{"id":3185,"date":"2017-07-14T10:21:41","date_gmt":"2017-07-14T08:21:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=3185"},"modified":"2017-07-14T10:21:41","modified_gmt":"2017-07-14T08:21:41","slug":"predigthilfe-vom-3-september-2017-matthaeus-6-9ff","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-3-september-2017-matthaeus-6-9ff\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 3. September 2017 &#8211; Matth\u00e4us 6, 9ff"},"content":{"rendered":"<p><strong>Predigtthema:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vater unser im Himmel &#8211; \u201eVATER UNSER\u201c Teil 1<\/strong><\/p>\n<p><strong>Predigttext:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong>Mt 6,9ff\u00a0und Joh 17,11-13. 24-26\u00a0 (Vorschlag als Textlesung)<\/p>\n<p><strong>Was soll man da blo\u00df predigen?\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p>Mancher fragt sich vielleicht: Warum muss man neun Sonntage lang \u00fcber das Vater unser (sechs Verse der Bibel) predigen? Wie soll man eine Sonntagspredigt gef\u00fcllt bekommen, wenn man nur einen Teil eines Verses oder Satzes als Textgrundlage zur Verf\u00fcgung hat?<\/p>\n<p>Keine Angst \u2013 die Bibel gibt uns gen\u00fcgend Material!<\/p>\n<p>Lass dich darauf ein, sei gespannt und staune selbst, was Gott Dir in der Vorbereitung schenken will.<\/p>\n<p><strong>Die Themenpredigt \u2013 was ist das?<\/strong><\/p>\n<p>Die Predigtreihe \u00fcber das VATER UNSER gibt uns einen Einblick in die verschiedenen Themenbereiche, die Jesus in seiner Gebetsanleitung f\u00fcr seinen J\u00fcnger anspricht. Dazu dienen die jeweiligen Versteile des Textes als Ausgang. Verbunden mit weiteren Parallelstellen aus anderen B\u00fcchern der Bibel wird sich das Verst\u00e4ndnis und die Bedeutung des VATER UNSERs vertiefen und uns praktische Anwendungen geben.<\/p>\n<p>Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes.<\/p>\n<p>Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n<ol>\n<li><strong> Sehen, was dasteht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/\">www.bibleserver.com<\/a> (Luther 1984 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000 \/ Neue Genfer \u00dcbersetzung \/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n<p><strong>1.1 Allgemeine Hinweise zum \u201eVATER UNSER\u201c. <\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Das \u201eVATER UNSER\u201c ist eine Lehrstunde \u00fcber das Gebet <\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Gebet ist immer ein Indikator f\u00fcr die Gottesbeziehung. Es ist das nat\u00fcrliche Gespr\u00e4ch zwischen einem Kind Gottes mit seinem Vater im Himmel. Wer nicht betet schw\u00e4cht seine geistliche Beziehung zu Gott und vergisst welch ein Vorrecht es ist mit dem heiligen Gott reden zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Jesus und sein Gebetsleben ist daher ein Vorbild f\u00fcr uns und lehrt uns die rechte Art und Weise des Gebets. In den Evangelien erleben wir Jesus in seiner tiefen und lebendigen Beziehung zum heiligen Gott. Jesus betete in vielen Situationen &#8211; oft auch allein (Lk 6,12, 9,28-29). Sein vertrautes und vollm\u00e4chtiges Gespr\u00e4ch (Gebet) mit dem Vater war der Anlass, dass die J\u00fcnger selbst lernen wollten so zu beten wie Jesus. (Lk. 11,1)<\/p>\n<p>Das Vater UNSER ist also eine Antwort auf die Frage, wie man richtig betet.