{"id":3424,"date":"2018-07-04T17:07:27","date_gmt":"2018-07-04T15:07:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=3424"},"modified":"2018-07-04T17:07:27","modified_gmt":"2018-07-04T15:07:27","slug":"predigthilfe-vom-12-august-2018-daniel-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-12-august-2018-daniel-5\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 12. August 2018 &#8211; Daniel 5"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Daniel: Treu im Feindesland\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p><strong>Predigtthema:<\/strong><strong> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Mut zur Rechenschaft \u2013 Angez\u00e4hlt und abgew\u00e4hlt <\/strong><\/p>\n<p><strong>Predigttext:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Dan 5,1-30 <\/strong>(Vorschlag zur Textlesung Dan 5,1-6 und 16-30)<\/p>\n<p><strong>Zur Gottesdiensteinleitung:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 R\u00f6m 2,3-4 oder Spr 16,3-7<\/strong><\/p>\n<p>Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n<ol>\n<li><strong> Sehen, was dasteht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/\">www.bibleserver.com<\/a> (Luther 1984 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000 \/ Neue Genfer \u00dcbersetzung \/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n<p><strong>1.1 Allgemeine Hinweise zum \u00a0Predigttext <\/strong><\/p>\n<p>Nachdem uns in Daniel 4 von der Bekehrung des K\u00f6nigs Nebukadnezar berichtet wurde, handelt Kapitel 5 von der Unbelehrbarkeit des babylonischen Thronfolgers Belsazars. Mit gewaltiger und doch liebevoller Hand hatte Gott den gro\u00dfen K\u00f6nig Nebukadnezar auf die Knie gezwungen, seinen Stolz gebrochen und sich in seinem Leben als der allm\u00e4chtige Gott verherrlicht. Daniel 5 berichtet von der Lasterhaftigkeit und Gottesverachtung des Enkels Belsazars, der trotz der Bu\u00dfpredigt des Propheten Daniels nicht bereit zur Umkehr war. Nebukadnezars verstarb nach 42 Regierungsjahren im Jahr 562 v.Chr.<\/p>\n<p>Au\u00dferbiblische Quellen berichten von folgenden Nachfolgern.<\/p>\n<p><strong>Evil-Merodach<\/strong> (560v.Chr.), der in seiner Regierungszeit den K\u00f6nig Jojachin entlassen hatte (Jer 52,31) regierte nur zwei Jahre und wurde von <strong>Neriglissar<\/strong>, dem Mann seiner Schwester get\u00f6tet, der vier Jahre auf dem Thron sa\u00df. Nach dessen Tod wurde sein Sohn <strong>Laborosoarchod<\/strong> (Labaschi-Marduk) K\u00f6nig und war noch ein Knabe. Er regierte nur neun Monate und wurde von seinen Angeh\u00f6rigen ermordet. <strong>Nabonid <\/strong>regierte 17 Jahre und kam in den Konflikt mit der verhei\u00dfenen Gro\u00dfmacht Persien und geriet unter Cyrus in die Verbannung, wo er auch starb. Damit hatte das verhei\u00dfene Ende des babylonischen Reiches begonnen. <strong>Belsazar <\/strong>war vermutlich der \u00e4lteste Sohn des Nabonid und Mitregent seines Vaters, der ihm die Herrschaft \u00fcber die Stadt Babel gegeben hatte. Nabonid war mit einer Tochter Nebukadnezars verheiratet. Somit war <strong>Belsazar ein Enkel Nebukadnezars,<\/strong> der daher auch als sein Vater bezeichnet wird (Dan 5, 2.11.13.18).