{"id":2979,"date":"2016-11-18T10:23:08","date_gmt":"2016-11-18T09:23:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=2979"},"modified":"2016-11-18T10:23:08","modified_gmt":"2016-11-18T09:23:08","slug":"predigthilfe-vom-4-dezember-2016-psalm-96","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-4-dezember-2016-psalm-96\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 4. Dezember 2016 &#8211; Psalm 96"},"content":{"rendered":"<h4>Monatsthema:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Advent (Ankunft)<\/h4>\n<p><strong>Bibeltext:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Psalm 96<\/strong><\/p>\n<h4>Predigtthema:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 (2. Advent) Er kommt, die Erde zu richten<\/h4>\n<h4>1. Hilfreiche Bibel\u00fcbersetzungen, um den Bibeltext zu verstehen<\/h4>\n<p>Um mit dem Bibeltext vertraut zu werden, ist es sinnvoll in aller Ruhe verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen zu lesen. Zu empfehlen ist erst einmal eine Bibel\u00fcbersetzung mit der man vertraut ist, deren Sprache einem von der Syntax und von der Wortwahl her verst\u00e4ndlich erscheint.<\/p>\n<p>In einem weiteren Schritt empfiehlt sich eine Elberfelder oder Schlachter Bibel\u00fcbersetzung zu lesen, da diese \u00dcbersetzungen sich sehr nahe am Ursprungstext (Altes Testament Hebr\u00e4isch bzw. Aram\u00e4isch \/ Neues Testament Griechisch) halten. Diese \u00dcbersetzungen sind wegen ihrer N\u00e4he zur Ursprache \u00f6fter holprig im Lesefluss und enthalten oft W\u00f6rter, die unserem heutigen Wortschatz manchmal fremd sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<h4>1.1 Allgemeine Hinweise zum Bibeltext<\/h4>\n<p>Der Psalm 96 ist der Textgattung nach ein Hymnus, genauer gesagt ein Imperativpsalm. Ein Imperativpsalm wird von mehreren Imperativen (Befehle) beherrscht. Bsp.: \u201eSingt dem HERRN &#8230;!\u201c oder: \u201eVerk\u00fcndet &#8230; sein Heil!\u201c u.v.m. Inhaltlich handelt es sich bei einem Imperativpsalm um beschreibendes Lob.<\/p>\n<p>Der Psalm 96 kann auch als \u201eJahwe-K\u00f6nigs-Psalm\u201c bezeichnet werden; nach dem Motto: Preist Jahwe (JHWH) als den universalen K\u00f6nig. Der Psalm 96, dessen Schreiber unbekannt ist, ruft auf, die Herrschaft Gottes als Herr \u00fcber die V\u00f6lker zu feiern.<\/p>\n<p>Insofern geh\u00f6rt der Psalm auch zur Gattung der eschatologischen Psalmen (die Ps 96-99 berichten vom Ende der Weltzeit. Gesprochen: Es-chatologie = die Lehre von den letzten Dingen, n\u00e4mlich wenn der Herr kommt, um Gericht zu halten), genannt auch Inthronisierungspsalmen. Inthronisierungspsalmen beschreiben das Kommen des Herrn und die Vollendung seines K\u00f6nigreiches. Gemeint ist kein irdisches K\u00f6nigreich und kein irdischer K\u00f6nig sondern das zweite Kommen des Herrn Jesu Christus.<\/p>\n<h4>1.2 Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Bibeltextes<\/h4>\n<p><strong>Textstruktur:<\/strong><\/p>\n<p>Zwei Komponenten des Psalms werden von der Struktur her evident:<\/p>\n<ul>\n<li>Mittels der Imperative werden <u>die Nationen<\/u> und <u>die Sch\u00f6pfung<\/u> zum Lobpreis Gottes aufgefordert.