{"id":3106,"date":"2017-02-28T08:57:04","date_gmt":"2017-02-28T07:57:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=3106"},"modified":"2017-03-04T08:59:39","modified_gmt":"2017-03-04T07:59:39","slug":"predigthilfe-vom-12-maerz-2017-hosea-58-66","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-12-maerz-2017-hosea-58-66\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 12. M\u00e4rz 2017 &#8211; Hosea 5,8 &#8211; 6,6"},"content":{"rendered":"<h4>Monatsthema:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Was wir von Hosea lernen k\u00f6nnen<\/h4>\n<p><strong>Bibeltext:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Hos 5,8 &#8211; 6,6<\/strong><\/p>\n<h4>Predigtthema:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Halbherzige Umkehr hilft niemandem<\/h4>\n<h4>1. Hilfreiche Bibel\u00fcbersetzungen, um den Bibeltext zu verstehen<\/h4>\n<p>Um mit dem Bibeltext vertraut zu werden, ist es sinnvoll in aller Ruhe verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen zu lesen. Zu empfehlen ist erst einmal eine Bibel\u00fcbersetzung mit der man vertraut ist, deren Sprache einem von der Syntax und von der Wortwahl her verst\u00e4ndlich erscheint.<\/p>\n<p>In einem weiteren Schritt empfiehlt sich eine Elberfelder oder Schlachter Bibel\u00fcbersetzung zu lesen, da diese \u00dcbersetzungen sich sehr nahe am Ursprungstext (Altes Testament Hebr\u00e4isch bzw. Aram\u00e4isch \/ Neues Testament Griechisch) halten. Diese \u00dcbersetzungen sind wegen ihrer N\u00e4he zur Ursprache \u00f6fter holprig im Lesefluss und enthalten oft W\u00f6rter, die unserem heutigen Wortschatz manchmal fremd sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<h4>1.1 Allgemeine Hinweise zum Bibeltext<\/h4>\n<p><strong>Zeitgeschichte um Hoseas Lebenszeit:<\/strong><\/p>\n<p>Der Prophetendienst Hoseas umfasste mehrere Jahrzehnte. Nach Hos 1,1 von Jerobeams II. (K\u00f6nig des Nordreiches Israels; 793 \u2013 753 v.Chr.) bis in die fr\u00fchen Jahre der Regierungszeit von K\u00f6nig Hiskia, der ab 715 v.Chr. die alleinige Herrschaft des S\u00fcdreiches Juda \u00fcbernahm.<\/p>\n<p>Hosea erlebte die Glanzzeit Jerobeams II., mit au\u00dfenpolitischen Erfolgen und gro\u00dfem Wohlstand (vgl. 2K\u00f6n 14,23ff) und danach den von Anarchie gepr\u00e4gten Niedergang des Nordreichs unter den K\u00f6nigen Secharja, Schallum, Menahem, Pekachja und Pekach bis zur assyrischen Gefangenschaft des Volkes Israels (vgl. 2K\u00f6n 14-17).<\/p>\n<p>Den zeitlichen Beginn des Wirkens Hoseas nennt Hos 1,1, indem einige K\u00f6nige aus dem S\u00fcdreich mit Namen aufgef\u00fchrt sind, darunter auch ein K\u00f6nig aus dem Nordreich: K\u00f6nig Jerobeam II.<\/p>\n<p>Jerobeam II. regierte ca. von 793-753 v.Chr. (K\u00f6nig des Nordreiches Israel)<\/p>\n<p>Usija\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 regierte ca. von 790-740 v.Chr. (K\u00f6nig des S\u00fcdreiches Juda)<\/p>\n<p>Jotam \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 regierte ca. von 751-735 v.Chr. (K\u00f6nig des S\u00fcdreiches Juda)<\/p>\n<p>Ahas \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 regierte ca. von 735-716 v.Chr. (K\u00f6nig des S\u00fcdreiches Juda)<\/p>\n<p>Hiskia \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 regierte ca. von 728-687 v.Chr. (K\u00f6nig des S\u00fcdreiches Juda)<\/p>\n<p>(Die Regierungsjahre machen deutlich, dass sich die K\u00f6nigsregier-ungen teils \u00fcberschnitten)<\/p>\n<p>Somit lebte Hosea ungef\u00e4hr 10 Jahre nach dem Propheten Amos und wirkte etwa 150 Jahre fr\u00fcher als der Prophet Jeremia. Zeitgleich mit Hosea war der Prophet Jesaja im S\u00fcdreich Juda unterwegs.