{"id":3665,"date":"2019-03-15T14:40:28","date_gmt":"2019-03-15T13:40:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=3665"},"modified":"2019-03-15T14:40:29","modified_gmt":"2019-03-15T13:40:29","slug":"predigthilfe-vom-14-april-2019-amos-5-21-27","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-14-april-2019-amos-5-21-27\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 14. April 2019 &#8211; Amos 5, 21-27"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Amos \u2013 Gottes Standards gelten<\/strong><\/p>\n<p><strong>Predigtthema:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Der rechte Gottesdienst <\/strong><\/p>\n<p><strong>Zur Gottesdiensteinleitung:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 R\u00f6m 12,1-2 <\/strong><\/p>\n<p>Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n<ol>\n<li><strong> Sehen, was dasteht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/\">www.bibleserver.com<\/a> (Luther 1984 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000 \/ Neue Genfer \u00dcbersetzung \/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n<p><strong>1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext<\/strong><\/p>\n<p>\u201eGottes \u201eStandards\u201c gelten, so lautet das Monatsthema, das wir auf Grundlage von vier Bibeltexten aus dem Propheten Amos behandeln wollen.<\/p>\n<p>Mehr zur Einf\u00fchrung in das Monatsthema mit einem \u00dcberblick \u00fcber die vier Themen in der Passionszeit findest du in der Predigthilfe vom 7.4.2019 unter 1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext: <a href=\"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-7-april-2019-amos-2-4-12-und-51-15\/\">https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-7-april-2019-amos-2-4-12-und-51-15\/<\/a><\/p>\n<p>Als Amos, der Hirte und Landwirt aus Tekoa (S\u00fcdreich) von Gott ins Nordreich gesandt wurde, war Amos als Prophet keineswegs im Volk willkommen.<\/p>\n<ul>\n<li>Vielmehr brachten die Priester im Nordreich falsche Anschuldigungen gegen ihn vor. 7,10<\/li>\n<li>Sie haben Amos verboten zu predigen und schickten ihn wieder ins Land Juda zur\u00fcck. 7,12<\/li>\n<li>Sie konnten es nicht ertragen, dass jemand ihre Fr\u00f6mmigkeit, ihren Glauben und ihre religi\u00f6sen Gottesdienste in Frage stellte.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Auch wenn Gott keinen Gefallen an ihren Gottesdiensten hatte, war ihre Einstellung die: <strong>Hauptsache uns und dem Volk gef\u00e4llt diese Art von Gottesdienst.<\/strong><\/p>\n<p>Treu seiner Berufung, Gott mehr zu gehorchen als Menschen prangerte Amos die geistlichen Missst\u00e4nde und den falschen Gottesdienst an.<\/p>\n<p>Eingebettet in einen gr\u00f6\u00dferen Textabschnitt (Kontext) geht es um drei Punkte:<\/p>\n<ol>\n<li>Eine gro\u00dfe Unwissenheit \u00fcber den kommenden Tag des Herrn (5,18-20)<\/li>\n<li>Eine falsche Gottesdiensthaltung mit viel Form aber wenig Inhalt (5,21-27)<\/li>\n<li>Eine tr\u00fcgerische Selbstsicherheit mit viel Wohlstand aber wenig geistlicher Verantwortung (6,1-7)<\/li>\n<\/ol>\n<p>Wir wollen hier vor allem auf die Verse 21-27 eingehen, wenngleich auch die Verse zuvor wichtig zum Verst\u00e4ndnis sind und darum nur kurz angerissen werden.<\/p>\n<p><strong>1.2 Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Zum geschichtlichen Hintergrund \u00fcber Amos:<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Bitte die kurze Einleitung in der Mac Arthur Studienbibel lesen (S.1198).