{"id":3092,"date":"2017-02-24T08:30:45","date_gmt":"2017-02-24T07:30:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=3092"},"modified":"2017-02-24T09:12:26","modified_gmt":"2017-02-24T08:12:26","slug":"predigthilfe-vom-5-maerz-2017-hosea-11-225","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-5-maerz-2017-hosea-11-225\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 5. M\u00e4rz 2017 &#8211; Hosea 1,1 &#8211; 2,25"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Was wir von Hosea lernen<\/strong><br \/>\n<strong>Bibeltext: \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0Hos 1,1-2,25<br \/>\nPredigtthema: \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Geistliche Untreue (Hurerei) und Gottes Neuanfang<\/strong><\/p>\n<h4>1. Hilfreiche Bibel\u00fcbersetzungen, um den Bibeltext zu verstehen<\/h4>\n<p>Um mit dem Bibeltext vertraut zu werden, ist es sinnvoll in aller Ruhe verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen zu lesen. Zu empfehlen ist erst einmal eine Bibel\u00fcbersetzung mit der man vertraut ist, deren Sprache einem von der Syntax und von der Wortwahl her verst\u00e4ndlich erscheint.<\/p>\n<p>In einem weiteren Schritt empfiehlt sich eine Elberfelder oder Schlachter Bibel\u00fcbersetzung zu lesen, da diese \u00dcbersetzungen sich sehr nahe am Ursprungstext (Altes Testament Hebr\u00e4isch bzw. Aram\u00e4isch \/ Neues Testament Griechisch) halten. Diese \u00dcbersetzungen sind wegen ihrer N\u00e4he zur Ursprache \u00f6fter holprig im Lesefluss und enthalten oft W\u00f6rter, die unserem heutigen Wortschatz manchmal fremd sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<h4>1.1 Allgemeine Hinweise zum Bibeltext<\/h4>\n<p><strong>Buchkontext:<\/strong><\/p>\n<p>Das Buch Hosea er\u00f6ffnet das sogenannte \u201eZw\u00f6lfprophetenbuch\u201c (kleine Propheten). In der hebr\u00e4ischen Bibel gilt es als eine Einheit.<\/p>\n<p>Der Bibeltext Hos 1-2,25 z\u00e4hlt zu den prophetischen Redegattungen \u2013 genau genommen zu den biographischen Prophetenerz\u00e4hlungen, da Lebensepochen Hoseas beschrieben werden, die den Menschen damals wichtiges von Gott mitteilen wollten.<\/p>\n<p>So sind Hoseas Heirat mit der Hure Gomer und die aus der Ehe hervorgehenden Kinder eine, im wahrsten Sinne des Wortes, lebendige Predigt an das Volk Israel. Insofern wird die Familie Hoseas zur Zeichenhandlung, mit der Gott sein Anliegen veranschaulichen will.<\/p>\n<p>Wer die Ehe und die Namen der Personen (insbesondere die Namen der Kinder) interpretiert, soll erkennen, wie schmerzhaft es f\u00fcr Gott ist, wenn sein Volk sich immer und immer wieder von Gott trennt (Bundesbruch) und wie sehr er sich eine Umkehr des Volkes herbeisehnt. Gott vergleicht also seine Beziehung zu seinem Volk mit einer Ehe.<\/p>\n<p>Des Weiteren soll zu interpretieren sein, was dem Volk geschieht, wenn sie auf Dauer gottlos\/untreu leben.<\/p>\n<p>So k\u00f6nnen im ganzen Prophetenbuch Hosea immer wieder die Leitmotive\/-w\u00f6rter des Rechtsstreites und der Umkehr entdeckt werden (vgl. zu Rechtsstreit: Hos 2,4; 4,1.4; 12,3; zu Umkehr: Hos 3,5; 11,11; 14,2.3.8).