{"id":3680,"date":"2019-04-13T19:49:26","date_gmt":"2019-04-13T17:49:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=3680"},"modified":"2019-04-15T08:56:09","modified_gmt":"2019-04-15T06:56:09","slug":"predigthilfe-vom-5-mai-2019-galater-1-1-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-5-mai-2019-galater-1-1-5\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 5. Mai 2019 &#8211; Galater 1, 1-5"},"content":{"rendered":"<p><strong>Predigtthema: Glauben hei\u00dft, meine Berufung kennen<\/strong><\/p>\n<h1>1&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Erl\u00e4uterungen zum Text<\/h1>\n<p>Der Brief von Paulus an die Galater setzt mit dem Briefkopf ein (1,1-5). Formal entspricht dieser Brief den Briefen, die aus der Antike bekannt sind. Interessant ist aber, dass Paulus schon im Briefkopf gewichtige inhaltliche Akzente setzt.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Predigt ist der Briefkopf (1,1-5) als Textgrundlage vorgesehen. Er umfasst drei Angaben:<\/p>\n<ul>\n<li>Absender (1,1f)<\/li>\n<li>Empf\u00e4nger (1,2)<\/li>\n<li>Gru\u00df (1,3-5)<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Absender (1,1f)<\/strong>: Paulus stellt sich den galatischen Gemeinden als Apostel vor, also als beauftragter Abgesandter, bevollm\u00e4chtigter Bote, \u00dcberbringer, Repr\u00e4sentant. Zwar versteht sich Paulus als \u201eGeringster der Apostel\u201c (1Kor 15,9), denn er war kein J\u00fcnger des irdischen Jesus. Aber Christus ist ihm vor Damaskus erschienen (vgl. Apg 9,3ff; 22,6ff) und hat ihn zum Dienst als Apostel beauftragt und erm\u00e4chtigt. Damit ist er qualifiziert, im Namen von Jesus Christus zu reden und zu wirken und nicht in eigenem Namen.<\/p>\n<p>Diese Selbstvorstellung von Paulus wird durch je zwei Negativ- und Positivaussagen unterstrichen und erg\u00e4nzt.<\/p>\n<p>Negativaussagen:<\/p>\n<ul>\n<li>Nicht von Menschen berufen.<\/li>\n<li>Nicht durch einen Menschen eingesetzt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Positivaussagen:<\/p>\n<ul>\n<li>Durch Jesus Christus berufen und eingesetzt.<\/li>\n<li>Durch Gott, den Vater, berufen und eingesetzt, der Christus vom Tod auferweckt hat.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Mit gro\u00dfem Nachdruck stellt Paulus den Charakter seiner Berufung heraus. Sie ist auf Gott in Jesus Christus zur\u00fcckzuf\u00fchren und nicht auf Menschen. Somit ist auch der Ursprung des Evangeliums, das Paulus verk\u00fcndigt, ausschlie\u00dflich in Gott verankert und nicht in Menschen. Diese Akzentuierung von Paulus zielt auf die Wahrheit des Evangeliums. Er verfolgt nicht die Absicht, sich selbst darzustellen oder hervorzuheben. Das d\u00fcrfte wohl eher seinen Gegnern vorzuwerfen sein (6,13).<\/p>\n<p>Verunsicherung und Auseinandersetzungen um die Inhalte des Evangeliums n\u00f6tigen in den galatischen Gemeinden zur Klarstellung (vgl. 1,6ff). Als Apostel sieht sich Paulus herausgefordert, das von ihm verk\u00fcndigte Evangelium zu verteidigen \u2013 gegen jedes andere Evangelium der Pseudoapostel.