{"id":3625,"date":"2019-02-05T17:43:16","date_gmt":"2019-02-05T16:43:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=3625"},"modified":"2019-02-05T17:43:16","modified_gmt":"2019-02-05T16:43:16","slug":"predigthilfe-vom-17-februar-2019-4-mose-15-32-41","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-17-februar-2019-4-mose-15-32-41\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 17. Februar 2019 &#8211; 4. Mose 15, 32-41"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Von Gott geleitet durch die W\u00fcste<\/strong><\/p>\n<p><strong>Predigtthema:<\/strong><strong> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Den Sabbat Gottes achten \u2013 zur Ruhe kommen<\/strong><\/p>\n<p><strong>Predigttext:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong>4Mose15,32-41 und Heb 4,9-11(Vorschlag zur Textlesung)<\/p>\n<p>Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n<ol>\n<li><strong> Sehen, was dasteht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/\">www.bibleserver.com<\/a> (Luther 1984 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000 \/ Neue Genfer \u00dcbersetzung \/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n<p><strong>1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext <\/strong><\/p>\n<p>Der Text mag im ersten Moment schwer zug\u00e4nglich sein und f\u00fchrt m\u00f6glicherweise anfangs zu Irritationen. Wie kann ein liebender und gn\u00e4diger Gott eine Todesstrafe einfordern, nur weil ein Mann vorbotenerweise am Sabbat etwas Holz gesammelt hat?<\/p>\n<p>Wie kann Gott nur so streng sein, dass er wegen einer eher banalen Angelegenheit eine so befremdende und unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig harte Strafe einfordert?<\/p>\n<p>Hier gilt es die heilsgeschichtliche Auslegung und Bedeutung des Sabbatgebotes gut zu beachten (siehe Punkt 1.3 und 2.1).<\/p>\n<p>Sollte der Bibeltext uns bitter aufsto\u00dfen, sollten wir trotz allem zuerst unsere eigene Haltung pr\u00fcfen und unsere inneren Gedanken unter den Gehorsam Christi stellen und betend fragen, warum Gott so streng handelt. Dabei hilft zu bedenken\u2026<\/p>\n<ul>\n<li>\u2026dass Gott ein absolut heiliger und gerechter Gott ist und eigentlich jede S\u00fcnde den Tod zur Folge hat (R\u00f6m 6,23; Jak 2,10).<\/li>\n<li>\u2026dass nicht Gott eine Straftat\/Gesetzes\u00fcbertretung beging, sondern der Mensch indem er willentlich und wissentlich Gottes Gebot \u00fcbertreten hatte.<\/li>\n<li>\u2026dass Gott der Sch\u00f6pfer in seiner Souver\u00e4nit\u00e4t uns keine Rechenschaft schuldig ist \u00fcber das Strafma\u00df, dies aber doch im vorab angek\u00fcndigt und den Menschen gewarnt hatte (2Mo 31,14f).<\/li>\n<li>\u2026dass Gott uns damit ein viel gr\u00f6\u00dferes Prinzip aufzeigen m\u00f6chte.<\/li>\n<\/ul>\n<p>In unserer Monatsreihe geht es um das Thema: Von Gott geleitet durch die W\u00fcste.<\/p>\n<p>Nach den beiden tragischen Kapiteln (4Mose 13-14), in denen das Volk Israel das gro\u00dfe Gottesgeschenk der Einnahme des verhei\u00dfenen Land abgelehnt hatte, folgte die Gerichtsandrohung einer 38-j\u00e4hrigen W\u00fcstenzeit, in der die ganze Generationen (alle die \u00e4lter als 20 Jahre sind) in der W\u00fcste umkommen werden. In 4Mo 15 folgen Warnungen, Gesetzes- und Opfervorschriften wodurch das Volk dennoch mit Gott Frieden finden kann. Auffallend ist, dass diese Anordnung mit dem Ausblick auf den Einzug ins Land Kanaan (15,1-2) gegeben wurde. Damit unterstreicht Gott die Zusage, dass die n\u00e4chste Generation sicherlich nach Kanaan einziehen wird.