<\/p>\n<p>In der prophetischen Redegattung Hoseas gilt es auf jeden Fall zu beachten, dass seine Reden nicht nur Gerichts-, sondern auch Heilsangk\u00fcndigungen beinhalten. Diese Heilsank\u00fcndigungen sind die hellen Sterne am dunkel gewordenen Horizont, die Gottes Treue und Gnade erstrahlen lassen. So kann man letztendlich sagen: Hoseas Mission galt der Liebe Gottes. Sie stellt, auch wenn es seltsam klingt, das s\u00fcndige (von Gott weg laufende) Volk unter das Gericht und schenkt dar\u00fcber hinaus Vergebung und die Gnade.<\/p>\n<p><strong>Gesamtbiblischer Kontext:<\/strong><\/p>\n<p>Das Bild, dass Gott der Ehemann seines Volkes (Hos 1-3; Jes 54,5) ist, wird schon bei Jesaja (Jes 62,5) verwendet und im Neuen Testament auf Christus und die Gemeinde \u00fcbertragen (vgl. Mt 25,10). Die Gemeinde ist die Braut und Christus ist der Br\u00e4utigam (vgl. 2Kor 11,2; Offb 19,7; 21,2; 22,17).<\/p>\n<p><strong>Zeitgeschichte um Hoseas Lebenszeit:<\/strong><\/p>\n<p>Hosea, der Sohn Beeris,\u00a0 erlebte die Glanzzeit Jerobeams II., mit au\u00dfenpolitischen Erfolgen und gro\u00dfem Wohlstand (vgl. 2K\u00f6n 14,23ff) und danach den von Anarchie gepr\u00e4gten Niedergang des Nordreichs unter den K\u00f6nigen Secharja, Schallum, Menahem, Pekachja und Pekach bis zur assyrischen Gefangenschaft des Volkes Israels (vgl. 2K\u00f6n 14-17).<\/p>\n<p>Den zeitlichen Beginn des Wirkens Hoseas nennt Hos 1,1, indem einige K\u00f6nige aus dem S\u00fcdreich mit Namen aufgef\u00fchrt sind, darunter auch ein K\u00f6nig aus dem Nordreich: K\u00f6nig Jerobeam II.<\/p>\n<p>Jerobeam II. regierte ca. von 793-753 v.Chr. (K\u00f6nig des Nordreiches Israel)<\/p>\n<p>Usia regierte ca. von 790-740 v.Chr. (K\u00f6nig des S\u00fcdreiches Juda)<\/p>\n<p>Jotam regierte ca. von 751-735 v.Chr. (K\u00f6nig des S\u00fcdreiches Juda)<\/p>\n<p>Ahas regierte ca. von 735-716 v.Chr. (K\u00f6nig des S\u00fcdreiches Juda)<\/p>\n<p>Hiskia regierte ca. von 728-687 v.Chr. (K\u00f6nig des S\u00fcdreiches Juda)<\/p>\n<p>(Die Regierungsjahre machen deutlich, dass sich die K\u00f6nigsregier-ungen teils \u00fcberschnitten)<\/p>\n<p>Somit lebte Hosea ungef\u00e4hr 10 Jahre nach dem Propheten Amos, wirkte aber etwa 150 Jahre fr\u00fcher als der Prophet Jeremia.<\/p>\n<p>Hosea stammte aus Israel (gemeint ist das Nordreich bzw. das 10 St\u00e4mmegebiet des zweigeteilten Israels in S\u00fcdreich Juda und Nordreich Israel), wo er auch Gottes Botschaft verk\u00fcndigte.<\/p>\n<h4>1.2 Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Bibeltextes<\/h4>\n<p><strong>Textstruktur:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hos 1,1<\/strong> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 &#8211; Dieser Vers bildet mit seiner Information eine Art \u00dcberschrift, besser gesagt eine Klammer (Inclusio), die am Ende des Hoseabuches, in Hos 14,10 mit einem R\u00e4tsel schlie\u00dft.<\/p>\n<p><strong>Hos 1,2 &#8211; 2,3<\/strong> &#8211; Gottes Auftrag zu einer Zeichenhandlung (Hoseas Ehe als Predigt)<\/p>\n<p><em>\u00a0\u00a0 1,2-9: Gerichtsperspektive<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Hos 1,2-3 \u2013 Hoseas Heirat mit der Hure Gomer<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Hos 1,3 \u2013 Begr\u00fcndung des Gerichts (Hurerei)<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Hos 1,3-4 \u2013 Geburt des Sohnes Jesreel<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Hos 