<\/p>\n<p>F\u00fcr die fr\u00fchen Gemeinden haben die Apostel eine fundamentale Bedeutung als unmittelbare Zeugen von Jesus Christus. Denn neben dem Alten Testament gibt es noch kein Neues Testament, das den Gemeinden als orientierende Richtschnur und Grundlage f\u00fcr Glaube und Leben, f\u00fcr Verk\u00fcndigung und Verhalten dienen k\u00f6nnte. Das zuverl\u00e4ssige, geistgewirkte Wort der Apostel repr\u00e4sentiert alternativlos das Evangelium, das gegen jede Verdrehung durch Pseudoapostel gesch\u00fctzt werden muss.<\/p>\n<p>Als Absender des Briefes an die Galater versteht sich Paulus nicht nur allein, sondern gemeinsam mit allen Br\u00fcdern, die bei ihm sind (1,2). Auf eine namentliche Nennung verzichtet Paulus. Es ist davon auszugehen, dass Mitarbeiter von Paulus gemeint sind, vielleicht auch Christen der Gemeinde, in der sich Paulus w\u00e4hrend der Abfassung des Briefes aufhielt. Der Brief ist w\u00e4hrend seines Ephesus-Aufenthalts oder eher noch etwas sp\u00e4ter w\u00e4hrend seines Aufenthalts in Mazedonien entstanden.<\/p>\n<p>Der Hinweis auf \u201ealle Br\u00fcder\u201c unterstreicht: Paulus steht nicht allein! Die zentrale Wahrheit des Evangeliums wird auch von allen anderen mitgetragen. Angesichts der Auseinandersetzungen um den Inhalt des Evangeliums darf dieser R\u00fcckhalt nicht untersch\u00e4tzt werden. Die Gegner von Paulus versuchen seine Position zu schw\u00e4chen. Seine Mitarbeiter (und die Gemeinde vor Ort) st\u00e4rken ihn.<\/p>\n<p><strong>Empf\u00e4nger (1,2)<\/strong>: Die Adressaten des Galaterbriefes sind die Gemeinden in Galatien. Entsprechend werden alle Personen, die zu diesen Gemeinden geh\u00f6ren, pauschal als \u201eGalater\u201c angesprochen (3,1). Es gibt zwei M\u00f6glichkeiten, diese Gemeinden zu lokalisieren:<\/p>\n<ul>\n<li>Gemeinden der <em>Landschaft<\/em> Galatien im Zentrum Kleinasiens (im Gebiet des heutigen Ankara).<\/li>\n<li>Gemeinden der <em>r\u00f6mischen Provinz<\/em> Galatien, die neben der Landschaft Galatien auch Teile von Pisidien, Lykaonien, Isaurien (im S\u00fcden) und einen kleinen Teil von Phrygien umfasste.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Vieles spricht f\u00fcr die erste Variante. Die Gemeinden sind entstanden, weil Paulus in Galatien das Evangelium von Jesus Christus verk\u00fcndigt hat. Allerdings sind diese Gemeinden gef\u00e4hrdet, die fundamentale Wahrheit des Evangeliums zu verlieren.<\/p>\n<p>Der Galaterbrief ist als Rundschreiben an alle galatischen Gemeinden abgefasst, also nicht nur an eine Einzelgemeinde. Das setzt voraus: Diese Gemeinden haben Kontakt miteinander und sind gut vernetzt \u2013 ein Indiz f\u00fcr den ausgepr\u00e4gten Gemeinschaftswillen \u00fcber die eigene Gemeinde hinaus.<\/p>\n<p>Die Nennung der Briefempf\u00e4nger f\u00e4llt im Unterschied zu vielen anderen seiner Briefe knapp, n\u00fcchtern und distanziert aus: kein Dank f\u00fcr die Gemeinden, keine Anrede als Geliebte Gottes, berufene Heilige, Geheiligte in Christus, Gl\u00e4ubige usw. Dies d\u00fcrfte ein Indiz f\u00fcr die \u00e4u\u00dferst angespannte Situation der Gemeinden sein. Sie sind gef\u00e4hrdet, das von Paulus verk\u00fcndigte Evangelium zugunsten eines anderen Evangeliums aufzugeben (1,6).<\/p>\n<p><strong>Gru\u00df (1,3-5)<\/strong>: Paulus hat die gef\u00e4hrdeten Gemeinden nicht abgeschrieben, sondern bleibt ihnen zugewandt. Das unterstreicht der Gru\u00df. Paulus spricht den Gemeinden Gnade und Frieden zu. Mit dem Aussprechen gilt das Zugesprochene \u2013 wie bei einem richterlichen Urteil. Der Gru\u00df beinhaltet also mehr als einen frommen Wunsch!