{"id":3420,"date":"2018-07-04T12:37:40","date_gmt":"2018-07-04T10:37:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=3420"},"modified":"2018-07-04T12:37:40","modified_gmt":"2018-07-04T10:37:40","slug":"predigthilfe-vom-5-august-2018-daniel-3-31-434","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-5-august-2018-daniel-3-31-434\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 5. August 2018 &#8211; Daniel 3, 31 &#8211; 4,34"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Daniel: Treu im Feindesland\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p><strong>Predigtthema:<\/strong><strong> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Mut zur Bescheidenheit \u2013 Hochmut kommt vor dem Fall<\/strong><\/p>\n<p><strong>Predigttext:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Dan 3,31- 4,34 <\/strong>(Vorschlag zur Textlesung Dan 4,1-5.16-18; 25-24)<\/p>\n<p><strong>Zur Gottesdiensteinleitung:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><strong>Micha 6,8 oder 1Pet 5,5<\/strong><\/p>\n<p>Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n<ol>\n<li><strong> Sehen, was dasteht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/\">www.bibleserver.com<\/a> (Luther 1984 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000 \/ Neue Genfer \u00dcbersetzung \/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n<p><strong>1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext <\/strong><\/p>\n<p>Nachdem die Themenreihe \u00fcber Daniel im Juli unterbrochen wurde, ist es notwendig an die vorherigen Predigtthemen anzukn\u00fcpfen. Hierzu hilft ein Blick in <em>1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext<\/em> in den jeweils vorherigen Predigthilfen von Daniel 1-3. Bisher ging es um:<\/p>\n<p>Kapitel 1\u00a0\u00a0 Mut zur Andersartigkeit: Daniel und seine Ausbildung<\/p>\n<p>(Ankunft und Leben in Babel)<\/p>\n<p>Kapitel 2\u00a0\u00a0\u00a0 Mut zum Handeln: Daniel und sein erster Dienst<\/p>\n<p>(Der Traum vom erhabenen Standbild)<\/p>\n<p>Kapitel 3\u00a0\u00a0\u00a0 Mut zum Glaubenszeugnis: Daniels Freunde und ihre Glaubenstreue<\/p>\n<p>(Der Bau vom goldenen Standbild)<\/p>\n<p>Kapitel 4 \u00a0 Mut zur Bescheidenheit: Hochmut kommt vor dem Fall<\/p>\n<p>(Der Traum vom erhabenen Baum, der f\u00e4llt)<\/p>\n<p>Wieder erlebt Nebukadnezar einen Traum. Wie schon in Dan 2 war er h\u00f6chst beunruhigend und \u00e4ngstlich. Daniel deutet und erkl\u00e4rt Nebukadnezar den Traum, der den Gr\u00f6\u00dfenwahn des K\u00f6nigs versinnbildlicht und ihm das K\u00f6nigreich kosten w\u00fcrde. Gott wird ihn tief erniedrigen bis er endlich bereit ist zur Umkehr und am Ende Gott als den K\u00f6nig des Himmels anerkennen wird.<\/p>\n<p>In diesem Kapitel sind zwei besondere Abschnitte, die in der Ich-Form aus der Sicht Nebukadnezars geschrieben sind (Dan 4,1-15; 31-34) und die Botschaft und Auslegung des Traums umrahmen.<\/p>\n<p>Wir wissen nicht genau wann Nebukadnezar diesen Traum hatte. Die Septuaginta ordnet das Ereignis in das 18. Regierungsjahr ein (ca. 587 v.Chr.) \u2013 also direkt im Anschluss an die Einweihung des goldenen Standbildes.<\/p>\n<p>Auffallend ist auch Anfang und Ende des ganzen Textabschnittes, der jeweils eine Anerkennung und Lob f\u00fcr den h\u00f6chsten Gott (El Elion) beinhalten. Allerdings entscheiden sich die beiden in ihrer L\u00e4nge, der Wortwahl und der Motivation des K\u00f6nigs.