{"id":2863,"date":"2016-08-16T23:09:56","date_gmt":"2016-08-16T21:09:56","guid":{"rendered":"http:\/\/apps.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=2863"},"modified":"2016-08-16T23:09:56","modified_gmt":"2016-08-16T21:09:56","slug":"predigthilfe-vom-28-august-2016-1-petrus-2-11-17","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-28-august-2016-1-petrus-2-11-17\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 28. August 2016 &#8211; 1. Petrus 2, 11-17"},"content":{"rendered":"<p><strong>Predigtthema: \u201eIch war fremd\u201c: Die geistliche Dimension von Fremdheit: Wir waren entfremdet (V.21) und sind nun vers\u00f6hnt.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Predigttext: 1. Petrus 2, 11-17<\/strong><\/p>\n<p>Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n<p>1. SEHEN, WAS DASTEHT<br \/>\nVerschiedene Bibel\u00fcbersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\">www.bibleserver.com<\/a> (Luther 1984 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000 \/ Neue Genfer \u00dcbersetzung \/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n<p>Verwendete \u00dcbersetzung in der Predigthilfe: Schlachter 2000<\/p>\n<p>1.1 ALLGEMEINE HINWEISE ZUM PREDIGTTEXT<br \/>\nHilfreiches Basiswissen findet sich z. B. in \u201eDas Neue Testament\u201c erkl\u00e4rt und ausgelegt von John Walvoord und Roy Zuck (H\u00e4nssler-Verlag) und nat\u00fcrlich in diversen Studienbibeln, von denen man als Verk\u00fcndiger verschiedene haben sollte.<\/p>\n<p>1.2 HILFEN ZUM VERST\u00c4NDNIS DES PREDIGTTEXTES<\/p>\n<p>Hilfen zur Auslegung bieten z.B.<br \/>\n* Wuppertaler Studienbibel<br \/>\n* hilfreiche Querverweise in die ganze Bibel bietet die Thompson Studienbibel.<br \/>\n* hilfreiche Infos zum Text liefert hier die MacArthur Studienbibel (gibt es als pdf zum Downloaden auch auf <a href=\"http:\/\/www.sermon-online.de\">www.sermon-online.de<\/a>.<br \/>\nHinweise: Das Jahresthema \u201eIch war fremd\u201c m\u00f6chte uns immer wieder am letzten Sonntag im Monat f\u00fcr die Situation der Fl\u00fcchtlinge in unserem Land sensibilisieren und uns an den Auftrag erinnern, den ausl\u00e4ndischen G\u00e4sten nicht nur mit Gastfreundschaft, sondern auch mit der frohen Botschaft des Evangeliums zu begegnen. Dabei wollen wir uns auch immer wieder ins Ged\u00e4chtnis rufen lassen, dass auch wir als Christen in der Bibel als Fremdlinge und G\u00e4ste auf dieser Welt bezeichnet (Heb 11,13) werden.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>VERSTEHEN, WORUM ES GEHT<br \/>\nDer Predigttext aus 1. Petrus 2,11-17 m\u00f6chte uns die geistliche und praktische Dimension von einer christlichen Fremdlingschaft in dieser Welt verdeutlichen. Jeder Christ sollte Klarheit \u00fcber die gottgewollte Stellung haben, die er gegen\u00fcber der Welt nach biblischem Gesichtspunkt einnehmen soll. Dabei werden zwei Bereiche angesprochen.<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Die grunds\u00e4tzliche Verhaltensweise der Christen gegen\u00fcber\u2026<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>einer Ungl\u00e4ubigen oder heidnischen Gesellschaft (Menschen) <\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>V 11 -12 Geliebte, ich ermahne euch als G\u00e4ste und Fremdlinge: Enthaltet euch der fleischlichen Begierden, die gegen die Seele streiten; und f\u00fchrt einen guten Wandel unter den Heiden, damit sie da, wo sie euch als \u00dcbelt\u00e4ter verleumden, doch aufgrund der guten Werke, die sie gesehen haben, Gott preisen am Tag der Untersuchung.