1,4-5 \u2013 Gerichtsschau<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Hos 1,6 \u2013 Geburt der Tochter Lo-Ruhama<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Hos 1,6 \u2013 Gerichtsschau<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Hos 1,8-9 \u2013 Geburt des Sohnes Lo-Ammi<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Hos 1,9 \u2013 Gerichtsschau<\/p>\n<p>\u00a0 \u00a0<em>2,1-3: Heilsperspektive<\/em><\/p>\n<p><strong>Hos 2,4-25<\/strong>\u00a0\u00a0\u00a0 &#8211; Zweiteilige Gottesrede<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong>Teil 1:<\/strong> 2,4-17 Gott als Ankl\u00e4ger und Richter<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\">Vers 4: Er\u00f6ffnung mit Imperativ (Rechtet!)<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\">Vers 8: Er\u00f6ffnung der Urteilsverk\u00fcndigung mit \u201eDarum\u201c<\/p>\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<strong>Teil 2:<\/strong> 2,18-25 Heilsank\u00fcndigung (Einsatz mit \u201ean jenem Tage\u201c)<\/p>\n<p><strong>Exegetische Einsichten:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hosea 1,1:<\/strong> \u201eDas Wort des HERRN (JHWH), das zu Hosea &#8230; geschah\u201c. Der Name Hosea ist von nicht unbedeutender Wichtigkeit, weil sein Name als Auftrags-Programm seines Prophetendienstes gleichkommt. Hosea hei\u00dft: Er-Jahwe hat geholfen. Im Auftrag Gottes, will und soll Hosea ein Helfender f\u00fcr Israel sein.<\/p>\n<p>Die im weiteren Textverlauf erw\u00e4hnten K\u00f6nige machen einerseits auf das historische Interesse aufmerksam, andererseits deuten die Namen der K\u00f6nige auf eine Interessenverschiebung Hoseas hin \u2013 n\u00e4mlich den Blick von Israel weg gen Juda.<\/p>\n<p>Die K\u00f6nige Usija, Jotam, Ahas und Hiskia waren K\u00f6nige des S\u00fcdreiches Juda. Als einziger K\u00f6nig aus dem Nordreich Israel wird Jerobeam II. erw\u00e4hnt, obwohl auch nach Jerobeam II. weitere K\u00f6nige im Nordreich an die Macht kamen. Hoseas fehlende Verweise auf sp\u00e4tere K\u00f6nige des Nordreiches (Sacharja, Schallum, Menahem, Pekachja, Pekach und Hoschea) deuten auf die Eitelkeit der K\u00f6nige hin, die allesamt nur durch Mord und Gewalt auf den Thron kamen und f\u00fcr verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig wenig Ordnung sorgten. Nach K\u00f6nig Jerobeam II. war das Nordreich Israel von Anarchie und Sittenverfall gepr\u00e4gt.<\/p>\n<p>K\u00f6nig Sacharja \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 (ermordet\u00a0 753 v.Chr.),<\/p>\n<p>K\u00f6nig Schallum \u00a0\u00a0\u00a0 (ermordet\u00a0 752 v.Chr.),<\/p>\n<p>K\u00f6nig Menahem \u00a0\u00a0 (\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 752-742 v.Chr.)<\/p>\n<p>K\u00f6nig Pekachja \u00a0\u00a0\u00a0 (ermordet\u00a0 741-740 v.Chr.),<\/p>\n<p>K\u00f6nig Pekach \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 (ermordet\u00a0 752-732 v.Chr \u2013 sich \u00fcberschn. Thronanspruch)<\/p>\n<p>K\u00f6nig Hoschea \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 (Ende des Nordreichs Israels 722 v.Chr.)<\/p>\n<p>Auch der sich durchziehende G\u00f6tzendienst bzw. die Verf\u00fchrung des Volkes zu den falschen Heiligt\u00fcmern des Nordreiches (Stierstatuen in Bethel und in Dan) auf Anlass der K\u00f6nige des Nordreiches, sind der Erw\u00e4hnung und Blickrichtung nicht wert.