<\/p>\n<p><strong>Die zentrale Botschaft ist: <\/strong>\u00a0Menschliche \u00dcberheblichkeit bringt zu Fall (Spr 18,12), aber Demut vor Gott erh\u00f6ht den Menschen (Lk 18,14). Gott wird den Hochm\u00fctigen dem\u00fctigen (Dan 4,34).<\/p>\n<p><em>\u201eEs ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe \u00fcben und dem\u00fctig sein vor deinem Gott.<\/em>\u201c (Micha 6,8)<\/p>\n<p><strong>1.2 Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n<p>Mehr zur Einf\u00fchrung in das Buch Daniel unter:<\/p>\n<p><em>John MacArthur<\/em>, \u201eBasisinformation zur Bibel\u201c, CLV, 2001 Bielefeld \u2013 ab Seite 154<\/p>\n<p>Kostenlos zum Download: https:\/\/clv.de\/clv-server.de\/wwwroot\/pdf\/255644.pdf<\/p>\n<p>Hilfen zur Auslegung bieten z.B.<\/p>\n<p><em>Walvoord, John und Zuck, Roy<\/em> \u201eDas Alte Testament\u201c erkl\u00e4rt und ausgelegt\u201c, H\u00e4nssler<br \/>\n<em>Wiersbe, Warren.W,<\/em> \u201eSei standhaft\u201c Studien des Alten Testamentes Daniel 1-12, CLV<\/p>\n<p><em>Maier, Gerhard,<\/em> Wuppertaler Studienbibel, \u201eDas Prophet Daniel\u201c, Brockhaus Verlag<\/p>\n<p>Hilfreiche Querverweise in die ganze Bibel bietet die Thompson Studienbibel<br \/>\nHilfreiche Infos zum Text liefert auch die MacArthur Studienbibel (Als pdf zum Downloaden auf <a href=\"http:\/\/www.sermon-online.de\">www.sermon-online.de<\/a>)<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Anmerkungen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/li>\n<li><strong><em>Ein beunruhigender Traum \u2013 der Traum vom Alptraum<\/em><\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>3,31-33\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ein stolzes Herz wird von Gottes Wundertaten bewegt<\/em><\/p>\n<p>Das Gewissen bzw. Herz des sonst so hochm\u00fctigen, brutalen und launischen Herrschers ist bewegt von Gottes Wundertaten. Auch wenn sein Herz unbekehrt bleibt und er aus \u201eSelbstgefallen\u201c (V.32) die Wunderzeichen Gottes bekennt und als ein blo\u00dfer Bewunderer Gottes stehen bleibt, so zeigt es dreierlei:<\/p>\n<ul>\n<li>Gott bewegt selbst die Herzen stolzer und launischer Weltenherrscher. Hinter einer harten und arroganten Schale befindet sich immer noch ein Herz und Gewissen.<\/li>\n<li>Gott offenbart sich auch den Menschen in h\u00f6chster weltlicher Stellung, bietet ihnen seine Rettung an, so lange sie keine letzte Entscheidung gegen Gott getroffen haben.<\/li>\n<li>Gott arbeitet am Menschen. Nebukadnezar war immer noch unentschieden. Er hat sich weder f\u00fcr noch gegen Gott gestellt. Darum l\u00e4sst Gott ihn nicht los und bewegt ihn zur Entscheidung. Das alles tut Gott zwei- oder dreimal mit dem Menschen (Hi 33,29-30).<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>4,1-6 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ein stolzes Herz legt sein Schuldbekenntnis offen\u00a0 <\/em><\/p>\n<p>Nebukadnezar, der m\u00e4chtigste Mann der Welt, h\u00e4lt R\u00fcckschau und bekennt sein sorgloses und selbstsicheres Privatleben. Er packt aus, bekennt und offenbart sein Inneres.<\/p>\n<p>Erst ein gebrochener Geist und zerschlagenes Herz ist bereit ehrlich mit sich und Gott zu werden (Ps 34,19; 51,19).<\/p>\n<p>Wieder gebraucht Gott einen Traum um des K\u00f6nigs Aufmerksamkeit zu bekommen. Wieder kann keiner dem K\u00f6nig helfen als nur der gottesf\u00fcrchtige Daniel V.6. Wieder kommt die Botschaft durch Gottes Geist, der in Daniel ruhte V.15.