{"id":3295,"date":"2017-12-14T16:48:32","date_gmt":"2017-12-14T15:48:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=3295"},"modified":"2017-12-14T16:48:32","modified_gmt":"2017-12-14T15:48:32","slug":"predigthilfe-vom-28-januar-2018-apostelgeschichte-2-1-7-und-29-41","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-28-januar-2018-apostelgeschichte-2-1-7-und-29-41\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 28. Januar 2018 &#8211; Apostelgeschichte 2, 1-7 und 29-41"},"content":{"rendered":"<p><strong>Jahresthema:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wie Gemeinde entsteht<\/strong><\/p>\n<p><strong>Predigtthema:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wie Gemeinde entsteht \u2013 Der Heilige Geist als Initiator, als \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eGemeindegr\u00fcnder\u201c<\/strong><\/p>\n<p><strong>Predigttext:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Apostelgeschichte 2,1-7 und 29-41<\/strong><\/p>\n<p>Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n<ol>\n<li><strong> Sehen, was dasteht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen, um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/\">www.bibleserver.com<\/a> (Luther 1984 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000 \/ Neue Genfer \u00dcbersetzung \/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n<p><strong>1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kurzer Exkurs Heiliger Geist:<\/strong><\/p>\n<p>Der Text aus Apostelgeschichte (Apg 2) beschreibt uns das Pfingsterlebnis. Jesus hatte das Kommen des Heiligen Geist mehrfach angek\u00fcndigt. Vgl. dazu Johannes 14,15ff und 16,5ff. Er w\u00fcrde seine J\u00fcnger nicht alleine zur\u00fccklassen, sondern ihnen den Beistand, den \u201eparacletos\u201c senden. W\u00f6rtlich bedeutet \u201eparacletos\u201c der Herbeigerufene! Warum sollten die J\u00fcnger auf diesen Herbeigerufenen warten? Es ist wichtig, dass wir diese Frage kl\u00e4ren. Denn erst mit dem Kommen des Heiligen Geistes (HG) startet das \u201eProjekt\u201c Gemeinde. In Joh 14,26 sagt Jesus, dass der HG die J\u00fcnger <em>\u201ealles lehren wird und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe\u201c. <\/em>Der Heilige Geist wird also der Lehrer sein, der die J\u00fcnger an die Worte Jesu erinnert. Weiter sagt Jesus in Johannes 16,8ff, dass der HG die Welt \u00fcberf\u00fchren wird von S\u00fcnde, von Gerechtigkeit und Gericht! Also ohne HG keine Erkenntnis von S\u00fcnde, Gerechtigkeit und Gericht! Es braucht ihn, damit die Menschen zur Umkehr gelangen k\u00f6nnen! Er muss an den Menschenherzen wirken. Weiter wird der HG nach Joh 16,13 die J\u00fcnger \u201e<em>in die ganze Wahrheit\u201c leiten<\/em>.\u201c Fasst man Johannes 16,14 als Erkl\u00e4rung des Wesens des HG auf, dann ist er nichts anderes, als der Christus, der in jedem Gl\u00e4ubigen wohnt. Denn er wird Jesus verherrlichen und nur Jesus verk\u00fcndigen. Das wiederum passt auch gut zu Gal 2,20, wenn Paulus dort sagt: \u201eChristus lebt in mir\u201c! Nach Eph 1,13 wissen wir, dass in jedem Gl\u00e4ubigen der Heilige Geist wohnt. Wohnt jetzt also der Heilige Geist im Gl\u00e4ubigen oder Jesus Christus? Beides stimmt, denn <em>\u201eDer Heilige Geist ist Gott, und mach uns Jesus gro\u00df!\u201c <\/em>(Heiligungskonferenz Christusbund 2014) Exakter m\u00fcsste man sagen, dass der Heilige Geist in den Gl\u00e4ubigen wohnt aber als Funktion Christus und sein Wesen verk\u00f6rpert. Deswegen kann Paulus zu Recht sagen, dass Christus in ihm lebt. Warum sollten die J\u00fcnger noch auf den HG warten? Das lesen wir in Lk 24,49 und Apg\u00a01,8. Es wird die Kraft sein, die die J\u00fcnger brauchen werden um Zeugen von Jesus Christus zu sein!<\/p>\n<p>Fassen wir noch einmal kurz zusammen: Warum braucht es den HG? Die J\u00fcnger (und auch wir heute) brauchen ihn, um die Wahrheit zu erkennen und um an die Worte von Jesus in rechter Weise erinnert zu werden. Nur durch den HG k\u00f6nnen wir Worte Gottes in rechter Weise verstehen. Weiter braucht es den HG, um \u00fcberhaupt von Jesus ein Zeuge sein zu k\u00f6nnen. Denn der HG wird uns zur rechten Zeit die ben\u00f6tigten Worte geben, die wir zu sagen haben (vgl. dazu Markus 13,11, Apg 4,8ff). Weiter muss der Heilige Geist die Menschen \u00fcberf\u00fchren von der S\u00fcnde. Nur er kann an den Herzen der Menschen arbeiten und Jesus-Erkenntnis schenken.<\/p>\n<p>Nur durch das Wirken des HG konnte der Fischer Petrus pl\u00f6tzlich in Vollmacht predigen (Apg 2,14ff du Apg 3,12ff) und nur das von ihm durch den HG in dieser Vollmacht gesprochene Wort drang den Zuh\u00f6rern durchs Herz und wirkte Glauben (Agp 2,37; 4,4).<\/p>\n<p>Schlussendlich kann man deswegen sagen und muss man sagen, dass erst durch das Kommen des Heiligen Geistes Gemeinde m\u00f6glich wurde. Er legt den Grundstein, dass Menschen das Wort Gottes in Vollmacht verk\u00fcndigen k\u00f6nnen und dass die Herzen der Zuh\u00f6rer angesprochen werden.