{"id":3068,"date":"2017-01-17T11:08:45","date_gmt":"2017-01-17T10:08:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=3068"},"modified":"2017-01-17T11:08:45","modified_gmt":"2017-01-17T10:08:45","slug":"predigthilfe-vom-12-februar-2017-1-koenige-12-25-33-und-1333-34","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-12-februar-2017-1-koenige-12-25-33-und-1333-34\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 12. Februar 2017 &#8211; 1. K\u00f6nige 12, 25-33 und 13,33-34"},"content":{"rendered":"<p><strong>Predigtthema: Patchwork-Religion: Ich bastele mir meinen Glauben\u00a0 wie es mir gef\u00e4llt<\/strong><\/p>\n<p><strong>Predigttext:\u00a0 1. K\u00f6nige 12, 26- 33; 13,33- 34\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p>Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n<ol>\n<li><strong> Sehen, was dasteht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/\">www.bibleserver.com<\/a> (Luther 1984 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000 \/ Neue Genfer \u00dcbersetzung \/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n<p><strong>1.1 Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n<p>Hilfen zur Auslegung bieten z.B.<\/p>\n<p>* \u201eDas Alte Testament\u201c erkl\u00e4rt und ausgelegt von John Walvoord und Roy Zuck (H\u00e4nssler-Verlag)<\/p>\n<p>* Wuppertaler Studienbibel<\/p>\n<p>* Kommentarreihe von Warren W. Wiersbe \u201eSei bereit \u2013 zur Verantwortung; Ein guter Verwalter der Gaben Gottes sein. Studien des Alten Testamentes\u201c (CV, Dillenburg)<\/p>\n<p>* Hilfreiche Querverweise in die ganze Bibel bietet die Thompson Studienbibel<\/p>\n<p>* Hilfreiche Infos zum Text liefert hier die MacArthur Studienbibel (gibt es als pdf zum Downloaden auch auf www.sermon-online.de)<\/p>\n<p><strong>1.2 Zusammenhang und Versauslegung<\/strong><\/p>\n<p>K\u00f6nig Jerobeam war kein Philosoph, sondern ein praktischer Mensch; er war ein Mann, der Salomos Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte, weil er flei\u00dfig, leistungsf\u00e4hig, zuverl\u00e4ssig und produktiv war (11, 26- 28). Er war der ideale Volksf\u00fchrer, der wusste, wie man die Schlachten des Volkes schlug und sich seiner Anliegen annahm. Die Frage nach seinem pers\u00f6nlichen Glauben h\u00e4tte er wohl eher vage beantwortet. Er hatte lange genug in \u00c4gypten gelebt, um eine Toleranz gegen\u00fcber der G\u00f6tzenverehrung zu entwickeln sowie ein Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, wie man Religion nutzen kann, um das Volk zu beherrschen. Diese F\u00e4higkeit einte Jerobeam mit Nebukadnezar (Dan 3), Herodes Agrippa I. (Apg 12,19-25) und dem Antichristen (Offb 13,17) sowie den Demagogen von heute. Jerobeam beging jedoch im Laufe seiner 22-j\u00e4hrigen Herrschaft drei schwerwiegende Fehler:<\/p>\n<ol>\n<li>Er glaubte Gottes Versprechungen nicht (12, 25- 33)<\/li>\n<li>Er nahm Gottes Warnungen nicht ernst (13, 1-34)<\/li>\n<li>Er nahm Gottes Hilfe nicht an (14, 1-20)<\/li>\n<\/ol>\n<p>Warren W. Wiersbe<\/p>\n<p>Kap 12.26-28: Die Errichtung der Heiligt\u00fcmer in Bethel (an der S\u00fcdgrenze des Reiches Israel) und Dan (an der Nordgrenze) dokumentiert neben der politischen die noch schwerer wiegende religi\u00f6se Spaltung. Da nach 5Mo 12, 5- 14 nur in Jerusalem geopfert werden durfte, stellte der Stierdienst, der von den nachfolgenden Nordreichsk\u00f6nigen weitergef\u00fchrt wurde (vgl. 15, 26; 16, 2.19.26.31 und \u00f6fters) einen best\u00e4ndigen Versto\u00df gegen Gottes Gebot dar. Jerobeam konnte sich ein kultisches Zentrum au\u00dferhalb seines Reiches nicht vorstellen und bef\u00fcrchtete, dass das Volk sich wieder Rehabeam anschlie\u00dfen w\u00fcrde, wenn es nach Jerusalem pilgert. Ein Heiligtum an der Pilgerroute nach Jerusalem war aus der Sicht von Jerobeam ein kluger Schachzug (Bethel war 17 km n\u00f6rdlich von Jerusalem).