<\/p>\n<p><strong>Die zentrale Botschaft ist:<\/strong> \u00a0Alle Menschen (auch die Gro\u00dfen der Welt) m\u00fcssen vor Gott Rechenschaft abgeben und werden von Gott gerichtet. Wer unbedacht und vermessen ins Gericht Gottes geht, kommt darin um (Heb. 9,27).<\/p>\n<p><em>\u00a0\u201eEs ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe \u00fcben und dem\u00fctig sein vor deinem Gott.<\/em>\u201c (Micha 6,8)<\/p>\n<p><strong>1.2 Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n<p>Mehr zur Einf\u00fchrung in das Buch Daniel unter:<\/p>\n<p><em>John MacArthur<\/em>, \u201eBasisinformation zur Bibel\u201c, CLV, 2001 Bielefeld \u2013 ab Seite 154<\/p>\n<p>Kostenlos zum Download: https:\/\/clv.de\/clv-server.de\/wwwroot\/pdf\/255644.pdf<\/p>\n<p>Hilfen zur Auslegung bieten z.B.<\/p>\n<p><em>Walvoord, John und Zuck, Roy<\/em> \u201eDas Alte Testament\u201c erkl\u00e4rt und ausgelegt\u201c, H\u00e4nssler<br \/>\n<em>Wiersbe, Warren.W,<\/em> \u201eSei standhaft\u201c Studien des Alten Testamentes Daniel 1-12, CLV<\/p>\n<p><em>Maier, Gerhard,<\/em> Wuppertaler Studienbibel, \u201eDas Prophet Daniel\u201c, Brockhaus Verlag<\/p>\n<p>Hilfreiche Querverweise in die ganze Bibel bietet die Thompson Studienbibel.<br \/>\nHilfreiche Infos zum Text liefert auch die MacArthur Studienbibel (als pdf zum Downloaden auf <a href=\"http:\/\/www.sermon-online.de\">www.sermon-online.de<\/a>).<\/p>\n<p><strong>1.3 Anmerkungen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes\u00a0\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p><em>V. 2-4 Der Fehlgriff des K\u00f6nigs &#8211; Angesteckt von seiner Selbstsicherheit<\/em><\/p>\n<p>Um Eindruck und Anerkennung vor den Obersten im Volk zu gewinnen, diente das gro\u00dfe Festmahl dem K\u00f6nig zur eigenen Ehre. Ein Fest zum Selbstzweck und zur Selbstbeweihr\u00e4ucherung. Zeitlich stand Babel aber schon kurz vor dem Niedergang, so dass manche Ausleger meinen, dieses Fest sei entweder ein letzter Akt seiner Hoffnungslosigkeit (Feiern bis zum Untergang) oder aber ein Ausdruck seiner Selbstsicherheit (Feiern, weil wir unsinkbar sind). Das Fest sollte in beiden F\u00e4llen das bevorstehende Gericht verdr\u00e4ngen und \u00fcberspielen. Der Mensch meint durch Vergn\u00fcgen seiner Verantwortungs- und Rechenschaftspflicht zu entkommen. Dabei hat der K\u00f6nig sich dreifach vergriffen:<\/p>\n<p>a) Vergriffen am Wein. Das ausgiebige Mahl und der viele Weingenuss sind Zeichen weltlichen Vergn\u00fcgens (Pred 10,19). Sie machen hochm\u00fctig, f\u00fchren zum Realit\u00e4tsverlust und enden im Desaster (vgl. Xerxes in Ester 1,1ff). Wegen der Gefahr des Weinrausches sollten K\u00f6nige daher auf Wein oder starkes Getr\u00e4nk v\u00f6llig verzichten (Spr 31,4 betont das stark). Alkohol zerst\u00f6rt, f\u00fchrt zu einem unb\u00e4ndigen Reden, man verliert den Respekt und rutscht in L\u00e4sterung und Spott (Spr 20,1; Hos 4,11; Eph 5,18).<\/p>\n<p>b) Vergriffen an Gott und seinem Eigentum. Im Gericht \u00fcber Israel lies Gott die heiligen Tempelger\u00e4te nach Babel bringen (vgl. 2Chr 36,10ff), damit sie sp\u00e4ter, zur Zeit der Wiederherstellung zur\u00fcckgebracht und wieder eingesetzt werden sollten (Jer 27,16, Esr 1,7). Doch im Rausch des Hochmuts griff der K\u00f6nig nach dem Eigentum Gottes. Die zum Gottesdienst geheiligten Gef\u00e4\u00dfe wurden zum Werkzeug der S\u00fcnde missbraucht.