{"id":3698,"date":"2019-04-26T11:08:10","date_gmt":"2019-04-26T09:08:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=3698"},"modified":"2019-04-30T17:15:57","modified_gmt":"2019-04-30T15:15:57","slug":"predigthilfe-vom-19-mai-2019-galater-2-1-21","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-19-mai-2019-galater-2-1-21\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 19. Mai 2019 &#8211; Galater 2, 1-21"},"content":{"rendered":"<p><strong>Predigtthema: <\/strong>Glauben hei\u00dft, um die Freiheit ringen. Schnell verliert man die Freiheit des Evangeliums, daher aufgepasst!<\/p>\n<p>Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n<ol>\n<li><strong> Sehen, was dasteht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/\">www.bibleserver.com<\/a> (Luther 1984 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000 \/ Neue Genfer \u00dcbersetzung \/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n<p><strong>1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext<\/strong><\/p>\n<p>Mit Galater 2 befassen wir uns mit einem langen und viel diskutierten Text. Der Fokus der Predigt sollte dabei im Rahmen der Predigtreihe auf dem Verst\u00e4ndnis des Evangeliums und seiner Gef\u00e4hrdungen heute liegen.<\/p>\n<p>Drei gr\u00f6\u00dfere exegetische Herausforderungen begegnen uns in Galater 2:<\/p>\n<ol>\n<li>Handelt der Besuch in Gal 2,1 \u201enach 14 Jahren\u201c vom Apostelkonzil (Apg 15) oder vom sogenannten Hungersnot-Besuch zuvor (Apg 11,27-30)? Wenn es um das Apostelkonzil geht, wie sind die Unterschiede zu erkl\u00e4ren?<\/li>\n<li>Wie kann ein Apostel wie Petrus sich so grundlegend im Evangelium vertun \u2013 was sagt das \u00fcber die apostolische Autorit\u00e4t? Dieser Punkt ist heute nicht mehr so hei\u00df diskutiert, war aber in der fr\u00fchen Kirchengeschichte einer der umstrittensten Stellen.<\/li>\n<li>Worauf beziehen sich die \u201eWerke des Gesetzes\u201c bei Paulus konkret? Hier ist das Verh\u00e4ltnis zu Jakobus 2, der alttestamentliche \u201eRettungsweg\u201c sowie das Verst\u00e4ndnis im fr\u00fchen Judentum zu beachten.<\/li>\n<\/ol>\n<p>In der Predigt besteht die Gefahr, sich bei einem l\u00e4ngeren Abschnitt wie diesem zu stark in der Exegese zu verlieren. Trotz der notwendigen intensiven Vorarbeit in der Auslegung, ist der Schwerpunkt in der Predigt die \u00dcbertragung der Auslegungsergebnisse auf heute: Wo ist heute das Evangelium gef\u00e4hrdet? Was k\u00f6nnen wir im Umgang mit \u201efalschen Br\u00fcdern\u201c (2,4) oder irrenden echten Br\u00fcdern \u2013 wie Petrus \u2013 von Paulus lernen? Wo liegt der Kern des Evangeliums?<\/p>\n<p><strong>1.2 Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n<p>Hilfen zur Auslegung bieten z.B.<\/p>\n<p>*&nbsp;&nbsp; Mu\u00dfner, Franz, Der Galaterbrief (Herders), 1974: ausf\u00fchrliche Exegese und Diskussion &nbsp;&nbsp;&nbsp; der verschiedenen Sichtweisen<\/p>\n<p>* &nbsp; Krimmer, Heiko, Galater (Edition C), 2007: Auslegung und Anwendungsideen<\/p>\n<p>* &nbsp; Stott, John, Galatians.1998: Fragen zum Text und Anwendungsideen<\/p>\n<p><strong>1.3 Anmerkungen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n<p>V<em>ers 1:<\/em><\/p>\n<p>Um welchen Besuch geht es in Gal 2,1?<\/p>\n<p>Ich gehe davon aus, dass Paulus vom Apostelkonzil schreibt. Warum?<\/p>\n<ul>\n<li>Der Jerusalem-Besuch in Gal 1 entspricht Apg 9,26-29. Dieser war 3 Jahre nach der Bekehrung von Paulus (33\/34), also 36\/37 n. Chr.<\/li>\n<li>Zu ber\u00fccksichtigen ist, dass angefangene Tage\/Jahre in der damaligen Zeit meist als ganzes Jahr mitgez\u00e4hlt wurden (\u00e4hnlich wie bei Jesu Tod, der drei Tage tot war). Also 14 Jahre k\u00f6nnen auch 12-13 Jahre sein.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zwei M\u00f6glichkeiten gibt es nun:<\/p>\n<ul>\n<li>14 Jahre von dem ersten Jerusalem-Besuch aus w\u00fcrde ergeben, dass Paulus hier vom Apostelkonzil (49 n. Chr.) als zweiten Besuch spricht.<\/li>\n<li>14 Jahre von der Bekehrung des Paulus aus w\u00fcrde 46 n. Chr. ergeben, was zum Hungersnot-Besuch aus Apg 11,27-30 spricht.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Frage h\u00e4ngt eng mit den Einleitungsfragen zum Galaterbrief zusammen: Wurde der Galaterbrief noch vor dem Apostelkonzil geschrieben oder erst danach?<\/p>\n<p>Wenn man hier die \u201enordgalatische Landschaftshypothese\u201c vertritt, dass der Galaterbrief an die ganze Landschaft Galatien (im Norden der heutigen T\u00fcrkei) geschrieben wurde, die Paulus erst auf der zweiten Missionsreise durchreist (Apg 16,6; 18,23), dann kann der Galaterbrief erst nach dem Apostelkonzil entstanden sein und somit geht es hier (vermutlich) um das Apostelkonzil.<\/p>\n<p>Wenn man die \u201es\u00fcdgalatische Provinzhypothese\u201c vertritt, dass der Galaterbrief an die r\u00f6mische Provinz Galatien gerichtet ist (im s\u00fcdlichen T\u00fcrkei), wo Paulus schon auf der ersten Missionsreise Gemeinden gr\u00fcndete (Apg 13-14), dann k\u00f6nnte der Galaterbrief entweder vor oder nach dem Apostelkonzil geschrieben worden sein.<\/p>\n<p>Aus drei Gr\u00fcnden halte ich zweitere L\u00f6sung f\u00fcr stimmiger: <em>(ausf\u00fchrliche Diskussion und Nennung der Argumente f\u00fcr beide Seiten bei Carson\/Moo, Einleitung in das Neue Testament, 557ff)<\/em><\/p>\n<ol>\n<li>Wir wissen, dass Paulus in der Provinz Galatien Gemeinden gr\u00fcndete (Apg 13-14), von Gemeindegr\u00fcndungen in der Landschaft Galatien hingegen ist nichts berichtet.<\/li>\n<li>Nach Gal 4,13 war Paulus krank, als er in Galatien war (\u201eSchwachheit des Fleisches\u201c), wo sich nur schwer vorstellen l\u00e4sst, dass er in dieser Verfassung durch die bergige Landschaft im Norden zog.