{"id":3146,"date":"2017-04-25T11:32:40","date_gmt":"2017-04-25T09:32:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=3146"},"modified":"2017-04-25T11:32:40","modified_gmt":"2017-04-25T09:32:40","slug":"predigthilfe-vom-18-juni-2017-1-korinther-7-1-9","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-18-juni-2017-1-korinther-7-1-9\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 18. Juni 2017 &#8211; 1. Korinther 7, 1-9"},"content":{"rendered":"<p><strong>Predigtthema:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ledigsein und Verheiratetsein als Gabe und Aufgabe<\/strong><\/p>\n<p><strong>Predigttext:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 1Kor 7,1-9<\/strong><\/p>\n<p>Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n<ol>\n<li><strong> Sehen, was dasteht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/\">www.bibleserver.com<\/a> (Luther 1984 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000 \/ Neue Genfer \u00dcbersetzung \/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n<p><strong>1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext<\/strong><\/p>\n<p>In der Vorbereitung zur Predigt sollte Textabschnitt im Zusammenhang von Kapitel 7 gelesen werden. Dabei ist zu beachten, dass Paulus auf Fragen eingeht, die er in einem Brief von den Korinthern selbst gestellt bekam (1Kor 7,1). Auf seelsorgerliche Weise erteilt Paulus ihnen einen g\u00f6ttlichen Rat und l\u00e4sst in einem biblischen ethischen Gesamtrahmen jedem Einzelnen seine Gewissens- und Entscheidungsfreiheit seinen Familienstand selbst zu bestimmen.<\/p>\n<p>In der Vorbereitung sollte der Paralleltext aus <strong>Mat 19,8-12<\/strong> mit betrachtet werden.<\/p>\n<p>Allgemeine Hinweise zum Buch und einf\u00fchrende Anmerkungen bieten:<\/p>\n<p><strong>MacArthur, John: Studienbibel: <\/strong><a href=\"http:\/\/bitflow.dyndns.org\/german\/JohnMacArthurStudienbibel\/46-Der_Erste_Brief_Des_Apostels_Paulus_An_Die_Korinther.pdf\">http:\/\/bitflow.dyndns.org\/german\/JohnMacArthurStudienbibel\/46-Der_Erste_Brief_Des_Apostels_Paulus_An_Die_Korinther.pdf<\/a><\/p>\n<p><strong>Carson<\/strong>, Donald A., Douglas J. Moo: Einleitung in das Neue Testament. Gie\u00dfen: Brunnen Verlag<\/p>\n<p><strong>Aebi,<\/strong> Ernst: Kurze Einf\u00fchrung in die Bibel. Winterthur: Bibellesebund<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>1.2 Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n<p><strong>Rosenthal, Joachim<\/strong> \u201eEine schwere Entscheidung &#8211; Ehe und Ehelosigkeit aus biblischer Sicht\u201c CMD H\u00fcnfeld<\/p>\n<p>Dieses Buch ist online verf\u00fcgbar: <a href=\"http:\/\/www.sermon-online.de\/search.pl?lang=de&amp;id=26467&amp;title=&amp;biblevers=&amp;searchstring=&amp;author=0&amp;language=0&amp;category=0&amp;play=0&amp;tm=2\">http:\/\/www.sermon-online.de\/search.pl?lang=de&amp;id=26467&amp;title=&amp;biblevers=&amp;searchstring=&amp;author=0&amp;language=0&amp;category=0&amp;play=0&amp;tm=2<\/a><\/p>\n<p><strong>MacDonald, William<\/strong> 2015 \u201eIm Zweifelsfall ein Einzelfall\u201c CLV Bielefeld<\/p>\n<p>Dieses Buch ist online verf\u00fcgbar: <a href=\"http:\/\/bitflow.dyndns.org\/german\/WilliamMacDonald\/Im_Zweifelsfall_Ein_Einzelfall_2015.pdf\">http:\/\/bitflow.dyndns.org\/german\/WilliamMacDonald\/Im_Zweifelsfall_Ein_Einzelfall_2015.pdf<\/a><\/p>\n<p><strong>MacArthur,<\/strong> John: 