{"id":3086,"date":"2017-02-06T08:19:46","date_gmt":"2017-02-06T07:19:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=3086"},"modified":"2017-02-06T08:19:46","modified_gmt":"2017-02-06T07:19:46","slug":"predigthilfe-vom-26-februar-2017-roemer-3-21-31","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-26-februar-2017-roemer-3-21-31\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 26. Februar 2017 &#8211; R\u00f6mer 3, 21-31"},"content":{"rendered":"<p><strong>Jahresthema: Pers\u00f6nliche Reformation <\/strong><\/p>\n<p><strong>Predigtthema: Sola fide: Gerecht \u2013 allein durch den Glauben \u00a0 <\/strong><\/p>\n<p><strong>Predigttext:\u00a0 R\u00f6m 3,21-21\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p>Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n<ol>\n<li><strong> Sehen, was dasteht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/\">www.bibleserver.com<\/a> (Luther 1984 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000 \/ Neue Genfer \u00dcbersetzung \/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n<p><strong>1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext<\/strong><\/p>\n<p>Da wir mit unserem Predigttext nicht eine bestehende Reihe aus dem R\u00f6merbrief fortsetzen, ist es besonders wichtig, die H\u00f6rer in den Gedankengang von Paulus mit hineinzunehmen. Paulus f\u00fchrt in R\u00f6m 3,21ff das fort, was er in R\u00f6m 1,16f begonnen hat. Dort hat er das Thema Glauben im Blick auf unsere Gerechtigkeit vor Gott bereits angerissen und ganz eng mit dem Begriff Evangelium verkn\u00fcpft. Ab R\u00f6m 1,18 geht es Paulus dann darum zu unterstreichen, dass kein Mensch vor dem Gesetz Gottes bestehen kann. Alle Menschen sind S\u00fcnder und stehen unter der gerechten Anklage des Gesetzes. Das Gesetz Gottes stellt uns diese Wahrheit unerbittlich vor Augen, es macht deutlich, dass wir nicht vor dem heiligen und gerechten Gott bestehen k\u00f6nnen und auf seine Gnade angewiesen sind.<\/p>\n<p>Ab R\u00f6m 3,21 kommt Paulus dann wieder auf die Gerechtigkeit aus Glauben zur\u00fcck und betont, dass unsere Rettung gerade nicht aus Werken des Gesetzes geschieht, sondern als Gnadengeschenk Gottes allein durch Glauben.<\/p>\n<p><strong>1.2 Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n<p>Hilfen zur Auslegung bieten z.B.<\/p>\n<p>* Heiko Krimmer: R\u00f6merbrief (Edition C Band 10)<\/p>\n<p>* Werner De Boor: Der Brief des Paulus an die R\u00f6mer (Wuppertaler Studienbibel)<\/p>\n<p>* Eckhard Schnabel: Der Brief des Paulus an die R\u00f6mer, Kapitel 1-5 (HTA)<\/p>\n<p><strong>1.3 Anmerkungen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n<p><strong>V.21:<\/strong> Paulus steigt in diesen Abschnitt mit einer sehr deutlichen Z\u00e4sur ein. Mit dem \u201eJetzt aber\u201c dokumentiert er den entscheidenden Schritt in Gottes Heilsgeschichte. In die Geschichte der s\u00fcndigenden Menschen, die dem Zorn Gottes ausgeliefert sind, hat Gott eingegriffen und eine neue Zeit geschaffen. Dieser Weg der Gerechtigkeit, den Paulus nun aufzeigt, ist ein Weg, der sich ganz von der Anklage des Gesetzes unterscheidet. \u201eOhne Gesetz\u201c bedeutet hier nicht im Widerspruch zum Gesetz, sondern beschreibt den Weg der Gerechtigkeit \u00fcber das hinaus, was das Gesetz in unserer Situation tun kann. Das Gesetz bewirkt Erkenntnis der S\u00fcnde nicht Vergebung der S\u00fcnde. Paulus ist ganz wichtig, dass das von ihm verk\u00fcndete Evangelium mit dem Gesetz und den Propheten \u00fcbereinstimmt. Der Weg des Glaubens wird schon im Alten Testament bezeugt, Jesus der Messias ist schon lange im Alten Testament angek\u00fcndigt. (z.B. Ps 22; Jes 52,13-53,6; \u2026).