<\/p>\n<p>Ab 4.Mose 15,32 \u00a0 folgt der Predigttext mit der Strafe des Sabbatsch\u00e4nders.<\/p>\n<p>Ab 4 Mose 15,37\u00a0\u00a0 folgt eine Anordnung Gottes f\u00fcr das Tragen von Quasten (Franzen\/F\u00e4den), die an das Gesetz Gottes erinnern sollen.<\/p>\n<p>Den Focus legen wir vor allem auf die Handlung des Menschen und fragen: Welche Folgen hat die willentliche Missachtung des Menschen gegen\u00fcber Gottes Geschenk.<\/p>\n<p><strong>1.2 Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n<p><em>Maier, Gerhard,<\/em> Wuppertaler Studienbibel, \u201eDas vierte Buch Mose\u201c, Brockhaus Verlag<\/p>\n<p><em>Wiersbe, Warren.W,<\/em> \u201eSei zuverl\u00e4ssig\u201c Studien des Alten Testamentes 4Mo 1-16, CLV<\/p>\n<p><em>Mackintosh, C.H.,<\/em> \u201eDie f\u00fcnf B\u00fccher Mose- Gedanken zum 4.Buch Mose\u201c, CSV<\/p>\n<p><em>Fruchtenbaum G. Arnold,<\/em> \u201eDer Sabbat \u2013 Symbolik und Bedeutung\u201c, Christlicher Mediendienst D\u00fcsseldorf<\/p>\n<p><em>Gerlach, Andreas<\/em>; Predigthilfe vom 16. August 2015 \u2013 Markus 2,23 \u2013 3,6; \u201eDer Sabbat f\u00fcr den Menschen, nicht der Mensch f\u00fcr den Sabbat\u201c: <a href=\"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-16-august-2015-markus-223-36\/\">https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-16-august-2015-markus-223-36\/<\/a><\/p>\n<p><strong>1.2 Anmerkungen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>4Mo 15,32 &#8211; 33 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ein bewusstes NEIN des Menschen zum Geschenk Gottes<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Hier geht es um weit mehr, als um das Sammeln von Holz am Sabbat \u2013 Israel war in der W\u00fcste stecken geblieben \u2013 sie hatten die Ruhe Gottes nicht erreicht, die Gott f\u00fcr sie vorgesehen hatte. Sie wollten nicht in die Ruhe Gottes eingehen.<\/p>\n<p>Dabei hatten sie doch lautstark am Berg Sinai dem Gesetz Gottes zugestimmt und versprochen, alles zu tun was Gott sagt (2Mo 19,8; 24,3+7). Dazu geh\u00f6rte auch das 4. Gebot den 7ten Tag zu heiligen (2Mo 20,8-11).<\/p>\n<p>Wie unf\u00e4hig ist doch der Mensch. Er kann weder das tun was Gott sagt was er tun soll, noch kann er das lassen, was Gott sagt was er nicht tun soll.<\/p>\n<p>Willentlich lehnte das Volk das Geschenk Gottes ab. Gerade im Zusammenhang mit der kurz zuvor auflehnenden Haltung gegen\u00fcber dem Einzug ins Verhei\u00dfene Land (Land der Ruhe), scheint die Sabbats\u00fcnde ein weiterer Schlag in Gottes Angesicht zu sein, der ihnen einen Ruhetag geschenkt hatte, an dem sie nichts zu tun brauchten.<\/p>\n<p>Zum Verst\u00e4ndnis ist es wichtig das Sabbatgebotes genau zu kennen.<\/p>\n<p><strong>Das mosaische Sabbatgebot beinhaltete folgende Besonderheiten:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Ruhe von Werken:<\/strong> Das Sabbatgebot war eine Aufforderung nach dem Vorbild Gottes bei der Sch\u00f6pfung von seinen eigenen Werken zu ruhen. Daher war nach dem Gesetz jede Arbeit verboten.