{"id":3457,"date":"2018-09-19T19:26:16","date_gmt":"2018-09-19T17:26:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=3457"},"modified":"2018-09-19T19:26:16","modified_gmt":"2018-09-19T17:26:16","slug":"predigthilfe-vom-11-november-2018-1-korinther-12-1-31","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-11-november-2018-1-korinther-12-1-31\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 11. November 2018 &#8211; 1.Korinther 12, 1-31"},"content":{"rendered":"<p><strong>Jahresthema:<\/strong><em> Wie Gemeinde entsteht <\/em><\/p>\n<p><strong>Monatsthema: 1. Korinther: Gemeinde praktisch: Gemeinsam als Kinder Gottes in unserer Welt <\/strong><\/p>\n<p>Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n<ol>\n<li><strong> Sehen, was dasteht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/\">www.bibleserver.com<\/a> (Luther 1984 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000 \/ Neue Genfer \u00dcbersetzung \/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n<p><strong>1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext<\/strong><\/p>\n<p>Der 1. Korintherbrief ist gepr\u00e4gt von dem Gedanken der Einheit der Gemeinde, um die es leider in Korinth nicht gut bestellt war.<\/p>\n<p>Auch der Umgang mit den Geistesgaben, den Paulus in Kapitel 12-14 thematisiert, ist von dieser fehlenden Einheit betroffen.<\/p>\n<p>Aus diesem Abschnitt \u00fcber die Geistesgaben wird nun in der November-Reihe nur das Kapitel 12 behandelt. (Der n\u00e4chste und gleichzeitig letzte Abschnitt aus dem Korintherbrief ist dann 1. Kor 15,1-28 \u00fcber die Auferstehung am 25.11., dem Ewigkeitssonntag.)<\/p>\n<p>Die Herausforderung wird sein, sich nicht in einer Diskussion um einzelne Gaben zu verzetteln, sondern den Fokus von Kapitel 12 im Blick zu haben.<\/p>\n<p>Evtl. empfiehlt sich hier eine offene Kommunikation dar\u00fcber, dass man gewisse Streitfragen einfach nicht anspricht, weil man ihnen in der K\u00fcrze der Zeit kaum gerecht werden kann und sie evtl. f\u00fcr viele im Alltag auch gar nicht relevant sind.<\/p>\n<p>In diesem Sinne kann und wird auch dieser Predigttipp nicht die Fragen zu einzelnen Gaben kl\u00e4ren, sondern sich auf die Kernaussagen konzentrieren.<\/p>\n<p><strong>1.2 Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n<p>Hilfen zur Auslegung bieten z.B.<\/p>\n<p>* zum Einstieg verschiedenste Studienbibeln (Neue Genfer, Ryrie, John McArthur), die man vergleichend lesen sollte. Damit erh\u00e4lt man einen guten \u00dcberblick \u00fcber die Auslegung der schwierigen Stellen und auch unterschiedliche Auslegungen.<\/p>\n<p>* Hilfreiches Basiswissen zu diesem Abschnitt findet sich auch in \u201eDas Neue Testament\u201c erkl\u00e4rt und ausgelegt von John Walvoord und Roy Zuck (H\u00e4nssler-Verlag)<\/p>\n<p>* Vertiefend empfehlen sich dann die entsprechenden Passagen aus dem Edition C Kommentar bzw. der Wuppertaler Studienbibel<\/p>\n<p>* Sehr wertvoll ist die Kommentierung des 1. Korintherbriefes durch Eckhard Schnabel in der Reihe HTA. Sie ist eigentlich f\u00fcr Theologen bzw. Griechisch-Kundige geschrieben, aber auch versierte Laien k\u00f6nnen die entsprechenden Abschnitte nachvollziehen und mit gro\u00dfem Gewinn lesen. Verschiedene Auslegungen einzelner Stellen werden gr\u00fcndlich diskutiert und der Autor legt sich dabei immer auch auf eine eigene Sichtweise fest.