{"id":3735,"date":"2019-06-24T15:05:55","date_gmt":"2019-06-24T13:05:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=3735"},"modified":"2019-06-24T15:05:56","modified_gmt":"2019-06-24T13:05:56","slug":"predigthilfe-vom-21-juli-2019-galater-6-1-18","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-21-juli-2019-galater-6-1-18\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 21. Juli 2019 &#8211; Galater 6, 1-18"},"content":{"rendered":"<p><strong>Predigtthema: <\/strong>Glauben hei\u00dft, das Gesetz des Christus zu leben<\/p>\n<p>Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n<ol>\n<li><strong> Sehen, was dasteht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/\">www.bibleserver.com<\/a> (Luther 1984 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000 \/ Neue Genfer \u00dcbersetzung \/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n<p><strong>1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext<\/strong><\/p>\n<p>Wir sind am Ende der Galater-Predigtreihe. Gal 6,1-10 f\u00fchrt aus, wie die Frucht des Geistes aus Gal 5 konkret in der Gemeinde gelebt werden kann. Gal 6,11-18 hingegen ist der eigenh\u00e4ndige Briefschluss von Paulus. Die Herausforderung in der Predigt ist es, nicht nur die bekannteren ersten Verse aus Gal 6 zu behandeln und sich auch nicht nur auf die ersten 10 Verse von Galater 6 zu beschr\u00e4nken, sondern gleichzeitig einen Abschluss f\u00fcr die Predigtreihe zu gestalten. Deshalb sollten auch die letzten Verse nicht ganz vernachl\u00e4ssigt werden. Gal 5,26 kann als \u00dcbergang zu 6,1-10 verstanden werden. W\u00e4hrend in Kapitel 5 die Frucht des Geistes beschrieben wird, zu der nach Vers 26 die Ruhmsucht nicht passt, wird in Kapitel 6 der konkrete Umgang mit den Geschwistern \u2013 ohne Ruhmsucht \u2013 erl\u00e4utert.<\/p>\n<p>In Predigttext sind keine gr\u00f6\u00dferen exegetischen Probleme. Im ersten Teil muss beachtet werden, um was f\u00fcr \u201eLasten\u201c es in erster Linie geht, damit das Wort nicht weiter ausgedehnt wird, als der Text es zul\u00e4sst. Diskutiert wird in der zweiten H\u00e4lfte, ob die Aussage in Vers 11, dass Paulus selbst schreibt, auf den ganzen Brief oder nur die Abschlussverse bezogen sind. Au\u00dferdem ist umstritten, worauf sich das \u201eIsrael Gottes\u201c in Vers 17 bezieht. Beide Stellen sind zwar herausfordernd in der Auslegung, aber f\u00fcr den inhaltlichen Schwerpunkt im Predigttext nicht wichtig (n\u00e4heres unten in der Textauslegung).<\/p>\n<p><strong>1.2 Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n<p>Hilfen zur Auslegung bieten z.B.<\/p>\n<p>* &nbsp; Krimmer, Heiko, Galater (Edition C), 2007: Auslegung und Anwendung<\/p>\n<p>*&nbsp;&nbsp; Mu\u00dfner, Franz, Der Galaterbrief (Herders), 1974: ausf\u00fchrliche Auslegung<\/p>\n<p>*&nbsp;&nbsp; Ouweneel, W. J., Der Brief an die Galater, 1998: Auslegung und Anwendung<\/p>\n<p>* &nbsp; Stott, John, Galatians.1998: Fragen zum Text und Anwendungsideen<\/p>\n<p><strong>1.3 Anmerkungen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n<p>V<em>ers 1:<\/em><\/p>\n<p>Die positive Anrede als Geschwister, die immer wieder im Galaterbrief auftaucht, ist nicht zu vernachl\u00e4ssigen. Trotz der schwierigen Situation bei den Galatern betont Paulus gegen\u00fcber den Geschwistern dort: Ihr seid Geschwister, wir sind eine geistliche Familie. Bei dem Menschen, der von einem Fehltritt \u00fcbereilt wird, geht es hier um einen Bruder aus der Gemeinde.<\/p>\n<p>Das Wort \u201eFehltritt \/ \u00dcbertretung\u201c macht deutlich, dass die S\u00fcnde f\u00fcr Christen nicht mehr das \u00dcbliche ist. Die S\u00fcnde hat ihre Macht verloren, es passieren nur noch einzelne Fehltritte, Ausrutscher oder Strauchler.<\/p>\n<p>Das erste Verb, meist mit \u201eereilen\u201c \u00fcbersetzt, taucht sonst im Neuen Testament nicht im Passiv auf, sondern nur in aktiver Form. Als aktives Verb bedeutet es ergreifen, erfassen, betreffen. Es wird kontrovers diskutiert, wie das Verb hier zu verstehen ist (vgl. Mu\u00dfner, 397). Zwei M\u00f6glichkeiten gibt es grammatikalisch: Entweder der Fehltritt als \u201eHandelnder\u201c \u2013 der Mensch wird von dem Fehltritt ereilt, also die S\u00fcnde \u00fcberkommt, \u00fcberrascht den Christen pl\u00f6tzlich (so die g\u00e4ngige \u00dcbersetzung). Die andere M\u00f6glichkeit ist: Der Handelnde wird nicht direkt genannt \u2013 der Mensch wird bei einem Fehltritt ereilt, \u00fcberrascht, also auf frischer Tat von einem anderen Menschen ertappt. Beide \u00dcbersetzungen sind gut m\u00f6glich und es l\u00e4sst sich nicht sicher entscheiden. Die zweite Variante scheint mir aber besser in den Kontext zu passen: Der Christ wird bei einem Fehltritt von einem anderen ertappt, dieser soll ihn dann wieder zurechtbringen.<\/p>\n<p>Die Benennung als \u201eGeistliche\u201c steht hier wahrscheinlich nicht f\u00fcr Christen allgemein im Gegensatz zu Nichtchristen wie sonst an einigen Stellen, sondern bezieht sich auf diejenigen, die dem anderen ein Geistlicher werden, weil sie ihn in seinem Fehltritt zurechtbringen und helfen. Geistliche sind hier also eher in Anschluss an 1Kor 3,1-3 als m\u00fcndige Christen aufzufassen, die dem anderen helfen. Es geht hier somit nicht um wahre und falsche Christen, sondern um Geschwister, die einen Fehltritt machen. Vgl. 2Thess 3,15: \u201eHaltet ihn nicht f\u00fcr einen Feind, sondern weist ihn als einen Bruder zurecht.