<\/p>\n<p>Gott gebraucht seine Zeugen und auch die K\u00f6nige der Welt kommen nicht an dem Zeugnis der Gottesf\u00fcrchtigen vorbei.<\/p>\n<p><strong>Exkurs: Tr\u00e4ume in der Bibel<\/strong><\/p>\n<p>Im Alten Testament gibt es Berichte, dass Gott Tr\u00e4ume benutzte um Menschen Botschaften zu \u00fcbermitteln. Aber nicht jeder Traum war eine Offenbarung Gottes. Dabei waren die Botschaften weniger im Traum selber, als vielmehr in der Auslegung durch das Wort. In der Bibel findet sich ein auffallender R\u00fcckgang von Tr\u00e4umen und Traumdeutungen. Im Neuen Testament gibt es kaum Hinweise auf Traumoffenbarungen. In den Briefen an die Gemeinden finden sie keine Erw\u00e4hnung mehr.<\/p>\n<p><strong>Wir beachten:<\/strong> Tr\u00e4ume sind keine verl\u00e4ssliche Quelle (Jer 27,9; Sach 10,12). Gottes Wort ist die einzige sichere Quelle der Offenbarung (Vgl. Jer 23,28; Pred 5,2.6)<\/p>\n<p>Tr\u00e4ume kann Gott gebrauchen um die Aufmerksamkeit der Menschen zu gewinnen, sie neugierig und suchend zu machen oder sie zum Nachdenken zu bringen (z.T. Muslime oder Menschen, die viel tr\u00e4umen). Tr\u00e4ume k\u00f6nnen einen Ansto\u00df geben, aber sind eben keine verl\u00e4ssliche Botschaft oder Offenbarung Gottes. Diese findet der Mensch nur in Gottes Wort. So viel oder so wenig wie unsere Gedanken, Ideen oder Einf\u00e4lle, die uns durch den Kopf schie\u00dfen, g\u00f6ttlich inspiriert sind, so viel oder wenig sind Tr\u00e4ume eine Inspiration Gottes. In allem ben\u00f6tigt es die n\u00fcchterne Pr\u00fcfung durch Gottes Wort und ggf. auch mal den Rat und die Best\u00e4tigung von Glaubensgeschwistern.<\/p>\n<ul>\n<li><strong><em>Eine erschreckende Deutung \u2013 aus der Traum <\/em><\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Vieles im Text ist selbsterkl\u00e4rend. Schwerpunkt liegt daher auf der Beschreibung und den Folgen von menschlichem Hochmut.<\/p>\n<p>Hochmut, \u00dcberheblichkeit oder Vermessenheit wird auch mit dem altgriechischen Wort Hybris beschrieben. Es steht h\u00e4ufig in der Verbindung mit einem Realit\u00e4tsverlust, einer Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung und einer extremen Form des Stolzes.<\/p>\n<p>In der Religion wird es als ein frevelhaftes Aufb\u00e4umen gegen Gott bezeichnet. Der \u201estolze\u201c oder \u201ehybride\u201c Mensch will die Grenze zwischen ihm und Gott, seinem Sch\u00f6pfer, nicht anerkennen und einhalten. Er streckt sich bis zum Himmel (V.8). Er m\u00f6chte sein wie Gott. Diese \u00dcberhebung war der Ursprung der S\u00fcnde (Jes 14,13-14), der Ursache des S\u00fcndenfalles (1Mo 3,5f).<\/p>\n<p>Was Gott hier lehrt ist, dass Gott in seiner Heiligkeit und Souver\u00e4nit\u00e4t<\/p>\n<ul>\n<li>keinen Stolz duldet, sondern hasst (Spr 6,16ff; 8,13; 3,34; 1Pet 5,5; Jak 4,6)<\/li>\n<li>es auch nicht zulassen wird, bzw. es nicht folgenlos bleibt, wenn Menschen sich als Gott ausgeben, nach Gottes Thron greifen oder sich als Gott verehren lassen (vgl. Apg 12,21; Jes 37,23; Hes 28,2.9; Dan 6,8; Off 13,4).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Als Folge des Hochmuts wurde das Herz des K\u00f6nigs verwandelt. Sieben Jahre war er von den Menschen versto\u00dfen. Sein Verstand, sein Herz und sein Verhalten wurden wie das eines Tieres (Vgl. Dan 5,21). Die menschliche Hybris ver\u00e4ndert den Menschen, l\u00e4sst ihn sein nat\u00fcrliches Wesen ablegen und verwandelt ihn zu einem wilden Tier. Gott lie\u00df es zu, dass seine tierische Natur offen zutage treten konnte.