<\/p>\n<p><strong>1.3 Anmerkungen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n<p>Hier soll es nicht um die Auslegung einzelner Worte oder Verse gehen, sondern um das Erfassen der Textstruktur und seiner Hauptaussage(n). Deutsche Textgrundlage daf\u00fcr ist die revidierte Elberfelder Bibel\u00fcbersetzung.<\/p>\n<p>Vers 1:<\/p>\n<p>\u201eWas aber betrifft\u201c \u2013 dieser Satz kommt immer wieder im 1. Korintherbrief und deutet darauf hin, dass Paulus einen Fragekatalog der Korinther abarbeitet.<\/p>\n<p>Vers 2-3:<\/p>\n<p>Diese Verse sind durch Vers 1 und 4 inhaltlich vom Thema \u201eGaben\u201c umrahmt, wir m\u00fcssen seine Bedeutung deshalb in diesem Kontext suchen. Es geht um die Zugeh\u00f6rigkeit zu den G\u00f6tzen (V2) bzw. um das \u201eim Geist sein\u201c (V3). Diese beiden Verse scheinen deutlich zu machen, dass <em>vor<\/em> der Frage der Begabung die Frage des Bekenntnisses bzw. der Haltung zu Jesus entscheidend ist f\u00fcr die Zugeh\u00f6rigkeit.<\/p>\n<p>Egal welche \u201eGaben\u201c jmd hat, wenn er \u201eFluch \u00fcber Jesus\u201c sagt, dann ist er nicht \u201eim Geist\u201c, bzw. wenn jemand \u201eHerr Jesus\u201c sagt, dann ist er \u201eim Geist\u201c egal welche Gaben er hat. (Nat\u00fcrlich f\u00e4llt uns da auch das Wort von Jesus ein, dass man \u201eHerr, Herr\u201c sagen kann, ohne dass Jesus einen kennt (Mt 7, 22f), aber gleichzeitig zeigt die Stelle ja auch, dass genauso die Wunder(gaben) keine Garantie f\u00fcr die Zugeh\u00f6rigkeit. Das Jesuswort darf uns nicht dazu bringen, dass jeder, der \u201eHerr\u201c sagt, sofort unter Generalverdacht steht.) Paulus will hier einfach betonen, dass das Zeugnis, bzw. der Glaubensinhalt letztlich entscheidend ist gegen\u00fcber den F\u00e4higkeiten oder Begabungen eines Menschen!<\/p>\n<p>Vers 4-6:<\/p>\n<p>In einem Dreiklang betont Paulus dass der dreieinige Gott (Geist, Herr, Gott) auf verschiedene Weise in der Gemeinde durch Geschwister handelt, dabei gibt es (exemplarisch) \u201eGnadengaben\u201c, \u201eDienste\u201c und \u201eWirkungen\u201c (oder \u201eKr\u00e4ften\u201c).<\/p>\n<p>Die Definition jeder dieser 3 \u201eKategorien\u201c w\u00e4re interessant, vor allem auch die Frage, wie viel von seiner Souver\u00e4nit\u00e4t und Kraft Gott denn <em>tats\u00e4chlich<\/em> in die Hand eines Christen gibt. Wir meinen beim Thema \u201eGaben\u201c immer, das wir dann etwas \u201ehaben\u201c, aber was \u201ehaben\u201c wir tats\u00e4chlich und wie viel Kontrolle dar\u00fcber und was bleibt letztlich doch immer Gottes Handeln.<\/p>\n<p>Der Hauptgedanke ist hier dann eben genau das, dass \u201e<em>Gott<\/em> alles in allen wirkt\u201c. Gerade die gleiche Wortwahl im griechischen in Vers 6, dass auch die \u201e<em>Wirkungen<\/em> \u2026 Gott in allen <em>wirkt<\/em>\u201c zeigt, dass hinter der praktischen \u201eWirkung\u201c letztlich auch Gott steht. Kein \u201eBegabter\u201c wirkt letztlich aus sich heraus oder hat es selber in der Hand!