{"id":3334,"date":"2018-03-01T14:42:15","date_gmt":"2018-03-01T13:42:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=3334"},"modified":"2018-03-01T14:42:15","modified_gmt":"2018-03-01T13:42:15","slug":"predigthilfe-vom-8-april-2018-4-mose-6-22-27","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-8-april-2018-4-mose-6-22-27\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 8. April 2018 &#8211; 4. Mose 6, 22-27"},"content":{"rendered":"<p><strong>Predigtthema:<\/strong> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <strong>Unterwegs unter dem Segen Gottes &#8211; der Aaronitische Segen<\/strong><\/p>\n<p><strong>Predigttext:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong>4. Mose 6,22-27 und Epheser 1,3-14; Psalm 121 (Vorschlag zur Textlesung)<\/p>\n<p>Die Predigtreihe f\u00fcr den Monat April und Mai behandelt Texte aus dem 4. Buch Mose und steht unter dem Hauptgedanken:<\/p>\n<p><strong>In der W\u00fcste unterwegs &#8211; nicht mehr in \u00c4gypten, noch nicht im verhei\u00dfenen Land<\/strong><\/p>\n<p>Die Erfahrungen des Volkes Israels auf dem Weg ins verhei\u00dfene Land lassen sich sehr praktisch auf das Glaubensleben eines Christen anwenden. Der Christ ist wie das Volk Israel auf einer Durchreise. In dieser \u201eZwischenzeit\u201c steht der Gl\u00e4ubige unter dem Segen, der F\u00fchrung und Leitung Gottes. Die Predigthilfen laden ein, nicht nur die geschichtlichen Hintergr\u00fcnde zu studieren, sondern vor allem auch auf Gottes Leitungs- und F\u00fchrungsweise zu achten und davon zu lernen, wie der HERR mit seinem Volk in dieser \u201eZwischenzeit\u201c umging.<\/p>\n<ol>\n<li><strong> Sehen, was dasteht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/\">www.bibleserver.com<\/a> (Luther 1984 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000 \/ Neue Genfer \u00dcbersetzung \/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n<p>Hintergrundinformationen zum 4. Buch Mose findet man im Buch:<\/p>\n<p><strong>John MacArthur, Basisinformation zur Bibel, CLV, 2001 Bielefeld \u2013 ab Seite 40 <\/strong><\/p>\n<p>Kostenlos zum Download: <a href=\"https:\/\/clv.de\/clv-server.de\/wwwroot\/pdf\/255644.pdf\">https:\/\/clv.de\/clv-server.de\/wwwroot\/pdf\/255644.pdf<\/a><\/p>\n<p><strong>1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext <\/strong><\/p>\n<p>Der Bibeltext behandelt den Aaronitischen Segensspruch, der auch Priestersegen genannt wird und traditionell vom Abschluss eines kirchlichen Gottesdienstes vom Priester oder Pfarrer, meist mit erhobenen H\u00e4nden der Gemeinde zugesprochen wird. Doch der in der j\u00fcdischen Gottesdienstliturgie beheimatete Segenspruch (zur Zeit des zweiten Tempels oder gegenw\u00e4rtig in den Synagogen), wurde erst im Mittelalter in die allg. Kirchenliturgie \u00fcbernommen. Das Neue Testament bezeugt den Gebrauch des Aaronitischen Segens in der christlichen Gemeinde nicht. Erst bei Franz von Assisi (1182-1226) findet man die Verwendung des Segens als fester Bestandteil der r\u00f6misch-katholischen Messfeier. Luther und Calvin \u00fcbernahmen den Segensspruch als Abschluss der Gottesdienstliturgie (Martin Luther, Deutsche Messe, Wittenberg 1523 und Johannes Calvin, Forme des pri\u00e8res, 1542).<\/p>\n<p>Zum Verst\u00e4ndnis des Textes ist daher wichtig zu erkl\u00e4ren: Was bedeutet Segen? Wem gilt der Aaronitische Priestersegen und was hat dieser mit Jesus und uns als Gemeinde zu tun? Welche Bedeutung und Funktion hatte das alttestamentliche Priestertum?<\/p>\n<p>Ein kurzer geschichtlicher \u00dcberblick:<\/p>\n<p>Das Volk Israel befindet sich in der 40-j\u00e4hrigen W\u00fcstenwanderung, in der Gott die gottesdienstlichen Ordnungen an der Stiftsh\u00fctte (Opfergesetz, Priestergesetz und Festzeiten) eingef\u00fchrt hat.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> Buch Mose:<\/strong> Nach dem Auszug aus \u00c4gypten (ca. 1450 v.Chr.) befreite Gott das Volk aus der Knechtschaft und f\u00fchrte es durch das Rote Meer bis an den Berg Sinai. Gott macht das Volk Israel zu seinem Eigentum und zu einem K\u00f6nigreich von Priestern (2Mo 19). Sie erhielten die Gebote und Anordnungen Gottes (2Mo 20) und traten in den gegenseitig verpflichtenden Gesetzesbund (2Mo 24) ein. Dann gibt Gott den Auftrag zum Bau der Stiftsh\u00fctte, damit unter den gottesdienstlichen Ordnungen der HERR unter seinem Volk wohnen kann (2Mo 25).