1. Korinther. Bielefeld: CLV. Dieser Kommentar ist auch online verf\u00fcgbar: <a href=\"http:\/\/clv-server.de\/pdf\/255680.pdf\">http:\/\/clv-server.de\/pdf\/255680.pdf<\/a><\/p>\n<p><strong>Krimmer<\/strong>, Heiko: 1. Korintherbrief. Edition C. Holzgerlingen: H\u00e4nssler<\/p>\n<p><strong>De Boor, Werner:<\/strong> Der erste Brief des Paulus an die Korinther, Wuppertaler Studienbibel; Wuppertal: R. Brockhaus<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>1.3 Anmerkungen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n<p>Die hier angef\u00fchrten sch\u00f6pfungs- und heilsgeschichtlichen Grundgedanken sind wichtig um die Ausf\u00fchrungen des Apostels Paulus richtig einzuordnen.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Der grunds\u00e4tzliche Sch\u00f6pfungsgedanke Gottes zur Ehe<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Bibel kennt f\u00fcr ein gemeinsames Leben zweier Menschen <strong>keine andere Lebensform als die Institution Ehe.<\/strong> Gott schuf den Menschen als Mann und Frau (1Mo 1,27; 5,2; Mt 19,4) und als solche hat er die Ehe <strong>ausschlie\u00dflich als eine Lebensgemeinschaft f\u00fcr einen Mann und eine Frau<\/strong> eingerichtet (1Mo 2,24; Eph 5,31). Gott selbst schenkte die Ehe als <strong>eine gute und f\u00fcr den Menschen seelsorgerliche Lebensform<\/strong> (1Mo 2,18). Die Sch\u00f6pfungsreihenfolge betont diese Notwendigkeit (1Kor 11,9). Diese Lebensform der <strong>Ehe beinhaltet die Berufung und den Zweck der Familienbildung <\/strong>(1Mo 1,22.28; 1Mo 9,1.7). Die <strong>Ehe ist der von Gott gegebene Rahmen, in der Sexualit\u00e4t als Gabe Gottes ausgelebt werden darf<\/strong> (1Mo 2,24; 3Mo 20,10; Spr 6,32; Mt 5,32). Eine Eheverbindung ist ein Zeichen der Bundestreue zwischen Gott und der Gemeinde (Eph 5,23ff.32) und somit auch eine Verbindung <strong>auf Lebenszeit <\/strong>(R\u00f6m 7,2; 1Kor 7,39). Damit ist auch die <strong>Ehescheidung ein nicht von Gott gewollter und vorgesehener L\u00f6sungs-Akt<\/strong> (Mal 2,14-16; Mt 14,4-9; 1Kor 7,10-12).<\/p>\n<p>Diese theologische Grundlage ist <strong>verankert in der Sch\u00f6pfungsordnung Gottes<\/strong> und somit eine <strong>bleibende und unver\u00e4nderbare Tatsache<\/strong>. Darum, so lange die Erde besteht ist eine andere Interpretation der Ehe durch alle Zeitalter hindurch unzul\u00e4ssig und unbiblisch!<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Der S\u00fcndenfall und die Beeintr\u00e4chtigung der Ehe<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Mit dem S\u00fcndenfall ist auch die Lebensform der Ehe dem s\u00fcndhaften Zustand der Welt unterworfen. Entartung der Ehe (Polygamie, Genderideologie) oder Eheprobleme, Ehestreit bis hin zum Ehekrieg und einer manchmal unabwendbaren Ehescheidung beschweren unser Leben. Ehekrisen, Scheidungen und Patchworkfamilien sind Folgen der gefallenen Sch\u00f6pfung und oftmals auch Folgen von pers\u00f6nlich begangenen S\u00fcnden.<\/p>\n<p>Die Entartung der Ehe, wie wir sie in Korinth sehen oder auch in unserer heutigen Gesellschaft vorfinden, sind direkte Auswirkungen des Abfalles von Gottes Ordnung. Je antichristlicher die Zeit wird, desto anst\u00f6\u00dfiger und angefeindeter wird das biblische Ehe- und Familienbild. Doch in der Erl\u00f6sung Jesu Christi hat der Mensch die Gnade geschenkt bekommen, in seine gute Lebensordnung zur\u00fcckzukehren. Wenn auch nicht in einem vollkommenen und makellosen Zustand, so hat der Christ durch Gottes Geist die Kraft und den Willen bekommen Ehe und Ehelosigkeit als Gabe und Aufgabe Gottes wahrzunehmen.