<\/p>\n<p>Vers 7:<\/p>\n<p>Ein weiterer wichtiger Grundsatz: Es geht um den \u201eNutzen\u201c \u00e0 Wer wird erbaut? Wer hat etwas davon? Selbstverst\u00e4ndlich geht es dabei nicht um ein Eigennutzen, sondern die g\u00f6ttliche Liebe fragt immer nach dem Nutzen f\u00fcr den Anderen bzw. f\u00fcr Gott!<\/p>\n<p>Vers 8-10:<\/p>\n<p>Hier werden nun verschiedene \u201eGaben\u201c aufgez\u00e4hlt. F\u00fcr eine Definition jeder einzelnen Gabe reicht die Zeit nicht aus. Es muss auch nicht davon ausgegangen werden, dass dieser Gabenkatalog vollst\u00e4ndig ist (vgl. R\u00f6m 12, 6-8). Gerade von R\u00f6m 12 her scheint es auch \u201enat\u00fcrliche\u201c Gaben zu geben, wie Barmherzigkeit oder Dienst.<\/p>\n<p>Vers 11:<\/p>\n<p>Dieser Vers bringt es auf den Punkt:<\/p>\n<ol>\n<li>a) Jede Gabe ist in diesem Punkt gleich(wertig) wie die Andere: Sie ist von dem einen Geist Gottes gegeben!<\/li>\n<li>b) Und der teilt aus, wie ER es will!<\/li>\n<\/ol>\n<p>Das legt nahe, dass der Mensch auf diese Gabenzuteilung nicht einwirken kann und er keine \u201eSchuld\u201c hat, wenn er eine bestimmte Gabe nicht hat. Eine Gabe hat man einfach oder man hat sie nicht. Sie scheint auch nicht \u201eerlernbar\u201c zu sein.<\/p>\n<p><u>Vers 12-27 erl\u00e4utern das nun am Bild des Leibes \u201eChristi\u201c <\/u><\/p>\n<p>Vers 12:<\/p>\n<p>Das Bild wird eingef\u00fchrt und dann der Vergleich zu \u201eChristus\u201c gezogen. \u201eChristus\u201c steht hier wohl f\u00fcr den \u201eLEIB Christi\u201c (Vgl. Vers 27a) andere Ausleger sehen hier \u201eChristus\u201c tats\u00e4chlich als den DURCH DEN GEIST (Vers 13) handelnden, dann steht das \u201eso auch der Christus\u201c f\u00fcr ein \u201eso macht es auch der Christus\u201c.<\/p>\n<p>Vers 13:<\/p>\n<p>Paulus nimmt hier den Begriff der \u201eTaufe\u201c als \u201eZugangspunkt zum Leib\u201c. Dabei muss man beachten, dass \u201eTaufe\u201c damals noch nicht so ein fester Begriff war und der Begriff der \u201eGeistestaufe\u201c (f\u00fcr die Wiedergeburt) noch nicht \u201everbraucht\u201c war. Die Wassertaufe war damals auch zeitlich immer ganz eng mit der geistlichen Wiedergeburt verbunden, insofern steht \u201eTaufe\u201c hier als \u00e4u\u00dferlich sichtbares Merkmal f\u00fcr diese geistliche Wiedergeburt!<\/p>\n<p>Paulus erw\u00e4hnt ausdr\u00fccklich die beiden tiefgreifendsten Trennungen bzw. Gegens\u00e4te, die es damals in der Gesellschaft gab: Jude\/Heide und Freier\/Sklave \u2013 durch die Wiedergeburt sind diese Gegens\u00e4tze im Leib Christi vereint!<\/p>\n<p>Diesen einen Geist hat jeder! Da die Gaben ja sichtbar wirken, setzt Paulus hier das sichtbare Zeichen der Taufe als Gegensatz dagegen: Entscheidend sind nicht die Gaben, sondern die Taufe! Wer getauft ist (weil er den HERRN erkannt hat), der hat den Geist Gottes!<\/p>\n<p>Durch die Wiedergeburt (f\u00fcr die die Taufe steht) geh\u00f6ren alle gleichwertig zum Leib!<\/p>\n<p>Vers 14:<\/p>\n<p>Und dieser Leib besteht nun aus verschiedenen Gliedern.