ist der Herr des Sabbats (V.8). Die Deutungsvollmacht des Sabbats liegt in den H\u00e4nden Jesu.<\/p>\n<p><strong>V.9-10 <\/strong><\/p>\n<p>Ein Szenewechsel. Die n\u00e4chste Begebenheit reiht sich direkt an die erste an und behandelt dasselbe \u201eThema\u201c. Jesus kam mit seinen J\u00fcngern in \u201eihre\u201c Synagoge (pharis\u00e4ische Synagoge). Jesus meidet die Pharis\u00e4er nicht, sondern geht zu ihnen. Dort trafen sie auf einen Menschen, dessen Hand verdorrt war (wahrscheinlich eine von Gicht gel\u00e4hmte Hand). Er diente den Pharis\u00e4ern vermutlich als \u201eProvokation\u201c und Herausforderung f\u00fcr Jesus. Und wieder suchten sie nach Gr\u00fcnden, ihn anklagen zu k\u00f6nnen: <em>\u201eIst es erlaubt, am Sabbat zu heilen?\u201c<\/em> Die j\u00fcdische \u00dcberlieferung verbot \u00e4rztliche Versorgung am Sabbat, ausgenommen in lebensbedrohlichen Situationen (in welcher sich dieser Mensch hier definitiv nicht befand). Doch an der Stelle: Kein Gebot aus dem AT untersagte am Sabbat das Verabreichen von Heilmitteln oder andere Werke der Barmherzigkeit. Gutes zu tun ist immer erlaubt und f\u00fcr Jesus vorrangig.<\/p>\n<p><strong>V.11-12 <\/strong><\/p>\n<p>Jesus antwortet und begr\u00fcndet die Erlaubnis, am Sabbat Gutes tun zu d\u00fcrfen. Wenn einer der Anwesenden ein Schaf hat und dieses am Sabbat in eine Grube f\u00e4llt, w\u00fcrde derjenige dieses Tier nicht herausholen? Wie viel mehr wert ist ein Mensch! Alle Zeit ist es Zeit f\u00fcr Gutes: das Gute macht keine Pause. Selbst wenn keine akute Lebensgefahr besteht, muss dem Menschen in Not geholfen werden, auch am Sabbat. Jesus handelt nicht gegens\u00e4tzlich zum AT, er sucht den dahintersteckenden Willen Gottes und erf\u00fcllt ihn. Jesus bricht nicht mit dem Sabbat, sondern mit der pharis\u00e4ischen Lehre des Sabbats (die Pharis\u00e4er f\u00fcgten ihre eigenen \u00dcberlieferungen zum Gesetz Gottes hinzu, vgl. Mt 5,43; 15,6). Es geht aber nicht um ein allgemeines \u201eGutes tun\u201c, das jeder individuell f\u00fcr sich definiert (dann w\u00e4re das Sabbatgebot abgetan), sondern, wie Jesus dies definiert. Fazit: bei dem \u201eGutes tun\u201c geht es hier an dieser Stelle um gesundheitsf\u00f6rdernde Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p><strong>V.13 <\/strong><\/p>\n<p>Jesus vollzieht das Wunder: Er heilt die kranke Hand des Betroffenen. Er musste seine Hand ausstrecken, er musste diese Heilung auch annehmen.<\/p>\n<p><strong>V.14 <\/strong><\/p>\n<p>Vom Kranken h\u00f6ren wir nichts mehr und niemand dankte Jesus f\u00fcr diese Tat. Im Gegenteil: Nach dieser Heilung schmiedete man Pl\u00e4ne, wie man den Arzt umbringen k\u00f6nne, statt das sich die Pharis\u00e4er \u00fcber die Heilung freuten. Ihr Herz war voller Hass gegen Jesus, das sie jegliche Barmherzigkeit und N\u00e4chstenliebe vermissen lie\u00dfen. Jesus hatte am Sabbat etwas Gutes getan, und somit war er f\u00fcr sie ein Sch\u00e4nder des Sabbats.<\/p>\n<p>Sie jedoch planten einen Mord, und sch\u00e4ndeten den Sabbat somit nicht?<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong>Verstehen, worum es geht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>2.1 Hinweise, f\u00fcr hermeneutische \u00dcberlegungen (Auslegung)<\/strong><\/p>\n<p>Jesus ist der Herr \u00fcber den Sabbat! Wir wissen, dass wir als Christen nicht mehr den klassischen Sabbat der Bibel \u201eeinhalten\u201c, sondern sich ein anderer Tag herauskristallisiert hat. Dieser andere Tag ist der Sonntag, und dieser Sonntag besitzt eine tiefe biblische Bedeutung f\u00fcr uns.<\/p>\n<p>Doch zuerst nochmal zum Bibeltext: Jesus verdeutlicht anhand von zwei verschiedenen Geschehnissen, wie es sich mit dem Sabbat verh\u00e4lt. Es geht nicht um unsere eigene Auslegung des Sabbats, des Ruhetags, des Sonntags, sondern: um die Auslegung Jesu.