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> Verstehen, worum es geht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>In einer schriftlichen Auseinandersetzung behandelt der Apostel Paulus im Korintherbrief verschiedene theologische und praktische Fragen des Glaubens. Bereits in Kapitel 5 thematisiert Paulus ein anst\u00f6\u00dfiges sexuelles Verhalten welches in der Gemeinde geduldet wurde. Er warnt vor den zerst\u00f6rerischen Folgen der Unzucht und ruft deshalb die Christen auf, Abstand von solchen Praktiken zu nehmen und sogar auf den gemeinschaftlichen Umgang mit den betreffenden Personen zu verzichten (1Kor 5+6).<\/p>\n<p>Der Predigttext ist somit eine gedankliche Fortf\u00fchrung, dass Gott keine au\u00dfereheliche Sexualit\u00e4t oder Unzucht duldet (5,9-13), der pers\u00f6nliche Umgang mit dem eigenen K\u00f6rper und das unkontrollierte Ausleben von sexuellen Neigungen S\u00fcnde ist (6,13-20).<\/p>\n<p>Bei den Gl\u00e4ubigen Korinthern kam nun die Frage auf, wie Sexualit\u00e4t dann in der Ehe gelebt werden soll oder ob es um des Glaubens Willen nicht doch besser w\u00e4re, lieber enthaltsam zu leben und somit auf Sexualit\u00e4t ganz zu verzichten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>2.1 Hinweise f\u00fcr hermeneutische \u00dcberlegungen (Auslegung)<\/strong><\/p>\n<p>V.1\u00a0\u00a0\u00a0 Wenn Paulus hier die Meinung der Korinther zitiert, dass <em>\u201ees gut ist,\u2026 keine Frau zu ber\u00fchren\u201c<\/em>, dann ist damit nicht nur eine k\u00f6rperliche Ber\u00fchrung gemeint. Im biblischen Kontext wird dieser Begriff f\u00fcr den Geschlechtsverkehr gebraucht (1Mo 20,6; Spr 6,29).<\/p>\n<p>In Korinth gab es demnach eine \u00fcberzogene Lehrmeinung (evtl. aus einer falschen und \u00fcberh\u00f6hten Geistlichkeit heraus), dass es wohl besser ist, auf jegliche Sexualit\u00e4t mit einer Frau zu verzichten. \u00c4hnliche Schlussfolgerungen machten auch schon die J\u00fcnger (Mt 19,10), als sie nur h\u00f6rten welche Treueverpflichtung eine Ehe mit sich bringt.<\/p>\n<p>Wenn Paulus f\u00fcr sich selbst die Ehelosigkeit vorgezogen hat, wertet er sie nicht als qualitativ besser, geistlicher oder gibt sie als Ideal vor. An keiner Stelle lehrt die Bibel ein Z\u00f6libat (Ehelosigkeit f\u00fcr Geistliche) wie es bis heute in der kath. Kirche vertreten wird. Dass solche Irrlehren im Verlauf der Gemeindezeit aufkommen werden, hatte Paulus in 1.Tim 4,1-4 bereits vorhergesagt.<\/p>\n<p>V.2\u00a0\u00a0\u00a0 Ein menschlich auferlegtes Z\u00f6libat w\u00fcrde nur die Gefahr der Unzucht und Heuchelei erh\u00f6hen, wie es sich leider auch in der Realit\u00e4t der Kirchengeschichte erwiesen hat.<\/p>\n<p>Daher r\u00e4t Paulus den Menschen, die sich von sexuellen Neigungen nicht enthalten k\u00f6nnen, zur Ehe. Ebenso empfiehlt er es auch sp\u00e4ter den Witwen 7,8-9.