<\/li>\n<li>An drei Stellen im Galaterbrief wird Barnabas erw\u00e4hnt (2,1.9.13). Es scheint, dass die Galater Barnabas kannten. Dieser begleitete Paulus aber nur auf der 1. Missionsreise, weil sie sich danach trennten (Apg 13,2; 15,37ff).<\/li>\n<\/ol>\n<p>In diesem Fall bestehen immer noch beide M\u00f6glichkeiten, auf welche Jerusalem-Reise sich Paulus bezieht. Der Brief kann vor oder nach dem Apostelkonzil an die Provinz Galatien geschrieben worden sein.<\/p>\n<p>Ich gehe davon aus, dass Paulus hier vom Apostelkonzil (Apg 15) berichtet, also den Brief erst danach geschrieben hat. Folgende drei Gr\u00fcnde sehe ich:<em> (f\u00fcr ausf\u00fchrliche Diskussion siehe Carson\/Moo, Einleitung in das Neue Testament, 561ff)<\/em><\/p>\n<ol>\n<li>Die gro\u00dfe \u00c4hnlichkeit von R\u00f6mer- und Galaterbrief legt nahe, dass sie zur \u00e4hnlichen Zeit geschrieben wurden. Der R\u00f6merbrief wurde eindeutig erst nach dem Apostelkonzil geschrieben.<\/li>\n<li>Gal 2 weist einige Parallelen zu Apg 15 auf: Beides Mal wird von den \u201eAngesehen\u201c gesprochen. Beides Mal geht es darum, dass Paulus das Evangelium vorlegt. Und beides Mal taucht die Formulierung auf: Nichts anderes wurde mir auferlegt.<\/li>\n<li>Die Hauptanfrage, ob es nicht eine L\u00fcge sei, wenn Paulus einen Besuch verheimlicht, leuchtet mir nicht ein. Denn der Bericht vom Hungersnot-Besuch in Jerusalem in Apg 11,27-30 wird dort sehr knapp geschildert. Es ist gut m\u00f6glich, dass Paulus nur sehr kurz dort war und sich nicht mit den Gemeindeleitern unterhalten hat. Wenn Gal 2 sich auf Apg 11 beziehen w\u00fcrde, w\u00fcrde sich auch die Frage auftun: Warum berichtet Lukas dort nichts von den Diskussionen und dem gemeinsamen Ergebnis zur Verk\u00fcndigung des Evangeliums?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Auf die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem Bericht vom Apostelkonzil in Apg 15 und Gal 2 gehe ich hier nicht n\u00e4her ein. Eine gute Darstellung in tabellarischer \u00dcbersicht findet sich bei Mu\u00dfner, Galater, 129.<\/p>\n<p>Paulus war kein Einzelk\u00e4mpfer in seinem Dienst, sondern immer von Mitarbeitern umgeben. So nahm er auch auf diese Reise Barnabas und Titus mit. Es wird allerdings mit einer besonderen Formulierung erw\u00e4hnt, dass Paulus auch Titus mitnahm. Hier deutet Paulus schon an: Ich habe ganz bewusst einen unbeschnittenen Heidenchristen wie Titus mitgenommen, um zu sehen, wie die Jerusalemer Gemeinde daraufhin reagiert.<\/p>\n<p>Das Argument von Paulus ist im Kontext von Gal 1 wie folgt: Ich habe die gute Botschaft unabh\u00e4ngig von den anderen Aposteln erhalten, erst nach 17 Jahren bin ich dorthin gegangen, um mich mit ihnen abzustimmen. Und dort haben sogar die anderen Apostel meinen Dienst best\u00e4tigt.<\/p>\n<p><em>Vers 2:<\/em><\/p>\n<p>\u00dcber die Offenbarung, die Paulus bekommen hat, wissen wir nichts N\u00e4heres. In Apg 15,2 hei\u00dft es, dass ihn die Gemeinde gesandt hat. Aber die Sendung durch eine Offenbarung Gottes und durch die Gemeinde widerspricht sich nicht, sondern kann zusammengekommen sein.<\/p>\n<p>Angesehene der Gemeinde: Die \u00c4ltesten und Apostel der Gemeinde (Apg 15,6), auf jeden Fall Jakobus, Petrus und Johannes (Gal 2,9).<\/p>\n<p>Vergeblich: K\u00f6nnte bedeuten, dass Paulus sich ein bisschen unsicher war und sich deswegen eine Best\u00e4tigung der anderen erhofft hat. Ich tendiere eher zu dem Verst\u00e4ndnis, dass Paulus sich in seinem Evangelium durchaus sicher war, da er zuvor argumentiert, dass er dieses direkt von Gott erhalten hat. Die falschen Br\u00fcder bedrohten jedoch die Auswirkungen des Evangeliums und brachten Menschen vom rechten Weg ab, was Paulus durch die Best\u00e4tigung der anderen Apostel verhindern wollte.<\/p>\n<p>Wenn Paulus das Evangelium vorlegt, ist dies nicht als Unsichersein zu verstehen. Paulus war sich sicher, dass das Evangelium richtig ist. Deswegen hei\u00dft es auch im Pr\u00e4sens: \u201edas ich predige\u201c. Paulus hat es schon gepredigt, predigt es noch und wird es auch weiter predigen. Aber er ist davon \u00fcberzeugt, dass die anderen Apostel ihm zustimmen werden und bespricht es deshalb mit ihnen.<\/p>\n<p><em>Vers 3:<\/em><\/p>\n<p>Paulus hatte extra Titus als Heidenchristen mitgebracht. Nachdem die Gemeindeleiter in Jerusalem ihn nicht zwangen, sich beschneiden zu lassen, wurde schon deutlich: Sie best\u00e4tigen das Evangelium von Paulus, es braucht die Beschneidung nicht, um ein Bruder zu sein. Die Beschneidung als ein Werk des Gesetzes ist nicht notwendig. An anderer Stelle wurde Timotheus beschnitten (Apg 16,3), um den Juden nicht unn\u00f6tiger Ansto\u00df zu sein. Aber bei Titus ging es nun um eine Verdrehung des Evangeliums, um die Frage, ob man beschnitten sein muss, um gerettet zu sein. Hier war die gr\u00f6\u00dfte Deutlichkeit gefordert (Gal 2,5) und keine Anpassung m\u00f6glich.<\/p>\n<p><em>Vers 4:<\/em><\/p>\n<p>Falsche Br\u00fcder: Bruder wird man von Geburt an und man kann sich nicht selbst zum Bruder ernennen, was diese falschen Br\u00fcder versuchten. Diese Judaisten, die sich selbst vermutlich f\u00fcr Christen hielten, hatten sich in die Gemeinde eingeschlichen, um genau auf Fehler zu \u00fcberpr\u00fcfen. \u201eDie Freiheit auskundschaften\u201c ist hier nicht so zu verstehen, dass sie erst herausfinden mussten, wie die Christen eigentlich lebten \u2013 dazu h\u00e4tten sie nicht Teil der Gemeinde werden m\u00fcssen. Vielmehr versuchten die falschen Br\u00fcder durch eine ihnen nicht gegeben Pr\u00fcffunktion jede Kleinigkeit aufzufinden, wo die Christen sich nicht an das j\u00fcdische Gesetz hielten. Die Christen waren von allen Zeremonialgesetzen (hier im Kontext vor allem Beschneidung 5,1ff und Speisegebote 2,11ff) befreit und mussten sich nicht durch Einhalten von Geboten selbst rechtfertigen. Diese Freiheit wollten die falschen Br\u00fcder zerst\u00f6ren. Sie forderten von den Christen das Einhalten von Zeremonialgesetzen, dass alle j\u00fcdischen Gebote noch befolgt werden m\u00fcssten, um errettet zu werden.