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIm Geist der Sanftmut zurechtweisen\u201c: Geist der Sanftmut kn\u00fcpft an Gal 5,23 \u2013 eine Frucht des Geistes \u2013 an. Bei Geist ist hier aber wahrscheinlich nicht an den Heiligen Geist gedacht, sondern an den Geist \/ die Gesinnung der Sanftmut wie in 1Kor 4,21. Sanftmut ist eine zurechtbringende, nicht vernichtende, sondern suchende Einstellung. Wie Gott uns Menschen nicht einfach vernichtet, sondern sucht und uns auf den richtigen Weg bringen will, so sollen auch wir miteinander umgehen. Liebevolle Zurechtweisung kann allerdings bis zum Ausschluss gehen (1Kor 5,7). \u201eZurechtweisen\u201c wird teilweise auch als medizinischer Fachbegriff f\u00fcr das Einrenken eines ausgerenkten Glieds verwendet, was man gut als Bild verwenden kann.<\/p>\n<p>Der abschlie\u00dfende Satz in Vers 1 wechselt zu der direkten Ansprache: Du, schau auf dich selbst! Bei all dem darf man seine eigene Versuchlichkeit nicht aus dem Blick behalten und soll selbst kritikf\u00e4hig sein (vgl Mt 7,1-6). Christen sind zwar eine Gemeinschaft von Gerechtgesprochenen, allerdings von immer noch s\u00fcndigenden Gerechten, deswegen gibt es kein Grund zu Hochmut oder Stolz (im Gegensatz zu 5,26 formuliert).<\/p>\n<p>Wer darf also den Bruder zurechtbringen? 1. Er muss geistlich sein; 2. einen Geist der Sanftmut haben; 3. auf sich selbst sehen, kritikf\u00e4hig sein (vgl. Ouweneel, 362). Zum Zurechtweisen des Bruders vgl. auch Jakobus 5,19f.<\/p>\n<p><em>Vers 2:<\/em><\/p>\n<p>Vers 2 hat kein einleitendes Wort (asyndetischer Anschluss) und ist somit direkt in Zusammenhang mit Vers 1 zu verstehen. Er beginnt mit \u201eeinander\u201c &#8211; ein weit verbreitetes Wort im Neuen Testament. N\u00e4chstenliebe sollte auf Gegenseitigkeit beruhen innerhalb der Gemeinde, Gegenseitigkeit, die wir uns oft w\u00fcnschen. Bei Lasten geht es hier im Text also in erster Linie um die S\u00fcnden der Geschwister. Allerdings kann S\u00fcnde oder Fehltritte ganz unterschiedliche Formen annehmen wie Zweifel, Gewissensbisse (R\u00f6mer 15,1 \u2013 die Schwachen), Frustration, Konflikte oder \u00c4hnliches, was alles unter Lasten f\u00e4llt, bei denen man sich gegenseitig zurechtbringen soll.<\/p>\n<p>Was ist mit dem Gesetz des Christus gemeint, das man hierdurch erf\u00fcllt? Hier ist an Gal 5,14 zu denken, wo Paulus das ganze Gesetz in der N\u00e4chstenliebe zusammenfasst, die Christi Gesetz ist. So wie Christus am Kreuz unsere S\u00fcnden getragen hat, so \u00fcben wir das Gesetz Christi aus, wenn wir die S\u00fcnden der Geschwister mittragen, ertragen und zurechtbringen (nicht nur Mitleid haben!). Das Gesetz Christi darf hier nur teilweise als Gegensatz zum Sinai-Gesetz verstanden werden. In Lev 19,18 finden wir auch schon das Gesetz der N\u00e4chstenliebe. Aber Christus hat dieses Gebot der N\u00e4chstenliebe erf\u00fcllt und wir d\u00fcrfen ihm und seinem Gesetz nacheifern. Das Sinai-Gesetz somit ist der \u201eWeg zum Heil\u201c, den Christus erf\u00fcllt hat. Deshalb sind wir durch Christus errettet und Christi Gesetz ist die \u201eFrucht des Heils\u201c (vgl. Ouweneel, 364).<\/p>\n<p><em>Vers 3:<\/em><\/p>\n<p>Was bedeutet \u201ewer meint, etwas zu sein\u201c? Dieser Vers kn\u00fcpft wieder an 5,26 an: Wer prahlerisch, ruhms\u00fcchtig ist, den anderen herausfordert, der h\u00e4lt sich f\u00fcr mehr, als er ist und gilt. Der Wunsch nach Bedeutung und Wert ist zwar tief im Menschen verankert, aber Paulus ist ganz deutlich: Wer sich f\u00fcr etwas h\u00e4lt, der liegt falsch. Wer sich selbst r\u00fchmt, der t\u00e4uscht sich selbst (vgl. 1Kor 4,6f). Wer sich wie die Pharis\u00e4er f\u00fcr gut genug h\u00e4lt, der geht verloren (vgl. Lk 18,9-14). Ein gutes Beispiel hierf\u00fcr ist auch die Gemeinde in Laodiz\u00e4a (vgl. Offb 3,17), die meint, sie brauche nichts mehr. Wer hingegen Christ werden und sein will, muss anerkennen, dass er aus sich selbst heraus nichts ist, wie der s\u00fcndige Z\u00f6llner im Gleichnis Jesu. Wir stehen in der Gefahr der Selbstt\u00e4uschung. Vielleicht kn\u00fcpft Paulus hier auch noch an die sogenannten \u201eAngesehenen\u201c aus Galater 2,6 an, die etwas auf sich halten.<\/p>\n<p><em>Vers 4:<\/em><\/p>\n<p>Vers 4 zeigt den Ausweg aus der Selbstt\u00e4uschung in Vers 3 auf: Sich selbst hinterfragen und hinterfragen lassen. Was ist, wenn man bei der Selbstpr\u00fcfung auf ein positives Ergebnis kommt wie der Reiche in Lk 18,18ff? So wie Jesus den Reichen dort \u00fcberf\u00fchrt, so kann auch Gottes Wort uns \u00fcberf\u00fchren von falschem Hochmut. Wer sich einbildet, etwas zu sein, sich selbst nur mit dem anderen vergleicht, der kann dem anderen nicht wirklich helfen. Der Christ soll sich selbst pr\u00fcfen, um dann dem anderen in Demut helfen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die zweite H\u00e4lfte des Verses k\u00f6nnte ironisch gemeint sein: Man kann sich vor sich selbst r\u00fchmen, wenn man sich pr\u00fcft, aber sobald man vor andere kommt, wird offensichtlich: Wir haben nichts zu r\u00fchmen. Es gibt zwar auch ein positives R\u00fchmen hier auf der Erde im Herrn (2Kor 10,17), allerdings passt dazu das R\u00fchmen \u201ebei sich selbst\u201c hier nicht gut. Da das Verb \u201ehaben\u201c hier aber im Futur steht, scheint mir der zweite Satz zusammen mit Vers 5 nicht nur eine logische, sondern auch eine eschatologische Folge zu sein: Wir werden vor Gott Ruhm empfangen, weil er uns im Gericht freispricht. Also: Wer sich selbst pr\u00fcft und eingesteht, dass er nichts wird, der erh\u00e4lt zwar keinen Ruhm vor anderen Menschen, aber er erh\u00e4lt den Ruhm f\u00fcr sich selbst von Gott im Endgericht.