{"id":3337,"date":"2018-02-27T08:17:18","date_gmt":"2018-02-27T07:17:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=3337"},"modified":"2018-03-05T15:28:30","modified_gmt":"2018-03-05T14:28:30","slug":"predigthilfe-vom-25-maerz-2018-matthaeus-27-11-26","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-25-maerz-2018-matthaeus-27-11-26\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 25.M\u00e4rz 2018 &#8211; Matth\u00e4us 27, 11-26"},"content":{"rendered":"<p><strong>Predigtthema: Gott ist verurteilt \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p>Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n<ol>\n<li><strong> Sehen, was dasteht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/\">www.bibleserver.com<\/a> (Luther 2017 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000 \/ Neue Genfer \u00dcbersetzung \/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n<p><strong>1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext<\/strong><\/p>\n<p>Wir gehen in unserem heutigen Predigttext einen Schritt weiter auf die Kreuzigung Jesu zu. Jesus steht nun vor dem Statthalter Pontius Pilatus als Vertreter der r\u00f6mischen, weltlichen Obrigkeit. Auch dieses Gericht wird Jesus schlussendlich verurteilen, obwohl sie ihm kein Vergehen nachweisen k\u00f6nnen. Doch Jesus geht seinen Weg in aller Treue und Demut als das bereitwillige Opferlamm Gottes.<\/p>\n<p><strong>1.2 Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n<p>Hilfen zur Auslegung bieten z.B.<\/p>\n<p>* Gerhard Maier: Matth\u00e4usevangelium \u00a0(Edition C Band 2)<\/p>\n<p>* Fritz Rienecker: Das Evangelium des Matth\u00e4us (Wuppertaler Studienbibel)<\/p>\n<p>* Gerhard Maier: Das Evangelium des Matth\u00e4us. Kapitel 15-28 (HTA)<\/p>\n<p>* Douglas O\u2019Donnell: Matthew. All Authority in Heaven an on Earth (Preaching the Word)<\/p>\n<p><strong>1.3 Anmerkungen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n<p><strong>Vers 11<\/strong><\/p>\n<p>Die Frage des Pilatus zeigt, wie die Anklage der j\u00fcdischen F\u00fchrer gegen Jesus ausgesehen hat. Nat\u00fcrlich war im Messiastitel auch der k\u00f6nigliche Aspekt enthalten, doch durch die einseitige Anklage bringen sie Pilatus auf eine falsche F\u00e4hrte und schieben den Prozess in eine Richtung, in der sie eine Verurteilung Jesu f\u00fcr wahrscheinlicher halten. Sie machen aus dem religi\u00f6sen einen politischen Prozess. Dass die Gegner Jesu mit dieser rechtlichen Einsch\u00e4tzung wahrscheinlich gar nicht so unrecht hatten, sehen wir im Prozess gegen Paulus in der Apostelgeschichte. Dort gehen die r\u00f6mischen Machthaber nicht auf die religi\u00f6sen Vorw\u00fcrfe gegen Paulus ein.<\/p>\n<p>Wieder staunen wir, wie klar und sicher das Bekenntnis von Jesus ausgesprochen wird: \u201eDu sagst es\u201c. Damit ist alles gesagt. Paulus hat in 1.Tim 6,13 wahrscheinlich diese Aussage von Jesus im Blick. Auf die weiteren Anklagen antwortet Jesus dann nicht mehr, obwohl Pilatus ihm immer wieder die M\u00f6glichkeit gab. Jesus hat alles gesagt, was notwendig ist.