<\/p>\n<p>Im Gegensatz dazu war das S\u00fcdreich von einem theokratischen K\u00f6nigreich gepr\u00e4gt und die Hauptstadt weiterhin Jerusalem, in der sich das wahre Heiligtum, der Tempel bzw. der Ort der Anbetung Gottes, befand.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Hosea 1,2:\u00a0 <\/strong>Bei Hosea taucht zum ersten Mal im Alten Testament dieses erschreckende Bild des Ehebruchs auf und bringt damit den G\u00f6tzendienst des Volkes als \u201eHurerei\u201c zum Ausdruck: \u201eDas Land treibt st\u00e4ndig Hurerei, vom HERRN hinweg.\u201c Daran wird der Abfall Israels sichtbar \u2013 sie haben den Bund vom Sinai zerbrochen. Der G\u00f6tzendienst im Nordreich, von Seiten der Regierung her angeordnet und gepr\u00e4gt, gestaltete sich in einem Ausma\u00df wie kaum zuvor. Zum Tempel in Jerusalem sollten die B\u00fcrger des Nordreiches nicht mehr gehen. Die zwei goldenen K\u00e4lber (Stiere) in Bethel und in Dan waren zu Orten der Verehrung Gottes gemacht worden. Des Weiteren kam hinzu, dass sich die Israeliten mehr und mehr an den kanaan\u00e4ischen Baals- und Ascherakult anpassten.<\/p>\n<p>Unter K\u00f6nig Jerobeam II. befand sich Israel zwar noch in einer Bl\u00fctezeit des Wohlstands. Dennoch war diese Zeit l\u00e4ngst von einem \u201einneren Niedergang\u201c (Gottlosigkeit\/Sittenverfall) gepr\u00e4gt. Auf den inneren Niedergang folgte dann der \u00e4u\u00dfere bzw. sichtbare Niedergang bis hin zum Reichsende im Jahr 722 v. Chr.<\/p>\n<p>\u201eGeh, nimm dir eine hurerische Frau und &lt;zeuge&gt; hurerische Kinder!\u201c Mit diesem Auftrag bezieht Gott den Propheten Hosea mit seiner ganzen Person in seine Botschaft ein. Hosea, der Bote Gottes, soll die Not, den Schmerz Gottes empfinden und leibhaftig vor Gottes Volk zur Schau stellen. Die Hure Gomer war eine Illustration f\u00fcr den Bundesbruch durch Israel. Letztendlich geht es um die Frage was Israel weiterhin sein will: Hure oder die Braut Gottes?<\/p>\n<p><strong>Hosea 3-9:<\/strong>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Auch die Namen seiner Kinder, die aus Hoseas Ehe mit Gomer hervorgehen sind in diese \u201elebendige Predigt\u201c als sogenanntes Gerichts-Programm mit einbezogen. Sie sollen dem Volk Israel ebenfalls zur Deutung werden:<\/p>\n<p>Erster Sohn:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Jesreel \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 = Gott wird s\u00e4en\/zerstreuen<\/p>\n<p>Tochter:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Lo Ruhama \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 = ohne Erbarmen (Nichtbegnadigte)<\/p>\n<p>Zweiter Sohn:\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Lo Ammi \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 = nicht mein Volk<\/p>\n<p>Der Name <em>Jesreel<\/em> deutet auf die k\u00fcnftige Zerstreuung (Volksentf\u00fchrung) Israels durch die Assyrer im Jahr 722 v.Chr. hin (vgl. Vers 4). Der erw\u00e4hnte \u201eZerbruch des Bogens Israels\u201c (vgl. Vers 5) deutet darauf, dass Israel keine milit\u00e4rische Macht mehr haben wird, um seinen Gegnern erfolgreich entgegentreten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der Name <em>Lo Ruhama<\/em> deutet darauf, dass Gott sein Gericht ohne Mitleid an Israel durchf\u00fchren wird. Israel soll k\u00fcnftig ohne Gnade in die St\u00fcrme des Weltgeschehens geraten.