{"id":3202,"date":"2017-07-14T10:13:32","date_gmt":"2017-07-14T08:13:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=3202"},"modified":"2017-08-02T08:30:09","modified_gmt":"2017-08-02T06:30:09","slug":"predigthilfe-vom-20-august-2017-1-mose-26-1-33","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-20-august-2017-1-mose-26-1-33\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 20. August 2017 &#8211; 1. Mose 26, 1-33"},"content":{"rendered":"<p><strong>Predigtthema: Bei dir bin ich zu Hause<\/strong><\/p>\n<p><strong>Predigttext: 1.Mose 26,1-33<\/strong><\/p>\n<h1>1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Erl\u00e4uterungen zum Text<\/h1>\n<p>In der V\u00e4tergeschichte des Alten Testaments wird von Abraham, Isaak und Jakob erz\u00e4hlt. Allerdings ist von Isaak deutlich weniger \u00fcberliefert als von den anderen beiden V\u00e4tern. Am ausf\u00fchrlichsten wird in 1Mo 26 von ihm berichtet.<\/p>\n<p><strong>Verse 1-6 \u2013 Die Hungersnot<\/strong><\/p>\n<p>Im \u201eLand der Verhei\u00dfung\u201c (vgl. 1Mo 12,1) war Isaak wie schon zuvor Abraham von einer katastrophalen Hungersnot betroffen. Der ersehnte Regen blieb f\u00fcr lange Zeit aus. Damit wurde die Lage bedrohlich. Isaak sah sich wie viele andere Nomaden gen\u00f6tigt, mit seinen Tieren nach \u00c4gypten zu ziehen. Denn die regelm\u00e4\u00dfig vom Nil \u00fcberschwemmten Gebiete machten \u00c4gypten zur Kornkammer der damaligen Welt.<\/p>\n<p>Auf dem Weg dorthin zog Isaak durchs Gebiet der Philister. Dort erschien ihm Gott und ordnete an, nicht nach \u00c4gypten weiterzuziehen, sondern sich vor\u00fcbergehend im Gebiet der Philister niederzulassen \u2013 als Fremder. So blieb Isaak in der Region von Gerar, in der Gegend des heutigen Tell Haror. Die K\u00f6nige von Gerar trugen den Titel \u201eAbimelech\u201c. Abimelech ist also kein Eigenname.<\/p>\n<p>Gott hat seine Anordnung, die gegen jede Erfahrung von Nomaden sprach, mit einer Zusage f\u00fcr Isaak bekr\u00e4ftigt: \u201eIch will mit dir sein und dich segnen.\u201c Die Verhei\u00dfung, die schon Abraham galt, wurde nun auf Isaak \u00fcbertragen und sogar gesteigert: \u201eIch will dir und deinen Nachkommen <strong><em>alle<\/em><\/strong> diese L\u00e4nder geben.\u201c Diese Zusage empfing Isaak nicht wegen seiner eigenen Verdienste, sondern aus Gnade. Sie war eine Folge des Gottvertrauens und Gehorsams von Abraham, der auf die Stimme (!) Gottes geh\u00f6rt hatte.<\/p>\n<p><strong>Verse 7-11 \u2013 Die L\u00fcge<\/strong><\/p>\n<p>Isaak war verheiratet und liebte seine Frau Rebekka. Das blieb dem K\u00f6nig\u00a0 der Philister nicht verborgen und f\u00fchrte zu einem Eklat. Denn \u00e4hnlich wie Abraham (1Mo 12,10ff) hat Isaak seine Ehe mit Rebekka in der \u00d6ffentlichkeit verschwiegen. Unwahre Verh\u00e4ltnisse hat er vorget\u00e4uscht, als sei die mit ihm verwandte Rebekka seine Schwester. Mit dieser L\u00fcge wollte Isaak sich selbst sch\u00fctzen. Dabei nahm er billigend in Kauf, dass seine Frau Rebekka im Bett anderer M\u00e4nner landen k\u00f6nnte \u2013 obwohl er seine Frau liebte. Was f\u00fcr eine Spannung! Offensichtlich konnte sich Isaak nicht vorstellen, dass Gott ihn und Rebekka sch\u00fctzen w\u00fcrde. Hier zeigt sich: S\u00fcnde ist im Kern mangelndes Vertrauen gegen\u00fcber Gott. Abimelech hat die Wahrheit aufgedeckt und Isaak zur Verantwortung gezogen. Trotzdem hat er beide per Dekret vor \u00dcbergriffen gesch\u00fctzt \u2013 Isaak und Rebekka.