<\/p>\n<p><strong>Vers 12-14<\/strong><\/p>\n<p>Wir sehen treue und geduldige Opferlamm Gottes. Obwohl Jesus geschm\u00e4ht und verleumdet wird, schl\u00e4gt er nicht zur\u00fcck, sondern geht treu seinen Weg. Petrus hebt dieses Verhalten in seinem Brief extra heraus (1.Petr 2,23). Jesus verwirklicht das, was \u00fcber den leidenden Gottesknecht schon beim Propheten Jesaja gesagt wurde (Jes 42,2; 53,7). Sogar auf die Nachfrage von Pilatus schweigt Jesus. Er hat sein Bekenntnis abgegeben, das gen\u00fcgt.<\/p>\n<p>Man merkt schon, dass Pilatus diesen Fall sehr merkw\u00fcrdig findet. Es gab wohl sehr selten einen Angeklagten, der sich \u00fcberhaupt nicht verteidigt und auch noch zu Beginn der Anklage Recht gibt.<\/p>\n<p><strong>Vers 15-18<\/strong><\/p>\n<p>Pilatus will den Fall Jesus auf eine geschickte Weise loswerden. Die Tradition, einen Gefangen am Passafest loszugeben, ist sicher als Versuch zu werten, bei der Bev\u00f6lkerung Sympathiepunkte zu gewinnen. Pilatus scheint darauf zu hoffen, dass sich die Bev\u00f6lkerung f\u00fcr Jesus entscheidet. Der Gegenkandidat Barabbas, der wohl auch Jesus hie\u00df, war anscheinend ein zelotischer Anf\u00fchrer. Vers 18 gibt der ganzen Aktion noch eine besondere Wendung. Pilatus h\u00e4lt Jesus f\u00fcr unschuldig. Er durchschaut die Motive der Verantwortlichen des Hohen Rates. Und dennoch ist Pilatus nicht bereit hier zugunsten von Jesus zu entscheiden. Er will sich nicht in innerj\u00fcdische Rivalit\u00e4ten einmischen und so ist dieses Mittel der Begnadigung f\u00fcr ihn ein geschickter Schachzug.<\/p>\n<p><strong>Vers 19<\/strong> findet sich nur bei Matth\u00e4us. Pilatus Frau warnt ihn und unterstreicht Jesu Unschuld. Details \u00fcber Pilatus\u2018 Frau oder auch den Traum, au\u00dfer dass er sehr aufr\u00fcttelnd war, berichtet uns Matth\u00e4us nicht. Es geht ihm darum, diese Warnung und das Zeugnis \u00fcber Jesu Gerechtigkeit zu betonen.<\/p>\n<p><strong>Vers 20<\/strong><\/p>\n<p>Wieder berichtet Matth\u00e4us sehr knapp. Es wird nicht genau gesagt, wer denn die Volksmenge bildet. Jedenfalls versuchen der Hohe Rat und seine Vertreter, gegen Jesus Stimmung zu machen und daf\u00fcr zu werben, dass Barabbas freigelassen wird. So wollen sie Pilatus \u00fcberstimmen, der Jesus ja eigentlich f\u00fcr unschuldig h\u00e4lt.\u00a0 Pilatus merkt, dass seine Taktik fehlschl\u00e4gt und er versucht mit weiteren Fragen sein Gesicht zu wahren.<\/p>\n<p><strong>Vers 21-23<\/strong><\/p>\n<p>Auch wenn die Menge, die hier versammelt ist nicht mit der Menge identisch ist, die kurze Zeit vorher \u201eHosianna\u201c gerufen hat, merken wir doch, wie die Stimmung umgeschlagen ist. Dies erkennen auch die Verantwortlichen, die jetzt keinen Aufstand mehr f\u00fcrchten, sondern ganz klar und mit Erfolg daf\u00fcr werben, dass Jesus umgebracht wird. Pilatus knickt vor dem Mob ein, so dass er sie selbst die Konsequenz formulieren l\u00e4sst, die diese Entscheidung f\u00fcr Jesus bedeutet. Wahrscheinlich merkt die Menge auch, dass Pilatus f\u00fcr Jesus ist und dem r\u00f6mischen Statthalter wollen sie keinen Gefallen tun. In dieser Konstellation bevorzugen sie den Aufr\u00fchrer Barabbas und sind bereit Jesus t\u00f6ten zu lassen.