<\/p>\n<p>Vers 15-17:<\/p>\n<p>In verschiedenen Beispielen wird dieses Bild konkretisiert und veranschaulicht, dass \u2026<\/p>\n<p>a) sich kein Glied von Leib lossagen soll (weder aus \u00dcberheblichkeit noch aus gef\u00fchlter Minderwertigkeit) \u2013 Vers 15-16<\/p>\n<p>b) nicht alle Glieder gleich sein k\u00f6nnen, weil dann einfach etwas fehlen w\u00fcrde \u2013 Vers 17<\/p>\n<p>Vers 18:<\/p>\n<p>Noch einmal wird betont, dass Gott selber derjenige ist, der bestimmt, wer welches Glied am Leib ist, welchen Platz einnimmt, welche Begabung hat und damit manchmal auch, welche Aufgabe er hat!<\/p>\n<p>Vers 19:<\/p>\n<p>Folgerung aus Vers 17<\/p>\n<p>Vers 20:<\/p>\n<p>Betonung, dass diese ganz unterschiedlichen Glieder einen einzigen Leib bilden!<\/p>\n<p>Vers 21:<\/p>\n<p>Veranschaulicht anhand des Bildes des Leibes, dass kein Glied sagen kann, dass es ein anderes nicht braucht! Dies ist ein sehr interessanter Punkt f\u00fcr die Praxis, denn oft brauchen wir doch (gef\u00fchlt) manche Leute aus der Gemeinde gar nicht oder allerh\u00f6chstens als \u201ePlatzhalter\u201c bzw. \u201estatistische Aufbesserung\u201c, damit sich die Gemeinde einfach etwas gr\u00f6\u00dfer anf\u00fchlt \u2026 Manche bringen im besseren Fall einfach keinen Beitrag, im schlechteren saugen sie Energie ab. Ja, das klingt hart, aber mal ehrlich, so f\u00fchlen wir es doch manchmal \u2026 Oder sind das evtl. Leute, die gar keine \u201eGlieder\u201c sind, die gar nicht zum Leib geh\u00f6ren? (Manchmal bekommen wir im Nachhinein die R\u00fcckmeldung, dass wir ihnen genau dieses Gef\u00fchl vermitteln \u2026)<\/p>\n<p>Vers 22-23:<\/p>\n<p>Ist nicht gerade dieser Vers die Antwort auf unsere die kritischen Fragen und Gef\u00fchle aus Vers 21?<\/p>\n<p>Gerade die, die bei uns wenig gelten, gerade die geh\u00f6ren eigentlich besonders hervorgehoben, sind \u201enotwendig\u201c. Das w\u00e4re also eine spannende Frage: Wozu brauchen wir die \u201eschwierigen Typen\u201c? (1. Thess 5,14 w\u00e4re zumindest eine Anleitung <em>wie<\/em> wir mit den Menschen umgehen sollen \u2026)<\/p>\n<p>Vers 24:<\/p>\n<p>Ausdr\u00fccklich hat Gott dem Mangelhafteren gr\u00f6\u00dfere Ehre gegeben! Das deckt sich damit, dass Jesus immer auch und vielleicht sogar vor allem oder zuerst zu den Randst\u00e4ndigen der Gesellschaft gegangen ist.<\/p>\n<p>Vers 25:<\/p>\n<p>Vers beinhaltet mindestens ein dreifaches:<\/p>\n<ol>\n<li>Der Leib soll nicht gespalten sein (und das Vorherige w\u00e4re eine Spaltung)<\/li>\n<li>Die Glieder sollen f\u00fcreinander Sorgen!<\/li>\n<li>Wird vorausgesetzt, dass jeder in der Gemeinde ein Glied ist!<\/li>\n<\/ol>\n<p>Vers 26:<\/p>\n<p>Hier geht es tats\u00e4chlich darum, dass wir mitf\u00fchlen sollen! Wir sollen uns mitfreuen und mitleiden und zwar bei jedem Glied!<\/p>\n<p>Offensichtlich darf mich niemand \u201ekalt lassen\u201c, keiner darf mir egal sein!<\/p>\n<p>Mindestens hei\u00dft es aber, dass ich mit betroffen bin, ob ich das f\u00fchle oder nicht, wenn ein Glied leidet! (Wenn Auge oder Ohr nicht funktionieren, dann hat das ja letztlich f\u00fcr den ganzen Leib Folgen im Sinne von erh\u00f6htem Risiko!)<\/p>\n<p><strong>Der andere geh\u00f6rt dazu! Egal was ich von ihm halte oder wie ich ihn beurteile! <\/strong><\/p>\n<p>Vers 27:<\/p>\n<p>Bringt dieses Bild vom Leib auf den Punkt: Wir sind Glieder und bilden den einen Leib Christi!