<\/p>\n<p><em>Vers 5:<\/em><\/p>\n<p>Das Wort f\u00fcr Last in Vers 5 ist ein anderes als noch in Vers 2. Einige Ausleger meinen deshalb, bei Last wie auch in Vers 2 ein weiteres Verst\u00e4ndnis zu finden: Es gehe allgemein um Schwierigkeiten in der jetzigen Zeit. Mir scheint es im Kontext aber sinnvoller, die Last als S\u00fcnde und S\u00fcndenstrafe zu verstehen, da es thematisch besser passt, das Verb hier wie in Vers 4 im Futur steht (eine m\u00f6gliche modale \u00dcbersetzung passt nicht so gut) und in Vers 7 und 8 es dann eindeutig um die Zukunft nach dieser Erde geht. Wie in Vers 2 noch von den Lasten und Fehltritten des anderen die Rede war, die wir gemeinsam ertragen sollen, so macht Paulus jetzt deutlich: Jeder hat seine eigene Last, seine eigenen Fehltritte, seine eigenen S\u00fcnden.<\/p>\n<p>V5 ist also mit V4 eschatologisch zu verstehen: Jeder wird seine eigene Last zu tragen haben. Wir werden alle einmal vor dem Richterstuhl Gottes stehen und unsere Werke kommen zutage (R\u00f6m 2,6). Deswegen ist jeglicher Selbstruhm gegen\u00fcber anderen ausgeschlossen. Jeglicher Vergleich, ob man besser oder schlechter ist als andere, hilft nichts. Denn jeder wird f\u00fcr sich vor dem Richterstuhl stehen mit seiner Last und S\u00fcnde. Dort bekommen wir den \u201eRuhm\u201c nur zugerechnet, wenn uns Christi Gerechtigkeit angerechnet wird.<\/p>\n<p><em>Vers 6:<\/em><\/p>\n<p>W\u00e4hrend in Vers 1-5 der Fokus auf der S\u00fcndenlast in der Gemeinde liegt, beginnt ab Vers 6 eine allgemeine Anweisung, Gutes gegen\u00fcber den Geschwistern zu tun.<\/p>\n<p>Hier steht das eher seltene Wort \u201eKatecheo\u201c, von dem sich die Katechese ableitet, zweimal f\u00fcr \u201eunterweisen\u201c. Es wird unterwiesen \u201eim Wort\u201c. Wort war f\u00fcr die Urchristenheit ein feststehender Begriff, bei dem sofort klar war: Es geht um die Heilige Schrift, um die gute Botschaft, um das, was wir von Jesus, dem Wort in Person, geh\u00f6rt haben.<\/p>\n<p>Paulus fordert die Galater nun auf, dass derjenige, der unterwiesen wird, dem Lehrer Anteil an allen G\u00fctern geben soll. F\u00fcr Anteilgeben steht das Verb \u201eKoinoneo\u201c, das oft f\u00fcr die Gemeinschaft verwendet wird. Es geht also um ein gemeinschaftliches Teilen der G\u00fcter. Das Anteilgeben an die Lehrer von Geld ist kein Gnadenbrot, sondern das Recht von ihnen (vgl. 1Kor 9,7-14), auch wenn Paulus beispielsweise in Korinth nicht von diesem Recht Gebrauch gemacht hat.<\/p>\n<p>Gut m\u00f6glich ist, dass Paulus in diesem Vers an die Kollekte an die Gemeinde in Jerusalem denkt (zusammen mit Gal 6,10, wo Paulus speziell f\u00fcr Gutes gegen\u00fcber Glaubensgenossen auffordert); vgl. Gal 2,10. Denn in R\u00f6m 15,26f ist in \u00e4hnlicher Weise davon die Rede, dass die Heiden an den geistlichen G\u00fctern der Juden Anteil bekommen haben, und sie deshalb ihnen wiederum an ihren leiblichen G\u00fctern Anteil geben sollen. F\u00fcr die G\u00fcter steht im Griechisch ein allgemeiner Begriff \u201eGutes\u201c, der nicht zwingend nur auf materielle G\u00fcter bezogen werden muss. Hier scheint es aber in erster Linie um materielle Unterst\u00fctzung zu gehen.<\/p>\n<p><em>Vers 7:<\/em><\/p>\n<p>Die Formulierung \u201eIrrt euch nicht!\u201c ist in seiner Bedeutung nicht auf eine spezielle T\u00e4uschung bezogen: Verharrt nicht in dieser Selbstt\u00e4uschung, dass ihr gut genug seid und einfach weiter so leben k\u00f6nnt \u2013 ihr alle werdet vor dem Gericht Gottes stehen (vgl. den Gebrauch in 1Kor 6,9). Die Formulierung kann auch wie in den Qumranschriften h\u00e4ufig allgemein ein \u201eStehen unter der gottfeindlichen Macht der Finsternis\u201c bedeuten. Die Aufforderung von Paulus ist dann: Bleibt nicht in dieser Gottesferne! Beim Verspotten Gottes geht es nicht nur um Worte des Spottes, sondern um den ganzen Lebensstil. Wer sich selbst f\u00fcr etwas h\u00e4lt, der verspottet Gott weil er sich selbst Gott ist. Das Wort f\u00fcr verspotten kommt von der Bedeutung: \u201edas Nasenloch erheben, r\u00fcmpfen\u201c, ein gutes Bild daf\u00fcr, dass man sich selbst \u00fcber den anderen bzw. \u00fcber Gott stellt.<\/p>\n<p>\u201eDenn was der Mensch s\u00e4t, das wird er ernten.\u201c Paulus verwendet diese bis heute gebr\u00e4uchliche Formulierung, die sofort die Frage aufwirft? Stimmt das? Ist die Welt nicht oft ungerecht \u2013 gehen nicht oft die B\u00f6sen gut aus (vgl. Ps 73)? Aber Paulus macht ganz klar: Gott l\u00e4sst sich nicht spotten, Gott wird die Selbstgerechten, die B\u00f6sen, die \u00dcberheblichen richten. Am Ende gilt doch dieses Prinzip, Gott wird f\u00fcr endg\u00fcltige Gerechtigkeit sorgen. Was mit dem S\u00e4en und Ernten gemeint ist, wird dann in Vers 8 erl\u00e4utert.<\/p>\n<p><em>Vers 8:<\/em><\/p>\n<p>Man kann entweder auf das Fleisch s\u00e4en, oder auf den Geist und enth\u00e4lt entsprechend ewiges Leben oder Verderben im Gericht. Mit Fleisch und Geist wird der Gegensatz von Kapitel 5,13ff aufgegriffen \u2013 Paulus stellt die Frage: L\u00e4sst du dich von deinem Fleisch oder deinem Geist bestimmen? Worauf setzt du in deinem Leben? Was f\u00fcr Fr\u00fcchte bringst du (vgl. R\u00f6m 6,20ff)? Das Bild vom S\u00e4en wird hier anders verwendet als sonst in der Bibel: Der Mensch ist der S\u00e4ende \u2013 weil er sein Leben selbst gestalten darf. Die Saat ist also das Leben des Menschen. Die Frage ist nun, worauf er s\u00e4t, also was f\u00fcr ein Leben er lebt und von wem er sich bestimmen l\u00e4sst \u2013 die Frage nach dem Ackerboden, der nachher gute Frucht, das ewige Leben bringt. Ewiges Leben ist zwar ein Geschenk, aber auch ein Geschenk f\u00fcr die Werke des Geistes, die Gott in uns wirkt, wenn wir uns von ihm bestimmen lassen. Wenn wir auf den Geist s\u00e4en und setzen, dann werden wir das ewige Leben erhalten.