<\/li>\n<li>Danach werden die Gr\u00fcnde f\u00fcr den Lobpreis genannt: Sein Heilsplan und Sch\u00f6pfungswerk (bzw. Wundertaten); seine Herrlichkeit und seine richterliche Vollmacht.<\/li>\n<li>Dann das Kommen Gottes und seine Gerechtigkeit mit verbundenem Sieg.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Exegetische Einsichten:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Vers 1:<\/strong>\u00a0\u00a0 Hier scheint der Schreiber des Psalms die ganze Erde, das hei\u00dft alle Menschen der Welt einzuladen, den HERRN (JHWH) zu preisen. Ihm, dem HERRN sollen alle ein neues Lied singen. Es geht um ein neues Dank- und Loblied anstelle unserer melancholischen Melodien, die unseren Lippen abzulesen sind, wenn wir \u00fcber das Leid und die Ungerechtigkeit der Welt klagen. Es geht letztendlich darum, dass Gott mit seinem Kommen (vgl. Vers 13) am Ende des Weltzeitalters eine \u201eneue\u201c Epoche der vollkommenen Gerechtigkeit und des Heils aufrichtet. Ja, Gott macht alles neu. Deshalb ein Lied mit textlichem Inhalt vom Neuen \u2013 ein eschatologisches Lied.<\/p>\n<p><strong>Vers 2:<\/strong>\u00a0\u00a0 \u201eVerk\u00fcndet von Tag zu Tag sein Heil!\u201c Der Grund zum Dank- und zum Loblied Gottes ersehen hier in diesem Vers, in dem es um das Heil des Menschen geht, das allen Menschen \u2013 in Jesus Christus \u2013 offen steht (vgl. Joh 3,16; 1Tim 2,4). Das Heil ist das Ziel Gottes f\u00fcr den Menschen, der im Unheil und der Ungerechtigkeit (in der gefallenen Welt) lebt. Aber mit dem Wissen, dass das Heil von Gott her kommt \u2013 es ist ja \u201esein Heil\u201c \u2013 k\u00f6nnen Menschen auf der ganzen Erde neu Hoffnung f\u00fcr ihr Leben gewinnen, was zur Dankbarkeit und Lob gegen\u00fcber Gott f\u00fchrt und dar\u00fcber hinaus zur Verk\u00fcndigung der Heilstaten und des Heilsangebots. Im imperativ steht geschrieben: \u201e&#8230; verk\u00fcndet von Tag zu Tag sein Heil!\u201c Die hebr\u00e4ische Form des Verbs \u201everk\u00fcndigen\u201c ist in einem sogenannten Intensivstamm (Pi\u2019el) geschrieben und dr\u00fcckt eine h\u00f6chst auffordernde Form der Verk\u00fcndigung aus. Das Heil soll\/muss um der Rettung aller Menschen willen verk\u00fcndet werden.<\/p>\n<p><strong>Vers 3:<\/strong>\u00a0\u00a0 Das Volk sollte Gottes Gnaden- bzw. alle Heils- und Wundertaten auf der ganzen Welt verk\u00fcnden (vgl. Ps 89,2-6), um Menschen zum Ziel Gottes zu f\u00fchren (zentrifugale Welt-Missionsarbeit). Alles dreht sich um dieses Ziel \u2013 um die Rettung aller Menschen, um das heil werden der Menschen. Ist das nicht herrlich?<\/p>\n<p><strong>Vers 4:\u00a0\u00a0 <\/strong>Es gilt Gott nicht allein wegen seiner Heils- und Wundertaten, sondern auch wegen seiner Gr\u00f6\u00dfe und Macht \u00fcber alle G\u00f6tter (vgl. Ps 82,1-8); zu loben. Gegen\u00fcber Gott sind aller G\u00f6tter \u201eNichtse\u201c (vgl. Lev 19,4). Die G\u00f6tter bringen Materie und Lebendiges nicht zum ewigen Da-sein und Leben. Auch weil sie die Menschen nicht zu Gott dem Sch\u00f6pfer des Lebens und HERRN des Heils f\u00fchren, werden sie gerichtet (vgl. Ps 82,6-7) \u2013 wie furchtbar ist die Gerechtigkeit Gottes gegen alle ungerechten G\u00f6tters\u00f6hne. Deshalb ist Gott \u201egro\u00df\u201c und \u201esehr\u201c (noch mehr) zu loben. Wer Gott erkannt hat und lobt, lobt zugleich seine Unvergleichlichkeit.