<\/p>\n<p>Vers 28-30:<\/p>\n<p>Nun wird gezeigt, was f\u00fcr Glieder es am Leib dann gibt, auch diese Liste muss nicht vollst\u00e4ndig sein, legt aber nahe, dass die eine oder andere Gabe, dann auch zu einer bestimmten Auf-Gabe wird. Jeder einzelne hat seine ganz pers\u00f6nliche Gabe und Aufgabe!<\/p>\n<p>Vers 30 macht anhand einer rhetorischen Frage deutlich, dass es keine Gabe gibt, die wirklich jeder hat!<\/p>\n<p>Die Definition der einzelnen Gaben und Aufgaben w\u00fcrde hier wieder den Rahmen sprengen!<\/p>\n<p>Vers 31:<\/p>\n<p>Die erste H\u00e4lfte ist schwer auszulegen, weil einfach nicht klar ist, was die \u201egr\u00f6\u00dferen\u201c Gaben sind. Wenn es ironisch gemeint ist, dann k\u00f6nnten die besonderen Wundergaben gemeint sein und dann zeigt Paulus aber einen Weg \u201eweit dar\u00fcber hinaus\u201c \u2026<\/p>\n<p>Wenn es ernst gemeint ist, dann ist \u201egr\u00f6\u00dfer\u201c noch nicht definiert, vor allem irritiert der Plural, es m\u00fcsste aber stillschweigend vorausgesetzt sein, dass eine Gabe nicht dann \u201egr\u00f6\u00dfer\u201c ist, wenn sie \u201espektakul\u00e4rer\u201c ist oder der Geist st\u00e4rker involviert scheint, sondern sie ist dann \u201egr\u00f6\u00dfer\u201c, wenn sie einen gr\u00f6\u00dferen Nutzen f\u00fcr die Gemeinde hat.<\/p>\n<p>Da zur zweiten H\u00e4lfte sprachlicher Gegensatz besteht ist und die dann den Gedanken der Liebe vorbereitet ist in der 1. H\u00e4lfte wohl noch nicht gemeint.<\/p>\n<p>Evtl. bezieht sich \u201egr\u00f6\u00dfer\u201c von daher doch auch auf die \u201ebesonderen Gaben\u201c, da Paulus f\u00fcr die damalige Zeit in Kapitel 14 ja tats\u00e4chlich die Sprachenrede oder auch die Prophetie als erstrebenswert einstuft. (14, 1c+3.5a+b \u2013 siehe \u201egr\u00f6\u00dfer\u201c in Vers 5, aber auch verbunden mit dem Gedanken der Erbauung! dann 14, 18.39)<\/p>\n<p>Man muss sich bewusst sein, dass bei letzterem Verst\u00e4ndnis \u201eein Fass aufgemacht wird\u201c, dem man in einer Predigt dann eigentlich nicht gerecht werden kann. Daf\u00fcr m\u00fcsste man schon sehr speziell \u00fcber diese Gaben predigen und nicht \u00fcber das ganze Kapitel.<\/p>\n<p>Das Einfachste w\u00e4re deshalb, dass man diesen Vers ganz wegl\u00e4sst, da er in jedem Fall die inhaltliche \u00dcberleitung zu Kapitel 13 und 14 darstellt und schon mehr zu diesen Kapiteln geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Die Kerngedanken in Kapitel 12 sind die bisher genannten.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> Verstehen, worum es geht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>2.1 Hinweise f\u00fcr hermeneutische \u00dcberlegungen (Auslegung)<\/strong><\/p>\n<p>Der Fokus in Kapitel 12 sind (noch) nicht einzelne Gaben, sondern vor allem die Einheit des Leibes bei aller unterschiedlicher Begabung des Einzelnen. Es geht hier um Grundprinzipien und nicht um einzelne Gaben.<\/p>\n<p>Deshalb muss sich der Ausleger in der Predigt nicht festlegen, ob es die \u201eWundergaben\u201c (vor allem Vers 9b-10) heute noch gibt oder nicht und er muss auch nicht einzelne Gaben genauer definieren \u2013 was sehr herausfordernd w\u00e4re und ein intensives Studium aller einzelnen Begriffe mit sich bringen w\u00fcrde!