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>dem Staat oder einer weltlichen Obrigkeit<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>V 13-14 Ordnet euch deshalb aller menschlichen Ordnung unter, um des Herrn Willen, es sei dem K\u00f6nig als dem Oberhaupt oder den Statthaltern als seinen Gesandten zur Bestrafung der \u00dcbelt\u00e4ter und zum Lob derer, die Gutes tun.<\/p>\n<p>Die besondere Herausforderung besteht darin, die Beziehung von Gemeinde (Kirche) und Staat aufzuzeigen. Der Christ untersteht der staatlichen Ordnung, doch wo sind Grenzen? Wann gilt es Gott mehr zu gehorchen als Menschen (Apg 5,29). Wie sollen sich Christen verhalten, wenn die staatliche Obrigkeit die g\u00f6ttliche Autorit\u00e4t ablehnt oder wenn eine weltliche Gesetzgebung kontr\u00e4r zu Gottes Gebot steht. Welcher Autorit\u00e4t und Obrigkeit ist der Christ in letzter Instanz gegen\u00fcber verantwortlich? Darf er um Gottes Gebote willen der weltlichen Obrigkeit ungehorsam sein?<\/p>\n<p>Hier sollten keine plakativen oder polemischen Aussagen ge\u00e4u\u00dfert werden, die Christen dazu veranlassen k\u00f6nnte leichtfertig oder \u00fcberheblich, sich ihren b\u00fcrgerlichen Pflichten gegen\u00fcber einer staatlichen Obrigkeit zu entziehen. Dennoch gilt es, die biblischen Aussagen zu diesem Thema in ihrer Klarheit sprechen zu lassen.<br \/>\n2.1 HINWEISE F\u00dcR SITUATIVE \u00dcBERLEGUNGEN<br \/>\nPetrus schreibt diesen Brief ca. 60 \u2013 63 v.Chr. an Christen, die auf Grund ihres Glaubens ihre irdische Heimat verlassen mussten (1Pet 1,1). Ihre Bekehrung zu Jesus f\u00fchrte dazu, dass sie vielerorts unter Diskriminierung, Bedr\u00e4ngnis, Verfolgung und Vertreibung zu leiden hatten. Die erste Zerstreuung von Christen aus Jerusalem begann ca. 31 n.Chr. (Apg 8,1). Selbst Saulus, der zuvor noch Christen selbst verfolgte, wurde sofort nach seiner Bekehrung ein Fremdling und Feind seiner j\u00fcdischen Religionsgemeinschaft, die versucht hatten ihn zu t\u00f6ten (Apg 9,23-24).<\/p>\n<p>Hinweise deuten darauf hin, dass die Briefempf\u00e4nger sowohl Judenchristen (1Pet 1,9-12, 2,9) als auch Heidenchristen (4,3) waren. Dies ist insofern von Bedeutung, dass damit deutlich wird, dass<\/p>\n<ul>\n<li>Juden und Heiden mit ihrer Bekehrung zu Christus eine neue und gemeinsame Identit\u00e4t bekamen (Glieder am Leib Jesu = Gemeinde\/ 1Kor 12,12-13)<\/li>\n<li>diese Christus-Identit\u00e4t von der Gesellschaft wahrgenommen wurde, aber kaum akzeptiert war, sondern eher als \u00c4rgernis empfunden wurde (z.B. Apg 17,6)<\/li>\n<li>Christen oftmals ihren Status und ihre Anerkennung in der Welt verloren<\/li>\n<li>Christen eine Entfremdung in der Welt erlebten und dabei spielte es keine Rolle aus welcher ethnischen Herkunft sie kamen<\/li>\n<li>der Christ in seiner neuen Sch\u00f6pfung (Eph 2,10; 2Kor 5,17) ein Fremdling in dieser Welt ist (1Pet 1,17; Heb 11,13)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Herausforderung bestand f\u00fcr die Christen nun darin, wie man sich in einem fremden Land unter einer heidnischen Gesellschaft verh\u00e4lt, die ethisch und moralisch v\u00f6llig andere Ma\u00dfst\u00e4be lebt. Die Frage stand damals im Raum: K\u00f6nnen oder sollen Christen sich der staatlichen Obrigkeit eines antig\u00f6ttlichen r\u00f6mischen Kaiserreichs unterordnen?