<\/li>\n<li><strong> Buch Mose:<\/strong> Gott benennt die gottesdienstlichen Ordnungen (Opfergesetz und Priestergesetz) und zeigt auf, unter welchen Vorrausetzungen das Volk (und der einzelne Mensch) Vers\u00f6hnung und Gemeinschaft mit Gott haben kann. Da ohne ein Opfer und einen Priester kein Zugang zu Gott m\u00f6glich ist, beruft Gott Aaron und seine S\u00f6hne in diese besondere Vermittlerrolle und macht sie zu Priestern seines Volkes (3Mo 8)!<\/li>\n<li><strong> Buch Mose: <\/strong>Um die praktischen Aufgaben an der Stiftsh\u00fctte und seinen Ger\u00e4ten zu besorgen, sonderte Gott den Stamm Levi von den 12 St\u00e4mmen aus. Sie sollen den praktischen Dienst am Heiligtum ableisten (4Mo 3). Den drei S\u00f6hnen Levis (Gerson, Kahat und Merari) wurden unterschiedliche Aufgaben zugewiesen (4Mo 4). Die von Kahat abstammenden Enkel waren unter anderem Mose und Aaron, die nicht nur f\u00fcr die Ger\u00e4tschaften im Allerheiligsten zust\u00e4ndig waren, sondern eben auch zum besonderen Priesterdienst auserw\u00e4hlt wurden (3Mo 8).<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Wichtig zu beachten:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Aaron als Hohepriester hatte eine exklusive Vermittlerrolle zwischen Gott und dem Volk. Seine S\u00f6hne sollten ihn in dieser Aufgabe unterst\u00fctzen. Der Hohepriester, war der eigentliche Nahebringer (hebr. Kohen). Er hatte die Aufgabe das s\u00fcndige Volk mit dem heiligen Gott zu vers\u00f6hnen. So brachte er am Jom Kippur, am allj\u00e4hrlichen Vers\u00f6hnungstag (3Mo 16), das Blut des S\u00fchneopfers an die Bundeslade ins Allerheiligste. Als F\u00fcrbitte-Tr\u00e4ger und Anwalt betete er stellvertretend f\u00fcr das Volk und bat um S\u00fchne und Vergebung.<\/li>\n<li>In Jesus Christus wird diese Vermittlerrolle erf\u00fcllt. Er ist der wahre Hohepriester der durch das Opfer seiner selbst (Heb 7,27; 9,12.26), uns mit Gott vers\u00f6hnt und durch seine Vermittlerrolle den Zugang zu Gott geschaffen hat (Gal 3,20). In Jesus Christus wurde der alttestamentliche Aaronitische Priesterdienst erf\u00fcllt (Heb 8,1f; 9,14)!<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dies ist zu beachten, da wir sonst Gefahr laufen, erf\u00fcllte alttestamentliche Gottesdienstformen (Opfer-, Priester und Segenshandlungen) in die neutestamentliche Gemeinde zu \u00fcbernehmen. Trotz des neutestamentlichen allg. Priestertums m\u00fcssen wir festhalten, dass Prediger oder Pfarrer nicht die neutestamentlichen Hohepriester sind, die \u00fcber den Segen Gottes verf\u00fcgen um \u201esegnend\u201c vor der Gemeinde zu stehen.<\/p>\n<p><strong>1.2 Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n<p>Hilfen zur Auslegung bieten z.B.:<\/p>\n<ul>\n<li>John Walvoord und Roy Zuck, \u201eDas Alte Testament\u201c erkl\u00e4rt und ausgelegt (H\u00e4nssler-Verlag)<\/li>\n<li>Wuppertaler Studienbibel<\/li>\n<li>Kommentarreihe von Warren W. Wiersbe \u201eSei zuverl\u00e4ssig \u2013 Ein Leben f\u00fchren, das f\u00fcr Gott z\u00e4hlt. Studien des Alten Testamentes 4Mose 1-36\u201c (CV, Dillenburg)<\/li>\n<li>Hilfreiche Querverweise in die ganze Bibel bietet die Thompson Studienbibel<\/li>\n<li>Hilfreiche Infos zum Text liefert hier die MacArthur Studienbibel (gibt es als pdf zum Downloaden auch auf <a href=\"http:\/\/www.sermon-online.de\">sermon-online.de<\/a>)<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Anmerkungen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n<p><strong><u>4Mo 6,22-23\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Autorit\u00e4t und Herkunft des Segens<\/u><\/strong><\/p>\n<p><em>4Mo 6,22\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/em><strong>Der Herr befiehlt, das Volk zu segnen <\/strong><\/p>\n<p>Ausgangspunkt des Segens war Gott und setzt Gottes Offenbarung und Wirken voraus. Legitimation und Autorit\u00e4t des Segnens liegt im ausdr\u00fccklichen Befehl vom Segensspender (Gott). Hier ist zu fragen, ob wir als Christenmenschen wirklich den Auftrag haben Menschen oder Gemeinden zu segnen?<\/p>\n<p><em>4Mo 6,23\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/em><strong>Die Priester waren beauftragt das Volk zu segnen<\/strong><\/p>\n<p>Als Segensvermittler hat der Herr das Priestergeschlecht (Aaron und seine S\u00f6hne) innerhalb des Volkes Israel auserw\u00e4hlt. Sie hatten das Privileg am Tempel des Herrn zu dienen. Ihnen war der Zugang zum Heiligtum in die Gegenwart Gottes gestattet. Von hier aus sollten sie das Volk segnen. Der Priesterdienst war ein auf Personen begrenzter Mittlerdienst.