<\/p>\n<p>Hosea stammte aus Israel (gemeint ist das Nordreich bzw. das 10-St\u00e4mmegebiet des zweigeteilten Israels in S\u00fcdreich Juda und Nordreich Israel), wo er auch Gottes Botschaft verk\u00fcndigte.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der ersten H\u00e4lfte des achten Jahrhunderts war der Einfluss Assyriens im Westen zur\u00fcckgegangen, so dass die Reiche von Jerobeam II. und Usija sich eigenst\u00e4ndig entwickelten. Doch die Lage \u00e4nderte sich nach Ableben Jerobeams II. sehr schnell. Wie Hosea es voraussah, erneuerten die Assyrer unter Tiglat-Pileser III. (745-727 v.Chr.) ihre Expansionspolitik im Westen. 734 v. Chr. wurde das Nordreich zu einem Vasallen-\/Marionettenstaat des assyrischen Weltreichs (vgl. 2K\u00f6n 15,29). Nachdem Israel (Nordreich) eine Revolte gegen Assyrien unternommen hatte, wurde es 722 v.Chr. durch die Assyrer besiegt und die Bev\u00f6lkerung des Landes deportiert (vgl. 2K\u00f6n 17,1-6) \u2013 Ende des Nordreiches Israel.<\/p>\n<p><strong>Gesamtbiblischer Kontext:<\/strong><\/p>\n<p>Der Tenor der Verk\u00fcndigung Hoseas sollte das Volk Israel wieder an die Bundesverpflichtungen aus der Thora (5Mo 28,1-14) erinnern. Israel sollte an Gottes B\u00fcndnis festhalten bzw. wieder dem Bundesschluss mit Gott die Treue halten und zu Gott ihrem Herrn umkehren, um ihn allein anzubeten. War das Volk Israel gegen\u00fcber Gott treu, w\u00fcrden sie im Segen Gottes leben. Der Ungehorsam gegen\u00fcber dem B\u00fcndnis mit Gott war mit einem Fluch belegt (vgl. 5Mo 28,15-68), der das Gericht und letztendlich das Exil Israels mit sich bringen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Wenn Hosea von der S\u00fcnde Israels sprach, betonte er vor allem dessen G\u00f6tzendienst (vgl. Hos 4,17; 8,4.6; 10,5; 11,2; 13,2) und beklagte damit den Bundesbruch. Denn Israels K\u00f6nige hatten Orte der Anbetung festgelegt (in Bethel und in Dan), an denen jeweils ein eigens errichtetes goldenes Kalb zur Verehrung stand. Hinzu kam, dass das Volk den kanaan\u00e4ischen Baals- und Ascherakult mehr und mehr annahm.<\/p>\n<p>Durch die Sendung des Propheten Hoseas, zeigte Gott seine Liebe zum Volk Israel. Durch den Propheten wollte Gott das Volk zur Umkehr rufen \u2013 er gab es nicht\u00a0 einfach dem Untergang preis. So ist auch das kommende Gericht, das Israel eines Tages erleben muss ein Akt des Aufr\u00fcttelns und der Liebe: Israel, kehr um! Sieh doch wie gut du es bei deinem Gott hast, der dich schon damals aus \u00c4gypten gef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p><strong>Gliederung des Buches Hosea:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Hoseas Ehe als Bild f\u00fcr Gottes Bund mit Israel Kapitel 1-3<\/strong>\n<ul>\n<li>Auftrag an Hosea, die Hure Gomer zu heiraten<\/li>\n<li>Israel ist die ehebrecherische Hure<\/li>\n<li>Doch Gottes Liebe wirbt weiter um Israel<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Das Gericht Gottes Kapitel 4-11<\/strong>\n<ul>\n<li>Israels S\u00fcnde: Abfall von Gott und \u201eHurerei\u201c mit andern G\u00f6ttern<\/li>\n<li>Israels K\u00f6nige locken ins Verderben\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Kapitel 5,1-7<\/li>\n<li>Gericht Gottes an Israel \u2013 Gott ist ein br\u00fcllender L\u00f6we\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Kapitel 5,8-1<\/li>\n<li>Das Volk klagt und Gott