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Das \u201eVATER UNSER\u201c ist eine Anleitung zum Gebet <\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Jesus sagt in Mt 6,9 \u201eDeshalb sollt ihr auf <em><u>diese Weise<\/u><\/em> beten\u201c. Jesus betont damit, dass das VATER UNSER kein vorformuliertes Gebet sein m\u00f6chte, das man w\u00f6rtlich runterbetet oder gar runterleiert. Vielmehr ist es eine Gebrauchsanweisung, die uns aufzeigt, welche Motivation, Inhalte und Ziele ein Gebet enthalten soll. Wir finden in Matth\u00e4us 6:<\/p>\n<p>Mt 6,5\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Motivation des Gebets \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 &#8211; aufrichtig, nicht wie die Heuchler<\/p>\n<p>Mt 6,6 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Orte des Gebets \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 &#8211; verborgen, nicht zur \u00f6ffentlichen Show<\/p>\n<p>Mt 6,7\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Form des Gebets \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 &#8211; \u00fcberlegt, nicht wie die Gottlosen<\/p>\n<p>Das VATER UNSER zeigt also die wesentlichen Inhalte eines Gebets:<\/p>\n<p>(In Klammer der Aufbau unserer Predigtreihe):<\/p>\n<p><em>Mt 6,9 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Adressierung\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 : An Gott den Vater<\/em><\/p>\n<p>V.9a \u00a0\u00a0 Gottes Wesen (Predigt Teil 1: Vater unser im Himmel)<\/p>\n<p><em>Mt 6,9-10\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Orientierung: Zuerst kommen die Anliegen des Sch\u00f6pfers<\/em><\/p>\n<p>V.9b \u00a0\u00a0 Gottes Name (Predigt Teil 2: Geheiligt werde dein Name)<\/p>\n<p>V.10a\u00a0 Gottes Reich (Predigt Teil 3: Dein Reich komme)<\/p>\n<p>V.10b\u00a0 Gottes Wille\u00a0\u00a0 (Predigt Teil 4: Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden)<\/p>\n<p><em>Mt 6,11-13\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Konkretisierungen: dann die Anliegen der Gesch\u00f6pfe<\/em><\/p>\n<p>V.11 \u00a0\u00a0 Gegenwart: Versorgung\u00a0\u00a0(Predigt Teil 5: Unser t\u00e4gliches Brot gib uns heute)<\/p>\n<p>V.12\u00a0\u00a0\u00a0 Vergangenheit: Vergebung (Predigt Teil 6: Und vergib uns unsere Schuld) (Predigt Teil 7: Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern)<\/p>\n<p>V.13\u00a0\u00a0\u00a0 Zukunft: Versuchung (Predigt Teil 8: Und f\u00fchre uns nicht in Versuchung) (Predigt Teil 9: Erl\u00f6se uns von dem B\u00f6sen)<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Das \u201eVATER UNSER\u201c ist ein prophetisches Gebet <\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Gebet greift die alttestamentlichen Verhei\u00dfungen f\u00fcr das Volk Israel auf und richtet den Blick auf das kommende messianische K\u00f6nigreich auf Erden. Es ist ein weitreichendes Gebet, das \u00fcber unser gegenw\u00e4rtiges Gemeindezeitalter hinausgeht und durch seine Erf\u00fcllung das zweite Kommen Jesu erbittet (Mt 10a Dein Reich komme\u2026).<\/p>\n<p>Das VATER UNSER ist eingebettet im Kontext der Bergpredigt (Mt 5,1ff bis 7,28f), die eben dieses kommende irdische K\u00f6nigreich verk\u00fcndigt. Wenngleich sich das Gebet vor allem an einen j\u00fcdischen J\u00fcngerkreis richtet, so ist es kein ausschlie\u00dfliches Gebet f\u00fcr Israel. Auch die Gemeinde erwartet das zweite Kommen des Herrn und die Aufrichtung des 1000j\u00e4hrigen messianischen K\u00f6nigreichs hier auf Erden in dem dann sein Wille, wie im Himmel so auch auf Erden, geschehen wird (Mt.10b).