<\/p>\n<p>Der Name <em>Lo Ammi<\/em> deutet darauf, dass Israel nicht mehr als Gottes Volk bekannt sein wird. Lo Ammi scheint alle Versprechen Gottes, Abrahams Nachkommen als unz\u00e4hlbares Volk heranwachsen zu lassen, in Schall und Rauch aufgehen zu lassen. Das Volk Israel ist k\u00fcnftig auf sich allein gestellt, ohne die f\u00fcrsorgliche F\u00fchrung seines m\u00e4chtigen Gottes. Denn das Volk selbst will nicht Gottes Volk sein \u2013 es hurt herum. Seine Liebhaber sind die Baalim.<\/p>\n<p>In Vers 7 lesen wir erneut vom Blickwechsel ins S\u00fcdreich. Dort scheinen die Regenten und B\u00fcrger dem HERRN nahe zu sein, weshalb Gott selbst ihr Wehr und Waffen gegen alle Gegner sein will.<\/p>\n<p><strong>Hosea 2,1-3:<\/strong> Nach dem angek\u00fcndigten Gericht wird in diesen drei Versen dennoch deutlich, dass Gott sein Volk eines Tages wieder heimsuchen und zu sich ziehen will. Das Volk Israel wird trotz des Gerichts so zahlreich sein, wie Sand am Meer \u2013 unz\u00e4hlbar gro\u00df.<\/p>\n<p>Auch soll das Gericht nicht sinnlos sein. Durch das Gericht soll Israel sich an die alten und besseren Zeiten mit Gott zur\u00fcckerinnern, an Gottes Macht und F\u00fcrsorge und an Gottes Liebe. Das Volk Gottes soll durch die Gerichte von der Hurerei mit den G\u00f6ttern zur Umkehr und zum Heil gef\u00fchrt werden (vgl. auch Vers 9b). Insofern sind die Gerichtserlebnisse ein Ausdruck der Liebe Gottes. Die Liebe kann hart sein und schwerste Weltgerichte zulassen. Die Liebe opfert eine ganze Gegenwart\/Generation, wenn durch diese die weit gr\u00f6\u00dfere Zukunft bedroht wird.<\/p>\n<p>Jakob Kroeker schreibt: \u201eEin Flutgericht vernichtet in den Tagen Noahs ein ganzes Zeitalter menschlicher Geschichte. Wenn sie dennoch durch Vergebung in der Geschichte zu triumphieren sucht, so will sie mehr, als den Menschen in seiner Schuld begnadigen. Sie will ihn durch die Vergebung aus jenem Zustand heraus erl\u00f6sen, der mit unerbittlicher Konsequenz zum Gericht f\u00fchrt. Es ist die Liebe, die selbst die gr\u00f6\u00dften Opfer bringen kann, um Gerichtete zur\u00fcck in ein neues Verh\u00e4ltnis zu Gott zu f\u00fchren. So stark sie auch sein muss im Verwunden, sie ist gr\u00f6\u00dfer noch im Verbinden und Heilen. [&#8230;] Gericht wird zum Leben, Tod zur Auferstehung, Untergang zur Hoffnung.\u201c So schrieb auch einst der Apostel Paulus an die R\u00f6mer: \u201eWo aber die S\u00fcnde \u00fcberstr\u00f6mend geworden, ist die Gnade noch \u00fcberschw\u00e4nglicher geworden\u201c (R\u00f6m 5,20b)<\/p>\n<p>Ja, aus Liebe opfert Gott eine ganze Gegenwart\/ein Volk. Gott l\u00e4sst es viel kosten: Heimatlosigkeit, Tod bzw. die Verlassenheit von Gott, damit sich das Volk wieder nach der Gemeinschaft und der Liebe Gottes zur\u00fccksehnt. Und nicht nur in der Geschichte Israels mit seinen Gerichtsgeschichten wird deutlich, was sich Gott aus Liebe alles kosten l\u00e4sst. Denn ca. 750 Jahre sp\u00e4ter werden die Kosten noch h\u00f6her und deutlicher &#8230; n\u00e4mlich durch das Leben und Sterben Jesu Christi.