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/info2.sermon-online.com\/german\/JohnMacArthurStudienbibel\/John_MacArthur_Studienbibel_Schlachter_2000.pdf\">http:\/\/info2.sermon-online.com\/german\/JohnMacArthurStudienbibel\/John_MacArthur_Studienbibel_Schlachter_2000.pdf<\/a><\/p>\n<p>oder die Einf\u00fchrung in \u201eUngers gro\u00dfes Bibelhandbuch\u201c \u2013 Teil 35\/82 \u2013 Amos \u2013 Drohendes Gericht:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/info2.sermon-online.com\/german\/MerrillFrederickUnger\/30-Das_Buch_Des_Propheten_Amos.pdf\">http:\/\/info2.sermon-online.com\/german\/MerrillFrederickUnger\/30-Das_Buch_Des_Propheten_Amos.pdf<\/a><\/p>\n<p>Predigt von Rolf Scheffbuch vom 5.3.2000: <a href=\"http:\/\/info2.sermon-online.com\/german\/RolfScheffbuch\/Amos_5_21_24_20000305_24.mp3\">http:\/\/info2.sermon-online.com\/german\/RolfScheffbuch\/Amos_5_21_24_20000305_24.mp3<\/a><\/p>\n<p><strong><em>Hilfen zur Auslegung bieten z.B.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>* Walvoord, John F. und Zuck, Roy F. Das Alte Testament erkl\u00e4rt und ausgelegt. Amos Bd. 3, H\u00e4nssler.<\/p>\n<p>* Holland, Martin. Wuppertaler Studienbibel. Der Prophet Amos Bd. AT 9, Brockhaus.<\/p>\n<p>* Wiersbe, W.Warren. Sei engagiert: Studien des Alten Testamentes: Amos, Obadja, Micha, Zephanja, CV Dillenburg<\/p>\n<p><strong>1.3 Anmerkungen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n<p><strong>A. Eine gro\u00dfe Unwissenheit \u00fcber den kommenden Tag des Herrn (5,18-20)<\/strong><\/p>\n<p>Das Volk lebte in einer falschen Hoffnung, weil die Priester das Gericht Gottes leugneten und lehrten, dass am Ende alles gut wird (vgl. Am 9,10; 6,3). Immer wieder gab es diese Meinung vom \u201elieben Gott\u201c, der auf die S\u00fcnde des Menschen nicht achtet und ihn richtet (Zeph 1,12; Ps 10,11; 94,7). Amos muss hier klarstellen, dass der Tag des Herrn ein Gerichtstag sein wird, an dem das Gericht der Finsternis \u00fcber das Volk kommt und keiner entrinnen wird. Der Tag des Herrn (2. Kommen Jesu) kommt unaufhaltsam und ist ein Tag des Gerichts und des Zornes Gottes (vgl. Zeph 1,14-18). Im Auftrag Gottes spricht Amos gegen eine falsche Hoffnung einer Allvers\u00f6hnung oder eines universalen Heilsversprechens.<\/p>\n<p>Wer dies tut st\u00f6\u00dft auf Widerstand (vgl. Jer 18,18). Man will die Wahrheit \u00fcber das gerechte Gericht Gottes nicht h\u00f6ren \u2013 man verf\u00fchrt lieber die Menschheit in eine falsche Hoffnung und falsche Heilsgewissheit.<\/p>\n<ul>\n<li>Wie tr\u00fcgerisch und b\u00f6se ist es doch, wenn im Gottesdienst den Menschen ein Heil ohne Bu\u00dfe und Umkehr zu Jesus versprochen wird<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>B. Eine falsche Gottesdiensthaltung mit viel Form aber wenig Inhalt (5,21-27)<\/strong><\/p>\n<p>Das Nordreich war keineswegs gottlos. Vielmehr suchten sie in der bunten Vielfalt aller Religionen ihre Erf\u00fcllung. Jerobeam I. (erster K\u00f6nig im Nordreich nach der Reichsteilung 975-954 v.Chr.) hatte bereits neue Gottesdienstordnungen eingef\u00fchrt. Er baute zwei G\u00f6tzenopferst\u00e4tten in Bethel und Dan, f\u00fchrte neue Festzeiten ein, entlie\u00df die Leviten und stellte \u201eSpa\u00df-Priester\u201c (wer Lust hatte, durfte mitarbeiten, auch wenn er weder eine Berufung noch geistliche Qualifikation vorweisen konnte 2Chr 11,14). Jerobeam II. folgte genau diesem Vorbild und \u00fcbernahm nicht nur dessen Regierungsnamen, sondern auch seine Gottesdienstformen. Amos prangerte genau diese falschen Festversammlungen an.