{"id":3065,"date":"2017-01-17T11:03:34","date_gmt":"2017-01-17T10:03:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=3065"},"modified":"2017-01-17T11:10:56","modified_gmt":"2017-01-17T10:10:56","slug":"predigthilfe-vom-5-februar-2017-1-koenige-12-1-24","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-5-februar-2017-1-koenige-12-1-24\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 5. Februar 2017 &#8211; 1. K\u00f6nige 12, 1-24"},"content":{"rendered":"<p><strong>Predigtthema: Wer sind meine Ratgeber?\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p><strong>Predigttext:\u00a0 1. K\u00f6nige 12, 1- 25 <\/strong><\/p>\n<p>Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n<ol>\n<li><strong> Sehen, was dasteht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/\">www.bibleserver.com<\/a> (Luther 1984 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000 \/ Neue Genfer \u00dcbersetzung \/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n<p><strong>1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext<\/strong><\/p>\n<p>Eine Parallelstelle zum Text findet sich auch in 2Chr 10, 1- 19.<\/p>\n<p><strong>1.2 Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n<p>Hilfen zur Auslegung bieten z.B.<\/p>\n<p>* \u201eDas Alte Testament\u201c erkl\u00e4rt und ausgelegt von John Walvoord und Roy Zuck (H\u00e4nssler-Verlag)<\/p>\n<p>* Wuppertaler Studienbibel<\/p>\n<p>* Kommentarreihe von Warren W. Wiersbe \u201eSei bereit \u2013 zur Verantwortung; Ein guter Verwalter der Gaben Gottes sein. Studien des Alten Testamentes\u201c (CV, Dillenburg)<\/p>\n<p>* Hilfreiche Querverweise in die ganze Bibel bietet die Thompson Studienbibel<\/p>\n<p>* Hilfreiche Infos zum Text liefert hier die MacArthur Studienbibel (gibt es als pdf zum Downloaden auch auf www.sermon-online.de)<\/p>\n<p><strong>1.3 Zusammenhang und Versauslegung<\/strong><\/p>\n<p>Auf der H\u00f6he seiner Macht wird Salomo Gott ungehorsam und betet andere G\u00f6tter an. Obwohl Gott ihn zweimal warnte (1K\u00f6n 11,9f), h\u00f6rt Salomo nicht darauf. Als Folge seines Ungehorsams k\u00fcndigt Gott an, einen Teil des K\u00f6nigtums von Salomo, bzw. seinem Nachfolger, wegzunehmen. Auch l\u00e4sst Gott es nun zu, dass Salomo Feinde bekommt (11, 14ff). Einer davon ist Jerobeam. Der Prophet Ahija prophezeite ihm durch eine Zeichenhandlung das K\u00f6nigtum \u00fcber die 10 St\u00e4mme im Nordreich (11,29-39). Beachtenswert ist Gottes Zusage an Jerobeam: \u00c4hnlich wie K\u00f6nig David wird ihm g\u00f6ttlicher Beistand und ein fortdauerndes Geschlecht versprochen (im Gegensatz zu David aber nicht ewiges- denn Ziel Gottes ist es, die Teilung nach seiner Verhei\u00dfung an David eines Tages wieder r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen, vgl. Hes 34,23-24; 37, 15- 28). Voraussetzung daf\u00fcr ist aber, dass Jerobeam sich an Gottes Geboten orientiert und sich an sie h\u00e4lt. Im heutigen Predigttext sehen wir jedoch, wie auch Jerobeam Gott ungehorsam wird.