<\/p>\n<p>Paulus bringt mit \u201eGottes Gerechtigkeit\u201c bereits im ersten Vers ein ganz entscheidendes Stichwort f\u00fcr diesen Abschnitt. Auch hier m\u00fcssen wir sehen, wie Paulus ganz deutlich auf R\u00f6m 1,17 verweist, wo er schon davon gesprochen hat, dass Gottes Gerechtigkeit offenbart wird. Dann in 1,18 spricht er davon wie Gottes Zorn offenbart wird. Paulus benutzt zwar im Griechischen in Kapitel 1 und 3 zwei verschiedene Begriffe um das \u201eoffenbart werden\u201c auszudr\u00fccken, aber die inhaltliche Linie ist sehr deutlich. In 3,21 ver\u00e4ndert Paulus zudem die Zeitform. Er spricht hier in der Vergangenheit und macht damit deutlich, dass das offenbart werden der Gerechtigkeit Gottes im Kreuzestod Jesu geschah.<\/p>\n<p><strong>V.22:<\/strong> Paulus beschreibt nun weiter, was Gottes Gerechtigkeit mit den Glaubenden zu tun hat. Die Gerechtigkeit von der Paulus hier spricht, ist die Gerechtigkeit des S\u00fcnders, die Gott durch den Tod seines Sohnes bewirkt hat. Das wird Paulus dann in Vers 25 noch weiter ausf\u00fchren. Sehr deutlich betont Paulus auch, wie die Vermittlung der Gerechtigkeit aussieht, sie geschieht \u201edurch Glauben an Jesus Christus\u201c.<\/p>\n<p>Die Frage, ob in Vers 22 vom Glaube Jesu Christi oder vom Glaube an Jesus Christus gesprochen wird immer wieder diskutiert, auch wenn es sich in den g\u00e4ngigen deutschen Bibel\u00fcbersetzungen nicht zeigt.<\/p>\n<p>Dass Paulus hier den Glauben der Menschen im Blick hat und nicht vom Glauben Jesu spricht (was nach der griechischen Formulierung auch m\u00f6glich w\u00e4re), wird m.E. deutlich, wenn wir z.B. R\u00f6m 10,4-17 zum Vergleich heranziehen. Auch dort wird Gerechtigkeit und Glaube sehr eng verbunden und es ist klar, dass Paulus den Glauben der Menschen im Blick hat. Dieser Glaube ist aber kein Werk der Menschen, sondern ein unverdientes Geschenk Gottes. (zur Diskussion \u00fcber diese Thematik vgl.: Schnabel: Der Brief des Paulus an die R\u00f6mer, Kapitel 1-5, S.382-386; oder Thomas Schreiner: Romans, S.181-186)<\/p>\n<p>Die Erg\u00e4nzung \u201ef\u00fcr alle, die glauben\u201c ist dann zum Abschluss des Verses keine einfache Doppelung der Aussage, sondern unterstreicht gerade im Blick auf R\u00f6m 1,18-3,20, dass dieser Weg zur Gerechtigkeit allein aus Glauben f\u00fcr alle gilt, sowohl f\u00fcr die Heiden, wie auch f\u00fcr die Juden, es besteht im Blick auf das Heil kein Unterschied.<\/p>\n<p><strong>V.23:<\/strong> Noch einmal fasst Paulus seine Argumentation aus den vorigen Kapiteln zusammen. Kein Mensch kann vor Gottes Heiligkeit bestehen, seit dem S\u00fcndenfall haben wir Menschen den Anteil an Gottes Herrlichkeit verloren. Vielmehr tragen wir Menschen den Stempel der S\u00fcnde (vgl. Krimmer: R\u00f6merbrief, S.111).<\/p>\n<p><strong>V.24:<\/strong> Doch anstatt einer gerechten Verurteilung, die wir Menschen verdient h\u00e4tten, werden wir von Gott umsonst gerecht gesprochen. F\u00fcr diesen Freispruch ist es aber nun notwendig, dass wir als Gerechte vor Gott stehen, sonst w\u00e4re sein Urteil ungerecht. Das bedeutet, unsere Ungerechtigkeit muss gegen Gottes Gerechtigkeit ausgetauscht werden, und dieser Austausch geschieht, indem Gott uns in seiner Gnade die Erl\u00f6sung, die Jesus Christus durch seinen Tod erwirkt hat, gew\u00e4hrt und uns damit die Gerechtigkeit Jesu anrechnet.