<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Gott im Gottesdienst Gott sein lassen <\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Gott braucht keine Einladung zum Gottesdienst, denn er ist der Einladende. Gott ist der Mittelpunkt im Gottesdienst. Er ist der Gastgeber und nicht Gast. Es sind Gottes Feste f\u00fcr das Volk Israel, es ist Gottes Anordnung, dass wir Gottesdienst feiern \u2013 darum gelten auch Gottes Standards.<\/p>\n<p>Die Priester machten ihre eigenen Gottesdienste und feierten nach ihren Standards. Sie machten Festivals und Events f\u00fcr das Volk (Volksfeste). Es wurde das angeboten, was die Masse wollte, was sie begeisterte und anlockte. Gott stand nicht mehr im Zentrum. Im Mittelpunkt stand der Mensch mit seinen W\u00fcnschen, seinen Gef\u00fchlen und Bed\u00fcrfnissen. Formen, Liturgien und Elemente aus anderen Religionen wurden mit eingebaut, um m\u00f6glichst allen gerecht zu werden. Doch das f\u00fchrte zum Synkretismus (Religionsvermischung), den Gott ablehnte.<\/p>\n<p>5,21\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Gott hasst und verabscheut die religi\u00f6sen Festversammlungen.<\/p>\n<p>So sch\u00f6n die Feste auch gefeiert wurden \u2013 Gott fand kein Wohlgefallen daran. Warum?<\/p>\n<ol>\n<li>Gott wurde zum Gast statt zum Gastgeber. Feste und Gottesdienste sind Einrichtungen Gottes. Gott l\u00e4dt das Volk ein und er bestimmt den Inhalt. Es l\u00e4uft etwas v\u00f6llig verkehrt, wenn wir meinen durch Gebetsrituale oder Lobpreislieder Gott zum Gottesdienst einladen zu wollen. Gott ist der Gastgeber und l\u00e4dt uns ein.<\/li>\n<li>Gott braucht keinen festlichen Lobpreis \u2013 uns mag es guttun und gefallen, aber Gott wohnt im Himmel, ist umgeben vom Lobpreis von Myriaden von Engeln, die seine Herrlichkeit anbeten. Er braucht keine selbstgef\u00e4lligen Lieder, wenn sie nur zum Selbstzweck gesungen werden.<\/li>\n<li>Gott braucht keinen Gottesdienst \u2013 der Mensch braucht ihn. Gott will uns damit dienen. Gott ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um uns zu dienen (Mk 10,45). Im Gottesdienst m\u00fcssen wir nicht Gott etwas bringen oder geben, um ihn wohl zu stimmen, sondern Gott will uns etwas geben.<\/li>\n<\/ol>\n<p>5,22\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Darum hatte Gott auch kein Wohlgefallen an den Opfern, selbst wenn sie mit Eifer dargebracht wurden. Viele war bereit Gro\u00dfes und Vieles im Gottesdienst zu geben. Voller Opferbereitschaft und voller Aktivismus \u2013 doch Gott verschloss\u2026<\/p>\n<p>\u2026seine Ohren, weil er sie nicht mehr h\u00f6ren konnte.<\/p>\n<p>\u2026seine Nase, weil er es nicht mehr riechen konnte.<\/p>\n<p>\u2026seine Augen, weil er sie nicht mehr sehen konnte.<\/p>\n<p>Gott wandte sich ab \u2013 \u00e4hnlich wie bei dem Opfer von Kain, das Gott nicht wohlgefallen hatte, weil eben die Motivation dessen, der das Opfer darbrachte nicht aufrichtig war (1Mo 4,5).<\/p>\n<ul>\n<li>Wer steht im Mittelpunkt unseres Gottesdienstes und bestimmt den Inhalt?<\/li>\n<li>Wer dient hier wem?<\/li>\n<li>Welche Motivation steckt hinter dem Einsatz und Eifer unserer Gottesdienste \u2013 wollen wir Menschen gefallen und dienen oder sind wir bereit, dass Gott uns dienen und bedienen m\u00f6chte.<\/li>\n<\/ul>\n<p>2.<strong>Gott im Gottesdienst zu Wort kommen lassen<\/strong><\/p>\n<p>5,23 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Gott lehnte die Dankeslieder und Loblieder ab und wollte sie nicht h\u00f6ren. Nicht, dass Loblieder an sich falsch w\u00e4ren (Vgl. R\u00f6m 15,6; Heb 13,15; Ps 18,50; Kol 3,16).