<\/p>\n<p>V.3-5 Gegen alle heutigen gesellschaftlichen Normen hat Gott die Ehe als einzigen Rahmen dem Menschen gegeben, wo die Sexualit\u00e4t als Gabe Gottes praktiziert werden soll und dadurch auch Gott verherrlicht. Die Institution Ehe keineswegs auf das Ausleben des Geschlechtstriebs zu minimieren. Das sexuelle Ausleben darf weder der Alleingrund f\u00fcr eine Eheschlie\u00dfung sein, noch ist die Ehe ein Garant, dass der Christ vor Unzucht bewahrt bleibt.<\/p>\n<p>Wenn auch die Bibel eine Vielzahl von sch\u00f6nen und begehrenswerten Gr\u00fcnden f\u00fcr die Ehe darlegt, so stellt Paulus hier mehr die Verbindlichkeiten und Pflichten in den Vordergrund. Auf Grund der falschen Geistlichkeit praktizierten sogar einige Korinther eine sexuelle Enthaltsamkeit innerhalb ihrer eigenen Ehe. Sowohl Frauen als auch M\u00e4nner haben ein k\u00f6rperliches Zusammenkommen in ihrer Ehe verhindert. Paulus verbietet eine Enthaltsamkeit innerhalb der Ehe und sagt, dass eine sexuelle Befriedigung nicht nur ein Vorrecht, sondern eine gegenseitige Verpflichtung der Ehe ist. Dabei wiederspricht er nicht anderen Aussagen der Bibel, sondern setzt dabei eine vern\u00fcnftige und gesunde Liebes- und Vertrauensbeziehung als Grundlage voraus (Eph. 5,22-28; 1Pet. 1,7).<\/p>\n<p>Wichtig: Der Mann verf\u00fcgt \u00fcber den K\u00f6rper der Frau, aber nicht \u00fcber ihren Willen, dasselbe gilt auch umgekehrt. Daher r\u00e4t Paulus, dass nur nach gegenseitiger \u00dcbereinkunft eine zeitliche begrenzte Enthaltsamkeit m\u00f6glich ist, wenngleich auch sein Augenmerk auf die Gefahr und Versuchung der Unzucht geht. Diese ist nicht unbegr\u00fcndet, denn wie sehr stehen gerade heute unsere christlichen Ehen in einer gro\u00dfen Gefahr unter den zerst\u00f6rerischen Folgen der Unzucht zu zerbrechen. Die hypersexualisierte Gesellschaft, wo pornographische Medien jedem zug\u00e4nglich sind, wird zum leichtfertigen Anlass f\u00fcr vielfachen Ehebruch. Davor warnt auch Heb. 13,4.<\/p>\n<p>V 6-7 Paulus betont, dass unter diesen Umst\u00e4nden die Ehelosigkeit durchaus ein Geschenk Gottes ist. Die Hauptaussage besteht darin, weder die Ehe noch die Ehelosigkeit als etwas Besseres oder Schlechteres darzustellen. Dennoch sieht Paulus im Ledigsein viele positive und w\u00fcnschenswerte Aspekte und f\u00fchrt diese an:<\/p>\n<ul>\n<li>Ledigsein entbindet von den ehelichen Pflichten und deren Verantwortung 7,3-5\n<ul>\n<li>Ganz praktisch, m\u00f6gen wohl f\u00fcr Ledige die sichtbaren Eheprobleme und Ehekonflikte anderer nichts W\u00fcnschenswertes an sich haben. So wird doch mache alleinstehende Person froh sein \u00fcber ihr Ledigsein.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Ledigsein ist eine Gabe Gottes 7,7\n<ul>\n<li>Gott schenkt diese Lebensform und die dazu ben\u00f6tigte Enthaltsamkeit.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Ledigsein ist leichter in Zeiten der Not und Verfolgung 7,26\n<ul>\n<li>Der pers\u00f6nliche Druck und Schmerz bleibt erspart, wenn Familien durch Gewalt entzweit werden oder die eigenen Kinder und Frau in Bedr\u00e4ngnis kommen (Apg 8,3 Paulus wusste wovon er sprach).<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Ledigsein gibt die M\u00f6glichkeit und Freiheit vermehrt sich f\u00fcr das Reich Gottes einzusetzen 7,32-33\n<ul>\n<li>Denken wir nur an die vielen ledigen Missionare oder Diakonissen und das gr\u00f6\u00dfere zeitliche Potenzial, sich f\u00fcr Jesus einzusetzen.