<\/p>\n<p><em>Vers 5:<\/em><\/p>\n<p>Paulus ist ganz klar: Wenn es um die gute Botschaft in Christus geht, ist kein taktisches Zur\u00fcckweichen, kein Kompromiss, keine Nachgiebigkeit m\u00f6glich. \u201eAuch nicht eine Stunde\u201c darf nachgegeben werden, bei Verdrehung der guten Botschaft muss sofort Widerstand geleistet werden.<\/p>\n<p>Die \u201eWahrheit des Evangeliums\u201c soll bestehen bleiben. In erster Linie geht es hier um die Beschneidung: Wer fordert, dass der Heidenchrist sich an die j\u00fcdischen Gebote h\u00e4lt, der verdreht das Evangelium. Paulus beschwert sich hier nicht \u00fcber eine nicht 100%-korrekte Formulierung oder Lehre des Evangeliums, sondern die Lebensgestaltung und praktischen Forderungen der falschen Br\u00fcder widersprechen der guten Botschaft in Christus.<\/p>\n<p><em>Vers 6:<\/em><\/p>\n<p>Dieser Einschub ist nicht ganz leicht zu verstehen. Ein m\u00f6gliches Verst\u00e4ndnis des Satzes w\u00e4re: Was immer die Angesehenen in Vergangenheit waren \u2013 jetzt sind sie von Gott eingesetzt und ich nehme ernst, was sie mir sagen und auferlegen, aber sie haben mir nichts auferlegt. Eine zweite M\u00f6glichkeit w\u00e4re eher gegenteilig, dass Paulus diesen Satz sehr kritisch gegen die, die angesehen werden, sagt: Ihr seid Angesehene und tut so, als h\u00e4ttet ihr das Sagen, aber vor Gott sind doch alle gleich. Dies k\u00f6nnte sogar so zu verstehen sein: Ihr seht diese Leute an, deswegen bespreche ich mich um euretwillen mit ihnen, aber eigentlich sind vor Gott alle gleich und ich h\u00e4tte es nicht notwendig.<\/p>\n<p>Da Paulus sowohl die Gemeindeleiter durchaus respektiert und die Funktion von Aposteln anerkennt (2,8; Apg 15), da er sich aber andererseits in seinem Evangelium sicher ist und er nicht wirklich bereit ist, sich von den anderen korrigieren zu lassen in diesem Punkt (Gal 1,6ff), tendiere ich zu drittem m\u00f6glichen Verst\u00e4ndnis: Paulus m\u00f6chte sagen: Obwohl ihr vielleicht schon l\u00e4nger dabei seid als ich und schon mehr erlebt habt, geltet ihr vor Gott nicht mehr als ich.<\/p>\n<p>Trotzdem scheint er ihren Ratschlag ernst zu nehmen. Sie handeln aber, wie er erwartet hat, dass sie ihm nichts weiter auferlegen.<\/p>\n<p>Wie passt dieser Satz dazu, wenn doch gleichzeitig in 2,10 scheinbar finanzielle Unterst\u00fctzung auferlegt wird und in Apg 15, 29 sogar gefordert wird, dass Heidenchristen sich vom G\u00f6tzenopferfleisch, Blut, Ersticktem und Unzucht enthalten sollen?<\/p>\n<p>In 2,10 geht es eindeutig nicht um eine Hinzuf\u00fcgung zum Evangelium \u2013 die Hilfe f\u00fcr Arme ist zwar etwas Gutes und wird gefordert, wird aber auf keinen Fall mit dem Evangelium oder der Errettung verkn\u00fcpft.<\/p>\n<p>In Apg 15,28 hei\u00dft es: \u201eDenn es gef\u00e4llt dem Heiligen Geist und uns, euch weiter keine Last aufzuerlegen, als nur diese notwendigen Dinge.\u201c Dies ist meiner Meinung nach am besten mit Krimmer zu verstehen: Es geht nicht darum, dass die Heidenchristen Juden werden m\u00fcssen oder die Einhaltung der Gesetze notwendig w\u00e4re f\u00fcr die Errettung. Sondern die notwendigen Punkte im Apostelkonzil sind als selbstverst\u00e4ndlich f\u00fcr Christen anzusehen, da sie dem Doppelgebot der Liebe entsprechen. G\u00f6tzenopferfleisch und sexuelle Unmoral bestimmten den G\u00f6tzenkult damals, von dem die Christen sich klar abgrenzen und nur Gott lieben sollen. Der Verzicht auf Blut und Ersticktes ist im Beisammensein mit den Juden ein Ausdruck der N\u00e4chstenliebe. (Vgl. Krimmer, Galater, 57.)<\/p>\n<p>Paulus erw\u00e4hnt diese Punkte vom Apostelkonzil nicht mehr, weil die N\u00e4chstenliebe selbstverst\u00e4ndlich ist f\u00fcr Christen und weil in Bezug auf die Fragen der Beschneidung und&nbsp; nach dem wahren Evangelium, um die es bei den Galatern geht, nichts zus\u00e4tzlich auferlegt wurde. [Zu dieser Frage gibt es eine Vielzahl anderer Auslegungen, die hier aber nicht g\u00e4nzlich aufgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen.]<\/p>\n<p><em>Vers 7:<\/em><\/p>\n<p>Paulus wurde mit dem Evangelium f\u00fcr die Heiden im Besonderen anvertraut, Petrus mit dem f\u00fcr die Juden.<\/p>\n<p>Zwei Missverst\u00e4ndnisse k\u00f6nnten hier entstehen: 1. Hei\u00dft dies auf keinen Fall, dass f\u00fcr die Heiden ein anderes Evangelium galt als f\u00fcr die Juden. Das zeigt sich, wenn in 2,8 vom Apostelamt die Rede ist, mit dem beide gleicherma\u00dfen betraut wurden. Au\u00dferdem k\u00f6nnte sonst Paulus Petrus nicht zurechtweisen, was er in 2,11ff tut. 2. Hei\u00dft dies nicht, dass Paulus nur den Heiden und Petrus nur den Juden von Jesus erz\u00e4hlt habe. Wir lesen gerade Gegenteiliges aus Berichten \u2013 in vielen St\u00e4dten waren Juden und Nichtjuden einfach vermischt. Nur der Schwerpunkt lag jeweils auf diesen Gruppen.<\/p>\n<p><em>Vers 8:<\/em><\/p>\n<p>Derjenige, der wirkt, dass Paulus bei den Nichtjuden so gro\u00dfen Erfolg hatte, w\u00e4hrend Petrus unter den Juden vieles bewirken konnte, ist ganz klar Gott. Er ist der Wirkende, er ist es, der den beiden ihr Apostelamt verliehen hat. Von Aposteln ist im Neuen Testament manchmal im engeren Sinn die Rede, wenn es nur um die zw\u00f6lf Apostel und ihr Apostelamt geht. Teilweise wurde der Begriff aber auch erweitert, wenn es allgemein um spezielle Berufungen im Dienst geht (so verstehe ich den Apostelbegriff in den Gabnelisten, z.B. Eph 4,11). Hier in Gal wird der Begriff Aposteldienst nicht zwingend auf den engen Kreis der zw\u00f6lf Apostel bezogen, sondern der Schwerpunkt liegt auf der Berufung: Gott hat mich und Petrus zu diesem unterschiedlichen Dienst berufen, er ist der Handelnde durch uns.