{"id":2994,"date":"2016-12-01T21:06:44","date_gmt":"2016-12-01T20:06:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=2994"},"modified":"2016-12-01T21:06:44","modified_gmt":"2016-12-01T20:06:44","slug":"predigthilfe-vom-11-dezember-2016-psalm-138","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-11-dezember-2016-psalm-138\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 11. Dezember 2016 &#8211; Psalm 138"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Advent (Ankunft)<\/strong><\/p>\n<p><strong>Bibeltext:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ps 138<\/strong><\/p>\n<p><strong>Predigtthema:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 (3. Advent) Der gro\u00dfe Gott sieht den Niedrigen<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li><strong> Hilfreiche Bibel\u00fcbersetzungen, um den Bibeltext zu verstehen<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Um mit dem Bibeltext vertraut zu werden, ist es sinnvoll in aller Ruhe verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen zu lesen. Zu empfehlen ist erst einmal eine Bibel\u00fcbersetzung mit der man vertraut ist, deren Sprache einem von der Syntax und von der Wortwahl her verst\u00e4ndlich erscheint.<\/p>\n<p>In einem weiteren Schritt empfiehlt sich eine Elberfelder oder Schlachter Bibel\u00fcbersetzung zu lesen, da diese \u00dcbersetzungen sich sehr nahe am Ursprungstext (Altes Testament Hebr\u00e4isch bzw. Aram\u00e4isch \/ Neues Testament Griechisch) halten. Diese \u00dcbersetzungen sind wegen ihrer N\u00e4he zur Ursprache \u00f6fter holprig im Lesefluss und enthalten oft W\u00f6rter, die unserem heutigen Wortschatz manchmal fremd sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>1.1 Allgemeine Hinweise zum Bibeltext<\/strong><\/p>\n<p>Bevor die sogenannten Halleluja-Psalmen (Ps 146-150) mit ihrem gro\u00dfen Gotteslob (Halleluja) das Lieder- u. Gebetsbuch (den Psalter) abschlie\u00dfen, wurde eine kleine Sammlung von Davids-Psalmen eingef\u00fcgt. Mit Psalm 138 beginnt diese Sammlung bis hin zu Psalm 145. Alle diese Davidspsalmen enthalten jeweils in Vers 1 den Teilsatz: \u201eVon David.\u201c<\/p>\n<p>Der vor uns liegende Bibeltext, Psalm 138, geh\u00f6rt von der Form her gesehen zur Gattung der Lobpsalmen, genauer gesagt geht es um ein \u201eberichtendes Lob eines einzelnen\u201c. Der Lobpsalm des einzelnen steht oft und eben auch in diesem Fall in formaler N\u00e4he zur Klage (die Psalm 137 sowie der Psalm 139 sind Klagepsalmen). Lobpsalmen sind Gebete, die auf Gottes Handeln reagieren und auf den gemeinsamen Dank f\u00fcr sein Eingreifen zielen. W\u00e4hrend beispielsweise beim Hymnus Gottes Wesen im Mittelpunkt steht, wird im (berichtenden) Lob sein Handeln gepriesen.<\/p>\n<p><strong>1.2 Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Bibeltextes<\/strong><\/p>\n<p><strong>Textstruktur:<\/strong><\/p>\n<p>Von der Struktur her gesehen bauen sich die Lobpsalmen des Einzelnen wie folgt auf:<\/p>\n<ol>\n<li>Ank\u00fcndigung Ps 138,1<\/li>\n<li>Einleitende Zusammenfassung Ps 138,2<\/li>\n<li>R\u00fcckblick auf die Not Ps 138,3<\/li>\n<li>(beschreibendes) Lob Ps 138,4-5<\/li>\n<\/ol>\n<p>(Die Verse 4-5 bilden einen prophetischen Einschub im Text, die den Lobpreis beschreiben)<\/p>\n<ol>\n<li>Bericht von der Errettung