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Ledigsein, nennt Jesus in Mt 19,12 auch als ein ungewollter und unfreiwilliger Umstand\n<ul>\n<li>durch eine nat\u00fcrliche Behinderung<\/li>\n<li>Als Folge eines gewaltvollen Eingriffs, in dem Menschen k\u00f6rperlich oder psychisch zur Ehe unf\u00e4hig gemacht wurden.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Ledigsein, nennt Jesus auch als eine freiwillige Entscheidung um Jesus zu dienen\n<ul>\n<li>Vorbilder sind gerade Jesus selbst oder auch Paulus<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>2.2 Hinweise f\u00fcr situative \u00dcberlegungen (Predigtanlass)<\/strong><\/p>\n<p>Die Aktualit\u00e4t des Themas ergibt sich aus den gesellschaftlichen Umbr\u00fcchen unserer Zeit. In Deutschland ver\u00e4ndert sich z.B. das Zusammenleben fundamental. Weniger als die H\u00e4lfte aller Menschen leben noch in einer Familie: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/mikrozensus-zahl-der-verheirateten-paare-mit-kind-sinkt-a-998067.html\">http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/mikrozensus-zahl-der-verheirateten-paare-mit-kind-sinkt-a-998067.html<\/a><\/p>\n<p>Laut einer Statistik in Deutschland:<\/p>\n<ul>\n<li>Es steigt das durchschnittliche Heiratsalter (2015 lag das Heiratsalter bei ledigen M\u00e4nnern bei 33,8 Jahren, 1991 lag es noch bei 28,5. Bei ledigen Frauen stieg das Heiratsalter von 26,1 Jahren\/1991 auf 31,2 Jahre\/2015.<\/li>\n<li>Die Institution Ehe als w\u00fcnschenswerte Lebensform nimmt ab.<\/li>\n<li>Dagegen leben immer mehr Paare in wilder Ehe (2010 waren es 12,2% in Deutschland, 1985 waren es 5%).<\/li>\n<li>Aber nur 10% der Ledigen sind \u00fcberzeugte Singles.<\/li>\n<li>Mit ihrem Beziehungsstatus sind 61,9 % Singles \u201esehr zufrieden\u201c, dagegen sind es bei liierten Paaren 90,3% &#8211; somit wird der Beziehungsstatus zum Faktor f\u00fcr Lebensgl\u00fcck.<\/li>\n<li>Des Weiteren steigt die Popularit\u00e4t auch anderer Lebensformen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/themen\/96\/hochzeit\/\">https:\/\/de.statista.com\/themen\/96\/hochzeit\/<\/a><\/p>\n<p>Diese Trends spiegeln sich in gewissen Tendenzen auch unweigerlich in unserer Gemeinde wieder. Der Verk\u00fcndiger sollte daher bedenken, dass einige G\u00e4ste vielleicht unter ihrem Ledigsein (unverheiratet, geschieden oder verwitwet) leiden. Ebenso k\u00f6nnten Verheiratete unter den Umst\u00e4nden ihres Ehestandes (zerr\u00fcttete Ehe, getrennt lebend usw.) unzufrieden sein, Gedanken haben, aus der Ehe auszubrechen.<\/p>\n<p>Umso mehr bedarf es Gottes Wort hier in einer seelsorgerlichen und einf\u00fchlsamen Weise der Zuh\u00f6rerschaft nahe zu bringen.<\/p>\n<p><strong>2.3 Hinweise f\u00fcr homiletische \u00dcberlegungen (Anwendung)<\/strong><\/p>\n<p>Die Herausforderung besteht darin, dass keiner der beiden Lebensformen, sowohl das Ledigsein als auch das Verheiratetsein gegeneinander aufgewogen werden kann und soll. Beide haben ihre jeweilige Berechtigung und beides ist eine Gnadengabe Gottes. Beide haben ihre Vorteile und Nachteile, ihre Vorrechte und auch Verpflichtungen. Sowohl die Ehe als auch die Ehelosigkeit bedarf einer ganz pers\u00f6nlichen Willensentscheidung zu der Gott das Gelingen schenken m\u00f6chte. Beide sollen den Vorzug ihres jeweiligen Standes erkennen und darin bleiben um Gott zu verherrlichen.