<\/p>\n<p><strong>2.2 Hinweise f\u00fcr situative \u00dcberlegungen (Predigtanlass)<\/strong><\/p>\n<p>An sich ist es ein normaler Sonntag. Freitag\/Samstag davor waren die Lehrtage. Evtl. liefert die greifbare Weihnachtszeit den Aufh\u00e4nger f\u00fcr \u201eGaben\/Geschenke\u201c.<\/p>\n<p>Wichtiger als die (Jahres)Zeit ist aber die \u00f6rtliche Situation. An manchen Ort kann das Thema \u201eGeistesgaben\u201c brisanter sein als anderswo, evtl. durch die N\u00e4he und\/oder Gemeindeabg\u00e4nge zu charismatischen Gemeinden. Umso wichtiger ist es, gut zu begr\u00fcnden, warum man zu einzelnen Gaben nichts sagt.<\/p>\n<p><strong>2.3 Hinweise f\u00fcr homiletische \u00dcberlegungen (Anwendung)<\/strong><\/p>\n<p>An dieser Stelle sind es die Geistesgaben, die dazu benutzt werden um ein Gef\u00fchl von \u201ebesser\u201c bzw. \u201eschlechter\u201c bzw. \u201emehr-\u201c oder \u201eminderwertig\u201c zu vermitteln. Niemand w\u00fcrde das heute so direkt sagen, aber (wie) vermitteln wir nicht heute doch manchmal diesen Eindruck? Wie schnell reden wir negativ \u00fcber Menschen mit \u201eeiner kleinen Kraft\u201c oder Menschen, die sich in der Gemeinde (scheinbar) nicht einbringen? Wie schnell loben wir Menschen, die sich sichtbar einbringen und vergessen die, die sich im Hintergrund einbringen? Wo hofieren wir \u201eBegabte\u201c, obwohl sie charakterlich und geistlich evtl. deutliche Defizite haben?<\/p>\n<p>Wichtig ist aber auch die Perspektive, dass jeder einzelne ermutigt wird, sich als Teil am Leib zu begreifen und einzubringen. Gott gibt ja dem Einzelnen, damit er damit \u201ewuchert\u201c. \u00e0 Du bist begabt, nun erbaue auch den Anderen!<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong> Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>3.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Das Ziel ist, jedem einzelnen klar zu machen, dass er ein wertvolles und wichtiges Glied der Gemeinde ist. So soll er (auch von sich selber) wahrgenommen werden, genau so hat er aber auch eine Verantwortung in der Gemeinde.<\/p>\n<p><strong>3.2 Predigtthema \u2013 was sage ich in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Du geh\u00f6rst dazu!<\/p>\n<ol>\n<li>Weil Jesus dein Herr ist (Vers 1-3)<\/li>\n<li>Du bist begabt! (Vers 4-11, 28-30)<\/li>\n<li>Du wirst gebraucht! (Vers 12-27)<\/li>\n<li>Ja, genau Du! \u2013 ein extra-Wort an die \u201eSchwachen\u201c (Vers 23-25)<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>3.3 Predigtentfaltung \u2013 wie sage ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Zum Einstieg 4 kleine wahre Geschichten aus dem Alltag:<\/p>\n<ol>\n<li>Jemand hat mir mal gesagt, dass er den Eindruck hat, dass man Christusbund nur etwas z\u00e4hlt, wenn man Mitarbeiter ist.