<\/p>\n<p><strong>Vers 5:<\/strong>\u00a0\u00a0 Ja, Gott ist voll und ganz einzigartig. Er ist der Sch\u00f6pfer der Erde und des Universums (\u201eHimmels\u201c). Kein anderer kann das in Wahrheit von sich behaupten, weil sie es nicht k\u00f6nnen. Gott ist \u00fcber allen G\u00f6ttern (die Septuaginta \u00fcbersetzt G\u00f6tter an dieser Stelle mit D\u00e4monen) und M\u00e4chten.<\/p>\n<p><strong>\u00a0Vers 6:\u00a0\u00a0 <\/strong>\u201eMajest\u00e4t &#8230;\u201c \u2013 in eher neuem Deutsch spricht man von K\u00f6nigsherrlichkeit \u2013 \u201e&#8230; und Pracht\u201c sind personale Merkmale, die vom Wesen Gottes (Aura) ausgehen. Die Majest\u00e4t wird durch seine St\u00e4rke erfahrbar (vgl. Ex 14) und die Pracht Gottes wird durch seine Herrlichkeit (vgl. Erkl\u00e4rung zu Vers 3) f\u00fcr jeden erlebbar, der sich auf Gottes Gnadentat beruft. \u201eSt\u00e4rke und Herrlichkeit in seinem Heiligtum\u201c: Auch die Stiftsh\u00fctte und sp\u00e4ter der salomonische Tempel sollten St\u00e4rke und Herrlichkeit symbolisch mitten im Volk symbolisieren. Wo Gott gegenw\u00e4rtig ist, oder besser: wer sich selbst in die Gegenwart Gottes begibt (vgl. Vers 8: \u201e&#8230; kommt in seine Vorh\u00f6fe!\u201c), der ist innerhalb der heilsbringenden Macht- und Herrlichkeitsaura Gottes. Der wird Heil erfahren.<\/p>\n<p><strong>Vers 7 und 8: <\/strong>Verk\u00fcrzt gesagt: Gebt dem HERRN Ehre und Macht! Damals waren es Geschenke wie Opfergaben, Rauchopfer oder Abgaben f\u00fcr die Priester, aber auch Gebete und Lieder, die sie mit in die Vorh\u00f6fe (der Stiftsh\u00fctte\/des Tempels) brachten. Dabei kommt es nicht darauf an Gott zufriedenzustellen, sondern Gottes Herrlichkeit im Glauben zu empfangen und dies ihm mit freiwilligem Dank durch symbolische Gaben zur\u00fcckzuerstatten.<\/p>\n<p>Vor allem aber gilt es das zu geben, was Gott selbst dem Menschen gegeben hat, n\u00e4mlich das eigene Leben Gott zur Verf\u00fcgung zu stellen. Und dar\u00fcber hinaus die s\u00fcndige Macht im Leben ganz in Gottes H\u00e4nde zu legen, damit er machtvoll heilen und von S\u00fcnde reinigen kann, was den Menschen vor Gott verunreinigt hat. Als S\u00fcnder gilt es Gott den eigenen Machtbereich zu \u00fcberlassen. \u201eG\u00e4be der Mensch seine Herrlichkeit nicht an Gott zur\u00fcck, w\u00fcrde er selbstherrlich\u201c (Schneider, Dieter: Das Buch der Psalmen, in: Wuppertaler Studienbibel, Bd. AT6, Wuppertal 2008, 245.).<\/p>\n<p><strong>Vers 9:\u00a0\u00a0 <\/strong>Alle Menschen \u2013 alle S\u00fcnder der Erde sollen erzittern vor dem s\u00fcndlosen und gerechten Gott. Denn in S\u00fcnde kann kein Mensch vor Gott bestehen. Ihn den Herrn gilt es anzubeten in heiliger Pracht. Das hei\u00dft, als S\u00fcnder anzuerkennen, dass ihm alle Herrlichkeit geb\u00fchrt, dass von ihm alles Heil zu erwarten ist.