antwortet\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Kapitel 6,1-7,2<\/li>\n<li>Warnung vor falschen B\u00fcndnissen mit \u00c4gypten u. Assur<\/li>\n<li>Israel wird verworfen (Beute der Fremden)<\/li>\n<li>Gottes gro\u00dfe Liebe f\u00fcr Israel<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Das Erbarmen Gottes Kapitel 12-14<\/strong>\n<ul>\n<li>Ephraim f\u00e4llt von Gott ab, Gottes Gericht<\/li>\n<li>Umkehr und Versprechen Gottes<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h4>1.2 Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Bibeltextes<\/h4>\n<h4><strong>Unmittelbarer Kontext:<\/strong><\/h4>\n<p>Das Nordreich Israel bleibt auch in diesem Abschnitt der eigentliche Adressat. Dennoch tritt nun auch das S\u00fcdreich Juda, das bereits gewarnt worden war dem Beispiel Israels nicht zu folgen (vgl. Hos 4,5), in den Fokus des Gottesgerichts (vgl. Hos 5,5.8.10.13-14). Das 5. Kapitel beginnt mit einer Anklage der Schuld (Verse 1-5), die dann in eine Ank\u00fcndigung des Gerichts \u00fcbergeht (V. 6-15).<\/p>\n<p><strong>Exegetische Einsichten:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verse 8-9:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong>Die Worte: \u201eSto\u00dft ins Horn &#8230; Trompete\u201c leiten einen neuen Textabschnitt ein, der nun im Folgenden von Krieg bzw. vom Gottesgericht spricht.<\/p>\n<p>Bei den Ortschaften Gibea und Rama handelt es sich um hoch gelegene Grenzst\u00e4tte. Sie lagen nur wenige Kilometer n\u00f6rdlich von Jerusalem und noch im Gebiet Benjamins im S\u00fcdreich (vgl. Jos 18,25.28).<\/p>\n<p>Bei Bet-Awen dagegen ist nicht ganz klar, ob sich diese Grenzstadt noch vor oder hinter der Grenze, und damit im Nordreich befand. Die Bibelstellen Hos 4,15; 10,8 sprechen daf\u00fcr, dass Bet-Awen damals zum Nordreich Israel geh\u00f6rte. Aufgrund der Namensbedeutung, nach der Bet-Awen \u00fcbersetzt \u201eHaus des Unheils\u201c hei\u00dft, wurde \u00f6fter schon vermutet, dass mit diesem Stadtnamen ein Wortspiel zu Bet-El (bedeutet: Haus Gottes) in Verbindung zu bringen sei, weil in Bet-El eins der beiden goldenen K\u00e4lber zur Anbetung bereitstand. \u201eHaus Gottes\u201c im Wortspiel mit \u201eHaus des Unheils\u201c, weil Israel Gott gegen\u00fcber durch den G\u00f6tzendienst untreu geworden war. Mit letztendlicher Sicherheit konnte dieses Wortspiel jedoch nicht best\u00e4tigt werden. Von daher sollte Bet-Awen von Bet-El unterschieden werden, so wie es im ersten Samuelbuch unterschieden wird (vgl. 1Sam 13,1-5; 14,23).<\/p>\n<p>In welcher Lage redet Gott in Vers 8 u. 9 durch Hosea zum Volk Israel? Es wird an die Zeit des assyrisch-ephraimitischen Krieges (734\/733 v.Chr.) zu denken sein, weil im Verlauf der weiteren Verse viel von Krieg und den mit sich bringenden N\u00f6ten gesprochen wird.<\/p>\n<p>Zwischen Ephraim (Stammesgebiet des Nordreiches) und Benjamin (Stammesgebiet des S\u00fcdreiches) verlief die Grenze.<\/p>\n<p>Gegen den Rat des Propheten Jesaja bat K\u00f6nig Ahas (S\u00fcdreich) Tiglat-Pileser III. um Hilfe (vgl. 2K\u00f6n 16,7; Jes 7). Daraufhin fiel Tiglat-Pileser 734 v.Chr. ins Nordreich Israel ein, zog westlich des S\u00fcdreiches Juda gen S\u00fcden, zerst\u00f6rte die gro\u00dfen Philisterst\u00e4dte und kam bis an den Bach \u00c4gyptens.<\/p>\n<p>Ein Jahr sp\u00e4ter wandte sich Tiglat Pileser III. erneut gegen das Nordreich Israel und nahm ganz Galil\u00e4a bis zur Jesreel-Ebene ein.