<\/li>\n<li><strong>Keine Arbeit im Besonderen:<\/strong> In der Bibel werden neben dem Verbot von jeglicher Arbeit ausdr\u00fccklich noch weitere T\u00e4tigkeiten genannt, die nicht ausge\u00fcbt werden d\u00fcrfen. Aufsammeln von Manna (2Mo 16,23ff); Reisen (2Mo 16,29); Pfl\u00fcgen\/ Ernten (2Mo 34,21); Feuer anz\u00fcnden (2Mo 35,3); Holz sammeln (4Mo 15,32).<\/li>\n<li><strong>Priesterdienst<\/strong>: Im Gegensatz zur Bev\u00f6lkerung war der Sabbat f\u00fcr die Priester kein Ruhetag, sondern sie sollten an diesem Tag im Tempel mehr arbeiten als an anderen Tagen. Gerade zu den Festsabbaten (Mt 12,5).<\/li>\n<li><strong>Strafe bei \u00dcbertretung<\/strong>: Die Nichteinhaltung des Sabbatgebotes wurde mit dem Tod bestraft. Von Anbeginn war das Strafma\u00df bei \u00dcbertretung bekannt (2Mo 31,14f).<\/li>\n<\/ul>\n<p>V.33 \u00a0\u00a0 Das Volk war wohl nach den letzten Erfahrungen sensibel geworden f\u00fcr bewussten Ungehorsam und zeigte diesen an. Die \u00dcbertretung des Sabbats\u00fcnders wurde von der Gemeinde selbst \u00f6ffentlich gemacht.<\/p>\n<p>V.34 Die Untersuchungshaft des S\u00fcnders geschah nicht aufgrund von Unwissenheit \u00fcber das Strafma\u00df, sondern war eine gewissenhafte Nachpr\u00fcfung, ob der S\u00fcnder wirklich vors\u00e4tzlich gehandelt hat und diese Strafe wirklich vollzogen werden muss. Bei Todesstrafen hatte Mose zuvor nochmals R\u00fccksprache mit Gott gehalten (\u00e4hnlich war es bei einem Gottesl\u00e4sterer 3Mo 24,11ff).<\/p>\n<p><strong><em>4Mo 15,35-36 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ein NEIN Gottes gegen die bewusste Ablehnung des Menschen<\/em><\/strong><\/p>\n<p>V.35\u00a0\u00a0\u00a0 Der Herr best\u00e4tigte die Tat als eine bewusste Ablehnung und L\u00e4sterung gegen Gottes Gebot, eine willentlich begangene S\u00fcnde gegen\u00fcber Gottes Willen, die Gott in seiner Heiligkeit nicht dulden konnte. Eine solche Gleichg\u00fcltigkeit hat im Volk Gottes keinen Platz.<\/p>\n<p>V.36\u00a0\u00a0\u00a0 Das gesamte Volk war nun aufgefordert, diese S\u00fcnde zu verurteilen. Eine rebellische und auflehnende Haltung gegen\u00fcber Gott f\u00fchrte zum Ausschluss aus der Gemeinschaft des Volkes. Die Todesstrafe durch Steinigung entsprach Gottes Anordnung (2Mo 31,14f; 35,2; 3Mo 24,14). Durch die Beteiligung des Volkes wurde die Schrecklichkeit der Gesetzes\u00fcbertretung dem ganzen Volk bewusst gemacht. Es diente ganz bewusst zur Abschreckung \u2013 wer hier dabeistand, wird das nie wieder vergessen und den Sabbat bzw. Gottes Gebot anders achten.<\/p>\n<p><strong><em>4Mo 15,37-36 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Eine bewusste Erinnerungshilfe an Gottes Wort: WWJD <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Im n\u00e4chsten Abschnitt schenkt Gott dem Volk eine Erinnerungshilfe, damit sie sich immer an die Gebote Gottes erinnern sollten.<\/p>\n<p>V.37-38 Die Rede ist von den Quasten oder B\u00e4ndel, die auch orthodoxe j\u00fcdische M\u00e4nner heute noch tragen. Zizit oder Schauf\u00e4den genannt. Sie befinden sich an den vier Ecken des Gebetsschals (Talit) oder den Kleidungsst\u00fccken (Art Unterhemden). Heute sind sie meist wei\u00df, fr\u00fcher mit blauen F\u00e4den durchwoben. Die F\u00e4den sollten im Alltag st\u00e4ndig an die 613 Gebote und Verbote erinnern, die blauen F\u00e4den deuten auf den Herrn hin, der alles sieht und kennt. Ob beim Aufstehen, beim Gehen oder beim Arbeiten sollte der Anblick an Gottes Gebote erinnern.