<\/p>\n<p><strong>Kurzer Exkurs Pfingsten:<\/strong><\/p>\n<p>Das erste Pfingsten fiel auf das j\u00fcdische Fest der Wochen, bzw. Fest der Ernte oder der Erstlinge (2Mo 34,22). Es war das zweite gro\u00dfe j\u00fcdische Fest 7 Wochen nach dem Fest der unges\u00e4uerten Brote (Passahfest). Zu diesem Fest sollte jeder m\u00e4nnliche Jude in Jerusalem erscheinen. Das erkl\u00e4rt, weshalb in Jerusalem so viel los war und auch Juden aus der Zerstreuung (Diaspora, au\u00dferhalb Israels) in die Hauptstadt gekommen waren.<\/p>\n<p>Es ist absolut sinnvoll, dass Gott den HG gerade zu dieser Zeit des Festes sendet. 1. War es ja das Fest der Erstlinge. Jesus ruft die \u201eErstlinge\u201c in seine Nachfolge. 2. Waren viele Leute in der Stadt, die dann der Predigt von Petrus zuh\u00f6rten. 3. Waren viele Juden aus der Diaspora da, die gar kein Aram\u00e4isch (wurde damals unter den normalen Leuten in Israel gesprochen) sprachen, aber durch das Pfingstwunder die Botschaft von Jesus in ihren Sprachen h\u00f6rten (Apg 1,8). Es ist deshalb anzunehmen, dass unter den \u201eNeubekehrten\u201c aus Apg 2,41 und auch Apg 4,4 auch viele Juden aus der Diaspora waren, die Jesus Christus als ihren Herrn erkannt hatten und mit nach Hause nahmen in ihre j\u00fcdischen Versammlungen. Sie bildeten demnach die ersten Missionare!<\/p>\n<p><strong>Empfang des Geistes mit Sprachenrede verbunden?<\/strong><\/p>\n<p>Wir lesen in Apg 2,4, dass der HG auf die J\u00fcnger kam, sie erf\u00fcllte und diese dann in anderen Sprachen (w\u00f6rtl. Zungen) redeten. Dieses sichtbare Zeichen des HG entdecken wir noch an zwei weiteren Stellen in der Apg. Siehe dazu Apg 10,46 und Apg 19,6. In manchen pfingstlerisch, charismatischen Kreisen hat sich daraus die Lehre Anfang des 20. Jh. entwickelt, dass die Zungenrede das Zeichen der Anwesenheit des HG sei. Wer diese Zungenrede nicht beherrschte, der hatte den HG entweder noch nicht, oder noch nicht in der F\u00fclle. Die Frage ist hier, ob die Bibel das lehrt, dass ein Zeichen des HG die Sprachenrede ist?<\/p>\n<p>Folgende Einw\u00e4nde sind gegen eine solche Lehre zu bringen:<\/p>\n<ul>\n<li>Es gibt in der Apg andere Geschichten, bei denen von dem Kommen des HG die Rede ist, bzw. von einer Bekehrung, bei der nichts von Sprachenrede ausgesagt ist (u.a. Apg 8,17; 16,15+33;<\/li>\n<li>1Kor 12-14 behandelt das Thema Gaben des Geistes, wo Zungenrede eine unter vielen ist. Es wird nicht explizit gesagt, dass diese Gabe jeder hat, sondern der Geist teilt die Gaben aus, wie er will \u00e0 1Kor 12,11<\/li>\n<li>Die Aufz\u00e4hlung der einzelnen Gaben in 1Kor 11,7-10 macht deutlich, dass eben nicht jeder alle Gaben hat und nicht jeder die Gabe der Zungenrede. <em>\u201eEinem anderen verschiedene Arten von Sprachen, einem anderen aber Auslegung der Sprachen\u201c. <\/em><\/li>\n<li>Nach Eph 1,13 ist jeder Gl\u00e4ubige mit dem HG versiegelt. Es bedarf keines \u00e4u\u00dferen Zeichens.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Verst\u00e4ndnis der Zungenrede aus Apg 2,4:<\/strong><\/p>\n<p>Es ist vielmehr so zu verstehen, dass die Sprachenrede an Pfingsten ihren Sinn hatte, denn die vielen Juden aus der Diaspora konnten so das Evangelium in ihrer Sprache h\u00f6ren. Weiter war sie in Apg 10,45 ein konkretes Zeichen f\u00fcr Petrus und die Br\u00fcder die dabei waren, dass auch Heiden den Geist Gottes bekommen sollten. Nur aufgrund der Sprachenrede konnte er in diesem Moment erkennen, dass Gott ihnen auch den HG geben will. Es war sozusagen der T\u00fcr\u00f6ffner f\u00fcr die Heidenmission. Danach brauchte es dieses explizite Zeichen nicht mehr, denn es war dann durch die paulinischen Briefe klar: Jeder Gl\u00e4ubige hat den HG! Weiter kann die Sprachenrede als ein (Gerichts) Zeichen f\u00fcr die (nicht an Christus gl\u00e4ubigen) Juden betrachtet werden. In 1Kor 14,21ff erw\u00e4hnt Paulus das. Es werden Menschen in fremden Sprachen zu dem Volk Israel reden, aber sie werden nicht auf Gott h\u00f6ren (Zitat aus Jes 28,11f).<\/p>\n<p><strong>Siehe dazu Erl\u00e4uterungen von Hans Werner Neud\u00f6rfer in Edition C Kommentar.<\/strong><\/p>\n<p><strong>David als Prophet in Apg 2,30-31+34:<\/strong><\/p>\n<p>Diese Stelle zeigt uns, dass wir die Bibel als Ganzes, als ein Buch zu verstehen haben. Auch im Alten Testament redet Gott von Jesus Christus. Nat\u00fcrlich nicht so offensichtlich wie im Neuen Testament und doch zeigt es uns diese Stelle (vgl. auch Joh 5,39+46, Lk 24,44-47). David selber war sich bewusst, dass er Worte Gottes sprach (2Sam 23,2). Deswegen sagt uns diese Stelle, dass Gott im Eid aus 2Sam 7, 12-16 nicht Salomo gemeint hatte, dessen Thron er festigen w\u00fcrde f\u00fcr ewig (2Sam 7,13), sondern Jesus Christus. Weiter redete David in Ps 16,10 nicht von sich, sondern von der Auferstehung des Messias Jesus Christus, der nicht im Hades bleiben und verwesen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Weiter sagt uns der Text, dass Jesus Christus in den Himmel aufgefahren ist und dass David das vorausgesagt hat in Ps 110,1. Vgl. dazu auch Mt 22,41-46!