<\/p>\n<p>\u201e[Der Feind ist] hinter dir her, Benjamin! Ephraim wird zur W\u00fcste werden &#8230;\u201c Hier ist die bevorstehende Invasion der Assyerer im Blickfeld \u2013 Ephraim wird zerst\u00f6rt werden. Benjamin wird, satt Ephraim in den Kampf zu f\u00fchren, von den gleichen Angreifern verfolgt werden. Dann k\u00f6nnte man die Zeile so umschreiben: \u201eHinter dir, o Benjamin, kommt der Eroberer Ephraim her.\u201c Mit den Worten \u201eEphraim wird zur W\u00fcste werden\u201c ist die sichere Zerst\u00f6rung Ephraims gemeint, die gewiss eintrifft. Dieses kommende Gericht wird den Fluch des Bundes aus 3Mo 26,32-35 erf\u00fcllen.<\/p>\n<p><strong>Vers 10:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong>Auch das S\u00fcdreich Juda wird nicht verschont bleiben. Seine F\u00fchrer (wohl auch milit\u00e4rische F\u00fchrer) haben ebenfalls den Bund mit Gott gebrochen. Sie sind wie jene, die Grenzsteine verr\u00fccken, denn sie zeigen keinerlei Achtung vor dem Gesetz Gottes. Das Verr\u00fccken der Grenzsteine wurde vom Gesetz ausdr\u00fccklich verboten (vgl. 5Mo 19,14; 17,17). Denn als die assyrischen Truppen von Norden angriffen, setzten Truppen aus dem S\u00fcdreich Juda zum Gegenangriff und marschierten in Richtung Samaria (Nordreich). Juda verr\u00fcckte also seine Grenze. Die zw\u00f6lf St\u00e4mme Israels geh\u00f6ren eigentlich zusammen, auch wenn sie sich getrennt hatten. Aber nun bekriegten sie sich. Deshalb wird Gottes Gericht \u00fcber beide Reiche bzw. \u00fcber alle zw\u00f6lf St\u00e4mme kommen. Denn kein Stamm soll den anderen erniedrigen. Das einzige was vor dem Gericht Gottes noch retten kann ist die Umkehr zu Gott. Menschliche Macht und die damit verbundenen Feldz\u00fcge f\u00fchren dagegen in den Untergang. Gott ist zornig, wenn Br\u00fcder einander bekriegen. Dagegen werden die assyrischen Truppen mit einem anderen Ma\u00df gemessen.<\/p>\n<p><strong>Vers 11:<\/strong>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eUnterdr\u00fcckt ist Ephraim, zerbrochen das Recht\u201c. Unterdr\u00fcckt kann auch mit misshandelt \u00fcbersetzt werden. Misshandelt wurde Ephraim von Juda und den Assyrern. Zerbrochen war das Recht, weil Gottes Lebensordnungen nicht mehr eingehalten wurden.<\/p>\n<p>Hier wird deutlich, dass Gott nicht allein wegen des Bundesbruches sondern auch wegen der Unterdr\u00fcckung und dem Rechtsbruch leidet.<\/p>\n<p>Gleichzeitig zeigt dieser Vers die Begr\u00fcndung des Gerichts wegen des Rechtsbruchs gegen\u00fcber Gottes Ordnungen aufgrund des nichtigen G\u00f6tzendienstes.\u00a0\u00a0\u00a0 <strong>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p><strong>Vers 12:<\/strong>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Gott f\u00fchrt sein Volk in den Untergang (Gericht). F\u00fcr Ephraim ist er wie eine Motte, die die Kleider zerst\u00f6rt. F\u00fcr Juda ist er wir die F\u00e4ulnis (Verwesung; Verderben), langsam aber sicher wird alles zerfressen. Gleichzeitig macht dieser Vers deutlich, dass Gott internationale M\u00e4chte (in diesem Fall die Assyrer) zugunsten seiner Ziele lenken (benutzen) kann. Zu merken sei in diesem Vers dies: Wer Gott nicht als den liebenden und gn\u00e4digen F\u00fchrer (Hirten) achten will, dem tritt Gott als gerechten Richter entgegen.