<\/p>\n<p><strong>Vers 10:<\/strong>\u00a0\u00a0 Allen V\u00f6lkern der Welt gilt diese Botschaft, dass da nur ein wahrer K\u00f6nig ist. Da ist nur der eine K\u00f6nig, Gott und Sch\u00f6pfer, der die Welt im Universum an ihren Platz pr\u00e4zise positioniert hat. Gott der K\u00f6nig bel\u00e4sst seit Jahrtausenden die Erde in ihrer Position, so dass das Leben existieren kann. W\u00fcrde die Welt wanken &#8230; wir Menschen w\u00e4ren verloren. Doch Gott h\u00e4lt die Welt in seiner Hand. Und dieser K\u00f6nig wird allen Menschen auf Erden, allen V\u00f6lkern, die je gelebt haben, ihnen allen wird er Recht schaffen. In Geradheit meint Fairness\/Gerechtigkeit\/Richtigkeit ohne krumme Umwege, ganz in Wahrheit.<\/p>\n<p><strong>Vers 11 und 12: <\/strong>Dar\u00fcber kann man sich wirklich freuen, dass Gott eines Tages f\u00fcr Gerechtigkeit sorgt \u2013 Gott sei Dank! Deshalb: \u201eEs freue sich der Himmel, und es frohlocke die Erde!\u201c Und: \u201eEs brause das Meer und seine F\u00fclle\u201c. Die ganze Sch\u00f6pfung mit allem was sich in ihr bewegt, lebt und atmet, soll und kann sich freuen, denn Gott der K\u00f6nig wird f\u00fcr Gerechtigkeit und Heil sorgen. Gerechtigkeit und Segen anstelle des Fluchs \u00fcber die gefallene Sch\u00f6pfung \u2013 alles wird eines Tages von Gott zum Guten ver\u00e4ndert werden. Es gibt einen Neuanfang. Dann wird die Erde nicht mehr l\u00e4nger seufzen m\u00fcssen (vgl. R\u00f6m 8,20-22). Die Erl\u00f6sung von Fluch und S\u00fcnde, von Ungerechtigkeit und Bosheit naht. Im Sohn Gottes, in Jesus Christus ist die Erl\u00f6sung zu greifen. Gott ist K\u00f6nig, das ist die frohe Botschaft, das Evangelium an die V\u00f6lker der ganzen Welt.<\/p>\n<p><strong>Vers 13:<\/strong>\u00a0\u00a0 Vor dem HERRN gilt es zu jubeln. Vor Ihm gilt es zu feiern. Ihn gilt es zu f\u00fcrchten. Ja unser ganzes Leben spielt sich vor Gott ab und vor ihm werden alle Menschen stehen wenn er kommt, um alle Menschen zu richten. Und er, der HERR und K\u00f6nig wird f\u00fcr alle Menschen nach dem Rechten sehen, in allem und bei jedem. Er wird allen V\u00f6lkern der Erde zur wahren Gerechtigkeit verhelfen \u2013 wahre Gerechtigkeit, was die Menschen in der Welt nie bieten und schaffen k\u00f6nnen und konnten. Wohl dem, dem durch Jesus Christus alle S\u00fcnde genommen ist. Schrecken \u00fcber die, die beladen mit all ihrer S\u00fcnde und Ungerechtigkeit vor Gott stehen werden. Denn wer das Gnadenangebot Jesu nicht angenommen hat, wird mit seiner Ungerechtigkeit vor Gott nicht bestehen k\u00f6nnen. Gott ist gerecht und beseitigt die Ungerechten zurecht. Gottes Gericht bringt Erl\u00f6sung von allen ungerechten M\u00e4chten, Wesen und Menschen. Gerechtigkeit und Wahrheit siegen. In diesem Vers erreicht der Hymnus seinen H\u00f6hepunkt.<\/p>\n<h4>2. Verstehen, worum es geht<\/h4>\n<h4>2.1 Hinweise f\u00fcr situative \u00dcberlegungen<\/h4>\n<p>Dieser Hymnus wurde vom Volk Israel sicherlich in manch festlicher Stunde gesungen. Er gleicht einem gro\u00dfen Bekenntnis zur Ewigkeit und zum Sieg \u00fcber alle S\u00fcnde. Die S\u00fcnde war dem Volk Israel Tag t\u00e4glich gegenw\u00e4rtig; vor allem in den Zeiten als Gott in der Stiftsh\u00fctte und im Tempel mitten unter dem Volk wohnte. All die Reinheitsrieten, alle Opfergesetzte, jeder Gang zur Stiftsh\u00fctte bzw. zum Tempel waren Ausdruck der Trennung zwischen Gott und Mensch und zugleich Sehnsucht nach Frieden und Gerechtigkeit mit dem allm\u00e4chtigen Gott, dem Sch\u00f6pfer des Lebens.