<\/p>\n<p>c) Vergriffen an Gottes Ehre. Gab es kein anderes Geschirr? Der K\u00f6nig lies bewusst die Tempelger\u00e4te des Gottes Israels bei seinen Orgien entweihen. Es war eine Beleidigung, Verspottung und L\u00e4sterung gegen Gott. Wiederholt betont die Schrift die Dreistigkeit der Tatsache (5,2-3). Damit versuchte der K\u00f6nig den allm\u00e4chtigen Gott.<\/p>\n<p><em>V.5-8\u00a0 Der Finger Gottes &#8211; Aufgeschreckt von dem Eingreifen Gottes <\/em><\/p>\n<p>Ein gro\u00dfer Schrecken \u00fcberfiel den K\u00f6nig \u2013 als h\u00e4tte er mit dem Eingreifen und Gerichtshandeln Gottes nicht gerechnet. Doch wer Gott herausfordert und l\u00e4stert, bekommt es mit dem lebendigen Gott zu tun. Gottes Schrecken \u00fcberf\u00e4llt ihn. Nun erlebte der K\u00f6nig Gottes eingreifen, wie er es von seinem Gro\u00dfvater geh\u00f6rt hatte \u2013 aber wohl selbst nicht glaubte. Aber Gott l\u00e4sst sich nicht spotten (Gal 6,7; vgl. Spr 1,22; 9,8; 13,1).<\/p>\n<p>In seiner geglaubten Selbstsicherheit \u00fcberrascht ihn Gott und fordert Rechenschaft (1Thes 5,3; R\u00f6m 1,23).<\/p>\n<p>Wiederholung ist die Mutter aller Studierenden. Wieder konnte keiner der Weisen und Zauberer Babels helfen (V. 7-8). Wieder ist es Daniel, der Jude, der dem heidnischen K\u00f6nig Gottes Botschaft vermittelt und deutet.<\/p>\n<p><em>V.9-12 Der Hinweis der K\u00f6nigsmutter &#8211; Aufgeweckt von Wegbegleitern <\/em><\/p>\n<p>Gott m\u00f6chte in seiner Gnade auch die M\u00e4chtigen der Welt erreichen, schreckt sie auf und stellt ihnen Menschen zur Seite, die auf Gott aufmerksam machen. Die K\u00f6nigsmutter wird zum Wegweiser, macht auf den alten und fast schon vergessenen Gottesmann Daniel aufmerksam. Sie hatte den Fall und die Gnade Gottes an Nebukadnezar miterlebt. Sie wusste, da war noch Einer, der sich von allen anderen im Reich unterscheidet. Der nicht beim Fest mit dabei war. Der bekannt und anerkannt war ohne bei allen Aktionen mit dabei zu sein oder meinte mitmachen zu m\u00fcssen. Einer, der einen anderen Geist in sich trug \u2013 einen Geist der heiligen G\u00f6tter, wie die K\u00f6nigsmutter es nennt \u2013 sie kannte auch nicht den Geist des einen Gottes. Aber sie wusste, in Daniel war g\u00f6ttliche Weisheit. Daniel war ca. 80 Jahre alt als er vor Belsazar trat (V. 13-16).<\/p>\n<p><em>V.17-23 \u00a0\u00a0\u00a0 Daniel erinnert an Gottes Gnade \u2013 Angez\u00e4hlt und nichts gelernt!<\/em><\/p>\n<p>Daniel ist ein echter Seelsorger und bem\u00fcht sich um die Seele des K\u00f6nigs und nicht um sein Ansehen. Daniel lehnt die Bezahlung und den Lohn des K\u00f6nigs ab. Gottes Botschaft und Gnade ist nicht k\u00e4uflich, sie ist ein Geschenk und kein Gesch\u00e4ft. Eindr\u00fccklich erinnert Daniel an die Ereignisse und das Eingreifen Gottes bei seinem Gro\u00dfvater Nebukadnezar. Dieser war damals in Selbstsicherheit und \u00dcberheblichkeit gefallen (V.20). Durch Gottes G\u00fcte wurde er gedem\u00fctigt (vgl. Ps 119,67.71.75), so dass er Gnade und Bu\u00dfe erlangte und wieder zur K\u00f6nigsw\u00fcrde kam.