<\/p>\n<p><em>Vers 9:<\/em><\/p>\n<p>In Vers 9 wird deutlich, dass es beim S\u00e4en auf den Geist um Gutes tun geht. Paulus ermutigt die Galater, nicht m\u00fcde darin zu werden, Gutes zu tun, also im Geist zu leben und zu wandeln. In dem Verb m\u00fcde werden \/ entmutigen steckt die Wurzel des B\u00f6sen: Schreckt nicht vor dem B\u00f6sen zur\u00fcck. Das ist der Ruf an die Verantwortlichkeit des Menschen: Lebt im Geist, tut Gutes (vgl. 2Thess 3,13)! Der \u00e4u\u00dfere Mensch zerf\u00e4llt zwar, aber der innere Mensch wird durch den Geist Tag f\u00fcr Tag erneuert (2Kor 4,16). Gott ist gut und will, dass wir Gutes tun. Das ist nicht selbstverst\u00e4ndlich im Vergleich zu falschen G\u00f6ttern \u2013 die oft egoistisch, rachs\u00fcchtig, launisch und neidisch beschrieben wurden.<\/p>\n<p>Warum sollen wir Gutes tun? Weil wir dann ernten werden, weil wir im Himmel Lohn daf\u00fcr erhalten werden. Den Lohn erhalten wir zu \u201eseiner bestimmten Zeit\u201c &#8211; Gott legt den Tag des Gerichtes fest, dann wird geerntet (vgl. Mt 13,30). Die Rechtfertigung in Jesus soll uns nicht ins Nichtstun, sondern gerade zur \u00e4u\u00dfersten Aktivit\u00e4t treiben. Die Bedingung wird im Konditionalsatz nochmal wiederholt: Nur, wenn ihr nicht ermattet, nicht nachlasst.&nbsp; Die Rechtfertigung in Jesus soll uns nicht ins Nichtstun, sondern gerade zur \u00e4u\u00dfersten Aktivit\u00e4t treiben.<\/p>\n<p><em>Vers 10:<\/em><\/p>\n<p>Paulus betont noch einmal: Solange ihr noch Zeit habt, solange Gott euch leben l\u00e4sst und Jesus nicht wiederkommt, nutzt die Zeit! Tut Gutes! Und das gegen\u00fcber jedermann, gebt euch nicht Genug, nur weil ihr einem etwas Gutes getan habt. Diese radikale Forderung lesen wir mehrmals im Neuen Testament, \u00e4hnlich in 1Thess 5,15.<\/p>\n<p>Allerdings hat Paulus zum Abschluss noch einen Zusatz: Ganz besonders sollen wir den Hausgenossen des Glaubens Gutes tun. Die Hausgenossen sind die Geschwister im Glauben (vgl. Eph 2,19; 1Petr 4,17). Warum sollen wir auf die Geschwister im Glauben? So wie man f\u00fcr die Familie mehr Verantwortung hat als f\u00fcr Au\u00dfenstehende, so hat man f\u00fcr die geistliche Familie nochmal eine h\u00f6here Verantwortung als f\u00fcr Au\u00dfenstehende. Wir sollen zwar alle n\u00e4chsten Lieben, aber die unterschiedlichen Mandate m\u00fcssen trotzdem beachtet werden.<\/p>\n<p><em>Vers 11:<\/em><\/p>\n<p>Seht her! Paulus macht darauf aufmerksam, dass er jetzt selbst mit gro\u00dfen Buchstaben schreibt und zusammenfasst. Hier beginnt also der Briefschluss. Zuerst stellt sich die Frage: Worauf bezieht sich dieser Hinweis, dass Paulus schreibt \u2013 auf den ganzen Brief oder nur auf die letzten Verse ab hier?<\/p>\n<p>W\u00e4hrend beispielsweise Krimmer meint, Paulus habe wahrscheinlich den ganzen Brief selbst geschrieben, weil die Zeitform im Pr\u00e4teritum steht, scheint es sich mir und anderen Kommentatoren nur auf den Schluss zu beziehen. Die Vergangenheitsform l\u00e4sst sich gut erkl\u00e4ren, da h\u00e4ufig in Briefen schon aus Sicht des Lesers geschrieben wird und damit das Briefschreiben als Vergangenheit betitelt wird. Die gro\u00dfe Schrift ist nicht wie eine schlechte Schrift zu verstehen, sondern Gro\u00dfschreiben war damals wie heute Fettschreiben oder Unterstreichen \u2013 eine Betonung der Sache. Paulus fasst also nochmal zusammen und hebt die Zusammenfassung hervor: Wenn der ganze Brief gro\u00df geschrieben worden w\u00e4re, w\u00e4re das nicht sinnvoll. Au\u00dferdem wissen wir, dass Paulus gerne Briefschl\u00fcsse selbst schrieb: 1Kor 16,21, Kol 4,18, 2Thess 3,17. Hier f\u00e4llt der Schlussgru\u00df von Paulus zwar etwas l\u00e4nger aus, aber das ist vermutlich seiner Emotionalit\u00e4t geschuldet: Das Anliegen in Galatien war ihm so wichtig, dass er es nochmal auf den Punkt bringen m\u00f6chte.<\/p>\n<p><em>Vers 12:<\/em><\/p>\n<p>Vers 12 bis 15 kann als kurze Zusammenfassung des Briefes verstanden werden, mit einer Pointierung die an die vorherigen Verse ankn\u00fcpft: Worin k\u00f6nnen wir uns r\u00fchmen?<\/p>\n<p>Einige Irrlehrer zwangen die Galater dazu, sich beschneiden zu lassen, damit sie errettet seien. Paulus zeigt nochmal auf: Sie verfolgen keine pneumatischen, sondern fleischliche Ziele. Paulus entlarvt ihre Absicht und sagt: Den Irrlehrern geht es zum einen um das Ansehen im Fleisch \u2013 also sie wollen selbst etwas sein und gut dastehen vor den Menschen, anstatt anzuerkennen, dass sie nichts sind vor den Menschen und Gottes Gnade br\u00e4uchten (6,3). Der zweite Grund, den Paulus hinter ihrer Forderung sieht, ist, dass sie Angst vor der Verfolgung haben \u2013 vermutlich geht es hier um Verfolgung der Juden, weil die Judenchristen nicht beschnitten sind. Sie haben also zwei fleischliche Gr\u00fcnde f\u00fcr ihre Forderung gegen\u00fcber den Galatern und schw\u00e4chen damit das Kreuz des Christus ab \u2013 sie sind nicht bereit, sich um des Kreuzes willen verfolgen zu lassen.