{"id":3035,"date":"2016-12-02T19:43:20","date_gmt":"2016-12-02T18:43:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=3035"},"modified":"2016-12-16T15:59:16","modified_gmt":"2016-12-16T14:59:16","slug":"predigthilfe-vom-18-dezember-2016-psalm-143","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-18-dezember-2016-psalm-143\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 18. Dezember 2016 &#8211; Psalm 143"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Advent (Ankunft)<\/strong><\/p>\n<p><strong>Bibeltext:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ps 143<\/strong><\/p>\n<p><strong>Predigtthema:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 (4. Advent) Jesus, die Rettung<\/strong><\/p>\n<h4>1. Hilfreiche Bibel\u00fcbersetzungen, um den Bibeltext zu verstehen<\/h4>\n<p>Um mit dem Bibeltext vertraut zu werden, ist es sinnvoll in aller Ruhe verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen zu lesen. Zu empfehlen ist erst einmal eine Bibel\u00fcbersetzung mit der man vertraut ist, deren Sprache einem von der Syntax und von der Wortwahl her verst\u00e4ndlich erscheint.<\/p>\n<p>In einem weiteren Schritt empfiehlt sich eine Elberfelder oder Schlachter Bibel\u00fcbersetzung zu lesen, da sich diese \u00dcbersetzungen nahe am Ursprungstext (Altes Testament Hebr\u00e4isch bzw. Aram\u00e4isch \/ Neues Testament Griechisch) halten. Diese \u00dcbersetzungen sind wegen ihrer N\u00e4he zur Ursprache \u00f6fter holprig im Lesefluss und enthalten oft W\u00f6rter, die unserem heutigen Wortschatz manchmal fremd sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<h4>2. \u00a0Allgemeine Hinweise zum Bibeltext<\/h4>\n<p>Aufgrund des 2. Verses wurde der Psalm 143 gem\u00e4\u00df der alten (traditionellen) Kirche als letzter und siebenter Bu\u00dfpsalm (neben Ps 6; 32; 38; 51; 102; 130) gez\u00e4hlt, wenngleich der Psalm 143 nicht explizit von der Bu\u00dfe bestimmt ist, sonder vielmehr von den feindlichen Gefahren spricht (das Thema der Feinde taucht auch in den Psalmen 140-142 auf). Darum geh\u00f6rt der Psalm 143 auch zur Gattung der Klagepsalmen (Klage des Einzelnen).<\/p>\n<p>In diesem Psalm beklagt (h\u00f6chstwahrscheinlich) K\u00f6nig David von Israel, dass er von Feinden bedr\u00e4ngt\/verfolgt ist. Sicherlich kann man hier an den Prinzen Absalom (ein Sohn von K\u00f6nig David) denken, der seinen Vater David verfolgte, um den K\u00f6nigsthron besteigen zu k\u00f6nnen (vgl. 2Sam 15,13ff; 17,24-18,8).<\/p>\n<h4>3. \u00a0Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Bibeltextes<\/h4>\n<p><strong>Gliederung des Textes <\/strong>(nach Wuppertaler Studienbibel)<strong>:<\/strong><\/p>\n<p>Vers\u00a0 1a\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0 :\u00a0 Widmung<\/p>\n<p>Vers 1b u. 2: Er\u00f6ffnung des Gebetes und Bu\u00dfbekenntnis<\/p>\n<p>Vers\u00a0\u00a0 3-\u00a0 6\u00a0 : Klage vor Gott und Bekundung der Sehnsucht nach ihm<\/p>\n<p>Vers\u00a0\u00a0 7-12\u00a0 : Bitten um Rettung.<\/p>\n<p><strong>Exegetische Einsichten:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Vers 1: \u00a0<\/strong>Der ber\u00fchmte israelische K\u00f6nig David (Regierungszeit 1004-965 v.Chr.) rief Gott, den HERRN (Jahweh) um Gnade und Erl\u00f6sung an, denn Gott ist treu und gerecht (vgl. V. 11), was ein Mensch nicht ist. Die Treue und Gerechtigkeit sind kontinuierliche Charaktereigenschaften Gottes, auf die sich David bisher immer verlassen konnte, wie das schon die Zeitgeschichte vor David, mindestens seit Abraham her, gezeigt hatte \u2013 Gottes Versprechen gingen in Erf\u00fcllung (das Versprechen der Nachkommenschaft Abrahams; Rettung aus \u00c4gyptenland; das Versprechen eines Landes, das von Milch und Honig \u00fcberflie\u00dft; u.v.a.). Wer mit Gottes Treue und Gottes Gerechtigkeit rechnet, ist gut dran.