<\/p>\n<p><strong>Verse 12-17 \u2013 Der Neid<\/strong><\/p>\n<p>Isaak hat wirtschaftlichen Erfolg. Trotz Zeiten des Hungers im syrisch-pal\u00e4stinischen Raum betreibt er Ackerbau mit hohen Ernteertr\u00e4gen. Der \u201ehundertf\u00e4ltige Ertrag\u201c kann auch bedeuten: \u201eEr erreichte 100 M\u00e4rkte\u201c, d.h. er besa\u00df 100 Umschlagpl\u00e4tze f\u00fcr Getreide. Das machte ihn wohlhabend und damit nahm auch sein Einfluss zu. Diesen Erfolg hatte Isaak nicht in erster Linie seinem unternehmerischen K\u00f6nnen zu verdanken, sondern dem Segen Gottes.<\/p>\n<p>So viel Erfolg l\u00e4sst gro\u00dfen Neid unter den Philistern aufkommen, der in Aggressivit\u00e4t und Hass umschl\u00e4gt. Sie lassen Isaak sp\u00fcren, dass er ein Fremder ist. Niedertr\u00e4chtig kippen sie die Brunnen mit Schutt zu \u2013 obwohl sie einst Abraham gegraben hatte, nicht die Philister. Solche Mobbing-Aktionen zielten auf die Ausweisung von Isaak, die schlie\u00dflich von Abimelech angeordnet wurde. Damit begann f\u00fcr Isaak eine Zeit des Umherziehens im fremden Land.<\/p>\n<p><strong>Verse 18-22 \u2013 Der Streit<\/strong><\/p>\n<p>Isaak lie\u00df die zugesch\u00fctteten Brunnen wieder aufgraben. Sie behielten ihre Namen wie schon zu Abrahams Zeiten. Im Tal konnte Isaak eine Wasserader mit Quellwasser erschlie\u00dfen. Darum konnten zwei weitere Brunnen gegraben werden. Diese beiden neuen Brunnen l\u00f6sten einen erbitterten Streit um die Brunnenrechte zwischen den Hirten Isaaks und den Hirten von Gerar (Philister) aus. Die Namen dieser beiden Brunnen deuten das an:<\/p>\n<p><em>Esek<\/em> \u2013 \u201eStreitbrunnen\u201c bzw. \u201eStreithandel\u201c.<\/p>\n<p><em>Sitna<\/em> \u2013 \u201eAnschuldigung\u201c bzw. \u201eAnfeindung\u201c.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich zog Isaak weiter und verlie\u00df die Gegend der Philister. Wieder grub er einen Brunnen. Diesmal gab es keinen Streit. Der Brunnen erhielt den Namen <em>Rehobot<\/em> \u2013 \u201eWeite R\u00e4ume\u201c. Das ist eine Anspielung auf das Lebensgef\u00fchl der Nomaden, denn sie ben\u00f6tigten \u201eweite R\u00e4ume\u201c, um mit ihren Tieren umherziehen zu k\u00f6nnen. Schon als Kind zog Isaak mit seinem Vater von Weideplatz zu Weideplatz. Nun hat ihm Gott solche R\u00e4ume nach den \u00fcblen Auseinandersetzungen mit den Philistern erneut geschenkt.<\/p>\n<p><strong>Verse 23-25 \u2013 Die Gotteserscheinung<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend seines Umherziehens gelangte Isaak nach Beerscheba. Dort hatte schon Abraham mit Abimelech einen Vertrag geschlossen (1Mo 21,22ff). An diesem Ort erschien nun Gott in einer Nacht dem Isaak. Nacht bedeutet: Gott wird nicht gesehen, sondern nur geh\u00f6rt. Isaak bekam von Gott einen hoffnungsvollen Zuspruch zu h\u00f6ren: \u201eF\u00fcrchte dich nicht, ich bin mit dir!