<\/p>\n<p>Der als \u201eS\u00fcnde Jerobeams\u201c in die Geschichte eingegangene Kult f\u00fchrte zum Untergang des Nordreichs (2K\u00f6 17, 22.23). Jerobeam handelte aus Furcht, sein K\u00f6nigtum zu verlieren (wie Ahas in Jes 7); politisches Kalk\u00fcl steckte hinter seinen scheinheiligen Worten, mit denen er das Volk dazu verf\u00fchrte, das zweite Gebot zu \u00fcbertreten (2Mo 20, 4- 6; vgl. auch 3Mo 19,4; 5Mo 4, 16.23.25). Mit den goldenen K\u00e4lbern sollte nach Jerobeams Absicht wohl nur Jahwe verehrt werden (vgl. 2Mo 32, 4.5; \u201edeine G\u00f6tter\u201c ist im Hebr\u00e4ischen dasselbe wie \u201edein Gott\u201c). Da aber nach kanaanitischer Sichtweise der Stier die Zeugungskraft des Fruchtbarkeitsgottes Baal verk\u00f6rpert, war die Hemmschwelle, sich auch dem kanaanitischen Baalskult zu \u00f6ffnen, nur noch gering (vgl. 16, 3: der Baalskult kam offiziell erst unter K\u00f6nig Ahab nach Israel). Die Bezeichnung Kalb ist wohl hier wie auch in 2Mo 32, 4 eine ver\u00e4chtliche Bezeichnung f\u00fcr ein Stierbild.<em>1<\/em><\/p>\n<p>Kap 12.31-33: Zu den weiteren kultischen Ma\u00dfnahmen Jerobeams geh\u00f6rte der Bau von H\u00f6henheiligt\u00fcmern (vgl. Am 7,13), also ein Gegenst\u00fcck zum Haus Jahwes in Jerusalem; doch nur diesem Tempel war mit der Bundeslade die gn\u00e4dige Gegenwart Gottes verhei\u00dfen. Die H\u00f6henheiligt\u00fcmer \u2013 die Mehrzahl ergibt sich aus Kap. 13, 32 \u2013 waren Anlagen f\u00fcr die kultische Praxis, die sich in mehreren St\u00e4dten des Reiches befanden. Die Leviten wurden nach 2Chr 11, 13.14 aus dem Priesterdienst versto\u00dfen und zogen ins S\u00fcdreich, w\u00e4hrend Jerobeam entgegen 4Mo 3,5- 10; 5Mo 18,5 Priester aus jedem beliebigen Stamm anstellte. Das Fest sollte dem in Jerusalem gefeierten Laubh\u00fcttenfest entsprechen. Der Frevel bestand darin, dass der K\u00f6nig das in 3Mo 23,34 auf den siebten Monat festgesetzte Datum verlegte und es als Opferfest f\u00fcr seine K\u00e4lber veranstaltete.<\/p>\n<p>Jerobeam <strong><em>machte<\/em><\/strong>: Das hebr. Wort findet sich <strong>neunmal<\/strong> in V. 28-33 und zeigt, dass der neue Reichskult eine von Menschen erdachte Religionsaus\u00fcbung und kein von Jahwe gestifteter Gottesdienst war.<\/p>\n<p>Kap 13, 33-34: Aus jedem beliebigen Stamm weiht er Leute zu Priestern. Gott hatte die Leviten zum Priesterdienst auserw\u00e4hlt. Jerobeam \u00fcbergeht mit voller Absicht das Verbot, Priester aus den anderen St\u00e4mmen zu berufen. Der w\u00f6rtliche Ausdruck \u201edem f\u00fcllte er die Hand\u201c beschreibt eine besondere Opfersitte bei der Priesterweihe und ist als Fachbegriff f\u00fcr die Weihe zum Priesterdienst zu verstehen (vgl. 2Mo 28, 41; 32,29). Trotz des am eigenen Leib erlebten Wunderzeichens (V. 4. 6) verstockt der K\u00f6nig sein Herz und tut nicht Bu\u00dfe (R\u00f6m 2,4); damit geht er wie einst Pharao unausweichlich dem Gericht entgegen (vgl. 2Mo 7,23; 8,11.15.28 und \u00f6fter).