<\/p>\n<p>Mit diesem Friedensgru\u00df begegnet uns eine alte liturgisch gepr\u00e4gte Formel der fr\u00fchen Christenheit \u2013 vergleichbar mit der Bedeutung des aaronitischen Segens (Num 6,24-26).<\/p>\n<p>Die beiden Begriffe \u201eGnade\u201c und \u201eFrieden\u201c ber\u00fchren das Zentrum des Glaubens. Sie umschreiben Gottes Eingreifen in die menschliche Misere der Gottvergessenheit und des Bruchs mit Gott zugunsten eines umfassenden Friedens. Dieses heilende Handeln Gottes kann von Menschen weder erwartet noch inszeniert werden. Es ist ausschlie\u00dflich der nicht verdienten und nicht zu verdienenden gn\u00e4digen Zuwendung Gottes zu verdanken.<\/p>\n<p>Paulus pr\u00e4zisiert das Heilshandeln Gottes mit dem Hinweis auf die Selbsthingabe von Jesus Christus, der durch seinen Tod Menschen aus der Versklavung an das B\u00f6se befreit. Ausdr\u00fccklich unterstreicht der Apostel: das uns Menschen zugewendete Heil ist allein auf den &nbsp;Willen Gottes, unseres Vaters, zur\u00fcckzuf\u00fchren. Dar\u00fcber staunend m\u00fcndet der Gru\u00df an die Galater in die Verehrung Gottes ein. Paulus, der seinen Brief verhalten er\u00f6ffnet, wird \u201ehingerissen vom Staunen \u00fcber die Gr\u00f6\u00dfe des Geschenkes und das \u00dcberma\u00df der Gnade\u201c (Chrysostomos).<\/p>\n<h1>2&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Hinweise zu Lehre und Leben<\/h1>\n<p>Das Predigtthema \u201eGlauben hei\u00dft, meine Berufung kennen\u201c, n\u00f6tigt dazu, die Differenz zwischen der Berufung von Paulus in den fundamentalen Dienst als Apostel (vgl. Eph 2,20) und einer Berufung heutiger Menschen in viele verschiedene Dienste wahrzunehmen. Eine Berufung, wie sie Paulus durch die unmittelbare Christusbegegnung sichtbar und h\u00f6rbar (Vision, Audition) erfahren hat, d\u00fcrfte eher als Sonderfall und nicht als Normalfall f\u00fcr Berufungen im Umfeld der Gemeinde betrachtet werden. Dennoch haben Berufungen eine grundlegende Bedeutung, auf die Gemeinde nicht verzichten kann. Die Berufung von Paulus bietet Orientierungen, die f\u00fcr jede Berufung von Bedeutung sind.<\/p>\n<p>Um das Thema \u201eGlauben hei\u00dft, meine Berufung kennen\u201c nicht auf den vorgegebenen Text (Gal 5,1-5) einzugrenzen, sollen einige neutestamentliche Aussagen in ihrer Breite Beachtung finden:<\/p>\n<ul>\n<li>Christsein gibt es nur als Berufensein. Der Glaube eines jeden Menschen verdankt sich einer pers\u00f6nlichen Berufung in die Gemeinschaft Gottes. In dieser Gemeinschaft werden die Berufenen als zu Gott geh\u00f6rig geheiligt (R\u00f6m 1,6; 8,27-30; 1Kor 1,9.22-31). Ihnen wird die Verk\u00fcndigung des auferstandenen Gekreuzigten zuteil (1Kor 1,24). In ihm und durch ihn finden Glaubenden Teilhabe an Weisheit, Gerechtigkeit, Heiligung und Erl\u00f6sung (1Kor 1,30).<\/li>\n<li>Diese Berufung umfasst alle Lebensbereiche der Berufenen. Der kulturelle, soziale, berufliche, wirtschaftliche und famili\u00e4re Stand sind ein Ausdruck der Berufung, in dem sich jeweils das unverwechselbare Menschsein der berufenen Person vollzieht (1Kor 7,17-24).