{"id":3205,"date":"2017-07-14T10:15:45","date_gmt":"2017-07-14T08:15:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=3205"},"modified":"2017-08-07T08:07:48","modified_gmt":"2017-08-07T06:07:48","slug":"predigthilfe-vom-27-august-2017-2-chronik-14-1-14","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-27-august-2017-2-chronik-14-1-14\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 27. August 2017 &#8211; 2.Chronik 14, 1-14"},"content":{"rendered":"<p><strong>Predigtthema: Reformation des Herzens \u2013 R\u00fcckkehr zur Quelle des Lebens<\/strong><\/p>\n<p><strong>Predigttext: 2.Chronik 14,1-14<\/strong><\/p>\n<h1>1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Erl\u00e4uterungen zum Text<\/h1>\n<h2>1.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Asa \u2013 der K\u00f6nig von Juda<\/h2>\n<p>Asa regierte als dritter K\u00f6nig den unabh\u00e4ngigen Staat Juda. 41 Jahre lang stand er an der Spitze von Juda, etwa in der Zeit von 911 bis 870 v. Chr. Das war eine relativ lange Regierungszeit.<\/p>\n<p>Der Beginn von Asas Herrschaft war von religi\u00f6sem Eifer gekennzeichnet. Asa beseitigte die heidnischen G\u00f6tter und schaffte die kultische Prostitution ab. In welchem Ausma\u00df heidnische Kulte verbreitet waren und das Volk Juda erfasst hatten, zeigt sich an Asas Gro\u00dfmutter Maacha. Wegen ihrer Verstrickung in den Aschera-Kult wurde sie von Asa ihrer offiziellen Stellung enthoben (1K\u00f6n 15,13). Zwar zerst\u00f6rte Asa nicht alle heidnischen H\u00f6henheiligt\u00fcmer in seinem Regierungsbereich. Jedoch wurde seine Hingabe im Glauben an den Gott der V\u00e4ter positiv gew\u00fcrdigt\u00a0 als Grund f\u00fcr eine lange Friedensperiode (2Chr 15,15.19).<\/p>\n<p>Im Kampf gegen das zahlenm\u00e4\u00dfig \u00fcberlegene \u00e4thiopische Heer (Kuschiter) unter F\u00fchrung von Serach konnte Asa mit seiner Armee einen bemerkenswerten Sieg erringen. Dieser Sieg wurde nicht vordergr\u00fcndig Asas milit\u00e4rischem Geschick zugerechnet, sondern mit dem Glauben an Jahwe in Verbindung gebracht. Im Konflikt mit dem israelischen K\u00f6nig Baschan setzte Asa auf die Unterst\u00fctzung Syriens. Vermutlich wurde dieser Konflikt ausgel\u00f6st, weil viele Israeliten zu Asa \u00fcberliefen. Letztlich gelang es Asa, sich gegen Baschan durchzusetzen. Seine Siege erm\u00f6glichten es ihm, die St\u00e4dte Mizpa und Geba zu befestigen. Fortan verlief hier die Nordgrenze von Juda.<\/p>\n<p>Der letzte Abschnitt der Regierungszeit Asas war von Krankheit (2Chr 16,12) und st\u00e4ndigen K\u00e4mpfen \u00fcberschattet. Dies wird als Folge seines tief greifenden Vertrauensverlustes gegen\u00fcber Gott bewertet (2Chr 16,1ff).<\/p>\n<h2>1.2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Kernaussagen von 1Chr 14,1-14<\/h2>\n<p>Nach der Herrschaft des K\u00f6nigs Salomo zerfiel dessen Reich in zwei Teile (962 v. Chr.): Israel im Norden und Juda im S\u00fcden. Asa regierte das Reich Juda als dritter K\u00f6nig nach Rehabeam (926-910 v.Chr.) und Abija (910-908 v.Chr.). Seine Regierungszeit umfasste 41 Jahre. Gemessen an seinen beiden Vorg\u00e4ngern war das eine lange Zeit. Dies hatte einen inhaltlichen Grund (14,1): <em>Asa tat, was recht war und vor dem Herrn, seinem Gott, wohlgefiel.