<\/p>\n<p>Um die Aussagen des biblischen Textes im allt\u00e4glichen und praktischen Leben anzuwenden, k\u00f6nnen folgende Fragen bei der Vorbereitung hilfreich sein:<\/p>\n<ul>\n<li>Was sagt die Bibel zu vorehelichem oder au\u00dferehelichem Geschlechtsverkehr?<\/li>\n<li>Ist das Eheleben wirklich besser als das Alleinsein?<\/li>\n<li>Was ist, wenn ich nicht den richtigen Ehepartner bekomme?<\/li>\n<li>Welche M\u00f6glichkeiten, Chancen und Freiheiten bietet das Ledigsein?<\/li>\n<li>Wie gehe ich als Lediger mit meinen sexuellen Neigungen um?<\/li>\n<li>Ist mit der Ehe die Gefahr von Unzucht oder sexueller Selbstbefriedigung gebannt?<\/li>\n<li>Warum kann ich nicht einfach mit meinem Partner in wilder Ehe zusammenleben?<\/li>\n<li>Wie gehen wir mit dem unterschiedlichen sexuellen Verlangen von Mann und Frau um?<\/li>\n<li>Welche Verantwortung und Verpflichtung habe ich als Mann oder Frau gegen\u00fcber meinem Ehepartner?<\/li>\n<li>Wie gehe ich als Ehepartner mit meiner eigenen sexuellen Neigung um?<\/li>\n<li>Wie gehe ich mit den sexuellen Neigungen meines Ehepartners um?<\/li>\n<li>Welche gro\u00dfartigen M\u00f6glichkeiten bietet das Ledigsein und das Verheiratet sein?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Hier sollte unbedingt dabei erw\u00e4hnt werden, dass die Gemeinde Gottes im Gegensatz zur ungl\u00e4ubigen Gesellschaft andere Werte- und Moralvorstellungen vertritt und leben m\u00f6chte. Gl\u00e4ubige Christen stehen in ihrer Gesinnung im Kontrast zur Gesinnung dieser Welt (R\u00f6m 12,1ff; 1Kor 6,15-20; 1Kor 2,12+16; Eph 2,1ff; 1Joh 2,15-17; 1Thes 4,3).<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong> Sagen, wo es hingeht0<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Zur Predigtvorbereitung hilft das Anh\u00f6ren bzw. lesen der Predigtmanuskripte von:<\/p>\n<p>Jacob Thiessen, <strong>Gottgewollter Umgang mit der Sexualit\u00e4t<\/strong> vom 20.10.2013<\/p>\n<p>Wilfried Plock, <strong>Die Ehe \u2013 eine biblisch-theologische Grundlegung<\/strong> vom 25.09.1991<\/p>\n<p>Wilfried Plock, <strong>Sexualit\u00e4t in der Ehe<\/strong> vom 06.11.1991<\/p>\n<p>Diese Botschaften findet ihr unter <a href=\"http:\/\/www.sermon-online.de\/\">www.sermon-online.de<\/a>, wenn ihr unter \u201eerweiterte Suche\u201c die Felder \u201eBibelstelle\u201c [z.B. ??] und \u201eAutor\u201c [z.B. ??] ausf\u00fcllt.<\/p>\n<p><strong>3.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Geistlichkeit wird nicht am jeweiligen Familienstand gemessen, sondern daran wie ich mich im jeweiligen Stand verhalte und lebe.<\/p>\n<p>Sowohl das Ledigsein als auch das Verheiratetsein ist eine Gnadengabe Gottes und enthalten Verpflichtungen und eine bestimmte Verantwortung.<\/p>\n<p>Ein wiedergeborener Christ soll jeden Familienstand als M\u00f6glichkeit sehen Gott in seinem jeweiligen Stand bestm\u00f6glichst zu verherrlichen.<\/p>\n<p>Bei einem verheirateten Ehepaar steht das Bild der Beziehung zwischen Jesus und der Gemeinde im Hintergrund (Eph 5), dieses vorbildlich auszuleben ist deren h\u00f6chste Aufgabe.<\/p>\n<p>Bei Ledigen steht die Dienstm\u00f6glichkeit f\u00fcr Jesus im Mittelpunkt und ist Erf\u00fcllung des Lebens.