<\/p>\n<p>Rehabeam wird in 1K\u00f6n 11, 43 ganz selbstverst\u00e4ndlich als Nachfolger Salomos genannt. Dieser einfache Satz baut eine Spannung auf, die in 1 K\u00f6n 12 sichtbar wird, denn Jerobeam ist schon vorher prophetisch zum K\u00f6nig \u00fcber das zuk\u00fcnftige Nordreich ernannt worden.<\/p>\n<p>Vers 1: Dass Rehabeam, der K\u00f6nig, nach Sichem gehen musste, und nicht umgekehrt, eine Abordnung von den 10 Nordst\u00e4mmen, nach Jerusalem kam, zeigt, dass der K\u00f6nig aus dem Stamm Juda nicht mehr so einfach anerkannt wurde. Im Gegensatz zu Salomo wird Rehabeam von den Nordst\u00e4mmen nicht einfach als K\u00f6nig akzeptiert, sondern er muss sich von ihnen ihre Zustimmung einholen und soll in Sichem (und nicht Jerusalem) zum K\u00f6nig ausgerufen werden (vgl. den Bund der Nordst\u00e4mme mit David in 2Sam 5,3). Sichem war eine Stadt mit gro\u00dfer Vergangenheit: dort erschien Gott dem Abraham (1Mo 12,6f), dort hielt Josua seine Volksversammlung ab (Jos 24,1). Sichem war also durchaus ein geeigneter Ort f\u00fcr eine K\u00f6nigswahl. Sichem wurde in der Folgezeit zur Hauptstadt des Nordreichs (V. 25). Die tiefe Kluft innerhalb des Reiches, die schon fr\u00fcher sichtbar war, tritt nun wieder zutage.<\/p>\n<p>Vers 2-5: Der aus dem Asyl zur\u00fcckgekehrte einstige Gegner Samuels wird zum Sprecher der Nordst\u00e4mme (vgl. V. 12). Die K\u00f6nigswahl soll mit einer vertraglichen Vereinbarung \u00fcber eine Herabsetzung der Dienstleistungen verkn\u00fcpft werden. K\u00f6nig Salomo hat wohl gegen Ende seiner Regierungszeit alles Vertrauen verspielt, das David in den Nordst\u00e4mmen aufgebaut hatte. Die Nordst\u00e4mme waren nicht mehr bereit, ihre Abgaben f\u00fcr den pomp\u00f6sen Lebensstil des K\u00f6nigs zu leisten (vgl. 1K\u00f6n 10, 14-29). Das Joch, das zum Anspannen der Zugtiere vor dem (mitunter schwer beladenen) Wagen oder dem Pflug dient, versinnbildlicht die Schwere und den Zwang der auferlegten Lasten. Der Ausdruck \u201eJoch\u201c wird normalerweise benutzt, wenn von der Unterdr\u00fcckung der Israeliten durch ausl\u00e4ndische Herrscher die Rede ist (3Mo 26,13; 5Mo 28, 48 u.a.). Es ist somit eine Anklage gegen Salomo, dass er seinem eigenen Volk ein so hartes Joch auferlegte<\/p>\n<p>Vers 6-8: Vielleicht h\u00e4tte Rehabeam das Vertrauen der Nordst\u00e4mme zur\u00fcckgewinnen k\u00f6nnen, wenn er auf den Rat der Alten geh\u00f6rt h\u00e4tte. Diese \u00e4lteren und erfahrenen Ratgeber waren mit den Traditionen Israels vor der Monarchie vertraut und verstanden, wie das K\u00f6nigtum das Leben der einfachen Israeliten ber\u00fchrte.<\/p>\n<p>Vers 9-11: Indem Rehabeam auf die J\u00fcngeren (w\u00f6rtlich: \u201eKinder\u201c) und ihre Prahlerei h\u00f6rt, zeigt er seinen Mangel an Weisheit. In der geschilderten Beratung f\u00e4llt die Entscheidung \u00fcber die Zukunft des K\u00f6nigtums und des Reiches. Die derbe, wohl sprichw\u00f6rtliche Redensart der j\u00fcngeren Ratgeber lautete in einer aram\u00e4ischen \u00dcbersetzung (Targum): \u201eMeine Schw\u00e4che ist st\u00e4rker als meines Vaters Jugendkraft\u201c. Zum despotischen Regiment geh\u00f6ren Peitschen; mit ihnen treibt man Sklaven zur Arbeit an. Skorpione (o. Gei\u00dfeln mit Widerhaken) sind ebenfalls Z\u00fcchtigungsinstrumente, wahrscheinlich besonders grausamer Art. Die jungen Ratgeber waren wie Rehabeam am k\u00f6niglichen Hof aufgewachsen und vom Wohlstand verw\u00f6hnt. Offensichtlich hielten sie die Privilegien Rehabeams f\u00fcr unumst\u00f6\u00dflich wie die eines orientalischen Monarchen.