<\/p>\n<p>Das Gehen zum Tempel mit Opfergaben war stets Ausdruck dessen, dass der Menschen gegen\u00fcber Gott und seiner Sch\u00f6pfung voller Ungerechtigkeit, voller Boshaftigkeit und Schuld da steht. Der Gang zum Tempel, das Opfern und das Bringen des Opferblutes ins Heiligste des Tempels (die Bundeslade wurde mit dem Blut der Opfertieren einmal im Jahr besprengt als Zeichen der Wiedergutmachung der S\u00fcnden) machten andererseits deutlich, dass die Menschen sich nach Wiedergutmachung (S\u00fchne) und Gerechtigkeit sehnten.<\/p>\n<p>Von daher ist der Psalm 96 mit seiner prophetischen Botschaft, dass Gott aller Ungerechtigkeit und Bosheit durch sein Kommen und sein Gericht ein Ende bereitet, die Sieges- und Rettungsprophezeiung schlechthin. Wer sich an Gott h\u00e4lt und wen Gott im Gericht frei spricht ist auf der Siegerseite. Darauf st\u00fctzt sich die Siegeshoffnung und deshalb suchten die Juden bei Gott Gnade und Vergebung f\u00fcr ihre S\u00fcnden.<\/p>\n<h4>2.2 Hinweise f\u00fcr hermeneutische \u00dcberlegungen<\/h4>\n<p>Im Judentum war die Verk\u00fcndigung des Gerichts Gottes die Nachricht der Befreiung von S\u00fcnde und gleichzeitig eine eindringliche Mahnung an alle Gottlosigkeit. Wenn heute in unserem Land von \u201eGott als Richter\u201c gesprochen wird kochen die Gem\u00fcter der H\u00f6rer hoch. Schon traut man sich nicht mehr vom Gericht zu reden.<\/p>\n<p>Manchmal wird Gott nur noch als der \u201eliebe Gott\u201c verk\u00fcndet \u2013 vergessen wird oft, dass er eines Tages f\u00fcr Recht und Ordnung sorgen wird. Denn es h\u00f6rt sich unangenehm an, wenn Menschen aufgrund ihrer Gottlosigkeit verloren gingen. Aber was w\u00e4re das f\u00fcr ein \u201elieber Gott\u201c, der alle Ungerechtigkeit und Boshaftigkeit duldet und nicht richtet? Es w\u00e4re ein ungerechter Gott, der lieblos die Menschheit der ungerechten und b\u00f6sen Welt \u00fcberlie\u00dfe. Es ist gerecht und richtig, alles Ungerechte zu beseitigen.<\/p>\n<p>Der Bibeltext eignet sich hervorragend um den vielfach vergessenen und zentralen Aspekt der richterlichen T\u00e4tigkeit Gottes zu verk\u00fcnden.<\/p>\n<p>Das Gericht ist Gottes Erl\u00f6sungswerk. Andererseits steht sein eigentliches Werk, seine Vergebung in seinem Sohn Jesus Christus f\u00fcr uns Menschen bereit. Beides, der Gott als Richter und der Gott, der uns durch Jesus Christus zur Vergebung f\u00fcr unsere S\u00fcnden verhilft (aus Gnade) \u2013 beides, Gericht und Vergebung geh\u00f6ren zusammen und d\u00fcrfen nicht voneinander getrennt werden. Wo beides getrennt wird, wird unsere Verk\u00fcndigung billig und falsch. Denn ohne Richter braucht es auch keinen Retter. Ohne Gesetz (es ist Gottes Gesetz, dass alle Ungerechtigkeit beseitigt wird) keine Freudenbotschaft. Wo beides getrennt wird, wird verschwiegen, was die Menschen zum Heil n\u00f6tig haben \u2013 da betr\u00fcgt der oder die Verk\u00fcndiger\/in die Menschheit um das Entscheidende: um ihr ewiges Leben.