<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Das \u201eVater Unser\u201c ist <u>kein<\/u> frommes Gebetsritual <\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>In Matth\u00e4us 6 spricht sich Jesus gegen eine falsche Fr\u00f6mmigkeit aus, die den Glauben vor den Menschen zur Schau stellt, aber nicht im Herzen ist. Jesus spricht<\/p>\n<ul>\n<li>von \u201erechten Almosen\u201c Mt 6,1-4<\/li>\n<li>vom \u201erechten Beten\u201c Mt 6,5-15<\/li>\n<li>vom \u201erechten Fasten\u201c Mt 6,16-18, welches im Verborgenen geschieht.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das VATER UNSER soll eben nichts Aufgesetztes sein, das man in der \u00d6ffentlichkeit oder im Gottesdienst einfach betet, um von Anderen geh\u00f6rt oder gesehen zu werden. Nur weil jemand das VATER Unser betet ist das noch kein Anzeichen von echter Fr\u00f6mmigkeit. Es besteht eher die Gefahr, dass das VATER UNSER durch eine feste Gottesdienstliturgie nur oberfl\u00e4chlich als ein traditionelles Gebetsritual herunter geplappert wird. Hier stellt sich die Frage, ob Jesus das w\u00f6rtliche VATER UNSER f\u00fcr die Gemeinde wirklich angeordnet hat.<\/p>\n<p>Wenn, dann kann das VATER UNSER nur im selben Sinne ein w\u00f6rtliches Gebet sein wie es die Psalmen (z.B. Ps. 23) auch sein k\u00f6nnen. Bibelabschnitte auswendig zu lernen oder Gottes Wort betend zu lesen ist eine wertvolle Hilfe &#8211; nicht nur in pers\u00f6nlichen Notzeiten. Doch die Motivation des Gebetes ist und bleibt der entscheidende Faktor.<\/p>\n<p><strong>1.2 Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n<p><strong>Sorg, Theo<\/strong> \u201eWenn ihr aber betet\u2026\u201c 1989, Verlag Junge Gemeinde Stuttgart<\/p>\n<p><strong>Platte, Eberhard <\/strong>\u201eLehre uns beten, Herr (Gedanken zum Vater unser)\u201c 2011, Eigenverlag E.Platte, Wuppertal<\/p>\n<p><strong>Wasserzug, Gertrud <\/strong>\u201eVater-Unser-Betrachtungen \u00fcber das Gebet des Herrn\u201c 1994, Schriftenmission Bibelheim B\u00f6blingen<\/p>\n<p><strong>Barclay, William:<\/strong> Matth\u00e4usevangelium 1 \u2013 Auslegung des Neuen Testamentes, Aussaat Verlag; Neukirchen Vluyn<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Anmerkungen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Mt 6,9 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eDeshalb sollt ihr auf diese Weise beten: <em>Unser Vater, der du bist im Himmel!<\/em><\/p>\n<p>Geheiligt werde dein Name.\u201c<\/p>\n<p>Das Gebet Jesu offenbart uns im ersten Versteil:<\/p>\n<p>1) das richtige Gottesbild und 2) die richtige Gottesbeziehung zu Gott.<\/p>\n<p>Eine genauere Wortbetrachtung vertieft das Verst\u00e4ndnis.<\/p>\n<p><strong>Vater \u2013 das richtige Gottesbild:<\/strong> Gott ist Vater und wird als solcher immer von Jesus angesprochen. Es verdeutlicht, dass Jesus vom Vater im Himmel abstammt (Joh 1,18), der durch den Geist Gottes gezeugt und darum als heiliger Sohn Gottes angek\u00fcndigt wurde (Lk 1,35). Es beschreibt seine enge Beziehung zu Gott (Vater-Sohn Beziehung), dessen N\u00e4he Jesus schon als 12j\u00e4hriges Kind im Tempel sucht (Lk 2,49). Diese sehr enge Beziehung zu Gott als seinem Vater im Himmel durchzieht das gesamte Gebetsleben Jesu bis hin zu seinen letzten Gebetsk\u00e4mpfen im Garten Gethsemane (Lk 22,41f) und zu seinem letzten Gebet am Kreuz (Lk 23,46). Einen besonderen Einblick erfahren wir im Hohepriesterlichen Gebet. Dort betet Jesus zu seinem Vater und offenbart uns den Vater mit beschreibenden Eigenschaftsformen. Zuerst als \u201eVater\u201c (Joh. 17,1), dann als \u201eheiliger Vater\u201c (Joh 17,11) zum Abschluss als \u201egerechter Vater\u201c (Joh 17,25). Jesus selbst hatte keine wachsende Vatererkenntnis, aber er offenbart uns damit ein gr\u00f6\u00dferes Vaterbild. Wenn Jesus im Kontext der Bergpredigt in Mt 7,11 den Vergleich zwischen irdischen V\u00e4tern und dem einen himmlischen Vater herstellt und sagt: <em>\u201cWenn nun ihr, die ihr b\u00f6se seid, euren Kindern gute Gaben zu geben versteht, wieviel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten!\u201c <\/em>\u2013 dann fangen wir an die Dimension zu verstehen, wenn Jesus uns auffordert zu beten: \u201eVATER UNSER im Himmel\u201c. Dieser gute, heilige und gerechte Vater, der reich an Erbarmen ist und von dem jede gute Gabe von oben herab zu uns Menschen kommt (Jak 1,17).\u00a0 Hier lohnt es sich mal eine Konkordanz zur Hand zu nehmen und die Stellen zu lesen, die sich auf den VATER beziehen: z.B. Mt 7,6-11; R\u00f6m 8,32; Eph 1,17; 2Kor 1,3; 2Thess 2,16; 1Joh 3,1; Heb 12,9<\/p>\n<p><strong>Unser \u2013 die richtige Gottesbeziehung:<\/strong><\/p>\n<p>Das Gebet Jesu wirkt wie eine Einladung an die J\u00fcnger: Auch Ihr d\u00fcrft Gott Vater nennen. Was f\u00fcr ein gewaltiges Vorrecht! Daraus lassen sich drei Gedanken ableiten:<\/p>\n<ul>\n<li>Einmal kann dieses Wort \u201eUNSER\u201c bezogen sein auf die kollektive Glaubensgemeinschaft des j\u00fcdischen Volkes in der Beziehung zu Gott. Gott hat Israel erw\u00e4hlt und in Jesus Christus haben sie als Glaubensgemeinschaft Gott zum Vater. Im Alten Testament war der HERR der Gott Israels im Sinne der nationalen Gesamtheit (5Mo 6,4 \u201eich bin Euer Gott\u201c). Doch die pers\u00f6nliche Gottesbeziehung wird dem j\u00fcdischen Volk, wie auch jedem anderen Menschen, nur durch den Glauben an Jesus zug\u00e4nglich gemacht. So musste sich auch der ungl\u00e4ubige Thomas von \u201eunser Herr und unser Gott\u201c sich zu \u201emein Herr und mein Gott\u201c bekehren (Joh 20,28). Gottes Zukunft f\u00fcr sein Volk Israel, sieht genau diese Gottesbeziehung als Ziel der Erl\u00f6sung voraus, wenn Jesus wiederkommt und das j\u00fcdische Volk sich zu Gott als ihren VATER bekehren wird (Jes 63,16; Jer 31,9; Ps 89,27).<\/li>\n<li>Die Einladung Jesu, dass auch wir \u201eUNSER VATER\u201c sagen d\u00fcrfen zeigt, wer in der Glaubensverbindung mit Jesus steht wird Kind Gottes genannt (Joh 1,12; 1Joh 3,2). Wir sind somit Geschwister des Herrn (Mk 3,35) und haben Gott als gemeinsamen Vater (1Tess 3,11). Wir d\u00fcrfen ABBA, lieber VATER, sagen (R\u00f6m 8,15; Gal, 4,6)<\/li>\n<li>Die besondere VATER-SOHN Beziehung zeigt sich auch im gegenseitigen Bekenntnis. So z.B. im Bekenntnis des Vaters zum Sohn (Mt 3,17) oder im Bekenntnis des Sohnes zum Vater (Joh 12, 49-50; Joh 17,4). In diesem UNSER steckt die Aufforderung an uns: IHR sollt h\u00f6ren (Mt 17,5).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Gott ist in der Verbindung mit Jesus auch mein Vater! (1Jo 3,1-2). Die vertraute Beziehung von Jesu mit seinem himmlischen Vater m\u00f6chte Vorbild auch f\u00fcr uns sein. Die Einheit mit dem Vater war das eigentliche Geheimnis des wirkungsvollen Dienstes Jesu (Joh. 5,19ff; 8,28; 17,21).<\/p>\n<p><strong>IM Himmel<\/strong><strong> \u2013 die richtige Zielrichtung: \u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Hier wird die Zielrichtung unseres Gebets auf den VATER IM HIMMEL gerichtet und \u00f6ffnet uns die Augen auf die Quellen der Macht Gottes. Der Psalmist machte sich bewusst: <em>Wen habe ich im Himmel?