<\/p>\n<ol>\n<li>Amos beobachtete die Gottesdienste und sah ihre heuchlerische Anbetung. Bereits in Amos 4,4-5 klagt er dar\u00fcber, dass sie mit ihren Opfern nur noch mehr S\u00fcnde auf sich laden. Gott kam nicht mehr zu Wort. Die Taten der Menschen standen im Mittelpunkt, das was der Mensch tut, macht und leistet, statt das was Gott tat.<br \/>\nWar es nicht Gott, der unter seinem Volk wohnen wollte, der alles daf\u00fcr tat, der die Opfer bereitstellte und sich in Jesus Christus selbst gab? Wo Gottes Werk (Golgatha) zum Beiwerk im Gottesdienst wird, ist es ein falscher Gottesdienst.<\/li>\n<li>Die frommen und heiligen Rituale, mit denen sie sich abm\u00fchten, waren f\u00fcr Gott absto\u00dfend, weil ihre Herzen unrein und ihr Lebenswandel unheilig waren. Was n\u00fctzen Gottesdienste f\u00fcr den Herrn, unser Lobpreis und unsere Anbetung, wenn unser Leben nicht im Willen Gottes steht und wir Gottes Wort ablehnen.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Der Herr spricht durch Jesaja schon: <em>Was soll mir die Menge eurer Schlachtopfer? spricht der HERR. Ich bin der Brandopfer von Widdern und des Fettes der Mastk\u00e4lber \u00fcberdr\u00fcssig, und am Blut der Jungstiere, L\u00e4mmer und B\u00f6cke habe ich kein Gefallen! Wenn ihr kommt, um vor meinem Angesicht zu erscheinen &#8211; wer verlangt dies von euch, dass ihr meine Vorh\u00f6fe zertretet?\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Bringt nicht mehr vergebliches Speisopfer! R\u00e4ucherwerk ist mir ein Greuel! Neumond und Sabbat, Versammlungen halten: Frevel verbunden mit Festgedr\u00e4nge ertrage ich nicht! Eure Neumonde und Festzeiten hasst meine Seele; sie sind mir zur Last geworden; ich bin es m\u00fcde, sie zu ertragen. Und wenn ihr eure H\u00e4nde ausbreitet, verh\u00fclle ich meine Augen vor euch, und wenn ihr auch noch so viel betet, h\u00f6re ich doch nicht, denn eure H\u00e4nde sind voll Blut! Wascht, reinigt euch! Tut das B\u00f6se, das ihr getan habt, von meinen Augen hinweg; h\u00f6rt auf, B\u00f6ses zu tun! Lernt Gutes tun, trachtet nach dem Recht, bestraft den Gewaltt\u00e4tigen, schafft der Waise Recht, f\u00fchrt den Rechtsstreit f\u00fcr die Witwe!<\/em> (Jes 1,11-17)<\/li>\n<\/ol>\n<p>Eine Lobpreistheologie ist nichts wert, wenn sie nicht auf einer biblischen Theologie der Heiligung gegr\u00fcndet ist. Wiesbe schreibt dazu: <em>\u201eEine gute Theologie kann Hoffnung vermitteln, aber eine schlechte Theologie f\u00fchrt zu falscher Hoffnung.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Vielmehr sollte Gott selbst im Gottesdienst zu Wort kommen, indem Gottes Wort Raum und Platz findet, dass der Herr selbst zu uns reden kann. Gottes Werk der Erl\u00f6sung steht im Mittelpunkt der Anbetung und nicht unser Wohlergehen. Viele Lobpreislieder verfehlen hier inhaltlich ihr Ziel, weil es nur um den Menschen geht. Der Name \u201eJesus\u201c oder das Erl\u00f6sungswerk des \u201eKreuzes\u201c wird in den wenigsten Liedtexten erw\u00e4hnt!<\/p>\n<p>Wenn im Gottesdienst nur noch die \u00e4u\u00dferen Formen, die eigenen Gaben, der eigene Lobpreis (Liedern) im Mittelpunkt steht und nicht mehr das Wort Gottes, dann muss man fragen, um was es sich im Gottesdienst noch dreht \u2013 um Gott oder um den Menschen.<\/p>\n<ul>\n<li>Wer hat in unserem Gottesdienst mehr Redeanteil \u2013 Gott oder der Mensch?