<\/p>\n<p>2.2 HINWEISE F\u00dcR HERMENEUTISCHE \u00dcBERLEGUNGEN<br \/>\nPetrus stellt den bedr\u00e4ngten Christen im ersten Kapitel zuerst die Hoffnung ihres Glaubens vor Augen. Im Glauben an Jesus Christus sind sie wiedergeboren und gerettet. Das unverwelkliche Erbe ist ihnen gewiss und auf ihre irdischen Leiden wird Gottes Herrlichkeit folgen (1,1-12). Petrus ermahnt die Christen, trotz ihrer schweren und bedr\u00fcckten Situation zu einem heiligen Lebenswandel (1,13-24). Keine Lebenslage oder -Situation entbindet den Christen von einem heiligen und gehorsamen Glaubensleben. Kapitel zwei verdeutlicht die hohe Berufung des Gl\u00e4ubigen als Glieder des geistlichen und lebendigen Tempels. Der Christ ist Eigentum Gottes, mit einverleibt in das auserw\u00e4hlte Volk und somit zum k\u00f6niglichen Priestertum berufen (2,1-10).<\/p>\n<p>Auf Grundlage dieser festen und unverlierbaren Hoffnung der ewigen Heimat im Himmel und der hohen Berufung ermahnt Petrus die Christen zu einem vorbildlichen Leben in dieser Welt.<\/p>\n<p>V 11 Der Christ ist Fremdling (Ausl\u00e4nder) und Gast (Asylant) auf dieser Welt. Ein Fremder, der sein B\u00fcrgerrecht wo anders hat. Ein Pilgirm (Wanderer) der seiner eigentlichen Heimat entgegengeht. Des Christen wahre Heimat ist die Herrlichkeit im Himmel, wo er sein eigentliches B\u00fcrgerrecht hat (Phil 3,20). In der Christus-Identit\u00e4t findet er auf Erden in der Gemeinde sein geistliches Zuhause, indem er dort kein Fremdling ist (Eph. 2,19). Umgekehrt wird ein Ungl\u00e4ubiger Mensch in der christlichen Gemeinde so lange geistlich ein Fremder sein, bis er sich bekehrt hat.<\/p>\n<p>Weil der Christ ein Fremder in dieser Welt ist, durch Jesu Gnade von der S\u00fcnde befreit wurde, soll er auch von den s\u00fcndhaften und fleischlichen Begierden der Welt Abstand halten. Die Welt und der ungl\u00e4ubige Mensch unterliegen der S\u00fcnde (Eph 2,1ff). Der Christ dagegen ist aufgefordert sich in seiner Gesinnung und inneren Haltung diesem Weltlauf nicht mehr anzupassen (R\u00f6m 12,2).<\/p>\n<p>V 12 Der Christ soll unter den ungl\u00e4ubigen Menschen (Heiden) ein beispielhaftes Leben f\u00fchren. Ein guter Wandel (Benehmen) und gute Werke (Arbeit, Taten, Handlungen) sollten ihn auszeichnen auch dann, wenn die Ungl\u00e4ubigen schlecht \u00fcber Christen reden oder verleugnen. Wenn Christen schon zum Ansto\u00df und \u00c4rgernis f\u00fcr Ungl\u00e4ubige werden, dann doch nur wegen der guten und gottwohlgef\u00e4lligen Taten. Sp\u00e4testens am Tage des Gerichtes werden die guten Taten bei den Menschen ein Lob zur Ehre Gottes ausl\u00f6sen (Mat 5,16).<\/p>\n<p>V.13-14 \u201eDeshalb\u201c &#8211; bezieht sich auf einen ausgezeichneten Lebenswandel. Ein Christ muss sich der staatlichen Obrigkeit unterordnen. Wer sich der Obrigkeit widersetzt oder sie nicht anerkennt wird Gott gegen\u00fcber ungehorsam. Hier stehen wir in einem m\u00f6glichen Dilemma, wenn derselbe Petrus einmal sagt, wir sollen uns der Obrigkeit unterordnen (1Pet 2,13) aber in Apg 5,29 sagt, man muss Gott mehr gehorchen als Menschen. Einige Gedanken die etwas Klarheit schaffen:<\/p>\n<ul>\n<li>Weltliche Obrigkeiten sind von Gott eingesetzt und zur Bestrafung bevollm\u00e4chtigt (1Mo 9,5-6; R\u00f6m 13,1-7; Tit 3,1)<br \/>\nBedenke: R\u00f6m 13 schreibt Paulus sogar in der Regierungszeit unter Kaiser Nero.