<\/p>\n<p><em>Vers 9: <\/em><\/p>\n<p>Jakobus, Petrus und Johannes erkannten die Gnade, die Paulus gegeben war.<\/p>\n<p>Vielleicht erkannten sie diese an dem Erfolg, den Paulus hatte \u2013 sie merkten, dass Gott am Wirken war. Vielleicht zeigte es ihnen der Heilige Geist auch im Umgang mit Paulus und durch seine Lebensweise.<\/p>\n<p>Sie waren sich auf jeden Fall sicher: Paulus hat diesen Auftrag von Gott bekommen. Deswegen reichten sie Paulus und Barnabas die \u201eRechte der Gemeinschaft\u201c. Hier geht es wahrscheinlich einfach darum, dass sie ihnen die rechte Hand gaben, was als Vertragsschluss, Zeichen der Einwilligung zu verstehen ist: Wir best\u00e4tigen: Ihr sollt dieses Evangelium den Nichtjuden verk\u00fcndigen!<\/p>\n<p>Jakobus, Petrus, Johannes: Sie werden von Paulus als S\u00e4ulen bezeichnet, sie waren diejenigen, auf denen das Haus, die Gemeinde, stand. Spannend ist, dass Petrus an die zweite Stelle rutscht, w\u00e4hrend Jakobus, der wohl eine zentrale Stelle in der Gemeinde von Jerusalem hatte, zuerst genannt wird. M\u00f6glicherweise m\u00f6chte Paulus betonen: Auch Jakobus stimmte dem zu \u2013 obwohl es in 2,12 hei\u00dft, dass einige von Jakobus kamen, die Petrus vom klaren Weg des Evangeliums abbrachten.<\/p>\n<p><em>Vers 10:<\/em><\/p>\n<p>Einen Auftrag bekam Paulus allerdings: Der Armen zu gedenken. Aus dem Text geht zwar nicht klar hervor, wer die Armen sind. Aber aus dem Handeln von Paulus, der in vielen Gemeinden Kollekte f\u00fcr die Jerusalemer Gemeinde sammelt (R\u00f6mer 15,26ff; 1Kor 16,1-3), wird klar: Es geht um die Armen in Jerusalem, die teilweise unter der Verfolgung der Juden Not leiden.<\/p>\n<p><em>Vers 11:<\/em><\/p>\n<p>Petrus kam nach Antiochien. Wahrscheinlich fand diese Begebenheit direkt nach dem Apostelkonzil statt, als Paulus und Barnabas noch gemeinsam in Antiochien waren (Apg 15,35). Denn direkt nach dem gemeinsamen Dienst in Antiochien trennten sich Paulus und Barnabas dann. Wir finden keine n\u00e4heren Hinweise, warum Petrus nach Antiochien ging.<\/p>\n<p>Einige Fragen waren aber beim Apostelkonzil offen geblieben, die sich nun in dieser Streitfrage in Antiochien stellten: F\u00fcr Heidenchristen war das Verh\u00e4ltnis zum Gesetz geregelt. Aber welche Stellung hatte das Gesetz f\u00fcr Judenchristen? Und wie funktioniert das Beisammensein in einer gemischten Gemeinde wie Antiochien?<\/p>\n<p>Dort in Antiochien \u201ewiderstand Paulus ihm ins Angesicht\u201c. Damit ist vermutlich gemeint, dass er ihn direkt und \u00f6ffentlich zurechtwies, weil er Unrecht, eine Schuld, auf sich geladen hatte. Was diese Schuld genau war, wird in den folgenden Versen erl\u00e4utert.<\/p>\n<p><em>Vers 12:<\/em><\/p>\n<p>Warum hatten einige Juden ein Problem damit, mit Heiden zu essen?<\/p>\n<p>F\u00fcr Juden war es nicht \u00fcblich, mit unreinen Heiden zusammen unreines Essen zu essen (vgl. Hes 4,13; Apg 11,3). Die Speise der Nichtjuden wurde vermutlich falsch zubereitet (Ex 23,19), stammte von unreinen Tieren (Lev 11) oder war sogar im Zusammenhang mit G\u00f6tzenopfer entstanden (1Kor 10,28f).<\/p>\n<p>In der Kornelius-Geschichte (Apg 10) war Petrus schon eines Besseren belehrt worden: Auch die Heiden kehrten um und empfingen den Heiligen Geist, ohne davor das ganze j\u00fcdische Gesetz einzuhalten. Deswegen und aufgrund des Apostelkonzils war es f\u00fcr Petrus m\u00f6glich, mit den Nichtjuden gemeinsam zu essen. Es kann gut sein, dass bei den Galatern ebenso wie in Korinth das Abendmahl im Rahmen einer Mahlzeit eingenommen wurde \u2013 so w\u00fcrde die aufgehobene Tischgemeinschaft gleichzeitig f\u00fcr ein nicht mehr gemeinsames Abendmahl stehen!<\/p>\n<p>Wer waren die Leute von Jakobus und warum f\u00fcrchtete Petrus sie?<\/p>\n<p>Im Text wird nicht ganz klar: Waren die Leute direkt von Jakobus gesandt, um es zu \u00fcberpr\u00fcfen? Oder beriefen sie sich auf Jakobus, kamen einfach aus Jerusalem, ohne dass sie direkt die Meinung von Jakobus vertraten? Die Furcht von Petrus vor ihnen w\u00fcrde sich im ersten Fall besser erkl\u00e4ren lassen. Da Jakobus aber beim Apostelkonzil ziemlich klar f\u00fcr die Heidenmission Position bezieht, tendiere ich eher zu Zweiterem: Sie kamen aus Jerusalem, waren aber nicht im Auftrag von Jakobus dort.<\/p>\n<p>Petrus f\u00fcrchtete die Juden so, dass er deswegen die Tischgemeinschaft mit den Nichtjuden beendete. Hier zeigt sich wieder die Menschenfurcht und Feigheit, die sich auch schon bei der Verleugnung Jesu in den Evangelien zeigte.<\/p>\n<p><em>Vers 13:<\/em><\/p>\n<p>Alle anderen Juden und selbst Barnabas machten es Petrus nach, da sie ihn als Leiter anerkannten. Barnabas wird hier extra erw\u00e4hnt, da dies Paulus vermutlich besonders getroffen hat: Sein enger Mitarbeiter l\u00e4sst sich von Petrus verf\u00fchren.<\/p>\n<p>Petrus wird hier der Heuchelei bezeichnet: Er hat eine Inkonsequenz in seinem Handeln, stellt etwas zur Schau, was nicht Wirklichkeit ist. Das Heucheln ist der erste Punkt, den Paulus Petrus vorwarf, noch viel schlimmer ist aber der Vorwurf in Vers 14 dann.