<\/li>\n<li>Wer dient und h\u00f6rt im Gottesdienst auf wen \u2013 muss Gott uns zuh\u00f6ren oder h\u00f6ren wir auf Gottes Wort?<\/li>\n<li>Wieviel Zeit nimmt das Rahmenprogramm im Vergleich zur Predigt ein?<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>3. Gottes Recht im Leben aufleuchten lassen<\/strong><\/p>\n<p>5,24 Gott verurteilt ihre Gottesdienste trotz ihrer religi\u00f6sen Formen, weil ihre Gerechtigkeit und Liebe zum N\u00e4chsten auf der Strecke blieb.<\/p>\n<p>Es spielt keine Rolle wieviel religi\u00f6se Betriebsamkeit wir in der Gemeinde entwickeln; wenn wir unseren Bruder oder N\u00e4chsten nicht lieben oder achten. Wir k\u00f6nnen dem Herrn nicht mit reinem Herzen anbeten, noch ihm dienen, wenn wir nicht leben was im Wort Gottes geschrieben steht.<\/p>\n<p>Der wahre und rechte Gottesdienst ist der, dass wir Gottes das Recht geben uns zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Das Recht Gottes f\u00fcr uns annehmen und sein Recht durch uns zu den Menschen flie\u00dft.<\/p>\n<p>Das geschieht aber nur dann, \u2026<\/p>\n<p>\u2026wenn wir auf Gottes Recht h\u00f6ren und es kennen (Gottes Wort verk\u00fcndigen),<\/p>\n<p>\u2026wenn wir Gottes Recht annehmen und bejahen (Gott recht geben),<\/p>\n<p>\u2026wenn wir Gottes Recht ausleben und vertreten (Gottes Willen tun).<\/p>\n<p><strong>Der wahre Gottesdient wird nicht im Gemeindehaus gefeiert, sondern im Alltag gelebt!<\/strong><\/p>\n<p>5,25-26 \u00a0\u00a0\u00a0 Gott erinnert das Volk daran, wie sie von Anfang an geneigt waren andere Elemente im Gottesdienst zu verehren (vgl. Apg 7,42ff). Der religi\u00f6se Mensch neigt immer dazu Gott etwas zu bringen oder unbewusst sich oder seine eigenen Ideen und Vorstellungen in den Mittelpunkt zu stellen.<\/p>\n<ul>\n<li>Wo stehen wir in der Gefahr Gottes Wort zu \u00fcberh\u00f6ren, zwar die Form zu wahren aber Gottes Wort nicht auszuleben?<\/li>\n<li>Leben wir einen rechten Gottesdienst oder beschr\u00e4nken wir es auf bestimmte Gottesdienstzeiten?<\/li>\n<\/ul>\n<p>5, 27 Gott warnt sein Volk, dass fromme Gottesdienste und gro\u00dfe religi\u00f6se Versammlungen allein, die Menschen nur in eine falsche Selbstsicherheit und falsche Gewissheit f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Ein wahrer und gottwohlgef\u00e4lliger Gottesdienst geschieht<\/p>\n<ul>\n<li>mit reinen und gehorsamen Herzen (1Pet 1,22)<\/li>\n<li>mit ganzer Hingabe seines eigenen Lebens gegen den Lauf der Welt (R\u00f6m 12,1ff)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Christ kann nicht dem Weltlauf und Zeitgeist folgen, sich der Gesellschaft anpassen und dabei noch ein gottwohlgef\u00e4lliges Glaubensleben f\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>C. Eine tr\u00fcgerische Selbstsicherheit mit viel Wohlstand aber wenig geistlicher Verantwortung (6,1-7)<\/strong><\/p>\n<p>Amos warnt das Volk vor ihrer Selbstsicherheit und Sorglosigkeit. Die Wohlstandsgesellschaft macht das Volk f\u00fcr geistliche Dinge schl\u00e4frig. Amos beschreibt ihren Zustand als Menschen, die ihr eigenes Wohl zum G\u00f6tzen machten.<\/p>\n<p>6,4 \u00a0\u00a0 Wohlstand und Reichtum\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 (vgl. 3,15)<\/p>\n<p>Schwelgerei und Fresserei\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 (Vgl. Jak 5,5)<\/p>\n<p>Ablenkung durch Musik, Rausch und Wellness<\/p>\n<p>Aber die geistliche Not wurde nicht erkannt!