<\/p>\n<p>Es ist wichtig an dieser Stelle das Gesamtzeugnis der Heiligen Schrift (AT und NT) zu entdecken. Es geht letztlich um Jesus Christus. Er soll erkannt werden und an ihn sollen die Menschen glauben.<\/p>\n<p><strong>Wirkt nach Apg 2,38 die Taufe Vergebung von S\u00fcnde? <\/strong><\/p>\n<p>In V38 lesen wir: <em>\u201eTut Bu\u00dfe und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer S\u00fcnden!\u201c <\/em>Zun\u00e4chst ist es wichtig, dass wir Schrift durch Schrift auslegen, so wie es uns die Reformatoren vorgelebt haben. Passt diese Auslegung, dass Taufe S\u00fcndenvergebung bewirkt, in den Gesamtkontext der Bibel? Manche Konfessionen lehren dies, z. B. die katholische Kirche. Durch die Taufe wird nach Lehre der kath. Kirche die Erbs\u00fcnde vergeben und \u00fcberwunden. Der T\u00e4ufling wird in den Gnadenstand gehoben. In der ganzen Bibel wird uns aber eines gezeigt, was in Hab 2,4 steht: \u201e<em>Der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben<\/em>.\u201c Paulus greift im R\u00f6merbrief diese Habakukstelle auf und schreibt in R\u00f6m 1,17, dass die Gerechtigkeit Gottes offenbar wird durch den Glauben. Dieses Prinzip wird schon bei Abraham deutlich in R\u00f6m 4,3. Er glaubte Gott und es wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet. In R\u00f6m 3,24-26 f\u00fchrt Paulus das Thema deutlich aus, dass Gerechtigkeit (also Vergebung der S\u00fcnde) nur durch Glauben an Jesus Christus kommt (vgl. auch Joh 3,16.18.36). Die Taufe ist nur ein sichtbares Zeichen und Bekenntnis nach au\u00dfen \u00fcber die innere Realit\u00e4t der Wiedergeburt.<\/p>\n<p>Mk 16,16 legt auch hier die rechte Spur: <em>\u201eWer gl\u00e4ubig geworden und getauft worden ist, wird gerettet werden; wer aber ungl\u00e4ubig ist, wird verdammt werden.\u201c <\/em>Aus diesem Vers sehen wir, dass die Taufe nicht vor Verdammnis bewahrt, sondern der Glaube. Es hei\u00dft nicht: \u201eWer nicht glaubt und nicht getauft ist\u201c! Denken wir auch an den Sch\u00e4cher am Kreuz aus Lk 23,40-42. Ihm verspricht Jesus das Paradies aufgrund seines Glaubens an ihn. Er hatte keine Gelegenheit sich zu taufen!<\/p>\n<p>Halten wir fest: Die Bibel will uns an dieser Stelle nicht sagen, dass die Taufe Vergebung bewirkt. Die Bu\u00dfe und die Umkehr zu Jesus bewirken das! Denn mit der Hinwendung zu Jesus Christus und dem Vertrauen auf sein Opfer gilt es f\u00fcr den Gl\u00e4ubigen. Das war die Predigt von Jesus. Siehe dazu Mt 3,2; 4,17 und Mk 1,15 und Lk 15,7! Zuletzt ist auch die zweite Pfingstpredigt erkl\u00e4rend. Hier ruft Petrus auch zur Umkehr auf mit folgenden Worten Apg 3,419: <em>\u201eSo tut nun Bu\u00dfe und bekehrt euch, dass eure S\u00fcnden ausgetilgt werden.\u201c <\/em>Hier ist keine Rede von Taufe. Trotzdem haben wir den Auftrag zur Taufe (Mt 28,18-20) als ein \u00e4u\u00dferes Zeichen \u00fcber die innere Realit\u00e4t der Wiedergeburt.<\/p>\n<p><strong>Kommt durch die Taufe, bzw. nach der Taufe erst der Heilige Geist?<\/strong><\/p>\n<p>Sehen wir die Worte in V. 38 chronologisch und voneinander bedingt, dann w\u00fcrden wir folgendes daraus ableiten: <em>\u201eBekehrt euch und zeigt das \u00f6ffentlich in der Taufe, durch die eure S\u00fcnden vergeben werden und nach der ihr den HG empfangt. <\/em>Zum Zusammenhang von Taufe und S\u00fcndenvergebung wurde gerade eben schon etwas gesagt. Auch hier sehen wir in verschiedenen Konfessionen, dass etwas in der Art gelehrt wird. In manchen Pfingstgemeinden wird gelehrt, dass der Heilige Geist erst richtig durch eine zweite Art Taufe (zweite Erfahrung, evtl. mit Handauflegung) in der F\u00fclle in den Menschen kommt. Die kath. Kirche lehrt, dass die Wassertaufe Vergebung der Erbs\u00fcnde bewirkt, eine zweite Taufe, die Geistestaufe, den Heiligen Geist spendet, n\u00e4mlich bei der Firmung. Lehrt die Bibel das? Betrachten wir diese Verse isoliert k\u00f6nnten wir das meinen. Doch genauso wenig wie die Wassertaufe S\u00fcnden vergeben kann empfangen wir durch diese oder eine spezielle menschliche Handlung (also ein Art Ritual durch Handauflegung oder sonst etwas) das Kommen des Heiligen Geistes. Pfingsten lehrt uns, dass ab sofort der gl\u00e4ubige Mensch zum Tempel Gottes wird und Gott in ihm wohnt (1.\u00a0Kor 6,19). Nach Joh 3 wirkt der Geist Gottes die Neugeburt eines Menschen und zieht bei ihm ein. Als Bedingung lehrt Joh 3,16 allein den Glauben an Jesus. Der Bezug ist hier Hes 36,25-27. Die Schl\u00fcsselstelle ist Eph 1,13. Sie zeigt deutlich, dass die Versiegelung just in dem Moment geschieht, in dem der Mensch dem Evangelium glaubt. Es ist das innere Wirken und Handeln des Heiligen Geistes an Menschen, das ihn neu macht (2Kor 5,17).