\u00a0 Es war somit kein allgemeiner Auftrag bei dem jeder den anderen h\u00e4tte segnen k\u00f6nnen. Heute wird der Segen von Jesus, dem wahren Hohepriester vom Himmel aus dem Zugesprochen, der glaubt (Eph 1,3).<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Es war kein universeller Segen f\u00fcr alle Nationen<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Aaronitische Segen war kein weltweiter Segen der \u00fcber alle Nationen gesprochen wurde, sondern er gilt explizit den Kindern Israels. Dieses Volk war von Gott berufen, wurde aus Gnade erw\u00e4hlt, aus Liebe von der Gefangenschaft befreit und von Gott selbst zum Eigentum gemacht (2Mo 19). Wenn es jemals ein Volk gab, das gesegnet war, dann war es das Volk Israel. Gott gab diesem Volk sein heiliges Wort, schenkte ihm das Gelobte Land und lebte unter ihnen im Heiligtum und er gab diesen Priestersegen keinem anderen Volk.\u00a0 Somit ist klar, dass dieser Priestersegen vornehmlich dem Volk Gottes geh\u00f6rt. Erst mit Jesus Christus wird der Inhalt des Segens allen Nationen zug\u00e4nglich (Gal 3,8).<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Der Segen geschieht im Zuspruch von Gottes Wort <\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Aaron und seine S\u00f6hne sollten zum Volk sprechen. Der Segen geschah im Wort! Es war kein Ritual und keine mystische Handlung, sondern lediglich die Wiedergabe der Verhei\u00dfung und Zusage Gottes, die sie selbst vom Herrn empfangen haben.<\/p>\n<p>Das Segnen war kein w\u00fcnschen eigener Gedanken oder Vorstellungen, sondern das Segnen war ein zusprechen von Gottes Wort.<\/p>\n<p><strong><u>4Mo 6,24-26\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Der Inhalt des Segens<\/u><\/strong><\/p>\n<p>Der Inhalt des Priestersegens in 4Mo 6,24-26 besteht aus drei doppelten Segensspr\u00fcchen, wobei der zweite Teil jeden Segensspruchs den jeweiligen Segensinhalt beschreibt. Dabei ist eine Steigerung in den drei aufeinanderfolgenden Segensspr\u00fcchen zu erkennen. Interessante Parallelstellen finden sich in Psalm 121 und Psalm 91.<\/p>\n<p>Manche Ausleger sehen in dem dreiteiligen Segen einen Hinweis auf die Dreieinigkeit Gottes, was aber nicht wirklich belegbar ist. Andere Belegstellen sind hierf\u00fcr aussagekr\u00e4ftiger (z.B. 1Mo. 1,26; 3,22; Jes 45,12-16).<\/p>\n<p><em>4Mo 6,24\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/em>Im ersten Segensspruch f\u00e4llt auf, dass der Segen allein vom Herrn kommt. Er, der Sch\u00f6pfer und Erschaffer der Welt, ist der Segensgeber. Wenn auch das Wort Segen hier allgemein gehalten ist, so fallen zwei Konkretisierungen auf.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Allgemein \u00fcber das Volk Israel, aber konkret f\u00fcr den Einzelnen. <\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die direkte Anrede in der Singularform macht den allgemeinen Segen zum pers\u00f6nlichen Wort.\u00a0 Der Segen des Volkes Israel betrifft immer den Einzelnen. Der Heilssegen in Jesus ist nie kollektiv, sondern immer pers\u00f6nlich (vgl. Ps 121,3ff dein, dich).<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Der Segen als eine heilvolle Kraft, die bewahrt<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Das hebr. Wort (schamar) kann auch \u00fcbersetzt werden mit \u201eerhalten\u201c, \u201ebeh\u00fcten\u201c, \u201edar\u00fcber wachen\u201c, \u201eaufpassen\u201c, \u201ebewahren\u201c, \u201eretten\u201c oder \u201esichern\u201c (Bsp.: Datensicherung) und meint damit die Bewahrung vor dem Ungl\u00fcck, dem B\u00f6sen oder Verlust in der Welt. (vgl. Ps 121,3ff 4x beh\u00fctet dich und Gott schl\u00e4ft nicht).<\/p>\n<p>Diese Heilsgewissheit ist durch Gottes heilsvolle Kraftwirkung (Segen) m\u00f6glich.<\/p>\n<p><strong>Exkurs Wortbedeutung: Unterschiedliche Formen von \u201eSegen\u201c <\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>Das deutsche Wort \u201esegnen\u201c kommt aus dem Altgermanischen und bedeutet \u201edas Zeichen des Kreuzes machen, bekreuzigen, segnen\u201c. Es ist eine Entlehnung aus dem lat.