{"id":3326,"date":"2018-02-21T13:27:05","date_gmt":"2018-02-21T12:27:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=3326"},"modified":"2018-02-21T13:27:05","modified_gmt":"2018-02-21T12:27:05","slug":"predigthilfe-vom-18-maerz-2018-matthaeus-26-69-75","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-18-maerz-2018-matthaeus-26-69-75\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 18. M\u00e4rz 2018 &#8211; Matth\u00e4us 26, 69-75"},"content":{"rendered":"<p><strong>Predigtthema: Gott ist verraten \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p><strong>Predigttext:\u00a0 Mt 26,69-75<\/strong><\/p>\n<p>Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n<ol>\n<li><strong> Sehen, was dasteht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/\">www.bibleserver.com<\/a> (Luther 2017 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000 \/ Neue Genfer \u00dcbersetzung \/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n<p><strong>1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext<\/strong><\/p>\n<p>Der zentrale Charakter des heutigen Predigttextes ist der J\u00fcnger Petrus. Um die Verleugnung, die Jesus ja bereits im Vorfeld angek\u00fcndigt hat, richtig einordnen zu k\u00f6nnen, ist es wichtig in der Vorbereitung die Beziehung zwischen Petrus und Jesus zu studieren. Auch die Verhei\u00dfungen, die Jesus seinem J\u00fcnger gibt sind wichtige Hilfen zum Verst\u00e4ndnis. Schlie\u00dflich \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 bildet die Verleugnung nicht das Ende der Beziehung zwischen Jesus und Petrus. Erst nach der Auferstehung in der Begegnung am See l\u00f6st sich die Spannung um diese Beziehung wieder auf und wir d\u00fcrfen \u00fcber die Treue und Vergebungsbereitschaft Jesu staunen.<\/p>\n<p>\u00dcber dem Leben von Petrus steht das Gebet Jesu, das wir in Lk 22,32 lesen: \u201e<em>Ich aber habe f\u00fcr dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufh\u00f6re. Und wenn du einst zur\u00fcckgekehrt bist, so st\u00e4rke deine Br\u00fcder!\u201c<\/em><\/p>\n<p><strong>1.2 Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n<p>Hilfen zur Auslegung bieten z.B.<\/p>\n<p>* Gerhard Maier: Matth\u00e4usevangelium \u00a0(Edition C Band 2)<\/p>\n<p>* Fritz Rienecker: Das Evangelium des Matth\u00e4us (Wuppertaler Studienbibel)<\/p>\n<p>* Gerhard Maier: Das Evangelium des Matth\u00e4us. Kapitel 15-28 (HTA)<\/p>\n<p>* Douglas O\u2019Donnell: Matthew. All Authority in Heaven an on Earth (Preaching the Word)<\/p>\n<p><strong>1.3 Anmerkungen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n<p><strong>V.69-70<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben noch im Ohr, mit welcher Selbstsicherheit Petrus vor Jesus seine eigene Treue hervorgehoben hat: <em>Selbst wenn ich mit dir sterben m\u00fcsste,\u2026 Mt 26,35).<\/em> In seiner eigenen \u00dcberzeugung h\u00e4lt sich Petrus f\u00fcr bereit mit Jesus in den Tod zu gehen. Jesus wei\u00df es besser. Er wei\u00df, dass Petrus ihn verleugnen wird. Trotzdem trennt sich Jesus nicht von Petrus.<\/p>\n<p>In Vers 69 wird nun ein sehr starker Kontrast zu den Versen vorher sichtbar. Bis Vers 68 sind wir im Palast des Hohepriesters. Viele einflussreiche Menschen sind versammelt. Es findet ein hartes Verh\u00f6r statt. Und in der Mitte steht Jesus, furchtlos, voller Klarheit \u00fcber seinen Weg, bereit ein klares Bekenntnis abzugeben.<\/p>\n<p>Nun sind wir au\u00dferhalb, im Vorhof des Palastes. Petrus sitzt dort. Es sind keine einflussreichen Menschen dort. Es sind Bedienstete, die sich warmhalten in der kalten Nacht. Und diejenige, die Petrus anspricht, ist eine schlichte Magd. Jesus hat Petrus gewarnt, er hat ihn zusammen mit anderen J\u00fcngern zum Gebet um Standhaftigkeit aufgefordert. Und doch wirkt Petrus in dieser Situation v\u00f6llig \u00fcberfordert. Trotz seiner Selbstsicherheit, oder vielleicht gerade wegen seiner falschen Selbstsicherheit war er nicht bereit zu seinem Herrn zu stehen.