<\/p>\n<h4>2.3 Hinweise f\u00fcr homiletische \u00dcberlegungen<\/h4>\n<p>Allzu oft denke ich dar\u00fcber nach wie wohl ein Akademiker, der sich der rationalen Wissenschaft verschrieben hat, \u00fcber Gott als Sch\u00f6pfer denkt. Wie wird er dem Psalm 96 begegnen, wenn dort von den Wunder- und Sch\u00f6pfungstaten Gottes die Rede ist. Gibt es vielleicht Berichte von christustreuen Wissenschaftlern, die mit ihrer Sichtweise den kritischen Akademikern auf Augenh\u00f6he und mit bedenkenswerten Argumenten und Sichtweisen begegnen k\u00f6nnen? Wie denkt ein von der Wissenschaft und ein von all zu vielem Leid gepr\u00e4gter Mensch \u00fcber die Verse 2 und 13, in denen versprochen wird, dass Gott tats\u00e4chlich kommt und die Menschheit durch Gericht von allem B\u00f6sen befreien wird? H\u00f6rt sich das nicht m\u00e4rchenhaft an \u2013 zu sch\u00f6n, um wahr zu sein?<\/p>\n<p>Oder wie begegnen Christen diesem Bibeltext, wenn sie zum tausendsten Mal h\u00f6ren, dass sie Gott als den Sch\u00f6pfer und Richter loben sollen? Unter dem Druck unseres Gesellschaftswandels klingeln vielleicht bei manchem Jesusnachfolger die Stress-Glocken, wenn ihm die Imperative des Psalms taktlos um die Ohren gehauen werden: Singe! Verk\u00fcndige! Lobe! Gebt! Bringt! Man kann ja nie genug geben. Man kann immer Gutes tun und \u00fcberhaupt &#8230; die Vorbereitung zur Verk\u00fcndigung f\u00e4llt nicht immer leicht&#8230;<\/p>\n<p>Wie kann ich es schaffen als Verk\u00fcndiger\/Prediger\/Ausleger mit diesem Psalm bei den H\u00f6rerinnen und H\u00f6rern Interesse und Neugier zu wecken? Sicherlich ist das Thema Gerechtigkeit in gewisser Weise ein Reizthema und gleichzeitig auch die Sehnsucht aller Menschen. Wer sehnt sich nicht nach Gerechtigkeit? \u00dcber diese Schiene k\u00f6nnte die Predigt eine interessante Einleitung bieten und Sehnsucht wecken.<\/p>\n<p>Am Ende tr\u00f6stet die Predigt die H\u00f6rer mit dem Ziel Gottes f\u00fcr die Menschen, mit der Prophezeiung des Heils f\u00fcr alle, die an Jesus Christus ihre S\u00fcnden \u00fcbergeben. Heil f\u00fcr alle, bei denen Gott im Gericht nichts findet, wenn Jesus uns alle Ungerechtigkeit und Boshaftigkeit abgenommen\/vergeben hat (Erl\u00f6sung von Schuld). Das Gericht Gottes ist vielmehr das Ende aller Ungerechtigkeit, Leiderfahrung und Boshaftigkeit.<\/p>\n<p>Am Ende steht der Mensch durch Jesus Christus auf der Siegerseite und kann deshalb schon heute von Gott dem gerechten K\u00f6nig ein neues Lied auf seinen Lippen haben. Hoffentlich er\u00f6ffnet Gott den Glauben bei vielen Menschen. Hoffentlich stimmt das Auditorium in den Lobpreis Gottes von ganzem Herzen mit ein.<\/p>\n<h4>3. Sagen, wo es hingeht (grobe Hinf\u00fchrung zum Ziel)<\/h4>\n<p>Heil f\u00fcr alle Menschen durch die Gerechtigkeit in Gottes Gericht.<\/p>\n<p>Heil und Erl\u00f6sung f\u00fcr alle Menschen, an denen Gott kein Tadel findet.<\/p>\n<p>Heiles und ewiges Leben, wer an Jesus Christus seine S\u00fcnden abgibt und damit tadellos vor Gott im Gericht steht.<\/p>\n<p>Auf der Siegerseite stehen, weil Jesus alle S\u00fcnden von dir abgel\u00f6st\/erl\u00f6st hat.