Ps 138,6-7<\/li>\n<li>Lob-(gel\u00fcbde) Ps 138,8<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>1.3 Exegetische Einsichten:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Vers 1:<\/strong> \u201eVon David\u201c steht hier geschrieben. Durchaus, wenn auch nicht beweisbar, kann dieser Psalm tats\u00e4chlich aus Davids Feder, dem ber\u00fchmten K\u00f6nig von Israel (Regierungszeit von ca. 1004 \u2013 965 v. Chr.) stammen. Es kann aber auch mit \u201eF\u00fcr David\u201c \u00fcbersetzt werden, im Sinne einer Widmung.<\/p>\n<p>\u201ePreisen will ich dich mit meinem ganzen Herzen\u201c. Das \u201eHerz\u201c ist gem\u00e4\u00df dem hebr\u00e4ischen Denken nicht allein anatomisch als bestimmtes K\u00f6rperorgan definiert. Vielmehr bezeichnet das \u201eHerz\u201c die Mitte des bewusst lebenden Menschen. Diese Mitte bestimmt des Menschen F\u00e4higkeiten in allen seinen Bez\u00fcgen.<\/p>\n<p>So kann der Mensch sein Herz verbergen, verstellen und \u00f6ffnen (vgl. Ri 16,15-17; Spr 14,13). Als Quellort physischer Lebenskraft ist das Herz zugleich Zentrum der Emotionalit\u00e4t, das auf wechselnde Lebensumst\u00e4nde reagiert, beispielsweise mit Freude, Trauer, &#8230; (vgl. 1Sam 1,8; 2,1; Ps 84,3; Spr 15,13; 17,22).<\/p>\n<p>So kann der Mensch von ganzem Herzen Dankbarkeit gegen\u00fcber Gott empfinden (Ps 9,2; 86,12). Ein Mensch mit Herz ist vern\u00fcnftig; ein Mensch ohne Herz ist ohne Verstand.<\/p>\n<p>Wer, wie der Psalmschreiber, sich seiner Hilfe und Rettung von Gott her bewusst ist, wird, wenn er vern\u00fcnftig ist, Gott von ganzem Herzen danken\/ preisen wollen. Wer die Hilfe Gottes im Leben erfahren hat, dessen Herz ist erf\u00fcllt voll dankender Anbetung. Lob und Dank (Preis) erf\u00fcllen dann die Mitte des Menschen, geben Lebensmut und Sinn und dar\u00fcber hinaus die Gewissheit der Existenz Gottes. Wer sich an Gott h\u00e4ngt, dessen Herz wird tats\u00e4chlich ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p><strong>Vers 2:<\/strong>\u00a0\u00a0 Sollte David diesen Psalm tats\u00e4chlich selbst geschrieben haben, ist zu bedenken, dass es zu seinen Lebzeiten keinen aus Stein gebauten Tempel gab. Erst Salomo, sein Nachfolger, baute diesen. Zuvor gab es das Zelt der Begegnung (die Stiftsh\u00fctte) in der einst die Bundeslade war, der Ort der Gegenwart Gottes. Aber schon bevor David in der Bibel erw\u00e4hnt wird und bevor K\u00f6nig Salomo den Tempel in Jerusalem erbaut hat, wird in der Bibel von einem k\u00f6niglichen Palast bzw. Tempel gesprochen \u2013 mit dem exakt gleichen Wort, wie hier in Vers 2 (vgl. 1Sam 1,9; 3,3).<\/p>\n<p>Mit Tempel ist der Wohnort Gottes \u00fcber der ganzen Welt gemeint bzw. die Stiftsh\u00fctte mit der Bundeslade, dem Ort der Gegenwart Gottes.<\/p>\n<p>\u201eNiederfallen\u201c oder \u201eich falle Nieder\u201c \u2013 durch diese Geste signalisiert der Beter Gott als den H\u00f6hergestellten, dem alle Ehre geh\u00f6rt. Gleichzeitig signalisiert dieses Niederfallen eine besondere Form der Anbetung \u2013 eine Haltung, die Gott zeigt, dass der Mensch als S\u00fcnder und Hilfsbed\u00fcrftiger gegen\u00fcber Gott nichts ist. Der Beter gibt mit seinem Niederfallen zu erkennen, dass er Hilfe n\u00f6tig hat, dass er alles von Gott und nichts von andern G\u00f6ttern und sich selbst erwartet.