-kirchenlatein von \u201esignare\u201c: \u201eMit einem Zeichen versehen, bezeichnen, siegeln, versiegeln. (z.B. Signatur einer E-Mail). \u00c4hnlich auch dem lat. Begriff von Signum = \u201eZeichen, Merkzeichen, Kennzeichen, Vorzeichen\u201c.<\/li>\n<li>Das hebr\u00e4ische Wort \u201ebarakh\u201c meint von der Grundbedeutung her eine \u201eHeilskraft\u201c, \u201eeiner der mit einer heilschaffenden Kraft begabt ist\u201c.<\/li>\n<\/ol>\n<p>In Bezug auf Menschen steht der Begriff weitgehend f\u00fcr gesegnet, beschenkt oder gl\u00fccklich sein.<\/p>\n<ul>\n<li>Das kann auf <strong>irdischen Segen<\/strong> bezogen sein, wie Wohlstand, \u00e4u\u00dferlicher Friede, Gesundheit, zahlreiche Nachkommenschaft oder ein erfolgreicher Ernteertrag usw. (5Mo 28).<\/li>\n<li>Aber auch als ein <strong>geistlicher Segen<\/strong>, wie Gottesfurcht, Friede und Vers\u00f6hnung und eine vertraute Beziehung mit Gott (4Mo 6,24-26).<\/li>\n<li>Der Segen (die Erweisung seiner Heilsmacht) wird damit auch zum Gegenstand von Lob. Auf Gott bezogen meint \u201ebarakh\u201c auch Gott segnen, <strong>loben, preisen,<\/strong> gr\u00fc\u00dfen und danken.<\/li>\n<\/ul>\n<p>3. Das griechisch Wort \u201eeulogeo\u201c bedeutet gut reden (eu= gut; logeo = reden).<\/p>\n<ul>\n<li>Es meint: Gott preisen und loben, Gott r\u00fchmen und erheben, indem man Gutes von ihm sagt.<\/li>\n<li>An einigen Stellen wird es auch gebraucht um Gott etwas zu weihen, Gott<\/li>\n<li>zu danken bzw. etwas zum Guten f\u00fcr den eigenen Gebrauch zu erbitten (Mk 8,7; Lk 9,16; 1Kor 10,16).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Im Neuen Testament gibt es nur wenige Stellen, die uns zum direkten segnen auffordern. Wenn, dann bezieht es sich meist auf die Feindesliebe. Als Reaktion auf ihren Hass sollen wir uns diesen Menschen mit Freundlichkeit und Wohlwollen zuwenden (z.B. Lk 6,27f; R\u00f6m 12,14; 1.Kor 4,12; 1Petr 3,9).<\/p>\n<p><strong>Der Aaronitische Segen ist kein Zuspruch von irdischen Heilsg\u00fctern, sondern nimmt Bezug auf den himmlischen und geistlichen Heilssegen der sich in Jesus Christus erf\u00fcllt. <\/strong><\/p>\n<p>Im Segen (Zeichen) des Kreuzes wurde die heilsschaffende Kraft dem Menschen zug\u00e4nglich (R\u00f6m 5,8). Im Segen des vollkommenen Heils gibt es Gewissheit, dass der Herr uns vor dem B\u00f6sen in der Welt bewahrt. Dies hat Jesus seinen J\u00fcngern zugesagt (Joh 16,33; 1Joh 5,4) und im Hohepriesterlichen Gebet erbeten (Joh 17,15). Beachte Joh 17,14 \u2013 <em>\u201eich haben ihnen Dein Wort gegeben\u201c<\/em>. Die Gewissheit des Segens liegt auch hier im Wort Gottes!<\/p>\n<p><em>4Mo 6,25\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/em><strong>Seine Pers\u00f6nlichkeit wendet sich uns zu<\/strong><\/p>\n<p>Das leuchtende Angesicht (heb. panim) Gottes bedeutet eine positive und freundliche Zuwendung. Gottes Angesicht und Pers\u00f6nlichkeit strahlt wie der Lichtglanz (Ps 67,1-2; Off 1,16; Mat 17,2). Es erleuchtet, erfreut und ver\u00e4ndert die Menschenherzen. Beispiel: Wie gro\u00dfartig ist es und welche Herzwallungen kommen auf, wenn jemand den du liebst und begehrst, dich anblickt und anl\u00e4chelt und sich dir pers\u00f6nlich zuwendet. Wie schmerzhaft und verletzend ist es aber, wenn dir jemand den Augenkontakt verweigert und sich bewusst wegdreht.<\/p>\n<p>Eigentlich ist es dem Menschen nicht m\u00f6glich Gott in seiner Heiligkeit zu sehen (2Mo 33,20). Doch Gottes Barmherzigkeit erm\u00f6glicht die gn\u00e4dige und pers\u00f6nliche Zuwendung, wie sie z.B. Jakob am Pniel erlebte. Das strahlende Angesicht Gottes machte seine Seele gesund (1Mo 32,31). In Jesus Christus leuchtet Gottes Freundlichkeit uns Menschen. <em>\u201eAls aber die G\u00fcte und Menschenliebe Gottes unseres Heilandes erschien\u2026<\/em>\u201c Tit 3,4. Gott hat uns in Jesus Christus sein Angesicht positiv zugewandt.<\/p>\n<p><em>4Mo 6,26\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/em><strong>Sein Anblick schafft Vers\u00f6hnung und Frieden\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p>Das \u201eerheben\u201c des Angesichtes ist ein Ausdruck von \u201eakzeptieren\u201c oder \u201evergeben\u201c. Der Herr erhebt sein Angesicht wie ein K\u00f6nig oder Richter, der das geneigte Haupt erhebt und damit die Geste seiner Zustimmung und Best\u00e4tigung gibt, indem er uns anblickt. \u00c4hnliches sehen wir bei Petrus und Judas am Ende der Evangelien. Jesus erhob sein Angesicht und blickte Petrus an \u2013 in diesem Moment wurde sein Herz zur Umkehr bewegt (Lk 22,61-23,1). Judas Ischariot hatte sich dagegen von Gottes Angesicht abgewandt und ging in die verlorene Nacht hinaus (Joh 13,30). Er lies wie Kain den Kopf h\u00e4ngen. Sie akzeptierten nicht ihre S\u00fcnde und verloren den Blick auf Gottes Gnade. Beide fielen in die dunkelste Finsternis der Verzweiflung und kamen unter den Fluch des Gerichts. Es bedeutet immer Gericht, wenn Gott sein Angesicht abwendet (Jes 54,8).