<\/p>\n<p><em>Vers 13:<\/em><\/p>\n<p>Paulus macht noch einmal klar: Auch die, die sich beschneiden lassen, halten nicht das ganze Gesetz. Auch sie sind S\u00fcnder vor Gott wie alle anderen, aber sie erheben den Anspruch mit der Beschneidung das Gesetz zu erf\u00fcllen und sich dadurch zu erretten. Au\u00dferdem wiederholt Paulus: Sie wollen sich euer r\u00fchmen. Das R\u00fchmen oder auch Stolzsein\/\u00dcberheblichkeit zieht sich durch das Schlusskapitel durch. Im Gegensatz zu der Frucht des Geistes wird in Gal 5,26 vor der \u00dcberheblichkeit gewarnt. Man soll nicht stolz auf sich selbst sein, sondern in Demut anerkennen, dass letztlich jeder Mensch nichts ist (6,3) und in dieser Einstellung den anderen zurechtweisen. Jeder soll sein eigenes Werk pr\u00fcfen und anerkennen, dass er nur auf Gottes Gnade angewiesen ist (6,4), dann aber darin eifern, Gutes zu tun, um den Lohn zu erlangen und in Gottes Gericht rechtm\u00e4\u00dfig den \u201eRuhm \/ Stolz\u201c zu erlangen (6,4). Die Irrlehrer nun werden als ruhms\u00fcchtig in Blick auf die Welt entlarvt, ihnen geht es darum, hier schon gut vor den anderen dazustehen und stolz auf sich selbst zu sein.<\/p>\n<p><em>Vers 14:<\/em><\/p>\n<p>In Vers 14 und 15 zeigt Paulus nochmal deutlich den Gegensatz zur Beschneidungsforderung \u2013 immer noch auf Grundlage des Motivs des R\u00fchmens. Das \u201eaber\u201c am Satzanfang will hier ganz klar ein gegenteiliges Leben aufzeigen. Danach kommt die besonders starke Verwerfung: \u201eDas sei fern von mir!\u201c oder \u201eAuf keinen Fall!\u201c. Die Formulierung findet sich sonst bei Paulus immer nur als alleinstehender Satz, hier ist es einmal in den Satz integriert. Aus dieser Formulierung klingt fast ein Erschrecken des Paulus heraus: Von mir sei es fern, hoffentlich werde ich nie in solch eine Versuchung kommen, mich im Fleisch zu r\u00fchmen, auf meine guten Werke und Errungenschaften zu st\u00fctzen. Die einzige Grundlage seines R\u00fchmens soll das Kreuz Jesu Christi sein.<\/p>\n<p>Was hei\u00dft es, sich des Kreuzes zu r\u00fchmen und wie funktioniert R\u00fchmen auf eine positive Weise? Es hei\u00dft, dass man nicht auf sich selbst oder seine eigenen Taten stolz ist. Sondern anerkennt: Ich bin nichts. Aber auch als Christ hat man Grund zum R\u00fchmen: Wir d\u00fcrfen stolz sein auf einen Gott, der uns unendlich geliebt und am Kreuz seinen eigenen Sohn f\u00fcr uns hingegeben hat. Das Zentrum des R\u00fchmens ist Gottes Tat und nicht des Menschen Entscheidung. Der Fokus kann sich hier ganz leicht verschieben, dass man den Blick nicht auf Gott gerichtet hat, der uns aus Gnade errettet, sondern den Blick auf unser Tun oder unsere Entscheidung lenkt. Zwar sind wir gefordert, Gutes zu tun, aber die Gnade und das Wirken hinter diesem Guten ist allein Gott zuzuschreiben.<\/p>\n<p>Durch das Kreuz Jesu, erg\u00e4nzt Paulus, wurde die Welt dem Paulus und Paulus der Welt gekreuzigt. Welt bezieht sich hier auf die fleischliche Welt, die Welt des Gesetzes, der S\u00fcnde und des Todes. Dieser Welt hat das Kreuz Jesu den Todessto\u00df versetzt. Wer in Christus im Geist lebt, der hat seine Leidenschaften und Begierden gekreuzigt (Gal 5,24). Die Welt und der Christ passen nicht mehr zusammen! Wir leben zwar noch in der Welt, aber ganz deutlich muss diese Differenz trotzdem aufgezeigt werden: Wir sind nicht mehr von der Welt!<\/p>\n<p><em>Vers 15:<\/em><\/p>\n<p>Der Abschluss der Zusammenfassung macht nochmal klar: In Christus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas. Also man muss sich nicht beschneiden lassen, aber die Beschneidung ist auch nicht teuflisch oder \u00c4hnliches. In Christus sind wir eine neue Kreatur, ein neues Gesch\u00f6pf. Wer Christ wird, zieht das reine Gewand von Jesus an (Gal 3,27) und wird dadurch zur neuen Sch\u00f6pfung (2Kor 5,17).<\/p>\n<p><em>Vers 16:<\/em><\/p>\n<p>Nach der kurzen Zusammenfassung kommt Paulus zu den Schlussw\u00fcnschen. Allerdings gilt dieser erste Gru\u00df nicht allen in Galatien \u2013 Paulus macht deutlich: Der Schlussgru\u00df gilt eigentlich nur denen, die sich an diesen Ma\u00dfstab, an diese Richtlinie halten (w\u00f6rtlich Kanon). Fr\u00fcher war der Ma\u00dfstab die Welt und das Gesetz, der neue Ma\u00dfstab ist die neue Sch\u00f6pfung in Christus. Und nur wer diese neue Sch\u00f6pfung angezogen hat, nur wer in der Frucht des Geistes lebt (vgl. Gal 5,25), dem kann Paulus zusprechen: Frieden und Barmherzigkeit euch! Allerdings formuliert Paulus hier im Futur: Wer diesem Ma\u00dfstab nachfolgen wird. Damit weist er daraufhin: Die T\u00fcr ist noch offen, wenn ihr auf einem falschen Weg seid, kehrt um, folgt ab nun an dem Ma\u00dfstab nach! Frieden und Barmherzigkeit sind ein \u00fcblicher Wunsch von Paulus und es ist hier sowohl als Zuspruch als auch als Wusch zu verstehen: Ihr habt Frieden mit Gott (R\u00f6m 5,1), ihr habt Frieden mit euch selbst, weil ihr euch nicht mehr selbst betr\u00fcgen m\u00fcsst (Gal 6,3) und ihr d\u00fcrft jetzt auch im Frieden mit den Mitmenschen leben, allumfassender Schalom. Barmherzigkeit habt ihr erfahren von Gottes Gnade und ihr d\u00fcrft nun auch barmherzig miteinander umgehen \u2013 keinen Selbstruhm und \u00dcberheblichkeit mehr im Umgang miteinander.<\/p>\n<p>Paulus f\u00fcgt dann am Ende des Verses allerdings noch hinzu: Und f\u00fcr das Israel Gottes gilt dies. Dieser Zusatz ist sehr umstritten. Hier leuchtet die Auslegung von Ouweneel zu den verschiedenen Interpretationen ein (Ouweneel 391f): 1. Es handelt sich nicht um das ethnische Volk Israel \u2013 der Zusatz \u201evon Gott\u201c macht das unwahrscheinlich und es w\u00e4re seltsam, wenn Paulus dem ganzen Volk diesen Wunsch zuspricht. 2. Das ethnische Volk Israel, das nach der Wiederkunft Jesu zur Umkehr kommt wie in der Offenbarung beschrieben \u2013 das w\u00e4re m\u00f6glich, aber die Frage: Warum sollte Paulus denen f\u00fcr die Zukunft hier schon etwas zusprechen? 