<\/p>\n<ul>\n<li><strong><em>Eine ern\u00fcchternde Botschaft \u2013 aufgewacht in der Realit\u00e4t <\/em><\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Voller Mitleid und innerlich bewegt z\u00f6gert Daniel dem K\u00f6nig, die Auslegung des Traumes zu verk\u00fcndigen V. 16. Die Wahrheit und die Folgen der S\u00fcnde, den Menschen aufzuzeigen kostet \u00dcberwindung. Daniel sagt die Wahrheit in einer Art und Weise, die ihn selbst schmerzt, die von Mitgef\u00fchl, Mitleid, Barmherzigkeit und Demut gepr\u00e4gt ist.<\/p>\n<p>Gott duldet also nicht, dass der Mensch in seinem Hochmut weiterf\u00e4hrt und k\u00fcndigt Gericht an.<\/p>\n<ul>\n<li>Im Gericht f\u00e4llt der Hochmut und der Stolz wird gebrochen V.17- 19<\/li>\n<li>Das Gericht bringt Schande, Erniedrigung und Dem\u00fctigung V.20-22<\/li>\n<li>Das Gericht gibt die M\u00f6glichkeit zur Umkehr V.23-24<\/li>\n<li>Das Gericht dient zur Wiederherstellung (vgl. Ps 119,71).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Gottes Langmut und Barmherzigkeit gibt dem Hochm\u00fctigen Raum zur Umkehr. Er ruft den Stolzen zur Bu\u00dfe, doch alles worauf er stolz ist muss zuerst genommen werden. Es erinnert an die Worte Jesu: \u201eEs ist aber auch schon die Axt an die Wurzel der B\u00e4ume gelegt. Jeder Baum nun, der keine gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen!\u201c (Mt 3,10; vgl. Mal 3,19; Lk 13,7). Die Wurzel bleibt, aber die Axt muss \u00fcberall da ran, wo der Mensch sich aus Werken selbst rechtfertigt oder stolz auf seine eigenen Leistungen ist.<\/p>\n<p>Dan 4,31-34 zeigt einen v\u00f6llig ver\u00e4nderten und erneuerten Nebukadnezar. Es ist ein gewaltiges Glaubensbekenntnis, dass der einst so gewaltbereite und stolze Herrscher sich nun dem allerh\u00f6chsten Gott unterwirft. Im Gericht Gottes, durch schwere Dem\u00fctigungen, schenkte Gott ihm ein neues Leben. Nun gab er keine Befehle mehr mit Androhung von Todesstrafe, wie man Gott dienen und f\u00fcrchten sollte, sondern er gab ein dem\u00fctiges Zeugnis dar\u00fcber, wie er selbst Gott erfahren und durch Gottes Gnade Heil und Rettung erlebt hat. Wie der Psalmist konnte nun Nebukadnezar sagen: <em>\u201eEs ist gut f\u00fcr mich, dass ich gedem\u00fctigt wurde, damit ich deine Anweisungen lerne.\u201c <\/em>(Ps 119,71 vgl. Ps 119,67; Ps 94,12; 1Kor 11,32)<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> Verstehen, worum es geht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>2.1 Hinweise f\u00fcr hermeneutische \u00dcberlegungen (Auslegung)<\/strong><\/p>\n<p>Um Daniels Schau \u00fcber die K\u00f6nigsherrschaft der Welt richtig einzuordnen braucht es den heilsgeschichtlichen Gesamtzusammenhang der Bibel!<\/p>\n<p>Was Daniel bereits in Dan 2,21-22 erkannt und bekannt hatte musste Nebukadnezar auf schmerzliche Weise lernen.<\/p>\n<p><strong>Gottes K\u00f6nigsherrschaft \u00fcber die ganze Welt<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><em>Gott sitzt im Regiment und gibt die irdische K\u00f6nigsherrschaft wem er will<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>Gott ist der Herr des Himmels und der Erde, er setzt K\u00f6nige ab und gibt das K\u00f6nigtum wem er will. Das wird viermal in diesem Abschnitt betont (Dan 4,14, 22, 29, 32). Schon beim Auszug aus \u00c4gypten erkannte Israel, dass Jahwe der K\u00f6nig ist (2Mo 15,18). Als Sch\u00f6pfer ist Gott der Herr, der Besitzer und K\u00f6nig der