<\/p>\n<p>Deshalb dankbar und voll des Lobes gegen\u00fcber Gott sein; und voll Freude und Motivation diese erl\u00f6sende Botschaft andern Menschen zug\u00e4nglich machen.<\/p>\n<h4>3.1 Predigtziel \u2013 welche Botschaft tr\u00e4gt Gott mir auf?<\/h4>\n<p>Sag den H\u00f6rerinnen und H\u00f6rern:<\/p>\n<p>Durch Gottes Gericht geschieht Erl\u00f6sung von aller Ungerechtigkeit. Durch Gottes Gericht kannst du auf der Siegerseite, auf der befreiten Seite stehen. Das verspricht dir Gott und bietet es jedem Menschen in Jesus Christus an.<\/p>\n<h4>3.2 Predigtthema \u2013 welche Themen spreche ich in der Predigt an?<\/h4>\n<ul>\n<li>Heil<\/li>\n<li>Gerechtigkeit<\/li>\n<li>Erl\u00f6sung (durch Jesus Christus)<\/li>\n<li>Gott feiern, ihm danken, ihn loben<\/li>\n<li>Ein neues Lied von der versprochenen Zukunft auf den Lippen haben<\/li>\n<\/ul>\n<h4>3.3 Predigtveranschaulichungen \u2013 wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?<\/h4>\n<p><strong>Illustration:\u00a0 Wer hat das gemacht?<\/strong><\/p>\n<p>Pablo Picasso hatte einst ein Gem\u00e4lde fertig gestellt, das in besonders eindr\u00fccklicher Weise das Grauen des Krieges sehen lie\u00df. Eines Tages kam ein deutscher Offizier in sein Atelier. Als er das Gem\u00e4lde entdeckte, blieb er wie versteinert stehen. Nach einer Weile stammelte er: \u201eHaben Sie das gemacht?\u201c \u201eNein\u201c, sagte Picasso und sah den Fremden mit blitzenden Augen an, \u201enein, das haben Sie gemacht.\u201c<\/p>\n<p>Gleichen wir nicht manchmal diesem Offizier, wenn wir zutiefst ersch\u00fcttert und entsetzt \u00fcber all das Elend dieser Welt fragen: Warum tut Gott das, und wie vertr\u00e4gt sich das mit seiner Liebe? Wer k\u00f6nnte es wagen, Gott zu widersprechen, wenn er zu uns sagte: Nein, nicht ich habe die Welt so verdorben, sondern ihr habt es gemacht?<\/p>\n<p><strong>Illustration: Das Glaubensbekenntnis von der SED<\/strong><\/p>\n<p>Ein von der SED propagiertes \u201eGlaubensbekenntnis\u201c des Materialismus: <em>\u201eIch glaube an den Menschen, den Allm\u00e4chtigen, Sch\u00f6pfer aller Werke, und an die Technik, die alles beherrscht, die empfangen ist vom menschlichen Geist, geboren von der Wissenschaft, gelitten unter der R\u00fcckst\u00e4ndigkeit, auferstanden in unserer Zeit, zum h\u00f6chsten Wert erhoben, so dass sie einst richten wird die lebendigen und die toten V\u00f6lker. Ich glaube an den guten Geist im Menschen, an die herrschende Klasse, die Gemeinschaft der Menschen, die guten Willens sind, an ein besseres Leben, eine herrliche Zukunft und den ewigen Bestand der Materie.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Der Materialismus glaubt an den Menschen, an seine Allmacht und an die Technik. Man f\u00fchlt sich ins neunzehnte Jahrhundert versetzt. \u00dcberm\u00e4chtig ist der Glaube, dass mit der Technik und der technischen Wissenschaft, mit Organisationen und Plandenken der Mensch ein immer besseres und leichteres Leben haben wird. Nur der allm\u00e4chtige Mensch, der \u201eSch\u00f6pfer aller Werke\u201c ist der Alte geblieben. Er kann den Mond von vorn und hinten fotografieren, aber Macht, Hass, Terror, Egoismus und Ungerechtigkeit beherrschen ihn wie eh und je. Der Glaube\u00a0 an den \u201eguten Geist\u201c und den \u201eguten Willen\u201c im Menschen ist ein idealistisches Hirngespinst. Der Mensch ist und bleibt b\u00f6se von Jugend auf. Er ist bis in die Wurzel hinein verdorben. \u201eEine herrliche Zukunft?