<\/p>\n<p><strong>Vers 2:\u00a0 <\/strong>David bat Gott, dass er ihn nicht richten m\u00f6ge, denn er wusste, dass er mit seinem s\u00fcndigen Leben vor Gott nicht bestehen kann. Und doch wei\u00df er sich als ein Knecht\/Diener im Auftrag Gottes. David wei\u00df: ich geh\u00f6re Gott<strong>.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Vers 3:\u00a0\u00a0 <\/strong>Der Feind hatte David angegriffen, ihn gejagt und vertrieben, so dass er nun in der Finsternis sitzt (vgl. Ps 88,7), ja, als wenn er tot w\u00e4re. Wo Gott sein Antlitz verbirgt (siehe auch Vers 7), da ist lauter Finsternis oder gar der Tod (vgl. Ps 10,1; 13,2; 27,9; 30,8; 55,2; 69,18; 89,47; 102,3; 104,29)<\/p>\n<p><strong> Vers 4:\u00a0\u00a0 <\/strong>Sein Geist (seine eigene Denkleistung) war ermattet. D.h. er konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen aufgrund seiner Angst. Sein Herz, die Mitte des Lebens, war zum Stillstand gekommen (zum Thema \u201eHerz\u201c siehe Predigthilfe vom 11.12.2016 zu Psalm 138,1). Schrecken und Bedr\u00e4ngnis f\u00fchrten David in eine psychische Leblosigkeit\/Visionslosigkeit.<\/p>\n<p><strong>Vers 5:<\/strong>\u00a0\u00a0 Dennoch wei\u00df sich David an viele Tage zu erinnern, an denen Gott mit seiner Macht herrlich geholfen und gewirkt hat. Hier lebt Davids Hoffnung und Vertrauen auf Gottes Hilfe wieder auf.<\/p>\n<p><strong>Vers 6:\u00a0\u00a0 <\/strong>Alle Hilfe, jede sich \u00f6ffnende T\u00fcr, die ihm einen Ausweg bieten k\u00f6nnte, erwartete David von Gott. Alles erhofft David aus Gottes m\u00e4chtiger Hand. Ihm dem gebenden HERRN streckt David seine H\u00e4nde entgegen. Er breitet seine H\u00e4nde aus. Er will empfangen, was aus Gottes Macht ihm zukommt. Wie ein kleines hilfloses Kind, das seine \u00c4rmchen zur Mama\/ zum Papa ausstreckt, weil es von ihr\/ihm Hilfe und das getragen werden erhofft. Nimm HERR mein ganzes Leben in deine Hand! Diese Gebetshaltung signalisiert den Wunsch: HERR mach mich Heil, gib mir lebendiges Wasser \u2013 ich d\u00fcrste nach deiner Lebenskraft.<\/p>\n<p><strong>Vers 7:\u00a0\u00a0 <\/strong>David bittet um eine schnelle Hilfe\/Errettung, damit sein Geist nicht verr\u00fcckt\u00a0 (durchdrehen, verlorengehen) werde. David hat damit zu k\u00e4mpfen, das Vertrauen auf Gott zu behalten. Er, David m\u00f6chten nicht wie die Ungl\u00e4ubigen den Tod finden (in die Grube fahren). Er w\u00fcnscht sich bei Gott geborgen, gef\u00fchrt und sicher zu sein.<\/p>\n<p><strong>Vers 8:\u00a0\u00a0 <\/strong>David sehnt sich nach einem Wort Gottes, das ihn trotz aller S\u00fcnde durch Gnade\/G\u00fcte (im Hebr\u00e4ischen steht hier das Wort \u201eChesed\u201c geschrieben, das die Liebe zueinander meint) in der Gemeinschaft mit Gott bestehen bzw. am Leben l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Von Gott her w\u00fcnscht sich David einen Ausweg\/Wegweiser, der ihn aus seiner schrecklichen Lage f\u00fchrt (befreit).<\/p>\n<p><strong>Vers 9:<\/strong>\u00a0\u00a0 Wie schon in Vers 3 wird Davids Notlage beschrieben, weil ihn seine Feinde bedr\u00e4ngen. David befindet sich in akuter Lebensgefahr. Er hat keine Hoffnung mehr, dass ihm irgendeine irdische\/menschliche Macht helfen kann. Allein Gottes wunderbares Eingreifen sieht er als Rettungsm\u00f6glichkeit.