<\/p>\n<p><strong>Spannung zwischen dem Ruf Gottes und der Antwort des Menschen:<\/strong><\/p>\n<p>Unser Text atmet die Spannung der Bibel bzgl. \u201eHinzurufen\u201c durch Gott und Entscheidung des Menschen. In Vers 39 lesen wir: \u201e<em>so viele der Herr, unser Gott, hinzurufen wird<\/em>\u201c! Das zeigt uns, dass es Gott ist, der diejenigen ruft, die er m\u00f6chte. Auf der anderen Seite geht der Ruf an alle und appelliert an den Willen des Menschen: \u201e<em>Tut Bu\u00dfe<\/em>\u201c (V38) und \u201e<em>Lasst euch retten aus diesem verkehrten Geschlecht\u201c<\/em> (V40). Die Rettung ist da, denn Christus ist gestorben und zwar f\u00fcr alle Menschen (1Joh 2,2)! Der \u201eS\u00fchneort Golgatha\u201c steht f\u00fcr alle Menschen zur Verf\u00fcgung, jedoch findet ihn nicht jeder, oder will ihn auch nicht jeder, denn f\u00fcr die einen ist er ein Skandal (Juden) und f\u00fcr die anderen Dummheit (Heiden) nach 1Kor 1,23. Auf der einen Seite kann niemand zu Jesus kommen, es sei denn das der Vater in ziehe (Joh 6,44) und auf der anderen Seite will Gott, dass alle gerettet werden und zur Bu\u00dfe kommen (1Tim 2,4 und 2Petr 3,9). Wir tun gut daran, diese Spannung der Bibel nicht aufzul\u00f6sen. Es ist immer beides. Gott ruft hinzu (erw\u00e4hlt), allerdings nicht in Willk\u00fcr sondern in Christus (Eph 1,3) und der Mensch wird aufgerufen zur Umkehr (siehe auch 2Kor 5,19-20). In diesem Zusammenhang entdecken wir keinen Zwang Gottes, sondern einen Freiraum zur Entscheidung mit dem Appell Gottes<em>: Lasst euch retten<\/em>! Jedoch ist immer klar, dass Gott jeden erw\u00e4hlt hat, der an Jesus Christus glaubt. (Eph 1,3)! Es geh\u00f6rt also immer beides zusammen: Der Ruf Gottes, ohne den niemand gerettet wird, und die Antwort des Menschen, ohne dessen Einwilligung er nicht gerettet ist.<\/p>\n<p>Wir tun gut daran, diese Spannung nicht aufzul\u00f6sen. Die Diskussion dar\u00fcber, ob nur der gerettet wird, den Gott erw\u00e4hlt oder ob es letztlich der Wille des Menschen ist, der \u201eja\u201c sagt zur Rettung Gottes, ist so alt wie die Christenheit Es gibt keine letzte Antwort au\u00dfer: Beides stimmt! Es braucht beides, wie zwei Zahnr\u00e4der, die ineinander greifen und so f\u00fcr Bewegung sorgen. Allerdings bleibt klar und muss immer betont werden. <strong>Der Mensch kann zu seiner Rettung nichts beitragen. Retten tut alleine Christus. <\/strong>Niemand, der sich retten l\u00e4sst kann sagen: Ich hab es gemacht, sondern er wird immer sagen: Christus war es. Er hat mich gerettet. Er hat durch seinen Heiligen Geist an mir gearbeitet und an meinem Herzen gewirkt. <strong>Der Mensch hat nur die Verantwortung das Geschenk der Gnade anzunehmen oder eben auch nicht!<\/strong><\/p>\n<p><strong>1.2 Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n<p>Literaturhinweise:<\/p>\n<p>Apostelgeschichte von Heinz-Werner Neudorfer in Edition C, Die Apostelgeschichte von Werner de Boor in Wuppertalerstudienbibel, John MacArthur Studienbibel (kostenlos erh\u00e4ltlich als pdf),<\/p>\n<p>Thomas Richter gliedert den Abschnitt Apg 2,1-41 in einem \u00e4lteren Predigttipp wie folgt:<\/p>\n<ul>\n<li><em>Das Kommen des Geistes in den Kreis der J\u00fcnger in Jerusalem (V1-4)<\/em><\/li>\n<li><em>Das Kommen des Geistes zu den Juden aus der Diaspora in Jerusalem (V5-13)<\/em><\/li>\n<li><em>Die Erkl\u00e4rung des Kommens des Geistes durch die Predigt des Petrus (V14-21)<\/em><\/li>\n<li><em>Die Erkl\u00e4rung der Auferstehung und der Himmelfahrt Jesu durch die Predigt des Petrus (V. 22-36)<\/em><\/li>\n<li><em>Die Reaktion der H\u00f6rer in Jerusalem auf die Predigt des Petrus (V37-41)<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>V1-4:<\/strong><\/p>\n<p>Nachdem die J\u00fcnger den Auftrag von Jesus erhalten hatten, in Jerusalem auf die Kraft aus der H\u00f6he zu warten (Lk 24,49), waren sie t\u00e4glich im Tempel und lobten Gott (Lk 24,53). Erst wenn der Heilige Geist gekommen war sollten sie ihrem Zeugendienst nachgehen (Apg 1,8). Dann erst war die Grundlage geschaffen, dass Menschen f\u00fcr das Evangelium gewonnen werden konnten in Jerusalem, Jud\u00e4a, Samaria und bis ans Ende der Welt.<\/p>\n<p>V1 beschreibt uns nun das Eintreten des durch Jesus versprochenen Ereignisses der Sendung des HG. Das Kommen des HG f\u00e4llt genau auf den Beginn des Wochenfestes, das 50 Tage (50 im griechischen w\u00f6rtlich Pentecoste = Pfingsten) nach dem Passah gefeiert wurde. Alle m\u00e4nnlichen Juden sollten sich hierzu in Jerusalem einfinden. Die J\u00fcnger Jesu waren alle versammelt und begingen gemeinsam das Fest. Es war morgens, denn Petrus erw\u00e4hnt nachher die dritte Stunde des Tages (Zeit zwischen Sonnenaufgang und Mittag, ca. 9 Uhr morgens).