\u201c Angesichts der angespannten Situation gegen\u00fcber den Philistern der Region um Gerar (Gefahr der Rache) hatte dieser Zuspruch einen tr\u00f6stenden, hoffnungsvollen Charakter. Isaak konnte mit einem starken Gott an seiner Seite rechnen. Dieser denkw\u00fcrdigen Gottesbegegnung setzte Isaak ein Denk-Mal. Der Altar diente also nicht als Opferst\u00e4tte, sondern als Ort der Vergegenw\u00e4rtigung und Anbetung Gottes.<\/p>\n<p><strong>Verse 26-33 \u2013 Der Frieden<\/strong><\/p>\n<p>Gott hat Isaak gesegnet \u2013 wie versprochen. Selbst Abimelech musste bekennen und anerkennen: \u201eJahwe ist mit dir.\u201c Weil nun Isaak einen so m\u00e4chtigen Gott an seiner Seite hatte, f\u00fcrchtete Abimelech unberechenbare Bedrohungen durch Isaak. Um diese zu verhindern, suchte Abimelech Isaak auf, begleitet von seinen beiden amtlichen Vertretern Ahusat und Pichol. <em>Ahusat <\/em>\u2013 \u201eVertrauter\u201c, \u201eFreund\u201c \u2013 war der pers\u00f6nliche Berater Abimelechs. <em>Pichol<\/em> \u2013 \u201eder Mund aller\u201c \u2013 war der Heerf\u00fchrer Abimelechs. Ahusat und Pichol sind nicht als Eigennamen, sondern wie Abimelech als \u201eamtliche Namen\u201c zu verstehen. Die Begleitung durch diese beiden Vertreter unterstreicht, wie ernst es Abimelech mit einem Friedensabkommen meinte. Isaak und Abimelech handelten einen Vertrag miteinander aus. Mit einem Eid wurde er bekr\u00e4ftigt. Auf diese Weise haben beide Seiten bekundet, in jedem Fall zu Ihrem Versprechen zu stehen. Das n\u00e4chtliche Festmahl l\u00e4sst die gro\u00dfe Bedeutung erkennen, die Isaak dem Friedensvertrag beigemessen hat. Jedoch f\u00fchrte der Friedensschluss nicht zur \u201eVerbr\u00fcderung\u201c. Er beschr\u00e4nkte sich auf das Versprechen, sich gegenseitig nicht zu schaden. Letztlich gingen Isaak und Abimelech getrennte Wege. Doch auch das geh\u00f6rt zum Frieden: den anderen in Frieden ziehen lassen, ihn zufrieden lassen.<\/p>\n<p>Am Tag des Vertragsschlusses sind Isaaks Bedienstete in einem neu gegrabenen Brunnen auf Wasser gesto\u00dfen. Dieser Wasserfund wirkte wie eine Best\u00e4tigung des Friedensvertrags als Zeichen Gottes. Isaak gab diesem denkw\u00fcrdigen Ort den Namen <em>Beerscheba<\/em> \u2013 \u201eSchwurbrunnen\u201c.<\/p>\n<h1>2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Hinweise zu Lehre und Leben<\/h1>\n<p>Isaak gilt als Schl\u00fcsselgestalt der Heilsgeschichte Gottes. Das Auf und Ab seines Lebens mit Spannungen und Widerspr\u00fcchen ist typisch f\u00fcr das Leben aus dem Glauben heraus. Denn solche Wellenbewegungen bis hin zu Spannungen und Widerspr\u00fcchen kennzeichnen auch das Leben von Christen. Das Erstaunliche: mit solchen Menschen arbeitet Gott und setzt sie f\u00fcr seine Ziele ein. Auf krummen Linien schreibt Gott gerade Zeilen.<\/p>\n<h2>2.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Isaak als Fremder<\/h2>\n<p>Das Thema \u201eein Fremder zu sein\u201c zieht sich wie ein roter Faden durch die Bibel. Abraham sollte seine Heimat und Verwandtschaft verlassen. Als Fremder musste er in einem Land wohnen, das erst seinen Nachkommen geh\u00f6ren sollte. Obwohl er bereits in diesem Land geboren und aufgewachsen war, blieb auch Isaak ein Fremder. Erst als er im weiten Raum und d.h. ohne Mitbewohner leben konnte, erfuhr er Ruhe und Geborgenheit. Zum Stichwort \u201efremd sein\u201c hat die Bibel noch mehr zu bieten: Jakobs Flucht