<\/em> (Ps 73,25)<\/p>\n<p>Die Bibel spricht von Himmel im plural \u2013 die Himmel (1Mo 1,1; 1K\u00f6 8,27; Heb 4,14). Paulus spricht sogar vom dritten Himmel, in den er entr\u00fcckt wurde (2Kor 12,2). Umgangssprachlich kennen wir wohl den Lufthimmel (Air), das weite Weltall (Sky) und den unsichtbaren Thron- und Wohnraum Gottes (Haeven). Rabbiner sprechen von sieben Himmeln. Am Ende bleibt es unklar, diese mit Bestimmtheit zu definieren.<\/p>\n<p>Dennoch waren im Alten Testament die Gebete der Priester und Leviten zu Gott in den Himmel gerichtet (2Chr 30,27). Wenn auch Gott \u00f6rtliche Begegnungsst\u00e4tten (Alt\u00e4re, Stiftsh\u00fctte, Tempel) verwendet oder selbst zum Bau angeordnet hatte, war klar, Gott wohnt im Himmel (5Mo 26,15; 1K\u00f6 8,27ff; Jes 63,15). Gott h\u00f6rt vom Himmel her (1K\u00f6 8,43; 2Chr 6,25.30.35ff). Gott redet vom Himmel her (2Mo 20,22; 5Mo 4,36). Gott kam vom Himmel her in Jesus Christus auf die Erde (Joh 6,31ff). Denn eben alles Gute und Vollkommene kommt von oben herab (Jak 1,17).<\/p>\n<p>Alle wahre Hilfe f\u00fcr die Erde kommt vom Himmel (Ps 121,2; 124,8), vom Himmel her kam die Rettung (Ps 57,4). Daher soll auch unser Trachten immer nach oben gerichtet sein, wo das Machtzentrum ist und Jesus zur rechten Gottes des Vaters sitzt (Kol 3,1-2).<\/p>\n<p>Unser Christsein, soll vom Himmel her gepr\u00e4gt sein, da wo unser B\u00fcrgerrecht ist (Phil 3,20 und von wo Jesus wieder zur\u00fcckkommen wird um sein K\u00f6nigreich auf Erden aufzurichten.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> Verstehen, worum es geht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>2.1 Hinweise f\u00fcr hermeneutische \u00dcberlegungen (Auslegung)<\/strong><\/p>\n<p>Das VATER UNSER er\u00f6ffnet uns den Weg zu Gott dem Vater, der uns in Jesus Christus durch seinen Tod zug\u00e4nglich gemacht wurde (Joh 14,6).<\/p>\n<p>Das Vaterbild war im Alten Testament noch nicht vorhanden, da diese besondere Vater-Sohn-Beziehung erst durch das Erl\u00f6sungswerk Jesu m\u00f6glich wurde. Das unterscheidet die Gl\u00e4ubigen im AT von den Gl\u00e4ubigen im NT &#8211; das Gottesbild als VATER.<\/p>\n<p><strong>2.2 Hinweise f\u00fcr situative \u00dcberlegungen (Predigtanlass)<\/strong><\/p>\n<p>Herausfordert f\u00fcr die Verk\u00fcndigung ist, dass wir kaum ein gutes und gesundes Vaterbild der Zuh\u00f6rer voraussetzen k\u00f6nnen. Viele Vater-Kind-Beziehungen sind gest\u00f6rt und zerst\u00f6rt. Hier ist es wichtig, dass wir von der Bibel her das VATER-Bild aufzeigen und damit rechnen, dass manche Zuh\u00f6rer negative oder vielleicht schlimme Erfahrungen (bis hin zu Missbrauch) mit ihrem irdischen Vater gemacht haben.<\/p>\n<p><strong>2.3 Hinweise f\u00fcr homiletische \u00dcberlegungen (Anwendung)<\/strong><\/p>\n<p>Diese drei Worte und Begriffe \u201eVATER UNSER im HIMMEL\u201c fordern uns auf, unser Gottesbild sowie unser Beziehungsverh\u00e4ltnis zu Gott zu hinterfragen.<\/p>\n<p><strong>Wenn wir beten &#8211; zu wem beten wir? <\/strong>Ist unser Gebet an den liebevollen Vater im Himmel gerichtet? Wir haben im Gebet leider oft das Vaterbild Gottes mit dem K\u00f6nigsbild Jesu eingetauscht. Dabei ist es doch der Vater der Lichter von dem jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk vom Himmel herab zu uns kommt (Jak 1,17). Ein Vater wei\u00df was seine Kinder brauchen und ein Vater gibt auch seinen Kindern was sie brauchen, aber nicht alles was sie wollen.