<\/li>\n<li>Unterordnung meint kein schweigender und kritikloser Gehorsam (Apg 4,19). Petrus setzt beim Hohen Rat voraus, dass g\u00f6ttliche Autorit\u00e4t \u00fcber der weltlichen Obrigkeit steht.<\/li>\n<li>Petrus warnt aber vor einer geistlichen \u00dcberheblichkeit (1Pet 2,13ff). Der Christ steht in gesellschaftlichen und staatlichen Strukturen. Ob z.B. in Vereinen, Schulen, Arbeitsleben (2,18), Kommunen oder einem Bundesland oder Regierung. Der Christ ist von den irdischen Pflichten als Erdenb\u00fcrger nicht entbunden.<\/li>\n<li>Jesus selbst betont diese irdischen Pflichten mit den Worten: \u201eGebt dem Kaiser was des Kaisers ist\u201c (Mk 12,17). Vermutlich greift Petrus diesen Gedanken hier auf.<\/li>\n<li>Wir haben eine Verantwortung f\u00fcr die Obrigkeit zu beten (1Tim 2,1ff).<\/li>\n<li>Der Mensch ist immer der obersten Instanz verpflichtet zu gehorchen. Die h\u00f6chste Autorit\u00e4t ist immer der wahre Gott (Apg 5,29).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Als Jesus aufgefordert wurde die Tempelsteuer zu bezahlen, sandte der HERR bewusst den J\u00fcnger Petrus an den See um Geld aus dem Mund eines Fisches zu holen (Mt 17,26-27). Zwei Gedanken veranschaulicht Jesus dabei:<\/p>\n<p>(1) Wir verhalten uns wie Fremde<\/p>\n<p>(2) Wir geben keinen Ansto\u00df und ordnen uns unter.<\/p>\n<p>V.15\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vorbildliches und unanst\u00f6\u00dfiges Verhalten, sowie ein Leben in Unterordnung der staatlichen Obrigkeit sind die besten Argumente gegen \u00fcble Nachrede. Christen k\u00f6nnen sich nicht bei Verleugnung auf verbale K\u00e4mpfe einlassen. Vielmehr verstummen dann die Kritiker, wenn unsere guten Taten sie zu L\u00fcgnern macht (Tit 2,8).<\/p>\n<p>V.16\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Christen sind durch die Erl\u00f6sung von der weltlichen Obrigkeit befreit, weil sie einem anderen, himmlischen Reich angeh\u00f6ren. Wie aber Jesus, als Gottes Knechte, sich der weltlichen Obrigkeit freiwillig unterstellt hat (Gal 4,4), so sollen auch wir uns der menschlichen Obrigkeit unterstellen. Die Christus-Identit\u00e4t gibt mir die Freiheit mich aus freien St\u00fccken dem Gesetz der Obrigkeit unterzuordnen. Nur soll diese Freiheit nicht zur Bosheit und S\u00fcnde missbraucht werden.<\/p>\n<p>Dies kann in zweifachem Sinne verstanden werden:<\/p>\n<ul>\n<li>Christen d\u00fcrfen ihre Freiheit nicht zum z\u00fcgellosen oder s\u00fcndhaften Verhalten ausnutzen (Gal 5,1.13;<\/li>\n<li style=\"text-align: left\">Christen sollen sich nicht ihrer Verantwortung entziehen. Durch eine falsch verstandene Unterordnung kann die Freiheit zum Schleier der Bosheit werden, in dem Christen schweigen, wenn sie vor offensichtlicher S\u00fcnde wegschauen (z.B. 1Sam 12,23).<\/li>\n<\/ul>\n<p>V17\u00a0\u00a0 Christen sollen alle Menschen, vor allem auch den K\u00f6nigen Achtung und Respekt erweisen. Aber Gott geb\u00fchrt Ehrerbietung und Ehrfurcht die zum freiwilligen Gehorsam f\u00fchren soll. Gemeint ist nicht Furcht im Sinne von Angst, sondern von Gottesfurcht und Verehrung (vgl. Spr. 24,21; 2Kor 7,11; Eph 5,21).