<\/p>\n<p><strong>Vers 10:\u00a0\u00a0 <\/strong>Gro\u00dfe Berge\/Probleme t\u00fcrmen sich, im Bild gesprochen, vor David auf. Mit menschlichem Wissen und K\u00f6nnen kann in dieser Situation nichts mehr gewonnen werden. David sehnt sich nach der Leitung Gottes durch Gottes Geist. Allein Gottes Geist traut David zu, dass er ihn \u00fcber die Problemberge bzw. durch seine Not hindurchf\u00fchrt in ein gut begehbares Land bzw. Leben.<\/p>\n<p><strong>Vers 11:<\/strong>\u00a0\u00a0 David sieht seine Feinde im Unrecht. Desgleichen wei\u00df David, dass Gott absolut gerecht ist. Aufgrund der F\u00e4higkeit, dass Gott Recht und Unrecht unterscheiden kann, soll Gott f\u00fcr David handeln. Man k\u00f6nnte man meinen, dass David Gott anspornen m\u00f6chte ihm zu Helfen, damit Gottes Namen seinem Ruf nachkomme \u2013 Gott, der sich doch als der gerechte und gn\u00e4dige Herr den Menschen vorstellt. Deshalb soll alles nach dem Willen Gottes geschehen, der als einziger eine Neubelebung herbeif\u00fchren kann, wenn Gott ihm gn\u00e4dig ist.<\/p>\n<p><strong>Vers 12:<\/strong>\u00a0\u00a0 Wieder taucht hier in Vers 12 das hebr\u00e4ische Wort \u201eChesed\u201c (Gnade \/ Gunst \/ die Liebe zueinander) auf. \u201eIn deiner Gnade (Chesed) vertilge meine Feinde.\u201c David betet hier in bestimmter Wortwahl um die Vernichtung seiner Feinde. Gott soll den Ma\u00dfstab seiner Gnade auch bei seinen Feinden anwenden, so wie Gott es auch bei David angewandt hat. In aller Bedrohung wei\u00df David den Ma\u00dfstab Gottes (die Gnade) nicht nur f\u00fcr sein Leben, sondern auch f\u00fcr das seiner Feinde zu w\u00fcnschen. Wobei Gottes Gnade auch die Befreiung von lebensvernichtenden M\u00e4chten\/Gewalten bedeuten kann, also dass Gott tats\u00e4chlich die Feinde Davids vertilgt.<\/p>\n<p>Trotz der Wortwahl \u201eChesed\u201c dr\u00fcckt David sein Wunsch offen gegen\u00fcber Gott aus, in dem er sagt: \u201eAlle Bedr\u00e4nger meiner Seele lass umkommen\u201c. Denn David macht eine Unterscheidung wie schon in Vers 2: Er sieht sich als Knecht (hebr. Eved) Gottes, als Diener und damit zugeh\u00f6rig zu Gott. Hier wird deutlich: die Feinde Davids dienen Gott nicht und sind damit Feinde Gottes. Gottes Nein gegen die S\u00fcnde trifft den S\u00fcnder (den von Gott getrennten Menschen), der sich nicht auf Gottes Hilfe und Gnade beruft und vernichtet ihn. David, der sich im Dienst Gottes wei\u00df, der sich als S\u00fcnder (vgl. Vers 2) voller Reue und Demut Gott hingibt, wei\u00df um den Schutz und die Gnade und Gerechtigkeit Gottes. Wer Gott zum Herrn hat, dem ist Gott gn\u00e4dig. So hat Gott uns Menschen in Jesus Christus seine Gnade erwiesen. Die Rettung des S\u00fcnders trotz seiner S\u00fcnde wird erst durch das gerechte Gericht m\u00f6glich, das Jesus Christus am Kreuz f\u00fcr die S\u00fcnder der Welt ausgehalten hat (vgl. R\u00f6m 8,3).<\/p>\n<p>Dieser Bu\u00dfpsalm muss uns S\u00fcnder zu Jesus Christus treiben, in dem uns die M\u00f6glichkeit der Gnade gegeben und versprochen ist (vgl. Joh 3,16; 2Kor 5,21; 1Joh 1,9).<\/p>\n<p>(A. Cyris)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Advent (Ankunft) Bibeltext:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ps 143 Predigtthema:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 (4. Advent) Jesus, die Rettung 1. 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