<\/p>\n<p><strong>3.2 Predigtthema \u2013 was sage ich in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Die Chancen und M\u00f6glichkeiten der jeweiligen Lebensform (Ledigsein oder Verheiratetsein) aufzeigen<\/li>\n<li>Die jeweilige Verantwortung und Verpflichtung darlegen<\/li>\n<li>Es gibt keine Wertigkeit von einer der beiden Lebensformen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wer Ehe, Familie oder Kinder als h\u00f6chstes Ziel des Lebens und als Lebenserf\u00fcllung ansieht, wird immer eine Entt\u00e4uschung erfahren. Das h\u00f6chste Gl\u00fcck des Lebens kann nicht in einer gefallenen Welt, einer s\u00fcndengefangenen Ehe- oder Familienbeziehung gefunden werden. Der Sinn des Lebens besteht darin, im Willen Gottes zu stehen, diesen auszuleben und das eigene Leben Jesus Christus zur Verf\u00fcgung zu stellen, ganz gleich ob man in einer Ehe lebt oder ledig ist.<\/p>\n<p><strong>Dem Unverheirateten <\/strong>stehen weit mehr Dienstm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Jesus offen als einem Vater oder einer Mutter, die durch die Verantwortung der Familie f\u00fcreinander und die Kinder gebunden sind und diesen verpflichtet sind.<\/p>\n<p><strong>Christliche Ehen oder Familien <\/strong>haben das Vorrecht der k\u00f6rperlichen Beziehung und so Gott es schenkt, der eigenen Kinder. Dennoch liegt die Erf\u00fcllung des Lebens im Dienstauftrag Jesus, wenngleich auch dieser in einem begrenzten Rahmen m\u00f6glich ist. Josua sagt: \u201eIch aber und mein Haus wollen dem Herrn dienen\u201c (Jos 24,15). Hier stehen Familien in einem Spannungsfeld von Ehe, Familie, Kindererziehung und Dienst \u2013 immer mit der Gefahr eines davon zu vernachl\u00e4ssigen.<\/p>\n<p><strong>Kinderlosen Ehepaaren<\/strong> m\u00f6chte verst\u00e4ndnisvoll gesagt sein, dass bei allem Schmerz eines unerf\u00fcllten Kinderwunsches, eigene Kinder weder die Erf\u00fcllung des Lebensgl\u00fcckes sind, noch eine Ehe geistlich aufwertet. Kinder sind eine Gabe Gottes, die Gott in seinem souver\u00e4nen Willen zuteilt, wie er es f\u00fcr uns zum Besten h\u00e4lt.<\/p>\n<p><strong>3.3 Predigtentfaltung \u2013 wie sage ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>1) Ehe und Ledigsein \u2013 Gabe mit Verantwortung<\/p>\n<p>2) Ehe und Ledigsein \u2013 Pflicht und Gefahr<\/p>\n<p>3) Ehe und Ledigsein &#8211; Chance und Aufgabe<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>A) Freue dich an der Ehe und verherrliche Christus<\/p>\n<p>B) Freue dich an dem Ledigsein und diene Christus<\/p>\n<p>C) Freue dich in deinem jeweiligen Stand und lebe f\u00fcr Christus<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach Jacob Thiessen<\/p>\n<p>a) Gottes Absicht mit der Sexualit\u00e4t (V.1-2)<\/p>\n<p>b) Die eheliche \u201eSchuldigkeit\u201c (V.3-4)<\/p>\n<p>c) Den eigenen Weinberg pflegen (V.5-6)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>3.4 Predigtveranschaulichungen \u2013 wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Lieber Ledig bleiben \u2013 oder doch die Verantwortung seines Familienstandes wahrnehmen?<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Ich hoffe, dass Gott es nie zulassen werde, dass ich je werde sagen m\u00fcssen: Ich habe ein Weib geheiratet, ich bitte dich, halte mich f\u00fcr entschuldigt.&#8220; (George Whitfield)<\/p>\n<p>M\u00e4nner wie <em>Whitefield und Wesley<\/em>, die fast immer unterwegs sind, sollten unverheiratet bleiben. Ihre Frauen werden sonst naturgem\u00e4\u00df zu Xanthippen. Im Falle von Wesley ist das wahr. Seine Frau war ihm eine wahrhaftige Plage, die ihn, so lange sie bei ihm wohnte, das Leben sauer machte. Als sie ihn verlie\u00df, war er sichtlich erleichtert. Er kommentierte in seinem Tagebuch das Ereignis in seinem unnachahmlichen pr\u00e4gnanten Stil mit folgenden Worten: &#8222;Ich verlie\u00df sie nicht; ich entlie\u00df sie nicht; ich werde sie nicht zur\u00fcckrufen.