<\/p>\n<p><strong>V.25<\/strong>: Dieser Vers ist deshalb herausfordernd, weil die Bedeutung des Wortes \u201ahilasterion\u2018 umstritten ist. Es wird mit S\u00fchneort, S\u00fchne, S\u00fchnopfer oder S\u00fchnezeichen \u00fcbersetzt. In der griechischen \u00dcbersetzung des Alten Testaments bezeichnet \u201ahilasterion\u2018 an 21 Stellen in den 5 B\u00fcchern Mose die goldene Platte (hebr: kappor\u00e4t), die die Bundeslade im Allerheiligsten bedeckte, auf der rechts und links zwei Engelfiguren standen (Cherubim), die mit ihren Fl\u00fcgeln die Platte \u00fcberdeckten (vgl. 2.Mose 25,17-22). Am gro\u00dfen Vers\u00f6hnungstag trug der Hohepriester das Blut von zwei Opfertieren, die er zum einen f\u00fcr sich und seine Familie und zum anderen f\u00fcr das Volk opferte, in das Allerheiligste und sprengte etwas von dem Blut auf die Platte. Damit erwirkte er S\u00fchnung f\u00fcr das Heiligtum (vgl. 3.Mose16,11-16). Dabei wird deutlich, dass diese Deckplatte, oder der Gnadenthron, wie Luther es \u00fcbersetzt, nicht nur ein Ausstattungsst\u00fcck des Heiligtums war, sondern das wir es hier mit dem Ort der besonderer Gegenwart Gottes in Israel zu tun haben. Das Volk kam mit seiner Schuld und seiner Bitte um Gnade, mit ihrem Opfer direkt zu Gott. In Hesekiel 43, in der Vision vom zuk\u00fcnftigen Tempel, wird \u201ahilasterion\u2018 verwendet um die Einfassung um den Altar (hebr.: asarah) zu bezeichnen.<\/p>\n<p>M.E. finden wir die sinnvollste Deutung von \u201ahilasterion\u2018 in R\u00f6m 3,25, wenn wir einen sehr engen Bezug zur Deckplatte \u00fcber der Bundeslade und zu ihrer Funktion im alttestamentlichen Opferkontext herstellen. Paulus beschreibt also mit \u201ahilasterion\u2018 in R\u00f6mer 3,25 den Kreuzestod von Jesus als den Ort, an dem Gott die S\u00fcnde der Menschen entfernt. Paulus betont, dass Gott der Handelnde ist. \u201eGott hat Christus \u00f6ffentlich hingestellt, als Ort seiner s\u00fchnenden Gegenwart\u201c (Schnabel, S.404). Im Kreuzestod von Jesus wird Gottes s\u00fchnende Gegenwart Wirklichkeit. Jesu Tod ist das Mittel, und Vergebung erhalten die, die an den gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus glauben.<\/p>\n<p><strong>V.26:<\/strong> Durch den Tod Jesu am Kreuz unterstreicht Gott auch seine eigene Gerechtigkeit. Alle Vergebung im Alten Testament musste im Hinblick auf Jesu Tod geschehen, da das Blut von Opfertieren keine S\u00fcnden wegnehmen kann (Hebr 10,4). Somit erweist Gott, durch den Tod Jesu seine eigene Gerechtigkeit und zeigt, dass er die S\u00fcnden, die er in den Zeiten vor Christi Tod vergeben hat, nicht einfach \u00fcbergangen hat, sondern bereits in den Tod Christi mit eingeschlossen und damit der Gerechtigkeit gen\u00fcge getan hat.<\/p>\n<p><strong>V.27:<\/strong> Noch einmal unterstreicht Paulus, dass die Rechtfertigung des Menschen ein Werk der souver\u00e4nen Gnade Gottes ist, das nur im Glauben ergriffen werden kann. Nicht, der Mensch rechtfertigt sich, sondern er wird gerechtfertigt, wenn er von sich selbst wegschaut, von seiner eigenen Leistungsf\u00e4higkeit und sein Vertrauen allein auf den gekreuzigten und auferstandenen Christus setzt.<\/p>\n<p>Die Frage, was Paulus mit dem Gesetz des Glaubens meint, das er dem Gesetz der Werke gegen\u00fcberstellt, wird auch immer wieder diskutiert. Manche halten es f\u00fcr ein Wortspiel von Paulus und wollen Gesetz des Glaubens als Norm oder Ma\u00dfstab des Glaubens \u00fcbersetzen. Allerdings scheint es mir n\u00e4her zu liegen, dass Paulus hier einen falschen und einen richtigen Gebrauch des Gesetzes Gottes im Blick hat. Das Gesetz der Werke beschreibt den Weg, wenn wir versuchen das Gesetz Gottes durch eigene Werke zu erf\u00fcllen. Dieser Weg w\u00fcrde unweigerlich zum Selbstruhm f\u00fchren. Gott will uns aber durch sein Gesetz auf den Weg des Glaubens f\u00fchren, zu der Erkenntnis, dass wir uns das Heil nicht selbst verdienen k\u00f6nnen, sondern ganz auf Gottes Gnade angewiesen sind. Dieses Gesetz des Glaubens schlie\u00dft jegliches R\u00fchmen aus, da es uns nicht auf uns selbst verweist, sondern in die offenen Arme Gottes treibt.