<\/p>\n<p>Die uns zugewandte Seite Gottes dr\u00fcckt sich durch seinen Namen, seine Gnade und Treu gegen\u00fcber uns Menschen aus. Wenn wir uns Joh 1,17b vor Augen f\u00fchren, dann wird die uns zugewandte Seite Gottes in Jesus Christus sichtbar (\u201e14 Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. (&#8230;) 17 &#8230; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden.\u201c (Joh 1,14.17b). Durch Jesus wird es pl\u00f6tzlich adventlich. In diesem Jesus Christus ist uns ein Name und Heiland gegeben der gr\u00f6\u00dfer ist als alles andere.<\/p>\n<p>So hei\u00dft es in unserem Vers: \u201eDenn du hast dein Wort gro\u00df gemacht \u00fcber deinen ganzen Namen.\u201c Jesus Christus \u201eist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden\u201c (Mt 28,18). Niemand ist Gr\u00f6\u00dfer als der, der da kommt und gekommen ist und wiederkommt \u2013 Jesus Christus.<\/p>\n<p>Aber schon vor dem leibhaftigen Kommen Jesu ist dem Psalmbeter bewusst, dass Gott gn\u00e4dig und treu ist. Gn\u00e4dig gegen\u00fcber dem S\u00fcnder, treu im Halten seines Wortes\/Versprechens. Das kann ein Beter der vor Christi Geburt gelebt hat nur aus seiner Erfahrung heraus sagen. So wie K\u00f6nig David, der sich an der Frau Batseba vergriffen hatte, deren Ehe er zerst\u00f6rte und deren Ehemann Uria (einer seiner Elitesoldaten) er anschlie\u00dfend ermorden lie\u00df (vgl. 2Sam11). Durch sein bu\u00dffertiges und reuiges Verhalten vergab Gott Davids (Blut-)Schuld.<\/p>\n<p>Gott begnadigte K\u00f6nig David. Einen Ehesch\u00e4nder und M\u00f6rder lie\u00df Gott auf dem Thron Israels sitzen \u2013 wie hart sind wir Christen oft gegen Br\u00fcder und Schwestern im Herrn, die sich zwar vers\u00fcndigt haben aber dennoch voller Reue sind? Greift nicht so manche Gemeindezucht zu hart? Sind nicht so manche unserer Meinungen und Reden Verurteilungen von Mitmenschen? Wie viel mehr und wie gro\u00df hat Gott seine Gnade uns in Jesus Christus erwiesen, der unser Herz doch durch und durch kennt? David wusste von diesem Gott, der gro\u00df an Gnade ist, nicht nur ein Loblied zu singen, sondern viele.<\/p>\n<p><strong>Vers 3:<\/strong>\u00a0\u00a0 Da schrie ein Mensch in Leid und Not zu Gott: \u201eAn dem Tag, da ich rief, antwortest du mir. Du mehrtest in meiner Seele die Kraft.\u201c Gott erh\u00f6rt Gebet. Er schenkt neue Lebenskraft, neuen Lebensmut. Und Gott h\u00f6rt das Gebet an dem Tag, an dem es der Hilfsbed\u00fcrftige zu Gott spricht. Gott h\u00f6rt das Schreien seiner Kinder heute und jetzt. \u201eDu mehrtest in meiner Seele die Kraft\u201c. Das hei\u00dft, dass Gott eine psychische Stabilit\u00e4t schenkt. Gott antwortet auf den Rufenden durch seine g\u00f6ttliche Hilfe. Oft ist es so, dass die Last bleibt, aber Gott die Kraft zum Tragen schenkt. Das ist das Entscheidende f\u00fcr die Aufgaben, in die der Mensch von Gott gestellt ist (vgl. Joh 17,14-15).<\/p>\n<p>So schenkt Gott Kraft und Bewahrung, Gelingen und Frieden trotz schlimmer Umst\u00e4nde. F\u00fcr K\u00f6nig David war es nicht immer ein Zuckerschlecken K\u00f6nig zu sein. Auch vor seiner Thronbesteigung war sein Leben gepr\u00e4gt von Kampf und Flucht \u2013 Gott hat ihn gef\u00fchrt und getragen.