<\/p>\n<p>V2+3 schildern uns ein einmaliges Ereignis. Ein gewaltiges Brausen erf\u00fcllt das Haus, in dem die J\u00fcnger versammelt sind, wie wenn ein Wind wehen w\u00fcrde. Im hebr\u00e4ischen und griechischen Sprachgebrauch h\u00e4ngen das Wort Geist und Wind eng miteinander zusammen. Die Bibel erw\u00e4hnt mehrfach die Gegenwart Gottes im Zusammenhang mit einem Wind (1K\u00f6n 19,11, Hes 37,9-10, Joh 3,8). Zus\u00e4tzlich war Feuer ein Zeichen der Gegenwart Gottes. Beispielsweise am brennenden Dornbusch (2Mo 3,2, ), Feuers\u00e4ule bei Nacht w\u00e4hrend der W\u00fcstenwanderung (4Mo 9,15). Die Zungen wie von Feuer setzen sich dabei auf jeden einzelnen und machen deutlich, dass der HG in jeden einzelnen gekommen war. Das Ereignis von V2-3 l\u00e4sst sich am besten vergleichen mit dem Einzug Gottes in die Stiftsh\u00fctte (2Mo 34ff) und dem Einzug Gottes in den salomonischen Tempel (1K\u00f6n 8,10ff und 2Chr 7,1ff). Gott weiht nun seinen neuen Tempel ein, den Jesus aufgebaut hat (Joh 2,19). Es ist sein Leib (1Kor 12), es ist die Gemeinde (1Kor 3, 16). In jedem Gl\u00e4ubigen wohnt von jetzt an Gott selber durch seinen Geist (1Kor 6,19; Epheser 1,13). \u00c4u\u00dfere, sichtbare Zeichnen dieser Tempeleinweihung sind in diesen Versen 2+3 beschrieben. Erkl\u00e4rung folgt in V4<\/p>\n<p>V4 erkl\u00e4rt nun diese sichtbaren Zeichen. Es ist der Heilige Geist, der gekommen war und die J\u00fcnger erf\u00fcllte. Die Folgeerscheinung war, dass sie in fremden Sprachen redeten (Sprachwunder). Anmerkung zu Sprachenrede und Heiliger Geist siehe oben. Wichtig scheint mir anzumerken, dass es sich um reale Sprachen handelte. Das sehen wir in den Folgeversen. Der Zweck wird auch ersichtlich. Das Lob Gottes sollte auch h\u00f6rbar f\u00fcr die aus der Diaspora angereisten, nicht Aram\u00e4isch sprechenden Juden sein. Letztlich wie auch oben erw\u00e4hnt, hatte das einen missionarischen Charakter. Juden aus aller Welt sollten ihren Messias erkennen und zuhause verk\u00fcnden.<\/p>\n<p><strong>V5-7:<\/strong><\/p>\n<p>Eben zurzeit des Wochenfestes wohnten in Jerusalem Juden aus aller Welt. Denn sie hatten nach 5Mo 16,16 dreimal im Jahr vor Gott im Tempel zu erscheinen. Am Passahfest (Fest der Unges\u00e4uerten Brote), am Wochenfest (Pfingsten) und am Laubh\u00fcttenfest. Das Brausen war auch \u00fcber das Haus hinaus zu h\u00f6ren und es kam zu einem Volksauflauf. Auch damals gab es sensationslustige Menschen, Gaffer! Aber nun h\u00f6rten sie die J\u00fcnger in ihrem eigenen Dialekt und das verwunderte sie, denn sie (J\u00fcnger) waren ja Galil\u00e4er. Der HG leistet quasi \u00dcbersetzungsarbeit. An dieser Stelle gehen die Ausleger auseinander. Es gibt einige, die sagen es handelt sich hier um ein reines Sprachwunder. D. h. die J\u00fcnger redeten in verschiedenen Mundarten, die die einzelnen verstehen konnten. Andere sagen, es handelt sich hier eher um ein H\u00f6rwunder, denn V8 redet davon, dass <strong>ein jeder<\/strong> sie in seiner Mundart h\u00f6rte. Also redete bspw. Petrus auf Aram\u00e4isch, der Parther h\u00f6rte ihn in seiner Sprache genauso wie der Elamiter.<\/p>\n<p>Wichtig ist meiner Ansicht nach festzuhalten, dass es der HG erm\u00f6glichte, dass sie die Worte Gottes, ausgesprochen von den J\u00fcngern, verstehen konnten. Der Heilige Geist fungierte also als \u00dcbersetzer!<\/p>\n<p><strong>Einschub V8-28:<\/strong><\/p>\n<p>Dies ist nicht Teil des Predigttextes, trotzdem ein paar Anmerkungen. F\u00fcr detailliertere Informationen den Predigttipp von Thomas Richter vom 12.06.2011 studieren.<\/p>\n<p>Der Anlass der Pfingstpredigt waren die Ereignisse von Vers 1-4, das Kommen des HG. Petrus versucht nun kommend vom Alten Testament her dieses Kommen des Geistes \u201etheologisch\u201c darzulegen.<\/p>\n<p>V14-15: Erkl\u00e4rung, dass das Verhalten nicht am Alkohol liegt<\/p>\n<p>V16-21: Erf\u00fcllung von Joel 3,1-5 geschieht gerade. Gott gie\u00dft seinen Geist aus. Das Ziel dieser Geistausgie\u00dfung steht in Joel 3,5: <em>\u201eJeder, der den Namen des Herrn anruft, soll gerettet werden.\u201c<\/em><\/p>\n<p>V22-28: Jesus wird den Zuh\u00f6rern vor Augen gef\u00fchrt. Gott war mit ihm und hat ihn aus den Toten auferweckt. Er ist der Herr, dass hat David \u00fcber ihn prophetisch geschrieben. Die Argumentation des Petrus geht dahin, dass dieser Jesus der Christus ist, der Rettung schafft. Er ist der Herr (kyrios = h\u00f6chster Herrscher, der Gottestitel in der Bibel)!<\/p>\n<p><strong>V29-36:<\/strong><\/p>\n<p>Nachdem Petrus das Pfingstereignis mit Joel 3,1-5 erkl\u00e4rt, weist er darauf hin, dass die versprochene Rettung aus Joel 3,5 durch Jesus (Bedeutung: <em>Jahwe ist Rettung<\/em>) den Nazar\u00e4er gekommen ist. Denn dieser war kein normaler Mensch. Das, sagt Petrus, haben die Juden ja mit eigenen Augen gesehen (V22). Gott hat diesen Jesus auferweckt (V24), denn er ist der Herr (kyrios = h\u00f6chster Herrscher, der Gottestitel in der Bibel) \u00fcber den David prophetisch geschrieben hat. Er ist der Christus (griechisch w\u00f6rtl. Gesalbte), der Messias (hebr\u00e4isch w\u00f6rtl. Gesalbte). Das war den Juden damals klar, dass im Alten Testament vom Christus die Rede war auch in den Psalmen. Petrus zeigt ihnen und bezeugt, dass eben Jesus dieser Messias ist, \u00fcber den David geschrieben hat. David, so Petrus in V29, hat ja nicht sich selbst gemeint. Er ist gestorben und sein Grab ist hier in Jerusalem. Nein er hat \u00fcber den Messias Jesus geschrieben (V31). Dies bezeugen wir alle (V32). Die J\u00fcnger kommen also hier ihrem Auftrag nach (Mt 28,18-20; Apg 1,8). Der HG hat sie dazu bef\u00e4higt, diesen Zeugendienst auszu\u00fcben.