vor Esau. Seine S\u00f6hne, die nach \u00c4gypten zogen. Das Volk Israel, das 400 Jahre in \u00c4gypten lebte. Die Jahrzehnte w\u00e4hrende W\u00fcstenwanderung dieses Volkes. Selbst die Inbesitznahme des \u201egelobten Landes\u201c entlie\u00df Israel nicht aus der Fremde. Oft hat sich Israel in fremder Umgebung in die Abh\u00e4ngigkeit anderer G\u00f6tter und M\u00e4chte begeben. Gottes Volk durchlebte die assyrische und babylonische Gefangenschaft. Mit Ausnahme weniger Jahrzehnte stand Israel unter der Herrschaft von Besatzungsm\u00e4chten bis zur Zeit von Jesus und der sp\u00e4teren nationalen Katastrophe im Jahr 71. Die Erfahrung des alten Bundesvolkes, fremd zu sein, reicht bis in die Gegenwart hinein.<\/p>\n<p>Auch die Gemeinde von Jesus wird als Schar der \u201eauserw\u00e4hlten Fremden\u201c angesprochen (1Petr 1,1). Wir Christen sind B\u00fcrger zweier Welten und warten darauf, zur Ruhe Gottes zu kommen (Hebr 4,1ff). Durch Jesus Christus haben wir ein Ziel vor Augen, das von Gott versprochen ist. Dieses Ziel ist noch nicht erreicht. Aber als Gemeinde sind wir unterwegs zum Ziel \u2013 zur neuen Welt Gottes, zu unserem Zuhause bei Gott. Dort werden wir nicht mehr Fremde sein.<\/p>\n<h2>2.2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Isaak als Tr\u00e4ger der Verhei\u00dfungen Gottes<\/h2>\n<p>Gottes Verhei\u00dfungen gehen nicht automatisch auf Isaak \u00fcber, weil Gott sie einst Abraham gegeben hatte. Zwar setzt Gott mit Isaak die Geschichte Abrahams fort. Aber zugleich erneuert er seine Verhei\u00dfungen. Wie Abraham ist auch Isaak gen\u00f6tigt, den Zusagen Gottes zu glauben.<\/p>\n<p>Gott gestaltet mit jeder Generation und mit jedem Menschen neu seine Geschichte. Er l\u00e4sst seine Stimme h\u00f6ren, spricht Menschen an, gibt Verhei\u00dfungen, bietet sein Heil an, erhebt seinen Anspruch. Stets wartet Gott auf das Ja des Glaubens und den Gehorsam des Einzelnen.<\/p>\n<p>Wie Abraham empf\u00e4ngt auch Isaak die Verhei\u00dfungen Gottes nicht aufgrund eines Verdienstes. Die Verhei\u00dfungen sind in Gottes \u00fcberraschender und souver\u00e4ner Zuwendung begr\u00fcndet als Ausdruck seiner Gnade. Glaube und Gehorsam, Leben mit Gott und nach seinen Ma\u00dfst\u00e4ben sind nie Bedingung oder Voraussetzung f\u00fcr Gottes Zusagen. Nein, sie sind immer Folge von Gottes Zuwendung.<\/p>\n<p>Ganz in dieser Spur hat sich Jesus bewegt: Alle Menschen hat er zur Gnade Gottes eingeladen. Insbesondere die Menschen, die aufgrund ihres Standes (Hirten, Fischer) oder ihrer Vergangenheit (Z\u00f6llner, S\u00fcnder, Prostituierte, Gescheiterte) vor Gott nichts vorzuweisen hatten. Insofern hat Luthers Bekenntnis kurz vor seinem Tod nichts an Aktualit\u00e4t eingeb\u00fc\u00dft: \u201eWir sind Bettler, das ist wahr.\u201c<\/p>\n<h2>2.3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Isaak als Nicht-Vertrauender<\/h2>\n<p>In scharfer Spannung zu den Verhei\u00dfungen Gottes steht Isaaks Versuch, das eigene Leben abzusichern. Letztlich ist das als Ausdruck seines Unglaubens zu bewerten. Statt Gott unbedingt zu vertrauen, folgt er seinen Bef\u00fcrchtungen. Mit zweifelhaften Mitteln versucht er, auf \u201eNummer sicher\u201c zu gehen: er gibt seine Frau Rebekka als seine Schwester aus. Ausgerechnet ein heidnischer K\u00f6nig holt Isaak auf den Boden der Tatsachen zur\u00fcck. Das ist f\u00fcr Isaak mehr als peinlich.