<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> Verstehen, worum es geht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>2.1 Hinweise f\u00fcr hermeneutische \u00dcberlegungen (Auslegung)<\/strong><\/p>\n<p>Heilsgeschichtlich muss der Unterschied zwischen dem alttestamentlichen und neutestamentlichen Gottesdienst beachtet werden.<\/p>\n<p>So ist der Gottesdienst in der Gemeinde nicht an einen bestimmten Ort gebunden und es gibt auch keine Tieropfer mehr.<\/p>\n<p>Die Gemeinde bringt geistliche Opfer (1Pet 2,5), die da sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Lob und Dank, Bekenntnis zu Jesus, anderen wohltun (Heb 13,15-16)<\/li>\n<li>Pers\u00f6nlicher Einsatz f\u00fcr Gott (Phil 2,17)<\/li>\n<li>Unterst\u00fctzung der Gemeinde- und Missionsarbeit (Phil 4,18)<\/li>\n<li>Ein heiliges Leben (R\u00f6m 12,1)<\/li>\n<li>Eine wahre Anbetung durch eine echte Wiedergeburt (im Heiligen Geist) und eine lebendige Beziehung mit Jesus (Wahrheit); vgl. Joh 4,22-24.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Gottesdienst im Neuen Testament bezieht sich auch nicht auf eine bestimmte Zeit oder Versammlung, sondern ist eine Lebensf\u00fchrung.<\/p>\n<p><strong>Ein Christ feiert nicht nur Gottesdienst, sondern er ist ein Gottesdienst, genauso wie Christen keine Mission machen, sondern Mission sind.<\/strong><\/p>\n<p><strong>2.2 Hinweise f\u00fcr situative \u00dcberlegungen (Predigtanlass)<\/strong><\/p>\n<p>Heute ist Palmsonntag: Viele Menschen kamen, um das Passahfest zu feiern, um Opfer zu bringen und Gott im Tempel anzubeten. Als damals die Menge Hosianna schrie und den kommenden K\u00f6nig anbetete war es ein Fest \u2013 man hatte einen Gottesdienst gefeiert. Aber es dauerte nur wenige Tage, dann schrie die Menge kreuziget ihn.<\/p>\n<p>Was war aus den frommen Jubelges\u00e4ngen und Palmwedlern geworden? Wo waren sie als Jesus seinen Gottesdienst lebte, sein Opfer f\u00fcr die Menschen gab?<\/p>\n<p>Es gibt einen gro\u00dfen Unterschied zwischen Gottesdienst feiern und Gottesdienst leben.<\/p>\n<p><strong>2.3 Hinweise f\u00fcr homiletische \u00dcberlegungen (Anwendung)<\/strong><\/p>\n<p>Der Prediger sollte daran denken, dass es in diesem Text um mehr geht als um eine besondere sonnt\u00e4gliche Gottesdienstform.<\/p>\n<p>Man kann evt. bewusst einsteigen mit der Frage: Was ist ein rechter Gottesdienst?<\/p>\n<p>Viele werden zuerst an<\/p>\n<ul>\n<li>\u00e4u\u00dfere Formen denken, statt an Inhalte oder Motivation.<\/li>\n<li>bestimmte Orte oder Zeiten denken, statt an einen Lebensstil<\/li>\n<\/ul>\n<p>Weder religi\u00f6ser Traditionalismus (alte fromme Formen) noch Modernismus (neue moderne Formen) f\u00fchren zum rechten Gottesdienst, wenn das Herz nicht durch Jesus ver\u00e4ndert wird.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong> Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>3.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Amos 5,21-27 steht unter dem Thema: <strong>Der rechte Gottesdienst (Palmsonntag)<\/strong><\/p>\n<p>Israel war alles andere als gottlos. Aber in ihrer Fr\u00f6mmigkeit und Spiritualit\u00e4t suchten sie alle m\u00f6glichen religi\u00f6sen Erfahrungen und stellten neben Gott noch viele andere G\u00f6tzen. Ihre FEST-Gottesdienste wurden zum G\u00f6tzendienst ihrer selbst. Das eigene Wohlgef\u00fchl und ICH standen im Mittelpunkt des Gottesdienstes. Die \u00e4u\u00dfre Formen war wichtiger als der geistliche Inhalt oder das pers\u00f6nliche Glaubensleben.<\/p>\n<p>Wie zur Zeit Jesu drehte sich die Fr\u00f6mmigkeit nur noch um \u00e4u\u00dfere Rituale. Das Rahmenprogramm musste stimmen, der Schein gewahrt bleiben, aber nicht das Herz des Menschen. Die Botschaft war: Alles wird gut und Gott wird niemand richten.