<\/p>\n<p><em>Vers 14:<\/em><\/p>\n<p>Paulus wei\u00dft Petrus \u00f6ffentlich zurecht. Da die Schuld \u00f6ffentlich geschah und Auswirkungen hatte, war die Zurechtweisung vor allen der einzig m\u00f6gliche Schritt. Paulus handelt hier nach 1Tim 5,20: S\u00fcnder sollen \u00f6ffentlich zurechtgewiesen werden \u2013 manchmal ist es nicht gut, aus scheinbarer Liebe Dinge \u201ehintenrum\u201c zu kl\u00e4ren und damit die Streitpunkte nicht klar anzusprechen.<\/p>\n<p>Der entscheidende Vorwurf von Paulus ist nun: Du gehst nicht den geraden Weg, du gehst einen unm\u00f6glichen Umweg zur Errettung, du verdunkelst das Evangelium! Petrus selbst lebte eigentlich schon heidnisch und hielt sich nicht mehr strikt an die j\u00fcdischen Gebote, die in Jesus erf\u00fcllt waren.<\/p>\n<p>Wie zwingt Petrus die Heiden, j\u00fcdisch zu leben?<\/p>\n<p>Indem er nun nicht mehr mit den Heiden zusammen isst, bringt er zum Ausdruck: Ihr seid keine reinen Geschwister im Herrn. (Vermutlich war selbst das Abendmahl nicht mehr gemeinsam m\u00f6glich.) Damit vermittelt er den Nichtjuden: Wenn ihr weiter unsere Geschwister sein wollt, wirklich dazugeh\u00f6ren wollt, dann m\u00fcsst ihr doch alle j\u00fcdischen&nbsp; (Zeremonial-)Gesetze einhalten! Dadurch verf\u00e4lscht Petrus das Evangelium und fordert von den Geschwistern mehr, als sie leisten k\u00f6nnen und m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Wie kann sich ein Apostel wie Petrus in der Lehre des Evangeliums so irren?<\/p>\n<p>Diese Frage wurde in den ersten Jahrhunderten der Kirchengeschichte vielf\u00e4ltig diskutiert (nach Mu\u00dfner, Galater, 146ff dargestellt, dort ausf\u00fchrlich nachzulesen). Die Kirchenv\u00e4ter vertraten teilweise seltsame Auslegungen zu diesem Abschnitt. Klemens v. Alexandrien schreibt, dass es sich hier nicht um den Apostel Petrus, sondern um einen anderen Petrus handeln muss. Tertullian meinte, dass Paulus noch ein Eiferer als Neubekehrter war, und eigentlich Paulus falsch lag, was er sp\u00e4ter in 1Kor 9,20 eingesehen habe. Andere sagten wiederum, Petrus habe sich nicht in der Lehre, sondern nur in seinem Verhalten geirrt. \u201eSo lehrreich und interessant die Auslegungsgeschichte von Gal 2,11ff auch ist, so sollte die Folgerung aus ihr die sein, die Paulus selbst aus allem Streit mit seinen Gegnern gezogen hat: \u00dcber allen Personen, wer immer sie auch seien, steht das Evangelium Christi, denn Gott schaut nicht auf das Ansehen der Person (Gal 2,6).\u201c (Mu\u00dfner, Galater, 166)<\/p>\n<p><em>Vers 15:<\/em><\/p>\n<p>In Vers 15 beginnt Paulus nun die theologische Erkl\u00e4rung des Evangeliums mit einer Einleitung: Selbst Petrus und Paulus, die von Geburt an Juden waren und versuchten, nach dem Gesetz zu leben, haben nun erkannt: Wir sind durch den Glauben an Jesus Christus gerechtfertigt!<\/p>\n<p>Paulus kann die Nationen mit S\u00fcndern gleichsetzen, weil sie nicht wie die Juden von klein auf im Gesetz unterwiesen waren und sie deswegen nicht nach den Ma\u00dfst\u00e4ben Gottes leben konnten.<\/p>\n<p><em>Vers 16:<\/em><\/p>\n<p>In diesem Vers legt Paulus nun die Grundlage des Evangeliums dar: Nicht durch Gesetzeswerke, sondern allein durch den Glauben an Jesus werden wir gerechtfertigt!<\/p>\n<p>Was sind \u201eWerke des Gesetzes\u201c?<\/p>\n<ul>\n<li>Hier im direkten Kontext scheint es in erster Linie um die Speisevorschriften zu gehen.<\/li>\n<li>Im Galaterbrief z\u00e4hlt auch die Beschneidung klar zu den Werken des Gesetzes (Gal 5,1ff).<\/li>\n<li>In Gal 3,2.5.10 taucht Werke des Gesetzes wieder auf. Galater 3,10ff geht auch auf den Ausblick des ganzen Gesetzes ein: Niemand wird durchs Einhalten des Gesetzes gerecht.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Es geht hier im Kontext also in erster Linie um die Zeremonialgesetze des Judentums, die der Nichtjude nicht einhalten muss, um errettet zu werden. Paulus gibt aber einen Ausblick, dass auch das Einhalten des Gesetzes als Ganzes nicht rechtfertigen kann.<\/p>\n<p>Die Neue-Paulus-Perspektive (NPP) hat versucht, aufzuzeigen, dass es Paulus bei Werken des Gesetzes nur um die Zeremonialgesetze geht, die als Markierungen des Bundes zwischen Gott und Juden f\u00fcr Heiden nicht mehr relevant sind. Sanders hat in seiner Studie zum Fr\u00fchjudentum aufgezeigt, dass der Bundesnomismus, die Errettung durch den Bund mit Gott, im Fr\u00fchjudentum stark verbreitet war und es nicht allen Juden darum ging, durch Einhalten der moralischen Gebote gerechtfertigt zu werden. Seine These und die These mancher, die die \u201eNPP\u201c vertreten, ist: Kein Jude wollte aus seinen Taten gerechtfertigt werden, deswegen geht es bei Paulus nur um die Zeremonialgesetze, die die heidnischen Christen nicht einhalten mussten. Diese These l\u00e4sst sich leicht widerlegen, da das Verst\u00e4ndnis im Fr\u00fchjudentum genauso vielf\u00e4ltig war wie zu jeder Zeit. Beispielsweise Lukas 18,11, Mt 19,16ff oder 4Esra 3,34f zeigen, dass Juden teilweise versuchten, sich allein durch Einhalten der Gebote zu erretten. (Ausf\u00fchrliche Diskussion der NPP bei Caron\/Moo, Einleitung, 453ff).<\/p>\n<p>Eine andere Frage ist, inwieweit die damaligen Juden, die sich allein durch Einhalten der Gesetze rechtfertigen wollten, das Alte Testament richtig verstanden haben. Hier hat die NPP gut aufgezeigt und festgestellt: Auch im Alten Testament und im Verst\u00e4ndnis vieler Juden bis heute, wird man nicht einfach durch Werke und Einhalten von Gesetzen gerettet. Zum einen geht der Bundesschluss Gottes mit Israel als Gnadenakt allen Gesetzen voraus. Zum anderen gibt es viele Opfergesetze, die bei \u00dcbertreten von Gesetzen Gnade erm\u00f6glichen. Schon im Alten Testament spielt die Gnade Gottes und der Glaube an ihn eine entscheidende Rolle, wie sich beispielsweise bei David oder in Hab 2,4 zeigt.