<\/p>\n<p>Die Bibel erz\u00e4hlt sehr realistisch von der Wirklichkeit unseres Menschseins (Jer 17,9): \u201eNichts ist so abgr\u00fcndig wie das menschliche Herz.\u201c Glaube und Unglaube liegen sehr dicht beieinander. Sowohl Personen der Bibel als auch Gestalten der Kirchengeschichte sind von dieser Spannung gezeichnet. Wer die perfekte oder ideale Gemeinde sucht, wird sehr schnell von dieser Wirklichkeit eingeholt werden: in der Gemeinde \u201emenschelt\u201c es. Trotzdem bleibt sie Gemeinde des Christus.<\/p>\n<h2>2.4\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Isaak als von Gott Gesegneter<\/h2>\n<p>Die Gegenwart Gottes wirkt sich im Leben von Menschen als Segen aus. Gottes Segen umfasst alle Bereiche menschlichen Daseins und durchdringt sie. Entsprechend erf\u00e4hrt Isaak den Segen Gottes. Sehr direkt wirkt er sich aus: sichtbar, sp\u00fcrbar und erfahrbar. Gottes Segen beinhaltet gute Ernten, wirtschaftlichen Erfolg, wachsende Herden und viele Angestellte. Sogar Abimelech ist beeindruckt vom sichtbaren Segen Gottes, der auf Isaak ruht. Er hat eine sch\u00f6pferische, eine wirtschaftliche und eine soziale Dimension.<\/p>\n<p>Segen wird erfahren, wo sich Gott schenkt, wo er anwesend ist und wo er als Sch\u00f6pfer und Geber aller guten Gaben begegnet. An dieser Gegenwart Gottes h\u00e4ngt alles. Darum h\u00e4ngt alles daran, dass sich der einzelne Mensch und das Volk Gottes als Ganzes in den Segensspuren Gottes bewegen. Das beinhaltet, nach Gottes Weisungen zu leben und nach seinen Ordnungen zu handeln. Gott beteiligt Menschen an seiner heilvollen Wirklichkeit. Er er\u00f6ffnet seinen umfassenden Schalom (Frieden). Wer lebt, wie Gott es\u00a0 will und wie es vor Gott allein m\u00f6glich ist, lebt im Segen des Schalom. Wer gegen Gottes Weisungen handelt, f\u00e4llt aus dem Schalom heraus und damit aus der Gemeinschaft mit Gott, der allein Segen spendet und stiftet. Am Gehorsam gegen\u00fcber Gottes konkretem und heilvollem Willen entscheidet sich f\u00fcr Menschen Segen und Fluch.<\/p>\n<h2>2.5\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Isaak als\u00a0 Friedenspartner<\/h2>\n<p>Isaak als Fremder, als Empf\u00e4nger von Gottes Verhei\u00dfungen und als Gesegneter ger\u00e4t in Konflikte mit seiner Umwelt. Das Festhalten am Gott Abrahams und das Bekenntnis zu ihm ruft Widerstand hervor. \u00c4hnliches durchleben Glaubende, die sich zu Jesus Christus bekennen. Konflikte verwandtschaftlicher, mitmenschlicher, beruflicher oder politischer Art haben Christen zu allen Zeiten schmerzhaft durchlebt. Nicht jeder Konflikt m\u00fcndet in einen Friedensvertrag ein wie zwischen Isaak und Abimelech. Oft m\u00fcssen Christen lernen, ihren Glauben trotz Konflikten durchzuhalten. Orientierung bietet die starke Zusage Gottes an Isaak, die weit \u00fcber ihn hinausreicht (vgl. Mt 28,20b): \u201eIch will mit dir sein.\u201c<\/p>\n<h1>3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Bausteine f\u00fcr die Predigt<\/h1>\n<h2>3.