<\/p>\n<p>Er selbst ist der Urheber dieses Tages. Dies hatten die Pharis\u00e4er nicht verstanden.<\/p>\n<p>Markus 7,8-13: Was sagt Jesus zu diesen klugen M\u00e4nnern, die Gottes Wort auswendig kannten? <em>\u201eIhr verlasst Gottes Gebot und haltet die \u00dcberlieferungen der Menschen: \u2026\u201c<\/em><\/p>\n<p>Das Problem beginnt immer mit dem: <em>\u201eIhr verlasst Gottes Gebote \u2026\u201c<\/em><\/p>\n<p>In dem Moment wo sich der Mensch vom Wort Gottes, von der Offenbarung Gottes abwendet, beginnt die Katastrophe. Wir legen immer einen Ma\u00dfstab an unser Leben, eine Richtschnur, und wenn es nicht mehr der Ma\u00dfstab Gottes ist, ist es der Ma\u00dfstab der Menschen, meistens unser eigener, und genau da beginnt das Problem!<\/p>\n<p>Um Gottes Gebote, seinen Willen und seine offenbarten Gedanken zur Welt und uns Menschen zu erfassen und recht auszulegen, daf\u00fcr m\u00fcssen wir unter Gebet die Bibel von vorne bis hinten studieren, und uns an Jesus und seinen Worten orientieren. In unserem Bibeltext macht Jesus deutlich, dass der Sabbat f\u00fcr den Menschen geschaffen wurde, nichts andersrum. Der Sabbat ist keine Pause von allem, denn dann h\u00e4tte auch das Tun des Guten keinen Platz an diesem Tag.<\/p>\n<p>Das Gebot den Sabbat zu halten ist Teil des Dekalogs (\u201eZehn Worte\u201c \u2013 die Zehn Gebote aus 2Mo 20,2-17 und 5Mo 5,6-21). Somit ist es grundlegend wichtig f\u00fcr uns, uns mit diesem Gebot zu besch\u00e4ftigen. Als Christen sind wir den zehn Geboten soweit verpflichtet, wie Jesus diese auch best\u00e4tigt. Dies tut er tats\u00e4chlich nicht mit diesem Sabbatgebot (als einzige Ausnahme), welches dennoch eine tiefere Bedeutung hat.<\/p>\n<p>2.Mose 20,8-11: <em>8<\/em> <em>Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligst.&nbsp; 9 Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun.&nbsp; 10 Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt.&nbsp; 11 Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn.<\/em><\/p>\n<p>2Mo 31,13+17 und Hes 20,12+20 F\u00fcr den Sinai-Bund ist der Sabbat das Zeichen (Bundesschl\u00fcsse hatten Zeichen, z.B. Regenbogen, Beschneidung, Blut). Was soll Israel tun? Daran denken (an die Tat), nicht nur daran erinnern. Der Sabbat sollte geheiligt werden, heiligen bedeutet \u201eabsondern\u201c. Der Sabbat sollte ein besonderer Tag sein, anders als die anderen Tage. Werfen wir einen Blick auf die ersten Christen: Apg 20,7 \u00e0 <em>\u201eam ersten Tag der Woche\u201c<\/em>, dies war der Sonntag. Die J\u00fcnger trafen sich nicht am Samstag, dem Sabbat, sondern am Sonntag (Auferstehungstag Jesu). Interessant: der Sonntag war ja zu der Zeit noch kein Ruhetag (wurde erst unter Konstantin eingef\u00fchrt), sondern ein ganz normaler Arbeitstag. Und dennoch trafen sich die Christen an diesem Tag, um Gottesdienst zu feiern. Hier wurden pers\u00f6nliche \u201eOpfer\u201c gebracht, indem man sich neben dem allt\u00e4glichen Leben und \u201eGesch\u00e4ft\u201c noch zum Gottesdienst traf, damit dieser nicht ausf\u00e4llt.<\/p>\n<p>Mit der \u201eSechs-Tage-Sch\u00f6pfung\u201c legte Gott einen Grundrhythmus fest. Dieser ist ein 6:1 Rhythmus. Die Begr\u00fcndung ist relativ einfach: weil es Gott genauso gemacht hat bei der Erschaffung der Welt (die Diskussion um die \u201eSechs-Tage-Sch\u00f6pfung\u201c ist f\u00fcr manche eine heikle Angelegenheit, hier aber wird deutlich: sie bildet die Grundlage f\u00fcr diesen Rhythmus und ist somit unumg\u00e4nglich). Dieser Rhythmus ist kein gesetzlicher Rhythmus, wie wir anhand von unserem Bibeltext erkennen, jedoch muss klar sein: wer diesen Grundrhythmus nicht hat, der lebt gegen die Sch\u00f6pfungsordnung Gottes (es ist ein Rhythmus f\u00fcr die Gesch\u00f6pfe, Gott selbst braucht ihn nicht). Gott kennt die Menschen besser als sonst jemand, und er wei\u00df, dass der Mensch Zeit zur Aktivit\u00e4t und Zeit zum Anhalten braucht. Dazu geh\u00f6rt nicht nur die k\u00f6rperliche Ruhe, sondern auch die Seele. Meine Seele muss zur Ruhe kommen und auftanken k\u00f6nnen (das muss sie jeden Tag, 24\/7, aber der Sonntag bietet mir dazu eine besondere Gelegenheit dies u.a. unter Geschwistern im gemeinsamen Gottesdienst zu tun).