<\/p>\n<p>Paulus stellt klar: Egal ob Nichtjude oder Jude, die gute Nachricht ist: Wer in Gemeinschaft mit Gott lebt, an ihn glaubt und ihm vertraut, er ist errettet. Das Einhalten der j\u00fcdischen Zeremonialgesetze ist daf\u00fcr nicht notwendig! Auch ein perfektes Leben nach Gottes moralischen Geboten ist daf\u00fcr nicht notwendig! Gal 5,22 und Jakobus 2 machen aber deutlich: Wer einen lebendigen Glauben hat und mit dem Heiligen Geist erf\u00fcllt hat, wer wirklich mit Jesus lebt, in dessen Leben werden sich Auswirkungen zeigen. Insofern ist das Leben und Handeln nicht v\u00f6llig irrelevant in Bezug auf das Heil.<\/p>\n<p>Keiner ist gerecht durch seine Werke: Hier zitiert Paulus Ps 143,2, wo schon David klarstellt: Niemand wird vor Gott gerecht durch Werke. Aus dem Grund gab es auch schon im Alten Testament Opfer, das Vers\u00f6hnungsfest und Gnade Gottes, da aus guten Taten allein niemand gerecht vor Gott dastehen kann. Die Gnade Gottes, die auch schon im Alten Bund zugesagt war, konnte dann aber nur durch den stellvertretenden S\u00fchnetod Jesu im Neuen Bund wirksam sein.<\/p>\n<p><em>Vers 17:<\/em><\/p>\n<p>Ist die Schlussfolgerung, dass Jesus ein S\u00fcndendiener w\u00e4re, logisch?<\/p>\n<p>Wenn Petrus und die anderen Judenchristen in Antiochien nun die Gemeinschaft mit den Heiden aufgeben \u2013 tun sie so, als h\u00e4tten sie davor eine S\u00fcnde begangen, als m\u00fcssten die Speisevorschriften und Reinheitsgebote noch eingehalten werden. Wenn das stimmt, dann w\u00e4re Jesus selbst aber ein Diener der S\u00fcnde: Denn er hat uns von diesen Zeremonialgesetzen befreit und gesagt, dass sie keine Rolle mehr spielen. Er hat sogar selbst mit Z\u00f6llnern und S\u00fcndern gegessen! Paulus sagt also: Wenn ihr so tut, als w\u00e4rt ihr den falschen Weg gegangen, wenn alle j\u00fcdischen Gesetze befolgt werden m\u00fcssen, dann w\u00e4re Jesus selbst den falschen Weg gegangen. Das kann also auf keinen Fall sein!<\/p>\n<p><em>Vers 18:<\/em><\/p>\n<p>Worum geht es hier, was wurde niedergerissen?<\/p>\n<p>Ich denke, dass Paulus hier von der Mauer, dem Zaun zwischen Juden und Nichtjuden redet. Diesen Zaun hat Jesus niedergerissen (Eph 2,14) \u2013 und dies Petrus, Paulus und anderen kundgetan. Das \u201eich\u201c bezieht Paulus auch auf Petrus: Du hast den Zaun doch selbst niedergerissen, wenn du ihn nun wieder aufbaust, w\u00fcrdest du dich selbst als \u00dcbertreter hinstellen.<\/p>\n<p><em>Vers 19:<\/em><\/p>\n<p>Wie kann man durchs Gesetz dem Gesetz sterben?<\/p>\n<p>Paulus f\u00fchrt nun aus: Wir sind doch dem Gesetz gestorben, also ergibt es keinen Sinn, es wieder aufzubauen. Interessant ist: Es hei\u00dft nicht: Durch die Taufe, durch den Glauben, sind wir dem Gesetz gestorben. Sondern durchs Gesetz. In R\u00f6m 7,1-6 f\u00fchrt Paulus das n\u00e4her aus: Das Gesetz hat uns den Tod gebracht. Es hat uns letztlich hingerichtet und gezeigt, dass alle Menschen auf die Gnade angewiesen sind. Das Gesetz legte den Juden Leben und Tod vor (Dtn 30,15.19). Und Paulus sagt: Ich w\u00e4hle den Tod, den Tod mit Jesus Christus am Kreuz, denn ich kann nie alle Gesetze einhalten. So sterben wir als Christen mit Jesus durch das Gesetz, das uns verurteilt. Dies wird in der Taufe deutlich (R\u00f6m 6). Nach diesem Tod hat das Gesetz keinen Anspruch mehr auf uns, wir m\u00fcssen also nicht mehr versuchen, uns durch Einhaltung aller Gesetze zu rechtfertigen. Nur dadurch k\u00f6nnen wir mit Gott leben.<\/p>\n<p><em>Vers 20:<\/em><\/p>\n<p>Ab nun lebe nicht mehr ich, sondern Christus in mir. Paulus zeigt hier die Spannung auf: Als Christen leben wir noch im Fleisch, in dem verfallenden K\u00f6rper. Gleichzeitig haben wir schon eine Christusexistenz, Jesus lebt in uns, und diese leben wir im Glauben. Unser wahres Leben ist schon verborgen in Christus (Kol 3,3).<\/p>\n<p>Am Ende von Vers 20 bringt Paulus das Evangelium nochmal auf den Punkt: Jesus hat uns so geliebt, dass er sich selbst f\u00fcr uns hingegeben hat. Hingabe ist ein gutes Bild, dass die Erl\u00f6sungstat Jesu verdeutlicht und gut anhand von Beispielgeschichten menschlicher Hingabe verdeutlicht werden kann. Menschen geben sich manchmal f\u00fcr andere hin, opfern sich f\u00fcr andere: Wie viel gr\u00f6\u00dfer ist die Hingabe Jesu f\u00fcr uns alle am Kreuz, der nicht nur f\u00fcr uns gestorben, sondern alle unsere Schuld, Strafe und Krankheit getragen hat!<\/p>\n<p><em>Vers 21:<\/em><\/p>\n<p>Paulus verwirft die Gnade Gottes nicht \u2013 hat Petrus das durch sein Handeln schon?<\/p>\n<p>Petrus hat auf jeden Fall vermittelt: Ihr m\u00fcsst die Zeremonialgesetze einhalten, um errettet zu werden und damit die Gnade Gottes verk\u00fcrzt.<\/p>\n<p>Wenn die Gerechtigkeit durchs Gesetz kommt, w\u00e4re Jesus umsonst gestorben. Das hei\u00dft nicht, dass im Alten Bund niemand gerettet wurde. Auch dort gab es die Gnade Gottes, die durch die Opfer zugesagt wurde. Allerdings macht Gott immer wieder deutlich: Wirkliche Vergebung ist erst durch seinen Sohn Jesus Christus m\u00f6glich und noch nicht durch die Opfer, die nur ein Vorausblick daf\u00fcr sind (z.B. Ps 40,7).<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> Verstehen, worum es geht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>2.1 Hinweise f\u00fcr hermeneutische \u00dcberlegungen (Auslegung)<\/strong><\/p>\n<p>Der Text behandelt in erster Linie das Evangelium des Neuen Bundes und seine Bedrohungen zur damaligen Zeit. Dies l\u00e4sst sich gro\u00dfteils direkt auf heute \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Der Unterschied der damaligen zur heutigen Gemeinde ist, dass es eine Mischgemeinde aus Judenchristen und Heidenchristen war und deshalb j\u00fcdische Anfragen und der Zusammenhang von Alten und Neuem Bund st\u00e4rker diskutiert wurden. \u00c4hnliche Angriffe auf die gute Botschaft finden sich heute aber sicherlich genauso, wenn auch nur in den seltensten F\u00e4llen von Judaisten.