Welt (Ps 24,1.7.8; 47,3; 93,1). Er ist der HERR und der Herrscher der Heerscharen (1Sam 1,11; Jos 22,22; Jes 1,24; Am 3,13; 5,27). Er herrscht \u00fcber alles (Ps 103,19). Er ist K\u00f6nig der ganzen Erde (Sach 4,14; 6,5;) und er ist der K\u00f6nig \u00fcber alle V\u00f6lker (Ps 2,8; 10,16; 47,9; 99,2) und alle K\u00f6nigreiche (2K\u00f6 19,15). Seine K\u00f6nigsherrschaft ist eine ewige (Ps 10,16; 29,10; 1Tim 1,17). Dennoch bedeutet das nicht, dass Gott eine irdische K\u00f6nigsherrschaft sichtbar manifestiert. Vielmehr hat er sie an die Obrigkeiten der Welt, die er eingesetzt hat, delegiert (1Sam 2,8; Spr 8,15f; R\u00f6m 13,1ff; Joh 19,11).<\/p>\n<ul>\n<li><em>Gott \u00fcberl\u00e4sst sie f\u00fcr die Zeit der Nationen den K\u00f6nigen der Welt (Weltreichen) <\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>Gerade im Buch Daniel offenbart uns Gott durch das Standbild, den Traum vom Baum und den Visionen (Dan 7-9,10-12), dass Gott allein die K\u00f6nigsherrschaft der Erde geben kann wem er will (vgl. Dan 5,18ff). Israel selbst hatte sein K\u00f6nigtum von Gott bekommen und wegen ihres Hochmutes wieder zeitweise verloren (1Chr 28,4ff). Bis in unsere Gegenwart hinein bleibt Israel daher ohne K\u00f6nig (Hos 3,4). Auch wenn Gott die K\u00f6nigsherrschaft an Menschen \u00fcbertragen hat, so bleibt er doch im Regiment. Nur in eingeschr\u00e4nkter Weise herrschen Menschen \u00fcber die Welt \u2013 so wie Gott es zul\u00e4sst. Selbst der Teufel, der als F\u00fcrst dieser Welt die K\u00f6nige der Welt beeinflusst und treibt (Lk 4,6; Joh 12,31; 14,30) steht unter der letztendlichen Zulassung Gottes.<\/p>\n<ul>\n<li><em>Gott selbst wird die K\u00f6nigsherrschaft der Welt selbst annehmen<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>Noch hat Jesus Christus seine sichtbare K\u00f6nigsherrschaft auf Erden nicht angetreten, so wie es Daniel vorhersagt (Dan 2,35; 7,13-14). Mit dem ersten Kommen in Niedrigkeit hat Jesus seine K\u00f6nigsherrschaft angeboten und verk\u00fcndigt, wurde aber durch die Ablehnung des Messias verschoben. Mit seinem zweiten Kommen wird Jesus dann in der Herrlichkeit eines K\u00f6nigs bekleidet sein und sichtbar als K\u00f6nig wiederkommen (Ps 93,1f; Mat 24,30). Dann werden ihn alle V\u00f6lker erkennen und alle Heiden sich bekehren (Ps 22,28ff). Dann wird Jesus sichtbar K\u00f6nig \u00fcber die ganze Erde sein (Sach 14,9; Ps 99,1) und er wird die K\u00f6nigsherrschaft an das heilige Volk Israel \u00fcbergeben (Dan 7,27).<\/p>\n<p>Wenn Gott sogar einem heidnischen K\u00f6nig wie Nebukadnezar die K\u00f6nigsherrschaft in einer noch gr\u00f6\u00dferen Herrlichkeit wiedergibt, nachdem er sich von seinem Stolz und Gr\u00f6\u00dfenwahn bekehrt hat, wieviel mehr und herrlicher wird Israels K\u00f6nigsherrschaft sein, wenn sie \u00fcber ihren Hochmut und Ungehorsam Bu\u00dfe getan haben.<\/p>\n<p><strong>2.2 Hinweise f\u00fcr situative \u00dcberlegungen (Predigtanlass)<\/strong><\/p>\n<p>Es sind Sommerferien und viele Gottesdienstbesucher im Urlaub. In manchen L\u00e4ndern der Welt m\u00f6chte man aber auf Grund der politischen Lage oder des dort herrschenden Regimes keinen Urlaub machen.<\/p>\n<p>Wo erleben wir vielleicht hochm\u00fctige Staatspr\u00e4sidenten, die in einer Selbstzufriedenheit, gesund und sorglos ihren Stolz vor sich hertragen?<\/p>\n<p>Wie erleben wir stolze Menschen und was denken wir dar\u00fcber?