&#8220; Das war alles. Es findet sich in seinen ausf\u00fchrlichen Tagebucheintragungen kein einziges Wort mehr \u00fcber sie oder \u00fcber seine Ehe.<\/p>\n<p><strong>Der gesegnete Dienst von ledigen Missionaren: <\/strong><\/p>\n<p><em>David Brainerd<\/em> (1718 \u2013 1747). Ray Stedman beschreibt ihn als \u00bbden brennenden jungen Missionar aus der Gr\u00fcnderzeit unseres Landes, betend in den W\u00e4ldern von New England, der sich hingab, um die Indianer zu erreichen und der auf diese Weise das Instrument in Gottes Hand wurde, durch welches eine gewaltige Erweckung unter den Indianerst\u00e4mmen ausbrach\u00ab.<\/p>\n<p><em>Robert Murray M\u2019Cheyne (<\/em>1813 \u2013 1843). Er war ein brennender Evangelist, ein begeisterter F\u00f6rderer der Au\u00dfenmission und der begabte Liederdichter von \u00bbSongs of Zion\u00ab. M\u2019Cheyne starb mit 29 Jahren. Seine geistliche Haltung war sehr deutlich und wurde so sehr gesch\u00e4tzt, dass die \u00e4lteren verheirateten M\u00e4nner in seiner Gemeinde und sogar die \u00c4ltesten seinen Rat suchten, obwohl er so jung war und noch dazu alleinstehend. Als er starb wurde gesagt, dass es in ganz Dundee nicht eine Familie gebe, die nicht durch seine Belehrung gesegnet worden war. Er hat in seiner Heimat Schottland und durch seine gedruckten Predigten und die Biografien \u00fcber sein Leben weltweit in der Gemeinde einen tiefen Eindruck hinterlassen.<\/p>\n<p>(Mac Donald, William \u201eIm Zweifelsfall ein Einzelfall\u201c S.19)<\/p>\n<p><strong>Auf der Suche nach dem richtigen Partner:<\/strong><\/p>\n<p>Zum Abschluss der Frauenfachschule wurde jeweils sehr ausf\u00fchrlich von der Bedeutung der Ehe und der rechten Gattenwahl gesprochen. Eine erfahrene, bei ihren Sch\u00fclerinnen sehr beliebte Lehrerin pflegte die Gattenwahl mit dem Klang verschiedener Glocken zu vergleichen. Zwischen achtzehn und f\u00fcnfundzwanzig, sagte sie, sei das Denken der M\u00e4dchen einer schweren, vollt\u00f6nenden Domglocke vergleichbar: Den oder keinen! Den oder keinen!<\/p>\n<p>F\u00fcr das Alter zwischen f\u00fcnfundzwanzig und drei\u00dfig Jahren k\u00f6nne man das L\u00e4uten einer mittelgro\u00dfen Kirchenglocke als Vergleich nehmen: Den oder den. Den oder den.<\/p>\n<p>In den sp\u00e4teren Jahren sei das Denken der M\u00e4dchen oft mit dem raschen Bimmeln kleiner Kapellenglocken zu vergleichen: Egal, wer da kommt! Egal, wer da kommt! (Marie H\u00fcsing)<\/p>\n<p>Gott stellt ganz gewiss auch in dieser lebenswichtigen Sache die Vertrauensfrage: Ob ein Mensch, Frau oder Mann, ihm zutraut, dass er ihm den rechten Ehepartner zuf\u00fchrt oder jemanden ledig l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Klaus Eberwein<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigtthema:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ledigsein und Verheiratetsein als Gabe und Aufgabe Predigttext:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 1Kor 7,1-9 Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. 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