<\/p>\n<p>Ber\u00fccksichtigt werden muss auch die unterschiedliche Voraussetzung was Leitung betrifft. W\u00e4hrend Paulus und die anderen Apostel damals als Leitung von Jesus eingesetzt worden waren, gibt es in unseren Gemeinden \u00c4lteste, die von der Gemeinde best\u00e4tigt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>2.2 Hinweise f\u00fcr situative \u00dcberlegungen (Predigtanlass)<\/strong><\/p>\n<p>Die Predigth\u00f6rer in Deutschland stehen in der Herausforderung des Pluralismus. Es gibt unz\u00e4hlig viele verschiedene Gemeinden und theologische Auseinandersetzungen. W\u00e4hrend die einen von einem postmodernen Wahrheitsverst\u00e4ndnis gepr\u00e4gt sind und in der Vielfalt die Wahrheit suchen, versuchen sich andere ganz klar von allen anderen Fehlverhalten abzugrenzen und bleiben als Einzelk\u00e4mpfer stehen.<\/p>\n<p>Vom Predigttext kann hier gut aufgezeigt werden, in welchen Fragen Einheit notwendig ist, in welchen Fragen aber auch Vielfalt erlaubt ist. Au\u00dferdem kann man (vorsichtig) vom Umgang des Paulus mit falschen Br\u00fcdern und Irrlehrern ableiten, wie man als Christ heute damit umgehen sollte.<\/p>\n<p><strong>2.3 Hinweise f\u00fcr homiletische \u00dcberlegungen (Anwendung)<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt mehrere Anwendungsm\u00f6glichkeiten des Predigttextes. Im Rahmen der Predigtreihe ist der Schwerpunkt aber am besten auf das Verst\u00e4ndnis und Gefahren des Evangeliums zu legen.<\/p>\n<p><u>Anwendung in Blick auf das Evangelium:<\/u><\/p>\n<p>Stott fordert seine Leser in seinem Kommentar auf:(vgl. Stott, Galatians, 24ff)<\/p>\n<ul>\n<li>Denke an christliche Gruppen, deren Stil dir auf die Nerven geht (Musik, Predigtstil, Kleidung, Architektur der Kirche, \u2026). Wie hilft dir das Verst\u00e4ndnis, dass es nur ein Evangelium gibt, sie zu akzeptieren?<\/li>\n<li>Denke an christliche Gruppen, in denen du grundlegende Unterschiede siehst im Evangelium (ein nur soziales Evangelium, Lehrunterschiede \u00fcber Jesu Tod und Auferstehung, Errettung allein durch gutes Leben und nicht aus Gnade). Wie beeinflusst das Verst\u00e4ndnis des einen Evangeliums deinen Umgang mit ihnen?<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u201eWhen&nbsp; the issue before us is trivial, we must be as pliable as possible. But when the truth of the gospel is at stake, we mus stand our ground.\u201c (Stott, Galatians, 26)<\/p>\n<p>Bei Christen k\u00f6nnte man an die Frage ankn\u00fcpfen: Wo geht es dir wie Petrus, dass du Menschenfurcht hast und die gute Botschaft deswegen verdunkelst?<\/p>\n<p>F\u00fcr Nichtchristen kann das Evangelium ausf\u00fchrlich erkl\u00e4rt werden anhand des Beispiels der liebenden Hingabe Jesu (V.20).<\/p>\n<p>Sowohl f\u00fcr Nichtchristen als auch f\u00fcr Christen ist die Frage relevant: Gibt es Aspekte des Evangeliums, die dir manchmal widerspr\u00fcchlich erscheinen? Das kann beispielsweise sein:<\/p>\n<ul>\n<li>Der Zusammenhang von Gnade und den Werken\/dem Tun<\/li>\n<li>Die Frage: Wie viel Glauben muss ich haben, um gerettet zu sein?<\/li>\n<li>Die Frage: Was tun, wenn ich nicht glauben kann, obwohl ich es will?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wo setzen kleine Gruppen, wie damals die Leute von Jakobus, die Leiter der Kirche\/Gemeinde oder uns in Furcht?<\/p>\n<p>Gibt es Punkte, an denen wir \u00e4hnlich wie Petrus den Eindruck erwecken, dass der Glaube allein nicht ausreicht, sondern mehr zur Errettung dazu geh\u00f6rt? M\u00f6glicherweise vermitteln wir den Eindruck, dass Gottesdienstbesuch, Mitarbeit, Engagement, Stille Zeit, Zuverl\u00e4ssigkeit, ein gutes Dienstverst\u00e4ndnis oder anderes notwendig ist?<\/p>\n<p>Wo wird heute das Evangelium angegriffen in unserem pers\u00f6nlichen Umfeld und wie k\u00f6nnen wir klar dagegen aufstehen und Stellung beziehen?<\/p>\n<p>Wichtig ist auch der Unterschied zwischen falschen Br\u00fcdern (V.4), die sich eingeschlichen haben und gar keine Christen sind, und irrenden Br\u00fcdern wie Petrus. Auch wenn Petrus das Evangelium verdunkelt, wagt Paulus es nicht, ihn als falschen Bruder hinzustellen, sondern weist ihn als Bruder zurecht!<\/p>\n<p><u>Andere m\u00f6gliche Anwendungen:<\/u><\/p>\n<ul>\n<li>V1f: Kein Einzelk\u00e4mpfer, Paulus war immer mit Geschwistern zusammen unterwegs<\/li>\n<li>5: Wo sind wir zu geduldig mit einem Lebensstil oder einer Lehre, die ein falsches Evangelium f\u00f6rdert?<\/li>\n<li>6: Gott achtet nicht auf das Ansehen, auch Paulus ist die Stellung der Christen egal. Wo haben wir einen \u201efalschen Personenkult\u201c, indem wir davon ausgehen, dass manche christlichen Superstars oder Lieblingsprediger immer richtig liegen?<\/li>\n<li>V11ff: Es gibt keine unfehlbaren Aussagen, nicht mal von einem Apostel wie Petrus, wenn sie nicht wie bei den biblischen Schriften vom Heiligen Geist inspiriert sind. Deswegen: Immer selbstkritisch bleiben und Korrektur annehmen! Selbst der \u201egeistlichste\u201c Leiter, s\u00fcndigt mal und braucht Zurechtweisung.<\/li>\n<li>V13: Die Verantwortung des Leiters: Petrus machte etwas falsch \u2013 und alle anderen machten es ihm nach. S\u00fcnde hat Konsequenzen f\u00fcr die ganze Gemeinde.<\/li>\n<li>V14: Die Wichtigkeit der Zurechtweisung, manchmal auch der \u00f6ffentlichen Zurechtweisung. Wo findet das bei uns einen Raum?