<\/p>\n<p>Der K\u00f6nig Belsazar dagegen war nicht nur selbstsicher und \u00fcberheblich, sondern auch unbelehrbar. Er wurde von Gott angez\u00e4hlt, weil Gott Rechenschaft fordert \u00fcber seine Erkenntnis, die er hatte. Angeschlagen sitzt er nun wackelig auf seinem Thron und muss Verantwortung \u00fcbernehmen. Wusste doch Belsazar um Gottes Handeln und Eingreifen aus der Vergangenheit \u2013 aber er lie\u00df sich nicht warnen, noch rechnete er damit, f\u00fcr sein Tun Rechenschaft ablegen zum m\u00fcssen (vgl. R\u00f6m 14,12; Heb 4,13).<\/p>\n<p>Gottes Gnade an seinem Gro\u00dfvater h\u00e4tte ihn lehren k\u00f6nnen, dass es Gottes G\u00fcte ist, die den Menschen zur Umkehr und Bu\u00dfe leitet (R\u00f6m 2,3-4). Er hatte es gewusst! Statt Gott zu Ehren, ehrte er sich selbst, statt Gott zu gefallen, suchte er sich selbst zu gefallen. Statt auf Gottes G\u00fcte zu achten, hat er Gottes Macht missachtet. Statt sich zu erniedrigen, erh\u00f6hte er sich selbst (vgl. Mt 23,13; Lk 18,14). Trotz aller Ermahnung hatte er nichts gelernt (Spr 29,1).<\/p>\n<p>Daniel selbst lebte bescheiden im Glauben an Gott, lebte treu aus Gottes Wort und wusste sich von der Gnade Gottes getragen.<\/p>\n<p><em>V.24- 28 Gott hat geurteilt &#8211; Abgewogen und zu leicht befunden<\/em><\/p>\n<p>Daniels Auslegung war gebunden an das Wort Gottes. Die Schrift auf der get\u00fcnchten Wand bedeutete: Mene = gez\u00e4hlt oder festgelegt. Die doppelte Erw\u00e4hnung ist eine Betonung der Unwiderruflichkeit. Tekel = Gott hat sein Handeln \u201eabgewogen\u201c und \u201ebeurteilt\u201c (vgl.1Sam 2,3; Ps 62,10). U-pharsin kommt von peres und bedeutet geteilt oder auseinanderbrechen (riss) und deutet damit an, dass das Reich unter den Medern und Persern aufgeteilt w\u00fcrde.<\/p>\n<p><em>V.29 \u2013 30 Immer noch nichts gelernt &#8211; Ausgez\u00e4hlt und abgew\u00e4hlt <\/em><\/p>\n<p>In derselben Nacht starb Belsazar mit dem goldenen Becher voll trunken machenden Weines in seiner Hand. Jerusalem wurde f\u00fcr Belsazar in Babel zum Taumelbecher des Gerichtes. Wer sich an Gott und Gottes Eigentum vergreift, dem bekommt es nicht gut.<\/p>\n<p>Belsazar wollte nicht auf den Ruf Gottes h\u00f6ren. Er wollte nichts aus der Geschichte der Gnade Gottes lernen und war nicht bereit zur Umkehr und Bu\u00dfe.<\/p>\n<p>Es fehlte ihm an Gottesfurcht und Respekt vor der Heiligkeit Gottes. Es fehlte im der Anfang der Erkenntnis (Spr 1,7). Darum verlor er sein Reich und sein Leben.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> Verstehen, worum es geht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>2.1 Hinweise f\u00fcr hermeneutische \u00dcberlegungen (Auslegung)<\/strong><\/p>\n<p>Daniel 5 berichtet uns die Erf\u00fcllung der biblischen Prophetie \u00fcber die Weltgeschichte.<\/p>\n<p>So hatte der Prophet Jeremia nicht nur die genaue Zeitspanne von 70 Jahren der babylonischen Gefangenschaft vorausgesagt (Jer 29,10 vgl. Dan 9,2), sondern auch, dass zur Zeit des Enkels Nebukadnezars das n\u00e4chste angek\u00fcndigte Weltreich (Medo-Persien) Babel schlagen wird (Jer 27,7 vgl. Dan 5,28f).