<\/p>\n<p>Vers 12-14: Diese Antwort ist alles andere als diplomatisch. Rehabeam geht gar nicht auf die Forderungen der Nordst\u00e4mme ein. Im Gegenteil, er will die Abgabenlast sogar noch erh\u00f6hen. Die Folgerichtigkeit seiner Handlungsweise ist schwer zu erkennen. Die Angst vor einem Machtverlust mag eine Rolle gespielt haben. Jedenfalls scheitert er kl\u00e4glich.<\/p>\n<p>Vers 15: Hier wird die geistliche Bedeutung des Ereignisses genannt. Vordergr\u00fcndig f\u00fchrte Rehabeams politisches Unverm\u00f6gen zur Reichsteilung. In Wirklichkeit erf\u00fcllte sich darin das g\u00f6ttliche Gericht \u00fcber Salomo (1K\u00f6n 11,12). Der Verfasser erw\u00e4hnt Gottes Wirken nicht, um damit Rehabeams Torheit zu entschuldigen. Gott gebraucht Rehabeams fehlgeleitetes Verhalten, um dadurch Ahijas Prophezeiung zur erf\u00fcllen (11, 31- 39).<\/p>\n<p>Vers 16-17: Das Volk, das sich durch das Verhalten Rehabeams d\u00fcpiert sah, zog sich zur\u00fcck und k\u00fcndigte den einst mit David geschlossenen Bund. Dies findet seinen Ausdruck in einem formelhalten Spruch, der schon bei Schebas Revolte gegen David (2Sam 20,1) die Opposition der Nordst\u00e4mme zum Ausdruck brachte. In der ersten Aussage wird mit den Begriffen \u201eAnteil\u201c und \u201eErbteil\u201c festgestellt, dass die Nordst\u00e4mme familienrechtlich gesehen keine Beziehungen zum K\u00f6nighaus Davids hatten. Damit haben sie aber auch keine Verpflichtung, beim Haus Davids zu bleiben, und k\u00f6nnen die einst getroffene Entscheidung r\u00fcckg\u00e4ngig machen. Die Wendung \u201ezu deinen Zelten, Israel\u201c d\u00fcrfte auf die nomadische Zeit zur\u00fcckgehen und wurde beim \u00dcbergang zu festen Wohnungen beibehalten. Sie fand Verwendung bei der Entlassung des Heeres, bei der Flucht nach einer verlorenen Schlacht oder zum Abschluss einer Veranstaltung.<\/p>\n<p>Der Stamm Juda, aus dem die Davidsdynastie stammt, und die in diesem Stammesgebiet wohnenden sonstigen Israeliten hielten weiterhin zu Rehabeam.<\/p>\n<p>Vers 18-19: Anscheinend hat sich Rehabeam aus der Versammlung zur\u00fcckgezogen und schickt den Chef des Frondienstes vor, um m\u00f6glicherweise die gescheiterten Verhandlungen wiederaufzunehmen. Der Lynchakt zeigt, dass das Volk endg\u00fcltig mit dem jud\u00e4ischen K\u00f6nigshaus gebrochen hat und zu weiteren Verhandlungen nicht mehr bereit ist. Allerdings war auch diese Entscheidung, den Aufseher der Frondienste zur Verhandlung zu schicken, eine krasse Fehlentscheidung Rehabeams, da dieser sicher der ungeeignetste Mann f\u00fcr vers\u00f6hnliche Worte war.