<\/p>\n<p><strong>Vers 4:<\/strong>\u00a0\u00a0 Der psychisch neu aufgerichtete David (oder ein anderer Psalmist), der voll Gotteslob ist, erkennt, dass nicht nur ihm, sondern auch andern K\u00f6nigen anderer V\u00f6lker eines Tages die Augen aufgehen und diese Gott den HERRN loben und preisen werden. Vorausgesetzt sie h\u00f6ren Gottes Wort. Vielleicht ist hier auch \u201edas\u201c Gerichtswort gemeint \u2013 wenn alle erkennen werden wer der HERR ist? Wie auch immer: es steht hier geschrieben, alle Herrscher dieser Erde werden einst Gottes Wort begegnen und ihm danken.<\/p>\n<p><strong>Vers 5:<\/strong>\u00a0\u00a0 Die K\u00f6nige der Erde werden \u201edie Wege des HERRN besingen!\u201c Die Wege Gottes durchkreuzen auch die Wege der Menschen. Seine Wege f\u00fchren in die Herrlichkeit, das werden alle K\u00f6nige der Erde eines Tages erkennen (m\u00fcssen).<\/p>\n<p>Die Verse 4 u. 5 des Psalms 138 erinnern an den Philipperhymnus in dem es hei\u00dft: \u201e<strong>9<\/strong> Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben und ihm den Namen verliehen, der \u00fcber jeden Namen ist, <strong>10<\/strong> damit in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen,\u00a0 <strong>11<\/strong> und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.\u201c (Phil 2,9-11).<\/p>\n<p>Um keine falschen Hoffnungen zu wecken oder gar eine Allvers\u00f6hnungslehre zu beurkunden sei betont, dass dieses endzeitliche Loben der V\u00f6lker\/K\u00f6nige nichts mit der ewigen Rettung\/Erl\u00f6sung (Heil) zu tun hat. Eher ist an die Zeit des Lobpreises zu denken, die kurz vor dem Gericht Gottes in Offb. 5,13 erw\u00e4hnt wird. Eine Zeit der Erkenntnis, in der alle V\u00f6lker und K\u00f6nige Gott als HERRN erkennen und Jesu Erl\u00f6sungswerk verstehen werden. Dann werden sie die Wege des HERRN besingen. Gemeint ist h\u00f6chst wahrscheinlich die Lobpreiszeit kurz bevor die K\u00f6nige und V\u00f6lker von Gott gerichtet werden.<\/p>\n<p><strong>Vers 6:<\/strong>\u00a0\u00a0 Es ist sehr bemerkenswert, dass Gott, der HERR trotz seines allumfassenden Waltens den Niedrigen sieht und nicht unbeachtet l\u00e4sst. Es klingt tr\u00f6stlich, dass der erhabene HERR von oben herab, alles Elend und jedes Schwache und jedes Leid und jede Ungerechtigkeit sieht. Aus dieser \u00dcbersicht heraus hat der HERR alle Ungerechtigkeiten im Blickfeld. So kann Gott helfend eingreifen und alle Boshaftigkeit erkennen und richten.<\/p>\n<p>Der Vers 6 ist ein Wort, dass Gottes Weise r\u00fchmt, wie er mit uns Menschen nach seiner Sicht umgeht. Denn das gerechte, helfende, ja rettende (Vers 7) Eingreifen hat der Psalmbeter des 138. Psalms in seinem Leben selbst erfahren. Gott \u201esieht\u201c \u2013 dem hebr\u00e4ischen Wort f\u00fcr \u201esehen\u201c steht von der Hauptbedeutung her nicht allein das augenf\u00e4llige Sehen, sondern viel mehr das sinnliche Wahrnehmen einer Person\/Sache vorne an. So meint das Wort \u201esehen\u201c bez\u00fcglich der sinnlichen Wahrnehmung, dass Gott den Menschen mit Empathie begegnet. Gott sieht, was der Mensch im Geheimen sagt, denkt, h\u00f6rt, sp\u00fcrt, genie\u00dft und erlebt.<\/p>\n<p>Gott hat ein besonderes Augenmerk auf Menschen, in Not und Elend, auf Menschen die an Ungerechtigkeit und Schw\u00e4che leiden. Eine solche Erfahrung, in der Gott dem Menschen in seiner Not voller Hilfe und Gnade begegnet beruhigt und tr\u00f6stet und f\u00fchrt ins Loben und Danken.