{"id":3032,"date":"2016-12-07T08:00:25","date_gmt":"2016-12-07T07:00:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=3032"},"modified":"2016-12-09T16:31:17","modified_gmt":"2016-12-09T15:31:17","slug":"predigthilfe-vom-25-dezember-2016-psalm-102-17-23","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-25-dezember-2016-psalm-102-17-23\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 25. Dezember 2016 &#8211; Psalm 102, 17-23"},"content":{"rendered":"<p><strong>Predigttext: Psalm 102, 17- 23<\/strong><\/p>\n<p><strong>Predigtthema: Rettung ist Chefsache<\/strong><\/p>\n<p>Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n<ol>\n<li><strong> Sehen, was dasteht <\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>1.1 Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n<p>Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/\">www.bibleserver.com<\/a> (Luther 1984 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000\/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n<p>* Dieter Schneider, Das Buch der Psalmen, Wuppertaler Studienbibel<\/p>\n<p>* C.H. Spurgeon, Die Schatzkammer Davids.<\/p>\n<p><strong>1.2 Zusammenhang und Versauslegung<\/strong><\/p>\n<p>Die Verse 1- 12 zeigen uns einen Leidenden, der seinen Schmerz vor Gott aussch\u00fcttet. Die ganze Palette menschlichen Leids listet der Psalmbeter auf (Krankheit, Hunger, Schlaflosigkeit, Anfeindung, Depression und Angst vor Gottes Zorn). Wahrscheinlich war er einer der R\u00fcckkehrer aus der babylonischen Gefangenschaft. Er sieht die zerst\u00f6rte Stadt und den zerst\u00f6rten Tempel (15). Der Trost besteht nicht darin, dass ihm die Last unmittelbar abgenommen w\u00fcrde. Vielmehr wird ihm das Nachdenken dar\u00fcber zur Hilfe, wie Gott in seinem Handeln mit seinem Volk sich selbst unver\u00e4ndert treu bleibt, sowie der Gedanke an den ewigen Gott, der die Seinen nicht im Stich l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Der Gegensatz zwischen dem menschlichen Wesen in seiner Verg\u00e4nglichkeit und Gott in seiner Unverg\u00e4nglichkeit wird durch ein betontes <em>Du aber<\/em>, eingeleitet (V. 13). Und damit der Abschnitt, der prophetisch \u00fcber die Zeit des Psalmbeters hinausweist und voller Hoffnung ist.<\/p>\n<p>Dieser Teil des Psalms setzt sich aus drei Strophen zusammen; bei jeder steht Zion im Mittelpunkt.<\/p>\n<p><strong>13- 15 Die Zeit der Wiederherstellung Zions ist da.<\/strong><\/p>\n<p><strong>16- 18 Die Wirkung der Wiederherstellung auf die Menschheit<\/strong><\/p>\n<p><strong>19- 23 Die Erl\u00f6sung als Gottes Werk <\/strong><\/p>\n<p>Vers 17: Zun\u00e4chst einmal denkt der Psalmbeter an das Ende des Exils. An die Zeit des Wiederaufbaus von Jerusalem und dem Tempel. Darauf weist schon Vers 14 hin: <em>die Zeit ist gekommen. <\/em>Aber der Zusammenhang (Vers 19.23) zeigt, dass diese Prophetie \u00fcber die Zeit des Wiederaufbaus Jerusalems unter Esra und Nehemia hinausweist. So bekommen die Worte, dass er dort in seiner Herrlichkeit erscheinen wird, einen unerwartet neuen Aspekt. Im Zusammenhang mit dem Neuen Testament erinnern sie an die Erscheinung Jesu: Vgl. Joh 1, 14: <em>Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.<\/em><\/p>\n<p>Vers 18: Man beachte den Gegensatz zu Vers 17! Der Herr, der in seiner ganzen g\u00f6ttlichen Herrlichkeit erscheint, wendet sich dem Gebet der Verlassenen zu. Der H\u00f6chste ist sich f\u00fcr die Anliegen der Geringsten nicht zu schade. Ein gro\u00dfer K\u00f6nig hat f\u00fcr die Anliegen der kleinen Leute keine Zeit. Aber Gott ist so gro\u00df, dass ihm auch das Kleinste nicht zu klein ist! Seine Erf\u00fcllung findet diese Prophetie in Jesus Christus, der niemanden abgewiesen hat, der ihn um etwas gebeten hat (vgl. z. B. die Geschichte von Bartim\u00e4us in Markus 10, 46ff. Jesus, der K\u00f6nig war auf dem Weg nach Jerusalem um seine gro\u00dfe Mission, die Rettung der Menschen zu vollenden. Viele sagten, er solle schweigen. Aber Jesus nimmt sich des Anliegens des Bettlers an!)