\u201c Ohne erneuerte Menschen, ohne Menschen, die Jesus umgewandelt hat \u2013 niemals. Ach \u00fcbrigens: Wo ist den die SED? Das Volk hat sie schon gerichtet \u2013 oder Gott. Ach \u00fcbrigens: Wo ist denn die NSDAP? Die Alliierten haben sie schon gerichtet \u2013 oder Gott. Ach \u00fcbrigens: &#8230; Wo sind die Stars der Vergangenheit? Nur einer ist wieder auferstanden, nur einer wird wieder kommen, der Herr Jesus, der h\u00e4lt, was er verspricht.<\/p>\n<p><strong>Illustration:\u00a0 Bei ihm ist mein Heil<\/strong><\/p>\n<p>\u201eIst glauben nicht schrecklich schwer?\u201c fragten ein paar Jungs einen Mitarbeiter auf einem Ferienlager. \u201eO nein!\u201c erwiderte ich. Ich erz\u00e4hl euch ein Beispiel: Ein Bauer geht mit seinem kleinen Jungen in die Stadt. Unter anderem kaufen sie dort f\u00fcr die Mutter eine sch\u00f6ne Vase. Der Junge darf sie tragen. Aber als sie auf dem n\u00e4chtlichen Heimweg durch einen Wald gehen m\u00fcssen, sagt der Junge: \u201ePapa, nimm du die Vase! Wenn ich stolpere, geht sie kaputt.\u201c Also nimmt der Vater die Vase. Und wirklich, der Junge f\u00e4llt \u00fcber eine Baumwurzel. Das tut weh. Aber die Vase nimmt keinen Schaden.<\/p>\n<p>In der Bibel hei\u00dft es: \u201eBei Gott ist mein Heil\u201c (vgl. Jes 12,2). Solange ich mein Heil selber schaffen und tragen will, ist es st\u00e4ndig in Gefahr. Aber Glauben hei\u00dft: sein zeitliches und ewiges Heil in der Hand Jesu wissen. Freilich geschieht es im Leben von Christen, dass sie in S\u00fcnde fallen. Das tut weh. Aber ihr Heil ist nicht zerst\u00f6rt. Es liegt fest in der Hand Jesu. Der h\u00e4lt es in seinen H\u00e4nden, die einst am Kreuze f\u00fcr uns durchgraben wurden. Bei ihm ist mein Heil.<\/p>\n<p>(A. Cyris)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Advent (Ankunft) Bibeltext:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Psalm 96 Predigtthema:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 (2. Advent) Er kommt, die Erde zu richten 1. Hilfreiche Bibel\u00fcbersetzungen, um den Bibeltext zu verstehen Um mit dem Bibeltext vertraut zu werden, ist es sinnvoll in aller Ruhe verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen zu lesen. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-2979","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-psalmen"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-09-17 22:59:28","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2979","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2979"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2979\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2981,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2979\/revisions\/2981"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2979"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2979"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2979"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}