<\/p>\n<p>Vers 20: Bereits von einem Propheten zum K\u00f6nig berufen (11, 29- 39), wird Jerobeam jetzt von der Volksversammlung zum Herrscher erhoben (wie einst Saul 1Sam 9, 15 \u2013 10, 1; 11, 15 und David 1Sam 16, 1- 13). Dies kennzeichnet den Beginn der Teilung des K\u00f6nigreiches, die jahrhundertelang bestehen blieb. Zehn der zw\u00f6lf St\u00e4mme Israels folgten Jerobeam und nannten ihre neue Nation (das Nordreich) Israel. Die andere beiden St\u00e4mme blieben Rehabeam treu und nannten ihre Nation (das S\u00fcdreich) Juda.<\/p>\n<p>Die K\u00f6nigreiche teilten sich aber nicht \u00fcber Nacht. Die Teilung begann schon in der Zeit der Richter durch Stammesstreitigkeiten, besonders zwischen Ephraim, dem einflussreichsten Stamm des Nordens, und Juda, dem f\u00fchrenden Stamm des S\u00fcdens. Vor der Zeit Sauls und Davids lag das religi\u00f6se Zentrum von Israel zum gr\u00f6\u00dften Teil im Gebiet Ephraims. Als Salomo den Tempel baute, verlegte er das religi\u00f6se Zentrum von Israel nach Jerusalem. Dadurch spitzten sich die Stammesrivalit\u00e4ten zu, bis es schlie\u00dflich zum Bruch kam.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> Verstehen, worum es geht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>2.1 Hinweise f\u00fcr hermeneutische \u00dcberlegungen <\/strong><\/p>\n<p>Der Text beinhaltet eine Spannung: wenn die Reichsteilung ein Gericht \u00fcber Salomos S\u00fcnde war (vgl. 1K\u00f6n 11,11.12), war die Fehlentscheidung Rehabeams dann wirklich nur seine eigene Schuld? H\u00e4tte er auch anders entscheiden k\u00f6nnen oder \u201emusste\u201c er sich so entscheiden, damit Gottes Gericht eintreffen konnte?<\/p>\n<p>Es ist die Frage nach der Vorherbestimmung durch Gott und dem freien Willen des Menschen.<\/p>\n<p>Diese Spannung wird in der Bibel immer wieder sichtbar (so z. B. auch bei der Verstockung Pharaos durch Gott (2Mo 4,21) oder die Erw\u00e4hnung in R\u00f6m 9,22: \u201e\u2026zum Verderben bestimmt\u201c).<\/p>\n<p>Die Bibel l\u00f6st diese Spannung nicht auf.<\/p>\n<p>Wenn wir mit unserer Logik an unsere Grenzen kommen, ist der beste Weg, von dem auszugehen, was uns die Bibel eindeutig und unmissverst\u00e4ndlich deutlich macht:<\/p>\n<p>Klar ist: jeder einzelne Mensch ist f\u00fcr sein Tun und seine S\u00fcnde selbst verantwortlich (vgl. Hesekiel 18). Es kann sich also niemand f\u00fcr sein Fehlverhalten entschuldigen.<\/p>\n<p>Klar ist auch: Gott ist in seinem Verhalten gegen\u00fcber jedem einzelnen Menschen gerecht. Das hei\u00dft, er bevorzugt oder benachteiligt niemanden (vgl. 2Chr 19,7; R\u00f6m 2,11 u.\u00f6.).<\/p>\n<p>Ohne diese zwei Wahrheiten zu schm\u00e4lern, bezeugt uns die Bibel Gottes souver\u00e4nes lenken der Geschichte.<\/p>\n<p><strong>2.2 Hinweise f\u00fcr situative \u00dcberlegungen <\/strong><\/p>\n<p>Wir leben einer Zeit, in der sich das Wissen alle zwei Jahre verdoppelt. Wer Rat sucht, kann sich im Internet \u00fcber jedes x-beliebige Thema informieren.<\/p>\n<p>In vielen Teilen der Berufswelt sind junge, dynamische Menschen gefragt, das Wissen der \u201eAlten\u201c z\u00e4hlt oftmals nicht mehr, weil es \u00fcberholt ist.