<\/p>\n<p>Gottes festgesetzte Zeiten erf\u00fcllen sich so, wie sie Gott in seinem ewigen Ratschluss festgelegt hat. Die genaue und w\u00f6rtlich erf\u00fcllte Prophetie gibt Gewissheit \u00fcber die ebenso genaue Erf\u00fcllung der noch ausstehenden Verhei\u00dfungen. Gott hat getan und wird tun was er beschlossen und vorhergesagt hat.<\/p>\n<p><strong>2.2 Hinweise f\u00fcr situative \u00dcberlegungen (Predigtanlass)<\/strong><\/p>\n<p>Einleitung kann ein Beispiel von Hochmut und Stolz sein oder eine Begriffserkl\u00e4rung:<\/p>\n<p>Es gibt Menschen die sich verhalten, als w\u00e4ren sie besser als der Rest der Welt. Anderen gegen\u00fcber geben sie sich herablassend. Von oben herab geben sie wenig auf die Meinungen anderer. Sie tun sich schwer mit Widerspr\u00fcchen, Widerst\u00e4nden oder Kritik und haben nicht die F\u00e4higkeit locker und freundlich damit umzugehen. Sie halten sich f\u00fcr unersetzlich und f\u00fcr den Mittelpunkt der Welt. Im Alltag sp\u00fcren wir das z.B. in Form eines &#8222;arroganten&#8220; Mitarbeiters, der seine Kollegen oberfl\u00e4chlich begr\u00fc\u00dft, achtet oder ihnen kaum einen Blick g\u00f6nnt. Mangelnde Herzlichkeit fehlt und die Kommunikation ist mehr ein Monolog. In Gespr\u00e4chen f\u00e4llt es ihm schwer den anderen wirklich ernst zu nehmen und signalisiert unbewusst, dass es ihm l\u00e4stig ist. Mit kleinen Gef\u00e4lligkeiten anderen gegen\u00fcber tut er sich schwer. Arbeitsauftr\u00e4ge, die seiner Meinung nach unter seiner W\u00fcrde sind, werden zur Herausforderung. Schnell wird er sagen: \u201eWarum muss ausgerechnet ich diesen Job \u00fcbernehmen \u2026Ich bin doch nicht der&#8230;&#8220;!<\/p>\n<p>In der katholischen Kirche f\u00e4llt der Hochmut unter die ersten der sieben Tods\u00fcnden.<\/p>\n<p>Synonyme sind Anma\u00dfung, Arroganz, Einbildung, Aufgeblasenheit, \u00dcberheblichkeit, Hoffart. Auswirkungen des Hochmuts sind das Angeben, Gro\u00dftun, Prahlen, und Wichtigtun.<\/p>\n<p>Begleitend ist eine unrealistische Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung und \u00dcberbewertung des eigenen K\u00f6nnens und ihres Ranges. Beg\u00fcnstigt wird Hochmut von Eitelkeit und Narzissmus.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Hinweise f\u00fcr homiletische \u00dcberlegungen (Anwendung)<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Wir begegnen oft selbst stolzen Menschen, die von Gott nichts wissen wollen, evt. Gott mit Worten oder Taten l\u00e4stern. Wie gehen wir damit um, wenn wir erleben, dass andere sich an Gottes Heiligkeit vergehen? Daniel war bei solchen Aktionen nicht dabei (Ps 1,1).<\/p>\n<p>Wo erleben wir eine Selbstsicherheit die Gottes Gericht verharmlost und glaubt, dass am Ende doch alles gut wird? Lehren der Allvers\u00f6hnung oder einer universalen Erl\u00f6sung wie sie z.B. in B\u00fcchern von W.P.Young in \u201eDie H\u00fctte\u201c oder \u201eL\u00fcgen, die wir uns \u00fcber Gott erz\u00e4hlen\u201c sind eine Beschwichtigung des kommenden Gerichtes Gottes. Gott wird Rechenschaft fordern von allen Menschen (Heb. 2,3; 12,25; 9,27; Micha 6,8).<\/p>\n<p>Gottes Anliegen ist es die Menschen zu retten (Joh 3,16). Seine Botschaft geht bis in die obersten Regierungskreise (B\u00fcrgermeister, Abgeordnete, Kanzler und Pr\u00e4sidenten). \u00dcberall hat Gott seine Wegbegleiter, die auf ihn Aufmerksam machen, so dass sie alle keine Entschuldigung haben.