<\/p>\n<p>Im Gegensatz dazu bringt Gottes Angesicht den Frieden. Das hebr\u00e4ische Wort Shalom ist weit mehr als das nicht Vorhandensein von Krieg. Mehr als irdischer Friede. Shalom wird dem S\u00fcnder durch Jesus Christus zuteil, wenn er Vergebung erf\u00e4hrt. Dann erlebt er wahren Frieden mit Gott (R\u00f6m 5,1). Jesus ist unser Friede (Eph 2,14). Durch den Segen (Signum) vom Kreuz ist Friede mit Gott m\u00f6glich (Kol 1,20). Jesus gibt nicht wie die Welt (Joh 14,27) sondern er gibt inneren und ewigen Herzensfrieden, der uns selbst in Kriegs- und Notzeiten in der Welt getrost macht (Joh 16,33).<\/p>\n<p>Der Inhalt des Priestersegens ist kein materialistischer Wohlstandssegen, sondern spricht<\/p>\n<p>1) von der Gemeinschaft mit Gott,<\/p>\n<p>2) von der Bewahrung der Seele in dieser Welt<\/p>\n<p>3) von der Gnade und Freundlichkeit Gottes und<\/p>\n<p>4) dem Heil und Frieden in Jesus Christus.<\/p>\n<p><em>4Mo 6,27\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/em><strong>Segen ist nur im Namen des HERRN gew\u00e4hrleistet<\/strong><\/p>\n<p>Der Schl\u00fcssel zum Segen liegt im Namen Gottes (vgl. Ps 121,1-2). Die Erf\u00fcllung des priesterlichen Segens liegt in dem Namen Jesu. In keinem anderen Namen ist das Heil und nur in ihm sind die Segnungen des Himmels verf\u00fcgbar (Apg 4,12). Wer Jesus hat und an ihn glaubt, der ist bereits mit dem Hohepriesterlichen Segen gesegnet.<\/p>\n<p><strong>Menschen haben keine Verf\u00fcgungsgewalt \u00fcber den Segen <\/strong><\/p>\n<p>Zu beachten gilt, dass der Priestersegen als ein Segenswunsch formuliert ist. Es ist ein Bittgesuch und ein Wunsch f\u00fcr das Volk. Damit wird ein Zweifaches deutlich:<\/p>\n<ol>\n<li>Die Priester konnten nicht einfach \u00fcber den Segen verf\u00fcgen. Aaron und seine S\u00f6hne konnten den Segen des HERRN lediglich erbitten, aber nicht dar\u00fcber bestimmen. Ebenso wenig konnte Bileam \u00fcber Fluch und Segen verf\u00fcgen, als er im Auftrag von Balak das Volk Israel verfluchen sollte. Hier verwandelte der HERR den Fluch in Segen (4Mo 23+24), denn was Gott gesegnet hat, kann der Mensch nicht verfluchen.<\/li>\n<li>Der messianische Segen war \u00fcber das Volk Israel noch nicht gekommen. Es war ein prophetischer Segenswunsch, der sich erst mit dem Kommen des Messias erf\u00fcllen sollte. Aaron konnte dem Volk nicht den Heilssegen \u00fcbermitteln. Dazu war ein anderer Hohepriester notwendig \u2013 Jesus Christus selbst!<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 2. Verstehen, worum es geht<\/strong><\/p>\n<p><strong>2.1 Hinweise f\u00fcr hermeneutische \u00dcberlegungen (Auslegung)<\/strong><\/p>\n<p>Es ist eine wichtige Frage, was der Text und der Segen f\u00fcr uns heute zu bedeuten hat. Wie schon angef\u00fchrt, ist es wichtig die heilsgeschichtliche Bedeutung des Priestersegens zu benennen. Es geht um den Heilssegen nicht um irdischen Wohlstand!<\/p>\n<p>Es geht auch nicht darum, den in unseren Gemeinden oft verwendeten Abschlusssegen oder den Gebrauch von Segensliedern zu diskreditieren. Aber wir sollten doch immer wieder auch unser eigenes Segensverst\u00e4ndnis hinterfragen und bewusstwerden, warum wir oft gerade diesen Priestersegen verwenden?<\/p>\n<p>Die Bibel begr\u00fcndet selbst die heilsgeschichtliche und messianische Erf\u00fcllung des Priestersegens.<\/p>\n<ul>\n<li>Jesus Christus ist der wahre Hohepriester der das Volk segnet (Heb 2,17; 5,5; 6,20; 7,26; 8,1; 9,11).<\/li>\n<li>Die alttestamentlichen Opfergesetze und Priestergesetze haben sich in Jesus Christus erf\u00fcllt (Mt 5,17ff; R\u00f6m 10,4).<\/li>\n<li>Jesus betet das Hohepriesterliche Gebet. (Joh 17).<\/li>\n<li>Die neutestamentliche Gemeinde kennt den Gebrauch des Priestersegens nicht.<\/li>\n<li>Die kirchliche Tradition hat den Priestersegen erst im Laufe der Zeit (Mittelalter) zum festen Bestandteil seiner Gottesdienstliturgie gemacht.