<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> Verstehen, worum es geht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>2.1 Hinweise f\u00fcr hermeneutische \u00dcberlegungen <\/strong><\/p>\n<p><strong>\u201eDie S\u00fcnde Jerobeams\u201c<\/strong> (nach Hartmut Schmid, Wuppertaler Studienbibel)<\/p>\n<p>Die Aufstellung der Stierbilder wird mit deutlichen Worten kritisiert. Im weiteren Bericht \u00fcber Jerobeam wird noch mehrmals darauf Bezug genommen. Die von Jerobeam getroffenen Ma\u00dfnahmen werden als Grund daf\u00fcr angegeben, dass auch \u00fcber Jerobeam das Gericht kommt und sein Haus keine Zukunft hat. Die Gerichtsansage hat sich erf\u00fcllt, sein Sohn wurde nach zwei Jahren Regierungszeit umgebracht. Alle weiteren K\u00f6nige Israels wurden an dieser S\u00fcnde gemessen, und von allen gilt, dass sie in der S\u00fcnde Jerobeams blieben.<\/p>\n<p>Wenn aber, wie in der Auslegung zu V. 28f gezeigt wurde, die Ma\u00dfnahmen nicht bewusst gegen Jahwe getroffen wurden, warum erhalten sie dann die Bewertung \u201eS\u00fcnde\u201c?<\/p>\n<ol>\n<li>Schon der Verlust der staatlichen Einheit ist nicht als ausschlie\u00dflich politische Entwicklung zu verstehen, sondern Gottes Antwort auf Salomos Ungehorsam. Eigentlich wollte Gott die Einheit Israels. Auch der Verlust der Einheit im Glauben konnte nicht von Gott gewollt sein. Die in V. 31-33 beschriebenen Ma\u00dfnahmen haben das Ziel, sich bewusst von Juda abzusetzen.<\/li>\n<li>Jahwe hatte Jerobeam das K\u00f6nigtum \u00fcber Israel versprochen. Er hatte ihm nicht geboten, zwei offizielle Heiligt\u00fcmer zus\u00e4tzlich zu Jerusalem einzurichten. Nach 5Mo 12, 5 w\u00fcrde sich Gott einen Ort erw\u00e4hlen, an dem er wohnen wollte. Dies war mit Jerusalem und dem Tempel geschehen. V. 32f zeigt, dass Jerobeam Bethel ganz bewusst in Parallele und als Konkurrenz zum Tempel in Jerusalem ausbaute und pers\u00f6nlich \u00e4hnlich wie Salomo bei der Tempelweihe auftrat. Das war aber gegen Gottes Willen. Die Sorge Jerobeams, die in V. 26f zum Ausdruck kommt, ist Ausdruck fehlendem Vertrauens. Er hat in der Entscheidung im Blick auf den Kult nicht nach Gott gefragt, sondern ohne Gott beraten und beschlossen (V.28).<\/li>\n<li>Auch wenn Jerobeam zun\u00e4chst in bester Absicht die Stierbilder einf\u00fchrte und traditionelle Inhalte und Orte des israelitischen Glaubens damit verband, so war doch die Gefahr gro\u00df, dass sich das Bild mit der Zeit davon l\u00f6ste. Gott hatte geboten, sich kein Bild von ihm zu machen. Die Gefahr besteht, dass man das Bild mit Gott identifiziert und zuletzt das Bild verehrt und nicht Gott. Au\u00dferdem wird in der Regel die Eigenschaft des Bildes auf Gott \u00fcbertragen und damit Gott in seinem Wesen und in seinen M\u00f6glichkeiten vom Bild eher erkl\u00e4rt. Aber damit ist der Mensch nicht mehr frei, dem wahren Gott zu begegnen. Der Ausruf \u201esiehe, deine G\u00f6tter\u201c musste fr\u00fcher oder sp\u00e4ter zu diesem verh\u00e4ngnisvollen Missverst\u00e4ndnis f\u00fchren. Hosea bezog sp\u00e4ter die deutliche Gegenposition und sagte im Blick auf das Kalb: \u201eEs ist kein Gott\u201c (Hos 8,6). Ein Bild Gott zu nennen ist die eigentliche S\u00fcnde.