<\/p>\n<p>Anders sieht Gott auf den Hohen Menschen, welcher denkt unbe(ob)achtet zu sein und welcher denkt, keinem h\u00f6heren Wesen\/Gott gegen\u00fcber verantwortlich zu sein (vgl. Ps 10,4). Aber Gott durchschaut den Hohen schon von \u201efern\u201c. Doch der Hochm\u00fctige Mensch verhindert mit seiner Einstellung und Sichtweise die Erkenntnis und Erfahrung von Gottes Gnade und Wahrheit (vgl. Ps 14,2; 33;13ff; 34,16-17; 102,20; 113,5ff).<\/p>\n<p><strong>Vers 7:<\/strong>\u00a0\u00a0 Anders als der Hochm\u00fctige erf\u00e4hrt der in Not leidende (Bedr\u00e4ngte Mensch) neue Lebenskraft, die Gott schenkt. Gott holt den Menschen nicht sofort aus seiner leidenden\/bedr\u00e4ngnisvollen Lage heraus, aber er f\u00fchrt den Leidenden hindurch. Er l\u00e4sst den leidenden nicht allein stehen oder liegen. Nein, er er\u00f6ffnet neue und wundervolle Wege und schenkt neuen Lebensmut. Dagegen werden es alle Feinde, so zornig und b\u00f6se sie sind, mit Gott zu tun bekommen, wenn sie sich an den Niedrigen, an den Schwachen und Kleinen vergreifen (hier kann man sich an die Flucht Israels durchs Schilfmeer erinnern \u2013 vgl. 2Mo 14). Gott ist der Rettende. \u201eDeine Rechte wird mich Retten\u201c, das ist die Erfahrung des Psalmbeters. Und Gott wird auch der Retter in Zukunft sein. So ist dieser Vers auch ein Hinweis auf Jesus Christus, der allen Menschen zum Retter werden will. So oft war K\u00f6nig David in Lebensgefahr. Doch Gott hat ihn errettet. So leben auch wir Menschen heute in st\u00e4ndiger Lebensgefahr (Leid, Unf\u00e4lle, Verf\u00fchrungen, S\u00fcnde). Ja in unserem s\u00fcndigen Zustand sind wir Menschen eigentlich dem Tod geweiht, doch in Jesu rettender Gnade ist dem Mensch das ewige Leben m\u00f6glich. Jesu Kommen, sein Tod und seine Auferstehung machen deutlich, dass er Sieger \u00fcber alles Leid, \u00fcber alle S\u00fcnde, ja \u00fcber alle Todesgefahren ist. Wenn der Mensch auch leidet, wenn der Mensch auch stirbt, so f\u00fchrt Jesus den Menschen aus dem Jammertal der Erde und des Todes wieder zur\u00fcck zum Leben in die Herrlichkeit Gottes (vgl. Vers 5). Anders ergeht es denen, die sich Gott zum Feind machen und sich am Leben der Niedrigen vergreifen. Ihnen ist keine Rettung versprochen.<\/p>\n<p><strong>Vers 8:<\/strong> \u201eDer HERR wird\u2019s f\u00fcr mich vollenden.\u201c Hier kommen wir aus neutestamentlicher Sicht nicht drum herum nicht an Jesus Christus zu denken. Denn er kam im Auftrag des HERRN \u201ef\u00fcr mich\u201c (f\u00fcr jeden Menschen) auf die Welt, um den Rettungsauftrag (kanaan\u00e4isch ausgedr\u00fcckt: sein Erl\u00f6sungswerk) zu vollenden. Jesus selbst hat damals am Kreuz \u2013 am Kreuz beladen mit all den S\u00fcnden der Menschen \u2013 dort am Kreuz hat er ausgerufen: \u201eEs ist vollbracht [sc. vollendet; A.C.] (Joh 19,30). In Jesus Christus hat Gott, der HERR unsere Rettung vollendet, in dem Jesus sich an unserer Stelle am Kreuz f\u00fcr alle unsere Schuld und S\u00fcnde die Gerechte Todesstrafe erlitt. Durch Jesu Tod am Kreuz k\u00f6nnen wir Menschen unsere Schuld im Gebet und in Reue auf Jesus \u00fcbergeben und er vergibt und schenkt uns neues Leben \u2013 das ist GNADE (ein Gnadengeschenk).