<\/p>\n<p>Wie h\u00e4ngt nun Joel 3,1 (Verhei\u00dfung des Heiligen Geistes) mit diesem Christus zusammen? Die Erkl\u00e4rung kommt in den Versen 33-35. Der Messias Jesus ist aufgefahren in den Himmel und sitzt zur rechten Gottes (Machtposition, zur \u201eRechten\u201c sitzt die ausf\u00fchrende Gewalt, Mk 16,19). David, so Petrus, hat in Ps 110 ja nicht sich selbst gemeint, sondern den Christus. Dieser Jesus hat es nun veranlasst, dass der Geist Gottes ausgegossen wurde und das habt ihr gerade gesehen!<\/p>\n<p>Petrus schafft es also in seiner Predigt die Zusammenh\u00e4nge f\u00fcr seine j\u00fcdischen Zuh\u00f6rer zu ordnen und Licht in die Sache zu bringen. Diese Ereignisse h\u00e4ngen zusammen mit Jesus Christus. Das Fazit seiner Predigt ist das einfache Zeugnis \u00fcber Jesus. Petrus folgt schlicht den Anweisungen Jesu zum Zeugendienst. Er sagt: Jesus, den ihr habt umbringen lassen, ist von Gott zum Herrn und Christus gemacht! Detaillierte Erkl\u00e4rung dieser beiden Begriffe unter 1.3<\/p>\n<p><strong>V37-38:<\/strong><\/p>\n<p>Das durch den HG gewirkte Zeugnis des Petrus wirkt nun an den Zuh\u00f6rern. Auch das ist ein Wirken des HG. Er erm\u00f6glicht es, dass die Botschaft \u201edurchs Herz dringt\u201c (V37). Siehe dazu auch nochmals obiger Exkurs zum HG, der ein \u00dcberf\u00fchrer von S\u00fcnde ist und Wahrheit aufdecken kann. Gott ist es, der die Herzen kennt nach Jer 17,9-10. Den Zuh\u00f6rern wird durch das Wirken des HG klar: \u201eJesus ist der Messias!\u201c Und die Frage, die kommt, ist die einzig Richtige! <em>\u201eWas jetzt?\u201c Was sollen wir tun<\/em>? Aus dem Alten Testament w\u00fcrden wir erwarten. \u201eHaltet das ganze Gesetz, dann werdet ihr leben\u201c (Vgl. dazu 3Mo 18,5, Gal 3,12) Doch gerade das sagt Petrus nun nicht. Er sagt was ganz Spannendes in dem Zusammenhang. <em>Tut Bu\u00dfe<\/em> (siehe Erkl\u00e4rung Begriffe) Ihr m\u00fcsst umdenken! Ihr k\u00f6nnt f\u00fcr die Rettung gar nichts tun, denn nach Joel 3,5 wird der, der den Herrn anruft, gerettet, nicht der, der versucht das Gesetz zu halten. Die Juden m\u00fcssen lernen umzudenken. Sie sollen sich abwenden von ihrem bisherigen Leben hin zu Jesus Christus. Gal 3,10-15 ist dazu empfehlenswert zu lesen. Petrus sagt den Juden, dass nicht mehr Gesetz angesagt ist, sondern der Glaube an den Messias Jesus! Dieser Glaube und das Bekenntnis zum Messias Jesus (was sich dann \u00f6ffentlich in der Taufe zeigt) bewirkt Vergebung der S\u00fcnden (V38), nicht das Halten des Gesetzes, also das \u201eTun des Menschen\u201c. Wenn diese Umkehr stattfindet, dann wird mit euch auch das passieren, was mit uns passiert ist, was in Joel 3,1 steht. Der HG wird auch in euch kommen (V38b)!<\/p>\n<p>Petrus zeigt den Juden also, dass nun der neue Bund angebrochen ist. Dieser Bund h\u00e4ngt einzig und allein am Christus. Ein Zutun des Menschen ist nicht erforderlich und sogar unm\u00f6glich. Es bedarf deswegen ein Umdenken (Bu\u00dfe) und eine Hinwendung zum Messias (Glaube und Bekenntnis auch durch Taufe). Dann wird der HG kommen.<\/p>\n<p>(Interessant ist hier die AT Stelle: Jer 31-31-34 \u00e0 Gott wird sein Gesetz in das Innere des Menschen legen! Wie? Nach Apg durch seinen Geist. Begleiterscheinung ist Vergebung der S\u00fcnde!)<\/p>\n<p><strong>V39-41:<\/strong><\/p>\n<p>Diese Verhei\u00dfung aus Joel 3,1 gilt den Juden, zu denen Petrus redet. Ihnen und ihren Kindern. Aber nicht nur den Juden, sondern allen, die Gott ruft. Ohne Gottes Rufen kann niemand gerettet werden und den verhei\u00dfenen Geist empfangen. Es ist also ein Rufen Gottes durch seinen HG, angesto\u00dfen durch das Zeugnis des Christen mit dem Wort Gottes (Apg 2,14-36), das an den Herzen arbeiten muss und diese \u00fcberf\u00fchren muss von S\u00fcnde. Auch das wirkt der HG. Aber der Ruf geht von Gott aus und nicht vom Menschen. Er ruft! Der Mensch von sich kann nicht zu Gott kommen. An dieser Stelle m\u00f6chte ich nochmals an obigen Exkurs <strong>Spannung zwischen dem Ruf Gottes und der Antwort des Menschen <\/strong>erinnern<strong>. <\/strong>Gott muss hinzu rufen. Der Geist Gottes muss die Herzen bewegen. Gottes rufen erschallt durch das Evangelium in die ganze Welt. Er steht mit ausgestreckten H\u00e4nden da (Mt 11,28-29). Doch der Mensch muss antworten. Letztlich wird keine Antwort des Menschen Gott \u00fcberraschen, denn er hat den Menschen ja hinzu gerufen. Er wollte ihn, er hat ihn erw\u00e4hlt (Eph 1,3). Und doch m\u00fcssen zusammen mit dem \u201eHinzurufen\u201c Gottes den Willen Gottes \u201edass alle Menschen zur Bu\u00dfe kommen\u201c (2Petr 3,9) denken k\u00f6nnen. Die Verantwortung und der Freiraum des Menschen liegt darin, sich retten zu lassen! <em>\u201eLasst euch retten aus diesem verkehrten Geschlecht\u201c.