<\/em> Das konnte von den beiden Vorg\u00e4ngern keineswegs behauptet werden. Insofern hat Asa den Segen Gottes erfahren, auch wenn gegen Ende seiner Regierungszeit sein Verh\u00e4ltnis zu Gott zunehmend von einem Vertrauensverlust und eigenm\u00e4chtigen Aktionen gepr\u00e4gt war (16,1ff).<\/p>\n<p>Was zeichnete das Verhalten Asas aus, an dem Gott Gefallen fand?<\/p>\n<ul>\n<li>Asas R\u00fcckbesinnung auf das erste Gebot f\u00fchrte zu einer konsequenten Ablehnung heidnischer G\u00f6tterverehrung in ihrer unterschiedlichen Gestalt (14,2-4). Alt\u00e4re, H\u00f6henheiligt\u00fcmer, Gedenksteine, G\u00f6tterbilder wurden radikal beseitigt. Diese Ma\u00dfnahmen bezogen sich auch auf den Kult der G\u00f6ttin Aschera, der sich gro\u00dfer Beliebtheit erfreute. Oft begegnete der Aschera-Kult im Zusammenhang mit dem verbreiteten Baalskult. Aschera wurde als kanaanitische Vegetationsg\u00f6ttin (Muttergottheit) verehrt, oft auch in Gestalt eines Bildes oder eines geweihten Holzpfahls. Asas konsequentes Durchgreifen und\u00a0 Zur\u00fcckdr\u00e4ngen der Fremdg\u00f6tterverehrung unterstreicht Jahwes Alleinherrschaft, f\u00fcr die es keine Alternative gibt. Er k\u00e4mpfte daf\u00fcr, dass Jahwe allein als Gott seines Volkes anerkannt und verehrt wird. Jede Verehrung fremder G\u00f6tter durchbricht als G\u00f6tzendienst das erste Gebot. Das konnte K\u00f6nig Asa nicht dulden.<\/li>\n<li>Mit seiner Religionspolitik hat K\u00f6nig Asa eine radikale Kehrtwende vollzogen. Die Beseitigung des G\u00f6tterkultes und seiner Heiligt\u00fcmer f\u00fchrte jedoch nicht automatisch zu einem Umdenken innerhalb der Bev\u00f6lkerung. Zu sehr hatten sie sich mit fremden G\u00f6ttern arrangiert und zu sehr waren sie in einen Prozess der Entfremdung gegen\u00fcber Jahwe verstrickt. Nun kam es f\u00fcr den K\u00f6nig darauf an, die Bev\u00f6lkerung f\u00fcr eine ausschlie\u00dfliche Verehrung Jahwes und eine eindeutige Absage an fremde G\u00f6tter zu gewinnen. Um diesen Schritt der Umkehr zu unterst\u00fctzen, bedurfte es einer entsprechenden Bewusstseinsbildung (14,3): Gott suchen und sich an seinen Wegweisungen (Gesetz und Gebot) orientieren.<\/li>\n<li>Das klare Bekenntnis zum einzigen Gott blieb nicht ohne Folgen (14,4-6): das Land kam zur Ruhe. Eine lange Friedenszeit verschaffte den Menschen eine Atempause. Das hatten sie nicht sich selbst zuzuschreiben, sondern einzig dem Gott Jahwe, den sie nun wieder suchten, nachdem sie ihn vergessen hatten. Friedenszeiten sind also von Gott geschenkte Zeiten, denn Gott ist ein Gott des Friedens. Schon allein das ist Grund genug, ihm zu vertrauen.<\/li>\n<li>K\u00f6nig Asa nutzte diese Periode des Friedens f\u00fcr ein St\u00e4dtebauprogramm (14,5-6). In einer landesweiten Aktion rief er dazu auf, St\u00e4dte zu sanieren, d.h. sie auszubauen und zu befestigen. Stadtmauern mit T\u00fcrmen, Toren und Riegeln sollten die Bewohner der St\u00e4dte vor feindlichen \u00dcbergriffen sch\u00fctzen. Gott zu vertrauen und unter seinem Schutz zu stehen entbindet nicht davon, das Menschenm\u00f6gliche zu tun, um sich nicht Gegnern und feindlich gesinnten Kr\u00e4ften schutzlos auszuliefern. Dennoch: Trotz aller Anstrengungen und Schutzma\u00dfnahmen bleibt das Volk Gottes auf den Schutz des h\u00f6chsten Gottes angewiesen. Das zeigen die sp\u00e4teren Auseinandersetzungen mit den \u00e4thiopischen Streitkr\u00e4ften (14,8ff).