<\/p>\n<p><strong>Wenn wir beten \u2013 wen suchen wir? <\/strong>Suchen wir wie Jesus die N\u00e4he zum Vater, fliehen in K\u00e4mpfen und N\u00f6ten im Gebet zu ihm? Wissen wir, dass unser Leib und Leben, sowie die Zeit unseres Endes in des Vaters H\u00e4nde liegt? Erkennen wir, dass das Geheimnis eines vorbildlichen Christenlebens in der Einheit mit dem Willen zum Vater steht? Jesus sagt: Ich und der Vater sind eins (Joh 10,30) und wer mich sieht hat den Vater gesehen (Joh 14,9). Jesus hat uns den Weg zum Vater er\u00f6ffnet (Joh 14,6), ging selbst zum Vaterhaus (Joh 14,12; 16,28) und will uns zum Vater bringen (Joh 17,24). Warum suchen wir dann nicht viel mehr den Vater?<\/p>\n<p><strong>Wenn wir beten \u2013 wie beten wir? <\/strong>Wir d\u00fcrfen und k\u00f6nnen \u00fcberall beten, denn der Vater im Himmel ist nicht an Raum und Zeit, an \u201eheilige\u201c Orte oder Gebetszeiten gebunden. Frei, \u00f6rtlich ungebunden und zeitlich ungezwungen d\u00fcrfen wir zum Vater reden (Joh 4,22-24). Im Glauben an Jesus steht uns nicht nur der Himmel offen, sondern in Jesus Christus ist der Vater mitten unter uns (Joh 14,9) \u2013 ja sogar in uns (Joh 14,23). Der Vater ist f\u00fcr uns hier auf Erden ansprechbar, obwohl er im Himmel ist.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong> Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>3.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Es soll deutlich werden: Das VATER UNSER ist eine Anleitung zum rechten Gebet und kein Gebetsritual. Wenngleich es auch das Gebet der Christenheit ist, das allerorts von Alt und Jung in allen Sprachen gesprochen werden kann und die Welt umspannt, so will es doch vielmehr eine Anleitung (Muster) zum Gebet sein.<\/p>\n<p>Gott will gebeten und nicht besch\u00e4ftig sein, indem wir nur ein VATER UNSER aufsagen.<\/p>\n<p>Anlass der Predigtreihe, warum wir diese Predigt halten ist Lk 11,1:<\/p>\n<p>\u201eHerr, lehre uns beten\u2026!<\/p>\n<p>Dabei ist der Adressat im Vater unser zu beachten:<\/p>\n<p>Der Allm\u00e4chtige Gott und Herr ist unser, ja mein Vater, der im Himmel thront und alle Macht im Himmel und auf Erden hat.<\/p>\n<p><strong>3.2 Predigtthema \u2013 was sage ich in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Im ersten Teil der Predigtreihe, sollten die allgemeinen Hinweise aus Punkt 1.1 nicht nur in der Predigtvorbereitung beachtet werden, sondern als Einf\u00fchrung in die Themenreihen aufgegriffen werden.<\/p>\n<p>Unsere Gebete sollen aus einer vertrauten Vater-Kind-Beziehung motiviert sein.<\/p>\n<p>Konkrete Anliegen und Bitten d\u00fcrfen wir mit eigenen Worten vor unserem Vater aussprechen. Beim Gebet etwas denken, indem wir uns bewusst machen was wir beten und zu wem wir beten.<\/p>\n<p><strong>3.3 Predigtentfaltung \u2013 wie sage ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Mein Gott VATER\u2026<\/p>\n<ul>\n<li>VATER \u2013 das richtige Gottesbild<\/li>\n<li>UNSER \u2013 die richtige Gottesbeziehung<\/li>\n<li>IM HIMMEL \u2013 die richtige Zielrichtung<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wohin mit meinem Gebet<\/p>\n<ul>\n<li>Wenn wir beten \u2013 zu wem beten wir?<\/li>\n<li>Wenn wir beten \u2013 wen suchen wir?<\/li>\n<li>Wenn wir beten \u2013 wie beten wir?