<\/li>\n<li>V12f: Wo haben wir Menschenfurcht vor anderen Gruppen, die uns manchmal zum \u201eHeucheln\u201c f\u00fchren? Sagen wir in der Gemeinde m\u00f6glicherweise deutlich das Evangelium, w\u00e4hrend wir uns sonst an manchen Punkten sch\u00e4men oder nicht trauen, es klar zu bekennen?<\/li>\n<li>V11ff: \u201eEin wichtiger Erziehungsgrundsatz: Nicht einfach zerbrechen und strafen, sondern die Begr\u00fcndung daf\u00fcr geben und auch die Konsequenzen ziehen. Kinder m\u00fcssen auch einsehen. Auch Paulus handelt hier so. Christliche Ermahnung zeigt den Grund und die Folge.\u201c (Krimmer, 73)<\/li>\n<\/ul>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong> Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>3.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Das Ziel ist<\/p>\n<ol>\n<li>Die Erkl\u00e4rung des Evangeliums und den Zuspruch an den Einzelnen<\/li>\n<li>Das Erkennen von Bedrohungen des Evangeliums heute<\/li>\n<li>Die Frage nach dem richtigen Umgang mit Angriffen auf das Evangelium<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>3.2 Predigtthema \u2013 was sage ich in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>M\u00f6gliche Predigthemen\/Titel:<\/p>\n<p>Angriffe auf das Evangelium: Es ist Deutlichkeit gefordert!<\/p>\n<p>Schnell verliert man die Freiheit des Evangeliums, daher aufgepasst!<\/p>\n<p>Wer ist ein Christ? Von falschen Geschwistern, irrenden Geschwistern und der Grundlage des Christseins\/Geschwister-Seins.<\/p>\n<p><strong>3.3 Predigtentfaltung \u2013 wie sage ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<p><u>Textgliederung:<\/u><\/p>\n<ol>\n<li>Die Best\u00e4tigung des Evangeliums von Paulus durch die Leiter der Urgemeinde (1-10)\n<ul>\n<li>Paulus reist nach Jerusalem, um das Evangelium vorzulegen (1-2)<\/li>\n<li>Titus musste nicht beschnitten werden, auch wenn das die falschen Br\u00fcder forderten (3-5)<\/li>\n<li>Die Gemeindeleiter sind sich mit Paulus was das Evangelium betrifft einig und best\u00e4tigen seinen Auftrag bei den Nichtjuden (6-10)<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ol>\n<ol start=\"2\">\n<li>Die Zurechtweisung des Petrus aufgrund der Verdunkelung des Evangeliums (11-21)<\/li>\n<\/ol>\n<ul>\n<li>Paulus weist Petrus \u00f6ffentlich zurecht, weil dieser durch sein Handeln Nichtjuden auffordert, sich an alle j\u00fcdischen Gesetze zu halten (11-14)<\/li>\n<li>Der einzige Weg zur Rettung f\u00fcr Juden wie Nichtjuden ist: Der Glaube an Jesus Christus (15-21)<\/li>\n<\/ul>\n<p><u>M\u00f6gliche Predigtgliederungen:<\/u><\/p>\n<ol>\n<li>Wo haben sich falsche Geschwister bei uns eingeschlichen, die das Evangelium verdrehen? (1-10)<\/li>\n<li>Gibt es Punkte, an denen du oder ein Bruder\/eine Schwester das Evangelium verdunkelt und falsch vermittelt, wie Petrus? (11-14)<\/li>\n<li>Das Evangelium: Jesus hat sich f\u00fcr uns hingegeben, sodass wir durch den Glauben gerettet werden k\u00f6nnen! (15-21)<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li>Falsche Geschwister in der Gemeinde gef\u00e4hrden die gute Botschaft (1-10)<\/li>\n<li>Irrende Geschwister brauchen klare Zurechtweisung vor allen (11-14)<\/li>\n<li>Der Identifikationspunkt f\u00fcrs Geschwister-Sein: Das Evangelium! (15-21)<\/li>\n<\/ol>\n<p>Oder nach Krimmer:<\/p>\n<p>a) Gelebte Bruderschaft \u2013 ordnet sich einander unter (1-4)<\/p>\n<p>b) Gelebte Bruderschaft \u2013 nimmt einander an (5-7)<\/p>\n<p>c) Gelebte Bruderschaft \u2013 steht in gegenseitiger F\u00fcrsorge (8-10)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>a) Br\u00fcderliche Seelsorge hei\u00dft \u2013 die S\u00fcnde deutlich beim Namen nennen (11-12)<\/p>\n<p>b) Br\u00fcderliche Seelsorge hei\u00dft \u2013 die Folgen der S\u00fcnde nicht verschweigen (13-14)<\/p>\n<p>c) Br\u00fcderliche Seelsorge hei\u00dft \u2013 das Evangelium als Richtschnur setzen (15-21)<\/p>\n<p><strong>3.4 Predigtveranschaulichungen \u2013 wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Wenn man sich an dem Bild von Geschwistern entlanghangeln m\u00f6chte (falsche Br\u00fcder, irrende Br\u00fcder, Grundlage des Bruder-Seins), kann man dieses Bild ausdeuten: Wie wird man ein Bruder\/eine Schwester? Durch das Hinein-Geboren werden! Irrende Geschwister \u2013 hier w\u00fcrde das Gleichnis von den zwei S\u00f6hnen\/dem verlorenen Sohn gut passen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Vers 1-10:<\/p>\n<p>In Zusammenhang mit den falschen Br\u00fcdern k\u00f6nnte man die Geschichte von einem Spion erz\u00e4hlen, der sich einschleicht (Vgl. Krimmer, Galater, 58).<\/p>\n<p>F\u00fcr Vers 11-14:<\/p>\n<p>Hier kann man eine Geschichte von einem Menschen nehmen, der f\u00fcr eine weltliche Sache aufsteht und einsteht. Beispielsweise Greta Thunberg oder eine Schwedin, die einen Abschiebeflug stoppte: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/schwedin-stoppt-abschiebeflug-101.html\">https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/schwedin-stoppt-abschiebeflug-101.html<\/a>. Wie viel mehr sollten wir nicht f\u00fcr das Evangelium einstehen?<\/p>\n<p>F\u00fcr Vers 15-20:<\/p>\n<p>Zur Verdeutlichung des Evangeliums:<\/p>\n<p>Zwei M\u00e4nner sind in L\u00f6chern\/Gletscherspalten versch\u00fcttet. Die Bergwacht sucht sie.<\/p>\n<p>Der eine versucht selbst herauszuklettern \u2013 dabei bricht alles zusammen und er wird versch\u00fcttet.<\/p>\n<p>Der andere wartet auf die Bergwacht und l\u00e4sst sich herausziehen und retten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>(Samuel Koser)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigtthema: Glauben hei\u00dft, um die Freiheit ringen. Schnell verliert man die Freiheit des Evangeliums, daher aufgepasst! Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. 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