<\/p>\n<p>Vers 19. Auch diese Stelle weist \u00fcber die Zeit des Psalmbeters hinaus: auf ein neues Volk, das Gott erst schafft. Im hebr\u00e4ischen Grundtext steht hier das Wort f\u00fcr <em>schaffen <\/em>das nur von Gott ausgesagt wird, nie aber von Menschen (z. B. bei der Sch\u00f6pfung). Gott schafft etwas v\u00f6llig Neues, nie dagewesenes. Der Vers weist schon auf die Zeit der Gemeinde hin, die Jesus Christus schafft. Deshalb soll diese Botschaft f\u00fcr sp\u00e4tere Generationen aufgeschrieben werden, weil die jetzige diese Botschaft noch nicht fassen kann. Die erste Erf\u00fcllung findet diese Prophetie vielleicht mit der Anbetung der Weisen aus dem Morgenland. Sie preisen als Heiden den neu geborenen K\u00f6nig.<\/p>\n<p>Vers 20 und 21: Gottes Erhabenheit k\u00f6nnte zu dem Gedanken f\u00fchren, dass er sich nicht f\u00fcr die N\u00f6te der Menschen interessiert. Er schaut aber nicht einfach nur \u201eherunter\u201c, er kommt selber. Jesus ist der Sohn des H\u00f6chsten, der in seinem Heiligtum sitzt (vgl. Lukas 1, 32). An ihm sehen wir die Barmherzigkeit Gottes leibhaftig (Lukas 1, 78): <em>Durch<\/em> <em>die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, durch die uns besuchen wird das aufgehende Licht aus der H\u00f6he, damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere F\u00fc\u00dfe auf den Weg des Friedens. <\/em><\/p>\n<p>Die ganze Schrift zielt darauf hin, dass Gott durch Jesus Christus sein Versprechen wahrmacht und die durch die S\u00fcnde totgeweihten Menschen errettet!<\/p>\n<p>Ein Gegensatzpaar f\u00e4llt in Vers 20 und 21 auf und erinnern mit aller Deutlichkeit an Jesus Christus: der heilige, erhabene Herr, der auf seinem Thron sitzt (vgl. Jesaja 6, 1-5), nimmt sich der Gefangenen und Todgeweihten an. Einen gr\u00f6\u00dferen Gegensatz gibt es nicht, denn die Gefangenen und Todgeweihten sind die Verurteilten, die alle ihre Rechte durch eigenes Verschulden verspielt haben. Sie sie sind also nicht einmal mehr die Untertanen des K\u00f6nigs sondern Vogelfreie, eigentlich lebendig Tote. Aber Jesus Christus, der K\u00f6nig und Richter, spricht nicht das gerechte Urteil, sondern erbarmt sich, indem er das Gericht an sich selber vollziehen l\u00e4sst. Und das alles aus Liebe (nach neutestamentlichem Verst\u00e4ndnis ist das der Grund, weshalb sich der H\u00f6chste den Todgeweihten annimmt). Vgl. 2. Korinther 8,9: <em>Denn ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, dass er, da er reich war, um euretwillen arm wurde, damit ihr durch seine Armut reich w\u00fcrdet.<\/em><br \/>\nVers 22 und 23: Auch diese Verse zeigen, dass die Prophetie nicht nur auf den Wiederaufbau Jerusalems und des Tempels nach dem babylonischen Exil zielt. Wenn V\u00f6lker aus allen K\u00f6nigreichen kommen, um den Herrn zu dienen, dann kann nur die messianische Heilszeit gemeint sein. Jesus sagte in Matth\u00e4us 24,14, dass das Evangelium in allen V\u00f6lkern gepredigt werden wird und dann wird das Ende kommen. Also deuten diese Verse und ihr Zusammenhang schon auf die Zeit der Gemeinde und sogar noch dar\u00fcber hinaus auf das neue Jerusalem in Offenbarung 21.