<\/li>\n<li>Ein Mitarbeiter hat mal sinngem\u00e4\u00df gesagt: \u201eIch mache fast jeden Sonntag in der Sonntagsschule mit und bekomme keine R\u00fcckmeldung. Jetzt habe ich einmal bei einem Anspiel vorne im Gottesdienst mitgemacht und alle bedanken sich bei mir\u201c (sie hat trotzdem weiter Sonntagsschule gemacht &#8230;)<\/li>\n<li>Eine Person hat die Gemeinde verlassen, weil sie immer wieder nicht gefragt wurde, ob sie im Musikteam mitmacht, und von alleine anbieten wollte sie sich aber nicht: \u201eIch m\u00f6chte gefragt werden\u201c<\/li>\n<\/ol>\n<p>L\u00e4uft da was falsch? Was da l\u00e4uft da falsch? Wie stellt sich Gott Gemeinde vor?<\/p>\n<p>Thema: Du geh\u00f6rst dazu!<\/p>\n<p>Unser Predigttext ist heute 1. Korinther 12, dort liest man viel \u00fcber einzelne Gaben, aber das Thema sind gar nicht die einzelnen Gaben, sondern das Thema ist \u201edie Gemeinde\u201c. Es geht um den Einzelnen und sein Zusammenspiel mit der Gemeinde!<\/p>\n<p>Und so wollen wir uns durch dieses Kapitel arbeiten!<\/p>\n<p>Es geht gar nicht um einzelne Gaben, dazu w\u00fcrde die Zeit auch gar nicht reichen, um die zu definieren, sondern es geht um das ganz Grunds\u00e4tzliche.<\/p>\n<p>Und in diesem Sinne soll es um 4 Punkte gehen (die an dieser Stelle erst einmal alle aufgez\u00e4hlt werden k\u00f6nnen \u2026)<\/p>\n<p>Und so lasst uns den Abschnitt in 4 Schritten durchgehen:<\/p>\n<ol>\n<li>Du geh\u00f6rst dazu &#8211; Weil Jesus dein Herr ist (Vers 1-3)<\/li>\n<\/ol>\n<p>Lesung Vers 1-3<\/p>\n<p>In diesem Punkt soll deutlich gemacht werden, dass wir nicht durch unsere Gaben dazu geh\u00f6ren, durch das, was wir \u201ek\u00f6nnen\u201c, sondern dadurch, dass Jesus unser \u201eHerr\u201c ist und wir seinen Geist haben, was sich in S\u00fcnden- und Kreuzerkenntnis zeigt.<\/p>\n<p>Nicht unser K\u00f6nnen entscheidet, sondern das Be-Kennen (\u201eHerr Jesus\u201c)<\/p>\n<p>weiterer Gedanke: Man muss nicht k\u00f6nnen, um KIND (Gottes) zu sein \u2026<\/p>\n<p>Und um es noch einmal klar zu sagen: Nur weil du irgendetwas nicht kannst, hei\u00dft das nicht, dass du nicht zu Gott und damit zur Gemeinde geh\u00f6rst!<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>Du geh\u00f6rst dazu &#8211; Du bist begabt! (Vers 4-11, 28-30)<\/li>\n<\/ol>\n<p>Und nun geh\u00f6rst du dazu und tats\u00e4chlich hat dich Gott auch begabt.<\/p>\n<p>Manche wissen es noch nicht genau, was ihre Gabe ist, aber das ganze Kapitel legt nahe, dass jeder ein Glied ist und damit auch eine Gabe und eine Aufgabe hat!<\/p>\n<p>Lesung Vers 4-6<\/p>\n<p>Gott begabt bzw. er wirkt \u2013 das, was die anderen alles \u201etolles\u201c f\u00fcr Gott tun, dann tun gar nicht sie, sondern das wirkt Gottes Kraft \u2026<\/p>\n<p>Lesung Vers 11<\/p>\n<p>Gott teilt jedem aus! vgl. 1. Petrus 4,10<\/p>\n<p>Lesung Vers 28<\/p>\n<p>Passt da wirklich gar nichts auf dich?<\/p>\n<p>Beispiel: Sterbenskranke Menschen empfinden sich selber manchmal f\u00fcr andere nur noch als Balast \u2013 Wozu sind sie noch \u201en\u00fctzlich\u201c? Sie k\u00f6nnen anderen zeigen, wie man mit Glauben stirbt. Das ist beindruckender als manch \u201espektakul\u00e4re\u201c Gabe \u2026<\/p>\n<p>Leider machen wir in der Gemeinde oft den Fehler z. B.\u00a0 wie in Einstiegsbeispiel 2, dass wir nur die sichtbaren oder besonderen oder \u201eb\u00fchnenbezogenen\u201c Gaben hervorheben! Hier m\u00fcssen wir dazu lernen!