3. Alle Christen, also das neue, wahre Israel \u2013 das w\u00e4re allerdings eine Doppelung und man w\u00fcrde kein \u201eund\u201c dazwischen erwarten, wenn es sich um dieselbe Gruppe handelt. 4. Der Teil des ethnischen Volkes Israel, der zum Glauben an Jesus gekommen ist. Auch das ist zwar ein St\u00fcck weit eine Doppelung, da die Judenchristen ein Teil der in 16a beschrieben Gruppe sind. Allerdings ist nachvollziehbar, warum Paulus diese Gruppe besonders erw\u00e4hnt: Sie stehen in der Verfolgung von Juden, sie leiden materielle Not besonders in Jerusalem, sie stehen in besonderer Gefahr vor den Irrlehrern die Beschneidung fordern. Und weil Paulus sein eigenes Volk besonders am Herzen liegt, betont er nochmal: Auch f\u00fcr sie gilt dieser Wunsch und Zuspruch!<\/p>\n<p><em>Vers 17:<\/em><\/p>\n<p>Nach dem ersten Segen liegt Paulus noch ein abschlie\u00dfender Satz am Herzen: \u201eIn Zukunft, hinfort mache mir keiner mehr M\u00fche! Denn ich trage die Malzeichen Jesu an meinem Leib.\u201c All die apostolischen Sorgen, die Sorgen eines Gemeindegr\u00fcnders, die Paulus \u00fcber die Gemeinde in Galatien hatte \u2013 die m\u00f6chte er nicht mehr haben. Er fordert sie auf: Bleibt nun in Christus, wandelt im Geist. Der Wunsch aller Gemeindeleiter: Bleibt alle ganz bei Christus und lebt in der Frucht des Geistes, dass wir keine M\u00fchen mit euch haben. Die Begr\u00fcndung daf\u00fcr ist allerdings etwas ungew\u00f6hnlich: Denn ich trage die Malzeichen des Herrn Jesu an meinem Leib.<\/p>\n<p>Was ist mit den Malzeichen Jesu gemeint? Hierf\u00fcr gibt es die verschiedensten Auslegungen, von denen ich nur einige kurz nennen m\u00f6chte. Ein psychopathologischer Effekt aufgrund der mystischen Versenkung in die Passion Jesu, eine dauerhafte Sch\u00e4digung nach dem Damaskuserlebnis, Narben, die er in den Verfolgungen um Jesu willen erlitten hat, ein wirkliches Malzeichen wie die Markierung eines Sklaven bei Paulus, eine k\u00f6rperliche Signierung, die bei der Taufe erfolgt ist oder am misshandelten Leib wird Christus pr\u00e4sent. Ausf\u00fchrlichen diskutieren kann ich dies hier nicht (vgl. dazu bei Ouweneel oder Mu\u00dfner). Ich halte folgende Interpretation f\u00fcr sinnvoll: Die Malzeichen Jesu sind Wunden und Narben, die Paulus um Jesu willen erlitten hat (genitivus auctoris), die mit dem Leiden Jesu vergleichbar sind (genitivus qualitatis) und damit ist die theologische Interpretation verkn\u00fcpft: Die Narben sind Zeichen der Leidensgemeinschaft mit Christus. Die Verbindung der Leiden Christi mit den Leiden der Gemeinde findet sich auch an anderen Stellen: 2Kor 1,5, Kol 1,24; 2Kor 4,10.<\/p>\n<p><em>Vers 18:<\/em><\/p>\n<p>\u00dcblicher Segensgru\u00df von Paulus: Paulus w\u00fcnscht die Gnade des Herrn Jesus, weil die Gnade ein zentrales Wort des Evangeliums ist. Die Formulierung \u201emit eurem Geist\u201c ist etwas ungew\u00f6hnlich, findet sich aber ebenso in Phil 4,23 und Phlm 25. Geist steht hier f\u00fcr den menschlichen Geist. Zum Abschluss des Briefes betont Paulus noch einmal (sonst nicht in den Segensgr\u00fc\u00dfen enthalten!): Geschwister! Im liegt es also am Herzen, dass die Galater ihn nicht missverstehen, er sieht sie als liebe Geschwister an. Zum Abschluss schreibt Paulus ein Amen, wie beispielsweise auch in R\u00f6m 16,27, eine abschlie\u00dfende Best\u00e4tigung des Briefes, von dem nur der Schluss von Paulus selbst geschrieben ist.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> Verstehen, worum es geht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>2.1 Hinweise f\u00fcr hermeneutische \u00dcberlegungen (Auslegung)<\/strong><\/p>\n<p>Der Galatertext l\u00e4sst sich direkt auf heute \u00fcbertragen: Wie damals ist heute die Gefahr der Selbstt\u00e4uschung gro\u00df. In vielen Gemeinden ist es nicht \u00fcblich, mit S\u00fcnden und Schuld offen umzugehen, sich gegenseitig zu helfen, sie zu tragen und sich zurechtzubringen.<\/p>\n<p>Die Aussage von Paulus, dass wird \u201enichts\u201c sind, ruft bei vielen in der heutigen Zeit Protest hervor. Hier kann man aufzeigen, dass der in Deutschland verbreitete Arbeitseifer und das Effizienzdenken zwar nicht schlecht sind \u2013 auch Paulus fordert uns auf, Gutes zu tun, nicht m\u00fcde zu werden, eifrig zu sein. Selbst unter Nichtchristen ist diese Ansicht verbreitet: Es geht darum, viel Gutes zu tun, anderen zu helfen (Geltungsbed\u00fcrfnis). Allerdings ist die Korrektur von Paulus: Meint nicht, dass ihr durch Gutes tun einen Wert erhaltet, etwas w\u00e4rt, t\u00e4uscht euch nicht selbst, betr\u00fcgt euch nicht selbst: Auch ihr seid nichts, S\u00fcnder vor Gott. Dieser Satz provoziert in unserer Kultur und sollte deswegen ausf\u00fchrlich untermauert werden Diese Spannung l\u00e4sst sich durch das Kreuz \u2013 das Paulus dann als einziger Grund zum Stolzsein bezeichnet \u2013 aufl\u00f6sen. Durch das Kreuz Christi erhalten wir einen wirklichen Wert, den wir im Gericht zugesprochen bekommen.<\/p>\n<p><strong>2.2 Hinweise f\u00fcr situative \u00dcberlegungen (Predigtanlass)<\/strong><\/p>\n<p>Wir sind am Ende der Predigtreihe zum Galaterbrief. Eine kurze Zusammenfassung, ein Abschluss w\u00e4re sicher hilfreich. Au\u00dferdem kann ermutigt werden, ihn im R\u00fcckblick nochmal als Ganzes durchzulesen.<\/p>\n<p><strong>2.3 Hinweise f\u00fcr homiletische \u00dcberlegungen (Anwendung)<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt vielf\u00e4ltige M\u00f6glichkeiten, den langen Text und die einzelnen Details anzuwenden. Ich zeige hier einige M\u00f6glichkeiten auf, in der Predigt sollte man sich allerdings auf ein Hauptthema fokussieren und dieses entfalten.