<\/li>\n<li>Zu den Schutzma\u00dfnahmen von K\u00f6nig Asa geh\u00f6rte auch der Aufbau einer schlagkr\u00e4ftigen Armee (14,7). Durch die geringe Gr\u00f6\u00dfe und Einwohnerzahl Judas war dies nur in begrenztem Rahmen m\u00f6glich. Die Lasten f\u00fcr die Verteidigung des Landes hatte die gesamte Bev\u00f6lkerung zu tragen. Die beiden St\u00e4mme Juda und Benjamin wurden in angemessener Weise in die Verteidigungsstrategie des K\u00f6nigs Asa eingebunden. Nat\u00fcrlich wurde die Armee trainiert, so dass sie zu einer schlagkr\u00e4ftigen Truppe ausgebildet werden konnte.<\/li>\n<li>Mit dem Anr\u00fccken eines zahlenm\u00e4\u00dfig hoch \u00fcberlegenen \u00e4thiopischen Heeres (Kuschiter) von Infanterie und 300 Streitwagen unter dem Befehl von Serach trat f\u00fcr Juda der Verteidigungsfall ein (14,8-14). Das feindliche Heer r\u00fcckte in die Gegend von Marescha vor. Diese Stadt lag im H\u00fcgelland von Juda und war von Rehabeam befestigt worden. K\u00f6nig Asa zog mit seinen Truppen dem Feind entgegen und bereitete sich im Tal Zefata bei Marescha auf den Kampf vor. Diese Vorbereitung ersch\u00f6pfte sich nicht in milit\u00e4rischen\u00a0 Ma\u00dfnahmen, sondern gipfelte in einer Anrufung Gottes durch den K\u00f6nig (14,10). Trotz der dramatischen Situation vor der Schlacht l\u00e4sst das Gebet Vertrauen und Zuversicht zu Gott erkennen.<\/li>\n<li>Gott dir bereitet es keine Schwierigkeiten, die Schwachen gegen die Starken zu sch\u00fctzen (die zahlenm\u00e4\u00dfig unterlegene gegen die zahlenm\u00e4\u00dfig \u00fcberlegene Armee).<\/li>\n<li>Herr, unser Gott, hilf uns (weil nur Gott helfen kann)!<\/li>\n<li>Wir verlassen uns auf dich (also nicht auf milit\u00e4rische Strategien und St\u00e4rke).<\/li>\n<li>In deinem Namen sind wir gekommen gegen diese \u00dcbermacht (also nicht in eigener Mission).<\/li>\n<li>Jahwe, du bist unser Gott (weil Jahwe allein und nur er der Gott Judas ist)!<\/li>\n<li>Gegen dich vermag kein Mensch etwas (an den unbegrenzten M\u00f6glichkeiten Gottes m\u00fcssen Menschen scheitern).<\/li>\n<\/ul>\n<p>F\u00fcr den Ausgang der Schlacht ist letztlich nur ein Faktum von Bedeutung (14,6): <strong>Jahwe<\/strong> schlug die \u00c4thiopier, so dass sie flohen. Zwar hat K\u00f6nig Asa mit den M\u00e4nnern von Juda gek\u00e4mpft. Gesiegt hat Gott.<\/p>\n<p>Die Verfolgung der fliehenden Truppen durch Juda endet schlie\u00dflich in einem blutigen Gemetzel. Dies entsprach damaliger Kriegsf\u00fchrung und sollte weitere milit\u00e4rische \u00dcbergriffe gr\u00fcndlich ausschlie\u00dfen. Auch dieses Geschehen wird dem Handeln Gottes als \u201eSchrecken Jahwes\u201c zugeordnet. Wer sich am Volk Gottes vergreift, vergreift sich an Gott selbst und bekommt es mit seinem Zorn zu tun. Dies zeigt, wie sehr sich Gott mit seinem Volk verbunden hat, das er unter seinen Schutz stellt. Zudem ist zu bedenken, dass diese Art der Kriegf\u00fchrung, so brutal sie erscheint, in keinem Verh\u00e4ltnis zu modernen Massenvernichtungskriegen steht, wie sie das 20. und 21. Jahrhundert erlebt haben unter dem Vorzeichen einer humanistisch gepr\u00e4gten Kultur.