<\/p>\n<p>Dieser Trend macht auch vor unseren Gemeindeh\u00e4usern nicht halt. Viele \u00e4ltere Geschwister leiden darunter, dass sie nicht mehr gefragt werden\/ sind.<\/p>\n<p>Wie in dem Bibeltext gibt es in den Gemeinden manchmal auch zwei Parteien: die \u201eJungen\u201c und die \u201eAlten\u201c (Jung und Alt stehen hier f\u00fcr zwei Generationen).<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu Wissen, das in manchen Fachgebieten ben\u00f6tigt wird und veraltet, veraltet Lebensweisheit nicht. Die ersten Kapitel der Spr\u00fcche beispielsweise sind als v\u00e4terliche Ermahnung geschrieben, die auf Lebenserfahrung beruht, die durch biblische Weisheit gewonnen wurde (Vgl. auch Hebr. 13,7).<\/p>\n<p>Aber die Bibel verherrlicht weder Alter noch Jugend. Entscheidend ist, dass der Rat mit Gottes Wort \u00fcbereinstimmt. Und so kann z. B. der Psalmbeter in Psalm 119,100 sagen: <em>Ich bin kl\u00fcger als die Alten; denn ich halte deine Befehle.<\/em><\/p>\n<p>So k\u00f6nnte Spr 15,22 auch ein Impuls f\u00fcr das Gemeindeleben sein: <em>Die Pl\u00e4ne werden zunichte, wo man nicht miteinander ber\u00e4t; wo aber viele Ratgeber sind, gelingen sie<\/em>.<\/p>\n<p><strong>2.3 Hinweise f\u00fcr homiletische \u00dcberlegungen <\/strong><\/p>\n<p>Die Predigt sollte den Unterschied zwischen Wissen und Weisheit ansprechen:<\/p>\n<p>Viel Wissen f\u00fchrt nicht automatisch zu weisen Lebensentscheidungen. Das ist der Grund, warum nach der Bibel ein gescheiter Mensch ein Tor\/ Dummkopf sein kann. Andererseits: auch wer wenig wei\u00df, kann kluge Lebensentscheidungen treffen. N\u00e4mlich dann, wenn seine Entscheidungen mit Gottes Willen \u00fcbereinstimmen (vgl. Spr\u00fcche 1, 7: <em>Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Erkenntnis. Die Toren verachten Weisheit und Zucht<\/em>).<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong> Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>3.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Es soll deutlich werden, welchen Schatz an Lebensweisheiten wir mit der Bibel haben. Gott m\u00f6chte uns gerne Weisheit in unserer Lebenssituation geben (vgl. auch Jak 1,15: <em>Wenn es aber jemandem unter euch an Weisheit mangelt, so bitte er Gott\u2026<\/em>). Dazu gebraucht er auch Glaubens- Geschwister, die uns mit ihrer Lebens- und Glaubenserfahrung helfen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>3.2 Predigtveranschaulichungen \u2013 wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Guter Rat ist teuer!<\/p>\n<p>Ein Unternehmensberater sieht w\u00e4hrend der Autofahrt einen Hirten mit seiner Herde. Er stoppt den Wagen, geht zu dem Hirten und sagt: \u00bbWenn ich Ihnen genau sagen kann, wie viele Schafe Sie haben, darf ich mir dann ein Schaf mitnehmen?\u00ab Der Hirte \u00fcberlegt kurz und willigt ein. Der Berater legt sofort los und kommt mittels Computer- und Satellitentechnik zu dem Ergebnis: \u00bbSie haben 246 Tiere!\u00ab Der Hirte nickt. Beherzt greift der Unternehmensberater zu und nimmt sich ein Tier. Daraufhin erwidert der Hirte: \u00bbWenn ich Ihnen jetzt sage, was Sie von Beruf sind, bekomme ich mein Tier dann zur\u00fcck?