<\/li>\n<li>Berufung erfolgt durch Gottes unmittelbares Wirken an und im Menschen ausschlie\u00dflich nach seinem souver\u00e4nen Wollen. Dieses Wirken wird als Wirken Gottes erkannt, indem Jesus, der Sohn Gottes, als Berufender erkannt wird. Diese Berufung wird zum Grund einer Gewissheit, die vom Urteil anderer Menschen unabh\u00e4ngig ist. Das zeigt sich beispielhaft bei Paulus (Apg 9,1-9; Gal 1,15-17). Die unverwechselbare Identit\u00e4t der berufenen Person in ihrem Menschsein wird in die jeweils besondere Ausrichtung der Berufung einbezogen (Mk 1,16-20; Mk 2,13-17; Joh 1,35-51).<\/li>\n<li>Die Berufenen werden auf dem Weg, den sie in der besonderen Ausrichtung ihrer Berufung einschlagen sollen, durch das helfende und unterweisende Handeln der Mitglaubenden geleitet (Apg 9,10-19). Dabei richtet sich dieses begleitende Handeln einerseits auf die Verankerung in der Gemeinde (Apg 9,26-28) und andererseits auf die Unterweisung in den fundamentalen Lehraussagen des Evangeliums (Apg 11,25f; 1Kor 15,3).<\/li>\n<li>Die Gewissheit der Berufung und die fundierte Unterweisung in der Lehre bef\u00e4higen zur Auseinandersetzung und Zurechtweisung bei Verf\u00e4lschung des Evangeliums in der Gemeinde. Dies geschieht ungeachtet der Stellung der zurechtzuweisenden Person(en) in der Gemeinde (Gal 2,4-14). Die Gewissheit der Berufung wird auch zum Halt, wenn sich selbstanma\u00dfende Autorit\u00e4ten die Autorit\u00e4t des Berufenen in Frage stellen oder seine Person l\u00e4cherlich machen wollen (2Kor 11,1-10; 12,7-13).<\/li>\n<li>Aus dem Zuspruch der Berufung resultiert der Anspruch an den Berufenen, in der Zugeh\u00f6rigkeit zu Gott ein berufungsgem\u00e4\u00dfes Leben zu gestalten, das sich an Jesus Christus orientiert (Eph 4,1-4). Die Berufenen werden vom Gebet begleitet und von der Zusage getragen, dass Gott selbst allen Mangel \u00fcberwindet, die Berufenen w\u00fcrdigt und ihr angefangenes Werk vollenden wird (2Thess 1,11f).<\/li>\n<li>Wer seine Berufung kennt, kann das Ziel seiner Berufung beschreiben: Glauben wecken, Glauben begr\u00fcnden, Glauben vertiefen, Glauben bekennen, Glauben verteidigen (vgl. Gal 1,1-10).<\/li>\n<\/ul>\n<h1>3&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bausteine f\u00fcr die Predigt<\/h1>\n<h2>3.1&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Predigtziel<\/h2>\n<p>Die Predigth\u00f6rer sollen am Beispiel von Paulus ermutigt werden, sich ihrer eigenen Berufung zu stellen bzw. diese zu kl\u00e4ren, wobei auch die unterschiedlichen Aspekte von pers\u00f6nlicher Berufung, Berufung in eine konkrete Aufgabe und Berufung in eine Bewegung oder Gemeinde zu ber\u00fccksichtigen sind.<\/p>\n<h2>3.2&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Predigtthema und Gliederung<\/h2>\n<p>F\u00fcr eine Predigt d\u00fcrfte es herausfordernd sein, auf der Grundlage eines Briefkopfes \u00fcber das vorgegebene umfangreiche Thema \u201eGlauben hei\u00dft, meine Berufung kennen\u201c zu predigen. Paulus thematisiert seine Berufung sehr deutlich im Kontext der Auseinandersetzungen, die in den galatischen Gemeinden anstanden. Diese Auseinandersetzung zwischen dem Evangelium von Christus und einem \u201eanderen Evangelium\u201c wird in der Einleitung des Briefes (1,6-10) sehr schroff und wirkungsvoll zur Sprache gebracht. Leider empfiehlt es sich nicht, auf diese Einleitung n\u00e4her einzugehen, da am darauffolgenden Sonntag dieser Abschnitt Gal 1,6-24 der Verk\u00fcndigung zugrundeliegt. Es kann also nur am Rand erw\u00e4hnt werden, weshalb Paulus im Zusammenhang der Auseinandersetzungen besonderen Wert darauf legt, dass seine Berufung auf Gott und nicht auf Menschen zur\u00fcckzuf\u00fchren ist.