<\/p>\n<p>Es war schrecklich f\u00fcr Jesus verlassen zu sein (vgl. Mt 27,46; Mk 15,34). Es war schrecklich f\u00fcr Jesus sterben zu m\u00fcssen (vgl. Mt 26,39. 42; u.a.) \u2013 und das alles, um einer gottlosen Menschheit den Weg zur\u00fcck zu Gott zu erm\u00f6glichen. Es kostete Gott das Leben seines einzigen Sohnes, um uns S\u00fcnder die Umkehr und Rettung zu erm\u00f6glichen. Aber dadurch wird es letztendlich in Jesus Christus zum gemeinsamen Oberhaupt kommen (vgl. Vers 2). Durch Jesus Christus k\u00f6nnen alle Juden, egal ob aus dem Nord- oder S\u00fcdreich (und auch die Heiden), wieder zu Gott geh\u00f6ren. Durch Jesus Christus ist uns Erbarmen widerfahren (vgl. Vers 3). In den Versen 1-3 kommt Gottes zuwendende Liebe zum Ausdruck.<\/p>\n<p><strong>Hosea 2,4-17:\u00a0\u00a0 <\/strong>In diesem Abschnitt ist die Rede vom Gericht, der drohenden Z\u00fcchtigung. Obwohl Gott Israel in der Geschichte best\u00e4ndig seine Liebe erweist (vgl. Hos 2,10; 10,1; 11,1.4; 13,4-5) betreibt Israel trotzdem Hurerei mit andern G\u00f6ttern. Israel \u201egeht fremd\u201c und betr\u00fcgt Gott. Was Gott Israel Gutes getan hat (Erhalt von Brot, Wasser, Wolle, Flachs, Korn, Most, \u00d6l, Silber, Gold), schreibt das untreue Volk den fremden G\u00f6ttern (Baalskult) zu (vgl. 2,10). Deshalb sind Z\u00fcchtigung und die Fortf\u00fchrung in die W\u00fcste (vgl. Vers 16) ein Mittel, um Israel zur Vernunft zu bringen, damit sie erkennen von wem all ihr Wohlstand einst herkam \u2013 nicht von den G\u00f6ttern, sondern allein von ihrem eigenen wahren Gott.<\/p>\n<p>Explizit die Verse 9 und 16 erz\u00e4hlen vom Sinn des Gerichts und lassen die k\u00fcnftige Einsicht Israels aufblitzen, dass die wahre und liebevolle F\u00fcrsorge allein vom Gott Israels kam, kommt und kommen wird. Um das Volk Israel von seiner Hurerei mit den G\u00f6ttern zu heilen, folgt in seiner Geschichte Gericht auf Gericht. Ja in die W\u00fcste und damit in die Stille (vgl. Vers 16) f\u00fchrt Gott sein Volk ein weiteres Mal (zum ersten Mal beim Auszug aus \u00c4gypten 2Mo 19), damit es dort nachdenken und sich neu auf Gott ausrichten kann.<\/p>\n<p><strong>Hosea 2,18-25: <\/strong>Diesen Verse zeigen auf, was Gott f\u00fcr sein Volk tut (Heilsank\u00fcndigung).<\/p>\n<ul>\n<li>Er entfernt die Namen der Baalim aus dem Munde Israels (Gott tilgt die S\u00fcnden \u2013 Gott vergibt) (vgl. Vers 19).<\/li>\n<li>Er schlie\u00dft f\u00fcr sein Volk einen Friedensbund (vgl. Verse 20)<\/li>\n<li>Er h\u00e4lt an seinem Versprechen fest und will sich mit Israel verloben in Ewigkeit, in Gerechtigkeit, in Recht, in Gnade und in Erbarmen (vgl. Vers 20)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Gott ist der Gebende, der Schenkende, ja der Vergebende. Im Gegensatz ist am Volk Israel nichts Liebensw\u00fcrdiges zu finden. Die ewige Liebe Gottes liebt nicht mit der Voraussetzung, dass sie bereits geliebt wird, sondern dass sie sich eine Gegenliebe erst erwecken muss. Gottes Liebe handelt ohne Voraussetzung, weil sie im Menschen und dessen Todeszustandes nichts voraussetzen kann. Das letzte Ergebnis aller Gerichte wird dann die Verlobung sein.