<\/p>\n<p><strong>V.28:<\/strong> Paulus zieht ein Fazit seiner Argumentation: Es sind eben nicht menschliche Leistungen, die uns vor Gott rechtfertigen, oder durch die wir uns vor Gott rechtfertigen. Nein Rechtfertigung geschieht an uns, wenn wir unser Vertrauen auf Christus setzten, wenn wir an ihn glauben.<\/p>\n<p><strong>V.29-30:<\/strong> Dieser Heilsweg, den Paulus gerade skizziert hat, betrifft alle Menschen, sowohl Juden als auch Heiden. Allein das Vertrauen auf Christus rettet. Wenn diese Wahrheit aufgegeben oder relativiert wird, setzten wir den Kern unseres Glaubens aufs Spiel und wir zeigen au\u00dferdem, dass wir nicht erkannt, wie tief die Not durch die S\u00fcnde ist, in der sich alle Menschen befinden, wenn sie nicht auf Jesus Christus als ihren Herrn und Retter vertrauen.<\/p>\n<p><strong>V.31:<\/strong> Paulus schlie\u00dft seine Argumentation, indem er seine Botschaft ganz in der Heilsgeschichte Gottes verankert. Seine Botschaft der Rettung allein aus Gnade, allein durch den Glauben, ist eben keine alternative Botschaft, die das Gesetz Gottes aushebelt. Vielmehr findet in der Botschaft des Evangeliums das Gesetz Gottes sein Ziel. Das Evangelium und das Gesetz geh\u00f6ren zusammen. Sie best\u00e4tigen einander und vor allem best\u00e4tigen sie Jesus Christus als den einen Weg zum Vater, als das eine vollkommene Opferlamm, der das Gesetz erf\u00fcllt und somit die gute Botschaft f\u00fcr die Welt ist.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> Verstehen, worum es geht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>2.1 Hinweise f\u00fcr hermeneutische \u00dcberlegungen (Auslegung)<\/strong><\/p>\n<p>Wir befinden uns mit diesem Abschnitt an einer Kernstelle f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis des Heilsgeschehens in Christus. Zwei Aspekte m\u00fcssen wir besonders unterstreichen.<\/p>\n<ol>\n<li>Zum einen sehen wir hier sehr deutlich, dass Paulus von einer angerechneten Gerechtigkeit spricht. Gott schenkt uns das Heil durch seine souver\u00e4ne Gnade. Wir werden gerechtfertigt, das bedeutet: Wir werden als S\u00fcnder von Gott gerecht gesprochen, indem er uns die Gerechtigkeit Jesu anrechnet (vgl. Gal 2,20). Der Weg zum Heil ist allein der Weg des Glaubens, d.h. des schlichten Vertrauens auf das Handeln Gottes. Nur dieser Fokus auf den Glauben bewahrt vor menschlichem Selbstruhm und vor dem zum Scheitern verurteilten Versuch der menschlichen Selbsterl\u00f6sung.<\/li>\n<\/ol>\n<ol start=\"2\">\n<li>Zum anderen konfrontiert uns Paulus in diesen Versen mit der Tatsache, dass S\u00fcnde ges\u00fchnt werden muss. Gott ist zurecht zornig \u00fcber die S\u00fcnde der Menschen und in seinem Tod am Kreuz tr\u00e4gt Jesus, der Sohn Gottes, den Zorn Gottes f\u00fcr unsere S\u00fcnden. Nur auf diesem Weg des Opfers ist wahre Vers\u00f6hnung m\u00f6glich (vgl. Joh 1,29; 1.Petr 2,24; Hebr 9,11ff). Nur wenn wir die wahre Dimension der S\u00fcnde und ihre Konsequenzen vor Augen haben, werden wir in der Tiefe verstehen, wie gro\u00df das Gnadengeschenk Gottes ist, das wir im Glauben annehmen d\u00fcrfen.