<\/li>\n<li>Wer an Jesus glaubt ist in Jesus Christus bereits vom Himmel her mit allem geistlichen Segen gesegnet (Eph 1,3).<\/li>\n<li>Dem gl\u00e4ubigen Menschen der mit Jesus lebt, mangelt es an nichts. Er hat alles was er zum Glaubensleben ben\u00f6tigt (2Pet 1,3).<\/li>\n<li>Die Erf\u00fcllung des Priestersegens steht f\u00fcr sein irdisches Volk Israel noch aus. Wenn Jesus in Herrlichkeit wiederkommt wird Israel den verhei\u00dfenen irdischen und geistlichen Segen ererben (Ps 29,11; Ps 67; Jes 65,16; Sach 10,6.12).<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>2.2 Hinweise f\u00fcr situative \u00dcberlegungen (Predigtanlass)<\/strong><\/p>\n<p><strong>Der erste Sonntag nach Ostern<\/strong> eignet sich auch dazu auf die \u201eZwischenzeit\u201c von Ostern und Pfingsten hinzuweisen. Mit der Himmelfahrt ist Jesus als der Hohepriester in den Himmel aufgefahren um dort f\u00fcr uns vor Gott zu erscheinen (Heb 9,24).<\/p>\n<p>Bevor Jesus in den Himmel aufgefahren ist segnete er seine J\u00fcnger (Lk 24,51). Zwischen Himmelfahrt und Pfingsten waren die J\u00fcnger mit dem Segen Gottes unterwegs \u2013 doch mit Pfingsten haben die J\u00fcnger das Verhei\u00dfene erlangt. Der Segen des Heiligen Geist r\u00fcstete sie mit allem aus, was Jesus verhei\u00dfen hatte. Sie waren somit unter dem Segen Gottes.<\/p>\n<p><strong>Der Mensch hat einen inneren Wunsch, gesegnet zu sein<\/strong> \u2013 was auch immer der Mensch konkret darunter versteht. Segen impliziert etwas Gutes, Erfolgreiches. Segen, als Anteil am Gl\u00fcck, an Gesundheit und Gelingen im Leben. Doch was n\u00fctzt irdischer \u201eSegen\u201c, z.B. Erfolg, Wohlstand und Gesundheit, wenn die Seele nicht gerettet ist und das Herz keinen Frieden hat?<\/p>\n<p>Selbst Menschen, die offensichtlich eine der Bibel widersprechende Lebenspartnerschaft eingehen, haben den Wunsch nach einer christlichen Ehesegnung oder -trauung und wollen im Namen Jesu gesegnet werden. Viele Kirchen und Gemeinden reagieren darauf. Sie segnen jeden und alles. Vermehrt findet man auch Angebote von Segnungsgottesdiensten. Ein Raum der Stille und der Segnung stehen zur Verf\u00fcgung, \u201e<em>in dem ich die heilsamen und heilenden Kr\u00e4fte Gottes erfahren kann\u201c <\/em>oder <em>\u201eWir sp\u00fcren und schmecken Gottes Segen und Gnade, wir sind eingeladen uns an den Segensstationen mit Handauflegung segnen und, wenn gew\u00fcnscht, auch salben zu lassen.\u201c<\/em> \u2013 so zwei Zitate aus der Homepage zweier Kirchengemeinden. Neben Tiergottesdiensten, in denen Menschen ihre Haustiere segnen lassen, werden auch Motorr\u00e4der, Geb\u00e4ude und H\u00e4user gesegnet. Was bedeutet Segen und wer kann \u00fcberhaupt unterwegs sein im Segen Gottes?<\/p>\n<p><strong>2.3 Hinweise f\u00fcr homiletische \u00dcberlegungen (Anwendung)<\/strong><\/p>\n<p><strong>Menschen suchten den Segen aber nicht den Segnenden. <\/strong>Der Segen ist nur mit den Segnenden zu haben. Esau wollte zwar den Segen, wollte aber nichts von Gott wissen. Daher bekam er den Segen nicht, auch wenn er ihn mit Tr\u00e4nen suchte. Jakob wollte den Segnenden nicht mehr loslassen und klammerte sich an ihn, bis er den Segen empfangen hatte. Was suchen wir?<\/p>\n<p><strong>Jeder, der an Jesus glaubt empf\u00e4ngt vollen Segen. <\/strong>In Jesus Christus ist der Segen des Heils allen Menschen zug\u00e4nglich geworden, die an sein Erl\u00f6sungswerk glauben (Gal 3,8). Der Heilssegen wird vollkommen und ganz zug\u00e4nglich! Allein im Glauben schenkt Gott seinen Segen. Es ben\u00f6tigt keine mystischen Segenshandlung, Handauflegungen, Rituale durch Priester oder Prediger die der Gemeinde den Segen zusprechen. Glauben wir, dass Gott uns in Jesus bereits allen Segen geschenkt hat?<\/p>\n<p><strong>Immer mehr wollen, kann Undankbarkeit, Unzufriedenheit oder Unwissenheit ausdr\u00fccken.<\/strong> Mehr Segen, mehr F\u00fchlen, mehr Erleben, mehr Erfahren, mehr Gaben besitzen wollen. Gro\u00dfe Mehrkonferenzen suggerieren, dass Jesus allein nicht gen\u00fcgt und dass in bestimmten gottesdienstlichen Formen \u201eMehr\u201c drin ist. Doch wer Jesus hat, hat alles und ist bereits mit jedem geistlichen Segen beschenkt (Eph 1,3). Mehr als die Segnungen die wir in Jesus bereits besitzen gibt es nicht. Was suchen wir mehr als die Gemeinschaft mit Jesus?