<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Hinweise f\u00fcr homiletische \u00dcberlegungen (Anwendung)<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Hochmut steckt in der Natur des Menschen und es gibt keinen Anlass, sich \u00fcber die Hybris Nebukadnezars oder den Stolz eines anderen Menschen zu \u00fcberheben. Es w\u00e4re wahrlich der erste Fehler, den wir machen k\u00f6nnten. Dann h\u00e4tten wir selbst unsere eigene Stellung verkannt und w\u00fcrden h\u00f6her von uns denken als man sollte (R\u00f6m 12,3).<\/p>\n<p>Vielmehr sollten wir selbst pr\u00fcfen wo wir in der Gefahr stehen uns zu \u00fcberheben, stolz auf etwas zu sein oder gar Gott den Platz und Thron streitig machen.<\/p>\n<p>Gottes konsequentes Handeln mit unserem Hochmut soll uns keine Angst vor dem Gericht der Dem\u00fctigung machen \u2013 aber es m\u00f6chte uns die gef\u00e4hrlichen Folgen dieser S\u00fcnde aufzeigen.<\/p>\n<p>Hochmut macht den Menschen unbrauchbar. Gott kann ihn nicht mehr lenken und f\u00fchren, weil er sich Gottes Herrschaft entzogen hat.<\/p>\n<p>Hochmut macht den Menschen unertr\u00e4glich, weil er den Respekt gegen\u00fcber dem N\u00e4chsten und auch der Obrigkeiten verliert.<\/p>\n<p>Die Bibel ruft uns auf in Demut den anderen h\u00f6her zu achten als sich selbst, ganz gleich welche Stellung wir haben. (Phil 2,3, Micha 6,8)<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong> Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>3.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Wir erleben vermehrt eine respektlose und individuelle Gesellschaft in der die Menschen sich schwertun, sich den Obrigkeiten (Eltern, Erziehern, Lehrern, staatlichen Ordnungen) unterzuordnen oder diese zu respektieren.<\/p>\n<p>Respektlosigkeit ist das erste Anzeichen von Hochmut und zeigt den Ursprung der S\u00fcnde im Menschen (vgl. Adam und Eva, Kain und Abel).<\/p>\n<p>Hochmut zerst\u00f6rt unsere Beziehung in der Ehe und Familie, in der Arbeitswelt und auch in der Gemeinde.<\/p>\n<p>Wo der Geist Jesu und der Geist der Demut nicht herrscht, da herrscht Streit und Unfrieden.<\/p>\n<p>Hochmut kann \u00fcberwunden werden im Gericht von Golgatha, wo er sich in aller Demut f\u00fcr meine S\u00fcnde und Stolz hat schlagen lassen.<\/p>\n<p><strong>3.2 Predigtthema \u2013 was sage ich in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Gott dudelt keinen Gr\u00f6\u00dfenwahn und keine Selbst\u00fcberheblichkeit<\/p>\n<p>Gott dem\u00fctigt den Hochm\u00fctigen \u2013 es ist die Schule Gottes<\/p>\n<p>Gott offenbart sich als der Allm\u00e4chtige und Gn\u00e4dige, der mir eine weitere Chance gibt.<\/p>\n<p><strong>3.3 Predigtentfaltung \u2013 wie sage ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Mut zur Bescheidenheit \u2013 Hochmut kommt vor dem Fall<\/p>\n<p>1) Ein beunruhigender Traum \u2013 der Traum vom Alptraum<\/p>\n<p>2) Eine erschreckende Deutung \u2013 aus der Traum<\/p>\n<p>3) Eine ern\u00fcchternde Botschaft \u2013 aufgewacht in der Realit\u00e4t<\/p>\n<p>oder<\/p>\n<p>Mut zur Bescheidenheit \u2013 Hochm\u00fctige lernen es auf die harte Tour<\/p>\n<ol>\n<li>Hochmut kennt keine menschlichen Grenzen \u2013 der Gr\u00f6\u00dfenwahn<\/li>\n<li>Hochmut macht geistlich unbrauchbar \u2013 der Zusammenbruch<\/li>\n<li>Hochmut braucht g\u00f6ttliche Dem\u00fctigung \u2013 die Umkehr<\/li>\n<\/ol>\n<p>Gottes K\u00f6nigsherrschaft \u00fcber die Welt<\/p>\n<ul>\n<li>Der Herr sitzt im Regiment \u2013 keine Angst vor einem