<\/p>\n<h1>2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Hinweise f\u00fcr Lehre und Leben<\/h1>\n<h2>2.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Das erste Gebot<\/h2>\n<p>Reformation des Herzens, das bedeutet: R\u00fcckkehr zu Formation. \u00dcberwindung der Deformation. Deformationen in Bezug auf den Glauben sind bis heute mitten unter uns wie schon zu K\u00f6nig Asas Zeiten und vor 500 Jahren in der sp\u00e4tmittelalterlichen Kirche aufzusp\u00fcren. Darum gilt das Gebet: \u201eHerr, erneuere Deine Gemeinde! Fange bei uns an \u2013 und erst recht bei mir selbst.\u201c Reformation ist Herzenssache. Reformation will nichts Neues, sondern kehrt zur\u00fcck zu den Quellen.<\/p>\n<p>K\u00f6nig Asa ist ein Paradebeispiel daf\u00fcr, wie eine R\u00fcckbesinnung auf die Quellen aussehen kann. Die Abwendung vom Kult der fremden G\u00f6tter beinhaltet eine Hinwendung zu dem Gott, der von sich gesagt hat (2Mo 20,2; 5Mo 5,6f): <em>Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus \u00c4gyptenland, aus der Knechtschaft gef\u00fchrt habe. Du sollst keine anderen G\u00f6tter haben neben mir. <\/em>Wie sehr diese R\u00fcckbesinnung auch f\u00fcr unseren Glauben von Bedeutung ist, hat Martin Luther in seiner Erkl\u00e4rung zum ersten Gebot im Gro\u00dfen Katechismus deutlich herausgearbeitet:<\/p>\n<p>\u201eDu sollst nicht andere G\u00f6tter haben. Das hei\u00dft: Du sollst mich allein als deinen Gott ansehen. Doch was bedeutet das und wie ist das zu verstehen? Was hei\u00dft es, einen \u201eGott haben\u201c, oder was ist unter \u201eGott\u201c zu verstehen? Antwort: Einen \u201eGott\u201c nennt man dasjenige, von dem man alles Gute erhofft und zu dem man in aller Not Zuflucht nimmt. Einen \u201eGott haben\u201c bedeutet darum nichts anderes als jemandem (oder einer Sache) von Herzen zu vertrauen und zu glauben; wie ich oft gesagt habe, dass es allein auf das Vertrauen und den Glauben ankommt, ob ich Gott habe oder einen Abgott. Ist der Glaube und das Vertrauen recht, so ist auch dein Gott recht, und umgekehrt: wo das Vertrauen falsch und verkehrt ist, da ist auch dein Gott nicht recht. Denn dies beides geh\u00f6rt zusammen: Glaube und Gott. Woran du nun, so sage ich, dein Herz h\u00e4ngst und worauf du dich verl\u00e4sst, das ist eigentlich dein Gott.<\/p>\n<p>Darum ist der Sinn dieses Gebotes der, dass es rechten Glauben fordert und ein herzliches Vertrauen, das sich auf den rechten, einen Gott richtet und an ihm allein h\u00e4ngt. Mit andern Worten: Sieh zu und lass mich allein deinen Gott sein und suche ja nicht einen andern. Und das hei\u00dft: Was dir an Gutem fehlt, das erhoffe von mir und suche es bei mir; und wenn du Ungl\u00fcck und Not erleidest, halte dich an mich. Ich, Ich will dir genug geben und dir aus aller Not helfen. Lass nur dein Herz an keinem andern h\u00e4ngen und Ruhe finden.