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Predigtziel<\/h2>\n<p>Am Beispiel Isaaks, einer Schl\u00fcsselfigur der Heilsgeschichte, sollen die Predigth\u00f6rer ihr Zuhause bei Gott entdecken. Weil die Verhei\u00dfungen und der Segen Gottes schwerer wiegen als Erfahrungen des Fremdseins, als Konflikte und Bef\u00fcrchtungen bis hin zu eigenm\u00e4chtigen Wegen, gibt es guten Grund, Gottvertrauen zu wagen und friedensbereit zu leben.<\/p>\n<h2>3.2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Predigtthema<\/h2>\n<p>Als Predigtidee bietet es sich an, anhand des Bibeltextes in einen Dialog mit dem bekannten Lied von Christoph Zehendner \u201eBei dir bin ich zu Hause\u201c einzutreten. Der Titel des Liedes kann zugleich Titel der Predigt sein: <strong>Bei dir bin ich zu Hause.<\/strong><\/p>\n<p>Einzelne Aussagen des vielschichtigen Bibeltextes k\u00f6nnen anhand von Liedaussagen entfaltet werden:<\/p>\n<ul>\n<li><em>Ich bin umhergezogen<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>Isaaks Nomadenleben.<\/p>\n<p>Unser eigenes mobiles Leben und Getriebensein.<\/p>\n<ul>\n<li><em>Bin hin- und her geflogen, als w\u00e4r ich auf der Flucht<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>Isaak auf der Flucht vor dem\u00a0 Hunger mit dem Ziel \u00c4gypten.<\/p>\n<p>Unsere eigene Flucht vor schwierigen und herausfordernden Situationen.<\/p>\n<ul>\n<li><em>Geh\u00f6rte nirgends hin<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>Isaaks Erfahrung des Fremdseins in der Umgebung von Gerar<\/p>\n<p>Unsere eigene Erfahrung in einer zunehmend s\u00e4kularisierten Gesellschaft<\/p>\n<ul>\n<li><em>Bei dir ist f\u00fcr mich Raum<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>Isaak wird von Gott gesegnet und gewinnt weiten Raum f\u00fcr sein Nomadenleben.<\/p>\n<p>Gottes gr\u00f6\u00dfter Segen begegnet uns in Jesus Christus, der einen weiten Horizont \u00fcber das irdische Leben hinaus aufspannt.<\/p>\n<ul>\n<li><em>Hier geh\u00f6r ich hin<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>Isaak geh\u00f6rt zu Gott und kann ihm unbedingt vertrauen, so dass eigenm\u00e4chtige Aktionen angesichts von Bef\u00fcrchtungen fehlplatziert sind.<\/p>\n<p>In Jesus Christus hat Gott sein un\u00fcberbietbares, endg\u00fcltiges Wort <strong><em>f\u00fcr<\/em><\/strong> uns gesprochen, so dass das Vertrauen zu ihm durch nichts anderes ersetzt werden kann.<\/p>\n<ul>\n<li><em>Der Refrain des Liedes<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>Isaak empf\u00e4ngt die Verhei\u00dfung Gottes, die weit \u00fcber seine Person hinausreicht und die Gottes Willen zum Heil der Menschen bekundet.<\/p>\n<p>In Jesus Christus, der zum Heil f\u00fcr alle Menschen gekommen ist, findet die Verhei\u00dfung Gottes, die uns leben l\u00e4sst, ihre endg\u00fcltige Erf\u00fcllung. Auf alle Gottesverhei\u00dfungen ist in ihm das Ja (2Kor 1,20).<\/p>\n<p>Christoph M\u00fcller<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigtthema: Bei dir bin ich zu Hause Predigttext: 1.Mose 26,1-33 1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Erl\u00e4uterungen zum Text In der V\u00e4tergeschichte des Alten Testaments wird von Abraham, Isaak und Jakob erz\u00e4hlt. Allerdings ist von Isaak deutlich weniger \u00fcberliefert als von den anderen beiden V\u00e4tern. 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