Regierungswechsel<\/li>\n<li>Der Herr beugt die Hochm\u00fctigen \u2013 keine Angst vor den Gr\u00f6\u00dfenwahnsinnigen<\/li>\n<li>Der Herr bewahrt die Seinen \u2013 keine Angst vor der Zukunft<\/li>\n<\/ul>\n<p>(nach W.Wiersbe)<\/p>\n<ul>\n<li>Gem\u00fctserregung: Der Traum des K\u00f6nigs<\/li>\n<li>Deutung und Ermahnung: Die bevorstehende Gefahr des K\u00f6nigs<\/li>\n<li>Dem\u00fctigung: Die Erziehung des K\u00f6nigs<\/li>\n<li>Wiederherstellung: Die Verk\u00fcndigung des K\u00f6nigs<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>3.4 Predigtveranschaulichungen \u2013 wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcnf Jahre nach Ende des 2.Weltkrieges, in dem der Nationalsozialismus einen ganzen Kontinent in eine Katastrophe von gigantischem Ausma\u00df gest\u00fcrzt hatte, sagte Gustav Heinemann, damals Innenminister der ersten Bundesregierung auf dem Kirchentag in Essen (1950): <em>\u201eUnsere Freiheit wurde durch den Tod des Sohnes Gottes teuer erkauft. Niemand kann uns in neue Fesseln schlagen, denn Gottes Sohn ist auferstanden. Lasst uns der Welt antworten, wenn sie uns furchtsam machen will: <strong>Eure Herren gehen \u2013 unser Herr aber kommt!\u201c.<\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong>Zitate: <\/strong><\/p>\n<p>Es gibt zwei Arten von Christen. Die Hochm\u00fctigen, die denken, dass sie dem\u00fctig sind. Die Dem\u00fctigen, die Angst haben, hochm\u00fctig zu sein. Es muss aber noch eine bessere Art von Christen geben! Jene n\u00e4mlich, die sich selbst vergessen und alles in die Hand Jesu legen, die ihre Zeit nicht unn\u00fctz damit vergeuden, sich selbst besser machen zu wollen. Diese werden ihr Ziel erreichen.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 (Corrie ten Boom)<\/p>\n<p>Es ist besser, \u00fcber seinen Hochmut gedem\u00fctigt, als \u00fcber seine Demut hochm\u00fctig zu werden. (Hermann Heinrich Grafe)<\/p>\n<p>Manche sind \u00e4u\u00dferlich dem\u00fctig, aber eben das macht sie innerlich stolz. (Hermann Heinrich Grafe)<\/p>\n<p>Die Hybris, die uns versuchen l\u00e4sst, das Himmelreich auf Erden zu verwirklichen, verf\u00fchrt uns dazu, unsere Erde in eine H\u00f6lle zu verwandeln. (Karl Popper, Philosoph)<\/p>\n<p>Klaus Eberwein<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Daniel: Treu im Feindesland\u00a0 Predigtthema: \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Mut zur Bescheidenheit \u2013 Hochmut kommt vor dem Fall Predigttext:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Dan 3,31- 4,34 (Vorschlag zur Textlesung Dan 4,1-5.16-18; 25-24) Zur Gottesdiensteinleitung:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Micha 6,8 oder 1Pet 5,5 Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[30],"tags":[],"class_list":["post-3420","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-daniel"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-06-29 06:53:31","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3420","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3420"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3420\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3423,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3420\/revisions\/3423"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3420"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3420"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3420"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}