\u201c<\/p>\n<p>In aller Deutlichkeit weist Luther auf, dass nicht nur der Aschera-Kult, sondern alles, woran wir unser Herz h\u00e4ngen, den Charakter des \u201eFremdgehens\u201c bekommen kann. In den unterschiedlichsten Lebenssituationen kann der Glaube an den einzigen Gott verraten werden (z.B. im Namen der Toleranz). Dann ist eine Neuorientierung und R\u00fcckbindung an den einzig wahren Gott n\u00f6tig wie bei K\u00f6nig Asa. Dies hatte Konsequenzen f\u00fcr die Religionspolitik, f\u00fcrs St\u00e4dtebauprogramm, f\u00fcr die Organisation einer Armee bis hin zu milit\u00e4rischer Verteidigung. Auch f\u00fcr uns selbst wird eine Umkehr zum einzigen Gott eine Bew\u00e4hrung des Glaubens in allen Lebensbereichen nach sich ziehen.<\/p>\n<h2>2.2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Frieden<\/h2>\n<p>Nachdem Johann Christoph Blumhardt von einem Friedensschluss erfahren hat, kommentierte er: \u201eDas kommt nicht aus dem Russenherzen, sondern von Gott.\u201c Das gilt auch f\u00fcr die lange Friedenszeit w\u00e4hrend der Herrschaft von K\u00f6nig Asa. Sie kam nicht aus dem Herzen von Asa, sondern Gott hat Ruhe geschenkt \u2013 ein hohes Heilsgut. Der Gedanke der Ruhe Gottes zieht sich durch die gesamte Bibel und weckt\u00a0 Hoffnung auf die ewige Ruhe bei Gott.<\/p>\n<p>Krieg ist immer ein Zeichen f\u00fcr Zerw\u00fcrfnisse, die das Verh\u00e4ltnis zu Gott und\u00a0 zu Menschen ber\u00fchren. Das gilt f\u00fcr den Familienkrieg in gleicher Weise wie f\u00fcr den Krieg zwischen V\u00f6lkern. Das Verh\u00e4ngnis von Kriegen zeigt sich auch daran, dass in einem Krieg s\u00e4mtliche Gebote Gottes durchbrochen werden. Demgegen\u00fcber fordert Jesus nicht nur zur N\u00e4chstenliebe, sondern auch zur Feindesliebe heraus (Mt 5,44f). Ohne ihn wird diese Forderung zur \u00dcberforderung. Das Evangelium, das an Jesus Christus bindet und zum Nachfolgen anstiftet, f\u00fchrt Menschen zum Frieden \u2013 zum Frieden mit Gott und untereinander.<\/p>\n<p>Der von Gott geschenkte Frieden entbindet uns nicht davon, alles Erdenkliche und Menschenm\u00f6gliche zu tun, um Frieden zu bewahren und Frieden zu stiften. Gott, der uns in seinen Frieden einbindet, bindet uns auch in sein Engagement f\u00fcr den Frieden ein. Insofern gibt es auch f\u00fcr Christen viel zu tun, wie schon Jahrhunderte zuvor f\u00fcr K\u00f6nig Asa. Hier sind die vielen M\u00f6glichkeiten f\u00fcr ein Friedensengagement in unserer Gemeinde, unseren Familien, in Schulen, Firmen, Milieus, also in allen Bereichen unserer Gesellschaft in den Blick zu nehmen.<\/p>\n<h2>2.3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Beten<\/h2>\n<p>Es gibt viele Gr\u00fcnde, das Gespr\u00e4ch mit Gott zu suchen. F\u00fcr viele Christen ist Beten zu einer Tradition geworden, zu einer guten Gewohnheit. F\u00fcr manche geh\u00f6rt zum Kaffee am Morgen das Gebet am Morgen. Andere halten sich irgendwann am Tag eine Zeit der Stille und des stillen Gespr\u00e4chs mit Gott frei. Manche treibt der Hunger nach geistlichem Leben, nach Spiritualit\u00e4t zum Beten. Menschen beten, wenn sie in einer schwierigen Lebenssituation Bewahrung suchen oder erfahren haben. Andere beten, weil sie Schuld erkannt haben und Vergebung suchen. Manche treibt Angst zum Beten und andere m\u00f6chten an Gott ihre Dankbarkeit adressieren.