<\/p>\n<p><strong>Mach aus dem Segen eine konkrete F\u00fcrbitte<\/strong><\/p>\n<p>Segen impliziert oftmals eine mystische \u00dcbertragung von Heilskr\u00e4ften, Wohltaten oder Gl\u00fcck. Aber f\u00fcr diese Art von Segnungen gibt es keine Verhei\u00dfung im Wort Gottes.<\/p>\n<p>Selbst ein Segensgru\u00df oder der Wunsch um Gottes Segen bleibt unkonkret und gleicht einer frommen Floskel. W\u00e4re da nicht ein deutlich formulierter Geburtstagswunsch oder ein ausdr\u00fcckliches Gebet oder die Zusage aus einem Bibelwort sinnvoller?<\/p>\n<p>M\u00f6glichkeiten sind z.B.:<\/p>\n<ol>\n<li>Christenmenschen in Not oder Krankheit nicht nur Gottes Segen w\u00fcnschen, sondern Gottes N\u00e4he und Geborgenheit zusprechen. Ein Bibelwort mitteilen, dass ihnen Gottes Gnade und Treue zusagen und sie vertrauen k\u00f6nnen, dass auch Notzeiten zum geistlichen Nutzen und zur Ehre Gottes dienen (R\u00f6m 8,28).<\/li>\n<li>Kinder \u201esegnen\u201c, in dem wir konkret f\u00fcr ihre Anliegen beten und F\u00fcrbitte leisten, dass sie sich von Jesus f\u00fchren lassen und Vertrauen und Gehorsam lernen.<\/li>\n<li>F\u00fcr Ungl\u00e4ubige beten, dass sie Jesus als ihren Herrn erkennen und Gottes Heil erfahren. Ungl\u00e4ubigen Gottes Segen f\u00fcr ihren von Gott getrennten Lebenswandel zuzusprechen ist daher eher widerspr\u00fcchlich.<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Wir wollen nicht segnen sondern ein Segen sein. <\/strong>Wir sollten mehr F\u00fcrbitte f\u00fcr unsere Mitmenschen tun und mit unserem Leben und Verhalten anderen ein Segen und Wohlwollen sein. Das meint, ihnen gut und freundlich zugewandt zu sein. Gut von ihnen reden, ihnen Gutes tun, ganz im Sinne von Heb 13,16, Gal 6,10; 1Thess 5,15; 2Thess 3,13.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong> Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>3.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Als Christen d\u00fcrfen wir die Gewissheit haben, dass wir im Glauben an Jesus Christus bereits Gesegnete sind. Wir ben\u00f6tigen keine anderen Segensvermittler noch Segensmittel oder Segenshandlungen. In Jesus haben wir schon alles.<\/p>\n<p>Der alttestamentliche Priestersegen hat sich in Jesus erf\u00fcllt. Besondere Segensrituale- oder Handlungen zu praktizieren und ihnen eine \u00fcberh\u00f6hte geistliche Bedeutung oder Kraftquelle zu zumessen ist biblisch unbegr\u00fcndet und vermischt den christlichen Glauben mit Religion und Mystik.<\/p>\n<p>Die irdischen Segensverhei\u00dfungen f\u00fcr das Volk Israel d\u00fcrfen nicht mit den neutestamentlichen und geistlichen Segnungen der Gemeinde verwechselt werden. Der geistliche Segen, mit dem wir gesegnet sind, bedeutet nicht k\u00f6rperliche Unversehrtheit oder ein Recht auf Wohlstand und \u00e4u\u00dferlichen Frieden. Der irdische Segen ist zeitlich \u2013 aber in Jesus haben wir ein ewiges und bleibendes Heilsgut empfangen.<\/p>\n<p>Wir verk\u00fcndigen Gottes Wort, damit Menschen den wahren Segen (das Heil in Jesus) erfahren.<\/p>\n<p><strong>3.2 Predigtthema \u2013 was sage ich in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>In Jesus Christus ist uns alles geschenkt und gegeben, was zum christlichen Leben in dieser Zwischenzeit dient (2Pet 1,3).<\/li>\n<li>In Jesus Christus sind wir mit allen geistlichen Segen gesegnet worden (Eph 1,3). Der ganze Reichtum Gottes steht uns bereit.<\/li>\n<li>In Jesus Christus wird uns auch der zuk\u00fcnftige Segen, der Seelenseligkeit und das verhei\u00dfene Erbe zuteil werden (R\u00f6m 8,32).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Abschlusssegen im Gottesdienst sollte eine F\u00fcrbitte sein, die mittels einer Zusage oder Verhei\u00dfung aus Gottes Wort geschieht. Hier kann der Abschnitt von 4Mo 6,24-26, einer von vielen m\u00f6glichen Bibeltexten gebraucht werden \u2013 aber in dem Wissen, dass Gl\u00e4ubige in Jesus Christus diesen Segen bereits besitzen.