<\/p>\n<p>V.39-40 Die Quasten dienen dem Volk beim Anblick<\/p>\n<p>a) zur Erinnerung an Gottes Gebote<\/p>\n<p>b) zur Selbstdisziplin f\u00fcr Begehrlichkeit<\/p>\n<p>c) zur Einhaltung des Gesetzes<\/p>\n<p>d) zur Heiligung Gottes<\/p>\n<p>Im Glauben ber\u00fchrte die blutfl\u00fcssige Frau die Quasten von Jesus, der diese auch an seinem Gewand trug (Lk 8,44).<\/p>\n<p>In sp\u00e4terer Zeit, im tausendj\u00e4hrigen K\u00f6nigreich wird verhei\u00dfen, dass zehn Heiden sich an den Quasten eines j\u00fcdischen Mannes h\u00e4ngen werden (Sach 8,23).<\/p>\n<p>V.41 Gott erinnert an die eigentliche Bestimmung und Berufung des Volkes Israel.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> Verstehen, worum es geht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>2.1 Hinweise f\u00fcr hermeneutische \u00dcberlegungen (Auslegung)<\/strong><\/p>\n<p>Damit wir den Text recht anwenden, m\u00fcssen wir das Sabbatgebot in seiner heilsgeschichtlichen Bedeutung verstehen.<\/p>\n<p>Ganz wichtig: Das Sabbatgebot ist dem Volk Israel in der Zeit des Gesetzes gegeben. D.h.<\/p>\n<ul>\n<li>Das Sabbatgebot ist keine direkte Sch\u00f6pfungsordnung Gottes f\u00fcr den Menschen. Gott ruhte am 7. Tag, von den Menschen sagte er nichts (1Mo 2,2-3). Dennoch ist es ein Vorbild Gottes f\u00fcr die Menschen.<\/li>\n<li>Wir finden bis zum 2.Buch Mose keinen Hinweis, dass Menschen den 7ten Tag als Ruhetag einhielten.<\/li>\n<li>Einen ersten Hinweis zum Sabbatgebot wurde erst mit dem Geschenk des Himmelsbrotes dem Volk Israel gegeben. Das Manna durfte sechs Tage lang gesammelt werden, am siebten Tag sollten sie es nicht sammeln (2Mo 16,23ff).<\/li>\n<li>Das Sabbatgebot wurde erst mit den 10 Geboten am Sinai schriftlich eingef\u00fchrt und fixiert \u2013 von Adam bis Mose lesen wir nichts davon, dass Menschen am Sabbat keine Arbeit verrichten sollten (2Mo 20,8-11).<\/li>\n<li>Das Sabbatgebot ist ausschlie\u00dflich f\u00fcr das irdische Volk Israel und dessen nachkommenden Generationen gegeben und nicht f\u00fcr die Heiden (2Mo 31,13ff).<\/li>\n<li>Das Sabbatgebot ist Bestandteil des mosaischen Gesetzesbundes, welches sich in Jesus Christus erf\u00fcllt hat (R\u00f6m 10,4; Mt 5,17ff; Apg 13,39).<\/li>\n<li>Das Sabbatgebot wird im Neuen Testament von Jesus als ein Geschenk Gottes an den Menschen betrachtet, das zum Nutzen des Menschen gegeben ist (Mt 12,10ff; Mk 2,27f).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Darum ist es verkehrt, wenn wir das Sabbatgebot im neuen Bund als Gesetz aufstellen. Der Christ steht nicht unter dem Gesetz, sondern ein jeder halte den Tag so wie er es vor Gott vertreten kann (R\u00f6m 14,5).<\/p>\n<p><strong>Wozu nun der Sabbat? <\/strong><\/p>\n<p><em>\u201eSo lasst euch von niemand richten wegen Speise oder Trank, oder wegen bestimmter Feiertage oder Neumondfeste oder Sabbate,<\/em> <em>die doch nur ein Schatten der Dinge sind, die kommen sollen, wovon aber der Christus das Wesen hat. \u00a0Kol 2,16-17<\/em><\/p>\n<p>Der Sabbat ist ein Zeichen f\u00fcr die ewige Ruhe Gottes, f\u00fcr die der Mensch geschaffen ist.