\u00ab \u2013 \u00bbEinverstanden.\u00ab \u2013 \u00bbSie sind Unternehmensberater!\u00ab \u2013 \u00bbWoher wissen Sie das?\u00ab, antwortet dieser v\u00f6llig \u00fcberrascht. Der Hirte sagt: \u00bbSie sind gekommen, ohne dass ich Sie gerufen habe, um mir Dinge zu sagen, die ich ohnehin schon wei\u00df, und Sie haben keine Ahnung von dem, was ich tue. Sie haben sich n\u00e4mlich gerade meinen Hund ausgesucht!\u00ab<\/p>\n<p>Vielleicht haben Sie diesen geistreichen Witz schon einmal geh\u00f6rt. Diese Beratung k\u00f6nnte zwar teuer werden, w\u00fcrde aber kaum weiterhelfen. Welche Eigenschaften m\u00fcsste ein guter Berater haben? Er m\u00fcsste mich sehr gut kennen, er m\u00fcsste wissen, welches Ziel mein Leben hat. Er m\u00fcsste sich in die verschiedenen Situationen meines Lebens hineinversetzen k\u00f6nnen und einen gr\u00f6\u00dferen Weitblick haben als ich.<\/p>\n<p>Jesus Christus bekommt den Namen \u00bbwunderbarer Ratgeber&#8220; (Jesaja 9,5) zu Recht zugesprochen, denn er war ein Mensch wie wir, aber ohne S\u00fcnde. Gleichzeitig ist er allwissender Gott, der mit meinem und Ihrem Leben ein wunderbares Ziel hat. Er ist anders: Er dr\u00e4ngt sich nicht auf. Er kommt nur, wenn er gerufen wird. Er wird nicht nehmen, sondern geben: neuen Mut, neue Perspektiven, neue Hoffnung!<\/p>\n<p>Steffen Rosenkranz<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Des Vaters guter Rat<\/p>\n<p>Als sich William Jennings Bryan (1860\u20131925), Au\u00dfenminister unter dem amerikanischen Pr\u00e4sidenten Wilson, als junger Mann gerade auf den Weg machen wollte, um sein Studium an der Universit\u00e4t anzutreten, rief ihn sein Vater noch einmal zu sich. Bryan erwartete ein letztes Mal eine ernste Lektion \u00fcber die Verf\u00fchrungen in der Ferne und die Gefahren der S\u00fcnde. Sehr zu seiner Verwunderung hatte sein Vater zum Abschied aber nur einen Wunsch. Er erbat sich von seinem Sohn, dass dieser w\u00e4hrend des ersten Jahres an der Universit\u00e4t jeden Monat einmal das Buch der Spr\u00fcche (das Buch hat 31 Kapitel) durchlesen solle. Bryan versprach seinem Vater, dieser Bitte nachzukommen.<\/p>\n<p>Viele Jahre sp\u00e4ter bekannte Bryan dankbar, dass der damalige Rat des Vaters einer der einflussreichsten Faktoren in seinem Leben gewesen sei. In den verschiedenen politischen \u00c4mtern, die er bekleidete, habe ihm die Weisheit der Spr\u00fcche oftmals zu den richtigen Entscheidungen verholfen und ihn davor bewahrt, falsche Wege einzuschlagen. So sehr wurde die Bibel zu seiner Richtschnur, dass auf seinen Grabstein die Worte eingemei\u00dfelt wurden: \u00bbEr hat den Glauben bewahrt.\u00ab<\/p>\n<p>Gottes Wort kann und wird einen enormen Einfluss auf unsere Lebensgestaltung haben, wenn wir uns der Weisheit dieses Buches aussetzen und sie dann in unserem Leben umsetzen. Sowohl meine Gro\u00dfeltern als auch meine Eltern haben uns Kindern von klein auf die Bibel als wichtigste Buchempfehlung in Herz und H\u00e4nde gelegt.