<\/p>\n<p>Timothy Keller: <em>\u201eWer nicht ruht, ist ein Sklave.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Es geht also um eine k\u00f6rperliche und seelische Ruhe, von der der Mensch Gebrauch machen und sich an diesen 6:1 Grundrhythmus orientieren sollte. Wir erkennen in diesem Sabbatgebot und in den Sonntagsgedanken jedoch noch einen viel tieferen Zweck: es geht letztendlich darum, in die ewige Ruhe einzugehen (in Jesus) \u00e0 Hebr 3,7-4,13 (hier kann man dem Gedanken noch weiter folgen).<\/p>\n<p>Im Gesamtzusammenhang der Bibel (u.a. die Bibelstellen, die wir uns oben angeschaut haben) m\u00fcssen wir feststellen, dass dieser eine Tag in der Woche ein grundlegend wichtiger und der Sonntag f\u00fcr den Christen absolut notwendig ist (der Gottesdienst ist fester Bestandteil dieses Sonntags f\u00fcr die Gl\u00e4ubigen). Doch Jesus macht gerade in unserem Text deutlich, dass wir uns davor h\u00fcten sollten, die Gebote Gottes auf eigene Faust zu verbessern, zu ver\u00e4ndern oder anzupassen. Auch wird die Warnung deutlich, Unbarmherzigkeit gegen\u00fcber unseren Mitmenschen auszu\u00fcben, wir sollen es nicht verpassen Gutes zu tun. Es geht hierbei nicht um ein gesetzliches Einhalten des Sabbats (hier m\u00fcssen wir es in der Predigt schaffen, die Br\u00fccke zwischen dem Sabbat der Juden und dem Sonntag der Christen zu schlagen), sondern um den Willen Gottes der dahinter steckt, bei dem es in erster Linie um das Gute geht: um Barmherzigkeit. Jesus sah den Hunger seiner J\u00fcnger und auch die verdorrte Hand, und beides hatte Vorrang.<\/p>\n<p><strong>2.2 Hinweise f\u00fcr situative \u00dcberlegungen (Predigtanlass)<\/strong><\/p>\n<p>Unser Text zeigt uns die Gefahren auf, die Bibel falsch auszulegen und Gottes Worte zu verdrehen, sodass sich dies auch in der Praxis zeigt und uns auf einen falschen Weg f\u00fchren kann (im Falle der Pharis\u00e4er auf den Weg der Unbarmherzigkeit und Verh\u00e4rtung). Er zeigt, dass Jesus die Barmherzigkeit in Person ist (immer mit dem Hinweis, dass sich dies am Kreuz erf\u00fcllt hat, und er unseren inneren \u201eHunger\u201c stillen und unsere innere, \u201everdorbene\u201c Seele retten will).<\/p>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong>Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>3.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Oberstes Ziel ist es, den Menschen die Barmherzigkeit und Liebe Jesu vor Augen zu malen, die am Kreuz ihren H\u00f6hepunkt fand. Au\u00dferdem sollte das Thema der rechten Auslegung des Wortes Gottes behandelt werden, und anhand des Negativbeispiels (Pharis\u00e4er) gezeigt werden, wie man den Willen Gottes verdrehen und \u00e4ndern und welche Auswirkungen es haben kann.<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich muss es auch zentral um die Frage des Sabbats, des Ruhetags gehen. Hier muss der Bezug zur Apostelgeschichte hergestellt werden (der Sonntag), und der Bezug zu den alttestamentlichen Bibelstellen (Sch\u00f6pfung, 10 Gebote, usw.). Warum haben wir den Sonntag? Nehmen wir ihn auch als Ruhetag wahr (nicht aus der \u201eGesetzlichkeit\u201c, sondern aus der Sch\u00f6pfungsordnung und der Liebe Gottes zu uns heraus)? Wie gestalten wir unsere Sonntage? Wie gestalte ich auch insgesamt mein pers\u00f6nliches, geistliches Leben (Zeiten mit der Bibel)?