<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Jesus und sein Bekenntnis zum VATER<\/li>\n<li>Jesus und sein Bekenntnis zu seinen Geschwistern<\/li>\n<li>Jesus und sein Bekenntnis zu seiner Herkunft<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Vater \u2013 wer Gott ist<\/li>\n<li>Unser \u2013 wie ich zu ihm stehe<\/li>\n<li>Im Himmel \u2013 wohin ich geh\u00f6re<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>3.4 Predigtveranschaulichungen \u2013 wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Lieder: <\/strong><\/p>\n<p>Wer bittet dem wird gegeben (Ein Vater gibt seinen Kindern)<\/p>\n<p><strong>Der gute Vater <\/strong><\/p>\n<p>Ein kleines M\u00e4dchen geht mit seinem Vater in den S\u00fc\u00dfwarenladen. Dort werden Bonbons und allerlei Leckereien zum Verkauf angeboten. Auf einem Schild werden S\u00fc\u00dfwaren handweise angeboten. Eine Handvoll kostet so und so viel. Nachdem der Vater den Preis bezahlt hat darf das M\u00e4dchen aus einer Dose eine ganze Hand voll S\u00fc\u00dflichkeiten nehmen \u2013 eben so viele wie in ihre Hand passen. Das M\u00e4dchen blickt auf ihre kleine Hand und \u00fcberlegt kurz, dann schaut sie hinaus zu ihrem Vater und bittet ihn: Papa nimm du f\u00fcr mich eine Handvoll S\u00fc\u00dfigkeiten, deine Hand ist viel gr\u00f6\u00dfer.<\/p>\n<p><strong>Missbrauch des VATER UNSERs: <\/strong><\/p>\n<p>Vor dem Champions-League- Finale am 19. Mai 2012 (FC Bayern gegen FC Chelsea) wurde vom SAT1-Sender die Live-\u00dcbertragung mit einem Gebet zum Fu\u00dfballgott beworben. \u201eLieber Fu\u00dfballgott\u201c, hei\u00dft es in dem Werbefilm f\u00fcr die \u00dcbertragung, \u201edein Ball komme, dein Spiel geschehe. Unsere Tore gib uns heute. Und vergib uns unsere Fouls, wie auch wir vergeben den Schiedsrichtern. F\u00fchre uns nicht ins Abseits, sondern bewahre uns vor Kontern. Denn dein ist das Spiel und der Sieg und die Champions League, in Ewigkeit. Auf geht\u2019s.\u201c\u00a0 (http:\/\/zeltmacher.eu\/protest-gegen-gebet-zum-fussball-gott\/)<\/p>\n<p><strong>Die Lebensmitte des modernen Menschen? <\/strong><\/p>\n<p>Gegen Mitternacht, als die letzten G\u00e4ste das Caf\u00e9 verlassen haben, blickt der Kellner \u00fcber den leeren Raum wo eben die G\u00e4ste noch geschwatzt, geraucht und getrunken haben. Er bringt alles in Ordnung und f\u00e4ngt unvermittelt angesichts der \u00d6de zu beten an. Er sagt das VATER UNSER allerdings mit einer Ver\u00e4nderung auf: \u00dcberall, wo ein Hauptwort steht, setzte er das Wort &#8222;Nichts&#8220; ein.\u00a0 &#8222;Unser Nichts im Nichts, geheiligt werde Nichts, es komme Nichts&#8230; Unser t\u00e4glich Nichts gib uns heute und vergib uns unser Nichts&#8230; denn dein ist Nichts&#8230;&#8220; \u00a0(E. Hemmingway, Das kleine, gutbeleuchtete Caf\u00e9, Kurzgeschichte)<\/p>\n<p>Klaus Eberwein<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigtthema:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vater unser im Himmel &#8211; \u201eVATER UNSER\u201c Teil 1 Predigttext:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Mt 6,9ff\u00a0und Joh 17,11-13. 24-26\u00a0 (Vorschlag als Textlesung) Was soll man da blo\u00df predigen?\u00a0 Mancher fragt sich vielleicht: Warum muss man neun Sonntage lang \u00fcber das Vater unser (sechs [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"class_list":["post-3185","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-matthaus"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-09 11:13:30","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3185","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3185"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3185\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3188,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3185\/revisions\/3188"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3185"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3185"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3185"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}