<\/p>\n<p>2.3 HINWEISE F\u00dcR HOMILETISCHE \u00dcBERLEGUNGEN<br \/>\nDie Relevanz dieses Themas ist brandaktuell. Auch heute leben Christen weltweit in einer gemeinsamen Identit\u00e4t im Glauben an den Einen und wahren Erl\u00f6ser Jesus Christus und erfahren die Entfremdung in dieser Welt.<\/p>\n<p>Je mehr eine Gesellschaft oder eine staatliche Obrigkeit (z.B. in Europa) sich von christlichen Werten und Ma\u00dfst\u00e4ben abl\u00f6st, umso st\u00e4rker werden die Entfremdung und die Herausforderung der Christen in dieser Welt zunehmen.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li>SAGEN, WO ES HINGEHT<\/li>\n<\/ol>\n<p>3.1 PREDIGTZIEL \u2013 WARUM HALTE ICH DIESE PREDIGT?<\/p>\n<ul>\n<li>Um das Spannungsfeld zwischen g\u00f6ttlicher und staatlicher Obrigkeit aufzuzeigen, das in der gegenw\u00e4rtigen Zeit immer mehr zunimmt.<\/li>\n<li>Verdeutlichen, dass wir immer noch eine gro\u00dfe Religions- und Glaubensfreiheit besitzen in der wir die Freiheit haben, biblische Ma\u00dfst\u00e4be zu leben.<\/li>\n<li>Der Christ darf nicht erwarten, dass eine staatliche Obrigkeit biblische Werte vertritt oder umsetzt. Aber Paulus bittet die Gl\u00e4ubigen f\u00fcr die Obrigkeit zu beten, dass sie ein ruhiges Leben f\u00fchren k\u00f6nnen indem ein Staat Religions-, Meinungs- und Glaubensfreiheit garantiert.<\/li>\n<li>Wir m\u00fcssen dann mit Konflikten rechnen,\n<ul>\n<li>wo die Obrigkeit die Glaubens- und Meinungsfreiheit von Christen einschr\u00e4nkt oder verbietet (Apg 4,18-21). Z.B. Verbot von Mission, biblischen Werten und Ansichten<\/li>\n<li>wo eine Obrigkeit in ihrer Gesetzgebung gegen Gottes Gebote widerspricht<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Hier m\u00fcssen wir Gott mehr gehorchen als Menschen, auch wenn es Nachteile und Leid zur Folge hat. Doch Petrus legt im Konflikt mit der Obrigkeit besonderen Wert auf die Art und Weise unseres Verhaltens. War es doch gerade Petrus, der gegen die Obrigkeit das Schwert zog und lernen musste, dass gegen jegliche Obrigkeit keine Gewalt anzuwenden ist (Joh 18,10ff; Lk 22,28).<\/p>\n<p>3.2 PREDIGTTHEMA \u2013 WAS SAGE ICH IN DIESER PREDIGT?<\/p>\n<p>Wir sollten nicht anfangen f\u00fcr oder um diese Welt zu k\u00e4mpfen \u2013 als Fremdlinge ist die Welt nicht unsere Heimat und als G\u00e4ste haben wir keine Befugnis dazu! Selbst Jesus sagte: Mein Reich ist nicht von dieser Welt (Joh 18,36) und unterstellte sich der menschlichen Obrigkeit bis zur Hinrichtung.<\/p>\n<p>Vielmehr sollten wir als Fremdlinge der Stadt Bestes suchen (Jer 29,7), damit Menschen Jesus als Herrn kennen lernen &#8211; angereizt durch beispielhaftes Verhalten und klares Bekenntnis des Glaubens.<\/p>\n<p>Fragen zur Vertiefung:<\/p>\n<p>Wo erleben wir bereits Situationen in denen die staatliche Obrigkeit den biblischen Ma\u00dfst\u00e4ben widerspricht?<\/p>\n<p>Woran liegt es, dass Christen sich in der Welt mehr oder weniger als Fremdk\u00f6rper empfinden?<\/p>\n<p>Gibt es noch eine bewusste Haltung als G\u00e4ste und Fremdlinge unter Christen oder hat der Christ sich bereits in der Welt geistlich integriert und angepasst?<\/p>\n<p>Wo erleben wir bereits Einschr\u00e4nkungen unserer Glaubens\u00fcberzeugung und wie k\u00f6nnen wir damit in rechter Weise umgehen?