<\/p>\n<p><strong>3.2 Predigtentfaltung \u2013 wie sage ich es in der Predigt?<\/strong><\/p>\n<p><em>Mit Jesus zur Ruhe kommen \u2026<\/em><\/p>\n<ol>\n<li><em>\u2026, weil <u>er<\/u> der Herr der Ruhe ist (V.1-8)<\/em><\/li>\n<li><em>\u2026, weil <u>er<\/u> weiter sieht (V.9-12)<\/em><\/li>\n<li><em>\u2026, weil <u>er<\/u> Gutes mit mir m\u00f6chte (V.13-14)<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Oder (nach G. Maier):<\/p>\n<ol>\n<li><em>Gottes Gnade gibt uns feste Gebote <\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>(unentbehrliche Leitplanken f\u00fcr unseren Weg, Gott bewahrt uns mit seinen Geboten und zeigt darin seine Gnade und Liebe)<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><em>Die menschliche Neigung, Gottes Gebote zu \u201everbessern\u201c<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>(das pharis\u00e4ische Gesetz ist hier nicht mehr im AT begr\u00fcndet, die Pharis\u00e4er gehen hier nicht mehr mit dem Herzen Gottes)<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><em>Das Geheimnis Jesu<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>(Jesus zeigt uns, was wirklich Gottes Wille ist, der Messias ist gr\u00f6\u00dfer als der Tempel und ist Herr des Sabbats, und Jesus zu haben bedeutet: den Schl\u00fcssel zum AT und zum Herzen Gottes zu haben)<\/p>\n<p><strong>3.3 Predigtveranschaulichungen \u2013 wie verdeutliche ich es in der Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Einstiegsideen\/kurze Beispielsgeschichten<\/p>\n<ul>\n<li>Wer seine Geige liebt, der entspannt ihren Bogen nach dem Spiel. Wer gutes Werkzeug behalten will, der entspannt die S\u00e4ge nach der Arbeit. Wer gute Ernten haben m\u00f6chte, der g\u00f6nnt dem Acker ab und zu ein Brachjahr. Wer den Motor schonen will, kuppelt beim Bremsen aus. Wer die Spannkraft des Bogens erhalten will, entspannt die Sehne. Wozu hat uns Gott den Sonntag gegeben? Ein Obstbaum auf windiger Bergh\u00f6he bringt wenig Frucht, denn er wird immerzu vom Wind gesch\u00fcttelt und in Unruhe gehalten. So ist auch der Mensch, der das Sonntagsgebot missachtet. <em>(Heinz Gerlach)<\/em><\/li>\n<li>Ein Arbeitgeber verlangte von seinem Angestellten Sonntagsarbeit, indem er scheinheilig sagte: <em>\u201eIhre Bibel lehrt Sie ja, dass Sie Ihren Ochsen, der am Sabbat in die Grube f\u00e4llt, herausziehen d\u00fcrfen.\u201c<\/em> Der Angestellte antwortete: <em>\u201eWenn aber mein Ochse die Gewohnheit h\u00e4tte, jeden Sonntag in die Grube zu fallen, w\u00fcrde ich entweder die Grube zusch\u00fctten oder den Ochsen verkaufen.\u201c<\/em><\/li>\n<li>Ein hoher W\u00fcrdentr\u00e4ger der r\u00f6misch-katholischen Kirche unternahm eine Grubenfahrt in eine unserer modernen Zechen. Selbstverst\u00e4ndlich nutzte er die Gelegenheit zu kurzen Gespr\u00e4chen mit den Kumpels \u201evor Ort\u201c. <em>\u201eWas treibt ihr denn so am Sonntag?\u201c \u201eErstmal ausschlafen.\u201c \u201eUnd dann?\u201c \u201eNa, Fr\u00fchshoppen.\u201c \u201eUnd dann?\u201c \u201eMittagessen nat\u00fcrlich.\u201c \u201eUnd was dann?\u201c \u201eNa, dann gibt\u2019s vielleicht ein Fu\u00dfballspiel.\u201c \u201eAber wann geht ihr denn zur Heiligen Messe?\u201c \u201eWir sind evangelisch, Hochw\u00fcrden.\u201c \u201eWas sagt denn Dr. Martin Luther dazu?\u201c <\/em>fragte der Gast.<em> \u201eHochw\u00fcrden, kommen Sie uns jetzt blo\u00df nicht mit den Knappschafts\u00e4rzten!\u201c<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>(Simon Hamalega)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigtthema: &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Mit Jesus zur Ruhe kommen. Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. 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