<\/p>\n<p>Die Basis f\u00fcr unser Beten ist die N\u00e4he Gottes. Weil sich Gott selbst uns mitteilt, sind wir erm\u00e4chtigt, uns ihm anzuvertrauen. Wenn Menschen behaupten \u2013 \u201eGebet bewirkt viel. Beten hilft. Gebet ist eine Macht.\u201c \u2013 dann ist dem zuzustimmen. Wobei wir zu bedenken haben: <strong>Gott<\/strong> bewirkt viel. <strong>Gott<\/strong> hilft. <strong>Gott<\/strong> hat Macht. Wer betet, traut Gott viel zu, rechnet mit ihm und seinen gro\u00dfartigen M\u00f6glichkeiten. Nicht mit der Potenz der eigenen wohlformulierten oder gestammelten Worte.<\/p>\n<p>Dem entspricht das vielschichtige Gebet von K\u00f6nig Asa (s. oben). Es umfasst Bitte, Vertrauen, Bekenntnis, Liebeserkl\u00e4rung, Erwartung, Hoffnung. Sein Beten ist ein lebendiger Ausdruck einer gelebten Beziehung. Seine radikale Absage an heidnische G\u00f6tter m\u00fcndete in eine R\u00fcckkehr in den Bund Gottes ein. Das hat sein Beten belebt. Denn wer mit Gott verb\u00fcndet lebt, der betet. Auch in den Grenzsituationen des Lebens bew\u00e4hrt es sich, zu beten. Asa betete angesichts eines \u00fcberlegenen Gegners voller Zuversicht. Das zeigt uns: Nicht die Orientierung an der Gr\u00f6\u00dfe der Probleme und der N\u00f6te soll unser Beten bestimmen, sondern die Gr\u00f6\u00dfe Gottes, der die Schwachen vor den Starken sch\u00fctzt, gegen den kein Mensch etwas ausrichten kann und der allen Situationen gewachsen ist. Hudson Taylor, dem China-Inland-Missionar ist zuzustimmen: \u201eWir brauchen keinen gro\u00dfen Glauben, aber Glauben an einen gro\u00dfen Gott.\u201c<\/p>\n<h1>3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Bausteine f\u00fcr die Predigt<\/h1>\n<h2>3.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Predigtziel<\/h2>\n<p>Am Beispiel von K\u00f6nig Asa sollen die H\u00f6rer f\u00fcr sich selber lernen: Es ist eine Herzensangelegenheit, dem einen Gott (in Jesus Christus) unbedingt zu vertrauen in Abwendung von allen Dingen und Menschen, die uns zum Gott werden k\u00f6nnen, weil wir unser Herz daran h\u00e4ngen. Hinwendung zu Gott bleibt nicht ohne Folgen und wird unseren Lebensalltag in allen seinen Facetten pr\u00e4gen und wird zum Beten ermuntern, weil uns Gott zugewandt ist.<\/p>\n<h2>3.2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Predigtschwerpunkte<\/h2>\n<p>Der Predigttext (2Chr 14,1-14) bietet die M\u00f6glichkeit, unterschiedliche Schwerpunkte zu setzen:<\/p>\n<ul>\n<li>Hinwendung zu dem einen Gott, der nach dem ersten Gebot unser ungeteiltes Vertrauen verdient hat.<\/li>\n<li>Abwendung von allem, was uns zum Gott geworden ist, weil wir unser Herz daran geh\u00e4ngt haben.<\/li>\n<li>Das Vorrecht, mit Gott verb\u00fcndet zu leben, das unseren gesamten Lebensalltag mit allen seinen Bereichen pr\u00e4gen wird.<\/li>\n<li>Der lebendige Gott mit seinen unbegrenzten M\u00f6glichkeiten, der uns in seiner Zuwendung erm\u00f6glicht, mit ihm zu kommunizieren, auch angesichts von Grenzerfahrungen unseres Lebens.