<\/p>\n<p><strong>Vers 13:<\/strong>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Zwar erkannten Ephraim und Juda ihre notvolle Lage (sie sind krank und von einem Geschw\u00fcr befallen), aber Hilfe suchten sie nun bei ihren Peinigern bzw. bei irdischen M\u00e4chten anstatt bei Gott. Vermutlich bezieht sich dieser Bibelvers auf K\u00f6nig Hoseas (letzter K\u00f6nig des Nordreiches) B\u00fcndnis mit Assyrien (vgl. 2K\u00f6n 17,3), das er schloss, als er den Thron von Israel bestieg (vgl. 2K\u00f6n 15,30). Aber sobald K\u00f6nig Hosea den Tribut nicht mehr an die Assyrer zahlen konnte, griffen die assyrischen Truppen Israel erneut an (vgl. 2K\u00f6n 17,3-6).Wer ist K\u00f6nig Jareb? Da der \u00fcbliche Artikel im hebr\u00e4ischen Text fehlt, wird angenommen, dass es sich um einen K\u00f6nigstitel handelt, der mit (der) \u201eKriegerische\u201c (oder (der) \u201eK\u00e4mpferische\u201c) zu \u00fcbersetzen ist. Es kann sich auch um den Titel \u201eGro\u00dfk\u00f6nig\u201c bzw. \u201eGro\u00dfer K\u00f6nig\u201c handeln. Es kann sich demnach sehr gut um Tiglat Pileser III. handeln. Doch der assyrische Herrscher war sicherlich kein Arzt, der das Volk Israel von \u00a0seiner Krankheit und Befallensein erl\u00f6ste; vielmehr war und blieb er ein grausamer Unterdr\u00fccker, was der Prophet Hosea hier am Ende des Verses ausdr\u00fcckt.<\/p>\n<p><strong>Vers 14:<\/strong>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Aus der kleinen Motte und den Bakterien der F\u00e4ulnis wird Gott nun zu einem L\u00f6wen der das Nord- und S\u00fcdreich zerreisen wird. Der Gebrauch mehrer Verb-Formen in der \u201eIch\u201c-Form (1. Ich bin (&#8230; ein L\u00f6we); 2. Ich zerrei\u00dfe; 3. (Ich) gehe davon; 4. Ich trage weg;) betont Gottes Anteil am Gericht, auch wenn er fremde Armeen als seine Werkzeuge benutzt. F\u00fcr Ephraim wird diese Weissagung im Jahr 722 v.Chr. eintreffen \u2013 Israel wird komplett erobert und das Volk ins assyrische Reich deportiert werden. Juda wird dasselbe Ereignis in zwei Wellen, in den Jahren 597 u. 587 v. Chr. durch die babylonische Heeresmacht ereilen (vgl. 2K\u00f6n 25).<\/p>\n<p><strong>Vers 15:<\/strong>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Dieser Vers verdeutlicht Gottes Sehnsucht. Er w\u00fcnscht sich so sehr, dass sein Volk (Nordreich und S\u00fcdreich) ihn als Helfer bzw. als Arzt aufsucht. Schon die Namensbedeutung des von Gott gesandten Propheten Hosea f\u00fchrt das Hilfsprogramm Gottes vor Augen: Hosea = Er-Jahwe hat geholfen bzw. der Herr ist Hilfe, Rettung. Bei den weltlichen Herrschern ist dagegen keine dauerhafte Hilfe zu erfahren. Das zeigt die ganze bibl. K\u00f6nigsgeschichte. \u201eIch gehe, kehre zur\u00fcck an meinen Ort\u201c. Gott l\u00e4sst sein Volk vor\u00fcbergehend allein laufen. Er l\u00e4sst es in die Arme derer laufen mit dessen K\u00f6nigen sie Vertr\u00e4ge geschlossen und Hilfe gesucht haben; dort, wo sie die G\u00f6tzen finden, denen sie huldigten. Gottes R\u00fcckzug und sein richterliches Handeln haben aber den Zweck, die Beziehung zwischen dem Volk Israel und Gott wiederherzustellen. Das Volk Israel soll erkennen, dass nur bei ihm Hilfe und Rettung zu finden ist. Sie sollen allein sein und Not erfahren, um sich wieder ihrem Gott voller Vertrauen zuzuwenden. Nachdem das Volk Gottes alle Not (gerechte Strafe) f\u00fcr seine Trennung von Gott empfangen hat, wird es voller Reue zu Gott umkehren.<\/p>\n<p><strong>Verse 6,1-6\u00a0\u00a0 <\/strong>Der Ruf des Propheten Hoseas: \u201eKommt &#8230; er wird uns heilen &#8230; verbinden\u201c zeigt die nicht endende Hoffnung trotz all der f\u00fcrchterlichen Gerichtsvorhersagen. Auch spiegelt sich in dieser Hoffnung Gottes Liebe wider. Denn vor den Augen des Propheten steht nicht allein der strafende und richtende Gott, der sein Volk dem Verderben \u00fcberl\u00e4sst. Nein, des Propheten Auge sah weit mehr: die Wirklichkeit des rettenden HERRN (Jahwe), der sein Volk heilen wird. Vers 2 verdeutlicht, dass das gegenw\u00e4rtige Sterben eines Tages in eine Auferstehung verwandelt wird: \u201eEr wird uns nach zwei Tagen neu beleben, am dritten Tag uns aufrichten, dass wir vor seinem Angesicht leben.