<\/p>\n<p>Der Briefkopf k\u00f6nnte dazu verleiten, mit der Predigt eine Einf\u00fchrung in den Galaterbrief mit vielen Informationen und Erkl\u00e4rungen anzubieten. Zu bedenken ist aber, dass in einer Predigt die Anrede Gottes zu formulieren ist, d.h. der Zuspruch und Anspruch Gottes soll h\u00f6rbar werden. Das darf nicht auf der Strecke bleiben, zumal der Gru\u00df von Paulus (1,3-5) dazu herausfordert.<\/p>\n<p>Wer dem Text folgt, k\u00f6nnte seine Predigt folgenderma\u00dfen aufbauen:<\/p>\n<p><strong><em>Glauben hei\u00dft, meine Berufung kennen<\/em><\/strong><\/p>\n<ol>\n<li><strong><em> Berufen von Gott und nicht von Menschen<\/em><\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Hier kann das Berufungsverst\u00e4ndnis von Paulus als Absender des Briefes entfaltet werden.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong><em> Berufen zum Dienst vor Gott f\u00fcr Menschen<\/em><\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Hier k\u00f6nnen die Gemeinden als Empf\u00e4nger des Briefes in Blick genommen werden, denen der Dienst von Paulus gilt.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong><em> Berufen zur Verehrung Gottes, der sich Menschen zuwendet (Gru\u00df)<\/em><\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Hier kann der Gru\u00df von Paulus aufgenommen werden, der auf das Heilsfundament aller von Gott berufenen Menschen verweist und in einen Lobpreis Gottes einm\u00fcndet.<\/p>\n<h2>3.3&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Fragen und Zitate als Anregung zur Reflexion<\/h2>\n<p>Um das Thema f\u00fcr die Predigt in seiner Breite wahrzunehmen, k\u00f6nnen die folgenden Fragen und Zitate als Anregung zur Reflexion f\u00fcr die Vorbereitung der Predigt aufgenommen werden.<\/p>\n<p><strong><em>Fragen:<\/em><\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Welche Bedeutung f\u00fcr die heutige Gemeinde hat die alte Regel der vier \u201eB\u201c: \u201eBekehrt, Bew\u00e4hrt, Berufen, Begabt\u201c?<\/li>\n<li>Wie ist der Zusammenhang von Berufensein als Christ und Berufensein zu einem bestimmten Auftrag (Beruf, Aufgabe) zu verstehen?<\/li>\n<li>Geh\u00f6rt zu jeder Aufgabe und zu jedem Beruf eine Berufung oder nur zu bestimmten Berufen (Pfarrer, Pastor, Jugendreferent usw.)?<\/li>\n<li>Braucht es f\u00fcr den Dienst in der Gemeinde \u00fcberhaupt eine Berufung, wenn Christsein sowieso nur als Berufung gelebt werden kann?<\/li>\n<li>Was ist, wenn eine Person mit Berufungsgewissheit eine Aufgabe \u00fcbernimmt, aber daran scheitert? Ist damit die Berufung in Frage gestellt?<\/li>\n<li>Worauf zielt eine Berufung?<\/li>\n<li>\u201eIch bin berufen!\u201c Das ist die unersch\u00fctterliche Gewissheit der Einen. \u201eBin ich berufen?\u201c Das ist der qu\u00e4lende Zweifel der Anderen. Woran kann ich eine Berufung mit ihrer besonderen Ausrichtung und Platzanweisung festmachen?