<\/p>\n<p>In Apg 3,13f spricht Petrus in seiner Predigt seine Zuh\u00f6rer auf ihre Verantwortung an, die sie am Tod Jesu haben: <em>Ihr habt ihn \u00fcberliefert und vor Pilatus verleugnet<\/em>. Und Petrus redet in dieser Stelle eben nicht nur die Mitglieder des Hohen Rates an, sondern alle seine H\u00f6rer.<\/p>\n<p>In Vers 23 nimmt der Tumult \u00fcberhand. Pilatus bekommt auf seine Frage nach dem konkreten Vorwurf gegen Jesus keine Antwort mehr, sondern nur das Gebr\u00fcll der Menge, die Jesu Tod am Kreuz fordert. F\u00fcr Juden sind das sehr ungew\u00f6hnliche Worte, denn die Kreuzigung, war eigentlich eine heidnische Strafe, im Alten Testament wird sie nicht angewendet. Aber dies ist die Konsequenz davon, dass der Hohe Rat entschieden hat, den Prozess gegen Jesus als politischen Prozess vor den Statthalter Pilatus zu bringen.<\/p>\n<p>In diesem ganzen Durcheinander, indem es scheint, als ob Jesus zum Spielball von unterschiedlichen Interessengruppen geworden w\u00e4re, d\u00fcrfen wir nicht vergessen, dass Jesus genau diesen Weg im Willen seines Vaters geht, dass der Weg ans Kreuz, der Weg zu unserem Heil ist.<\/p>\n<p><strong>Vers 24-26<\/strong><\/p>\n<p>Die Schw\u00e4che von Pilatus wird in den letzten Versen besonders deutlich. Gegen seine eigene \u00dcberzeugung \u00fcbergibt er Jesus zur Hinrichtung. Nicht ohne vorher noch in einer Geste seine eigene Meinung zum Ausdruck zu bringen. Er h\u00e4lt Jesus f\u00fcr unschuldig und will durch die Handwaschung seine eigene Mitschuld am Tod Jesu ablegen. Dies gelingt nat\u00fcrlich nicht, weil er als Richter den Mord an einem in seinen Augen unschuldigen einfach zul\u00e4sst.<\/p>\n<p>Die Volksmenge dagegen scheint in Vers 25 die Schuld f\u00fcr Jesu Tod bereitwillig auf sich zu nehmen, ohne auch nur ansatzweise zu verstehen, was in dieser Situation geschieht. Sie sind bereit auch mit den nachfolgenden Generationen die Konsequenzen zu tragen. Die Aussage des Volkes erinnert sehr an Mt 23,35-39, wo Jesus \u00fcber Israels Zukunft spricht.\u00a0 Das tragische ist, dass das Volk meint Gott mit ihrem Urteil einen Gefallen zu tun, weil sie gegen einen falschen Messias k\u00e4mpfen. Doch sie helfen mit den wahren Messias zu t\u00f6ten.<\/p>\n<p>Pilatus gibt schlie\u00dflich auf und \u00fcbergibt Jesus seinen Soldaten um Jesus auszupeitschen und dann am Kreuz hinzurichten. Die Gei\u00dfelung war an sich schon eine furchtbare Strafe, die einen starken Blutverlust verursachte. Es war die Strafe f\u00fcr die Sklaven, die unterste Schicht. Jesus ging auch diesen Weg und damit erf\u00fcllt sich Jes 52,14ff und Ps 22,13ff.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> Verstehen, worum es geht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>2.1 Hinweise f\u00fcr hermeneutische \u00dcberlegungen (Auslegung)<\/strong><\/p>\n<p>Auch in diesem Abschnitt des Passionsberichtes schreibt Matth\u00e4us recht knapp. Es wird\u00a0 \u00a0sehr klar, wie wenig Pilatus von Jesu Schuld \u00fcberzeugt ist. Er h\u00e4lt Jesus f\u00fcr unschuldig, was auch durch das Zeugnis seiner Frau noch unterst\u00fctzt wird. Dennoch ist er bereit dem Druck der j\u00fcdischen Verantwortlichen und des j\u00fcdischen Volkes nachzugeben. Die r\u00f6mische Staatsgewalt beugt sich hier vor den Feinden Jesu, die den Prozess vor Pilatus auf eine politische Ebene gehoben haben.