<\/p>\n<p>\u201edeine Gnade w\u00e4hrt\/ist ewig\u201c bedeutet, dass, obwohl Jesus vor fast 2000 Jahren am Kreuz f\u00fcr alle Menschen der Welt starb, dass jeder Mensch der heute und in Zukunft lebt, seine S\u00fcnden auf Jesus ablegen und die Gnade Gottes in Anspruch nehmen darf, denn seine \u201eGnade w\u00e4hrt\/ist ewig\u201c.<\/p>\n<p>Nicht der Mensch selbst, nicht der K\u00f6nig David kann seine Rettung vollenden. Der Mensch kann sich nicht an den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen. Es kann allein Gott das Rettungswerk vollenden. Er befreit von aller Ungerechtigkeit. Er erl\u00f6st uns von S\u00fcnden. Er befreit aus Leid und Gefangenschaft. Er f\u00fchrt mich nach Hause in seine Herrlichkeit, wo es sicher und gut f\u00fcr den Menschen ist.<\/p>\n<p>Am Ende des Psalm 138 steht ein Bittruf: \u201eGib die Werke deiner H\u00e4nde nicht auf!\u201c.<\/p>\n<p>Der Mensch ist Teil Gottes Sch\u00f6pfungswerk, doch kann sich dieses Werk nicht selbst am Leben erhalten. Das Sch\u00f6pfungswerk Mensch braucht die Rettung und die Lebenskraft von Gott Macht her. F\u00fcr David war klar. Nur der HERR kann das Werk \u201eMensch\u201c am Leben erhalten. Gott sei Dank, Gott ist gn\u00e4dig. Er gibt das Werk seiner H\u00e4nde nicht auf! (vgl. Hes 34,16; Lk 19,10)<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> Hinweise f\u00fcr homiletische \u00dcberlegungen<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Man fragt sich, was dieser Bibeltext mit der Advents- bzw. mit Weihnachtzeit zu tun hat. Man muss zum Spagat bereit sein, um eine Br\u00fccke zur Parusie Jesu zu schlagen. Denn vom Kommen Christi ist nicht explizit die Rede.<\/p>\n<p>Manch Predigth\u00f6rer\/in wird darum vielleicht stutzig werden, vor allem dann, wenn er\/sie sich schon bewusst auf die Advents- und Weihnachtszeit eingelassen hat, nun aber einen solchen Bibeltext h\u00f6rt.<\/p>\n<p>Doch der Spagat gelingt, wenn wir folgende Teils\u00e4tze bewusst betrachten:<\/p>\n<ul>\n<li>\u201edeinen Namen preise ich wegen deiner Gnade und Treue\u201c (Vers 2);<\/li>\n<li>\u201edoch er sieht den Niedrigen\u201c (Vers 6)<\/li>\n<li>\u201edeine Rechte wird mich Retten\u201c (Vers 7);<\/li>\n<li>\u201eDer HERR wird\u2019s f\u00fcr mich vollenden\u201c (Vers 8);<\/li>\n<li>\u201eHERR, deine Gnade\u201c (Vers 8);<\/li>\n<li>\u201eGib die Werke deiner H\u00e4nde nicht auf!\u201c (Vers 8).<\/li>\n<\/ul>\n<p>In all den erw\u00e4hnten Teils\u00e4tzen kann uns deutlich werden, dass der HERR es ist, der uns in Jesus Christus seine Gnade erweist. Jesus Christus, den der HERR gesandt hat will alles f\u00fcr mich (zum Heil) vollenden. Die rechte Hand Gottes ist Jesus Christus, der mich rettet. Im Kommen Jesu Christi wird deutlich, dass der HERR das Werk seiner H\u00e4nde nicht aufgibt. Der HERR sieht den Niedrigen Menschen, den S\u00fcnder, den Kranken, den Schwachen.<\/p>\n<p>Diese oben genannten Teils\u00e4tze d\u00fcrfen, ja m\u00fcssen f\u00fcr den\/die H\u00f6rer\/in als Br\u00fccke zur Parusie Jesu dienen und lassen den Bibeltext in einem adventlichen Licht erstrahlen.<\/p>\n<p>(A. Cyris)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Advent (Ankunft) Bibeltext:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ps 138 Predigtthema:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 (3. 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