<\/em> Gottes \u201eHinzurufen\u201c zwingt dem Menschen die Rettung nicht auf, so dass er nicht anders kann, sondern das \u201eHinzurufen\u201c geht immer Hand in Hand mit dem Willen des Menschen, sich retten zu lassen. Unsere Verantwortung liegt darin, diese Rettung zu ergreifen und in der Verk\u00fcndigung\/Zeugnis diese Rettung stellvertretend f\u00fcr Christus auszusprechen (2Kor 5,20). Es gibt dann nach dem Zeugnis und der Botschaft Gottes immer zwei Gruppen. \u201e<em>Diejenigen, die nun bereitwillig sein Wort annahmen<\/em>\u201c und eben die, die es ablehnen.<\/p>\n<p>Bitte studiert auch den hilfreichen Predigttipp von Eckhard L\u00f6ffler vom 20.05.2007 zu Apg 2,1-7 und vom 06.07.2008 zu Apg 2,37-41 unter <a href=\"http:\/\/www.studienbibel.de\/\">www.studienbibel.de<\/a>. \u2026.<\/p>\n<p><strong>Fazit: Der Kern dieses Abschnittes ist V36! Es geht darum, dass Petrus Jesus als den Kyrios und Messias bezeugt! An diesem Zeugnis scheiden sich sozusagen die \u201eGeister\u201c!<\/strong><\/p>\n<p><strong>1.3 Anmerkungen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n<p><strong>Begriffe:<\/strong><\/p>\n<p><em>Herr (gr. kyrios):<\/em><\/p>\n<p>Kommt in allen drei AT Zitaten in V20 (Joel 3,5) und V25 (Ps 16,8-11) und V34 (Ps 110,1) vor. Im griechischen NT-Text wird hier die LXX (Septuaginta, griechische \u00dcbersetzung des AT, g\u00e4ngig zurzeit Jesu) zitiert. Zus\u00e4tzlich greift Petrus den Begriff in V36 auf und wendet ihn auf Jesus an<em>. Kyrios<\/em> ist im AT an fast allen Stellen die \u00dcbersetzung des Eigennamens Gottes, Jahwe. Bspw. 2Mo 3,15. Hier stellt sich Gott als Jahwe, der Gott Israels vor. Die LXX \u00fcbersetzt Jahwe mit <em>kyrios<\/em>. Wenn Petrus also Jesus mit <em>kyrios<\/em> anredet, dann ist das der Gottestitel aus dem AT. Wir d\u00fcrfen uns da nicht t\u00e4uschen von unserem ugs. Verst\u00e4ndnis vom Begriff Herr. Das hat nichts mit Herr Maier zu tun. Es ist der Gottestitel! Im r\u00f6mischen Reich hat sich auch der Kaiser mit diesem Titel ansprechen lassen. Es war klar, dass Christen deswegen nicht Christus und den Kaiser mit <em>kyrios <\/em>ansprechen konnten. <em>Kyrios<\/em> gibt es nur einen und das ist Jesus Christus.<\/p>\n<p><em>Christus: (gr. christos):<\/em><\/p>\n<p>Ist die griechische \u00dcbersetzung des hebr. Begriffs Messias, was Gesalbter bedeutet. Im AT wurden zun\u00e4chst einmal K\u00f6nige (1Sam 16,13), Priester (3Mo 4,3) und auch Propheten (1K\u00f6n 19,16) gesalbt. Im AT wird jedoch klar, dass es neben diesen \u00c4mtern noch den einen <em>Gesalbten<\/em> gibt. Bspw. Dan 9,26. Es ist der, der dem David versprochen wurde in 2Sam 7,12ff und 1Chr 17,12. Er wird nach letzterer Stelle Sohn Gottes sein. Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich die gro\u00dfe Hoffnung der Juden, dass ein Gesalbter kommen wird, der sie befreien wird.<\/p>\n<p><em>Bu\u00dfe: (gr. metanoia)<\/em><\/p>\n<p>Im Griechischen steht hier der Begriff, der w\u00f6rtl. eine Sinnes\u00e4nderung meint. Es geht also um ein komplettes Umdenken. Es meint aber letztlich nicht nur den Verstand, sondern das ganze Wesen des Menschen. Wenn ich Jesus begegne und mich auf ihn einlassen m\u00f6chte, dann ver\u00e4ndert das mein ganzes Wesen. Jetzt gilt sozusagen eine andere Marschrichtung.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> Verstehen, worum es geht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>2.1 Hinweise f\u00fcr hermeneutische \u00dcberlegungen (Auslegung)<\/strong><\/p>\n<p>Wir befinden uns heilsgeschichtlich am Anfang der Gemeinde. Jesus war in den Himmel aufgefahren und seine J\u00fcnger bekamen den von ihm versprochenen Tr\u00f6ster, der sie bef\u00e4higen sollte ihren Dienst als seine Zeugen auszuf\u00fchren. Die Apostelgeschichte ist ein Bericht des Lukas, der uns zeigt, was wann und wie geschehen ist. Es ist in diesem Sinne keine explizite Lehrschrift, wie die sonstige Briefliteratur. Deswegen sollte man zur\u00fcckhaltend sein, ein theologisches System oder theologische Lehraussagen aus der Apostelgeschichte ableiten zu wollen. (Bspw. HG kommt durch Handauflegung, Zungenrede ist mit dem HG verbunden etc.) Hier sollte immer ein Abgleich mit den Lehrbriefen geschehen. Die Apostelgeschichte zeigt uns auch einmalige Geschehnisse, beispielweise das Pfingstereignis. Bei niemandem wird, wenn er gl\u00e4ubig wird, ein Brausen kommen und eine Zunge wie aus Feuer auf seinem Kopf niedergehen. Das war in diesem Sinne einmalig als Zeichen, jetzt beginnt der neue Heilsabschnitt, der neue Bund. Allerdings wiederholt sich das Pfingstereignis inhaltlich immer dann, wenn ein Mensch umkehrt und Christus als seinen Herrn annimmt. Dann zieht der HG bei ihm ein. Das in Apg 2,1-41 dargestellte Handeln des HG durch den Gl\u00e4ubigen (Petrus und J\u00fcnger) an dem Ungl\u00e4ubigen ereignet sich st\u00e4ndig, wenn Gemeinde gebaut wird. Die Herausforderung in der Auslegung der Apostelgeschichte liegt darin, die einmaligen Ereignisse (Pfingsten, Handeln durch apostolische Vollmacht, etc.) von denen sich st\u00e4ndig in der Geschichte der Christenheit wiederholenden Ereignisse zu unterscheiden.