<\/li>\n<li>Welche Bedeutung hat der Zusammenhang von innerer und \u00e4u\u00dferer (interner und externer) Berufung? Was ist, wenn einer der beiden Faktoren fehlt? Inwiefern erreicht uns die Berufung Gottes durch Menschen und bleibt andererseits vom Urteil anderer Menschen unabh\u00e4ngig?<\/li>\n<li>Welche Bedeutung hat die Initiative Gottes bei einer Berufung und wie wird sie erfahren? Welche Bedeutung kommt der menschlichen Vermittlung zu?<\/li>\n<li>K\u00f6nnen zur Vergewisserung einer Berufung besondere Zeichen und Wunder erwartet werden? Sind sie Ausdruck einer unmittelbaren Berufung durch Gott? K\u00f6nnen sie zugleich als Ersatz f\u00fcr eine externe Berufung gelten?<\/li>\n<li>Welche Bedeutung hat die Zusage Gottes f\u00fcr eine Berufung und wie wird sie erfahren? Was kann Gemeinde tun, um Berufungen zu vergewissern? Welche Praxis erlebe ich in unserer konkreten Gemeinde und welche Ver\u00e4nderungen sind n\u00f6tig oder sinnvoll?<\/li>\n<li>Welche Bedeutung haben unsere Gaben, aber auch Grenzen im Zusammenhang einer Berufung?<\/li>\n<li>Manche Personen behaupten: \u201eWem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch den Verstand dazu.\u201c Hei\u00dft das: Hauptsache Gott beruft. Die Eignung ist Nebensache. Daf\u00fcr wird Gott sorgen?<\/li>\n<li>Welche Bedeutung hat das Votum der Gemeinde, wenn es um Eignung im Zusammenhang einer Berufung geht?<\/li>\n<li>Ist eine Berufung immer mit einer lebenslangen Bindung an die Berufung verbunden? Einmal Diakonisse, immer Diakonisse? Einmal Pastor, immer Pastor?<\/li>\n<li>Gibt es Berufungen auf Zeit? Gibt es Unterbrechungen einer Berufung oder neue Orientierungen? Was hat im Rahmen einer Berufung bleibenden Charakter und was kann variabel gestaltet werden?<\/li>\n<li>Welche Konsequenzen beinhaltet eine Berufung?\n<ul>\n<li>F\u00fcr die berufliche Ausrichtung?<\/li>\n<li>F\u00fcr Ehe, Familie oder Ledigsein?<\/li>\n<li>F\u00fcr den Umgang mit der Zeit?<\/li>\n<li>F\u00fcr die wirtschaftliche Situation?<\/li>\n<li>F\u00fcr das soziale Eingebundensein?<\/li>\n<li>F\u00fcr den Lebensstil?<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Was l\u00f6sen die Konsequenzen einer Berufung aus: \u00c4ngste und Bef\u00fcrchtungen oder Hoffnungen und Erwartungen?<\/li>\n<li>Welche Hilfen und Unterst\u00fctzungen sind n\u00f6tig, um einer Berufung entsprechen zu k\u00f6nnen? Welche Bedeutung haben in diesem Zusammen die Gemeinde und gute Freunde?<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong><em>Zitate:<\/em><\/strong><\/p>\n<p>\u201eIn der Begegnung mit Jesus Christus erf\u00e4hrt der Mensch den Ruf Gottes und in ihm die Berufung zum Leben in der Gemeinschaft Jesu Christi. Dem Menschen widerf\u00e4hrt die g\u00f6ttliche Gnade, die ihn in Anspruch nimmt. Nicht der Mensch sucht die Gnade an ihrem Ort auf \u2013 Gott wohnt in einem Licht, da niemand hinzukommen kann (1Tim 6,16) \u2013 sondern die Gnade sucht und findet den Menschen an seinem Ort \u2013 das Wort ward Fleisch (Joh 1,14) \u2013 und nimmt ihn eben hier in Anspruch. Es ist dies ein Ort, der in jedem Fall und in jeder Hinsicht mit S\u00fcnde und Schuld belastet ist, sei es der K\u00f6nigsthron oder die B\u00fcrgerstube oder die H\u00fctte des Elends. Es ist ein Ort dieser Welt. Diese Heimsuchung des Menschen durch die Gnade geschah in der Menschwerdung Jesus Christi, sie