<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>2.2 Hinweise f\u00fcr situative \u00dcberlegungen (Predigtanlass)<\/strong><\/p>\n<p>Wir halten diese Predigt im Rahmen einer Predigtreihe, die das Reformationsjubil\u00e4um zum Anlass nimmt um \u00fcber pers\u00f6nliche Reformation nachzudenken. Schon diese Themenstellung macht deutlich, dass es in der Reihe nicht zuerst darum gehen soll, reformatorische \u00dcberzeugungen zu verteidigen. Vielmehr wollen wir uns durch Bibelabschnitte, die die reformatorischen Kernanliegen unterstreichen, in unserem eigenen Glaubensleben hinterfragen lassen. Und gerade, wenn wir \u00fcber das Thema Glauben nachdenken, soll es <strong>nicht<\/strong> darum gehen, durch Selbstreflexion die eigene Glaubensst\u00e4rke zu messen. Vielmehr wollen wir durch die Predigt Glauben st\u00e4rken, indem wir einladen von uns selbst wegzuschauen und unseren Blick ganz auf das zu richten, was Gott in Christus f\u00fcr uns getan hat. Jesu Tod am Kreuz ist der einmalige und endg\u00fcltige S\u00fchneort f\u00fcr uns. Wir wollen dazu einladen unsere Hoffnung und unser Vertrauen allein auf Christus setzen und nicht auf die St\u00e4rke unseres Glaubens.<\/p>\n<p><strong>2.3 Hinweise f\u00fcr homiletische \u00dcberlegungen (Anwendung)<\/strong><\/p>\n<p>Die Predigt sollte eine gute Balance halten zwischen der Erkl\u00e4rung des Textes auf der einen Seite, und zugleich einer fr\u00f6hlichen Einladung zum Glauben andererseits. Die H\u00f6rer sollten ermutigt werden, zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob sie ihr Vertrauen wirklich auf Jesus Christus setzen, und zu hinterfragen, wo sie in der Gefahr stehen ihre Rettung an den eigenen Glaubensleistungen festzumachen.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong> Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>3.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Die Predigth\u00f6rer sollen deutlich erkennen, wie wunderbar das Geschenk der Gnade Gottes ist.<\/p>\n<p>Sie sollen verstehen, dass es keinen anderen Weg zur Gerechtigkeit vor Gott gibt, als dieses Geschenk im Glauben anzunehmen.<\/p>\n<p>Sie sollen ermutigt werden, ihre Hoffnung ganz schlicht auf Jesus Christus, auf sein stellvertretendes Opfer zu setzen.<\/p>\n<p><strong>3.2 Predigtthema \u2013 was sage ich in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Gerecht \u2013 allein durch den Glauben<\/p>\n<p><strong>3.3 Predigtentfaltung \u2013 wie sage ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>a) Allein aus Glauben: Gott schenkt uns Gerechtigkeit (V.21-24)<\/li>\n<li>b) Allein aus Glauben: Gott beweist seine eigene Gerechtigkeit (V.25-26)<\/li>\n<li>c) Allein aus Glaube: Das Ende des Selbstruhms (V.27)<\/li>\n<li>d) Allein aus Glauben: Die Best\u00e4tigung des Gesetzes (V.28-31)<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>3.4 Predigtveranschaulichungen \u2013 wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>In Hebr\u00e4er 11 werden uns viele Glaubensbeispiele vorgestellt. Gl\u00e4ubige, die uns als Beispiele vorangegangen sind und gezeigt haben, was Glauben bedeutet. An diesen Beispielen k\u00f6nnen wir zeigen, wie Glaube eben immer wieder das ganz schlichte Vertrauen auf Gott ist. Wenn wir uns eines dieser Glaubensbeispiele herausgreifen (z.B. Abraham), ist es aber wichtig zu sehen, wohin uns ihr Glaubensvorbild f\u00fchren m\u00f6chte. Wir sollen dadurch ermutigt werden unseren Blick und unsere Hoffnung auf Jesus Christus zu richten (vgl. Hebr 12,1-2).<\/p>\n<p>(Tobias Schurr)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jahresthema: Pers\u00f6nliche Reformation Predigtthema: Sola fide: Gerecht \u2013 allein durch den Glauben \u00a0 Predigttext:\u00a0 R\u00f6m 3,21-21\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. 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