<\/p>\n<p><strong>Der Sabbat hat eine dreifache Bedeutung: <\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Die Sabbatruhe der Kinder Gottes. Die Erl\u00f6sung geschieht durch Ruhe und Umkehr (Jes 30,15) und nicht durch Werke, sondern durch Gottes Werk (Mt 11,28).<\/li>\n<li>Die irdische Sabbatruhe steht f\u00fcr das Volk Israel noch aus, die Sabbatruhe des 1000-j\u00e4hrigen K\u00f6nigreiches (Heb 4,8). Gott wird sein Volk zur Ruhe f\u00fchren, ihnen das Land austeilen und erf\u00fcllen, was er verhei\u00dfen hat.<\/li>\n<li>Die ewige Sabbatruhe in der Herrlichkeit f\u00fcr alle Gl\u00e4ubigen (Heb 11,13ff). Gott m\u00f6chte den Menschen retten und in seine ewige Ruhe f\u00fchren. Wer Gottes ewige Ruhe bewusst missachtet und ablehnt, der erf\u00e4hrt den ewigen Tod.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>2.2 Hinweise f\u00fcr situative \u00dcberlegungen (Predigtanlass)<\/strong><\/p>\n<p>Wie schon erw\u00e4hnt muss der Verk\u00fcndiger dem Zuh\u00f6rer Zugang zum Text verschaffen und die f\u00fcr uns unverst\u00e4ndlich harte Strafe im heilsgeschichtlichen Zusammenhang erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Dies kann durchaus auch provokativ geschehen, indem wir vorwurfsvoll die Bedeutung des Sonntags hinterfragen. Warum achten heute immer weniger Menschen den Sonntag, m\u00e4hen den Rasen, putzen das Auto, gehen Einkaufen oder Landwirte arbeiten auf dem Feld.<\/p>\n<p>Wenn wir f\u00fcr ein Sonntagsgebot einstehen, dann sollten wir im Umkehrschluss selbstkritisch \u00fcberlegen, warum wir sonntags den Grill anwerfen, da das Feuermachen doch verboten ist oder mit dem Auto oder Motorrad Sonntagsfahrten unternehmen oder Ausfl\u00fcge machen, da doch das Reisen verboten ist.<\/p>\n<p>Wir sind gegen Sonntagsarbeit, gehen aber ins Restaurant oder bestellen den Pizzaservice und lassen andere f\u00fcr uns arbeiten. Wie inkonsequent und heuchlerisch, wenn wir hier \u00fcber ein christliches Sonntagsgebot auf Grund des 4. Gebotes sprechen w\u00fcrden?!<\/p>\n<p><strong>2.3 Hinweise f\u00fcr homiletische \u00dcberlegungen (Anwendung)<\/strong><\/p>\n<p>Wie schon erw\u00e4hnt gibt es aus zwei Gr\u00fcnden keine direkte Anwendung auf uns heute.<\/p>\n<ul>\n<li>Weil es heilsgeschichtlich im Neuen Testament kein Sabbatgebot gibt.<\/li>\n<li>Weil das alttestamentliche Gesetz durch Jesus Christus erf\u00fcllt ist.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dennoch gibt es einige mittelbare Anwendungen und Prinzipien.<\/p>\n<ol>\n<li>Die Missachtung des Sabbatgebotes ist ein Bild f\u00fcr die Konsequenz, wenn ein Mensch die von Gott gegebene Ruhe Gottes bewusst ablehnt (Heb 4,9ff). Er kommt nicht zur Ruhe und Erl\u00f6sung Gottes.<\/li>\n<li>Der Sonntag (Seit dem NT, der Tag an dem die Gemeinde sich zum Gottesdienst traf) ist ein Geschenk Gottes. Ein Ruhetag in der Woche ist uns durch das Vorbild Gottes in der Sch\u00f6pfung gegeben und so lange der Staat dieses erlaubt, d\u00fcrfen und sollen wir diesen Tag als Geschenk annehmen.<\/li>\n<li>Der Sonntag als Ruhetag ist kein Gesetz Gottes. Es ist jedem freigestellt (R\u00f6m 14,4ff) \u2013 aber der Christ tut gut daran in die Ruhe Gottes einzukehren<\/li>\n<li>Wer vors\u00e4tzlich in einer inneren starren Haltung gegen Gottes Gebot verst\u00f6\u00dft, soll aus der Gemeinde ausgeschossen werden (1Kor 5,7+13; Mt 18,17ff).