<\/p>\n<p><strong>2.2 Hinweise f\u00fcr situative \u00dcberlegungen (Predigtanlass)<\/strong><\/p>\n<p>In unserem Jahresthema geht es um die Frage, wie Gemeinde entsteht. Der Schwerpunkt in dieser Einheit soll am Werk des Heiligen Geistes liegen. Aus diesem Grund sollte auch mit diesem Thema als Hintergrund die Predigt aufgebaut sein. Der Heilige Geist ist der Initiator der Gemeinde. Wir wollen in dieser Predigt auf das Wirken des HG Geistes am Bau der Gemeinde eingehen.<\/p>\n<p><strong>2.3 Hinweise f\u00fcr homiletische \u00dcberlegungen (Anwendung)<\/strong><\/p>\n<p>In unserer heutigen Zeit entstehen viele B\u00fccher \u00fcber das Thema Gemeinde. Viele B\u00fccher geben Tipps und Hinweise auf verschiedene Methoden und Modelle, die sich positiv auf das Gemeindewachstum auswirken. Das ist sicherlich nicht alles per se schlecht und wir k\u00f6nnen daraus viel lernen. Aber wichtig erscheint doch die biblische Grundlage f\u00fcr Gemeindegr\u00fcndung und Gemeindewachstum. Sie liegt in Jesus Christus und dem Wirken des HG. Ohne Jesus keine Gemeinde, denn er ist der Leib. Ohne HG keine Gemeindegr\u00fcndung\/Wachstum, denn er ist es, der die Christen bef\u00e4higt zum Zeugnis (Apg 1,8) und der zu den Herzen der Menschen redet und diese \u201eaufschlie\u00dft\u201c (Apg 2,37; Apg 16,14). Rechnen wir mit dem Wirken des HG in unserer Gemeinde, durch unsere Predigten?<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong> Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>3.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Die Predigt soll uns wieder klar machen, dass es Jesus ist, der seine Gemeinde baut durch den HG. Es ist nicht unser K\u00f6nnen, sondern sein Wirken.<\/p>\n<p><strong>3.2 Predigtthema \u2013 was sage ich in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Gemeinde ist die Sache Jesu. Es ist nicht meine oder unsere Gemeinde, sondern seine. Er ist es, der sie baut (Mt 16,8), er, der Kyrios und Messias steht im Zentrum (Apg 2,36). Ich darf mich mit meinen F\u00e4higkeiten und m\u00f6gen die noch so klein sein, gebrauchen lassen. Entdecken wir die enorme seelsorgerliche Entlastung, die in dieser Wahrheit steckt: Wir m\u00fcssen nicht die Macher sein.<\/p>\n<p><strong>3.3 Predigtentfaltung \u2013 wie sage ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>a) (V.1-7) Der HG \u00f6ffnet Verst\u00e4ndnisbarriere (\u00dcbersetzer)<\/p>\n<p>b) (V.29-36) Der HG \u00f6ffnet die Bibel (Ausleger)<\/p>\n<p>c) (V.37-41) Der HG \u00f6ffnet die Herzen (Herzens\u00f6ffner)<\/p>\n<p>alternativ:<\/p>\n<p>a) (V.1-7+11) Der HG bef\u00e4higt uns zum vollm\u00e4chtigen Zeugnis<\/p>\n<p>b) (V. 29-36) Der HG bef\u00e4higt uns zur vollm\u00e4chtigen Verk\u00fcndigung<\/p>\n<p>c) (V. 37-41) Der HG bef\u00e4higt uns zur vollm\u00e4chtigen Rettung<\/p>\n<p><strong>3.4 Predigtveranschaulichungen \u2013 wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Zu a)<\/p>\n<p>Kommunikation ist kein leichtes Feld. Nur weil man Dinge verst\u00e4ndlich sagt, bedeutet das noch lange nicht, dass sie recht verstanden werden. Akustisch wahrnehmen und semantisch (der Sprache nach) verstehen, hei\u00dft noch lange nicht mit dem Herzen zu verstehen und davon \u00fcberzeugt zu sein. Zur Verdeutlichung kann die Ehe verwendet werden. Selbst nach vielen Jahren Ehe f\u00e4llt es an mancher Stelle schwer den Partner zu verstehen. Was f\u00fcr ein Geschenk, dass Gott durch seinen Geist unsere Worte verst\u00e4ndlich machen kann.<\/p>\n<p>Zu b)<\/p>\n<p>Petrus selbst als Beispiel verwenden. Er war Fischer, kein Theologe. Es ist auch nicht anzunehmen, dass er ein guter Redner war. Der HG schlie\u00dft ihm die Bibel auf und verhilft ihm zu einer vollm\u00e4chtigen Predigt, die im Christusbekenntnis gipfelt.<\/p>\n<p>Zu c)<\/p>\n<p>Welcher Druck kann auf uns lasten, wenn wir meinen Menschen bekehren zu m\u00fcssen! Die Bibel macht uns deutlich: Wir bekehren niemanden. Das macht allein Gott. Wir bieten im Namen Jesu Rettung an. Ein gutes Bild daf\u00fcr ist ein Rettungsschiff im Meer. Die Matrosen werfen den in Not geratenen Menschen die Rettungsringe zu, aber die eigentliche Rettung ist das Schiff selbst. Denn die Rettungsringe haben ihren Halt nicht in den Matrosen, sondern am Schiff. Die Matrosen bieten lediglich die Rettung an, die das Schiff gibt.<\/p>\n<p><em>(Beispiele und Illustrationen und Liedvorschl\u00e4ge)<\/em><\/p>\n<p>(Manuel Nowak)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jahresthema:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wie Gemeinde entsteht Predigtthema:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wie Gemeinde entsteht \u2013 Der Heilige Geist als Initiator, als \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eGemeindegr\u00fcnder\u201c Predigttext:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Apostelgeschichte 2,1-7 und 29-41 Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. 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