<\/li>\n<li>Das Stierbild war auch in anderen Religionen in Israels Umwelt von gro\u00dfer Bedeutung, auch im Baalskult. Es war Symbol der St\u00e4rke und der Fruchtbarkeit. Es konnte leicht geschehen, dass das Stierbild Eingangstor f\u00fcr andere Inhalte wurde und es zu einer Religionsvermischung kam. Der Prophet Hosea zeigt, dass dies tats\u00e4chlich geschehen ist.<\/li>\n<li>Die Stierbilder wurden nicht mit Baal gleichgesetzt (s. zu V. 28), sondern bewusst mit Jahwe in Verbindung gebracht. Damit begab sich Jerobeam aber in die Grauzone der Uneindeutigkeit, die f\u00fcr den Glauben die gr\u00f6\u00dfte Versuchung darstellt. In der Meinung f\u00fcr Gott etwas Gutes zu tun, ist man im Grunde doch ungehorsam und h\u00e4lt sich nicht an Gottes klaren Willen. In der Regel wird es nicht als S\u00fcnde erkannt, weil ja gar nicht bewusst gegen Gott gehandelt wurde, und doch weicht man von Gottes Weg ab.<\/li>\n<li>Es bleibt die Frage: Ist nach den Erfahrungen am Sinai mit dem Goldenen Kalb ein zweiter, vergleichbarer Vorgang denkbar? M\u00fcsste nicht Israel aus der Geschichte genug gelernt haben? Ein Blick in die Geschichte lehrt leider, dass gleiche Fehler immer wieder gemacht werden. Fr\u00fchere Erfahrungen und auch Gottes Wort selbst treten in Vergessenheit. Jede Generation ist neu gefragt nach dem Gehorsam oder Ungehorsam gegen\u00fcber Gottes Wort.<\/li>\n<li>Die S\u00fcnde Jerobeams wurde zum Ma\u00dfstab f\u00fcr die weiteren K\u00f6nige Israels. Keiner machte die Einrichtung der goldenen K\u00e4lber r\u00fcckg\u00e4ngig. Bei allen K\u00f6nigen Israels wird Jerobeam als negatives Beispiel erw\u00e4hnt, wie David bei einem Teil der K\u00f6nige Judas als positives Vorbild genannt wird.<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>2.2 Hinweise f\u00fcr situative \u00dcberlegungen <\/strong><\/p>\n<p>Auch in unserer Zeit m\u00fcssen wir uns mit dem auseinandersetzen, was schon Jerobeam tat: Religionsvermischung (Patchwork Religion: unter diesem Stichwort findet man viele Artikel im Internet). Der Mensch m\u00f6chte gerne selber bestimmen, was er glaubt und was nicht. Das hat zur Folge: der Glaube und letztlich, Gott, muss sich meinem Leben anpassen und nicht, wie es sein sollte: Gott ver\u00e4ndert mich, wenn ich ihm v\u00f6llig vertraue.<\/p>\n<p>Der Mensch l\u00e4sst sich nicht gerne etwas sagen- vor allem nicht, wenn es ihm unangenehm ist und auf seine S\u00fcnden hinweist. Es ist bequemer zu sagen: Ich bin Herr meines Lebens und auch meines Glaubens. Ich lebe meinen Glauben so, wie ich denke, dass es richtig ist. Dann fordert der Glaube keine Konsequenzen, dann dient der Glaube meinem eigenen Erfolg- so wie bei Jerobeam.<\/p>\n<p>Unser Land ist voll von trendigen Religionsangeboten: Jeder Bau\/- Gartenmarkt verkauft inzwischen kleine Buddha- Statuen, die man sich in den Garten stellen kann. Viele Kirchen haben wie selbstverst\u00e4ndlich fern\u00f6stliche\/ esoterische Angebote in ihrem Programm. Erlaubt ist, was mir angenehm ist und irgendwie nach Liebe klingt!<\/p>\n<p><strong>2.3 Hinweise f\u00fcr homiletische \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n<p>Die Predigt sollte auf die Gefahr aufmerksam machen, dass wir immer versucht sind, den Glauben und die Bibel an unser Leben anzupassen, statt umgekehrt.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong> Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>3.