<\/p>\n<p>Die drei Verleugnungen nehmen an St\u00e4rke und Deutlichkeit zu. Die erste Verleugnung in Vers 70, klingt zun\u00e4chst wie der schlechte Versuch, sich aus der Aff\u00e4re zu ziehen, ohne ja oder nein zu sagen. Petrus versucht die Magd zu Ruhe zu bringen, indem er sagt: Ich wei\u00df nicht, wovon du redest.<\/p>\n<p><strong>V.71-72<\/strong><\/p>\n<p>Wir merken, wie unangenehm Petrus die Situation ist. Er versucht sich zur\u00fcckzuziehen, Es scheint, als w\u00fcrde Petrus nach dem schnellsten Ausgang Ausschau halten. Sehen wir hier am k\u00f6rperlichen R\u00fcckzug von Petrus, wie er sich in dieser Situation auch von Jesus zur\u00fcckzieht? Versucht er sich aus der Gefahr zu begeben?<\/p>\n<p>Aber Petrus kommt nicht zur Ruhe.<\/p>\n<p>Matth\u00e4us berichtet direkt die zweite Anfrage. Wieder geht es um die schlichte Frage, ob Petrus zu den J\u00fcngern Jesu geh\u00f6rt. Petrus verneint in V.72 deutlich st\u00e4rker. Er unterstreicht seine Aussage mit einem Eid, und bestreitet Jesus zu kennen. Eine klare L\u00fcge, die er sogar noch mit einem Schwur bekr\u00e4ftigt (zum Schw\u00f6ren vgl. Mt 5,33-37)<\/p>\n<p>Es ist offensichtlich, dass Petrus Angst hat. Angst davor, was mit ihm passieren k\u00f6nnte, wenn er sich als J\u00fcnger Jesu zu erkennen gibt. Es ist nichts mehr von dem Mut, oder der Selbstsicherheit da, die Petrus in den Szenen davor zum Teil zeigt.<\/p>\n<p>Wie anders ist dagegen der Petrus nach Pfingsten. Als er selbst mit Johannes vor dem Hohen Rat steht, sehen wir einen Mann voller Mut. Der Heilige Geist hat ihn v\u00f6llig ver\u00e4ndert. Als die Verantwortlichen versuchen sie zum Schweigen zu bringen, gibt er nicht einen Augenblick nach: <em>\u201eApg 4,20 Denn es ist uns unm\u00f6glich, von dem, was wir gesehen und geh\u00f6rt haben, nicht zu reden.\u201c<\/em><\/p>\n<p><strong>V.73-74<\/strong><\/p>\n<p>Die Situation wird f\u00fcr Petrus immer bedrohlicher. Nun ist es nicht mehr nur eine einzelne Stimme, die ihn anspricht. Die ganze Gruppe pflichtet den ersten beiden bei. Was es f\u00fcr Petrus besonders kritisch macht ist, dass sie nun auch seinen Dialekt als Beweis hinzunehmen. Petrus ist eindeutig als Galil\u00e4er zu erkennen.<\/p>\n<p>Und Petrus wei\u00df keinen anderen Ausweg, als noch massiver zu leugnen. Petrus unterstreicht seine Worte, mit einer Selbstverw\u00fcnschung, wie etwa: Verflucht soll ich sein, wenn ich nicht die Wahrheit sage.<\/p>\n<p>Petrus geht es in dieser Situation um Rettung, aber eben nicht um die Rettung seiner Seele, sondern um die Rettung seiner Haut.<\/p>\n<p>Und dann h\u00f6rt Petrus den Hahn kr\u00e4hen. Dieser Ruf des Hahnes ist ein Geschenk Jesu. Er holt Petrus von seinem falschen Weg und ruft ihn zur Umkehr.<\/p>\n<p><strong>V.75<\/strong><\/p>\n<p>Lukas erg\u00e4nzt in seinem Evangelium einen Blick. Den Blick von Jesus direkt in das Herz seines J\u00fcngers. Petrus erkennt schlagartig, was er getan hat. Die Worte von Jesus waren wieder in seinem Ged\u00e4chtnis.<\/p>\n<p>Wichtig ist, dass wir die Reaktion von Petrus sehen. Die ganze Trauer \u00fcber seine Schuld kommt in seinen Tr\u00e4nen zum Ausdruck. Vielleicht war Petrus in dieser Nacht zum Palast des Hohepriesters gekommen um zu schauen, ob er Jesus irgendwie retten k\u00f6nnte. Doch Petrus muss erneut erkennen, wie dringend er einen Retter braucht. Petrus weint Tr\u00e4nen der Bu\u00dfe.