<\/p>\n<p>Andere geeignete Bibelworte sind z.B.: Jud 24-25; Heb 13,20-21; 1Thess 5,23-24; Phi. 4,6-7<\/p>\n<p><strong>3.3 Predigtentfaltung \u2013 wie sage ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Wir sind unterwegs unter dem Segen Gottes<\/p>\n<ul>\n<li>und haben bereits in Jesus alles<\/li>\n<li>und begn\u00fcgen uns mit dem Vorhandenen<\/li>\n<li>und wollen anderen ein Segen sein<\/li>\n<\/ul>\n<p>Jesus der wahre Hohepriester &#8211; Wir sind unterwegs mit Jesus\u2026<\/p>\n<ol>\n<li>als gesegnete mit der Bewahrung zum Heil<\/li>\n<li>als gesegnete mit der Gnade seiner Barmherzigkeit<\/li>\n<li>als gesegnete mit dem Frieden durch Vers\u00f6hnung<\/li>\n<\/ol>\n<p>Der Aaronitsche Segen, wie er sich in Jesus erf\u00fcllt<\/p>\n<ul>\n<li>In Jesus Christus sind wir zum Heil bewahrt<\/li>\n<li>In Jesus Christus hat sich Gott mir gn\u00e4dig zugewandt<\/li>\n<li>In Jesus Christus haben wir Frieden mit Gott<\/li>\n<\/ul>\n<p>4Mo 6,22-23\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Autorit\u00e4t und Herkunft des Segens<\/p>\n<p>4Mo 6,24-26\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Der Inhalt des Segens<\/p>\n<p>4Mo 6,17\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Der Empf\u00e4nger des Segens<\/p>\n<p><strong>3.4 Predigtveranschaulichungen \u2013 wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Sie haben Panzer gesegnet<\/strong><\/p>\n<p>Gepr\u00e4gt von den Erlebnissen des zweiten Weltkrieges blickt ein 97 Jahre alter Mann zur\u00fcck und erinnert sich. Es waren die letzten Kriegsmonate in Russland, als der Befehl kam und die restlichen \u00dcberlebenden der deutschen Soldaten, meist junge Burschen, zur letzten Offensive antreten mussten. Zwei Milit\u00e4rpfarrer aus beiden Konfessionen lie\u00dfen die Kompanien im Freien versammeln. Mit verzagten Herzen, verfrorenen Beinen und der Todesangst ins Gesicht geschrieben, hofften die jungen Soldaten von den Geistlichen dem Schutz und der Gnade Gottes anbefohlen zu werden. Doch zum Entsetzen aller Soldaten, sagte der alte Mann tief entt\u00e4uscht: \u201eSie haben nicht mal f\u00fcr uns gebetet. Sie haben nur die Panzer gesegnet!\u201c Verbittert und mit unvergesslichen Bildern, die sich in sein Ged\u00e4chtnis gebrannt haben, kann er bis heute solche geistlichen Segenshandlungen nicht nachvollziehen.<\/p>\n<p><strong>Das Wort des Segens ist wirksam<\/strong><\/p>\n<p>Im 18. Jahrhundert, als D\u00e4nemark und Schweden miteinander kriegten, lag der Schwede vor der Stadt Altona und drohte sie niederzubrennen. Das Ungl\u00fcck abzuwenden, ging der Pfarrer Johann Sasse mit einigen B\u00fcrgern hinaus zu dem schwedischen General Steenbock. &#8222;Habt Erbarmen mit der unschuldigen Stadt, um der Wunden Jesu willen!&#8220; Der Schwede stie\u00df ihn zur\u00fcck. Der Pfarrer wollte sich nicht abweisen lassen, sondern suchte auf alle m\u00f6gliche Weise das Herz des Generals zu gewinnen. &#8222;Bei Gott&#8220;, rief dieser aus, &#8222;ich handle auf h\u00f6heren Befehl!&#8220; &#8211; &#8222;Nun, wenn es das ist&#8220;, antwortete der Pfarrer, &#8222;wenn Sie wirklich auf h\u00f6heren Befehl eine arme Stadt abbrennen m\u00fcssen und unschuldig sind an der grausigen Tat, so wagen Sie es und nehmen Sie jetzt den Segen des Herrn, der einst Richter zwischen uns sein wird, zu derselben hin: Der Herr segne dich und beh\u00fcte dich, der Herr lasse sein Angesicht \u00fcber dir leuchten und sei dir gn\u00e4dig, der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden! Amen.&#8220;<\/p>\n<p>Von dieser Stunde an gingen Gl\u00fcck und Stern f\u00fcr ihn unter, und als er eines Tages mit seiner ganzen Armee die Waffen strecken und sich den D\u00e4nen ergeben musste, bekannte er einem Geistlichen: &#8222;Ich habe wohl manchen Fluch mitgenommen von denen, gegen die ich Krieg gef\u00fchrt habe, aber keiner von allen liegt so schwer auf meiner Seele wie jener Segen des Predigers von Altona. Der wird im Todeskampf mich noch foltern.&#8220; &#8211; Das Wort schneidet sch\u00e4rfer als jedes Messer und jedes Schwert. Das Wort &#8222;anatomiert&#8220; den Menschen. Es scheidet Materielles und Geistiges in ihm, Seelisches und Geistliches, Recht und Unrecht, Wahrheit und L\u00fcge, Egoismus und Liebe. Das Wort allein trifft den wunden Punkt, wie bei General Steenbock. Es ist der gro\u00dfe unfehlbare &#8222;Anatom&#8220; in jedem Menschenleben.<\/p>\n<p>Klaus Eberwein<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigtthema: \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Unterwegs unter dem Segen Gottes &#8211; der Aaronitische Segen Predigttext:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 4. Mose 6,22-27 und Epheser 1,3-14; Psalm 121 (Vorschlag zur Textlesung) Die Predigtreihe f\u00fcr den Monat April und Mai behandelt Texte aus dem 4. 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