\u201c Dieser Satz wirft einen Lichtstrahl auf die Todes- und Auferstehungsgeschichte Jesu Christi voraus. Es wird Jesus Christus sein, dessen freiwilliger Opfergang ans Kreuz alle S\u00fcnde des Volkes und der Menschheit wieder gut machen kann. Die Neubelebung bzw. Auferstehung Jesu am dritten Tage nach seinem Tod zeigt, dass die S\u00fcnde ges\u00fchnt ist und Gott mit seiner lebenssch\u00f6pferischen Macht sich zu seinem Kind stellt, es als sein Eigen akzeptiert, es liebt, es zu sich holt und alle Wunden heilen wird. So wird Gott seine Kinder, die Kinder Israels, eines Tages zu sich holen, um sie am Leben zu erhalten, sie zu heilen und zu lieben \u2013 sie werden \u201evor seinem Angesicht leben.\u201c. Durch Jesu Tod und Auferstehung gilt diese Zusage auch allen Menschen der Welt und nicht nur dem Volk Israel, vorausgesetzt, sie kehren zu Gott um.<\/p>\n<p>Freilich kann Vers 2 auch bedeuten, dass Israel durch den Odem Gottes zu einer politischen und moralischen Auferstehung erwachen kann. Aber wie dem auch sei, alle Erwartungen gehen nicht vom Volk oder von irdischen M\u00e4chten, sondern von Gottes Lebenskraft und Gnade aus. Wer zu Gott umkehrt wird Lebenskraft, Rettung und Liebe erleben. Von Gottes Wort her gewann der Prophet Hosea diese unersch\u00fctterliche Glaubensgewissheit.<\/p>\n<p>\u201eSo lasst uns [ihn] erkennen, [ja,] lasst uns nachjagen der Erkenntnis des HERRN!\u201c Dieser Vers ist der Aufruf zur Umkehr zu Gott. Schaut auf Gottes Hilfe, h\u00f6rt auf die Weissagungen seiner Propheten. Lernt Gott und seine Zusagen von neuem kennen. Gott kommt (wieder) so sicher wie jeden Morgen der Sonnenaufgang \u2013 so wie die Sonne nach der Nacht alles hell erstrahlen l\u00e4sst, so wie der Sp\u00e4tregen \u2013 der f\u00fcr das Reifen aller Fr\u00fcchte (Obst und Getreide) notwendig ist. Gott wendet sich nach dem Gericht Israel wieder zu, schenkt Licht und Versorgung \u2013 Gott ist gn\u00e4dig im Gegensatz zu allen G\u00f6tzen und irdischen K\u00f6nigen.<\/p>\n<p>Israels und Judas Treue und G\u00fcte hingegen sind verschwindend kurzweilig. Sie verdampfen wie die Morgenwolken in den T\u00e4lern, bzw. wie die Trautropfen auf den Pflanzen, sobald die hei\u00dfe Sonne mit ihrer Hitze das Land durchstr\u00f6mt. Solch ein Bild rascher Verg\u00e4nglichkeit war bisher Israels Art und Leben gewesen.<\/p>\n<p>Gott w\u00fcnscht sich nicht nur eine kurze Umkehr, sondern eine Umkehr, der eine bleibende Geistesbeziehung (Gemeinschaft) f\u00fcr immer folgt. Aber eine solch best\u00e4ndige Beziehung wird Israel nun nur durch das Gericht bekommen, wie es die Verse 5 u. 6 ausdr\u00fccken. Denn die Erkenntnis, dass sich Liebe und G\u00fcte nicht in Schlacht- bzw. Brandopfern ersch\u00f6pfen, sondern in der Gottes- und N\u00e4chstenliebe, anstatt im G\u00f6tzenkult, ist Grundlage der anbetenden Gemeinde Gottes bzw. des Volkes Israels (vgl. Mk 12,29-31).<\/p>\n<p>(A. Cyris)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Was wir von Hosea lernen k\u00f6nnen Bibeltext:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Hos 5,8 &#8211; 6,6 Predigtthema:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Halbherzige Umkehr hilft niemandem 1. 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