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> Verstehen, worum es geht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>2.1 Hinweise f\u00fcr situative \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n<p>In keiner anderen Zeit f\u00fchlen sich viele Menschen so einsam wie an Weihnachten! In dieser Zeit kommen viele, die sonst st\u00e4ndig in Hektik sind, zur Ruhe und zum Nachdenken. Gerade jetzt schmerzt der Verlust einer geliebten Person, die Trennung von einem (geliebten) Menschen (durch Scheidung, Wegzug etc.) oder die Erinnerung an fr\u00fchere, gl\u00fccklichere Zeiten. Andererseits werden an die Feiertage hohe Erwartungen gekn\u00fcpft, die dann oft j\u00e4h zerbrechen: an Weihnachten soll alles besonders harmonisch und friedlich sein. Doch herrscht gerade in dieser Zeit oft Streit, weil die Erwartungen zu hoch waren und die Zeiten davor zu stressig. Der Predigttext spricht gerade die Unf\u00e4higkeit des Menschen an, in Frieden und Harmonie zu leben und macht deutlich, dass Gott unsere N\u00f6te kennt!<\/p>\n<p><strong>2.2 Hinweise f\u00fcr hermeneutische \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n<p>Psalm 102 ist von einem Menschen geschrieben worden, der Not und Verlassenheit kannte. Das machen die ersten 12 Verse sehr deutlich. In all den N\u00f6ten und der Verlassenheit sch\u00f6pft er die Hoffnung nicht aus sich selbst, sondern aus seinem Gott, von dem er wei\u00df, dass er sich den Verlassenen und Gefangenen zuwendet. Gott gibt dem Hoffnungslosen Mut. Diese Botschaft ist heute noch genau so aktuell wie damals. So spricht der Psalm auch zu uns. Seinen Zuspruch k\u00f6nnen wir durch Jesus Christus ganz pers\u00f6nlich nehmen. Denn durch Jesus Christus sind die Verhei\u00dfungen des Psalms erf\u00fcllt und f\u00fcr uns g\u00fcltig.<\/p>\n<p><strong>2.3 Hinweise f\u00fcr homiletische \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n<p>Der Predigttext spricht gerade diese Menschen an, die unter Verlassenheit und Schuldgef\u00fchlen leiden: Gott ist kein ferner Gott, dem unser Schicksal egal ist. Er ist auch kein Gott, der uns in unserem, vielleicht selbstverschuldeten, Elend alleine l\u00e4sst. \u201e<em>Welt ging verloren, Christ ist geboren\u201c<\/em>, dr\u00fcckt das Weihnachtslied \u201e<em>O du fr\u00f6hliche<\/em>\u201c treffend aus. So sollte die Weihnachtspredigt vor allem den Zuspruch vermitteln, dass Gott durch Jesus Christus nahegekommen ist und sich unserer N\u00f6te und unserer S\u00fcnde angenommen hat.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong> Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>3.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte von dem Gott reden, der sich durch Jesus so tief auf die Erde erniedrigt hat, dass er auch die allergr\u00f6\u00dften N\u00f6te und die allergr\u00f6\u00dfte Verlorenheit kennt. Er h\u00f6rt ein ernstes Gebet und kann uns aus allen N\u00f6ten helfen.<\/p>\n<p><strong>3.2 Predigtthema \u2013 was sage ich in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>M\u00f6gliche Gliederung:<\/p>\n<p>Rettung ist Chefsache:<\/p>\n<ol>\n<li>Mit dem Latein am Ende<\/li>\n<\/ol>\n<p>Der Mensch kann sich nicht selbst helfen<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>Da muss der Chef ran<\/li>\n<\/ol>\n<p>Gott schickt keinen Diener, auch keinen Engel zur Hilfe. Er, der K\u00f6nig (\u201eChef\u201c) kommt selber.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li>Gott sei Dank, wem denn sonst?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Gottes Hilfe stellt umfassend wieder her: Menschen, die vorher ohne jede Hoffnung waren, jubeln ihrem Gott zu (neue Freude am Leben) und dienen ihrem K\u00f6nig (neuer Lebensmut\/sinn)<\/p>\n<p><strong>3.3 Predigtveranschaulichung \u2013 wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Verkehrte Welt in der Weihnachtsgeschichte?