<\/p>\n<p>Auch ist kein Mensch f\u00fcr Gott zu gro\u00df oder zu klein, zu wichtig oder unbedeutend, zu gut oder zu s\u00fcndhaft, zu hochm\u00fctig oder dem\u00fctig, dass Gott ihm nicht in seiner Liebe begegnen k\u00f6nnte und seine Gnade anbietet (R\u00f6m 5,20; 1Kor 6,9-11).<\/p>\n<p>Leider erleben wir auch heute, dass Menschen aus der Geschichte, den Erlebnissen oder Gerichten der Vergangenheit nichts lernen (vgl. 2Pet 3,3ff). Da ist uns Daniel 5 eine Warnung (vgl. Jer 6,16). Georg Santayana sagte den bekannten Satz: \u201eWer aus der Geschichte nichts lernt\u2026\u201c oder wie es im Original hei\u00dft \u201eWer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.\u201c<\/p>\n<p>Die Ereignisse in Daniel 5 verdeutlichen allerdings auch zwei wichtige Dinge:<\/p>\n<ul>\n<li>Es braucht den Schrecken Gottes \u2013 der Mensch muss von Gott aufgeschreckt und ersch\u00fcttert werden. Der Mensch muss in seinem verf\u00fchrerischen Hochmut ersch\u00fcttert werden.<\/li>\n<li>Es braucht die Bereitschaft sich beschenken zu lassen \u2013 der Mensch muss Gottes Gnade als Geschenk annehmen. Solange er meint, was geben zu k\u00f6nnen oder zu m\u00fcssen wie Belsazar, fehlt ihm die innere Herzenseinstellung sich als hilfloser Bettler alles von Gott schenken zu lassen.<\/li>\n<\/ul>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong> Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>3.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Dem Zuh\u00f6rer soll bewusst werden:<\/p>\n<ul>\n<li>Dass Gott in seiner Liebe und Gnade alle Menschen zur Bu\u00dfe leiten m\u00f6chte.<\/li>\n<li>Gleichzeitig ist Gott dennoch ein heiliger und gerechter Gott, der sich nicht spotten l\u00e4sst. Gottesl\u00e4sterung und Respektlosigkeit gegen\u00fcber Gott und seinem Eigentum folgen.<\/li>\n<li>Dass Gott von allen Menschen einmal Rechenschaft fordert \u00fcber das, was sie von Gottes Wahrheit und Botschaft geh\u00f6rt und gewusst haben.<\/li>\n<li>Dass uns als Christen unser Auftrag in der Gesellschaft bewusst wird und wir uns gebrauchen lassen, wie ein Daniel, damit Menschen die M\u00f6glichkeit haben, gerettet zu werden und umzukehren.<\/li>\n<li>Gott will nicht den Tod des Gottlosen, sondern dass er sich bekehrt (vgl. Hes 18,23).<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>3.2 Predigtthema \u2013 was sage ich in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Der Stolz des Menschen ist das gr\u00f6\u00dfte Hindernis um gerettet zu werden. Der Stolze tut sich schwer Gottes G\u00fcte und Gnade anzunehmen. Sein Stolz muss (manchmal auf harte Weise) zuerst gebrochen werden.<\/li>\n<li>Nicht selten sind es Kinder von gl\u00e4ubigen Eltern, die sich in einer traditionellen und frommen Einbildung der Gnade Gottes verschlie\u00dfen. Fromme Menschen k\u00f6nnen oft auch stolz und selbstgerecht sein und meinen Gottes Gnade nicht zu brauchen.<\/li>\n<li>Gottes G\u00fcte und Gnade an anderen Menschen soll uns lehren, dass der Mensch allein aus G\u00fcte zur Bu\u00dfe geleitet wird (R\u00f6m 2,3ff).<\/li>\n<li>Gott gebraucht heute genauso Menschen wie die K\u00f6nigsmutter, die andere auf Gott oder gl\u00e4ubige Christen aufmerksam machen.