<\/p>\n<p>3.3 M\u00f6gliche PREDIGTGliederung<\/p>\n<p>1) Sei enthaltsam &#8211; gegen\u00fcber der S\u00fcnde\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 V.11<\/p>\n<p>2) Sei vorbildlich &#8211; gegen\u00fcber den Heiden\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 V.12<\/p>\n<p>3) Sei ordentlich &#8211; gegen\u00fcber der Obrigkeit\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 V.13<\/p>\n<p>4) Sei respektvoll &#8211; gegen\u00fcber Jedermann\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 V.17<\/p>\n<ul>\n<li>Der Befehl zur Unterordnung &#8211; Gottes Ordnung<\/li>\n<li>Der Umfang der Unterordnung &#8211; aller Obrigkeit<\/li>\n<li>Die Motivation zur Unterordnung &#8211; um des Herrn Willen<\/li>\n<li>Die Einstellung der Unterordnung &#8211; freiwillig<\/li>\n<\/ul>\n<ol>\n<li>Vorbild im Umgang mit s\u00fcndhafter Begierde<\/li>\n<li>Vorbild im Verhalten durch gute Werke<\/li>\n<li>Vorbild in der Stellung zu Staat\/ Obrigkeit<\/li>\n<\/ol>\n<ul>\n<li>Ehrt Jedermann<\/li>\n<li>Respektiert die Obrigkeit<\/li>\n<li>F\u00fcrchtet Gott<\/li>\n<\/ul>\n<p>3.4 PREDIGTVERANSCHAULICHUNGEN \u2013 WIE VERDEUTLICHE ICH ES IN DIESER PREDIGT?<\/p>\n<p>In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 erhielt der Landrat des ostpreu\u00dfischen Kreises Schlossberg, Wichard von Bredow, ein Fernschreiben der Gauleitung, dass in diesen Stunden alle Synagogen in Deutschland brennen. Polizei und Feuerwehr sollten nicht eingreifen. Bredow zog sich seine Wehrmachtuniform an, nahm Abschied von seiner Frau und den f\u00fcnf Kindern, steckte seine Pistole in die Tasche und fuhr nach Schierwindt zur Synagoge. Er wusste, dass er sein Leben riskierte oder von der Gestapo in ein KZ eingewiesen werden konnte. &#8222;Ich kann nicht anders handeln!&#8220; Als SA, SS und Parteifreunde auftauchten, lud er vor ihnen die Pistole &#8211; der Weg zur Synagoge ginge nur \u00fcber seine Leiche. Die Synagoge blieb als Einzige im Regierungsbezirk unzerst\u00f6rt. Niemand hatte es gewagt, gegen den Landrat vorzugehen. (idea spektrum 45\/94)<\/p>\n<p>Kurz nach seiner Bekehrung wollte Ernst Vatter seine von der Regierung erhaltenen Schuhe zur\u00fcckschicken. Alle rieten ihm ab: seine Verwandten, selbst der Ortspfarrer. Er aber war entschlossen sie zur\u00fcckzuschicken, obwohl er kein zweites Paar hatte. Wochen sp\u00e4ter erhielt er ein Paket: Es waren dieselben Schuhe mit einem Brief. Da er der Einzige war, der die verlangten Schuhe zur\u00fcckgeschickt hatte, konnten die Beh\u00f6rden ihr Programm gar nicht starten und schickten sie zur\u00fcck. &#8222;Jetzt habe ich ein Paar Schuhe und ein reines Gewissen!&#8220; (Ron Susek, Ernst Vatter, H\u00e4nssler + VLM, 2004)<\/p>\n<p>&#8222;Gott allein beten wir an, aber in weltlichen Dingen dienen wir euch gern und erkennen euch als K\u00f6nige und Herrscher \u00fcber Menschen. Wir beten darum, dass man bei der Aus\u00fcbung der k\u00f6niglichen Macht auch gesundes Urteilsverm\u00f6gen finden m\u00f6ge.