<\/p>\n<p>Stehen Sie im Begriff, Ihr Zuhause zu verlassen? Steht heute eine schwere Entscheidung an? Dann holen Sie sich weisen Rat aus dem Buch des H\u00f6chsten.<\/p>\n<p>Martin von der M\u00fchlen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Waren Sie schon einmal ratlos?<\/p>\n<p>Sicher haben Sie in Ihrem Berufsleben auch schon H\u00f6hepunkte erlebt, wo alles gut lief: der Gesch\u00e4ftsgang war zufriedenstellend, vielleicht sogar besser als geplant und erwartet, die Mitarbeiter haben mitgezogen, es herrschte eine gute Atmosph\u00e4re im Betrieb und auch im Umgang mit den Gesch\u00e4ftsfreunden. Und diese gute Stimmung hat Sie dann auch auf den anderen Gebieten des Lebens befl\u00fcgelt, in Familie, Nachbarschaft, in der Kirchengemeinde oder dem Verein, wo Sie Ihrem sportlichen Hobby nachgehen. Das gilt nat\u00fcrlich in abgewandelter Form f\u00fcr alle Arten menschlicher Arbeit. Gelungene Arbeit gibt Freude.<\/p>\n<p>Vielleicht k\u00f6nnen Sie sich aber auch an Phasen erinnern, in denen Sie ratlos waren? Eine Lieferung hat nicht den Vorstellungen Ihres Kunden entsprochen, ein Liefertermin konnte nicht eingehalten werden, vielleicht bangten Sie um einen gr\u00f6\u00dferen Rechnungsbetrag, den Ihnen Ihr Kunde schuldig war.<\/p>\n<p>Ich kenne solche Situationen, wo sich die Gedanken im Kreise bewegen und wo einem keine rechte Strategie einf\u00e4llt, wie man dem Problem begegnen k\u00f6nnte. Wenn der Tag zu Ende geht und man m\u00fcde ins Bett sinkt, f\u00fcrchtet man das Erwachen am n\u00e4chsten Tag: ein neuer Tag mit dem alten Problem!<\/p>\n<p>Eines Tages habe ich den Bibelvers entdeckt: \u00bbBefiehl dem Herrn deine Werke\u00ab (Spr 16,3). Mehrmals in meinem Leben habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich ganz bewusst im Gebet das Problem an Gottes Regie abgab und dann erleben konnte, wie Gott mir Gedanken zur L\u00f6sung schenkte. Dass Gott auf Vertrauen antwortet, hat mich froh gemacht.<\/p>\n<p>Eberhard Liebald<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sex-Ratgeber<\/p>\n<p>Wer auf das Wort achtet, findet Gutes, und gl\u00fccklich der, der dem HERRN vertraut!<\/p>\n<p>Spr\u00fcche 16,20<\/p>\n<p>Ob \u00bbVerbotene Liebe\u00ab oder \u00bbMarienhof\u00ab, ob \u00bbTraumschiff\u00ab, \u00fcberall werden Ratgeber in Sachen Sexualit\u00e4t angeboten. Jede Illustrierte, die etwas auf sich h\u00e4lt, bietet einen Leserservice an. Der Leser fragt, das Dr. XY-Team antwortet. Und die Ratschl\u00e4ge sind immer dieselben: \u00bbSeien Sie nicht so verklemmt!\u00ab oder: \u00bbAchten Sie auf Safer-Sex!\u00ab oder: \u00bbWenn&#8217;s gar nicht anders geht, dann machen Sie&#8217;s eben weg!\u00ab oder: \u00bbGehen Sie ruhig Ihrer gleichgeschlechtlichen Neigung nach. Das wird sie befreien!\u00ab<\/p>\n<p>\u00c4hnliche Ratgeber gab es schon vor 3.000 Jahren. Die Bibel berichtet von Jonadab. Er war Ratgeber des K\u00f6nigssohns Amnon. Jonadab er\u00f6ffnete Amnon einen Plan, wie er an Tamar, die er unbedingt haben wollte, rankommen konnte. Obwohl Jonadabs Plan total fies war, lie\u00df Amnon sich darauf ein (nachzulesen in 2. Samuel 13,1ff.). Diese Begebenheit macht deutlich, da\u00df es gef\u00e4hrlich ist, falsche Ratgeber zu haben. Leute, die einem nach dem Mund reden, schlimmer noch, die einem sogar den Mund noch w\u00e4ssrig machen, sind schlechte Ratgeber. Sie verdienen es nicht, Ratgeber genannt zu werden, denn sie haben letztlich nur ihren eigenen Profit im Sinn.