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Die Zuh\u00f6rer sollen ein Gesp\u00fcr daf\u00fcr bekommen, wie der Zeitgeist auch in unseren Gemeinden\/ unserem Leben Einzug halten m\u00f6chte. Sie sollen ermutigt werden, ganze Sache mit Gott zu machen, so wie David in Ps 86,11 betet: <em>Weise mir, Herr, deinen Weg, dass ich wandle in deiner Wahrheit; <strong>erhalte mein Herz bei dem einen<\/strong>, dass ich deinen Namen f\u00fcrchte<\/em>. Denn es gibt nur einen Weg zu Gott (Joh 14,6).<\/p>\n<p><strong>3.2 Predigtveranschaulichungen \u2013 wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Aufruf zur Entschlossenheit:<\/p>\n<p>\u201eSei ganz Sein, oder lass es ganz sein!\u201c<\/p>\n<p>Dicht daneben ist auch vorbei!<\/p>\n<p>Toleranz wird heute ganz gro\u00df geschrieben. Man ist selbst in Theologenkreisen nicht mehr bereit, absolute Aussagen der Bibel als allein g\u00fcltig hinzunehmen. Alles wird relativiert. Schlie\u00dflich findet man \u00fcberall, sogar in den so genannten heidnischen Religionen, einen Kern von Wahrheit. Man darf doch nicht so kleinlich sein und das Kind mit dem Bad aussch\u00fctten! Letzte Instanz ist meine eigene Meinung. Aber tr\u00e4gt das wirklich durch?<\/p>\n<p>K\u00fcrzlich fiel mir ein alter Bericht in die H\u00e4nde. Darin hei\u00dft es: \u00bbAm 5. September 1870 brachen elf Personen von Chamonix auf, um den Mont Blanc zu besteigen. Am folgenden Tag verloren sie in einem Schneesturm die Orientierung. Lange irrten sie umher und suchten nach dem verlorenen Weg, ohne ihn zu finden. Als man die erfrorenen Leichen einige Tage sp\u00e4ter entdeckte, stellte man fest, dass die Wanderer nur f\u00fcnf Schritte von dem Weg entfernt waren, der sie gerettet h\u00e4tte.\u00ab<\/p>\n<p>Mich hat das nachdenklich gemacht. Es reicht eben nicht aus, der Wahrheit nahezukommen oder in etwa die richtige Richtung einzuhalten. Dicht daneben ist auch vorbei! Das lehren uns die verungl\u00fcckten Bergsteiger, die ganz nahe am richtigen Weg waren und doch umkamen. Heilsversprechen gibt es in unserer Zeit genug, mehr als jemals zuvor. Sie alle werden als ein Weg zum Himmel gepriesen. Aber das ist eben nicht genug. Die Bibel ist in dieser Hinsicht ganz und gar intolerant. Entweder dieser Weg &#8211; oder keiner! Klipp und klar hat es der Herr Jesus Christus selbst gesagt: \u00bbIch bin der (nicht ein!) Weg. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich\u00ab. Deutlicher geht es nicht!<\/p>\n<p>Bernd Hochmuth<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Religionsvermittlung<\/p>\n<p>F\u00fcr eine Folge der Fernsehserie \u00bbDer Tatortreiniger\u00ab hat sich die Autorin ein interessantes Gesch\u00e4ftsmodell ausgedacht. Die Folge handelt von einer Dame, die sehr erfolgreich und auf hohem Niveau eine Religionsvermittlung betreibt. Dort werden professionelle Kundenprofile erstellt, um Menschen, die entweder unzufrieden mit ihrer bisherigen Religion sind oder die sich das erste Mal auf die Sinnsuche begeben, ein ma\u00dfgeschneidertes Angebot mit der f\u00fcr sie passenden Religion machen zu k\u00f6nnen. Im Angebot enthalten sind Seminare, Klosterbesuche, oder was immer n\u00f6tig ist, um diese Religion kennenzulernen, und der Kunde zahlt ein Erfolgshonorar, nachdem er sich endg\u00fcltig, z. B. durch eine Taufe, f\u00fcr einen Anbieter entschieden hat. Und bei Bedarf entwickelt die Vermittlungsagentur sogar eine ganz neue Religion, wenn unter dem Vorhandenen nichts Passendes dabei ist. \u00bbAber\u00ab, so wendet Heiko Schotte, der Tatortreiniger, dieser Dame gegen\u00fcber ein, \u00bbman kann doch nicht einfach irgendwas glauben, nur weil man das sch\u00f6n findet. Wenn man schon an etwas glauben will, dann doch an das, was stimmt.