&#8220;<br \/>\n(Justin der M\u00e4rtyrer, ca. 100-165, christlicher Apologet)<\/p>\n<p>1787 war B. Franklin, der bekannte Erfinder, Christ und Politiker, der \u00e4lteste Abgeordnete der verfassungsgebenden Versammlung in Philadelphia. In einer schwierigen politischen Situation sagte er: &#8222;Im Anfang unseres Kampfes um die Unabh\u00e4ngigkeit von Britannien, als wir uns der Gefahr bewusst waren, da beteten wir in diesem Hause t\u00e4glich um Gottes Schutz. Und unsere Gebete, meine Herren, fanden Geh\u00f6r und gn\u00e4dige Antwort&#8230; Dieser g\u00fctigen Vorsehung verdanken wir es, dass es uns jetzt m\u00f6glich ist, im Frieden dar\u00fcber zu beraten, wie wir unser k\u00fcnftiges nationales Gl\u00fcck aufrichten k\u00f6nnen. Haben wir jetzt jenen m\u00e4chtigen Freund vergessen? Oder bilden wir uns etwa ein, wir bed\u00fcrfen seines Beistandes nicht mehr? Ich habe schon ein langes Leben (81 Jahre) hinter mir, und je l\u00e4nger ich lebe, desto \u00fcberzeugendere Beweise sehe ich von der Wahrheit, dass Gott in der Angelegenheit der Menschen das f\u00fchrt&#8230; Uns wurde versichert: Wenn der Herr nicht das Haus baut, ist die Arbeit des Baumeisters nutzlos (Ps. 127,1). Ohne seine Hilfe haben wir bei der Errichtung dieses politischen Geb\u00e4udes nicht mehr Erfolg als die Erbauer des Turms von Babel. &#8230; Ich erlaube mir daher den Antrag zu stellen, dass hinfort jeden Morgen, ehe wir zu den Gesch\u00e4ften \u00fcbergehen, in diesem Hause Gebete dargebracht werden m\u00f6gen, in denen der Beistand des Himmels und Gottes Segen zu unseren Beratungen erfleht werden&#8230; .&#8220; (Benjamin Franklin 1787, Rede im Konvent zum Verfassungsentwurf von Nord-Amerika)<\/p>\n<p>Am 26. Juli 53 war ein erster Aufstandsversuch unter Fidel Castro gegen das korrupte Batista-Regime gescheitert. Seit seiner R\u00fcckkehr aus dem Asyl im Dezember 1956 f\u00fchrte Castro einen Guerillakrieg gegen die Regierung, die sich dem zunehmenden Druck am 1. Januar 1959, durch Flucht ins Ausland entzog. In deren Gefolge entschieden sich etwa 1 Million Kubaner f\u00fcr den Gang ins amerikanische Exil. Der Gro\u00dfteil dieser Fl\u00fcchtlinge bezeichnet sich auch heute noch als \u00bbExilkubaner\u00ab. Sie pflegen Brauchtum und Sprache, so dass die R\u00fcckkehr in ihre \u00bbHeimat\u00ab jederzeit m\u00f6glich ist. Die Annahme der amerikanischen Staatsb\u00fcrgerschaft ist f\u00fcr sie undenkbar.<\/p>\n<p>Wenn Christen sagen, ihre Heimat sei im Himmel, und sie seien Fremdlinge auf der Erde, dann sollte man das auch an ihrem Verhalten erkennen. Zum \u00bbBrauchtum\u00ab der Christen geh\u00f6rte stets das Abstandhalten vom B\u00f6sen und die Hinwendung zu den Schw\u00e4cheren; weiter, dass man im fremden Land die Flagge der Heimat zeigt, wenn dies auch manche Nackenschl\u00e4ge einbringt. Und die \u00bbSprache\u00ab der Heimat sollen sie auch wie die Exilkubaner beibehalten. Christen m\u00fcssen \u00bbanhalten am Gebet\u00ab und einander die Heimat lieb und wert machen.<\/p>\n<p>Nur wenn Christen \u00bbBrauchtum\u00ab und \u00bbSprache\u00ab pflegen, werden sie die Hoffnung auf die Heimkehr aufrechterhalten. Und wenn sie dabei den \u00bbEinheimischen\u00ab nicht arrogant, sondern mit Respekt und Liebe und dem Gef\u00fchl, geduldet zu sein begegnen, werden sie auch diese auf die himmlische Heimat neugierig machen.<\/p>\n<p>Klaus Eberwein<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigtthema: \u201eIch war fremd\u201c: Die geistliche Dimension von Fremdheit: Wir waren entfremdet (V.21) und sind nun vers\u00f6hnt. Predigttext: 1. Petrus 2, 11-17 Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. 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