geschieht im Wort von Jesus Christus, das der Heilige Geist bringt. Als Heide oder Jude, als Sklave oder Freier, als Mann oder Frau, als Verheirateten oder Ehelosen trifft den Menschen der Ruf. Dort, wo er gerade ist, soll er den Ruf h\u00f6ren und sich von ihm in Anspruch nehmen lassen. Nicht als erf\u00fchre der Sklavenstand oder die Ehe oder die Ehelosigkeit an sich dadurch eine Rechtfertigung, sondern der gerufene Mensch darf hier wie dort Gott geh\u00f6ren. Allein durch den in Christus vernommenen Ruf der Gnade, die mich in Anspruch nimmt, darf ich als Sklave oder Freier, verheiratet oder ehelos vor Gott gerechtfertigt leben. Dieses Leben ist nun von Christus her gesehen mein Beruf, von mir her gesehen meine Verantwortung.\u201c (Dietrich Bonhoeffer)<\/p>\n<p>Von Gott berufene Menschen werden sehr schnell merken, \u201edass in den Umbr\u00fcchen der Gegenwart ihre Person gefragt ist, ihre Beziehungs- und Seelsorgef\u00e4higkeit, ihre Lebenserfahrung, ihr Glaubensfundament, ihre F\u00e4higkeit, Wichtiges und Unwichtiges zu unterscheiden, Traditionen auf ihre Wahrheitselemente zu befragen, Risikobereitschaft f\u00fcr Neues zu zeigen.\u201c (Friedhart Gutsche)<\/p>\n<p>Leute, die schon \u00fcber Jahre hinweg als von Gott berufen unterwegs sind, werden fragen m\u00fcssen, \u201eob und was sie f\u00fcr ihre Pers\u00f6nlichkeitsbildung, f\u00fcr ihr geistliches Wachstum getan haben, ob sie beweglich geblieben sind und ob sie gelernt haben, altersgem\u00e4\u00df zu leben und zu glauben.\u201c (Friedhart Gutsche)<\/p>\n<p>\u201eBerufung zum Glauben und eben auch Berufung in bestimmte Lebenskonstellationen hinein ist kein Privileg der Hauptamtlichen, Ordinierten. Wenn man so will, gibt es eine \u201eOrdination\u201c zum Handwerker oder zur Hausfrau, zum st\u00e4dtischen Angestellten oder zum Krankenpfleger, zum Arzt oder Arbeiter. Was ein Christ beruflich macht, ist geistlich alles andere als gleichg\u00fcltig. Auch der scheinbar profane Beruf sollte auf einer Berufung, einer Platzanweisung beruhen. Dann ist er heilig, von Gott auserw\u00e4hlt und f\u00fcr ihn ausgesondert; dann kann er, soll und darf er ausgef\u00fchrt werden in Verantwortung gegen den, der mich an diese Stelle gestellt hat.\u201c (Heinzpeter Hempelmann)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eGib, was du willst,<\/p>\n<p>wie viel du willst und wann du willst.<\/p>\n<p>Tu mit mir nach Deinem Belieben,<\/p>\n<p>wie es dir am besten gef\u00e4llt<\/p>\n<p>und so, dass man dich an deinem Werk erkennt.<\/p>\n<p>Stelle mich hin, wo du willst,<\/p>\n<p>und schalte frei mit mir in allen St\u00fccken.<\/p>\n<p>In deiner Hand bin ich.<\/p>\n<p>Drehe und wende mich, wohin du willst.<\/p>\n<p>Ich bin dein Knacht.<\/p>\n<p>Ich bin zu allem bereit.<\/p>\n<p>Denn ich will nicht mir selbst leben,<\/p>\n<p>sondern dir,<\/p>\n<p>und zwar ganz und gar<\/p>\n<p>und so, wie es deiner w\u00fcrdig ist.\u201c (Thomas von Kempen)<\/p>\n<p>Christoph M\u00fcller<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigtthema: Glauben hei\u00dft, meine Berufung kennen 1&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Erl\u00e4uterungen zum Text Der Brief von Paulus an die Galater setzt mit dem Briefkopf ein (1,1-5). 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