<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li>Du geh\u00f6rst dazu &#8211; Du wirst gebraucht! (Vers 12-27)<\/li>\n<\/ol>\n<p>Diese Begabung ist auch eine Verpflichtung! Diese Verpflichtung besteht<\/p>\n<p>Lesung Vers 12-27<\/p>\n<p>Das Bild vom Leib zeigt, dass jeder wichtig ist und sich nicht zur\u00fcckziehen darf!<\/p>\n<p>Deine Aufgabe muss nicht offensichtlich sein, aber kannst du sie mindestens f\u00fcr dich benennen?<\/p>\n<p>Lass dich nicht bitten; zieh dich nicht zur\u00fcck \u2013 wie im Einstiegsbeispiel 3<\/p>\n<p>Stell dein Licht nicht unter den Scheffel, keine falsche Scham \u2026<\/p>\n<p>Auch die Bilder vom Puzzle oder vom Uhrwerk sind hier hilfreich.<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li>Du geh\u00f6rst dazu &#8211; Ja, genau Du! \u2013 ein extra-Wort an die \u201eSchwachen\u201c (Vers 23-26)<\/li>\n<\/ol>\n<p>Mancher kann einfach gerade nichts geben!<\/p>\n<p>Und wir d\u00fcrfen gerade nicht den Fehler machen wie er in Einstiegsbeispiel 1 genannt wird.<\/p>\n<p>Man darf schwach sein und darf sich dann auch tragen lassen!<\/p>\n<p>Und gerade in dieser Schw\u00e4che und in diesem sich tragen lassen aber sich gleichzeitig in Gottes Hand zu wissen, kann man ein gro\u00dfes Glaubensvorbild werden!<\/p>\n<p>Lesung 23-26<\/p>\n<p>Die, die wir am Schnellsten \u00fcbersehen, an denen k\u00f6nnen wir uns am Meisten bew\u00e4hren!<\/p>\n<p>Vers 26 fordert uns heraus, dass wir wirklich mit JEDEM mitleiden, dass uns niemand egal ist und wir niemanden \u00fcbersehen!<\/p>\n<p>Und das hei\u00dft: Wenn DU jetzt gerade \u00e4u\u00dferlich gar nicht so viel bringen kannst, scheinbar nicht \u201en\u00fctzen\u201c kannst, genau DU gerade JETZT dazu!<\/p>\n<p>Das ist Gemeinde!<\/p>\n<p>Du geh\u00f6rst dazu<\/p>\n<p>weil Jesus dein Herr ist<\/p>\n<p>Du bist begabt!<\/p>\n<p>Du wirst gebraucht!<\/p>\n<p>Und genau DU geh\u00f6rst auch dazu, auch wenn du gerade schwach bist!<\/p>\n<p><strong>3.4 Predigtveranschaulichungen \u2013 wie verdeutliche ich es in dieser Predigt? <\/strong><\/p>\n<p>Das Bild vom Uhrwerk oder auch das Bild vom Puzzle sind gute weitere Bilder f\u00fcr die Gemeinde, in der jeder wichtig ist und keiner fehlen darf.<\/p>\n<p>(Mirko Lau)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jahresthema: Wie Gemeinde entsteht Monatsthema: 1. Korinther: Gemeinde praktisch: Gemeinsam als Kinder Gottes in unserer Welt Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[22],"tags":[],"class_list":["post-3457","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1-korinther"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-06-29 08:24:19","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3457","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3457"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3457\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3460,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3457\/revisions\/3460"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3457"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3457"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3457"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}