<\/li>\n<li>Der ewige Frieden (Ruhe) Gottes, der uns als Frucht der Zuwendung Gottes n\u00f6tigt, Frieden in allen Lebenszusammenh\u00e4ngen zu bewahren und zu stiften.<\/li>\n<li>Der Schutz Gottes, unter dem auch die nicht kalkulierbaren, dramatischen Ereignisse (bei Asa: der Angriff durch die \u00e4thiopische Armee) nicht zu f\u00fcrchten sind, weil Gott als der \u00dcberlegene allen Situationen gewachsen ist.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Sicherlich lassen sich weitere Bez\u00fcge finden, die in die Predigt aufgenommen werden k\u00f6nnen. Wichtig f\u00fcr die Predigt wird sein, die Bedeutung der Wirklichkeit Gottes f\u00fcr alle Lebensbez\u00fcge hervorzuheben. Zugleich ist aufzuzeigen: Alles andere, woran wir Menschen unser Herz h\u00e4ngen, ist als nicht zielf\u00fchrende Verirrung aufzugeben. Reformation des Herzens beinhaltet also einen Schnitt: Hinkehr zu Gott und Abkehr von den \u201eG\u00f6tzen\u201c.<\/p>\n<h2>3.3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Predigtthema und Gliederungsvorschlag<\/h2>\n<p><strong>Reformation des Herzens \u2013 R\u00fcckkehr zur Quelle des Lebens<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Was brauchen wir?<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Hinweis: Wir brauchen Gott. Darum wenden wir uns ihm zu, f\u00fcrchten, lieben und vertrauen ihm.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Was brauchen wir nicht?<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Hinweis: Wir brauchen keine selbstinszenierten G\u00f6tter. Darum trennen wir uns von ihnen.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Was gewinnen wir?<\/strong><\/li>\n<li>Hinweis: Der Glaube an den einen Gott pr\u00e4gt den Lebensalltag und wirkt sich auf alle Lebensbereiche konkret aus \u2013 wie schon bei K\u00f6nig Asa.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Christoph M\u00fcller<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigtthema: Reformation des Herzens \u2013 R\u00fcckkehr zur Quelle des Lebens Predigttext: 2.Chronik 14,1-14 1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Erl\u00e4uterungen zum Text 1.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Asa \u2013 der K\u00f6nig von Juda Asa regierte als dritter K\u00f6nig den unabh\u00e4ngigen Staat Juda. 41 Jahre lang stand er an der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-3205","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-2-chronik"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-11 11:13:21","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3205","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3205"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3205\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3206,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3205\/revisions\/3206"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3205"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3205"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3205"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}