<\/p>\n<p><u>Vers 1-5:<\/u><\/p>\n<ul>\n<li>Man kann m\u00f6gliche S\u00fcnden in der Gemeinde aufz\u00e4hlen (taktlose Bemerkungen, unsch\u00f6ne Spitze, feige Ausreden, offenbare Verleumdung, Unbeherrschtheit, Geldgier, notorischer L\u00fcgner\u2026) &#8211; damit einzelne sich direkt ertappt f\u00fchlen.<\/li>\n<li>Ein einem konkret Beispiel kann durchgespielt werden, wie S\u00fcnden gemeinschaftliche Auswirkungen haben und wie man sie gemeinsam tragen kann. Ein m\u00f6gliches Beispiel ist Gal 2 \u2013 wo Petrus ein Fehltritt machte und von Paulus zurechtgewiesen wurde. Vielleicht findet sich hier sogar ein Beispiel aus der jeweiligen Gemeinde, wo das in den letzten Jahren schon vorgekommen ist?<\/li>\n<li>Beispiele aus meiner Erfahrung sind:<\/li>\n<li>Ein p\u00e4dophiler Straft\u00e4ter ist Christ geworden und wird entlassen. Er hat viele Auflagen \u2013 und nat\u00fcrlich die Gefahr des R\u00fcckfalls. Trotzdem wurde er in die Gemeinde integriert, man hat zusammen genaue Regeln erarbeitet, die ihm helfen, nicht r\u00fcckf\u00e4llig zu werden und die Konsequenzen seiner vergangenen S\u00fcnden zu tragen.<\/li>\n<li>Ein Gemeindemitglied ist sehr faul und es f\u00e4llt ihm schwer, sich sonntags aufzumachen zum Gottesdienst. Trotz Zurechtweisung schafft er es nicht, regelm\u00e4\u00dfig zu kommen. Daraufhin tun sich einige zusammen und er wird jeden Sonntag von jemandem zum Gottesdienst abgeholt.<\/li>\n<li>Man kann aufzeigen, dass das gegenseitige Tragen mehrere Dimensionen hat: Es geh\u00f6rt tragen, ertragen und zurechtbringen dazu.<\/li>\n<li>Man kann sich bei der Auslegung auch am Thema der Solidarit\u00e4t entlanghangeln \u2013 ein selten gewordenes Wort, das aber den christlichen Umgang miteinander und das gegenseitige Tragen gut beschreibt.<\/li>\n<li>Es braucht viel Mut, den anderen auf etwas Unangenehmes hinzuweisen, man ist sogar in der Gefahr, Freundschaften zu zerst\u00f6ren. Trotzdem ist es wichtig.<\/li>\n<li>Wie gelingt es, dass man deutlich aber trotzdem freundlich zurechtweist? Vor allem durch ein realistisches Selbstbild meiner eigenen S\u00fcnde: Ich bin nichts.<\/li>\n<li>Eine Gefahr ist: Einige denken auf eine stoische Weise: Ich will andere nicht mit meinen Lasten bedr\u00e4ngen, ich behalte das lieber f\u00fcr mich aus und ertrage es alleine. Wieso f\u00e4llt es dir schwer, andere um Hilfe zu fragen?<\/li>\n<li>Oder die S\u00fcnde wird ignoriert und nicht benannt, weil man die Gemeinschaft nicht belasten will. Dann aber ist die S\u00fcnde wie eine eiternde Wunde, die die Gemeinde nach und nach zerst\u00f6rt.<\/li>\n<li>Man kann auch n\u00e4her darauf eingehen: Welche Lasten sollten man in welchem Rahmen teilen und was sollte man wirklich lieber alleine tragen?<\/li>\n<li>Wo kannst du in der n\u00e4chsten Woche helfen, Lasten und S\u00fcndenlasten zu ertragen?<\/li>\n<li>Heute h\u00f6rt man oft den Satz: \u201eIch m\u00f6chte den anderen\/meinen Kindern nicht zur Last fallen.\u201c Ist das biblisch?<\/li>\n<li>Gefahr der Selbstt\u00e4uschung: Wo betr\u00fcgst du dich selbst, t\u00e4uscht dich selbst, denkst mehr von dir, als du bist? (Gedanken wie: Ohne mich w\u00fcrde es nicht funktionieren, Gott ist auf mich angewiesen, ich habe es doch verdient)<\/li>\n<\/ul>\n<p><u>Vers 6-9:<\/u><\/p>\n<ul>\n<li>Wie gro\u00df ist die Bereitschaft Gutes zu tun? Ein wichtiger Punkt ist die Bereitschaft zu geben \u2013 spenden, Abgabe, besonders denen, die im Wort unterweisen.<\/li>\n<li>Wie k\u00f6nnen wir Gott verspotten? Durch Worte, durch Lebenseinstellung, durch Feigheit, durch falsche Priorit\u00e4ten, durch Selbstt\u00e4uschung &#8230;<\/li>\n<li>Vom Bild der Saat kann man gut die Frage stellen: Worauf baust du dein Leben, auf das Fleisch oder den Geist? Hier sollte dann konkret ausgef\u00fchrt werden, worin sich das zeigt.<\/li>\n<li>Theologisch muss hier bedacht werden: Welche Relevanz haben die Werke im Gericht, inwieweit wird f\u00fcr sie belohnt und das ewige Leben verdient? (V. 8)<\/li>\n<li>Die Aufforderung ist: K\u00e4mpft darum, werdet nicht m\u00fcde, Gutes zu tun.<\/li>\n<li>M\u00f6gliche Fragen zur Vertiefung sind: Wodurch wirst du m\u00fcde, Gutes zu tun? Was hilft dir, um darin nicht m\u00fcde zu werden?<\/li>\n<li>\u201eWas man s\u00e4t das erntet man\u201c \u2013 ist ein verbreitetes Sprichwort: Stimmt das? Gibt es endg\u00fcltige Gerechtigkeit? Auf der Welt ja eigentlich nicht \u2013 braucht es dann nicht einen gerechten Gott? (Ankn\u00fcpfung auch f\u00fcr Nichtchristen)<\/li>\n<\/ul>\n<p><u>Vers 10-18:<\/u><\/p>\n<ul>\n<li>Hier kann mit Paulus der Brief zusammengefasst werden: Warum gibt uns die Beschneidung keinen Wert vor Gott, w\u00e4hrend wir durch den Kreuzestod Christi diesen Wert erhalten, einen Grund erhalten, Stolz zu sein und uns zu r\u00fchmen, aber uns des Kreuzes zu r\u00fchmen?<\/li>\n<li>Es muss in der Predigt konkretisiert werden: Wie wir die Spannung, dass wir nichts sind (Vers 3) und wir trotzdem im Geist Gutes tun sollen, f\u00fcr das wir ewiges Leben erhalten (Vers 8) im Kreuz Jesu aufgel\u00f6st? Siehe dazu die Texterkl\u00e4rung oben.<\/li>\n<li>Vers 17: Paulus will keine M\u00fche mehr haben mit den Galatern; er hofft, dass sie nun auf dem richtigen Weg bleiben. Den Wunsch kennen wohl viele Gemeindeleitungen: Keine M\u00fche mehr mit der Gemeinde haben. Trotzdem ist Paulus nat\u00fcrlich bereit daf\u00fcr, dass sie ihn bei weiteren Schwierigkeiten kontaktieren und Fragen stellen.