<\/p>\n<p>Ganz anders die Reaktion von Judas, dem Verr\u00e4ter, die uns Matth\u00e4us ein paar Verse sp\u00e4ter berichtet. Auch Judas erkennt, dass er Unrecht getan hat. Doch er sucht nicht den Weg der Bu\u00dfe, sondern setzt in seiner Verzweiflung seinem Leben ein Ende (Mt 27,5).<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> Verstehen, worum es geht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>2.1 Hinweise f\u00fcr hermeneutische \u00dcberlegungen (Auslegung)<\/strong><\/p>\n<p>Die Verleugnung des Petrus ist wahrscheinlich einer der bekanntesten Abschnitte der Bibel. So ist es bei der Auslegung wichtig die ganze Beziehung zwischen Jesus und Petrus in den Blick zu nehmen. Wir sehen bei Petrus auf der einen Seite die tiefe Leidenschaft und auch Erkenntnis im Blick auf Jesus. Auf der anderen Seite sehen wir auch den Petrus, der von Jesus sehr deutlich korrigiert wird und dem eben diese Verleugnung bereits vorhergesagt wird.<\/p>\n<p>Im Blick auf das Leiden Jesu wird gerade auch durch die Verleugnung des Petrus deutlich, wie Jesus verlassen war. Nicht einmal auf die engsten seiner J\u00fcnger kann sich Jesus verlassen, sie beten nicht mit ihm, sie fliehen und sie verleugnen ihn.<\/p>\n<p>Weiter sehen wir im Vergleich zwischen Jesus und Petrus den ganz klaren Kontrast zwischen dem Sohn Gottes und uns Menschen, zwischen seiner Treue und unserer Untreue, zwischen seiner Wahrhaftigkeit und unserer Unwahrhaftigkeit, zwischen seinem Mut und unserer Angst, \u2026<\/p>\n<p><strong>2.2 Hinweise f\u00fcr homiletische \u00dcberlegungen (Anwendung)<\/strong><\/p>\n<p>Die Verleugnung durch Petrus stellt uns ein riesiges menschliches Versagen vor Augen. Trotz der Warnung durch Jesus scheitert Petrus hier so dramatisch. Und damit ist Petrus ein warnendes und gleichzeitig ermutigendes Beispiel f\u00fcr uns. Wir stehen immer wieder in der Gefahr durch unser Leben in Taten und Worten Jesus zu verleugnen. Wir sind nicht besser oder treuer als Petrus. Auch wir sind durch Gottes Wort gewarnt und wissen eigentlich um die Gefahr und Herausforderung, in der wir als Christen stehen. Petrus ist eine Warnung vor falscher Selbstsicherheit und geistlicher Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite ist uns Petrus eine Ermutigung zu echter Umkehr. Petrus erkennt seine Schuld und bereut sie von Herzen. Jesus sieht die Reue und die Umkehr seines J\u00fcngers und nimmt ihn dann in Liebe wieder an. So soll die Predigt eine Einladung sein, die Schuld zu erkennen, sie bei Jesus abzulegen und aus seiner Vergebung zu leben.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong> Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>3.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Die H\u00f6rer sollen erkennen, wie dringend wir, genau wie Petrus, einen Retter brauchen. Sie sollen sich \u00fcber die Bereitschaft Jesu freuen, dass er auch diesen Weg des \u201eVerraten-seins\u201c gegangen ist und trotzdem zur Vergebung bereit war. Au\u00dferdem sollen sie zum klaren Bekenntnis zu Jesus ermutigt werden.<\/p>\n<p><strong>3.2 Predigtthema \u2013 was sage ich in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Gott ist verraten<\/p>\n<p><strong>3.3 Predigtentfaltung \u2013 wie sage ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>Von der Welt hinterfragt (V.69.71.73)<\/li>\n<li>In der L\u00fcge gefangen (V.70.72.74)<\/li>\n<li>Von Jesus befreit (V.74b-75)<\/li>\n<\/ol>\n<p>(Tobias Schurr)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigtthema: Gott ist verraten \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Predigttext:\u00a0 Mt 26,69-75 Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. 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