<\/p>\n<p>Wer die Weihnachtsgeschichte aufmerksam liest, stolpert \u00fcber einen ganz erstaunlichen Kontrast. Da, wo Jesus zur Welt kommt, ist es dunkel, kalt und ungem\u00fctlich. Dem Sohn Gottes wird kein glanzvoller Empfang bereitet, wie man es eigentlich erwarten w\u00fcrde. Stattdessen ist die Nacht von Bethlehem gepr\u00e4gt von Armut, Stallgeruch und Einsamkeit. Keine himmlische Eskorte, kein strahlendes Licht. Aber unweit vom Geburtsort spielt sich eine ganz andere Szene ab: Die Hirten auf dem Feld werden pl\u00f6tzlich mitten in der Nacht von einem hellen Glanz umleuchtet, und unz\u00e4hlige Engel verk\u00fcndigen die Geburt des Retters, loben Gott und reden von Frieden und gro\u00dfer Freude. Hier, bei den einfachen Hirten, erwartet man eigentlich Armut, Stallgeruch und Einsamkeit. Aber gerade hier erscheint der himmlische Glanz, gerade hier wird etwas von Gottes Herrlichkeit und Macht sichtbar.<br \/>\nWas m\u00f6chte Gott durch diesen auff\u00e4lligen Gegensatz deutlich machen? Warum diese \u00bbverkehrte Welt\u00ab? Die Antwort wird deutlich, wenn man die Berichte \u00fcber Jesus Christus in der Bibel zu Ende liest. Jesus kam in unsere Welt, die wie die Nacht von Bethlehem von Dunkelheit und K\u00e4lte gekennzeichnet ist. Von Lieblosigkeit und Egoismus, von S\u00fcnde und Schuld. Aber er kam, um als Retter uns Menschen Frieden zu bringen, um uns den Zugang zur Herrlichkeit Gottes zu erm\u00f6glichen. Das war seine Mission. Er wurde geboren, lebte und starb, damit wir, die das nicht verdient haben, Kinder Gottes werden k\u00f6nnen. Er kam in unsere Finsternis, damit wir in sein Licht kommen k\u00f6nnen. Und wer das glaubt und ihm vertraut, so verspricht Gott, erf\u00e4hrt den tiefen Frieden und die gro\u00dfe Freude, die die Engel schon den Hirten verk\u00fcndet haben.<\/p>\n<p><strong><em>William Kaal, Leben ist mehr, 25. Dezember 2016<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Weihnachten im Knast<\/p>\n<p>Bepackt mit Kuchen, Kleingeb\u00e4ck, etwas Tannengr\u00fcn, Geschenken, Bibeln und Kalendern stehen wir vor dem gro\u00dfen Eingangstor der Justizvollzugsanstalt. Die W\u00e4rter sind heute besonders freundlich und lassen uns ohne Kontrolle passieren. Durch lange G\u00e4nge und viele auf- und zugeschlossene Eisent\u00fcren gelangen wir zum tristen Kontaktgruppenraum.<br \/>\nNun werden die Tische gedeckt, die mitgebrachten Kerzen angez\u00fcndet und kleine Geschenke f\u00fcr die Inhaftierten auf die Pl\u00e4tze verteilt. An solchen Tagen sind viele hier niedergeschlagen oder gar depressiv. Sie denken an Zuhause, an vergangene Kindheitstage und an verpasste Gelegenheiten, sehen oft keine Perspektive f\u00fcr ihr Leben.<br \/>\nWir kommen ins Gespr\u00e4ch. Weshalb feiern wir Weihnachten? Was macht eigentlich Weihnachten aus? Schnell kommen wir auf das Eigentliche des Weihnachtsfestes zu sprechen. Aller Ballast der Traditionen, alles Sentimentale und alles kitschig S\u00fc\u00dfliche f\u00e4llt weg. Warum musste Jesus Christus, der Sohn Gottes, als Mensch auf dieser Erde geboren werden? Einer wei\u00df es noch aus dem Kindergottesdienst: Weil er f\u00fcr die S\u00fcnden der Menschen sterben wollte! Richtig, aber wie ist die S\u00fcnde in die Herzen der Menschen gekommen? Betroffen h\u00f6ren sie die Botschaft der Bibel von der Katastrophe des S\u00fcndenfalls des ersten Menschenpaares, der die un\u00fcberwindbare Trennung der Gemeinschaft mit Gott verursacht hat und damit den Tod und das Gericht Gottes \u00fcber uns Menschen.<br \/>\nWie ein Silberstreif am Horizont nehmen sie die frohmachende Weihnachts-Botschaft mit in ihre Zellen: Der Retter ist gekommen! Er kann und will die Frage meiner Schuld und S\u00fcnde l\u00f6sen!<\/p>\n<p><strong><em>Eberhard Platte, Leben ist mehr, 26.12.2001<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Das gro\u00dfe Weihnachtsgeschenk<\/p>\n<p>Als ich sechs Jahre alt war, sagte ich zu meiner Mutter: \u00bbDas Christkind schenkt mir jedes Weihnachten etwas, aber du hast mir noch nie etwas geschenkt.\u00ab F\u00fcr meine alleinerziehende Mutter war dieser Satz wie ein Messerstich ins Herz. Wir lebten in sehr bescheidenen Verh\u00e4ltnissen, und dennoch hatte sie es zu Weihnachten irgendwie immer geschafft, mir etwas zu schenken. Und dann dieser Satz!