<\/p>\n<p>Auch heute erleben wir solche Gottesdienste, bei denen es leichter ist,<\/p>\n<ul>\n<li>die Form fromm zu halten, als das Herz.<\/li>\n<li>\u00fcber ein gutes Ende zu predigen, als \u00fcber Gericht.<\/li>\n<li>eine Stunde sch\u00f6nen Gottesdienst zu zelebrieren, als im Alltag Gottesdienst zu leben.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Aber im rechten Gottesdienst will Gott unser Herz ver\u00e4ndern, will, dass wir fromm leben und nicht nur fromm feiern. Im rechten Gottesdienst steht Gott im Mittelpunkt, weil er Retter und Richter der Welt ist.<\/p>\n<p><strong>3.2 Predigtthema \u2013 was sage ich in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Wir wollen die Zuh\u00f6rer hinterfragen:<\/p>\n<ul>\n<li>Wie und warum feiern wir Gottesdienst und was ist der rechte Gottesdienst?<\/li>\n<li>Was n\u00fctzt ein sch\u00f6n gestalteter Gottesdienst mit Lobpreis- und Anbetungsteil, wenn unser Lebenswandel nicht mit dem Willen Gottes \u00fcbereinstimmt?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ziel ist den Zuh\u00f6rern eine Hilfestellung zu geben, ein rechtes und Gott wohlgef\u00e4lliges Gottesdienstleben zu f\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>3.3 Predigtentfaltung \u2013 wie sage ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>Unwissenheit \u00fcber das kommende Gericht<\/li>\n<li>Sorglosigkeit durch falsche Gottesdienste<\/li>\n<li>Gottesdienst richtig leben statt nur feiern<\/li>\n<\/ol>\n<ol>\n<li>Gottes Einladung folgen \u2013 Gott m\u00f6chte uns im Gottesdienst dienen<\/li>\n<li>Gott zu Wort kommen lassen \u2013 Gott m\u00f6chte im Gottesdienst zu uns reden<\/li>\n<li>Gott will uns ver\u00e4ndern \u2013 Gott m\u00f6chte, dass wir einen rechten Gottesdienst leben<\/li>\n<\/ol>\n<ol>\n<li>a) Eine gro\u00dfe Unwissenheit \u00fcber den kommenden Tag des Herrn (5,18-20)<\/li>\n<li>b) Eine falsche Gottesdiensthaltung mit viel Form aber wenig Inhalt (5,21-27)<\/li>\n<li>c) Eine tr\u00fcgerische Selbstsicherheit mit viel Wohlstand aber wenig geistlicher Verantwortung (6,1-7)<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>3.4 Predigtveranschaulichungen \u2013 wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>In einer Bildgalerie werden Bilder ausgestellt, aber kaum einer beachtet die Bilder, denn die Rahmen, welche die Bilder verzieren sind so breit und gro\u00df, dass der Bildbetrachter seinen Blick unweigerlich auf die pomp\u00f6sen Rahmen lenkt und das Eigentliche, das Bild dabei \u00fcbersieht.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich ist es, wenn fromme Gottesdienstformen oder -rahmen mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen als das Eigentliche, was einen Gottesdienst ausmacht \u2013 n\u00e4mlich Gottes Wort und Werk. Zentrum des Gottesdienstes ist das, was der HERR zu uns reden und an uns wirken m\u00f6chte. Die Form und der Rahmen sollen nur dazu dienen, dass dieses Werk unseres Herrn Jesus noch mehr hervorgehoben wird und Beachtung findet.<\/p>\n<p>(Klaus Eberwein)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Amos \u2013 Gottes Standards gelten Predigtthema:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Der rechte Gottesdienst Zur Gottesdiensteinleitung:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 R\u00f6m 12,1-2 Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. 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