<\/li>\n<li>Wir sollen uns wie Daniel gebrauchen lassen um Menschen an Gottes G\u00fcte und Gnade zu erinnern und sie zur Umkehr aufrufen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>3.3 Predigtentfaltung \u2013 wie sage ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Mut zur Rechenschaft \u2013 Angez\u00e4hlt und abgew\u00e4hlt<\/p>\n<ul>\n<li>Der Fehlgriff des K\u00f6nigs \u2013 wie der Mensch im Hochmut sich an Gott vergreift<\/li>\n<li>Der Finger Gottes \u2013 wie Gott zum Erschrecken eingreift<\/li>\n<li>Die Botschaft Daniels \u2013 wie Gott in Gnade und Gerechtigkeit durchgreift<\/li>\n<\/ul>\n<p>Oder:<\/p>\n<ul>\n<li>Angez\u00e4hlt \u2013 der Zeigefinger Gottes<\/li>\n<li>Abgez\u00e4hlt \u2013 die dritte Generation<\/li>\n<li>Abgew\u00e4hlt \u2013 das Gericht Gottes<\/li>\n<\/ul>\n<p>Oder:<\/p>\n<ol>\n<li>Gottes Gericht herausfordern \u2013 der K\u00f6nigssohn<\/li>\n<li>Gottes Gericht verharmlosen \u2013 die K\u00f6nigsmutter<\/li>\n<li>Gottes Gericht ausf\u00fchren \u2013 der K\u00f6nig Darius<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>3.4 Predigtveranschaulichungen \u2013 wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Zitate: <\/strong><\/p>\n<p>Gottes Urteil gr\u00fcndet sich darauf, wie die Menschen auf die Botschaft reagierten, die sie erhielten. Er wird uns nie f\u00fcr Dinge zur Rechenschaft ziehen, die er uns nicht gesagt hat. (Max Lucado)<\/p>\n<p>Wenn man einmal alles verloren hat, ist kein Platz mehr f\u00fcr Stolz, nur noch f\u00fcr Gnade. (Gordon MacDonald)<\/p>\n<p>Der Mensch fiel, aber Gott stieg herab. Erb\u00e4rmlich ist der Mensch, aber voll Erbarmen kam Gott hernieder. Der Mensch fiel durch Stolz, Gott kam herab in Gnaden. (Thomas von Aquin)<\/p>\n<p>Dieselbe Sonne, die Ton aush\u00e4rtet, schmilzt auch Wachs. Und genauso macht die Botschaft von Gottes Gnade das Herz des Stolzen hart und das Herz des Dem\u00fctigen weich. (Bob George)<\/p>\n<p>Klaus Eberwein<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Daniel: Treu im Feindesland\u00a0 Predigtthema: \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Mut zur Rechenschaft \u2013 Angez\u00e4hlt und abgew\u00e4hlt Predigttext:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Dan 5,1-30 (Vorschlag zur Textlesung Dan 5,1-6 und 16-30) Zur Gottesdiensteinleitung:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 R\u00f6m 2,3-4 oder Spr 16,3-7 Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[30],"tags":[],"class_list":["post-3424","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-daniel"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-06-30 09:45:53","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3424","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3424"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3424\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3425,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3424\/revisions\/3425"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3424"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3424"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3424"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}