\u00ab<\/p>\n<p>Ein guter Einwand! Reicht es denn aus, wenn man sich die individuell passend scheinende Religion raussucht, weil ja am Ende eh keiner beweisen kann, welche recht hat? Oder ist es doch wichtig und lohnenswert, sich auf die Suche nach dem zu machen, \u00bbwas stimmt\u00ab? Ich denke, die Suche lohnt sich. Denn wir alle haben in uns ein tiefes Bed\u00fcrfnis nach Wahrheit, Transparenz und Klarheit.<\/p>\n<p>Bei Jesus habe ich gefunden, \u00bbwas stimmt\u00ab. Er hat meine Schuld vor Gott am Kreuz bezahlt, und der Glaube daran bringt mich in den Himmel. Und f\u00fcr diese einfache Wahrheit brauchte ich keine \u00bbReligionsvermittlung\u00ab. Ich habe sie durch das Lesen der Bibel gefunden.<\/p>\n<p>Anne Paschke<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Lieber Odin als Jesus?<\/p>\n<p>In der Fu\u00dfg\u00e4ngerzone kommt mir ein junger Mann entgegen, der ein T-Shirt mit einem auff\u00e4lligen Schriftzug tr\u00e4gt. Im Vorbeigehen lese ich: \u00bbLieber Odin als Jesus!\u00ab Nat\u00fcrlich wei\u00df ich nicht, welche Beweggr\u00fcnde oder Hintergr\u00fcnde dieser junge Mann hat, ein T-Shirt mit diesem Aufdruck zu tragen. Soll es nur witzig gemeint sein, oder steckt eine ablehnende Haltung Jesus gegen\u00fcber dahinter? Auf jeden Fall mutet es mich irgendwie seltsam an, dass Jesus beiseite gesetzt werden soll und heidnische G\u00f6tter vergangener Jahrhunderte hervorgekramt werden. \u00dcber das Aufleben alter heidnischer Br\u00e4uche und Rituale habe ich schon gelesen. Manche Menschen kehren bewusst zu dem heidnischen Glauben ihrer germanischen Vorfahren zur\u00fcck und meinen, eine wertvolle Naturreligion wiederzuentdecken.<\/p>\n<p>Jesus sagt \u00fcber sich: \u00bbIch bin das Licht der Welt.\u00ab Man hat in unserer Zeit vielfach vergessen, dass unsere westliche Welt viele ihrer Errungenschaften dem Licht zu verdanken hat, das Jesus in die Welt brachte hat. Er selbst hat durch Liebe und Dienst an den Menschen, Hoffnung, Annahme und Hilfe gebracht. Ihn beiseitesetzen hie\u00dfe dann ja, das Licht ausmachen. R\u00fcckkehr zu heidnischen Dingen w\u00fcrde bedeuten, das Gute gering zu sch\u00e4tzen, das Gott durch Jesus schenken will: die Gewissheit geliebt zu sein, Vergebung der S\u00fcnden, ewiges Leben, Frieden in einer unsicheren Welt, Hoffnung \u00fcber den Tod hinaus.<\/p>\n<p>Vielleicht haben viele Menschen den wahren Jesus noch nicht kennengelernt und nicht erfahren, dass nur er Hoffnung in einer dunklen Welt geben kann.<\/p>\n<p>Ich bin froh, dass Jesus Licht in mein Leben gebracht hat. Niemals m\u00f6chte ich vermissen, was ich durch ihn gewonnen habe.<\/p>\n<p>Manfred Herbst<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>(Karlheinz Deininger)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigtthema: Patchwork-Religion: Ich bastele mir meinen Glauben\u00a0 wie es mir gef\u00e4llt Predigttext:\u00a0 1. K\u00f6nige 12, 26- 33; 13,33- 34\u00a0 Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. 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