<\/p>\n<p>Viele der heutigen Medien scheinen mit Jonadab verwandt zu sein. Wer aber ist ein guter Ratgeber? Der, der einem nicht nur das sagt, was einem gef\u00e4llt und der, der sich an der Wahrheit orientiert. Der weise K\u00f6nig Salomo sagt in Spr\u00fcche 19,20: H\u00f6re auf den guten Rat und nimm Zucht an, damit du f\u00fcr die Zukunft weise wirst. Pr\u00fcfen Sie doch die heute g\u00e4ngige Sexualmoral einmal an dem, was die Bibel sagt.<\/p>\n<p>Woher beziehen Sie Ihre Ratschl\u00e4ge und Ma\u00dfst\u00e4be?<\/p>\n<p>Lothar Jung<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auf einer langen Flugreise sa\u00dfen ein alter Rabbiner und ein Evolutionsbiologe nebeneinander und unterhielten sich \u00fcber manche Dinge. Zwischendurch kamen von hinten aus dem Flugzeug immer wieder die Enkel des alten Rabbiners und fragten, ob sie etwas f\u00fcr ihn tun oder ihm bringen k\u00f6nnten. Der Biologe wunderte sich dar\u00fcber und sagte schlie\u00dflich: \u00bbWie kommt es, dass Ihre Enkel so freundlich und aufmerksam zu Ihnen sind? Meine drehen sich \u00fcberhaupt nicht mehr nach mir um. Oft kommt es mir vor, als ob sie sich meiner sogar sch\u00e4men, weil ich ihnen alt und unansehnlich erscheine.\u00ab<\/p>\n<p>Der Rabbiner sagte darauf: \u00bbDas ist sehr einfach zu erkl\u00e4ren. Ihre Enkel glauben, dass die Menschen sich von irgendeiner Affenart h\u00f6herentwickelt haben. Somit sind Ihre Enkel schon zwei Generationen weiterentwickelt als Sie und stehen daher \u00fcber Ihnen. Was k\u00f6nnten Sie ihnen noch beibringen? Meine Enkel wissen, dass Gott als der Sch\u00f6pfer \u00fcber allem steht. Er machte ein Menschenpaar, das als Eltern zwischen Gott und ihren Kindern stand. Und die wieder wurden zu Eltern, die f\u00fcr ihre Kinder Gottes Repr\u00e4sentanten waren. So geht es immer weiter abw\u00e4rts. Darum sch\u00e4tzen und ehren sie mich.\u00ab<\/p>\n<p>Selbst wer nicht an den Sch\u00f6pfergott glaubt, m\u00fcsste zugeben, dass die Argumentation des alten Rabbis einleuchtend ist. Es f\u00e4llt heute vielen Eltern furchtbar schwer, ihren Kindern wirklich Wegweisung f\u00fcr deren Leben zu geben, weil sie im Grunde ihres Herzens nicht einmal wissen, ob sie dazu berechtigt sind, wenn wir doch alle Produkte blo\u00dfen Zufalls sind. Die Bibel lehrt uns etwas anderes und gibt den Eltern das Recht, ja, verpflichtet sie sogar, ihre Kinder zu gemeinschaftsf\u00e4higen Leuten zu erziehen.<\/p>\n<p>Hermann Grabe<\/p>\n<p>(Karlheinz Deininger)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigtthema: Wer sind meine Ratgeber?\u00a0\u00a0\u00a0 Predigttext:\u00a0 1. K\u00f6nige 12, 1- 25 Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. 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