<br \/>\nUnter Tr\u00e4nen sagte sie mir dann: \u00bbDie Geschenke waren immer von mir.\u00ab Dann hatte das Christkind mir also noch nie etwas geschenkt. Daraus schloss ich, dass es das Christkind gar nicht gab, und Weihnachten hatte seinen Glanz verloren. Der ganze Weihnachtstrubel wurde mir, je \u00e4lter ich wurde, immer mehr zu einem gro\u00dfen Betrugsman\u00f6ver.<br \/>\n17 Jahre sp\u00e4ter verstand ich aus der Bibel, dass Christus selbst sich mir geschenkt hatte. \u00bbJesus\u00ab bedeutet: Der Herr rettet. Das ist ganz passend, \u00bbdenn er wird sein Volk erretten von seinen S\u00fcnden\u00ab. So hei\u00dft es bei dem Evangelisten Matth\u00e4us im Neuen Testament. Christus hat vor fast 2000 Jahren stellvertretend f\u00fcr alles, was in unserem Leben schiefl\u00e4uft, bezahlt. Die ganze Strafe ist allen erlassen worden, die an dieses Erl\u00f6sungswerk Christi glauben.<br \/>\nWas f\u00fcr eine Lebensver\u00e4nderung bedeutete es f\u00fcr mich, als ich mein Vertrauen auf diesen wunderbaren Jesus Christus setzen konnte und er mir Vergebung schenkte! Endlich kam echter Friede in mein Herz, endlich hatte ich eine lebendige Beziehung zu meinem Sch\u00f6pfer, endlich wurde ich bedingungslos geliebt und angenommen, endlich bekam ich echte Hoffnung, die \u00fcber den Tod hinausgeht. Das ist das \u00bbFrohe\u00ab an Weihnachten. In diesem Sinne w\u00fcnsche ich Ihnen von Herzen frohe Weihnachten!<\/p>\n<p><strong><em>Stefan Hasewend, Leben ist mehr, 24.12.2016<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Chefsache<\/p>\n<p>Bereits seit f\u00fcnf Tagen versucht er es. Er ist noch Azubi, aber schon sehr t\u00fcchtig in seinem Beruf, den er in unserem Kreditinstitut erlernt: Er will \u00bbEDV-Kaufmann\u00ab werden. Doch den Fehler in meinem Computerprogramm kann er nicht beheben. Es gelingt ihm nicht, das gew\u00fcnschte Programm wieder in Gang zu bringen. Dabei l\u00e4sst er nichts unversucht. Aber weder seine Eingaben und Neustarts des Programms noch das Studium des Handbuchs bringen den erhofften Erfolg. Auch nach telefonischer R\u00fccksprache mit dem Leiter der EDV-Abteilung kann der Fehler nicht gefunden werden. Schlie\u00dflich gibt er auf. Kurze Zeit sp\u00e4ter erscheint sein Abteilungsleiter in meinem B\u00fcro. Der ist Spezialist. Er klickt ein paar Mal mit der Maus, h\u00e4mmert einige Befehle in die Tastatur \u2013 und kurz darauf l\u00e4uft mein Programm wieder. An diesem Beispiel merke ich: Es gibt Aufgaben, die kann nur der Chef selbst l\u00f6sen. Die wirklich gro\u00dfen Probleme sind in der Regel eben \u00bbChefsache\u00ab.<br \/>\nSo ist es auch mit dem gr\u00f6\u00dften Problem der Menschheit. Die Trennung, die unsere Schuld und S\u00fcnde zwischen uns Menschen und Gott verursacht hat, konnte durch keinen Menschen, nicht einmal durch einen Engel beseitigt werden. Gott selbst musste in der Person seines Sohnes Jesus Christus auf die Erde kommen. Als der Einzige, der niemals selbst eine S\u00fcnde getan hat, konnte nur er f\u00fcr unsere S\u00fcnden bezahlen. Im Gegensatz zu dem Leiter unserer EDV-Abteilung hat ihn diese \u00bbProbleml\u00f6sung\u00ab aber einen hohen Preis gekostet. Ist uns klar, dass Gott selbst Leid, Schmerzen und letztlich den qualvollen Tod am Kreuz in Kauf genommen hat, um uns Vergebung und ewiges Leben anbieten zu k\u00f6nnen?<\/p>\n<p><strong><em>Andreas Droese, Leben ist mehr, 30.01.2004<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Karlheinz Deininger<\/em><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigttext: Psalm 102, 17- 23 Predigtthema: Rettung ist Chefsache Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. 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