<\/li>\n<li>Vers 18: Zum Abschluss nennt Paulus die Galater nochmals Geschwister, wie auch in Gal 6,1. Dieser Rahmen der Familie, das Geschwistersein ist grundlegend f\u00fcr den Umgang miteinander. Worin zeigt sich in unserer Gemeinde, dass wir Geschwister sind? Merken das Au\u00dfenstehende, wenn sie kommen?<\/li>\n<\/ul>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong> Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>3.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Die Predigth\u00f6rer sollen erkennen, dass die Aussage: \u201eDu bist nichts\u201c provoziert aber gilt, dass die Aufforderung: \u201eTut Gutes im Geist\u201c herausfordert und dass die letztendliche Bedeutung und Aufl\u00f6sung dieser Spannung nur im Kreuz Christi zu finden ist.<\/p>\n<p><strong>3.2 Predigtthema \u2013 was sage ich in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Glauben hei\u00dft, das Gesetz des Christus zu leben<\/p>\n<p>Das Predigtthema kann von verschiedenen W\u00f6rtern her entfaltet worden. F\u00fcr \u201eRuhm\u201c ist es nicht leicht, ein entsprechendes Wort im gebr\u00e4uchlichen Deutsch zu finden.<\/p>\n<p>M\u00f6glichkeiten sind:<\/p>\n<p>Ruhm\/Bedeutung\/Wert: Ich bin nichts, soll Gutes tun, und hab in Christus doch alles.<\/p>\n<p>Stolzsein: Auf sich selbst stolz sein ist Betrug, denn wir k\u00f6nnen nur durch den Geist Gutes tun. Auf die Liebestat Jesu am Kreuz f\u00fcr uns k\u00f6nnen wir wirklich stolz sein!<\/p>\n<p>Bin ich etwas wert? Habe ich einen Grund, mich zu r\u00fchmen und stolz zu sein?<\/p>\n<p><strong>3.3 Predigtentfaltung \u2013 wie sage ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<p><u>Textgliederung<\/u>:<\/p>\n<p>Nach Mu\u00dfner:<\/p>\n<ul>\n<li>Warnung vor Ruhm gegen\u00fcber dem Bruder (5,26-6,5)<\/li>\n<li>Mahnung zum Entgelt f\u00fcr empfangenen Glaubensunterricht (6,6)<\/li>\n<li>Eschatologischer Ausblick mit Mahnung zur Helfenden Tag (6,7-10)<\/li>\n<li>Postskript (6,11-18)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Gal 6,1-10 kann auch als Entfaltung der Fr\u00fcchte des Geistes verstanden werden:<\/p>\n<ul>\n<li>Gal 6,1-5: Die Frucht der Sanftmut<\/li>\n<li>Gal 6,6-10: Die Frucht der G\u00fcte\/des Gutestuns<\/li>\n<\/ul>\n<p><u>Predigtgliederung:<\/u><\/p>\n<p>Bin ich etwas wert? Habe ich einen Grund, mich zu r\u00fchmen und stolz zu sein?<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li>Helft einander bei S\u00fcndenlast \u2013 im Bewusstsein, dass ihr selbst nichts seid! (Gefahr der Selbstt\u00e4uschung) (1-5)<\/li>\n<li>Werdet nicht m\u00fcde im Gutes tun durch den Geist \u2013 dann werdet ihr einen Wert zugesprochen bekommen! (6-9)<\/li>\n<li>Der einzige und wahre Grund stolz zu sein: Das Kreuz Christi (10-15+Schlusswort)<\/li>\n<\/ol>\n<p><u>Falls man nur einen Teil des Textes ausw\u00e4hlt:<\/u><\/p>\n<p>6,5-10: Was man s\u00e4t erntet man \u2013 gibt es endg\u00fcltige Gerechtigkeit? (kann stark evangelistisch ausgerichtet werden)<\/p>\n<p>Nach Krimmer<\/p>\n<p>5,26-6,5:<\/p>\n<ul>\n<li>Wir sind alle S\u00fcnder<\/li>\n<li>Doch einer ist f\u00fcr uns zur S\u00fcnde gemacht worden<\/li>\n<li>Darum gibt es f\u00fcr uns die Gemeinschaft der Begnadigten<\/li>\n<\/ul>\n<p>6,6-10:<\/p>\n<ul>\n<li>S\u00e4en geschieht im Weggeben<\/li>\n<li>S\u00e4en geschieht mit Blick auf die Ernte<\/li>\n<li>S\u00e4en geschieht in Taten der Liebe<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>3.4 Predigtveranschaulichungen \u2013 wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt einige m\u00f6gliche Illustrationen, die teilweise schon im Text angelegt sind. Hier sind sie nur kurz genannt, in einer Predigt kann man davon ausw\u00e4hlen und ausf\u00fchrlicher entfalten:<\/p>\n<p>Vers 1-5:<\/p>\n<ul>\n<li>Straucheln, Ausrutschen, Fehltritt<\/li>\n<li>Zurechtbringen: ein Glied wieder einrenken, das ausgerenkt ist<\/li>\n<li>Den Wagen wieder auf Gleise stellen (Ouweneel)<\/li>\n<li>Die Last des anderen tragen: Bei einer Wanderung, einer ist total KO, kann seinen schweren Rucksack nicht mehr tragen \u2013 die anderen teilen es sich auf<\/li>\n<li>Eintreten einer Gemeinschaftsst\u00f6rung: Das Licht geht aus, Stromausfall, und muss wieder verbunden werden (Ouweneel)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Vers 6-10:<\/p>\n<ul>\n<li>Nasenloch r\u00fcmpfen, erheben, herabblicken, sich selbst \u00fcber Gott stellen<\/li>\n<li>Vom S\u00e4en und Ernten<\/li>\n<li>\u201eWas man s\u00e4t das erntet man\u201c \u2013 ein verbreitetes Sprichwort: Stimmt das? Braucht es daf\u00fcr nicht einen gerechten Richter?<\/li>\n<li>Wie ein Bauer im Schwei\u00dfe des Angesichts arbeitet &#8211; sollen wir nicht ermatten, nicht m\u00fcde werden<\/li>\n<\/ul>\n<p>Vers 11-18:<\/p>\n<ul>\n<li>Hier k\u00f6nnen Illustrationen f\u00fcr die den Kreuzestod Jesu verwendet werden, zwei Beispiele hier:<\/li>\n<li>Hingabe: Ein andere stirbt f\u00fcr mich \u2013 darauf kann ich stolz sein, weil es zeigt, wie gro\u00df mein Wert ist<\/li>\n<li>Tausch: Ein totaler schlechter Tausch wird gemacht von zwei H\u00e4ndler, der eine bekommt etwas Gutes, der andere etwas Schlechtes. Am Kreuz noch st\u00e4rker: Uns wird Jesu Gerechtigkeit angerechnet, w\u00e4hrend unsere Schuld ihm angerechnet wird.<\/li>\n<\/ul>\n<p>(Samuel Koser)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigtthema: Glauben hei\u00dft, das Gesetz des Christus zu leben Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. 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