<\/li>\n<li>Die Gemeindeglieder sollen sich von solchen fernhalten und die meiden, die bewusst in S\u00fcnde leben und darin verharren (1Tim 6,3-5; 2Tim 3,5).<\/li>\n<li>S\u00fcnder, die bewusst Gottes Geschenk und Gebote ablehnen, sind ein schlechtes Vorbild f\u00fcr andere in der Gemeinde (Pred 9,18; 2Petr 3,17).<\/li>\n<li>F\u00fcr beharrliche Ablehnung von Gottes Geschenk der Erl\u00f6sung (Ruhe Gottes) ist kein Opfer zur S\u00fchne vorgesehen (Lk 12,10; 1Joh 5,16; Heb 10,28-31). Wer das Kreuz ablehnt, der kann nicht zur Ruhe eingehen.<\/li>\n<li>Gottes Heiligkeit und Gnade zeigt darin, dass Christus f\u00fcr uns gestorben ist.<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong> Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>3.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Gottes vorbildliche Ordnungen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Gottes Gesetze und Ordnungen haben immer das Wohl und das Heil des Menschen im Blick. Gottes Gebote sind heilig, gerecht und gut (R\u00f6m 7,12).<\/p>\n<p>So ist auch der Sabbat als Ruhetag zwar kein Gesetz, aber ein Vorbild f\u00fcr uns. Gott selbst ruhte und wir d\u00fcrfen das auch. Wir sind frei, diesen Tag zu nutzen \u2013 aber er soll in der Verantwortung vor dem Herrn genutzt werden (R\u00f6m 14,5).<\/p>\n<p>Der Sabbat ist f\u00fcr den Menschen geschaffen und nicht umgekehrt. D.h. er soll uns zur geistlichen, seelischen und k\u00f6rperlichen Genesung dienen (Mk 2,27).<\/p>\n<ul>\n<li>Gottes Erinnerungshilfe f\u00fcr ein heiliges Leben<\/li>\n<\/ul>\n<p>Es macht durchaus Sinn immer wieder auch Erinnerungshilfen im Alltag zu haben, die uns an Gottes Wort und Willen erinnern.<\/p>\n<p>Allerdings kommt es nicht darauf an ob ein Mensch ein Armband tr\u00e4gt mit WWJD oder eine Kreuzkette. Diese \u00c4u\u00dferlichkeiten helfen wenig, wenn wir nicht gewillt sind das umzusetzen, an was uns der Herr erinnert. Der Geist Gottes erinnert uns an Gottes Willen.<\/p>\n<p><strong>3.2 Predigtthema \u2013 was sage ich in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Es ist durchaus gef\u00e4hrlich, wenn Christen leichtfertig mit der S\u00fcnde spielen und willentlich s\u00fcndigen, weil Gott hinterher ja eh vergibt. Kinder Gottes die willentlich s\u00fcndigen verlieren die Ruhe und den Frieden mit Gott. Man muss sogar hinterfragen ob jemand der willentlich in der S\u00fcnde verharrt wirklich wiedergeboren oder gl\u00e4ubig ist (1Joh 3,6).<\/p>\n<p>Er schlie\u00dft sie aus der Gemeinschaft mit Gott und Geschwistern aus.<\/p>\n<p>Gott der Vater, nimmt r\u00fccksichtslose Christen (Kinder Gottes) in die Zucht, wenn sie gleichg\u00fcltig seine Gebote \u00fcbertreten (Heb 12,6).<\/p>\n<p>Der Mensch irrt, wenn er denkt, dass er r\u00fccksichtslos und leichtfertig gegen Gottes Willen handeln k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><strong>3.3 Predigtentfaltung \u2013 wie sage ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Der Sabbat \u2013 ein Geschenk Gottes<\/li>\n<li>Der Sabbat \u2013 eine Folge von Gottes Werk<\/li>\n<li>Der Sabbat \u2013 eine Einladung zur Ruhe Gottes<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Furchtlos<\/li>\n<li>Respektlos<\/li>\n<li>Gemeindelos<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>F\u00fcrchte den Herrn \u2013 der Sabbat<\/li>\n<li>Gedenken des Herrn &#8211; die Quasten<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>3.4 Predigtveranschaulichungen \u2013 wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Beispiel 1:<\/strong><\/p>\n<p>Als Luther auf seiner R\u00fcckkehr von der Rothenburg (1530) bei Spalatin einkehrte, traf er hier Melanchthon, der Tag und Nacht mit seiner Apologie umging und sogar w\u00e4hrend des Essens an ihr schrieb. Da nahm ihm Luther bei Tisch die Feder aus der Hand, indem er zu ihm sagte: &#8222;Philippe, man kann Gott nicht allein mit Arbeit, sondern auch mit Feiern und Ruhen dienen; darum hat er das dritte Gebot gegeben.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Beispiel 2: <\/strong><\/p>\n<p>Von C. H. Spurgeon: Der Ruhetag am Sonntag ist keine verschwendete Zeit. Sie ist zur Sammlung neuer Kr\u00e4fte durchaus n\u00f6tig. Seht euch am Sommertag den Schnitter an, der ehe die Sonne untergeht noch eine gro\u00dfe Fl\u00e4che niederzum\u00e4hen hat. Er pausiert eine Weile; ist er ein Faulenzer? Er nimmt etwas in die Hand und f\u00e4hrt damit an der Sense auf und nieder und diese gibt das schrille &#8222;klingeling, klingeling, klingeling&#8220; von sich. Ist das \u00fcberfl\u00fcssige Musik und verschwendet er kostbare Augenblicke? Wie viel h\u00e4tte er w\u00e4hrend der Zeit, da er seiner Sense die schrillen T\u00f6ne entlockte, niederm\u00e4hen k\u00f6nnen? Aber er hat sein Werkzeug gesch\u00e4rft und wenn er jetzt seine Kraft daransetzt, wird er mehr ausrichten k\u00f6nnen. Solch kleine Pause bereitet den Dienst in der guten Sache vor, und darum begr\u00fc\u00dfen wir den Sonntag als Ruhetag. Die Fischer m\u00fcssen ihre Netze flicken, und wir m\u00fcssen unsere Maschine wieder in Ordnung bringen, damit sie neue Dienste verrichten kann. Von Tag zu Tag wie ein Galeerensklave, der keinen Ruhetag kennt, an den Rudern arbeitet, passt keinen sterblichen Menschen. Der Strom, der die M\u00fchle treibt, flie\u00dft best\u00e4ndig; wir aber m\u00fcssen um Erfolg zu haben unsere Pausen haben. Selbst Lasttiere m\u00fcssen gelegentlich ausgespannt werden und so ist es Weisheit, zu bestimmten Zeiten zu ruhen.<\/p>\n<p>Klaus Eberwein<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Von Gott geleitet durch die W\u00fcste Predigtthema: \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Den Sabbat Gottes achten \u2013 zur Ruhe kommen Predigttext:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 4Mose15,32-41 und Heb 4,9-11(Vorschlag zur Textlesung) Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[52],"tags":[],"class_list":["post-3625","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-4-mose"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-08-21 11:46:04","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3625","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3625"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3625\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3627,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3625\/revisions\/3627"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3625"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3625"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3625"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}