<\/p>\n<p>Diese Umst\u00e4nde sollten uns aber nicht den Blick verstellen, wie die Schuldfrage und die Autorit\u00e4tsfrage wirklich zu beantworten ist. Jesus geht diesen Weg, weil er dem Willen des Vaters entspricht. Auch in diesem Durcheinander f\u00fchrt Gott seinen Plan durch. F\u00fcr die Frage, wer am Tod schlussendlich die Schuld tr\u00e4gt, m\u00fcssen wir unseren Blick weiten. Nat\u00fcrlich haben die j\u00fcdischen Verantwortlichen und auch die Menge hier entscheidenden Einfluss ausge\u00fcbt. Doch Schuld am Tod Jesu tragen wir alle zusammen. Er ging den Weg ans Kreuz um f\u00fcr unsere Schuld zu bezahlen. Wenn wir hier nur fragen, ob Pilatus oder die j\u00fcdische Seite die Schuld tr\u00e4gt greift unsere Auslegung zu kurz.<\/p>\n<p><strong>2.2 Hinweise f\u00fcr homiletische \u00dcberlegungen (Anwendung)<\/strong><\/p>\n<p>In der Passionszeit wollen wir uns deutlich vor Augen f\u00fchren lassen, was Jesus Christus f\u00fcr uns getan hat. Auch in der Beschreibung des Verh\u00f6rs durch Pilatus unterstreicht der Evangelist Matth\u00e4us, wie klar Jesus seinen Weg geht. Jesus antwortet auf die Frage, ob er der K\u00f6nig der Juden sei, mit der klaren Antwort: Du sagst es. Anschlie\u00dfend sagt Jesus kein Wort mehr. Er hat alles gesagt, er hat wieder ein klares Bekenntnis abgelegt. Jesus geht seinen Weg im Gehorsam gegen\u00fcber dem Vater. Er ist bereit all die Anklagen und dann auch Misshandlungen an unserer Stelle zu ertragen. Wir wollen in der Predigt dazu einladen, neu \u00fcber die Lammesart Jesu zu staunen, \u00fcber seine Leidensbereitschaft. Aber nat\u00fcrlich wollen wir nicht beim Staunen stehenbleiben, sondern dazu einladen, dass die H\u00f6rer voller Dankbarkeit ihr Vertrauen auf Jesus setzen, den einzigen Retter, die einzige Hoffnung, die wir haben.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong> Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>3.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Die H\u00f6rer sollen deutlich erkennen, wie klar Jesus seinen Weg Richtung Kreuz geht und wie trotz aller menschlichen Schuld, die in diesem Prozess sichtbar wird, Gott seinen Heilsplan ausf\u00fchrt. Sie sollen Gott dar\u00fcber anbeten und ihm vertrauen.<\/p>\n<p><strong>3.2 Predigtthema \u2013 was sage ich in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Gott ist verurteilt<\/p>\n<p><strong>3.3 Predigtentfaltung \u2013 wie sage ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>Jesu klares Bekenntnis (V.11-14)<\/li>\n<li>Die Schw\u00e4che des Pilatus (V.15-20)<\/li>\n<li>Die Entscheidung des Volkes (V.21-26)<\/li>\n<\/ol>\n<p>(Tobias Schurr)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigtthema: Gott ist verurteilt \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. 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