<\/p>\n<h4>2. Hinweise f\u00fcr hermeneutische \u00dcberlegungen<\/h4>\n<p><em>\u201eWas wir von Hosea lernen\u201c<\/em> so lautet das Monatsthema. Dementsprechend, aber vor allem von der Erkenntnis des Bibeltextes her ist zu \u00fcberlegen, wie wir Christen heute, \u00e4hnlich wie Hosea damals, eine Predigt f\u00fcr unsere Mitmenschen in Beruf, Schule, Verein, Nachbarschaft, &#8230; sind und sein k\u00f6nnen. Was verk\u00fcndet unser Lebensstil? Im Hinblick auf die Zeitgeschichte Hoseas wird deutlich, dass eine um so gottlosere Gesellschaft eine viel speziellere Predigt braucht \u2013 n\u00e4mlich eine Spezialpredigt in der Sprache der Liebe Gottes.<\/p>\n<p>Hosea musste f\u00fcr eine solche Liebessprache ein gro\u00dfes Opfer bringen und die Hure Gomer zur Frau nehmen. Hier stellt sich explizit die Frage, mit welcher Opferbereitschaft wir Christen heute das Wort Gottes nicht nur predigen, sondern tats\u00e4chlich leben (vgl. Joh 13,35; Jak 1,22). Denn es geht ja nicht nur darum, dass wir Christen im Glauben wachsen und ein gutes Leben in der Heiligung f\u00fchren, sondern auch darum, Mitmenschen, die von Gott getrennt leben zu Jesus Christus zu f\u00fchren, der der Weg zu Gott ist.<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnte dein Opfer f\u00fcr deine Mitmenschen aussehen, damit sie wegen dir auf Jesus Christus den Retter aufmerksam werden? Von Hosea lernen wir eine hohe Bereitschaft an aufopferndem Verhalten f\u00fcr Gottes geliebtes Volk. Es gilt Gegenw\u00e4rtiges zu opfern, um Zuk\u00fcnftiges (Leben) zum Heil bzw. in die Gemeinschaft Gottes zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>Nicht allein von Hosea, sondern von Gott selbst k\u00f6nnen wir lernen, was unsere Zeit heute so n\u00f6tig braucht. N\u00e4mlich jemanden der ehrlich liebt und dem man vertrauen kann. Die Botschaft aus dem Bibeltext macht es unmissverst\u00e4ndlich klar, dass Gottes letztes Wort nicht Gericht, sondern Gnade sein will. Seiner vergebenden Allmacht k\u00f6nnen S\u00fcnder vertrauen und deshalb leben.<\/p>\n<p>Das bedeutet aber nicht, dass aus lauter Liebe unsere Botschaft und unser Lebensstil f\u00fcr eine tolerante Haltung gegen\u00fcber anderen Religionen verkommen darf, so wie es damals im Nordreich Israel der Fall war \u2013 im Sinne des \u201eAnything Goes\u201c (Rettung und Heil sei auch durch andere Religionen bzw. G\u00f6tterglauben m\u00f6glich). Denn Gottes Wort macht, klar, dass nur in Gottes geschenktem Sohn Jesus Christus Rettung und Heil m\u00f6glich sind (vgl. Apg 4,12).<\/p>\n<p>Wir sollten uns dar\u00fcber stets im Klaren sein, dass wir heute, wie damals die Menschen zur israelischen K\u00f6nigszeit, fortw\u00e4hrend in der Gefahr sind selbst vom Herrn weg- und G\u00f6ttern nachzulaufen.<\/p>\n<p>Aber dennoch hebt die menschliche Untreue die unwandelbare Treue Gottes nicht auf. So konnte der ber\u00fchmte Missionar Paulus sagen: \u201esind wir untreu, so bleibt er doch treu; denn er kann sich\u00a0selbst nicht verleugnen.\u201c (2Tim 2,13; vgl. auch R\u00f6m 11,29).<\/p>\n<p>(A. Cyris)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Was wir von Hosea lernen Bibeltext: \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0Hos 1,1-2,25 Predigtthema: \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Geistliche Untreue (Hurerei) und Gottes Neuanfang 1. 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